Lektion 41: Jakobus lehrt uns, unsere Zunge im Zaum zu halten

Leitfaden 7: Neues Testament, (1997), 146–49


Ziel

Den Kindern dabei helfen, daß sie lernen, die Kontrolle über das zu haben, was sie sagen und denken.

Vorzubereiten

  1. 1.

    Studieren Sie gebeterfüllt Matthäus 5:33–37, Jakobus 1:26, 3:2–13, 5:12, 1 Peter 3:10, Exodus 20:7, und Mosiah 4:30. Befassen Sie sich dann mit der Lektion, und überlegen Sie, wie Sie den Kindern die Abschnitte aus der Schrift vermitteln wollen. (Siehe „Die Unterrichtsvorbereitung“, Seite VI, und „Die Abschnitte aus den heiligen Schriften lehren“, Seite VII.)

  2. 2.

    Überlegen Sie, welche Fragen und welche Vorschläge für Aktivitäten sich am besten dafür eignen, die Kinder in den Unterricht einzubeziehen, damit sie das Unterrichtsziel erreichen.

  3. 3.

    Fertigen Sie mehrere Dreiecke aus Papier an. Schreiben Sie die folgenden Begriffe und Aussagen jeweils auf ein Dreieck, das mit der Spitze nach unten zeigt: Klatsch, falsch aussagen, Lügen, streiten, fluchen, den Namen des Herrn mißbrauchen, zornige Worte. Schreiben Sie die folgenden Begriffe und Aussagen jeweils auf ein Dreieck, das mit der Spitze nach oben zeigt: freundliche Worte, Komplimente, höfliche Worte, Wahrheit, Gebet, Frieden stiften.

    good and bad words
  4. 4.

    Sie brauchen:

    1. a.

      Die Bibel oder das Neue Testament für jedes Kind.

    2. b.

      Klebeband (oder etwas Ähnliches), um die Dreiecke an der Tafel zu befestigen.

Vorschlag für den Unterrichtsablauf

Bitten Sie ein Kind um das Anfangsgebet.

Das Interesse wecken

Teilen Sie die Kinder in kleine Gruppen ein, und lassen Sie jede Gruppe vorführen, wie man die Kontrolle über ein Pferd, ein Fahrrad, einen Hund (beim Spazierengehen), ein Auto, ein Boot oder etwas Ähnliches behält. Die ubrigen Kinder dürfen raten, was die Gruppe macht.

  • Was geschieht, wenn jemand die Kontrolle darüber verliert?

Erklären Sie, daß die Kinder in der Lektion lernen, wie sie die Kontrolle über etwas behalten können, das sie immer bei sich haben. Es gehört zu ihrem Körper, aber es sind nicht ihre Hände oder ihre Füße.

  • Was könnte es wohl sein?

Bitten Sie die Kinder, darauf zu achten, welcher Körperteil gemeint ist, während Sie Jakobus 3:3–5 vorlesen.

  • Was sagt uns diese Schriftstelle über unsere Zunge?

Aus der heiligen Schrift

Lehren Sie die Kinder, was in Matthäus 5:33–37, Jakobus 1:26, 3:2–13, und 1 Peter 3:10 steht. (Vorschläge dazu siehe „Die Abschnitte aus den heiligen Schriften lehren“, Seite VII.) Erklären Sie, daß falsche Rede bedeutet, daß man versucht, andere zu täuschen oder zu betrügen. Vermitteln Sie den Kindern, daß die Zunge zwar nur ein kleiner Teil des Körpers ist, daß sie sich aber sehr anstrengen müssen, um sie im Zaum zu halten.

Besprechen/Fragen

Lesen Sie bei der Unterrichtsvorbereitung die folgenden Fragen sowie die angegebenen Schriftstellen. Entscheiden Sie sich für die Fragen, die den Kindern Ihrer Ansicht nach die Schriftstellen am besten veranschaulichen und ihnen zeigen, wie sie die gelernten Grundsätze anwenden können. Wenn Sie die Schriftstellen im Unterricht gemeinsam lesen und besprechen, können die Kinder neue Erkenntnisse gewinnen.

  • Was bedeutet es, unsere Zunge im Zaum zu halten? (Jakobus 1:26.) Warum können wir unseren ganzen Körper im Zaum halten, wenn wir unsere Zunge im Zaum halten können? (Jakobus 3:2.)

  • Warum kann eine natürliche Quelle nicht zugleich süßes und bitteres Wasser oder zugleich Salzwasser und Süßwasser hervorbringen? (Jakobus 3:11–12.) Was meinte Jakobus, als er sagte, ein Feigenbaum könne keine Oliven tragen und ein Weinstock könne keine Feigen tragen? (Jakobus 3:12.) Was wollte er uns mit diesen Beispielen lehren? (Jakobus 3:10.)

  • Was geschieht mit uns, wenn wir anfangen, unfreundliche oder harte Worte zu reden? Wie wirkt sich das auf das Gute aus, das wir sagen?

  • Welche Gebote gab Jesus uns im Hinblick darauf, was und wie wir reden sollen? (Matthäus 5:33–37.) Warum ist es wichtig für uns, diese Gebote zu halten?

Zeichnen Sie eine horizontale Linie an die Tafel. Legen Sie die Dreiecke mit der Schrift nach unten auf den Tisch, und lassen Sie jedes Kind ein Dreieck aussuchen, vorlesen und dann oberhalb der Linie befestigen, falls die Spitze nach oben zeigt, und unterhalb der Linie, falls die Spitze nach unten zeigt. (Siehe die Abbildung im Abschnitt „Vorzubereiten“.)

  • Besprechen Sie jeden Begriff bzw. jede Aussage, während das Kind das Dreieck befestigt. Besprechen Sie, warum das, was oberhalb der Linie befestigt wurde, etwas Positives ist und warum das, was unterhalb der Linie befestigt wurde, etwas Negatives ist. Wie fühlt ihr euch, wenn ihr zu jemand oder über jemand etwas Freundliches sagt? Wie fühlt ihr euch, wenn ihr jemand ein Kompliment macht? Warum fühlen wir uns selbst auch besser, wenn wir etwas Gutes über jemand anders sagen?

  • Was steht in den Zehn Geboten darüber, wie wir über den Herrn sprechen sollen? (Exodus 20:7.) Warum ist es wichtig, daß wir nur ehrfürchtig vom himmlischen Vater und von Jesus Christus sprechen? Wie kann das Halten dieses Gebotes dazu beitragen, daß wir dem himmlischen Vater und Jesus ähnlicher werden? (Sie können die Geschichte von Präsident Spencer W. Kimball aus lektion 8noch einmal erzählen.)

  • Wie behalten wir die Kontrolle über unsere Zunge und über das, was wir tun? Vermitteln Sie den Kindern, daß das, was wir denken und fühlen, bestimmt, was wir sagen und tun. Indem wir unsere Gedanken beherrschen, können wir auch beherrschen, was wir sagen. Wie können wir unsere Gedanken beherrschen? Besprechen Sie die folgenden Vorschläge:

    • Fragt euch: „Was erwartet Jesus in dieser Situation von mir?“

    • Denkt an eine Lieblingsschriftstelle

    • Singt oder summt laut oder in Gedanken ein PV-Lied oder ein Kirchenlied.

    • Betet um Hilfe.

    • Denkt daran, daß ihr ein Kind Gottes seid.

    • Überlegt, welches Verhalten sich eure Eltern von euch wünschen würden.

Zur Vertiefung

Sie können einen oder mehrere der folgenden Vorschläge während des Unterrichts oder als Wiederholung, Zusammenfassung oder Auftrag verwenden.

  1. 1.

    Erzählen Sie die folgende Geschichte über Joseph Smith (Sie können auch jemand, der gut vorlesen kann, bitten, die Geschichte auf Kassette aufzunehmen):

    Joseph Smith wurde wiederholt von Menschen, die ihn nicht leiden konnten, ins Gefängnis gebracht, obwohl sie nie beweisen konnten, daß er irgend etwas Unrechtes getan hatte. Eines Abends wurde er zusammen mit einigen anderen Männern in einem kalten, erbärmlichen Gefängnis festgehalten, wo ihnen Ketten um die Knöchel gelegt wurden und sie auf dem harten Boden schlafen mußten. Sie versuchten zu schlafen, aber die Wachen unterhielten sich sehr laut. Sie fluchten und erzählten einander, was sie den Mitgliedern der Kirche Schreckliches angetan hatten.

    Nachdem sich Joseph diese schrecklichen Reden angehört hatte, sprang er plötzlich auf und sagte zu den Männern: „SCHWEIGT! … Im Namen Jesu Christi gebiete und befehle ich euch, still zu sein! Ich will keine Minute mehr leben, wenn ich eine solche Sprache anhören muß.“ Die Wachen ließen ihre Waf-fen fallen und baten ihn um Vergebung. Den Rest der Nacht blieben sie still. (Siehe „Die Macht eines guten Lebens“, Der Stern, Juli 1994, Seite 41.)

    • Was könnt ihr tun, wenn jemand in eurer Nähe flucht oder eine unanständige Geschichte erzählt?

  2. 2.

    Fädeln Sie einen Ring oder eine kleine Garnspule auf eine lange Schnur und verknoten Sie die beiden Enden der Schnur. Die Kinder sollen sich im Kreis aufstellen und die Schnur festhalten. Wählen Sie ein Kind aus, das in die Mitte des Kreises stehen darf. Die anderen Kinder geben nun den Ring oder die Garnspule von einer Hand zur anderen weiter. Wenn Sie „Halt!“ sagen, darf das Kind, das den Ring gerade hält, etwas Gutes über das Kind in der Mitte sagen. Dann darf das Kind in der Mitte mit dem Kind, das etwas Nettes gesagt hat, die Plätze tauschen, und das Spiel geht weiter. Fahren Sie damit fort, bis jedes Kind einmal in der Mitte war. Sie können auch selbst über jedes Kind noch etwas Positives sagen. Sprechen Sie darüber, wie wir uns fühlen, wenn wir etwas Gutes sagen, und wie wir uns fühlen, wenn über uns etwas Gutes gesagt wird. (Wenn Ihre Klasse für diese Aktivität zu klein ist, lassen Sie einfach jedes Kind etwas Gutes über die anderen Kinder sagen.)

  3. 3.

    Vergleichen Sie einen schlechten Gedanken mit dem kleinen eisernen Keil aus der folgenden Geschichte über einen kleinen Jungen, der auf einer Farm lebte. Präsident Spencer W. Kimball hat sie erzählt:

    Einmal fand ein kleiner Junge, der vom Feld nach Hause kam, einen eisernen Keil. (Erklären Sie, wie ein Keil aussieht.) Er wußte, daß er bereits zu spät zum Essen kam, deshalb brachte er den Keil nicht in den Holzschuppen, wo er hingehörte, sondern legte ihn zwischen die Aste eines jungen Walnußbaumes, den sein Vater in der Nähe des Eingangstors gepflanzt hatte. Er wollte den Keil später wieder herunterholen und in den Schuppen bringen, aber das tat er nie. Der Keil blieb dort jahrelang, und der Baum wuchs darum herum, bis er zu einem sehr großen Baum wurde.

    Viele Jahre später spaltete sich in einer frostigen Winternacht, als der Regen festfror, einer der drei Hauptäste des großen Baumes ab. Das brachte den übrigen Baum so aus dem Gleichgewicht, daß er umfiel. Als der Sturm vorüber war, war kein einziger dünner Zweig des Baumes stehengeblieben.

    Früh am nächsten Morgen ging der Farmer – es war der Junge, der inzwischen älter geworden war – hinaus und sah den zerstörten Walnußbaum. Er dachte: „Ich hätte viel darum gegeben, um das zu verhindern. Das war der schönste Baum im ganzen Tal.“

    Der Farmer hatte den Keil vergessen, aber er war immer noch dort. Obwohl der Baum groß gewachsen war, hatte der Keil ihn geschwächt. Der Baum hätte den Sturm normalerweise überstanden, aber wegen des Keiles, der viele Jahre zuvor dort hingelegt worden war, war der Baum nicht so stark, wie er hätte sein sollen. Der Keil verursachte, daß der Baum fiel und zerbrach. (Aus Samuel T. Whitman, “Forgotten Wedges,” zitiert von Spencer W. Kimball, Generalkonferenz, April 1966.)

    • Inwiefern sind schlechte Gedanken wie ein Keil? Wenn wir einen schlechten Gedanken haben, kann er, wie der Keil im Baum, sich tiefer in unseren Sinn graben und zu einem großen Problem werden. Deshalb sollen wir uns von schlechten Gedanken sofort befreien.

  4. 4.

    Besprechen Sie das Sprichwort, das besagt: „Wie ein Mensch im Herzen denkt, so ist er.“ Sprechen Sie auch darüber, was die Kinder tun können, damit sie nicht die Beherrschung verlieren, beispielsweise bis zehn zählen, wenn sie wütend oder verletzt sind.

Zum Abschluß

Zeugnis

Bezeugen Sie, daß wir lernen müssen, unsere Zunge im Zaum zu halten, damit wir dem himmlischen Vater und Jesus Christus ahnlicher werden können. Erzählen Sie, wie Sie (oder jemand, den Sie kennen) sich einmal dem Herrn näher gefühlt haben, weil Sie etwas Gutes gesagt haben, anstatt etwas Schlechtes zu sagen. Ermutigen Sie die Kinder, daß sie in der kommenden Woche versuchen, sich immer gut zu überlegen, was sie sagen.

Vorschlag für das Schriftstudium zu Hause

Bitten Sie die Kinder, zu Hause als Wiederholung Jakobus 3:3–10 zu lesen.

Bitten Sie ein Kind um das Schlußgebet.