Joseph Smith übersetzt die goldenen Platten

Primarvereinigung Leitfaden 5: Lehre und Bündnisse/Geschichte der Kirche, 1996


Ziel

Den Kindern vermitteln, wie der Heilige Geist wirkt und wie man seinen Einfluß erkennt, damit sie sich wünschen, so zu leben, daß er ihr Begleiter sein kann.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Studieren Sie gebeterfüllt Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:66,67, die in der Lektion geschilderten geschichtlichen Ereignisse sowie Lehre und Bündnisse 5:30,34; 6:14–23; 8:1–3; 9:3–9 und 10:4. Befassen Sie sich dann mit der Lektion, und überlegen Sie, wie Sie den Kindern die Abschnitte aus der Schrift und die geschichtlichen Ereignisse vermitteln wollen. (Siehe „Unterrichtsvorbereitung“, Seite VI–VII, und „Die Abschnitte aus den heiligen Schriften und die geschichtlichen Ereignisse vermitteln“, Seite VII–IX.)

  2. 2.

    Zusätzlicher Lesestoff: Grundbegriffe des Evangeliums (31110 150), Kapitel 7.

  3. 3.

    Überlegen Sie, welche Fragen und welche Vorschläge für Aktivitäten sich am besten dafür eignen, die Kinder in den Unterricht einzubeziehen, damit sie das Unterrichtsziel erreichen.

  4. 4.

    Sie brauchen:

    1. a)

      Lehre und Bündnisse für jedes Kind.

    2. b)

      Die Köstliche Perle.

    3. c)

      Ein kleines Radio (oder ein Bild von einem Radio).

    4. d)

      Bild 5-2, „Joseph Smith“ (Bild 400 in Bilder zum Evangelium, 62449 150); Bild 5-14, „Joseph Smith übersetzt die goldenen Platten“.

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Das Interesse wecken

Zeigen Sie den Kindern das Radio, schalten Sie es aber nicht ein (passen Sie das Unterrichtsgespräch entsprechend an, wenn Sie ein Bild von einem Radio mitgebracht haben). Fragen Sie die Kinder, ob sie hören können, was im Radio gesendet wird, und sprechen Sie kurz darüber, warum sie es nicht hören. Schalten Sie das Radio ein, stellen Sie aber keinen Sender ein. Weisen Sie darauf hin, daß das Radio eingeschaltet ist, die Kinder aber immer noch nicht hören können, was gesendet wird.

• Was müssen wir tun, um einen klaren Empfang zu haben?

Erklären Sie: Auf den Heiligen Geist zu hören kann man mit dem Radiohören vergleichen. Wenn wir hören wollen, was der himmlische Vater uns sagen will, müssen wir uns auf den Heiligen Geist einstellen. Erklären Sie, daß der Heilige Geist auch als Geist oder Geist der Wahrheit bezeichnet wird (siehe LuB 6:15). Bitten Sie die Kinder, im Unterricht aufmerksam zuzuhören, damit sie erfahren, wie der Heilige Geist Joseph Smith und Oliver Cowdery geholfen hat.

Aus der heiligen Schrift/Geschichtliche Ereignisse

Erklären Sie den Kindern anhand von Lehre und Bündnisse 6:14–23; 8:1–3; 9:3–9; Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:66,67 und der folgenden Schilderung der geschichtlichen Ereignisse, wie der Heilige Geist wirkt und wie man seinen Einfluß erkennt. Zeigen Sie dabei auch die entsprechenden Bilder.

Wegen des Verlusts der 116 Manuskriptseiten nahm der Engel Moroni die goldenen Platten und den Urim und Tummim eine Zeitlang an sich (siehe Lektion 6). Nachdem Joseph Smith umgekehrt war, erhielt er beides wieder zurück. Als Joseph dann mit der Übersetzung fortfuhr, stellte er fest, daß er nicht genügend Zeit hatte, um sich um seine Familie und seine Farm zu kümmern und dennoch mit der Übersetzung so schnell vorwärtszukommen, wie er es wollte. Die Übersetzungsarbeit ging außerdem langsamer voran, weil er keinen Schreiber hatte, der aufschrieb, was er übersetzte. Martin Harris durfte nicht mehr sein Schreiber sein. Emma schrieb manchmal für ihn, hatte aber noch viel andere Arbeit zu tun. Joseph wußte, daß er mit der Übersetzung nicht so schnell vorankam, wie es notwendig gewesen wäre, und betete deshalb zum himmlischen Vater um Hilfe. Lesen Sie vor, was der Herr in LuB 10:4 antwortete. Ein paar Monate später sagte der Herr zu Joseph, er solle mit dem Übersetzen aufhören, bis er ihm gebiete, wieder damit zu beginnen. Der Herr verhieß ihm, er werde ihm bei der Übersetzung helfen, wenn er sich an seine Anweisungen hielt (siehe LuB 5:30,34).

Zu dieser Zeit war ein junger Mann namens Oliver Cowdery Schullehrer in Palmyra, New York. Er wohnte bei Joseph Smiths Eltern. Es war damals üblich, daß ein Lehrer als Gegenleistung für seinen Unterricht bei seinen Schülern wohnen durfte. Während Oliver Cowdery bei der Familie Smith wohnte, hörte er von Joseph Smith und den goldenen Platten. Er fragte nach den goldenen Platten, aber die Familie Smith wollte ihm nichts davon erzählen, weil sie schon oft durch Leute, denen sie von den Platten erzählt hatten, Verfolgung erlitten hatten.

Als die Familie Smith Oliver Cowdery jedoch besser kennenlernte und ihm vertraute, erzählte Joseph Smith sen. (der Vater des Propheten) Oliver, was er über die goldenen Platten wußte. Oliver dachte viele Tage lang darüber nach. Schließlich betete er darüber. Er empfand Frieden und die Gewißheit, daß Joseph Smith ein Prophet Gottes war (siehe LuB 6:22,23), und er hatte das Gefühl, daß er als Schreiber für Joseph Smith tätig sein würde.

Oliver wollte Joseph kennenlernen und reiste deshalb mit Samuel Smith, einem jüngeren Bruder von Joseph, nach Harmony in Pennsylvania, wo Joseph und Emma lebten. Als Oliver ankam, erkannte Joseph, daß der Herr ihn gesandt hatte, um ihm bei der Übersetzung des Buches Mormon zu helfen. Joseph und Oliver unterhielten sich bis spät in die Nacht, und Oliver war damit einverstanden, für Joseph zu schreiben. Er berichtet über diese Erfahrung: „Das waren unvergeßliche Tage – dazusitzen und einer Stimme lauschen zu dürfen, die unter der Eingebung des Himmels sprach. … Tag für Tag, ohne Unterbrechung, schrieb ich immerfort nieder, was von seinen Lippen fiel, als er mit dem Urim und Tummim … diese Aufzeichnungen, nämlich das Buch Mormon, übersetzte.“ (Fußnote am Ende von Joseph Smith – Lebensgeschichte.)

Joseph erkannte, daß er ohne die Hilfe des Heiligen Geistes nicht übersetzen konnte. An einem Morgen hatte er sich über etwas, was Emma getan hatte, geärgert. Als er dann übersetzen wollte, mußte er feststellen, daß er es nicht konnte. Er ging hinaus in den Garten, um zu beten und den Herrn zu fragen, warum er nicht übersetzen konnte. Er erkannte schnell, daß der Heilige Geist ihm nur helfen konnte, wenn er zuerst mit Emma Frieden schloß. Er kehrte ins Haus zurück und bat Emma um Vergebung. Dann konnte er mit dem Übersetzen fortfahren.

Mit Olivers Unterstützung ging die Übersetzung des Buches Mormon schneller voran. Nachdem Oliver einige Zeit als Schreiber gearbeitet hatte, wollte er auch übersetzen. Er erhielt die Erlaubnis zu übersetzen, aber es gelang ihm nicht. Er hatte gedacht, er könne die Fähigkeit zu übersetzen erhalten, wenn er den himmlischen Vater einfach darum bitte, aber er erkannte, daß diese Arbeit große intellektuelle und geistige Anstrengung erforderte. Er konnte nur übersetzen, wenn der Heilige Geist ihn inspirierte.

Besprechen Sie mit den Kindern anhand dessen, was Oliver Cowdery in Lehre und Bündnisse 9:8,9 durch Joseph Smith offenbart wurde, wie man vorgehen soll, wenn man Entscheidungen trifft.

  1. 1.

    Denkt über das Problem oder die Frage nach. Überlegt, wie ihr das Problem lösen oder eine Antwort auf die Frage finden könnt.

  2. 2.

    Entscheidet euch für das, was ihr für das beste haltet.

  3. 3.

    Fragt den himmlischen Vater, ob eure Entscheidung richtig ist.

  4. 4.

    Hört mit dem Herzen und dem Verstand zu. Wenn eure Entscheidung richtig ist, gibt euch der Heilige Geist ein gutes Gefühl. Ist eure Entscheidung falsch, habt ihr dabei kein gutes Gefühl, und ihr müßt euch anders entscheiden.

Erklären Sie, daß Oliver Cowdery auf diese Weise hätte vorgehen sollen, als er versuchte zu übersetzen. Wir können uns an denselben Vorgang halten. Wenn wir diese Schritte befolgen, hilft uns der Heilige Geist, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Besprechen/Fragen

Lesen Sie bei der Unterrichtsvorbereitung die folgenden Fragen sowie die angegebenen Schriftstellen. Entscheiden Sie sich für die Fragen, die den Kindern Ihrer Ansicht nach die Schriftstellen am besten veranschaulichen und ihnen zeigen, wie sie die gelernten Grundsätze anwenden können. Wenn Sie die Schriftstellen im Unterricht gemeinsam lesen und besprechen, können die Kinder selbst neue Erkenntnisse gewinnen.

• Warum brauchte Joseph Smith bei der Übersetzung der goldenen Platten Hilfe? Was tat er, um dieses Problem zu lösen? Wie wurden seine Gebete erhört? Was können wir tun, wenn wir ein Problem haben? Bitten Sie die Kinder, zu erzählen, wie der himmlische Vater ihre Gebete schon erhört hat.

• Was tat Oliver Cowdery, um ein Zeugnis davon zu erlangen, daß Joseph Smith ein Prophet war? (LuB 6:14.) Wie können wir ein Zeugnis davon erlangen, daß Joseph Smith ein Prophet ist? Wie können wir ein Zeugnis davon erlangen, daß das Buch Mormon wahr ist? (Siehe den 6. Vorschlag im Abschnitt „Zur Vertiefung“.)

• Wie erhielt Oliver Cowdery eine Antwort, als er betete, um herauszufinden, ob Joseph Smith ein Prophet Gottes war? (LuB 6:15,23.) Wie kann der himmlische Vater uns sonst noch auf unsere Gebete antworten? Erinnern Sie die Kinder daran, daß die Antwort auf unsere Gebete auch oft ein friedliches Gefühl sein kann.

• Was wurde Oliver Cowdery darüber gesagt, was er tun mußte, um übersetzen zu könen? (LuB 9:8,9.) Wie können wir diesen Rat in unserem Leben befolgen?

• Was müssen wir tun, um uns darauf vorzubereiten, vom Heiligen Geist Hilfe zu erhalten? (Siehe den 2. Vorschlag im Abschnitt „Zur Vertiefung“.) Woher wissen wir, ob wir die Eingebungen des Heiligen Geistes spüren? (LuB 6:23; 8:2,3 und 9:8,9; siehe den 3. und 4. Vorschlag im Abschnitt „Zur Vertiefung“.)

Zur Vertiefung

Sie können einen oder mehrere der folgenden Vorschläge während des Unterrichts oder als Wiederholung, Zusammenfassung oder Auftrag verwenden.

  1. 1.

    Erklären Sie den Kindern, daß Joseph Smith, als er das Buch Mormon übersetzte, die Worte vorlas und sein Schreiber sie dann niederschrieb. Manchmal waren Joseph Smith und sein Schreiber durch eine Abtrennung getrennt und konnten einander nicht sehen.

    Stellen Sie in der Mitte eines Tisches oder auf dem Fußboden eine Abtrennung auf (beispielsweise können zwei Kinder ein Tuch oder einen großen Karton halten). Bitten Sie ein Kind, hinter der Abtrennung zu sitzen und langsam einen Vers aus dem Buch Mormon vorzulesen, während ein anderes Kind, das auf der anderen Seite der Abtrennung sitzt, die Worte mitschreibt. Dann soll der Schreiber vorlesen, was er aufgeschrieben hat, damit das andere Kind feststellen kann, ob er es richtig aufgeschrieben hat. (Sie können auch mehrere Kinder Schreiber sein lassen, damit alle Kinder, die mitmachen wollen, sich beteiligen können.)

  2. 2.

    Zeichnen Sie zwei Spalten an die Tafel. Versehen Sie die eine mit der Überschrift Lädt den Geist ein und die andere mit der Überschrift Vertreibt den Geist. Machen Sie den Kindern bewußt, daß der Geist (der Heilige Geist) für uns sehr wichtig ist. Erklären Sie, daß alles, was gut ist, den Geist einlädt, während das, was schlecht ist, den Geist vertreibt, so daß er uns verläßt (siehe Moroni 7:12,13). Die Kinder sollen sich überlegen, was man jeweils in die Spalten schreiben kann, beispielsweise „gute Musik hören“ und „freundlich sein“ unter Lädt den Geist ein und „streiten“ und „unehrlich sein“ unter Vertreibt den Geist.

    Erklären Sie den Kindern, daß der Heilige Geist uns lehrt, uns tröstet, uns beschützt, uns Kraft gibt und uns führt (siehe Grundbegriffe des Evangeliums (31110 150), Kapitel 7), daß wir aber, wenn wir von ihm Hilfe erhalten wollen, das tun müssen, was ihn einlädt, weiterhin mit uns zu bleiben.

  3. 3.

    Lassen Sie die Kinder Lehre und Bündnisse 8:2 aufschlagen, und bitten Sie ein Kind, den Vers vorzulesen. Besprechen Sie, wie jeder persönliche Offenbarung empfangen kann, indem er auf die Eingebungen des Heiligen Geistes hört. Erzählen Sie, wie der Heilige Geist Sie einmal geführt hat, und bitten Sie die Kinder, von ähnlichen Erfahrungen zu berichten.

  4. 4.

    Erklären Sie: Wenn wir den Geist mit uns haben, fühlen wir uns anders, als wenn wir ihn nicht mit uns haben oder wenn der Satan uns beeinflußt. Lesen Sie die folgenden Aussagen vor, und bitten Sie die Kinder, aufzustehen, wenn die Aussage die Gefühle beschreibt, die wir haben, wenn der Geist mit uns ist. Wenn die Aussage beschreibt, wie wir uns fühlen, wenn wir den Geist nicht mit uns haben, sollen die Kinder sitzenbleiben.

    • Ihr fühlt euch glücklich und ruhig.

    • Ihr seid egoistisch.

    • Ihr seid großzügig.

    • Ihr laßt euch schnell entmutigen.

    • Ihr wollt andere glücklich machen.

    • Ihr wollt es jemand heimzahlen.

    • Ihr vergebt schnell und seid freundlich.

    • Ihr freut euch, wenn anderen etwas gelingt.

  5. 5.

    Schreiben Sie auf mehrere Zettel, was wir tun können, um den Geist einzuladen. Es sollte etwas sein, was die Kinder pantomimisch darstellen können. Legen Sie alle Zettel in einen Behälter. Jedes Kind darf einen Zettel nehmen und das Genannte pantomimisch darstellen. Die anderen Kinder sollen erraten, worum es sich handelt.

    Vorschläge:

    • Die heiligen Schriften lesen.

    • Beten.

    • Jemand eine Freude machen (beispielsweise das Geschirr abwaschen oder mit dem Baby spielen).

    • In der Kirche andächtig sein.

    Sie können die Kinder einen dieser Vorschläge auswählen lassen, den sie dann in der kommenden Woche in die Tat umsetzen. Geben Sie den Kindern Bleistifte und Papier, damit sie aufschreiben können, was sie ausgesucht haben. Bitten Sie die Kinder, das Blatt so aufzubewahren, daß sie daran erinnert werden, ihr Vorhaben auch auszuführen.

  6. 6.

    Singen Sie mit den Kindern „Such, denke und bet’“ (Darbietung der Kinder in der Abendmahlsversammlung, 1988), oder sagen Sie gemeinsam den Text auf. Bespre- chen Sie, was dieses Lied darüber aussagt, wie wir ein Zeugnis erlangen können.

  7. 7.

    Singen Sie mit den Kindern „Die leise Stimme“ (Sing mit mir, B–92), oder sagen Sie gemeinsam den Text auf. Sprechen Sie darüber, wie der Heilige Geist zu uns spricht. Die Kinder sollen begreifen, daß wir den Heiligen Geist selten laut sprechen hören. Gewöhnlich zeigt uns der Heilige Geist durch ein Gefühl oder einen Gedanken, der uns in den Sinn kommt, was richtig ist.

Zum Abschluß

Zeugnis

Geben Sie Zeugnis davon, wie der Heilige Geist Ihr Leben beeinflußt hat, indem er Ihnen geholfen hat, ein Zeugnis zu erlangen, und Ihnen Trost und Führung gegeben hat. Machen Sie den Kindern bewußt, welch großer Segen der Heilige Geist für sie sein kann.

Ermutigen Sie die Kinder, ihre Eltern zu bitten, daß sie ihnen von einem Erlebnis mit dem Heiligen Geist erzählen.

Vorschlag für das Schriftstudium zu Hause

Bitten Sie die Kinder, zu Hause als Wiederholung LuB 8:2,3 und 9:8,9 zu lesen.

Vorschlag für die Beteiligung der Familie

Fordern Sie die Kinder auf, ihrer Familie etwas von dem zu berichten, was sie heute gelernt haben, indem sie zu Hause eine Geschichte erzählen, eine Frage stellen, eine Aktivität durchführen oder mit der Familie die Schriftstelle lesen, die für das Schriftstudium zu Hause vorgeschlagen wurde.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet.