Einleitung: Auf die Weise des Erretters lehren

Auf die Weise des Erretters lehren, 2015


Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie daran denken, wie der Erretter lehrte? Können Sie sich vorstellen, wie er die Menschen am See belehrt, sich allein mit der Frau am Brunnen unterhält oder ein kleines Kind segnet? Was fällt Ihnen beim Lesen in den heiligen Schriften daran auf, wie er anderen half, zu lernen und zu wachsen? Was bedeutet es Ihrer Meinung nach, auf die Weise des Erretters zu lehren?

Wie der Erretter lehrte

Jesus Christus hat erklärt: „Ich bin der Weg.“ (Johannes 14:6.) Wenn Sie über sein Leben und Ihre Aufgabe als Lehrer nachdenken, werden Sie feststellen, dass man ein guter Lehrer wird, indem man dem Erlöser ähnlicher wird. Der Erretter lehrte auf seine Weise, weil es seinem Wesen entsprach und er von der „Kraft des Geistes“ erfüllt war (Lukas 4:14). Wenn wir wie der Erretter lehren möchten, müssen wir so leben, wie er gelebt hat.

Wie hat er gelebt?

Der Erretter war von Liebe erfüllt. Ganz gleich, ob er einen reumütigen Sünder ermutigte, seine Jünger schulte oder die Pharisäer zurechtwies – alles, was der Heiland tat, war ein Ausdruck von Liebe. Und weil er die Menschen liebte und ihre Bedürfnisse verstand, unterwies er sie auf eine Weise, die sie ansprach. Wenn er lehrte, wurden vertraute Erlebnisse aus dem wahren Leben wie das Fischen, die Geburt eines Kindes und das Hüten von Schafen zu geistigen Lektionen.

Der Erlöser strebte danach, den Willen seines Vaters zu erkennen und zu erfüllen, und verkündete dessen Lehre. Jesus war schon als Kind „in dem …, was [seinem] Vater gehört“ und bemühte sich, „immer das [zu tun], was ihm gefällt“. „Meine Lehre stammt nicht von mir“, sagte er, „sondern von dem, der mich gesandt hat.“ (Lukas 2:49; Johannes 8:29; 7:16.)

Der Heiland weihte sich voll und ganz seiner heiligen Aufgabe, nämlich Gottes Kinder zu ihm zurückzubringen. Jesus gab also nicht nur Wissen weiter, er übertrug seinen Jüngern wichtige Aufgaben, die ihren Glauben stärkten und an denen sie wuchsen. Er vertraute ihnen, bereitete sie vor und sandte sie in alle Welt, um andere zu unterweisen, zu segnen und ihnen zu dienen (siehe Matthäus 10:1,5-8).

Der Erretter liebte die heiligen Schriften und nutzte sie, um zu lehren und für seine Mission Zeugnis abzulegen. Er lehrte die Menschen, in den heiligen Schriften zu forschen, um selbst Antworten auf Fragen zu finden. Wenn er das Wort Gottes mit Macht lehrte, erkannten die Menschen für sich selbst, dass die heiligen Schriften wahr sind (siehe Lukas 24:32).

Der Heiland lebte, was er lehrte. Er war in jeder Situation ein vollkommenes Beispiel. Er lehrte seine Jünger, wie man betet, indem er mit ihnen betete (siehe Lukas 11:1-4). Er lehrte sie, andere zu lieben und ihnen zu dienen, und zwar durch die Art und Weise, wie er sie liebte und ihnen diente. Er lehrte sie, wie man das Evangelium lebt, indem er so lebte. Er lehrte immer – oft im formellen Rahmen, aber genauso oft bei jemandem zu Hause und in persönlichen, zwanglosen Gesprächen (siehe Matthäus 4:23; Markus 14:3-9).

Es gibt noch viel mehr, was Sie über die Weise des Erretters, zu lehren, in Erfahrung bringen können. Eines jedoch ist sicher: Die Macht, wahrhaftig auf seine Weise zu lehren, fließt Ihnen zu, wenn Sie mehr über ihn erfahren und ihm nachfolgen. Die Aufforderung, auf die Weise des Erretters zu lehren, ist ein wichtiger Teil seines Aufrufs „Komm und folge mir nach!“ (Lukas 18:22.)

Christ teaching mother and daughters

Sie können auf die Weise des Erretters lehren

Sie sind ein Jünger Jesu Christi. Das bedeutet, dass Sie ein Lehrer sind, denn zu den Aufgaben eines Jüngers gehört es, andere zu unterweisen, zu segnen und aufzubauen. Sie mögen eine Zeit lang formell als Lehrer berufen sein, aber die Verantwortung, zu lehren, tragen Sie immer, besonders wenn Sie Kinder haben. Manchmal kann diese Verantwortung überwältigend scheinen. Vielleicht befürchten Sie, dass Sie nicht genug wissen, dass Sie nicht genug Erfahrung im Unterrichten haben oder dass Sie einfach kein guter Lehrer sind. Ihr Vater im Himmel, der Sie ganz genau kennt, hat Sie jedoch als Lehrer berufen, weil er weiß, wozu Sie als treuer Jünger Jesu Christi imstande sind. Er wird Sie nicht im Stich lassen.

Hier sind nur einige der vielen Quellen der Kraft und Unterstützung, die er zur Verfügung gestellt hat, damit Sie auf seine Weise lehren können.

Die Macht des Heiligen Geistes. Wenn Sie sich bemühen, das Evangelium würdig zu leben, offenbart der Heilige Geist Ihnen Gottes Willen. Er wird Ihnen Gedanken, Eindrücke und kreative Ideen dazu eingeben, wie Sie anderen helfen können, zu lernen. Er wird Sie wissen lassen, auf welche Evangeliumsgrundsätze Sie sich konzentrieren sollen. Und er wird das Herz derer berühren, die Sie unterweisen, und sie inspirieren, sich zu ändern. Der Heilige Geist wird es Ihnen ermöglichen, ein „Lehrer [zu sein], der von Gott gekommen ist“, weil der Geist der wahre Lehrer ist. Wenn der Geist bei Ihnen ist, lehren Sie mit der Macht Gottes und tragen dazu bei, dass Menschen sich bekehren (Johannes 3:2; siehe auch 2 Nephi 33:1).

Die mit Ihrer Berufung und Einsetzung verbundene Verheißung. Ihre Berufung zu lehren kommt vom Herrn, nicht von einem Menschen. Präsident Thomas S. Monson hat verheißen. „Wen der Herr beruft, dem gibt er auch die nötigen Fähigkeiten.“1 Außerdem sind Sie unter der Leitung derjenigen eingesetzt worden, die die Schlüssel des Priestertums tragen. Folglich haben Sie das Recht auf die persönliche Offenbarung, die Sie brauchen, um erfolgreich zu sein. Diese Segnungen erlangen Sie, wenn Sie nach ihnen streben, treu bleiben und sich bemühen, würdig zu sein.

Die Macht des Gebets. Ihr Vater im Himmel ist immer da. Sie können sich im Gebet direkt an ihn wenden. „Bittet den Vater in meinem Namen“, so die Worte des Erretters, „dann werdet ihr den Heiligen Geist haben.“ (LuB 18:18; siehe auch LuB 42:14.)

Ihre Liebe, ihre Talente und Erfahrungen. Sie können den Kindern Gottes ein Segen sein, indem Sie sie liebhaben, Ihre von Gott gegebenen Gaben anwenden und auf Ihre Lebenserfahrungen zurückgreifen. Wenn Sie treu dienen und sich um Gottes Hilfe bemühen, wird er Sie groß machen und Sie werden immer fähiger darin, das Evangelium auf die Weise des Erretters zu lehren.

Die Macht des Gotteswortes. Die Lehre in den heiligen Schriften und den Worten der Propheten aus den Letzten Tagen hat die Macht, Herzen zu wandeln und Glauben zu stärken. Wenn Sie und Ihre Schüler „die Kraft des Gotteswortes [erproben]“, werden Sie feststellen, dass es „sehr dazu [führt], dass das Volk das [tut], was gerecht [ist]“ (Alma 31:5).

Liebevolle Führungsbeamte. Ihre Priestertumsführer und die Führungsbeamten Ihrer Hilfsorganisation möchten Sie unterstützen, damit Sie Erfolg haben. Bitten Sie sie um Rat, während Sie sich bemühen, ein besserer Lehrer zu werden, und wenn Sie darüber nachdenken, was Ihre Schüler brauchen.

Die Beiträge der Schüler. Jeder Einzelne in Ihrer Klasse ist eine reichhaltige Quelle an Zeugnis, Erkenntnissen und Erfahrungen im Anwenden des Evangeliums. Bitten Sie alle, sich zu beteiligen und einander aufzubauen.

Denken Sie daran, dass Gott Sie berufen hat und Ihnen die nötigen Fähigkeiten geben wird. Die Unterweisung im Evangelium ist ein wesentlicher Teil seines großen Erlösungswerks, und „wenn wir im Auftrag des Herrn handeln, haben wir auch ein Anrecht auf seine Hilfe“2.

Beispielvideovideo icon

Sehen Sie sich das Video „Das Evangelium auf die Weise des Erretters lehren“ auf LDS.org an.

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Für den Gesprächsleiter

Sich austauschen und beraten. Ermuntern Sie die Lehrer zunächst, zu berichten, welche Erfahrungen sie in letzter Zeit im Unterricht gemacht haben, und Fragen in Bezug auf das Lehren zu stellen.

Gemeinsam lernen. Besprechen Sie gemeinsam mit den Lehrern mindestens eine der Anregungen aus diesem Abschnitt. Versuchen Sie nicht, alles in nur einer Zusammenkunft abzuhandeln.

Üben. Fordern Sie die Lehrer auf, die Fragen in der Selbsteinschätzung „Sich als christlicher Lehrer verbessern“ in diesem Heft durchzuarbeiten.

Vorbereiten. Wählen Sie gemeinsam ein Thema für die nächste Zusammenkunft aus und bitten Sie die Lehrer, sich darauf vorzubereiten.

Quellenangaben anzeigen

  1.   1.

    Thomas S. Monson, „Zum Dienen berufen“, Der Stern, Juli 1996, Seite 42

  2.   2.

    Thomas S. Monson, „Lernen, tun, sein“, Liahona, November 2008, Seite 62