Lektion 26: Das Gleichnis vom anvertrauten Geld

Leitfaden 7: Neues Testament, (1997), 87–90


Ziel

In den Kindern den Wunsch wecken, mit ihren Talenten anderen und sich selbst zu nützen.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Studieren Sie gebeterfüllt Matthäus 25:14–30 und Lehre und Bündnisse 60:2–3, 82:3. Befassen Sie sich dann mit der Lektion, und überlegen Sie, wie Sie den Kindern die Abschnitte aus der Schrift vermitteln wollen. (Siehe „Die Unterrichtsvorbereitung“, Seite VI, und „Die Abschnitte aus den heiligen Schriften lehren“, Seite VII.)

  2. 2.

    Überlegen Sie, welche Fragen und welche Vorschläge für Aktivitäten sich am besten dafür eignen, die Kinder in den Unterricht einzubeziehen, damit sie das Unterrichtsziel erreichen.

  3. 3.

    Sie brauchen:

    1. a.

      Die Bibel oder das Neue Testament für jedes Kind.

    2. b.

      Zettel, auf die Sie jeweils ein Talent geschrieben haben, beispielsweise „Du hast das Talent dazu, ein herausragender Geigenspieler zu werden“, „Du hast das Talent, Freundschaft zu schließen“, „Du hast das Talent, ein guter Sprecher zu sein“, „Du hast das Talent, ein guter Fußballspieler zu sein“, „Du hast das Talent, ein Friedensstifter zu sein“, „Du hast das Talent, ein guter Anführer zu sein“, „Du hast das Talent, ein guter Missionar zu sein“, „Du hast das Talent, andere glücklich zu machen“ und so weiter. Ehe die Kinder ins Klassenzimmer kommen, falten Sie die Zettel und befestigen sie mit Klebestreifen überall im Klassenzimmer, so daß die Kinder sie finden können. Ordnen Sie die Talente nicht einem bestimmten Kind zu.

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Das Interesse wecken

Sagen Sie den Kindern, daß im Klassenzimmer besondere Botschaften für sie versteckt sind. Bitten Sie ein Kind, eine Botschaft zu finden und vorzulesen. Fragen Sie dann das Kind, was es tun könnte, um dieses Talent zu entwickeln. Lassen Sie jedes Kind an die Reihe kommen, und ermutigen Sie auch die übrigen Kinder, sich zu überlegen, wie sie jedes Talent verfeinern können. Erklären Sie, daß sie in dieser Lektion lernen, wie wichtig es ist, Talente zu entwickeln.

Aus der heiligen Schrift

Wiederholen Sie aus Lektion 25, was ein Gleichnis ist. Erzählen Sie den Kindern Matthäus 25:14–30 das Gleichnis vom anvertrauten Geld. (Vorschläge dazu siehe „Die Abschnitte aus den heiligen Schriften lehren“, Seite VII.) Die Talente in dem Gleichnis sind Geldstücke. Für uns bedeutet das Wort Talente die Fähigkeiten, die wir entwickeln können, um unseren Mitmenschen Segen zu bringen und ihnen zu helfen.

Besprechen/Fragen

Lesen Sie bei der Unterrichtsvorbereitung die folgenden Fragen sowie die angegebenen Schriftstellen. Entscheiden Sie sich für die Fragen, die den Kindern Ihrer Ansicht nach die Schriftstellen am besten veranschaulichen und ihnen zeigen, wie sie die gelernten Grundsätze anwenden können. Wenn Sie die Schriftstellen im Unterricht gemeinsam lesen und besprechen, können die Kinder neue Erkenntnisse gewinnen.

  • Warum gab der Herr jedem Diener einen anderen Betrag? (Matthäus 25:15.) Wie unterscheiden sich eure Talente von denen eurer Freunde? Von denen eurer Geschwister und Eltern? Warum gibt der himmlische Vater jedem von uns andere Gaben? (LuB 46:12.) Wie können wir dem himmlischen Vater zeigen, daß wir für die bestimmten Gaben, die er uns gegeben hat, dankbar sind? (LuB 46:11.)

  • Was taten die Diener, die fünf beziehungsweise zwei Talente erhalten hatten, mit ihrem Geld? (Matthäus 25:16–17.) Wie konnten sie wohl ihr Geld verdoppeln? Wieso kann harte Arbeit ein Segen für uns sein?

  • Was tat der Diener, der ein Talent erhalten hatte, mit seinem Geld? (Matthäus 25:18.) Warum tat er das wohl? (Matthäus 25:24–25.) Warum entwickeln manche Leute ihre Talente nicht? Was geschieht mit den Talenten, wenn man nichts damit anfängt?

  • Was sagte der Herr zu dem Diener, der fünf Talente erhalten hatte, als er zurückkehrte und die Diener bat, ihm zu berichten? (Matthäus 25:21.) Was sagte er zu dem Diener, der zwei Talente erhalten hatte? (Matthäus 25:23.) Wie werden wir gesegnet, wenn wir uns eifrig bemühen, unsere Talente zu entwickeln? Wie seid ihr schon einmal durch die Talente oder Fähigkeiten eines anderen Menschen gesegnet worden?

  • Warum gab der Herr dem Diener, der fünf Talente dazugewonnen hatte, und dem Diener, der zwei Talente dazugewonnen hatte, den gleichen Lohn? (Matthäus 25:21, 23.)

  • Was sagte der Herr zu dem Diener, der ein Talent erhalten hatte? (Matthäus 25:26–27.) Warum war der Herr zornig auf seinen Diener? Wie bestrafte er ihn dafür, daß er sein Talent versteckt hatte? (Matthäus 25:28, 30.) Warum ist es wichtiger, wie wir unsere Fähigkeiten und Talente gebrauchen, als wieviel und welche Talente wir haben?

  • Warum gab der Herr wohl das eine Talent dem Diener, der bereits zehn hatte? War das fair? Warum? Erklären Sie, daß wir immer mehr Talente entwickeln, je mehr wir unsere Talente nutzen. Wenn wir nichts mit unseren Talenten anfangen, verlieren wir sie. (Siehe Matthäus 25:29; LuB 60:2–3.) Vermitteln Sie den Kindern, daß die Menschen, die anscheinend weniger Talente haben, jede Segnung erhalten, wenn sie ihre Talente voll ausschöpfen.

  • Was wollte uns Jesus wohl mit dem Gleichnis vom anvertrauten Geld lehren? Vermitteln Sie den Kindern, daß der Herr uns Talente, Fähigkeiten und Möglichkeiten gegeben hat (beispielsweise auch, daß wir zu seiner Kirche gehören). Er erwartet von uns, daß wir dies alles nutzen, um unser Leben zu verbessern und unseren Mitmenschen zu dienen. Er möchte auch, daß wir unsere Dankbarkeit dadurch zeigen, daß wir unsere Talente entwickeln.

  • Was erwartet der Herr außerdem von uns, weil wir Mitglieder seiner Kirche sind? (LuB 82:3.)

  • Wie setzen Menschen in der Kirche ihre Talente ein? Wie können wir unsere Talente fördern, wenn wir Aufgaben und Aufträge in der Kirche annehmen? (Siehe den 5. Vorschlag im Abschnitt „Zur Vertiefung“.)

  • Wann und wem werden wir berichten, was wir mit den Gaben und Talenten, die uns gegeben wurden, getan haben? Was wollt ihr einmal berichten können? Wie würdet ihr euch fühlen, wenn der Herr zu euch sagte: „Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener“ (Matthäus 25:21)?

Zur Vertiefung

Sie können einen oder mehrere der folgenden Vorschläge während des Unterrichts oder als Wiederholung, Zusammenfassung oder Auftrag verwenden.

  1. 1.

    Bitten Sie die Kinder, möglichst viele Talente aufzuzählen, die ihnen einfallen; schreiben Sie die Talente, die genannt werden, an die Tafel. Regen Sie die Kinder dazu an, auch Charaktereigenschaften zu nennen, wie etwa ein guter Zuhörer sein, seine Mitmenschen lieben, fröhlich sein und so weiter.

  2. 2.

    Geben Sie jedem Kind Papier und Bleistift, und bitten Sie sie, eine Liste ihrer eigenen Talente zu schreiben. Sagen Sie ihnen, daß sie die Liste nicht den anderen Kindern zeigen sollen. Bitten Sie dann die Kinder, von jedem Kind in der Klasse ein Talent zu nennen. Schlagen Sie vor, daß das betreffende Kind die Talente, die von den anderen Kindern genannt werden, seiner Liste hinzufügt. Stellen Sie anschließend die folgenden Fragen:

    • Was könnt ihr tun, um ein Talent zu entwickeln, das von einem Kind genannt wurde, aber nicht auf eurer Liste steht?

    • Was könnt ihr tun, um ein Talent zu entwickeln, das ihr aufgeschrieben habt, das aber von den anderen Kindern nicht genannt wurde?

    Fordern Sie jedes Kind auf, eines seiner Talente auszuwählen und zu uberle gen, wie es dieses Talent während der kommenden Woche weiterentwickeln oder nutzen kann.

  3. 3.

    Erzählen Sie die folgende Geschichte über Präsident Heber J. Grant:

    „Als ich einem Baseball-Verein beitrat, spielten die Jungen, die in meinem Alter oder etwas älter waren, in der ersten Mannschaft; die, die jünger waren als ich, spielten in der zweiten und die noch jüngeren in der dritten, in der auch ich spielte. Einer der Gründe dafür war, daß ich den Ball nicht weit genug werfen konnte. Ein weiterer Grund war, daß es mir an körperlicher Kraft fehlte und ich daher weder beim Rennen noch beim Schlagen des Balles gut war. Wenn ich einen Ball aufhob, riefen die Jungs meistens: ,Wirf ihn hierher, Weichling!‘

    Meine jungen Kameraden amüsierten sich so gut auf meine Kosten, daß ich feierlich gelobte, einmal in der ersten Mannschaft mitzuspielen und mit ihr die Meisterschaft des Territoriums Utah zu gewinnen.

    “… Ich sparte einen Dollar, den ich in einen Baseball investierte. Ich verbrachte viele, viele Stunden damit, den Ball gegen Bischof Edwin D. Woolleys Scheune zu werfen. … Oft tat mein Arm so weh, daß ich abends kaum einschlafen konnte. Aber ich übte weiter und schaffte es schließlich, in die zweite Mannschaft unseres Vereins zu kommen. Nach einiger Zeit schloß ich mich einem besseren Verein an und spielte schließlich in der ersten Mannschaft, die die Meisterschaft des Territoriums gewann.“ (Gospel Standards, pp. 342–343).

  4. 4.

    Das folgende Zitat war einer von Präsident Heber J. Grant’s Lieblingssprüchen. Besprechen Sie die Bedeutung dieser Aussage, und ermuntern Sie die Kinder, sie auswendig zu lernen.

    „Das, was wir mit Ausdauer verfolgen, fällt uns immer leichter; nicht, weil sich die Sache an sich geändert hat, sondern weil unsere Kraft, es zu tun, zugenommen hat.“ (Gospel Standards, Seite 355).

  5. 5.

    Bitten Sie die Kinder, sich einige Aufgaben zu überlegen, die man in der Kirche erhalten kann. Geben Sie ihnen Zettel und Bleistifte, und lassen Sie sie eine solche Aufgabe oder einen Auftrag aufschreiben (jedes Kind kann auch mehrere aufschreiben). Die Zettel werden dann in eine Schachtel oder ein Glas gesteckt. Bitten Sie die Kinder, abwechselnd einen Zettel aus der Schachtel zu ziehen und zu sagen, welche Talente sie entwickeln können, wenn sie diese Aufgabe oder diesen Auftrag ausführen. Führen Sie die Talente, die genannt werden, an der Tafel auf, um festzustellen, wieviel verschiedene Talente die Kinder nennen.

    Singen Sie „Mein Licht“ (Liederbuch für Kinder, Seite 96), oder sagen Sie den Text auf.

Zum Abschluß

Zeugnis

Geben Sie Zeugnis von der Freude, die wir empfinden, wenn wir die Talente einsetzen, die Gott uns gegeben hat, damit wir uns und anderen damit nützen. Sagen Sie den Kindern, wie sehr Sie sich wünschen, die Freude zu spüren, zum himmlischen Vater zurückzukehren und zu wissen, daß Sie Ihre Talente gut genutzt haben.

Vorschlag für das Schriftstudium zu Hause

Bitten Sie die Kinder, zu Hause als Wiederholung Matthäus 25:14–30 zu lesen.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet.

Hinweis: In Lektion 27 ist es für eine der Aktivitäten im Abschnitt „Zur Vertiefung“ erforderlich, ein Mitglied der FHV-Leitung oder der Bischofschaft einzuladen und zu bitten, den Kindern zu erzählen, wie die Frauenhilfsvereinigung Dienst am Nächsten leistet. Wenn Sie diese Aktivität durchführen wollen, fragen Sie die betreffende Person rechtzeitig und erklären Sie ihr, worüber sie sprechen soll.