Lektion 27: Das Gleichnis von den Schafen und den Böcken

Leitfaden 7: Neues Testament, (1997), 91–94


Ziel

Die Kinder lehren, daß wir uns dadurch, daß wir anderen dienen, auf die Zeit vorbereiten, da Jesus Christus uns richten wird.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Studieren Sie gebeterfüllt Matthäus 25:31–46. Befassen Sie sich dann mit der Lektion, und überlegen Sie, wie Sie den Kindern die Abschnitte aus der Schrift vermitteln wollen. (Siehe „Die Unterrichtsvorbereitung“, Seite VI, und „Die Abschnitte aus den heiligen Schriften lehren“, Seite VII.)

  2. 2.

    Zusätzlicher Lesestoff: Jakob 2:17–19; Mosiah 4:16, 26; und Lehre und Bündnisse 104:17–18.

  3. 3.

    Überlegen Sie, welche Fragen und welche Vorschläge für Aktivitäten sich am besten dafür eignen, die Kinder in den Unterricht einzubeziehen, damit sie das Unterrichtsziel erreichen.

  4. 4.

    Sie brauchen:

    1. a.

      Die Bibel oder das Neue Testament für jedes Kind.

    2. b.

      Bild 7-26, „Das Letzte Gericht“ (Wandgemälde im Washington-Tempel); Bild 7-25, „Das Zweite Kommen“ (Bild 238 in Bilder zum Evangelium; 62562 150).

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Bitten Sie die Kinder, der Klasse zu erzählen, was sie in der vergangenen Woche getan haben, um ein Talent weiterzuentwickeln oder zu nutzen.

Das Interesse wecken

Lesen Sie den Kindern die folgenden oder ahnliche Situationen vor (verwenden Sie Situationen, die die Kinder selbst erleben könnten). Fragen Sie sie, was sie in den folgenden Fällen tun würden:

  • Du siehst, daß ein kleines Kind durstig ist, aber das Wasser am Trinkautomat oder am Wasserhahn nicht erreichen kann.

  • Du kennst ein Kind, das schon seit ein paar Wochen nicht mehr in die Kirche gekommen ist.

  • Du kennst jemand, der nicht genügend zu essen hat.

  • Du siehst, daß jemand keinen warmen Mantel hat, obwohl es sehr kalt ist.

  • Du kennst jemand, der wegen einer Krankheit oder einer Behinderung schon seit langer Zeit das Haus nicht mehr verlassen kann.

  • Was würde Jesus von euch erwarten? Warum sollt ihr anderen in solchen Situationen helfen?

Erinnern Sie die Kinder daran, daß sie in den beiden letzten Lektionen zwei Gleichnisse kennengelernt haben, die Jesus erzählte, damit die Menschen mehr über sein Zweites Kommen erfuhren. In dieser Lektion wird nun das dritte Gleichnis aus Matthäus 25, behandelt. Alle drei Gleichnisse lehren uns, wie wir uns für das Kommen Jesu und die Zeit, da er uns richten wird, bereit machen können. Eine der besten Möglichkeiten, uns darauf vorzubereiten, ist, unseren Mitmenschen zu dienen.

Aus der heiligen Schrift

Erzählen Sie den Kindern anhand von Matthäus 25:31–46 das Gleichnis von den Schafen und den Böcken; zeigen Sie dabei zum passenden Zeitpunkt die Bilder „Das Letzte Gericht“ und „Das Zweite Kommen“. (Vorschläge dazu siehe „Die Abschnitte aus den heiligen Schriften lehren“, Seite VII.)

Besprechen/Fragen

Lesen Sie bei der Unterrichtsvorbereitung die folgenden Fragen sowie die angegebenen Schriftstellen. Entscheiden Sie sich für die Fragen, die den Kindern Ihrer Ansicht nach die Schriftstellen am besten veranschaulichen und ihnen zeigen, wie sie die gelernten Grundsätze anwenden können. Wenn Sie die Schriftstellen im Unterricht gemeinsam lesen und besprechen, können die Kinder neue Erkenntnisse gewinnen.

  • Wie wird es wohl sein, wenn Jesus wiederkommt?

  • Jesus lehrt, daß er bei seinem Kommen die Völker voneinander scheiden wird wie ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet. (Matthäus 25:32.) Wen stellen in diesem Gleichnis die Schafe dar? (Matthäus 25:33–36.) Wen stellen die Böcke dar? (Matthäus 25:33, 41–43.) Warum wird Jesus die Schafe von den Böcken scheiden? Worin besteht der hauptsächliche Unterschied zwischen den Schafen und den Böcken?

  • Was meinte Jesus, als er sagte, daß diejenigen zu seiner Rechten ihm zu essen gegeben hatten, ihm Kleidung gegeben hatten und so weiter? (Matthäus 25:37–40.) Wer sind seine „geringsten Brüder“?

  • Welchen Dienst hatten die Rechtschaffenen geleistet? (Matthäus 25:35–37.) Was wird von uns gefordert, damit wir den Schafen des Herrn zugezählt werden? Überlegen Sie mit den Kindern, wie sie ihren Mitmenschen in dieser Weise dienen können. Erzählen Sie Beispiele dafür, die Sie beobachtet haben, und bitten Sie auch die Kinder, von solchen Beispielen zu erzählen.

  • Was ist unser Lohn, wenn wir unseren Mitmenschen dienen? (Matthäus 25:34, 46.) Was geschieht mit denen, die ihren Mitmenschen nicht dienen? (Matthäus 25:41, 46.)

  • Wem sollen wir dienen? Wen kennen wir, dem wir durch unseren Dienst helfen können? (Matthäus 25:40; siehe auch Mosiah 4:16.) (Siehe den 1. Vorschlag im Abschnitt „Zur Vertiefung“.)

  • Wie diente Jesus seinen Mitmenschen? (Wiederholen Sie mehrere Berichte aus der Schrift, wie Jesus Kranke heilte, die Kinder segnete, die Fünftausend speiste und so weiter. Betonen Sie, daß Jesus dadurch seine Liebe zu den Menschen zeigte.) Wie können diese Beispiele für Dienst am Nächsten euch helfen?

  • Wie können wir anderen durch unseren Dienst ein Segen sein? Wie seid ihr schon einmal gesegnet worden, weil ihr einem anderen Menschen gedient habt? Wie fühlt ihr euch, wenn ihr einem anderen Menschen dient? Was empfindet ihr für diejenigen, denen ihr dient?

Sie können die Kinder mit Hilfe des 4. Vorschlags im Abschnitt „Zur Vertiefung“ dazu anregen, diese Lektion auf ihr Leben zu beziehen.

Zur Vertiefung

Sie können einen oder mehrere der folgenden Vorschläge während des Unterrichts oder als Wiederholung, Zusammenfassung oder Auftrag verwenden.

  1. 1.

    Erzählen und besprechen Sie die folgende Geschichte mit den Kindern:

    „Ich kann mich noch gut an manches Kindheitserlebnis erinnern. Die Vorfreude auf das Sonntagsessen gehörte mit dazu. Wenn wir Kinder uns ,dem Hungertod nahe‘ um den Tisch drängten und der Raum vom Duft des Rinderbratens erfüllt war, sagte meine Mutter zu mir: ,Tommy, bevor wir essen, bring bitte diesen Teller zu Bob und komm schnell zurück.‘ Ich … lief die Straße hinunter zu Bob und wartete ungeduldig, bis er langsam zur Tür geschlurft kam. Dann gab ich ihm den Teller, und er gab mir den Teller vom vergangenen Sonntag zurück und bot mir zehn Cent für meinen Dienst an. Meine Antwort lautete immer gleich: ,Ich kann das Geld nicht nehmen. Meine Mutter würde mich versohlen.‘ Dann … sagte [er]: ,Mein Junge, du hast eine wundervolle Mutter, sag ihr danke schön.‘ … Ich kann mich auch erinnern, daß mir das Sonntagsessen nach diesem Botengang immer etwas besser schmeckte.“ (Thomas S. Monson, „Die lange Reihe der Einsamen“, Der Stern, September 1992, Seite 4).

  2. 2.

    Vereinbaren Sie, daß ein Mitglied der FHV-Leitung oder ein Mitglied der Bischofschaft vorbeikommt, um zu erklären, wie die Frauenhilfsvereinigung Dienst am Nächsten leistet. Der Besucher oder die Besucherin soll erklären, wie die Kirche den Bedürftigen hilft und wie das Fastopfer verwendet wird.

  3. 3.

    Geben Sie jedem Kind Papier und Bleistift, und lassen Sie sie aufschreiben, wie sie zu Hause oder in ihrer Nachbarschaft anderen dienen können. Fordern Sie die Kinder auf, in der kommenden Woche mindestens einmal einem Mitmenschen zu dienen.

  4. 4.

    Besprechen Sie das folgende Zitat:

    „Ein weiser und gerechter Gott wird über alle Menschen zu Gericht sitzen. … Den Schlechten mag es eine Zeitlang gutgehen, es mag scheinen, daß die Widersetzlichen aus ihrer Übertretung Vorteil ziehen, aber die Zeit kommt, wenn vor den Schranken der Gerechtigkeit alle Menschen gerichtet werden – ,jeder nach seinen Werken‘ (Rev. 20:13). Keinem wird es gelingen, sich ,durchzumogeln‘. An dem Tag wird keiner der Strafe für seine Untaten entgehen, niemandem werden die Segnungen vorenthalten werden, die er sich verdient hat. Der von Jesus gebrauchte Vergleich mit den Schafen und den Böcken verschafft uns die Gewißheit, daß es absolute Gerechtigkeit geben wird.“ (Spencer W. Kimball, Das Wunder der Vergebung, Frankfurt am Main, 1992, Seite 292.).

  5. 5.

    Bereiten Sie zwei Schachteln oder Behälter vor. Schreiben Sie auf eine Schachtel „Schafe“ und auf die andere Schachtel „Böcke“. Stellen Sie die mit „Schafe“ bezeichnete Schachtel zu Ihrer Rechten auf und die mit „Böcke“ bezeichnete Schachtel zu Ihrer Linken. Schreiben Sie mehrere gute und schlechte Verhaltensweisen (einschließlich solcher Verhaltensweisen, die sich nicht so leicht einordnen lassen) jeweils auf einen Zettel. Lassen Sie jeweils ein Kind einen Zettel vorlesen und überlegen, ob er zur Kategorie „Schafe“ oder zur Kategorie „Böcke“ gehört; dann soll das Kind den Zettel in die betreffende Schachtel legen.

    Verwenden Sie die folgenden Verhaltensweisen oder überlegen Sie selbst welche:

    Du sagst deinen Eltern die Wahrheit.

    Du hast etwas Falsches getan und gestehst es nicht.

    Du streitest mit deinem Bruder oder deiner Schwester.

    Du sagst „Es tut mir leid“, wenn du jemandes Gefühle verletzt hast.

    Du sagst nicht die ganze Wahrheit.

  6. 6.

    Lernen Sie mit den Kindern Matthäus 25:40.

  7. 7.

    Singen Sie „Ich möchte so sein wie Jesus“ (Liederbuch für Kinder, Seite 40), oder sagen Sie den Text auf.

Zum Abschluß

Zeugnis

Geben Sie Zeugnis, daß Jesus möchte, daß wir unseren Mitmenschen dienen, und daß wir gesegnet sind, wenn wir es tun. Bringen Sie Ihre Gefühle darüber zum Ausdruck, welche Möglichkeiten Sie haben, Ihren Mitmenschen zu dienen.

Vorschlag für das Schriftstudium zu Hause

Bitten Sie die Kinder, zu Hause als Wiederholung Matthäus 25:35–40 zu lesen.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet.