Jugendliche unterweisen

Auf die Weise des Erretters lehren, 2015


Aus vielen Begebenheiten in den heiligen Schriften geht deutlich hervor, dass Gott Vertrauen in die geistigen Fähigkeiten junger Menschen hat. Samuel war noch ein Junge, als er die Stimme des Herrn im Tempel hörte. Mormon war erst zehn Jahre alt, als er schon die geistigen Gaben vorwies, die ihn für seine heilige Mission befähigten. Joseph Smith war 14, als er die Offenbarung bekam, mit der die Wiederherstellung eingeleitet wurde. Und der Erretter selbst war zwölf, als er im Tempel angetroffen wurde, wo er lehrte und das Werk seines Vaters verrichtete. Wenn Sie Jugendliche unterrichten, haben Sie die Gelegenheit, sie in dem großen Werk zu unterstützen, für das der Vater im Himmel sie vorbereitet hat.

Boy Jesus in the Temple

Unterstützen Sie die Eltern

Der Herr hat den Eltern die Hauptverantwortung dafür übertragen, ihre Kinder zu unterweisen. Daher sollten Sie mit Ihren Anstrengungen, Jugendliche auf die Weise des Erretters zu lehren, die Bemühungen der Eltern unterstützen. Teilen Sie den Eltern der Jugendlichen mit, worüber Sie im Unterricht sprechen. Beraten Sie sich mit ihnen, um sich darüber zu informieren, was die Jugendlichen in Ihrer Klasse brauchen, und herauszufinden, wie Sie dem am besten gerecht werden können. Sie könnten mit den Eltern durch regelmäßige E-Mails oder SMS kommunizieren oder sich von Zeit zu Zeit mit ihnen treffen.

Tun Sie Ihr Möglichstes, um die Beziehung zwischen den Jugendlichen und ihren Eltern zu stärken. Den Jugendlichen ist es manchmal am liebsten, Sie um Rat zu fragen. Insoweit es möglich ist, ermutigen Sie sie jedoch, sich auch von den wichtigsten Lehrern in ihrem Leben – ihren Eltern – Rat zu holen.

Frage zum Nachdenken. Wie kann ich mit den Eltern der Jugendlichen, die ich unterrichte, am besten zusammenarbeiten?

Beispiel aus den heiligen Schriften. Welche Eindrücke habe ich hinsichtlich der Jugendlichen, die ich unterrichte, wenn ich den Bericht über Helamans 2000 junge Krieger lese? (Siehe Alma 53:17-21; 56:47; 57:21.)

video iconSie können sich auch die Demonstration eines Unterrichts im Video „Stärken Sie unsere Familie“ auf LDS.org ansehen.

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Setzen Sie hohe Erwartungen in die Jugendlichen und helfen Sie ihnen geduldig, sie zu erfüllen

Jugendliche zu unterrichten ist in mancher Hinsicht anders als Erwachsene zu unterrichten. Jugendliche haben oft weniger Erfahrung mit dem Evangelium und trauen sich vielleicht nicht so sehr, sich im Unterricht zu äußern. Sie können sich vielleicht nicht so lange konzentrieren und erfordern eine größere Vielfalt an Lehrmethoden wie Anschauungsunterricht, wahre Begebenheiten und visuelle Hilfsmittel. Manche Jugendliche lernen immer noch, was im Unterricht akzeptabel ist, und versuchen vielleicht, mit ihrem Verhalten die Grenzen auszutesten. Manchmal zweifeln sie an ihren Glaubensansichten und an sich selbst.

Jugendliche haben jedoch auch das Potenzial, Erstaunliches im Dienst des Herrn zu leisten. Elder David A. Bednar hat gesagt: „Ich glaube, diese Generation junger Menschen vertieft sich mehr in die Schriften, ist mit den Worten der Propheten wesentlich besser vertraut und neigt eher dazu, in den Offenbarungen nach Antworten zu suchen, als alle Generationen zuvor.“1 Und Präsident J. Reuben Clark Jr. hat ähnliches Vertrauen in die Jugend ausgedrückt: „Die Jugendlichen der Kirche hungern nach Geistigem. Ihnen liegt sehr daran, das Evangelium zu lernen, und zwar unverwässert, in aller Klarheit.“2

Wenn die Jugendlichen spüren, dass Sie ihnen vertrauen, wächst ihr eigenes Vertrauen in ihr göttliches Potenzial, und sie werden Sie damit überraschen, was sie leisten können. Lassen Sie sie auf liebevolle Weise wissen, dass Sie ihnen zutrauen, eigenständig zu lernen und sich selbst zu verpflichten, sich an die Maßstäbe des Herrn zu halten. Erklären Sie ihnen, dass der himmlische Vater weiß, wer sie einmal werden können, und vermitteln Sie ihnen eine Vorstellung davon.

Natürlich haben Jugendliche noch viel zu lernen – das gilt für uns alle. Folgen Sie dem Beispiel des Erretters und machen Sie ihnen weiterhin liebevoll Mut, arbeiten Sie geduldig mit ihnen und geben Sie sie niemals auf.

Fragen zum Nachdenken. Welche Erwartungen setze ich in die Jugendlichen, die ich unterrichte? Wie drücke ich mein Vertrauen in sie aus?

Beispiel aus den heiligen Schriften. Aus welchen Schriftstellen lerne ich, welche Erwartungen der Erretter in seine Jünger setzt? (Beispiele finden Sie in Matthäus 5:48; Johannes 13:34,35; 14:12.)

Näheres finden Sie auch unter „Die Unterrichtsteilnehmer gernhaben“ in diesem Heft.

young men in class

Geben Sie den Jugendlichen Gelegenheiten, einander zu lehren

Jugendliche vermitteln einander ständig etwas – sie erzählen, was sie erlebt haben, erklären einem Freund einen Evangeliumsgrundsatz oder geben durch ihr Verhalten ein Beispiel. Geben Sie ihnen im Unterricht häufig die Gelegenheit, einander zu lehren, denn oft lernen sie am besten voneinander und indem sie lehren. Wenn Sie Jugendliche zum Unterrichten auffordern, nehmen Sie sich die Zeit, ihnen bei der richtigen Vorbereitung zu helfen. Vermitteln Sie ihnen einige der Grundsätze aus diesem Heft und erklären Sie, wie Sie sich auf den Unterricht vorbereiten. Ziehen Sie dieses Muster in Erwägung: Erklären Sie einen Grundsatz, den sie verstehen sollen, zeigen Sie, wie man ihn anwendet, lassen Sie sie ihn üben, bewerten Sie ihre Bemühungen und geben Sie ihnen eine Chance, ihn nochmals zu üben.

So helfen Sie den Jugendlichen nicht nur bei dieser einen Lektion, sondern bereiten sie darauf vor, das Evangelium ihr Leben lang auf die Weise des Erretters zu lehren.

Frage zum Nachdenken. Wer in meiner Klasse würde davon profitieren, einmal zu unterrichten? Wie kann ich ihm helfen, dass ihm das gut gelingt?

Beispiel aus den heiligen Schriften. Was lehrt mich der Geist über die Jugendlichen in meiner Klasse, wenn ich Lukas 2:40-52 lese?

video iconSie können sich auch das Video „Lassen Sie uns unterrichten“ auf LDS.org ansehen.

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Helfen Sie den Jugendlichen, in geistiger Hinsicht eigenständig zu werden

Damit die Jugendlichen, die Sie unterrichten, in diesen gefährlichen Zeiten geistig überleben und die Mission erfüllen, die der Herr ihnen aufgetragen hat, müssen sie, was ihren Glauben und ihr Zeugnis betrifft, auf eigenen Beinen stehen. Sie müssen wissen, wie sie in Zeiten der Prüfung Kraft schöpfen können und wie sie Antworten auf ihre Fragen finden. Sie werden sich nicht auf Sie oder ihre Eltern verlassen können.

Helfen Sie den Jugendlichen im Unterricht, in den heiligen Schriften und den Worten der Propheten Evangeliumswahrheiten selbst zu entdecken, anstatt ihnen einfach nur Wissen einzuflößen. Wenn sie Fragen haben, ist es manchmal besser, ihnen beizubringen, wie sie selbst Antworten finden, anstatt die Fragen gleich zu beantworten. Sie könnten ihnen beispielsweise zeigen, wie man die Studienhilfen in den heiligen Schriften oder in der Rubrik Evangeliumsthemen auf LDS.org verwenden kann. Sie könnten auch erzählen, wie Sie sich um persönliche Offenbarung bemüht und sie empfangen haben. Legen Sie ihnen ans Herz, sich das tägliche Gebet und sinnvolles Schriftstudium zur Gewohnheit zu machen. Zeigen Sie ihnen in Wort und Tat, welch reine Freude daraus erwächst, dass man das Evangelium lernt und lebt.

Fragen zum Nachdenken. Wissen die Jugendlichen, die ich unterrichte, was sie tun müssen, wenn sie Fragen oder Bedenken in Bezug auf das Evangelium haben? Wie kann ich ihnen helfen, in geistiger Hinsicht eigenständiger zu werden?

Beispiel aus den heiligen Schriften. Was bedeutet es, seine Grundlage auf Jesus Christus zu bauen? (Siehe Helaman 5:12.) Wie kann ich den Jugendlichen dabei helfen?

Setzen Sie technische Hilfsmittel sinnvoll ein

Wenn Ihre Schüler ein eigenes elektronisches Gerät haben, dann bedenken Sie, dass solche Geräte keine Ablenkung sein müssen – sie können Hilfsmittel sein und zum Lernen beitragen. Fordern Sie die Jugendlichen auf, Schriftstellen und anderes Material der Kirche auf ihren Geräten nachzulesen, um Fragen zu beantworten. Sie können den Jugendlichen unter der Woche auch Mitteilungen und Links schicken, damit sie sich auf die nächste Lektion vorbereiten können.

Für den Gesprächsleiter

Sich austauschen und beraten. Ermuntern Sie die Lehrer zunächst, zu berichten, welche Erfahrungen sie in letzter Zeit im Unterricht gemacht haben, und Fragen in Bezug auf das Lehren zu stellen.

Gemeinsam lernen. Besprechen Sie gemeinsam mit den Lehrern mindestens eine der Anregungen aus diesem Abschnitt. Versuchen Sie nicht, alles in nur einer Zusammenkunft abzuhandeln.

Üben. Lassen Sie die Lehrer in einem Rollenspiel üben, wie man jungen Leuten helfen kann, die Wahrheit in den heiligen Schriften selbst zu entdecken. Wie würden sie die Jugendlichen dazu inspirieren, Wahrheit zu erkennen, ohne ihnen alle Antworten zu geben? Welchen Rat können die Lehrer einander geben?

Vorbereiten. Wählen Sie gemeinsam ein Thema für die nächste Zusammenkunft aus und bitten Sie die Lehrer, sich darauf vorzubereiten.

Quellenangaben anzeigen

  1.   1.

    David A. Bednar, „Ein Vorrat an lebendigem Wasser“, CES-Andacht für junge Erwachsene am 4. Februar 2007, Seite 2, LDS.org

  2.   2.

    J. Reuben Clark, Jr., Der vorgegebene Weg des Bildungswesens der Kirche, überarbeitete Ausgabe, 2004, Seite 4; siehe auch lds.org/bc/content/ldsorg/manual/seminary/32709_000.pdf, Seite 3