Lektion 19: Die Gleichnisse vom verlorenen Schaf, von der verlorenen Drachme und vom verlorenen Sohn

Leitfaden 7: Neues Testament, (1997), 63–65


Ziel

In jedem Kind den Wunsch wecken, denen, die weniger aktiv sind, zu helfen, in der Kirche Jesu Christi wieder ganz aktiv zu werden.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Studieren Sie gebeterfüllt Lukas 15, Matthäus 18:12–14, und Lehre und Bündnisse 18:10–11. Befassen Sie sich dann mit der Lektion, und überlegen Sie, wie Sie den Kindern die Abschnitte aus der Schrift vermitteln wollen. (Siehe „Die Unterrichtsvorbereitung“, Seite VI, und „Die Abschnitte aus den heiligen Schriften lehren“, Seite VII.)

  2. 2.

    Überlegen Sie, welche Fragen und welche Vorschläge für Aktivitäten sich am besten dafür eignen, die Kinder in den Unterricht einzubeziehen, damit sie das Unterrichtsziel erreichen.

  3. 3.

    Sie brauchen:

    1. a.

      Die Bibel oder das Neue Testament für jedes Kind.

    2. b.

      Bild 7-19, „Der gute Hirt“; Bild 7-20, „Der verlorene Sohn“ (62155 150).

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Das Interesse wecken

Erzählen Sie den Kindern, wie Sie (oder jemand, den Sie kennen) einmal etwas sehr Wertvolles verloren haben und es dann wiedergefunden haben. Erklären Sie den Kindern, warum dieser Gegenstand wertvoll für Sie war, was Sie empfanden, als sie ihn verloren hatten, was sie taten, um ihn wiederzufinden, und was Sie empfanden, als er wiedergefunden wurde. Wenn möglich, können Sie den Gegenstand mitbringen und den Kindern zeigen. Bitten Sie die Kinder, zu erzählen, wie sie einmal etwas Wertvolles verloren und dann wiedergefunden haben.

Aus der heiligen Schrifts

Erzählen Sie die Gleichnisse vom verlorenen Schaf, von der verlorenen Drachme und vom verlorenen Sohn; zeigen Sie dabei auch die entsprechenden Bilder. (Vorschläge dazu siehe „Die Abschnitte aus den heiligen Schriften lehren“, Seite VII.) Erklären Sie den Kindern, daß diese Gleichnisse, wie die Gleichnisse vom Sämann und vom Unkraut unter dem Weizen, einen wichtigen Evangeliumsgrundsatz lehren.

Besprechen/Fragen

Lesen Sie bei der Unterrichtsvorbereitung die folgenden Fragen sowie die angegebenen Schriftstellen. Entscheiden Sie sich für die Fragen, die den Kindern Ihrer Ansicht nach die Schriftstellen am besten veranschaulichen und ihnen zeigen, wie sie die gelernten Grundsätze anwenden können. Wenn Sie die Schriftstellen im Unterricht gemeinsam lesen und besprechen, können die Kinder neue Erkenntnisse gewinnen.

  1. 1.

    Die Gleichnisse vom verlorenen Schaf und von der verlorenen Drachme

    • Warum war der Hirte um eines von hundert Schafen so besorgt, und warum war die Frau an einer von zehn Münzen so interessiert? (Lukas 15:4, 8.) Erklären Sie, daß die Leute damals im allgemeinen arm waren und eine Münze oder ein Schaf sehr wertvoll für sie war. Ebenso sind alle Kinder des himmlischen Vaters in seinen Augen wertvoll. Warum ist jeder von uns für den himmlischen Vater wertvoll?

    • Wie ist wohl das Schaf verlorengegangen? Wie ist wohl die Münze verlorengegangen? Wie können wir oder jemand, den wir kennen, verlorengehen? Vermitteln Sie den Kindern, daß man auch von Menschen, die die Gebote nicht befolgen und etwas tun, was sie unwürdig macht, zum himmlischen Vater zurückzukehren, auch sagt, sie seien verlorengegangen.

    • Was tat der Hirte mit dem Schaf, als er es gefunden hatte? (Lukas 15:5.) Wie zeigte er durch sein Verhalten, daß er das Schaf liebte? Wen stellt der Hirte dar? Wen stellen die Schafe dar?

    • Was tat die Frau, um die verlorengegangene Münze zu finden? (Lukas 15:8.) Was hat Jesus Christus getan, um denen zu helfen, die verlorengehen und die Gebote nicht halten? (LuB 18:10–11.) Wie können wir denen helfen, die vielleicht verlorengegangen sind?

    • Was taten der Hirte und die Frau, als sie das Schaf und die Münze gefunden hatten? (Lukas 15:6, 9.) Wie würdet ihr euch fühlen, wenn ihr jemand geholfen hättet, umzukehren und zu Jesus Christus zurückzukommen?

    • Warum herrscht wohl im Himmel und bei den Engeln Freude, wenn jemand umkehrt? (Lukas 15:7, 10.)

  2. 2.

    Das Gleichnis vom verlorenen Sohn

    • Was tat der verlorene Sohn mit seinem Erbteil? (Lukas 15:12–13.) Was bedeutet „zügelloses Leben“? Warum entscheiden sich manche Menschen für die-se Lebensweise? Wie war dem Vater wohl zumute, als sein Sohn fort war? Wie würdet ihr euch fühlen, wenn sich jemand in eurer Familie wie der verlorene Sohn verhielte? (Nehmen Sie Rücksicht auf die Kinder, die vielleicht in der Familie jemanden haben, der die Gebote nicht hält.)

    • Was tat der verlorenen Sohn, um Essen zu bekommen, als er kein Geld mehr hatte? (Lukas 15:14–16.)

    • Was bedeutet „da ging er in sich“? (Lukas 15:17.) Wie trugen sein Leid und seine Traurigkeit wohl dazu bei, daß er den Wunsch hatte, umzukehren?

    • Warum entschloß sich der Sohn wohl, zu seinem Vater zurückzukehren? (Lukas 15:17–19.) Was für ein Herr war sein Vater? (Lukas 15:17.)

    • Was empfand der Vater, als sein Sohn nach Hause kam? (Lukas 15:20.) Was tat er für seinen Sohn? (Lukas 15:22–24.)

    • Was empfand der ältere Sohn, als er hörte, daß sein jüngerer Bruder heimgekommen war? (Lukas 15:28–30.) Warum ist es wichtig, daß wir ein Familienmitglied, das die Gebote nicht hält, weiterhin lieben?

    • Was versprach der Vater dem älteren Bruder? (Lukas 15:31.) Welches Beispiel gab der Vater im Hinblick darauf, wie man diejenigen behandeln soll, die gesündigt haben, jedoch umgekehrt sind? (Lukas 15:32.) Wie fühlt ihr euch, wenn ihr seht, daß jemand umkehrt, sich vom Falschen abwendet und das Rechte tut? Wie sollen wir Menschen behandeln, die die Gebote nicht gehalten haben, denen es aber aufrichtig leid tut?

Zur Vertiefung

Sie können einen oder mehrere der folgenden Vorschläge während des Unterrichts oder als Wiederholung, Zusammenfassung oder Auftrag verwenden.

  1. 1.

    Lassen Sie die Kinder überlegen, wie sie einem weniger aktiven Kind helfen könnten. (Mögliche Antworten sind: freundlich zu ihm sein, ein gutes Beispiel geben, es zu Kirchenaktivitäten einladen, gemeinsam etwas unternehmen und so weiter.)

  2. 2.

    Erzählen Sie die folgende Geschichte:

    Der zehnjährige Joshua Dennis ging einmal mit seinem Vater und anderen in eine verlassene Mine, um sie zu erforschen. Er verhielt sich vorsichtig in der Mine, wurde aber von den anderen getrennt und verirrte sich in der Dunkelheit; er hatte weder Essen noch Wasser. Als die anderen merkten, daß er fehlte, fingen sie sofort an, nach ihm zu suchen. Nach einer Weile kamen Hunderte von Menschen, um nach Joshua zu suchen. Tausende fasteten und beteten dafür, daß man ihn unversehrt finden würde. Fünf Tage lang suchte man nach ihm, konnte ihn aber nicht finden. Ein Experte, der die Mine kannte, hörte von der Suche und bot seine Hilfe an. Er kannte die Mine so gut, daß er Joshua an einem Ort fand, von dem die anderen gar nicht wußten, daß er überhaupt existierte. Als Joshua gefunden wurde, war seine Freude unbeschreiblich. Die Leute bei der Mine und Tausende weitere weinten vor Erleichterung und Freude, als sie hörten, daß Joshua lebte und wohlauf war. (Siehe „Making Friends: Joshua Dennis – A Treasure of Faith“, Friend, November 1990, Seite 20–22).

    Besprechen Sie den Unterschied zwischen den beiden Möglichkeiten, wie man „verlorengehen“ kann, nämlich in physischer und in geistiger Hinsicht. Erklären Sie, daß wir uns um die Rettung eines Menschen, der im geistigen Sinn verlorengegangen ist, ebenso eifrig bemühen müssen wie um die Rettung eines Menschen, der sich irgendwo verirrt hat oder vermißt wird.

  3. 3.

    Machen Sie das folgende Spiel. Bitten Sie ein Kind, sich einen Ort zu überlegen, an dem es sich verirren könnte, und diesen Ort auf einen Zettel zu schreiben oder dem Lehrer/der Lehrerin ins Ohr zu flüstern. Die anderen Kinder stellen Fragen, die mit „ja“ oder „nein“ beantwortet werden können, um herauszufinden, um welchen Ort es sich handelt. (Sind dort viele Leute? Ist es in den Bergen? Ist es unterhalb von etwas?) Vermitteln Sie den Kindern, daß es Zeit und Anstrengung erfordert, jemand, der verlorengegangen ist, wiederzufinden, vor allem, wenn jemand im geistigen Sinn verlorengegangen ist.

  4. 4.

    Lernen Sie mit den Kindern Lehre und Bündnisse 18:10.

Zum Abschluß

Zeugnis

Sagen Sie den Kindern, daß Sie daran glauben, daß der himmlische Vater jedes seiner Kinder liebt und daß wir ihm alle wichtig sind. Betonen Sie, daß der himmlische Vater und Jesus Christus möchten, daß wir denen, die verlorengegangen sind, helfen, zu ihnen zurückzukommen.

Vorschlag für das Schriftstudium zu Hause

Bitten Sie die Kinder, zu Hause als Wiederholung Lukas 15:11–32 zu lesen.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet.