Lektion 23: Der gute Hirt

Leitfaden 7: Neues Testament, (1997), 75–77


Ziel

Die Kinder lehren, Jesus zu vertrauen, weil er der gute Hirt ist.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Studieren Sie gebeterfüllt Johannes 10:1–18, Markus 10:13–16, und 3 Nephi 11:37–38. Befassen Sie sich dann mit der Lektion, und überlegen Sie, wie Sie den Kindern die Abschnitte aus der Schrift vermitteln wollen. (Siehe „Die Unterrichtsvorbereitung“, Seite VI, und „Die Abschnitte aus den heiligen Schriften lehren“, Seite VII.)

  2. 2.

    Zusätzlicher Lesestoff: Matthäus 19:13–15 und Lukas 18:15–17.

  3. 3.

    Überlegen Sie, welche Fragen und welche Vorschläge für Aktivitäten sich am besten dafür eignen, die Kinder in den Unterricht einzubeziehen, damit sie das Unterrichtsziel erreichen.

  4. 4.

    Sie brauchen:

    1. a.

      Die Bibel oder das Neue Testament für jedes Kind.

    2. b.

      Das Buch Mormon für jedes Kind.

    3. c.

      Bild 7-19, „Der gute Hirt“; Bild 7-24, „Christus und die Kinder“ (Bild 216 in Bilder zum Evangelium; 62467 150).

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Das Interesse wecken

Erklären Sie den Kindern, daß Sie ihnen bestimmte Aufgaben nennen wollen, die eine Person hat. Sagen Sie ihnen, daß sie nacheinander aufzählen werden, was diese Person tut. Wenn die Kinder meinen, sie wüßten, was diese Person tut, sollen sie nach vorn kommen und Ihnen die Antwort ins Ohr flüstern. Stimmt die Ant-wort, dürfen sie stehen bleiben. Stimmt die Antwort nicht, setzen sie sich wieder hin. Verwenden Sie Hinweise wie die folgenden:

  • Ich arbeite im Freien.

  • Ich bin sehr besorgt um diejenigen, die in meiner Obhut sind.

  • Manchmal muß ich wilde Tiere oder Diebe abwehren.

  • Ich muß sehr aufmerksam sein.

  • Ich muß die Jungen beschützen.

  • Ich muß nach denjenigen suchen, die verlorengegangen sind.

  • Die, über die ich wache, kennen meine Stimme und folgen mir.

  • Ich suche für diejenigen, die in meiner Obhut sind, nach guten Weiden und klarem Wasser.

  • Engel verkündeten die Geburt Jesu Christi einigen Menschen, die diese Aufgaben hatten.

  • Ich hüte Schafe.

Wenn alle Kinder wissen, daß es sich um einen Hirten handelt, dürfen sie sich wieder auf ihren Platz setzen. Erklären Sie, daß die Kinder im Lauf des Unterrichts mehr über den guten Hirten erfahren, nämlich Jesus Christus.

Aus der heiligen Schrift

Zeigen Sie das Bild „Der gute Hirt“. Erklären Sie, daß der Hirt symbolisiert, welche Beziehung Jesus zu seinen Jüngern hat, da sich ein guter Hirt aufopfernd um seine Schafe kümmert. In biblischen Zeiten wurden die Herden am Abend in einen Pferch getrieben (hohe Mauern, die oben mit Dornen versehen waren, hielten Wölfe davon ab, hineinzuspringen) und die Hirten übernahmen abwechselnd die Wache, indem sie sich quer über den offenen Eingang legten und so buchstäblich zum Tor beziehungsweise zur Tür wurden (Johannes 10:7, 9). Wenn es einem wilden Tier gelang, über die Mauern zu springen, gab der Hirte sogar sein Leben, wenn es notwendig war, um die Schafe zu schützen. Wenn die Hirten am Morgen ihre Herden riefen, kannte jedes Schaf den Ruf seines Herrn. Wenn ein Schaf sicher sein wollte, mußte es sich eng an seinen Herrn halten, der es zu einer guten Weide führte.

Erzählen Sie den Kindern anhand von Johannes 10:1–6 das Gleichnis vom guten Hirten.

(Vorschläge dazu siehe „Die Abschnitte aus den heiligen Schriften lehren“, Seite VII.)

Besprechen/Fragen

Lesen Sie bei der Unterrichtsvorbereitung die folgenden Fragen sowie die angegebenen Schriftstellen. Entscheiden Sie sich für die Fragen, die den Kindern Ihrer Ansicht nach die Schriftstellen am besten veranschaulichen und ihnen zeigen, wie sie die gelernten Grundsätze anwenden können. Wenn Sie die Schriftstellen im Unterricht gemeinsam lesen und besprechen, können die Kinder neue Erkenntnisse gewinnen.

  • Warum folgen die Schafe ihrem Hirten? (Johannes 10:4.) Was bedeutet es wohl, „seine Stimme zu kennen“? Wessen Stimme müssen wir kennen? Wie können wir die Stimme des Erretters kennenlernen?

  • Wer sind heute im geistigen Sinn Diebe und Räuber? (Johannes 10:1; Joseph Smith Translation, Johannes 10:8.) (Überlegen Sie mit den Kindern, wer oder was die Kinder beeinflussen könnte, sich von ihrem Hirten, nämlich Jesus, abzuwenden.) Warum wurden die Schafe nicht von „Dieben und Räubern“ weggeführt? (Johannes 10:8.) Wie können wir uns vor bösen Einflüssen schützen? Wer kann mithelfen, uns vor diesen Einflüssen zu schützen? (Der Heilige Geist, der Prophet, Eltern, gute Freunde, Lehrer, der Bischof.)

  • Was sagte Jesus, als seine Jünger die Kinder fortschicken wollten? (Johannes 10:9–11.) Wenn Jesus der gute Hirt ist, was sind dann wir? Wie hilft uns das Wissen, daß Jesus der gute Hirt ist, ihm zu folgen?

  • Wie zeigt der gute Hirt seine Liebe für seine Schafe? (Johannes 10:11.) Von wem erhielt Jesus die Macht, sein Leben hinzugeben und es wieder zu nehmen? (Johannes 10:17–18. Er konnte sterben, weil seine Mutter sterblich war. Er konnte sein Leben wieder nehmen, weil sein Vater, der himmlische Vater, unsterblich war.) Was bedeutet es für uns, daß „der gute Hirt … sein Leben … für die Schafe“ hingibt? (Johannes 10:11.) Wie ermöglicht es uns das Sühnopfer Jesu, wieder mit ihm und dem himmlischen Vater zu leben?

Vermitteln Sie den Kindern, daß Jesus Christus unter anderem auch deshalb der gute Hirt ist, weil er freiwillig für unsere Sünden gelitten und sein Leben für uns hingegeben hat. Deshalb werden wir alle auferstehen und wir können umkehren, uns taufen lassen und Vergebung für unsere Sünden erlangen.

Erklären Sie, daß Sie noch eine weitere Geschichte erzählen wollen, die zeigt, wie der gute Hirt sich sonst noch um seine Schafe kümmert. Zeigen Sie das Bild von Christus und den Kindern. Erzählen Sie, wie Jesus die Kinder segnete (siehe Markus 10:13–16).

  • Was sagte Jesus, als seine Jünger die Kinder fortschicken wollten? (Markus 10:14.) Was tat er für die Kinder? (Markus 10:16.) Wie hättet ihr euch gefühlt, wenn ihr eines dieser Kinder gewesen wärt? Warum fällt es uns leichter, Jesus zu folgen, wenn wir wissen, daß er uns liebt?

  • Jesus sagte, wir müssen „wie ein Kind“ werden, wenn wir in das Reich Gottes kommen wollen (Markus 10:15; Mosiah 3:19; 3 Nephi 11:37–38). Was bedeutet es wohl, „wie ein Kind“ zu werden? Wie müßt ihr wohl sein, um ins Himmelreich hineinzukommen? Warum möchte Jesus, daß wir ins Himmelreich hineinkommen?

Zur Vertiefung

Sie können einen oder mehrere der folgenden Vorschläge während des Unterrichts oder als Wiederholung, Zusammenfassung oder Auftrag verwenden.

  1. 1.

    Geben Sie jedem Kind einen mindestens dreißig Zentimeter langen Faden. Bitten Sie die Kinder, den Faden senkrecht vor sich auf den Tisch oder den Boden zu legen und zu versuchen, ihn von sich wegzuziehen. Dann bitten Sie die Kinder, den Faden zu sich herzuziehen. Vergleichen Sie diesen Versuch damit, wie ein Hirte seine Schafe führt (Johannes 10:4). Erklären Sie, daß die Hirten in Israel ihre Schafe führten, indem sie ihnen vorausgingen. In manchen anderen Ländern treiben die Hirten die Schafe vor sich her. Jesus, unser guter Hirt, geht voraus und bittet uns, ihm zu folgen.

  2. 2.

    Lesen und besprechen Sie Psalm 23 mit den Kindern.

  3. 3.

    Teilen Sie die Klasse in kleine Gruppen ein. Sie sollen überlegen, auf welche Weise Jesus seine Liebe für uns gezeigt hat und noch zeigt (Gedanken dazu können sein: er hat für Adams Übertretung gezahlt, er hat für unsere Sünden gelitten, er lehrt uns das Evangelium durch die heiligen Schriften, er ist ein Vorbild, er hilft uns, wenn wir Hilfe brauchen und so weiter). Besprechen Sie, wie wir dadurch wissen können, daß Jesus uns liebt.

  4. 4.

    Lesen und besprechen Sie, wie Jesus die Kinder der Nephiten segnete (3 Nephi 17:12–13, 21–24).

  5. 5.

    Wiederholen Sie die drei ersten Glaubensartikel oder einen davon mit den Kindern.

  6. 6.

    Lernen Sie mit den Kindern Johannes 10:11 auswendig.

  7. 7.

    Singen Sie „Ich spür’, daß er mich liebt“ (Kinderstern, März 1994), oder sagen Sie den Text auf.

Zum Abschluß

Zeugnis

Geben Sie Zeugnis, daß Jesus jeden von uns liebt und möchte, daß wir ihm folgen. Erzählen Sie, wie Sie einmal die Liebe Jesu gespürt haben oder wie Sie gesegnet worden sind, weil sie ihm folgten.

Vorschlag für das Schriftstudium zu Hause

Bitten Sie die Kinder, zu Hause als Wiederholung Johannes 10:1–18 zu lesen.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet.