Lektion 38: Barnabas, Hananias, und Sapphira

Leitfaden 7: Neues Testament, (1997), 134–37


Ziel

Jedes Kind ermutigen, sich dafür zu entscheiden, daß es in Gedanken, Wort und Tat ehrlich ist.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Studieren Sie gebeterfüllt Apostelgeschichte 4:32–5:10. Befassen Sie sich dann mit der Lektion, und überlegen Sie, wie Sie den Kindern die Abschnitte aus der Schrift vermitteln wollen. (Siehe „Die Unterrichtsvorbereitung“, Seite VI, und „Die Abschnitte aus den heiligen Schriften lehren“, Seite VII.)

  2. 2.

    Zusätzlicher Lesestoff: Grundbegriffe des Evangeliums, Kapitel 31.

  3. 3.

    Überlegen Sie, welche Fragen und welche Vorschläge für Aktivitäten sich am besten dafür eignen, die Kinder in den Unterricht einzubeziehen, damit sie das Unterrichtsziel erreichen.

  4. 4.

    Sie brauchen: Die Bibel oder das Neue Testament für jedes Kind.

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Das Interesse wecken

Erzählen Sie den Kindern die folgende Geschichte, und bitten Sie sie, zu überlegen, was sie an Charlies Stelle getan hätten:

„Ein kleiner Junge spielte mit seinen Freunden gerade Baseball, als er seine Mutter laut und deutlich rufen hörte: ,Charlie, Charlie!‘ Sofort warf er den Schläger weg, nahm seine Jacke und seine Mütze und machte Anstalten, nach Hause zu gehen.

,Bleib doch noch, laß uns das Spiel zu Ende spielen!‘ riefen die anderen.

,Ich muß jetzt sofort gehen. Ich habe meiner Mutter versprochen, daß ich komme, wenn sie mich ruft‘, antwortete Charlie.

,Tu doch so, als wenn du es nicht gehört hättest‘, empfahlen die Jungen.

,Aber ich habe es doch gehört‘, sagte Charlie.

,Sie weiß ja nicht, daß du es gehört hast.‘

,Ich weiß es aber, und ich muß jetzt gehen.‘

Schließlich sagte ein Junge: ,Laßt ihn doch. Ihr könnt ja doch nichts daran ändern, daß er gehen will. Er hängt seiner Mutter noch am Rockzipfel. Er ist noch ein Baby, daß er gleich losläuft, wenn sie ihn ruft.‘“ (N. Eldon Tanner, Der Stern, April 1978, Seite 29.)

  • Was hättet ihr getan?

Erklären Sie, daß wir jeden Tag Situationen erleben, die uns vor die Wahl stellen, ehrlich oder unehrlich zu sein. Bitten Sie die Kinder, darüber nachzudenken, welche Auswirkungen die Entscheidungen hatten, die Barnabas, Hananias und Saphira trafen.

Aus der heiligen Schrift

Erzählen Sie den Kindern anhand von Apostelgeschichte 4:32–5:10 von Barnabas und von Hananias und Saphira. (Vorschläge dazu siehe „Die Abschnitte aus den heiligen Schriften lehren“, Seite VII.) Weisen Sie darauf hin, daß wir Jesus auch dadurch ähnlicher werden, daß wir lernen, die Wahrheit zu sagen und in allem, was wir tun, ehrlich zu sein.

Besprechen/Fragen

Lesen Sie bei der Unterrichtsvorbereitung die folgenden Fragen sowie die angegebenen Schriftstellen. Entscheiden Sie sich für die Fragen, die den Kindern Ihrer Ansicht nach die Schriftstellen am besten veranschaulichen und ihnen zeigen, wie sie die gelernten Grundsätze anwenden können. Wenn Sie die Schriftstellen im Unterricht gemeinsam lesen und besprechen, können die Kinder neue Erkenntnisse gewinnen.

  • Worum baten die Kirchenführer die Mitglieder der Kirche, damit jeder das hatte, was er brauchte? (Apostelgeschichte 4:34–35.) Was würdet ihr davon halten, alles, was ihr habt, zu teilen?

  • Inwiefern war Barnabas in dem, was er tat, ehrlich? (Apostelgeschichte 4:36–37.) Was bedeutet es wohl, ehrlich zu sein? (Die Wahrheit sagen, nicht stehlen und nicht betrügen, niemand auf irgendeine Weise täuschen und so weiter.) Wie fühlt ihr euch, wenn ihr völlig ehrlich seid?

  • Inwiefern waren Hananias und Saphira unehrlich? (Apostelgeschichte 5:1–2.) Warum blieb Saphira bei der Lüge, die ihr Mann erzählt hatte? (Apostelgeschichte 5:1–2, 7–8.) Was hätte geschehen können, wenn sie ehrlich gewesen wäre?

  • Wem kann es schaden, wenn jemand unehrlich ist? Erklären Sie, daß wir nicht unbedingt unmittelbare Auswirkungen unserer Unehrlichkeit feststellen, wie es bei Hananias und Saphira der Fall war, daß wir uns aber dennoch selbst schaden. Wir können mit unserer Unehrlichkeit aber auch anderen schaden.

  • Welche Auswirkungen hat es, wenn ihr unehrlich seid? Welche Auswirkungen hat es, wenn ihr ehrlich seid? Erzählen Sie, welche Auswirkungen von Ehrlichkeit oder Unehrlichkeit Sie selbst schon erlebt haben. Vermitteln Sie den Kindern, daß es nicht immer leicht ist, ehrlich zu sein, daß wir aber immer ehrlich sein sollen, egal, unter welchen Umständen. Bitten Sie die Kinder, zu erzählen, was sie im Hinblick auf Ehrlichkeit erlebt haben.

  • Wer weiß immer, ob ihr die Wahrheit sagt? Wie kommen wir dem himmlischen Vater dadurch näher, daß wir ehrlich sind?

  • Wie könnt ihr anderen helfen, ehrlich zu sein?

  • Warum ist es wichtig, daß ihr zu euren Eltern ehrlich seid? (Damit sie euch vertrauen.) Warum wollt ihr, daß eure Eltern euch vertrauen? Wie könnt ihr das Vertrauen eurer Eltern gewinnen? Warum braucht man manchmal Mut, um die Wahrheit zu sagen? (Siehe den 6. Vorschlag im Abschnitt „Zur Vertiefung“.)

  • Warum wäre die Welt anders, wenn jeder ehrlich wäre?

Lesen Sie das folgende Zitat von Präsident Ezra Taft Benson, dem dreizehnten Präsidenten der Kirche, vor:

„Seid ehrlich. Lügt und stehlt nicht. Schwindelt nicht …

Liebe Kinder, unser himmlischer Vater hat euch jetzt auf die Erde geschickt, weil ihr zu seinen tapfersten Kindern gehört. Er wußte, es würde auf der Welt heute Schlechtigkeit geben, aber er wußte auch, ihr könntet glaubenstreu und gehorsam sein.“ (Der Stern, Juli 1989, Seite 84,85.)

Zur Vertiefung

Sie können einen oder mehrere der folgenden Vorschläge während des Unterrichts oder als Wiederholung, Zusammenfassung oder Auftrag verwenden.

  1. 1.

    Wiederholen und erklären Sie den dreizehnten Glaubensartikel und lernen Sie ihn mit den Kindern auswendig.

  2. 2.

    Schreiben Sie die Begriffe zu Hause, Schule und Nachbarschaft an die Tafel. Lassen Sie die Kinder überlegen, wie sie in unterschiedlichen Situationen an jedem dieser Orte ehrlich sein können. Besprechen Sie die Gedanken, die die Kinder dazu haben.

  3. 3.

    Schreiben Sie die Begriffe ehrlich und unehrlich an die Tafel. Lesen Sie das folgende Zitat von Elder Marvin J. Ashton vor: „,Eine Lüge ist jegliche Mitteilung, die man jemandem mit der Absicht macht, zu täuschen.‘ … Eine Lüge läßt sich auch gut mitteilen, ohne daß man irgend etwas sagt. Täuschen kann man auch mit einem Kopfnicken oder mit Schweigen.“ Der Stern, Oktober 1982, Seite 14,15.) Besprechen Sie jede der folgenden Situationen, und lassen Sie die Kinder entscheiden, unter welche Überschrift sie jeweils am besten passen und warum:

    • die Wahrheit sagen

    • seine Arbeit selbst erledigen

    • andere täuschen, indem man nicht die ganze Wahrheit sagt

    • zugeben, daß man etwas Falsches getan hat

    • betrügen

    • lügen

    • stehlen

    • nur die halbe Wahrheit sagen

    • Gegenstände, die man sich ausgeliehen hat oder die jemand verloren hat, zurückgeben

    • Versprechen halten

  4. 4.

    Lassen Sie jedes Kind ein Schild anfertigen, auf dem steht: „Ich trete für Wahrheit und Ehrlichkeit ein.“ Bitten Sie die Kinder, daß sie sich zum Ziel setzen, die Wahrheit zu sagen und in allem, was sie tun, ehrlich zu sein. Lassen Sie sie ihr Schild mit ihrem Namen unterschreiben.

  5. 5.

    Zeichnen Sie eine Leiter an die Tafel oder auf ein Blatt Papier und beschriften Sie sie mit Leiter der Ehrlichkeit. Fertigen Sie aus Papier eine einfache Figur an, oder zeichnen Sie eine Figur ans untere Ende der Leiter. Verwenden Sie Situationen wie die folgenden, und lassen Sie die Kinder alle möglichen Entscheidungen nennen, die sie in jeder Situation treffen können. Bitten Sie sie dann, sich zu überlegen, welches die beste Entscheidung wäre. Wenn ehrlich zu seinals beste Entscheidung genannt wird, darf ein Kind die Figur eine Sprosse weiter bewegen (oder von der Figur aus eine Linie bis zur ersten Sprosse ziehen). Weisen Sie darauf hin, daß ehrlich zu sein immer die beste Entscheidung ist. Verwenden Sie so viele Situationen, daß Sie die Linie bis zur obersten Sprosse der Leiter ziehen können.

    1. a.

      Du findest das Spielzeug, das dein Freund oder deine Freundin verloren hat.

    2. b.

      Du findest einen Geldbeutel mit Geld darin.

    3. c.

      Eine Tüte Bonbons, die jemand anders gehört, liegt auf dem Tisch; außer dir ist niemand im Zimmer.

    4. d.

      Du gehst zu einer Veranstaltung, die Eintritt kostet. Am Eingang steht auf einem Schild: „Kinder unter acht Jahren haben freien Eintritt.“

    5. e.

      Die Verkäuferin gibt dir zuviel Wechselgeld heraus.

    6. f.

      Dein Freund oder deine Freundin bittet dich, bei einer Klassenarbeit bei dir abschreiben zu dürfen.

    7. g.

      Jemand erzählt dir etwas Unfreundliches über jemand anderen.

    8. h.

      Du hast deinen Eltern versprochen, zu einer bestimmten Zeit zu Hause zu sein, aber dein Freund oder deine Freundin möchte, daß du noch länger bleibst.

  6. 6.

    Schildern Sie mehrere Situationen wie die folgenden, die die Kinder im Rollenspiel darstellen können. Es sollen Situationen sein, in denen die Kinder sich entscheiden können, ihren Eltern gegenüber ehrlich oder unehrlich zu sein.

    1. a.

      Deine Mutter bittet dich, auf deinen kleinen Bruder aufzupassen. Du möchtest lieber lesen. Du weißt, daß sie aber nicht von dir verlangen wird, auf ihn aufzupassen, wenn du sagst, du müßtest noch Hausaufgaben machen.

    2. b.

      Du zerbrichst aus Versehen die Lieblingsschüssel deiner Mutter, als sie gerade nicht da ist.

    3. c.

      Du hast deinem Vater versprochen, ihm am Samstag bei einem Vorhaben zu helfen, aber nun haben deine Freunde etwas geplant, wo du auch dabei sein möchtest.

  7. 7.

    Wiederholen Sie den vierten Glaubensartikel.

  8. 8.

    Singen Sie „Sei immer treu!“ (Liederbuch für Kinder, Seite 80), „Halt‘ die Gebote“ (Kinderstern, September 1994), „Ich will tapfer sein“ (Kinderstern, September 1996), oder sagen Sie den Text auf.

Zum Abschluß

Zeugnis

Geben Sie Zeugnis, wie wichtig es ist, ehrlich zu sein. Erklären Sie, daß der Heilige Geist uns ein friedliches Gefühl gibt, wenn wir in allem, was wir tun, ehrlich sind.

Vorschlag für das Schriftstudium zu Hause

Bitten Sie die Kinder, zu Hause als Wiederholung Apostelgeschichte 4:32–5:10 zu lesen.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet.