Lektion 24: Das Opfer der Witwe

Leitfaden 7: Neues Testament, (1997), 78–82


Ziel

Jedes Kind ermutigen, den Zehnten und andere Spenden ehrlich zu zahlen.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Studieren Sie gebeterfüllt Markus 12:41–44, 3 Nephi 24:10, und Lehre und Bündnisse 119:4. Befassen Sie sich dann mit der Lektion, und überlegen Sie, wie Sie den Kindern die Abschnitte aus der Schrift vermitteln wollen. (Siehe „Die Unterrichtsvorbereitung“, Seite VI, und „Die Abschnitte aus den heiligen Schriften lehren“, Seite VII.)

  2. 2.

    Zusätzlicher Lesestoff: Lukas 21:1–4 und Lehre und Bündnisse 64:23.

  3. 3.

    Überlegen Sie, welche Fragen und welche Vorschläge für Aktivitäten sich am besten dafür eignen, die Kinder in den Unterricht einzubeziehen, damit sie das Unterrichtsziel erreichen.

  4. 4.

    Sie brauchen:

    1. a.

      Die Bibel oder das Neue Testament für jedes Kind.

    2. b.

      Zehn Münzen (Sie können auch zehn Kreise an die Tafel zeichnen, die Münzen darstellen).

    3. c.

      Papier und Bleistift für jedes Kind.

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Das Interesse wecken

Zeigen Sie den Kindern zehn Münzen.

  • Wer hätte gern diese Münzen?

  • Wenn ich euch alle diese Münzen geben würde, wärt ihr dann bereit, mir eine zurückzugeben? Warum? Wärt ihr auch bereit, mir zwei oder drei oder sogar alle zurückzugeben?

Erklären Sie, daß der himmlische Vater uns geboten hat, den Zehnten zu zahlen, was bedeutet, daß wir ihm ein Zehntel dessen, was wir verdienen, zurückgeben. Er hat uns auch aufgefordert, weitere Spenden zu geben, beispielsweise das Fastopfer und Spenden für den Missionarsfonds, um sein Werk auf der Erde voranzubringen.

Erinnern Sie die Kinder daran, daß der himmlische Vater und Jesus Christus alles erschaffen haben, was auf der Erde ist. Der himmlische Vater hat uns mit unserem Körper und unserem Verstand gesegnet, so daß wir arbeiten und denken können. Alles, was wir verdienen oder auf der Erde erhalten, ist ein Geschenk von ihm. Der himmlische Vater möchte, daß wir unsere Dankbarkeit, unseren Glauben und unseren Gehorsam dadurch zeigen, daß wir den Zehnten und weitere Spenden an die Kirche zahlen.

Aus der heiligen Schrift

Erzählen Sie die Geschichte vom Opfer der Witwe (Markus 12:41–44). (Vorschläge dazu siehe „Die Abschnitte aus den heiligen Schriften lehren“, Seite VII.) Erklären Sie, daß der himmlische Vater und Jesus den Menschen schon immer geboten haben, den Zehnten zu zahlen, und sie aufgefordert haben, weitere Spenden zu geben, damit die Kirche die notwendigen Mittel erhält.

Besprechen/Fragen

Lesen Sie bei der Unterrichtsvorbereitung die folgenden Fragen sowie die angegebenen Schriftstellen. Entscheiden Sie sich für die Fragen, die den Kindern Ihrer Ansicht nach die Schriftstellen am besten veranschaulichen und ihnen zeigen, wie sie die gelernten Grundsätze anwenden können. Wenn Sie die Schriftstellen im Unterricht gemeinsam lesen und besprechen, können die Kinder neue Erkenntnisse gewinnen.

  • Was warfen die Reichen in den Opferkasten? (Markus 12:41.) Was warf die Wit-we in den Opferkasten? (Markus 12:42. Warum freute sich Jesus viel mehr über das Opfer der Witwe alsüber das der Reichen? (Markus 12:43–44.)

  • Wieviel sollen wir laut dem Gebot des himmlischen Vaters als Zehnten zahlen? (LuB 119:4. Erklären Sie, daß mit „Ertrag“ all das Geld gemeint ist, daß wir verdienen. Teilen Sie Papier und Bleistifte aus, und zeigen Sie den Kindern, wie man den Zehnten ausrechnet.) Was bedeutet es, den Zehnten ehrlich zu zahlen?

  • Wieviel sollen wir gemäß dem Willen des himmlischen Vaters als Fastopfer zahlen? Wieviel sollen wir für den Missionarsfonds zahlen? Vermitteln Sie den Kindern, daß uns zwar ein bestimmter Betrag geboten wurde, den wir als Zehnten zahlen sollen, daß wir aber selbst entscheiden, wieviel wir als Fastopfer zahlen oder für den Missionarsfonds spenden, je nachdem, was wir haben und brauchen. Der himmlische Vater hat uns nur gebeten, großzügig zu sein, denn je mehr wir geben, desto mehr zeigen wir, daß wir uns verpflichtet haben, das Werk des himmlischen Vaters zu tun.

  • Wie können wir sonst noch mithelfen, das Werk des himmlischen Vaters voranzubringen? (Exodus 25:1–8; LuB 124:26–27.)Erklären Sie, daß die Mitglieder zu allen Zeiten aufgefordert wurden, zum Tempelbau beizutragen. Heute werden überall auf der Welt Tempel gebaut, und wir können große Segnungen empfangen, wenn wir mit dazu beitragen, falls wir in einem Gebiet leben, wo ein neuer Tempel gebaut wird.

  • Warum fordert der Herr uns auf, den Zehnten zu zahlen? Welche Segnungen erhalten wir, wenn wir den ganzen Zehnten zahlen? (3 Nephi 24:10.) Was bedeutet es, daß uns die Fenster des Himmels geöffnet werden? Welche Segnungen erlangen wir, wenn wir weitere Spenden zahlen?

Besprechen Sie das folgende Zitat von Präsident Spencer W. Kimball, dem zwölften Präsidenten der Kirche:

„Der Herr hat verheißen, daß er die Fenster des Himmels öffnen wird, wenn wir seinem Gesetz gehorchen. Er kann uns ein höheres Gehalt geben; er kann uns helfen, besser zu beurteilen, wie wir unser Geld ausgeben sollen. Er kann uns mehr Gesundheit schenken; er kann uns mehr Kenntnis geben, so daß wir eine bessere Stellung bekommen können. Er kann uns helfen, das zu tun, was wir tun wollen.“ (The Teachings of Spencer W. Kimball, Seite 212).

Betonen Sie, daß die größten Segnungen, die wir durch das Zahlen des Zehnten und anderer Spenden erhalten, geistiger Natur sind. Jedesmal, wenn wir uns dafür entscheiden, das Gesetz des Zehnten zu befolgen und einen großzügigen Beitrag zum Fastopfer und zum Missionarsfonds zu leisten, wird unser Glaube stärker.

  • Wie seid ihr (oder ist jemand, den ihr kennt) schon einmal gesegnet worden, weil ihr den Zehnten oder andere Spenden gezahlt habt? Erzählen Sie den Kindern von einer eigenen Erfahrung und bitten Sie auch die Kinder, zu erzählen, wie sie gesegnet worden sind, weil sie ihre Gaben dargebracht haben.

  • Wann sollen wir den Zehnten zahlen? (Wir können den Zehnten zu jeder Zeit während des Jahres zahlen, es ist aber am besten, ihn gleich dann zu zahlen, wenn wir unser Einkommen erhalten.) Wem geben wir den Zehnten und die anderen Spenden? (Dem Bischof oder seinen Ratgebern. Der Bischof überweist die Zehntengelder an den Hauptsitz der Kirche, wo die Führer der Kirche entscheiden, wie das Geld am besten ausgegeben wird, um das Werk des Herrn voranzubringen. Das Fastopfer und der Missionarsfonds werden vor Ort verwendet; was dann noch ubrig ist, wird an den Hauptsitz der Kirche überwiesen.)

  • Wozu wird das Zehntengeld verwendet? (Siehe den 2. Vorschlag im Abschnitt „Zur Vertiefung“.) Wozu wird das Fastopfer verwendet? (Mit dem Fastopfer wird das Wohlfahrtsprogramm der Kirche unterstützt.)

  • Was ist die Zehntenerklärung? (Eine Zusammenkunft, die wir einmal im Jahr mit dem Bischof haben. Wir sehen uns die Quittungen über den Zehnten und die anderen Spenden, die wir gezahlt haben, an und sagen dem Bischof, daß wir den vollen Zehnten gezahlt haben. Wir können erklären, daß wir den Zehnten voll zahlen, wenn wir dem Herrn ein Zehntel all unseres Einkommens gezahlt haben.)

  • Warum ist es wichtig, daß wir den Zehnten bereitwillig zahlen? (Moroni 7:6–8.) Wird von uns auch erwartet, daß wir den Zehnten zahlen, wenn wir nur ein geringes Einkommen haben? Warum?

