Lektion 13: Jesus Christus heilt die Kranken

Leitfaden 7: Neues Testament, (1997), 44–46


Ziel

In jedem Kind den Wunsch wecken, seinen Mitmenschen Liebe und Mitgefühl entgegenzubringen, wie Jesus es tat, als er die Kranken heilte.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Studieren Sie gebeterfüllt Matthäus 8:5–10, 13; 25:34–40; Markus 1:40–45; Lukas 4:38–40; 7:11–17; und Johannes 4:46–54; 13:34–35. Befassen Sie sich dann mit der Lektion, und überlegen Sie, wie Sie den Kindern die Abschnitte aus der Schrift vermitteln wollen. (Siehe „Die Unterrichtsvorbereitung“, Seite VI, und „Die Abschnitte aus den heiligen Schriften lehren“, Seite VII).

  2. 2.

    Überlegen Sie, welche Fragen und welche Vorschläge für Aktivitäten sich am besten dafür eignen, die Kinder in den Unterricht einzubeziehen, damit sie das Unterrichtsziel erreichen.

  3. 3.

    Sie brauchen: Die Bibel oder das Neue Testament für jedes Kind.

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Das Interesse wecken

Erzählen Sie die folgende Geschichte über Heber J. Grant, der später der siebte Präsident der Kirche wurde.

Heber zog seinen dünnen Mantel fester um sich und zitterte vor Kälte. Bald hatte er Geburtstag, und er wünschte sich nichts anderes als einen warmen Mantel. Aber sie waren zu arm, um einen Mantel kaufen zu können. Manchmal gingen sie ganz früh zu Bett, weil sie kein Heizmaterial hatten, um das Haus warm zu halten, und manchmal war er hungrig, weil sie nicht genug zu essen hatten. Hebers Mutter arbeitete oft bis spät in die Nacht und nähte Kleidung für andere Leute, um Geld zu verdienen.

An Hebers Geburtstag schenkte ihm seine Mutter einen wunderschönen Mantel, den sie aus Stoffresten genäht hatte. Heber konnte es kaum erwarten, nach draußen zu gehen und die Wärme des Mantels zu spüren.

Ein paar Wochen später sah Heber einen Jungen weinen, der gerade so groß war wie er. Er trug nur einen Pullover, und Heber wußte, wie kalt ihm sein mußte. Der Junge blickte sehnsüchtig auf Hebers Mantel. Heber blieb stehen und zog, fast ohne nachzudenken, den Mantel aus und gab ihn dem Jungen.

Am Nachmittag sah seine Mutter, daß er seinen alten Mantel trug. Sie fragte: „Was hast du mit deinem neuen Mantel gemacht?“ Heber wußte nicht, wie er es ihr sagen sollte. Dann sagte er: „Ich sah einen Jungen, der ihn dringender brauchte als ich, also gab ich ihn ihm.“

„Hättest du ihm nicht deinen alten geben können?“ fragte sie.

Heber schaute seine Mutter an und hoffte, sie würde ihn verstehen. Da sah er, wie sich ihre Augen mit Tränen füllten. Er umarmte sie, während sie sich ihre Frage selbst beantwortete. „Natürlich konntest du das nicht, Heber“, sagte sie. „Natürlich konntest du das nicht.“ (Nach: „The Coat“, erzählt von Lucile C. Reading, Children’s Friend, November 1966, Seite 5.)

Bitten Sie die Kinder, sich vorzustellen, wie Heber wohl zumute war, als er den Jungen weinen sah, weil ihm so kalt war. Erklären Sie, daß Heber Liebe und Mitgefühl für den Jungen empfand. Jesus möchte, daß wir unsere Mitmenschen lieben, wie Präsident Grant es getan hat. Erklären Sie, daß die Kinder in dieser Lektion erfahren, wie Jesus Liebe und Mitgefühl zeigte, indem er die Kranken heilte.

Alternate Das Interesse wecken

Schreiben Sie jedes Wort aus Johannes 13:34 jeweils auf einen Zettel. Mischen Sie die Zettel, und bitten Sie die Kinder, sie in der richtigen Reihenfolge aneinanderzureihen. Sie können dabei auch ihre heiligen Schriften zu Hilfe nehmen.

Aus der heiligen Schrifts

Erzählen Sie die folgenden Berichte darüber, wie Jesus auf wunderbare Weise Kranke heilte. „Die Abschnitte aus den heiligen Schriften lehren“, Seite VII.) Vermitteln Sie den Kindern, daß Jesus große Liebe und tiefes Mitgefühl für die Kranken empfand.

  1. 1.

    Die Heilung des Dieners des Hauptmanns (Matthäus 8:5–10, 13). Erklären Sie, daß der Hauptmann ein Offizier der römischen Armee war, der viele Soldaten unter sich hatte. Er hatte von Jesus gehört und glaubte an ihn.

  2. 2.

    Die Heilung eines Aussätzigen (Markus 1:40–45). Erklären Sie, daß Aussatz eine schreckliche Hautkrankheit war. Da Aussatz als sehr ansteckend galt, wurde es den Aussätzigen oft nicht gestattet, in den Städten zu leben, und sie wurden von den Gesunden gemieden.

  3. 3.

    Die Heilung der Schwiegermutter des Petrus und vieler anderer (Lukas 4:38–40).

  4. 4.

    Die Auferweckung des Sohnes einer Witwe (Lukas 7:11–17).

  5. 5.

    Die Heilung des Sohnes des königlichen Beamten (Johannes 4:46–54).

Besprechen/Fragen

Lesen Sie bei der Unterrichtsvorbereitung die folgenden Fragen sowie die angegebenen Schriftstellen. Entscheiden Sie sich für die Fragen, die den Kindern Ihrer Ansicht nach die Schriftstellen am besten veranschaulichen und ihnen zeigen, wie sie die gelernten Grundsätze anwenden können. Wenn Sie die Schriftstellen im Unterricht gemeinsam lesen und besprechen, können die Kinder neue Erkenntnisse gewinnen.

  • Warum hat Jesus wohl diese Wunder vollbracht? (Markus 1:41; Lukas 7:13; Johannes 9:1–3.)

  • Inwiefern waren diese Heilungen für die betreffenden Menschen ein Segen? (Lukas 7:2, 12; Johannes 4:52–53.)

  • Welche Eigenschaften müssen wir entwickeln, wenn wir dem Beispiel des Erretters in diesen Schilderungen folgen wollen? (Johannes 13:34–35. Sie können den Kindern Zeit geben, diese Verse zu unterstreichen.) Wie können wir Menschen, die Hilfe brauchen, Liebe, Mitgefühl und Anteilnahme erweisen? Bitten Sie die Kinder, zu erzählen, wie sie sich gefühlt haben, als ihnen einmal jemand geholfen hat.

  • Kannte Jesus alle die Menschen, die er heilte? (Matthäus 8:5–8.) Was lernen wir daraus? Wem sollen wir helfen, wenn wir sehen, daß jemand Hilfe braucht?

  • Nachdem Jesus den Aussätzigen geheilt hatte, bat er ihn um etwas. Worum bat er ihn? (Markus 1:43–44.) Was lernen wir daraus? Wie sollen wir anderen helfen?

  • Warum kommen wir dem himmlischen Vater und Jesus näher, wenn wir jemand helfen, der Hilfe braucht? (Matthäus 25:45.) Wie fühlt ihr euch, wenn ihr jemand helft? Bitten Sie die Kinder, zu erzählen, wie sie einmal jemand geholfen haben, der Hilfe gebraucht hat, oder wie ihnen jemand geholfen hat.

Zur Vertiefung

Sie können einen oder mehrere der folgenden Vorschläge während des Unterrichts oder als Wiederholung, Zusammenfassung oder Auftrag verwenden.

  1. 1.

    Lassen Sie ein Kind 1 Johannes 3:18 lesen. Erklären Sie, daß es in diesem Vers heißt, daß wir anderen Menschen nicht nur sagen sollen, daß wir sie lieben, sondern daß wir unsere Liebe auch durch unsere Taten zeigen sollen. Durch das, was wir für jemand tun, zeigen wir ihm, daß wir ihn lieben. Lassen Sie die Kinder im Rollenspiel darstellen, wie sie ihrer Familie und ihren Freunden ihre Liebe zeigen können.

  2. 2.

    Lassen Sie ein Kind das folgende Zitat von Präsident Spencer W. Kimball vorlesen: „Gott achtet auf uns und wacht über uns. Aber gewöhnlich gibt er uns das, was wir brauchen, durch einen anderen Menschen.“ (“Small Acts of Service,” Ensign, Dezember 1974, Seite 5). Bitten Sie jedes Kind, zu erzählen, wie ihm der himmlische Vater einmal durch einen anderen Menschen das gegeben hat, was es gebraucht hat. Sie können den Kindern auch von einem Menschen erzählen, den Sie kennen und der jemand geholfen hat, der in Not war. Betonen Sie, daß der Betreffende Liebe, Mitgefühl und Interesse für seine Mitmenschen entwickelt hat und diese Liebe durch seine guten Taten zeigt.

  3. 3.

    Lassen Sie die Kinder die folgenden Schriftstellen über den Dienst am Nächsten lesen: Matthäus 25:34–40 und Mosiah 2:17–18, 4:14–15. Stellen Sie gemeinsam eine Liste darüber auf, was wir laut diesen Schriftstellen für unsere Mitmenschen tun sollen. Lassen Sie die Kinder überlegen, was sie während der kommenden Woche für jemand anders tun wollen.

  4. 4.

    Teilen Sie die Klasse in kleine Gruppen ein, und geben Sie jeder Gruppe eine oder mehrere der folgenden Situationen. Sie können sich auch Situationen ausdenken. Lassen Sie die Kinder im Rollenspiel darstellen, wie sie diesen Menschen Liebe und Mitgefühl entgegenbringen und ihnen dienen können.

    Ein Kind kommt neu in die PV und kennt niemanden.

    Ein Kind aus deiner PV-Klasse wird krank.

    Dein Freund/deine Freundin ist kein Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.

    Jemand aus deiner Gemeinde oder deinem Zweig ist einsam.

    Deine Eltern haben viel zu tun und bitten dich, auf deinen kleinen Bruder oder deine kleine Schwester aufzupassen.

    Jemand ist unfreundlich zu deinem Freund/deiner Freundin.

Zum Abschluß

Zeugnis

Bringen Sie Ihre Dankbarkeit für das Leben und das Beispiel des Erretters zum Ausdruck. Bezeugen Sie, daß wir die Lehren Jesu befolgen, wenn wir unseren Mitmenschen Mitgefühl und Liebe entgegenbringen. Schlagen Sie den Kindern vor, daß sie sich während der kommenden Woche bemühen sollen, ihrer Familie und anderen mehr Liebe zu zeigen und ihnen durch kleine gute Taten zu dienen.

Vorschlag für das Schriftstudium zu Hause

Bitten Sie die Kinder, zu Hause als Wiederholung Markus 1:40–45 und Lukas 7:11–17 zu lesen.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet.