Sich geistig vorbereiten

Auf die Weise des Erretters lehren, 2015


In Vorbereitung auf sein irdisches Wirken wurde der Erretter „vom Geist hinaufgeführt“, um zu fasten, zu beten und um „mit Gott zu sein“ (Joseph-Smith-Übersetzung, Matthäus 4:1). Wenn man das Evangelium eindringlich lehren möchte, muss man nicht nur den Unterricht vorbereiten, sondern auch sich selbst. Da der Geist der wahre Lehrer und die wahre Quelle der Bekehrung ist, konzentrieren sich erfolgreiche Evangeliumslehrer zunächst darauf, ihr Herz mit dem Heiligen Geist zu füllen, ehe sie sich Gedanken darüber machen, wie sie ihre Unterrichtszeit füllen.

Häufen Sie „die Worte des Lebens auf wie einen Schatz“

Wenn wir uns gebeterfüllt mit dem Wort Gottes befassen, bringt uns das mit dem Heiligen Geist in Einklang. Er kann uns dann, wenn wir andere unterweisen und erbauen, dazu inspirieren, auf etwas zurückzugreifen, womit wir uns beschäftigt haben. Aus diesem Grund ist es bei der Unterrichtsplanung das Beste, sich zunächst eifrig mit den heiligen Schriften und den Worten der Propheten zu befassen, ehe man Zusatzmaterial zurate zieht. Der Herr verheißt uns, dass uns im richtigen Moment eingegeben wird, was wir sagen und wie wir lehren sollen, wenn wir in unserem Sinn beständig die Worte des Lebens aufhäufen wie einen Schatz (siehe LuB 84:85).

Fragen zum Nachdenken. Was bedeutet es, die heiligen Schriften in meinem Sinn aufzuhäufen „wie einen Schatz“? War mir eine Schriftstelle schon einmal wie ein Schatz?

Beispiel aus den heiligen Schriften. Als Hyrum Smith wissen wollte, wie er beim Werk der Wiederherstellung mithelfen konnte, antwortete der Herr mit der Offenbarung in Lehre und Bündnisse 11 (siehe auch LuB 23:3). Welchen Rat finde ich dort, der auch für mich als Lehrer gilt?

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Bemühen Sie sich täglich um Offenbarung

Offenbarung kommt oft „Zeile um Zeile“ (2 Nephi 28:30), es wird nicht alles auf einmal gegeben. Deshalb ist es das Beste, wenn man bereits eine Woche im Voraus mit der Unterrichtsvorbereitung beginnt. Wenn Sie darüber nachdenken, wie die von Ihnen behandelten Evangeliumsgrundsätze den Unterrichtsteilnehmern von Nutzen sind, stellen sich während alltäglicher Beschäftigungen Ideen und Eindrücke ein – auf dem Weg zur Arbeit, während der Hausarbeit oder während Sie Zeit mit der Familie oder mit Freunden verbringen. Betrachten Sie die geistige Vorbereitung nicht als etwas, wofür Sie sich extra Zeit nehmen, sondern als etwas, was Sie ständig machen.

Frage zum Nachdenken. Was kann ich tun, um jeden Tag empfänglicher für geistige Führung zu sein?

Beispiel aus den heiligen Schriften. Welche Evangeliumslektionen hat der Erretter in alltäglichen Beschäftigungen erkannt? (Siehe zum Beispiel Matthäus 13:1-23; Johannes 4:6-14.)

Siehe auch Elder David A. Bednar „Schnell im Beobachten“, Liahona, Dezember 2006, Seite 15–20.

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Schreiben Sie Eindrücke auf

Wenn Sie Erkenntnisse und Eindrücke zu einer Lektion erhalten, halten Sie sie in irgendeiner Weise fest, damit Sie sich an sie erinnern und sie später noch einmal nachlesen können. Sie könnten ein Notizheft, Karteikarten oder ein elektronisches Gerät bei sich haben, um Eindrücke sofort notieren zu können, während Sie „noch im Geist“ (LuB 76:80,113) sind. Wenn Sie sich geistige Eingebungen notieren, zeigen Sie dem Herrn, dass Sie seine Weisung zu schätzen wissen. Er wird Sie dafür immer häufiger mit Offenbarung segnen.

Ermuntern Sie auch Ihre Schüler, sich ihre Eindrücke zu notieren. Kleine Kinder könnte man dazu anhalten, ihren Eltern oder Geschwistern von ihren Erkenntnissen und Erfahrungen zu erzählen. Elder Richard G. Scott hat verheißen: „Erkenntnisse, die man sorgfältig aufzeichnet, hat man zur Verfügung, wenn man sie braucht. … [Wenn man sich geistige Eingebungen notiert,] erhöht [das] die Wahrscheinlichkeit, dass man mehr Licht erhält.“1

Frage zum Nachdenken. Welche Methoden, geistige Eindrücke festzuhalten, funktionieren bei mir am besten?

Beispiel aus den heiligen Schriften. Als der Erretter die Nephiten besuchte, wollte er ihre Aufzeichnungen sehen. Was lerne ich aus seinen Worten in 3 Nephi 23:7-14 darüber, wie wichtig es ist, Inspiration, die ich empfange, aufzuschreiben?

Für den Gesprächsleiter

Sich austauschen und beraten. Ermuntern Sie die Lehrer zunächst, zu berichten, welche Erfahrungen sie in letzter Zeit im Unterricht gemacht haben, und Fragen in Bezug auf das Lehren zu stellen.

Gemeinsam lernen. Besprechen Sie gemeinsam mit den Lehrern mindestens eine der Anregungen aus diesem Abschnitt. Sie könnten sie beispielsweise bitten, von Eindrücken zu berichten, die sie beim Studieren der Beispiele aus den heiligen Schriften bekommen haben.

Auffordern. Fordern Sie die Lehrer auf, sich geistige Eindrücke aufzuschreiben, die sie bei ihrer Vorbereitung auf die nächste Gelegenheit zu lehren – auch zu Hause und in der Familie – bekommen. Beim nächsten Lehrerforum sollen sie sich dann darüber austauschen, sofern es angebracht ist.

Vorbereiten. Wählen Sie gemeinsam ein Thema für die nächste Zusammenkunft aus und bitten Sie die Lehrer, sich darauf vorzubereiten.

Quellenangaben anzeigen

  1.   1.

    Richard G. Scott, „Geistige Erkenntnis erlangen“, Der Stern, Januar 1994, Seite 82