Besprechen Sie die folgende Aussage von Präsident Spencer W. Kimball: „Es gibt Leute, die sagen, sie könnten es sich nicht leisten, den Zehnten zu zahlen, weil ihr Einkommen nur gering sei. … Niemand ist jemals zu arm, um den Zehnten zu zahlen“. (The Teachings of Spencer W. Kimball, Seite 212).

  • Warum ist es wichtig, andere Spenden zu zahlen? Wie können wir das Opfer der Witwe als Beispiel dafür nehmen, wie wir Spenden an die Kirche zahlen sollen? Vermitteln Sie den Kindern, daß wir vielleicht einmal in der Zukunft aufgefordert werden, alles, was wir haben, der Kirche zu geben. Aber zur Zeit sind wir nur aufgefordert, zu geben, was uns möglich ist, so daß uns genug für unseren Bedarf bleibt.

Zur Vertiefung

Sie können einen oder mehrere der folgenden Vorschläge während des Unterrichts oder als Wiederholung, Zusammenfassung oder Auftrag verwenden.

  1. 1.

    Geben Sie den Kindern Spielgeld (Sie können es selbst anfertigen); sie sollen sich vorstellen, sie seien eine Familie und müßten mit dem Geldbetrag, den Sie ihnen geben, ein Budget aufstellen. Dabei sollen sie Ausgaben für Essen, Miete, Gebrauchsgüter, Kleidung und Erholung berücksichtigen. Fordern Sie sie dann auf, auch den Zehnten und andere Spenden in ihre Liste aufzunehmen und an die erste Stelle zu setzen. Erklären Sie den Kindern, daß wir den Zehnten immer zuerst zahlen sollen, da es der Zehnte des Herrn ist.

  2. 2.

    Gehen Sie im Klassenzimmer umher und bitten Sie jedes Kind, eine Möglichkeit zu nennen, wie sein Zehntengeld verwendet wird. Machen Sie gegebenenfalls Vorschläge aus der folgenden Liste:

    Für den Bau von Gemeindehäusern, Tempeln, Gebäuden für das Seminar und Religionsinstitut, Missionarsschulen und Genealogie-Forschungsstellen.

    Für die Kosten von Gemeinde- und Pfahlaktivitäten sowie Unterrichtsleitfäden und -material.

    Für die Unterhaltskosten und Einrichtungsgegenstände der Gemeindehäuser.

    Für Reisekosten und Material für Missionare.

    Für Reisekosten und sonstige Ausgaben der Generalautoritäten.

    Für Computer, die im Tempel und der Genealogie eingesetzt werden.

    Für die Veröffentlichung der Zeitschriften der Kirche.

    Für die Satellitenübertragung von Kirchenveranstaltungen.

    Für die Übersetzung und Veröffentlichung der heiligen Schriften.

  3. 3.

    Geben Sie jedem Kind ein Blatt Papier und einen Bleistift, und lassen Sie sie vor ein Fenster oder an eine andere Stelle stehen, von der aus sie nach draußen sehen können. Bitten Sie sie, still für sich soviel wie möglich von dem, was sie sehen, in ein paar Minuten aufzuschreiben. Nachdem die Kinder auf ihren Platz zurückgekehrt sind, bitten Sie sie, aufzuzählen, was sie gesehen haben. Erklären Sie, daß der himmlische Vater uns alles gegeben hat, was wir haben, und daß wir ihm unsere Liebe und Dankbarkeit unter anderem dadurch zeigen können, daß wir den Zehnten und die Spenden zahlen.

  4. 4.

    Erzählen Sie die folgende Geschichte von Präsident Ezra Taft Benson, und besprechen Sie, daß wir Glauben brauchen, um den Zehnten zu zahlen, und welche Segnungen wir erhalten, wenn wir dem Gesetz gehorchen:

    „Als ich noch ein Teenager war, hörte ich einmal zufällig, wie Vater und Mutter sich über ihre Finanzen unterhielten, da sie am nächsten Tag die Zehntenerklärung abgeben sollten. Vater schuldete der Bank fünfundzwanzig Dollar, die er im Laufe der Woche zurückzahlen mußte. Als sie den Zehnten ausrechneten, stellten sie fest, daß sie auch hier fünfundzwanzig Dollar schuldig waren. Vater hatte einen Heu-Derrickkran [womit man das Heu auf den Heuschober hochhob], den er gebaut hatte. Er … hatte versucht, ihn zu verkaufen, jedoch ohne Erfolg.

    Was sollten sie nur tun – der Bank die Schulden zahlen und den Zehnten später zahlen oder den Zehnten zahlen und darauf hoffen, daß sie dennoch in einigen Tagen ihre Schulden bei der Bank bezahlen konnten? Nachdem sie die Angelegenheit besprochen hatten, und ich bin sicher, daß sie auch beteten, ehe sie zu Bett gingen, entschied Vater am nächsten Tag, seine Zehntenerklärung abzugeben und die fünfundzwanzig Dollar zu zahlen, so daß er den Zehnten in diesem Jahr voll gezahlt hatte. Als er mit dem Pferd nach Hause ritt, hielt ihn ein Nachbar an und sagte: ,George, ich habe gehört, du verkaufst einen Derrickkran. Wieviel willst du dafür?‘

    Vater sagte: ,Fünfundzwanzig Dollar.‘ Der Nachbar sagte: ,Ich habe ihn zwar nicht gesehen, aber ich weiß ja, wie du arbeitest; ich bin sicher, daß er fünfundzwanzig Dollar wert ist. Warte kurz, dann gehe ich ins Haus und stelle einen Scheck aus. Ich brauche den Kran.‘ Das ist eine Lektion, die ich nie vergessen habe.“ (The Teachings of Ezra Taft Benson, pp. 471–472).

  5. 5.

    Erzählen Sie die folgende Geschichte:

    „Als ich etwa fünf, sechs Jahre alt war, saß ich einmal mit meiner großen Familie am Eßtisch und hörte zu, wie die anderen über den Zehnten sprachen. Sie sagten mir, der Zehnte sei ein Zehntel all dessen, was wir verdienen, und werde dem Herrn von denen gezahlt, die ihn lieben.

    Nach dem Essen holte ich den kleinen Geldbetrag hervor, den ich gespart hatte und rechnete aus, was ich dem Herrn als Zehnten schuldete. Dann ging ich in das einzige Zimmer im Haus, das man abschließen konnte – das Badezimmer – und kniete mich neben die Badewanne. Ich hielt die drei, vier Münzen in meiner Handfläche und bat den Herrn, sie anzunehmen – überzeugt, daß er es tun würde. Ich flehte den Herrn einige Zeit lang an, aber das Geld blieb in meiner Hand. Kein kleiner Junge hatte sich wohl jemals so zurückgestoßen gefühlt wie ich damals. Der Herr nahm den Zehnten von meinem Eltern und meinen älteren Brüdern an. Warum nicht von mir? Als ich mich erhob, fühlte ich mich so unwürdig, daß ich mit niemandem darüber sprach. Nur der Herr wußte davon.

    Ein paar Tage später sagte meine Lehrerin in der PV, sie fühle sich gedrängt, über etwas zu sprechen, was nicht zur Lektion gehörte. Erstaunt saß ich da, als sie uns darüber belehrte, wie man den Zehnten zahlt. Aber ich lernte etwas viel Wichtigeres als die Art und Weise, wie man den Zehnten zahlt. Ich lernte, daß der Herr mein Gebet gehört und erhört hatte, daß er mich liebte und ich ihm wichtig war.“ (Ariel Ricks, „Coins for the Lord“, Ensign, Dezember 1990, Seite 47).

  6. 6.

    Singen Sie „Weil mir so viel gegeben ist“ (Gesangbuch, Nr. 147), oder sagen Sie den Text auf.

Zum Abschluß

Zeugnis und challenge

Geben Sie Zeugnis, wie wichtig es ist, den Zehnten zu zahlen. Bringen Sie Ihre Gefühle darüber zum Ausdruck, welch ein Segen es ist, den Zehnten zahlen zu können, um auf diese Weise dem himmlischen Vater und Jesus Christus unsere Dankbarkeit zu zeigen. Erzählen Sie, wie Ihr Glaube an den himmlischen Vater und Jesus gestärkt worden ist, weil Sie den Zehnten zahlen (oder bitten Sie ein anderes Mitglied, ein Erlebnis zu erzählen).

Geben Sie jedem Kind eine Spendenquittung und einen Umschlag und fordern Sie sie auf, jedesmal, wenn sie Einkünfte haben, den Zehnten ehrlich zu zahlen.

Vorschlag für das Schriftstudium zu Hause

Bitten Sie die Kinder, zu Hause als Wiederholung Markus 12:41–44 zu lesen.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet.