Joseph Smith beginnt mit der Übersetzung der goldenen Platten

Primarvereinigung Leitfaden 5: Lehre und Bündnisse/Geschichte der Kirche, 1996


Ziel

Den Kindern vermitteln, daß wir uns beim Beten darum bemühen sollen, vom himmlischen Vater eine Antwort zu erhalten und seinem Rat zu folgen.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Studieren Sie gebeterfüllt die in der Lektion geschilderten geschichtlichen Ereignisse sowie Mormon 9:32, LuB 3:1–3,7–10 und 10:1–19,30–32,38–46. Befassen Sie sich dann mit der Lektion, und überlegen Sie, wie Sie den Kindern die Abschnitte aus der Schrift und die geschichtlichen Ereignisse vermitteln wollen. (Siehe „Unterrichtsvorbereitung“, Seite VI–VII, und „Die Abschnitte aus den heiligen Schriften und die geschichtlichen Ereignisse vermitteln“, Seite VII–IX.)

  2. 2.

    Zusätzlicher Lesestoff: Die Worte Mormons 1:3–7 und Lehre und Bündnisse 3:4–6,11–20; 10:20–29,33–37.

  3. 3.

    Überlegen Sie, welche Fragen und welche Vorschläge für Aktivitäten sich am besten dafür eignen, die Kinder in den Unterricht einzubeziehen, damit sie das Unterrichtsziel erreichen.

  4. 4.

    Sie brauchen:

    1. a)

      Lehre und Bündnisse für jedes Kind.

    2. b)

      Das Buch Mormon.

    3. c)

      “Das Buch Mormon in verschiedenen Sprachen“ (siehe Ende der Lektion).

    4. d)

      Die Karte von New York/Ohio (siehe Ende der 1. Lektion).

    5. e)

      Bild 5-13, „Die goldenen Platten“.

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Das Interesse wecken

Zeigen Sie die Seite „Das Buch Mormon in verschiedenen Sprachen“. Fragen Sie die Kinder, ob sie Wörter oder Buchstaben erkennen können. Finden Sie gemeinsam mit den Kindern heraus, um welche Sprachen es sich handelt.

Erklären Sie, daß auf der Welt viele verschiedene Sprachen gesprochen werden. Das Wort übersetzen bedeutet, daß etwas Geschriebenes oder Gesprochenes von einer Sprache in die andere übertragen wird.

Zeigen Sie das Bild von den goldenen Platten, und erklären Sie, daß es Joseph Smiths Aufgabe war, die fremde Schrift auf den Platten zu übersetzen. Lassen Sie ein Kind Mormon 9:32 vorlesen.

• In welcher Sprache waren die Aufzeichnungen auf den goldenen Platten verfaßt? (Reformiertes Ägyptisch.)

Erklären Sie, daß ein Übersetzer eigentlich beide Sprachen kennen muß, mit denen er arbeitet. Joseph Smith hatte jedoch nur eine geringe Schulbildung und beherrschte keine andere Sprache als Englisch. Die Schriftzeichen auf den Platten waren ihm völlig fremd. Er mußte sich auf den Geist des Herrn verlassen und nicht auf sein Wissen, um die Schriftzeichen auf den Platten ins Englische übersetzen zu können.

Aus der heiligen Schrift/Geschichtliche Ereignisse

Wiederholen Sie ganz kurz, welche Schwierigkeiten Joseph Smith bekam, nachdem er die goldenen Platten von Moroni erhalten hatte, und wie Martin Harris ihm half (siehe Lektion 5).

Erzählen Sie den Kindern anhand der folgenden Schilderung der geschichtlichen Ereignisse von dem Verlust der 116 Manuskriptseiten, die von den goldenen Platten übersetzt worden waren (zeigen Sie dabei auch die entsprechenden Orte auf der Karte). Sprechen Sie auch über die Offenbarungen in Lehre und Bündnisse 3 und 10, die Joseph Smith in bezug auf dieses Ereignis erhielt.

Nachdem sich Joseph und Emma Smith in Harmony in Pennsylvania niedergelassen hatten, begann Joseph mit der Übersetzung der goldenen Platten. Zunächst verbrachte er viel Zeit damit, sich mit den Platten und der darauf eingravierten Sprache vertraut zu machen. Während er sich damit befaßte und betete, half ihm der Urim und Tummim, die Schriftzeichen auf den Platten zu verstehen. Joseph lernte, daß die Übersetzungsarbeit Glauben, große Anstrengung, Würdigkeit, Geduld und Gehorsam erforderte.

Martin Harris suchte Joseph in Harmony auf, um ihm bei der Übersetzung der goldenen Platten zu helfen. Martin wurde Josephs Schreiber. Während Joseph vorlas, was auf den Platten stand, schrieb Martin Harris es nieder. Nachdem sie zwei Monate lang gearbeitet hatten, hatte Joseph den ersten Teil der Platten übersetzt. Die Übersetzung war auf 116 Seiten niedergeschrieben.

Martin fragte Joseph, ob er die 116 übersetzten Seiten mit nach Palmyra nehmen durfte. Seine Frau und seine Freunde hatten ihm nämlich vorgehalten, er habe seine Farm im Stich gelassen, nur um Joseph zu helfen. Deshalb wollte Martin ihnen die Seiten zeigen, damit sie glaubten, daß es das Werk des Herrn war.

Joseph bat den Herrn um die Erlaubnis, Martin die übersetzten Seiten mitzugeben, aber die Antwort des Herrn lautete „nein“. Martin bat Joseph, den Herrn ein zweites Mal zu fragen. Joseph fragte den Herrn also nochmals, und wieder lautete die Antwort „nein“. Martin flehte Joseph an, den Herrn noch einmal zu fragen. Joseph gab nach und fragte den Herrn zum drittenmal. Diesesmal sagte der Herr, Martin Harris könne die Übersetzung mitnehmen, wenn er sich bereit erkläre, sie nur seiner Frau und bestimmten Familienmitgliedern zu zeigen. Martin versprach, die Seiten niemand sonst zu zeigen. Er nahm die 116 Manuskriptseiten mit nach Palmyra.

Ein paar Tage, nachdem Martin gegangen war, brachte Emma Smith einen Jungen zur Welt, der nur wenige Stunden lebte. Emma war sehr krank und dem Tode nah. Zwei Wochen lang blieb Joseph an ihrer Seite und sorgte für sie. Als Emma wieder zu Kräften kam, begann Joseph sich wegen Martin Harris Sorgen zu machen, der schon seit drei Wochen mit den übersetzten Seiten fort war. Emma redete ihm zu, nach Palmyra zu reisen und Martin aufzusuchen.

Joseph reiste zu seinen Eltern nach Palmyra und sandte eine Botschaft an Martin, daß er ihn treffen solle. Als Martin eintraf, rief er aus: „Oh, ich habe meine Seele verloren! Ich habe meine Seele verloren!“ Joseph sprang auf und rief: „Martin, hast du das Manuskript verloren? Hast du deinen Eid gebrochen und Verurteilung auf mein Haupt und auf das deine gebracht?“ (Zitiert in: Lucy Mack Smith, History of Joseph Smith, Seite 128.) Martin gab zu, daß er sein Versprechen gebrochen und die übersetzten Seiten auch anderen gezeigt hatte. Die 116 Seiten waren nun verlorengegangen oder gestohlen worden.

Joseph rief aus: „Alles ist verloren! Alles ist verloren! Was soll ich tun? Ich habe gesündigt, ich bin es, der den Grimm Gottes herausgefordert hat. Ich hätte mit der ersten Antwort, die ich vom Herrn empfing, zufrieden sein sollen; denn er sagte mir, die Aufzeichnungen seien in Gefahr, wenn ich sie aus meiner Obhut ließe.“ (Zitiert in: Smith, Seite 128.)

Joseph und Martin litten sehr wegen des Verlusts der Übersetzung. Joseph kehrte nach Harmony zurück, wo er den Herrn um Vergebung bat. Der Engel Moroni nahm die goldenen Platten und den Urim und Tummim eine Zeitlang an sich. Später vergab der Herr Joseph Smith, da er aufrichtig Umkehr geübt hatte, und Moroni brachte die Platten und den Urim und Tummim zurück. Während dieser Zeit erhielt Joseph die Offenbarungen, die in Lehre und Bündnisse 3 und 10 niedergeschrieben sind.

Erklären Sie folgendes: Der Herr sagte Joseph Smith, daß der Satan einige schlechte Menschen dazu gebracht hatte, die Seiten an sich zu nehmen. Diese Leute wollten die Worte ändern, damit die Menschen nicht an das Buch Mormon glaubten (siehe LuB 10:10–19). Joseph wurde angewiesen, den ersten Teil der Platten nicht noch einmal zu übersetzen (siehe LuB 10:30,31). Da der Herr alles weiß, wußte er auch, daß sich dies alles so zutragen würde. Daher hatte er den Propheten Mormon angewiesen, einen ähnlichen Bericht wie den, der in den 116 Seiten enthalten war, an einer anderen Stelle auf den goldenen Platten zu verfassen (siehe Die Worte Mormons 1:3–7). Joseph übersetzte diesen Teil anstelle des verlorengegangenen Teils (siehe LuB 10:38–42).

Er erkannte, daß der Satan und schlechte Menschen das Werk des himmlischen Vaters nicht aufhalten konnten (siehe LuB 3:1; 10:43).

Besprechen/Fragen

Lesen Sie bei der Unterrichtsvorbereitung die folgenden Fragen sowie die angegebenen Schriftstellen. Entscheiden Sie sich für die Fragen, die den Kindern Ihrer Ansicht nach die Schriftstellen am besten veranschaulichen und ihnen zeigen, wie sie die gelernten Grundsätze anwenden können. Wenn Sie die Schriftstellen im Unterricht gemeinsam lesen und besprechen, können die Kinder selbst neue Erkenntnisse gewinnen.

• Was mußte Joseph Smith tun, damit er übersetzen konnte? (Er mußte Glauben üben und beten und gehorsam und geduldig sein.)

• Wie oft fragte Joseph Smith den Herrn, ob Martin Harris die übersetzten Seiten mitnehmen durfte? Was antwortete der Herr die ersten beiden Male? Was sagte der Herr beim drittenmal?

• Warum beharrte Martin Harris darauf, daß Joseph Smith den Herrn um Erlaubnis bat, obwohl er bereits eine Absage erhalten hatte? Inwiefern fürchtete Joseph Smith die Menschen mehr als Gott? (LuB 3:7.) Warum haben wir manchmal Angst davor, was andere vielleicht über uns denken, wenn wir die Gebote des himmlischen Vaters befolgen?

• Was hat Joseph Smith aus dieser Erfahrung wohl darüber gelernt, den Willen des himmlischen Vaters anzunehmen? Warum ist es wichtig, daß wir für das beten, was für uns richtig ist, und nicht einfach nur für das, was wir uns wünschen? Warum ist es wichtig, daß wir die Antwort des himmlischen Vaters auf unsere Gebete auch annehmen?

• Wie war Joseph Smith zumute, nachdem die 116 Seiten verloren waren? Was sagte der Herr zu Joseph Smith? (LuB 3:10.) Warum ist die Umkehr ein so wunderbarer Grundsatz?

• Was sollte Joseph Smith tun, um die Pläne derer zu vereiteln, die die 116 Seiten gestohlen hatten? (LuB 10:30,31,38–42.) Was heißt „die Absichten Gottes lassen sich nicht vereiteln“? (LuB 3:1.)

• Was offenbart uns der Herr in Lehre und Bündnisse 10:5 darüber, wie wir dem Einfluß des Satans widerstehen können?

Zur Vertiefung

Sie können einen oder mehrere der folgenden Vorschläge während des Unterrichts oder als Wiederholung, Zusammenfassung oder Auftrag verwenden.

  1. 1.

    Erklären Sie den Kindern: Wenn wir beten, müssen wir auch auf die Antwort des himmlischen Vaters hören und seinen Rat befolgen. Wir können auf vielerlei Weise Antwort auf unsere Gebete erhalten, beispielsweise durch den Rat, den Eltern oder Führer der Kirche uns geben, oder indem wir die heiligen Schriften studieren oder im Unterricht in der Kirche oder einer Ansprache zuhören.

    Unsere aufrichtigen Gebete werden immer erhört, auch wenn die Antwort nicht immer die ist, die wir uns wünschen. Manchmal lautet die Antwort „nein“, weil das, worum wir gebeten haben, nicht zu unserem Besten ist. Manchmal lautet die Antwort „ja“, und ein warmes, angenehmes Gefühl zeigt uns, was wir tun sollen. Manchmal lautet die Antwort auch „Warte noch eine Weile“. Die Antwort auf unsere Gebete kommt immer zu der Zeit und in der Art und Weise, wie es gemäß dem Wissen des himmlischen Vaters am besten für uns ist.

    Falls es angebracht ist, erzählen Sie den Kindern, wie die Antwort auf Ihr aufrichtiges Beten einmal „nein“ lautete. Bitten Sie die Kinder, von ähnlichen Erfahrungen zu berichten.

  2. 2.

    Zeigen Sie das Bild „Jesus betet in Getsemani“ (Bild 227 in Bilder zum Evangelium, 62175 150). Erklären Sie den Kindern, daß Jesus Christus uns vollkommen vorgelebt hat, wie man den Willen des himmlischen Vaters annimmt. Am Ende seines irdischen Lebens wußte Jesus, daß die Zeit gekommen war, da er große Qualen erleiden mußte, um für die Sünden der Welt zu sühnen. Jesus ging in den Garten Getsemani. Er warf sich zu Boden und betete.

    Bitten Sie ein Kind, aus Matthäus 26:39 vorzulesen, was Jesus in seinem Gebet sagte: „Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir vorüber. Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst.“

    Erzählen Sie, daß ein Engel erschien und Jesus geistig stärkte (siehe Lukas 22:43). Jesus nahm den Willen des himmlischen Vaters an. Er sühnte für uns, indem er im Garten Getsemani litt und am Kreuz sein Leben hingab.

  3. 3.

    Schreiben Sie folgendes an die Tafel: „Wenn der Herr es gebietet, dann tu es.“

    Erzählen Sie, daß Joseph Smith aus seinen Fehlern und Schwierigkeiten lernte. Auch wenn er wegen des Verlusts der 116 Seiten verzweifelt war, lernte er dadurch doch, wie wichtig es war, gehorsam zu sein, umzukehren und den Willen des himmlischen Vaters anzunehmen. Er lernte, auf die Eingebungen des Geistes zu hören, und konnte den Urim und Tummim immer besser nutzen. Viele Jahre später konnte er sagen: „Ich habe mir zur Regel gemacht: Wenn der Herr es gebietet, dann tu es.“ (History of the Church, 2:170.)

    Jedes Kind soll diesen Satz auf ein Blatt Papier schreiben, das es nach Hause mitnimmt.

  4. 4.

    Erzählen Sie, daß Martin Harris zwar die 116 übersetzten Seiten verloren hatte, daß er aber auch umkehrte und weiterhin wesentlich zum Aufbau der Kirche beitrug. Es wurde ihm nicht gestattet, Joseph Smith weiter bei der Übersetzung der goldenen Platten zu helfen, aber er verkaufte später einen Teil seiner Farm, um den Druck des Buches Mormon mit zu finanzieren. Er war einer der drei Zeugen des Buches Mormon und bezeugte sein Leben lang, daß es wahr ist. Zeigen Sie den Kindern „Das Zeugnis von drei Zeugen“ vorn im Buch Mormon.

  5. 5.

    Lassen Sie die Kinder die Bilder aus den ersten sechs Lektionen des Leitfadens zeigen und dabei erzählen, welche Ereignisse dargestellt sind.

Zum Abschluß

Zeugnis

Erklären Sie, wie dankbar Sie für den Propheten Joseph Smith und seine Anstrengungen, das Buch Mormon zu übersetzen, sind. Bezeugen Sie, daß wir gesegnet werden, wenn wir den Willen des himmlischen Vaters annehmen und seinen Willen tun.

Vorschlag für das Schriftstudium zu Hause

Bitten Sie die Kinder, zu Hause als Wiederholung LuB 3:1–3 und 10:1–5 zu lesen.

Vorschlag für die Beteiligung der Familie

Fordern Sie die Kinder auf, ihrer Familie etwas von dem zu berichten, was sie heute gelernt haben, indem sie zu Hause eine Geschichte erzählen, eine Frage stellen, eine Aktivität durchführen oder mit der Familie die Schriftstellen lesen, die für das Schriftstudium zu Hause vorgeschlagen wurden.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet.