Lektion 22: Der unbarmherzige Gläubiger

Leitfaden 7: Neues Testament, (1997), 72–74


Ziel

In jedem Kind den Wunsch wecken, vergebungsbereit zu sein.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Studieren Sie gebeterfüllt Matthäus 18:21–35; 6:12, 14–15; und Lehre und Bündnisse 58:42. Befassen Sie sich dann mit der Lektion, und überlegen Sie, wie Sie den Kindern die Abschnitte aus der Schrift vermitteln wollen. (Siehe „Die Unterrichtsvorbereitung“, Seite VI, und „Die Abschnitte aus den heiligen Schriften lehren“, Seite VII.)

  2. 2.

    Zusätzlicher Lesestoff: Epheser 4:32, Lehre und Bündnisse 64:8–10, und Jakobus E. Talmage, Jesus the Christ, pp. 392–97 (if available).

  3. 3.

    Überlegen Sie, welche Fragen und welche Vorschläge für Aktivitäten sich am besten dafür eignen, die Kinder in den Unterricht einzubeziehen, damit sie das Unterrichtsziel erreichen.

  4. 4.

    Sie brauchen: Die Bibel oder das Neue Testament für jedes Kind.

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Das Interesse wecken

Bitten Sie ein Kind, die Zahl siebenundsiebzig an die Tafel zu schreiben.

Bitten Sie ein Kind, Matthäus 18:21,22 zu lesen. Matthäus 18:21–22.

Erklären Sie, daß uns die Zahl siebenundsiebzig etwas Wichtiges über Vergebung lehrt. Jesus lehrte uns, daß wir immer bereit sein sollen, jemandem zu vergeben.

Aus der heiligen Schrift

Erzählen Sie anhand von Matthäus 18:21–35. die Geschichte vom unbarmherzigen Gläubiger. (Vorschläge dazu siehe „Die Abschnitte aus den heiligen Schriften lehren“, Seite VII.) Diese Geschichte läßt sich gut nachspielen. Sie können die Verse vorlesen (oder sie von einem Kind vorlesen lassen), während die Kinder die Rolle des Königs, des unbarmherzigen Dieners, des anderen Dieners und der übrigen Diener übernehmen.

Besprechen/Fragen

Lesen Sie bei der Unterrichtsvorbereitung die folgenden Fragen sowie die angegebenen Schriftstellen. Entscheiden Sie sich für die Fragen, die den Kindern Ihrer Ansicht nach die Schriftstellen am besten veranschaulichen und ihnen zeigen, wie sie die gelernten Grundsätze anwenden können. Wenn Sie die Schriftstellen im Unterricht gemeinsam lesen und besprechen, können die Kinder neue Erkenntnisse gewinnen.

  • Was hatte der König zunächst mit dem Diener vor, der ihm 10 000 Talente schuldete? (Matthäus 18:25.) Erklären Sie, daß ein Talent eine große Summe Geld war. (Nähere Erläuterungen dazu siehe die Fußnote in der Bibel.)

  • Warum änderte der König seine Meinung? (Matthäus 18:26.) Was empfand er für seinen Diener? (Matthäus 18:27.) Was bedeutet es, Mitleid zu haben?

  • Was tat der Diener, nachdem der König ihm die Schuld erlassen hatte? (Matthäus 18:28.) Worum bat der Diener, der dem ersten 100 Denare (einen geringen Betrag) schuldete, den Diener, der dem König 10 000 Talente geschuldet hatte? (Matthäus 18:29.) Wie reagierte dieser auf das Flehen des anderen Dieners? (Matthäus 18:30.) Was tat der König, als er herausfand, was geschehen war? (Matthäus 18:31–34.)

  • Inwiefern gleichen wir manchmal dem unbarmherzigen Diener? Dem König? Wie fühlt ihr euch, wenn ihr anderen vergebt? Wenn ihr nicht vergebt?

  • Zwischen den Schulden der beiden Diener war ein großer Unterschied. Was lernen wir daraus?

  • Was wollte Jesus die Menschen lehren, als er ihnen das Gleichnis vom unbarmherzigen Gläubiger erzählte? Was müssen wir laut seiner Aussage tun, um Vergebung zu erlangen? (Matthäus 18:35.)

Fragen Sie die Kinder, ob sie sich an den Satz in dem Gebet, das Jesus in der Bergpredigt lehrte, erinnern können, in dem es um Vergebung geht. Lassen Sie sie Matthäus 6:12 aufschlagen, und lesen Sie gemeinsam den Vers. Lesen Sie außerdem vers 14 und 15.

  • Bitten Sie die Kinder, zu überlegen, ob sie schon einmal unfreundlich behandelt wurden. Wie habt ihr euch gefühlt? Was habt ihr getan? Was sollen wir in einer solchen Situation tun? Was hat Jesus Christus uns gelehrt? War es leicht zu vergeben? Wie können wir vergebungsbereit sein? Erklären Sie, daß niemand einem anderen Menschen wehtun darf und daß die Kinder sich ihren El-tern oder einem anderen Erwachsenen, dem sie vertrauen, oder dem Bischof anvertrauen sollen, wenn ihnen jemand wehgetan hat.

  • Wie würdet ihr euch fühlen, wenn ihr euch für etwas entschuldigen würdet, was ihr einem Freund oder jemand in der Familie angetan habt, und der Betreffende nicht bereit wäre, euch zu vergeben?

  • Was wird der Herr tun, wenn wir etwas Falsches tun, dann aber umkehren und ihn um Vergebung bitten? (LuB 58:42.)

  • Was sagte Jesus, als Petrus ihn fragte, wie oft er jemand vergeben sollte, der sich gegen ihn versündigt hatte? (Matthäus 18:21–22.) Was wollte Jesus wohl Petrus damit lehren? (Es gibt keine Einschränkung, wie oft wir anderen vergeben sollen.)

Zur Vertiefung

Sie können einen oder mehrere der folgenden Vorschläge während des Unterrichts oder als Wiederholung, Zusammenfassung oder Auftrag verwenden.

  1. 1.

    Geben Sie jedem Kind Papier und Bleistift. Lassen Sie sie auf die eine Seite des Blattes untereinander a, b, c, d, e, f, und g schreiben und die folgenden Fragen über Vergebung beantworten. Alle Fragen können mit „ja“ oder „nein“ beantwortet werden.

    1. a.

      Seid ihr vergebungsbereit, wenn ihr sagt: „Ich vergebe dir, aber ich werde nie vergessen, was du getan hast“?

    2. b.

      Seid ihr vergebungsbereit, wenn ihr euch darüber freut, daß jemand, der unfreundlich zu euch war, ein Unglück zugestoßen ist?

    3. c.

      Seid ihr vergebungsbereit, wenn euer Bruder oder eure Schwester euch schlägt und ihr nicht böse werdet?

    4. d.

      Seid ihr vergebungsbereit, wenn ihr es jemandem heimzahlen wollt, der unfreundlich zu euch war?

    5. e.

      Seid ihr vergebungsbereit, wenn ihr nicht mehr mit jemandem redet, der unfreundlich zu euch war?

    6. f.

      Seid ihr vergebungsbereit, wenn ihr euch für jemanden einsetzt, der unfreundlich zu euch war?

    7. g.

      Seid ihr vergebungsbereit, wenn ihr schlecht von jemandem redet, der eurer Meinung nach unfreundlich zu euch war?

    Besprechen Sie, was Vergebung bedeutet und wie wichtig sie ist, wenn Sie die Antworten zu diesen Fragen besprechen.

  2. 2.

    Lassen Sie ein Kind Lehre und Bündnisse 64:8–10. lesen. Teilen Sie diese Verse in einzelne Sätze und Satzteile auf, und lassen Sie jedes Kind einen dieser Sätze oder Satzteile erklären. Sie können auch die Klasse in Gruppen einteilen und jede Gruppe besprechen lassen, was diese Schriftstelle bedeutet. Danach sollen die Kinder ihre Gedanken mitteilen. Vermitteln Sie ihnen, daß uns geboten worden ist, jedem zu vergeben.

  3. 3.

    Ermutigen Sie die Kinder, Lehre und Bündnisse 64:10 oder Matthäus 6:14–15 auswendig zu lernen.

  4. 4.

    Singen Sie „Hilf mir, o Vater“ (Liederbuch für Kinder, Seite 52), oder sagen Sie den Text auf.

Zum Abschluß

Zeugnis

Geben Sie Zeugnis davon, wie wichtig es ist, anderen zu vergeben, wie Jesus es gelehrt hat. Machen Sie den Kindern bewußt, daß sie, wenn sie anderen vergeben, würdig sind, vom himmlischen Vater Vergebung zu erlangen.

Vorschlag für das Schriftstudium zu Hause

Bitten Sie die Kinder, zu Hause als Wiederholung Matthäus 18:21–35 zu lesen.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet.