Lektion 12: Wir müssen geistig von neuem geboren werden

Aussagen und Lehren des Buches Mormon – Leitfaden für den Lehrer, 2015


Einleitung

Aus dem Buch Mormon wissen wir, dass „der natürliche Mensch … ein Feind Gottes“ ist (Mosia 3:19). In dieser Lektion lernen die Teilnehmer, dass wir, wenn wir umkehren und Glauben an Jesus Christus ausüben, den natürlichen Menschen überwinden, „von neuem geboren“ werden und eine mächtige Herzenswandlung erleben können. Diese Wandlung ist notwendig, wenn wir in das Reich Gottes gelangen wollen.

Zusätzlicher Lesestoff

  • David A. Bednar, „Das Sühnopfer und unsere irdische Reise“, Liahona, April 2012, Seite 12–19

  • D. Todd Christofferson, „Von neuem geboren“, Liahona, Mai 2008, Seite 76–79

Anregungen für den Unterricht

Mosia 3:19; 16:2-5; Alma 41:10,11

Man muss den natürlichen Menschen ablegen

Schreiben Sie diese Aussage von Präsident Ezra Taft Benson (1899–1994) an die Tafel. Das Zitat stammt aus dem Artikel „To ‚the Rising Generation‘“, New Era, Juni 1986, Seite 5.

„Man kann nicht schlecht handeln und sich gut fühlen. Das ist unmöglich.“ (Präsident Ezra Taft Benson)

  • Warum kann man unmöglich glücklich sein, wenn man falsche Entscheidungen trifft?

Lassen Sie Alma 41:10,11 vorlesen. Die Klasse soll darauf achten, welche Folgen Schlechtigkeit nach sich zieht. (Betonen Sie diesen Grundsatz: Schlecht zu sein macht nie glücklich.)

  • Durch welche Täuschungen versucht der Satan uns einzureden, dass das Brechen der Gebote glücklich macht?

  • Was bedeutet laut Vers 11 der Ausdruck „in einem natürlichen Zustand“? („In einem fleischlichen Zustand“, „in der Galle der Bitternis“ und „ohne Gott in der Welt“ zu sein.)

  • Inwiefern trägt Alma 41:10,11 dazu bei, dass wir verstehen, dass Sünde nicht glücklich machen kann? (Sie widerspricht dem Wesen Gottes, und die „Natur Gottes“ ist die „Natur des Glücklichseins“.)

Erklären Sie den Teilnehmern, dass wir alle von den Folgen des Falles Adams betroffen sind. Bitten Sie einen Teilnehmer, Mosia 16:2-5 vorzulesen. Die Klasse soll nach Begriffen und Formulierungen suchen, die den gefallenen Zustand der Menschheit beschreiben.

  • Mit welchen Begriffen und Formulierungen beschreibt Abinadi hier den gefallenen Zustand des Menschen?

  • Was ist mit dem Begriff „beharrt“ in Vers 5 gemeint? (Hinweis: Schlüsselwörter zu erkennen, ist eine wichtige Fertigkeit für das Schriftstudium, auf die Sie an dieser Stelle hinweisen können.)

  • Wodurch können wir aus unserem sündigen und gefallenen Zustand erlöst werden?

Die Teilnehmer sollen Mosia 3:19 für sich lesen und herausfinden, wie wir unseren gefallenen Zustand überwinden können.

  • Was bedeutet es, „den Einflüsterungen des Heiligen Geistes [nachzugeben]“?

  • Was müssen wir tun, um „den natürlichen Menschen“ abzulegen? (Die Teilnehmer sollen diesen Grundsatz herausarbeiten: Wenn wir den Eingebungen des Heiligen Geistes folgen und von der Macht des Sühnopfers Gebrauch machen, können wir den natürlichen Menschen ablegen.)

Die Teilnehmer sollen überlegen, woran sie bereits gesehen haben, dass der Erretter uns zu besseren Menschen machen kann, als wir selbst das je alleine könnten. Bitten Sie einige Teilnehmer, von ihren Erfahrungen zu berichten.

Bitten Sie die Teilnehmer, still über diese Fragen nachzudenken:

  • Was können Sie tun, um „den Einflüsterungen des Heiligen Geistes“ noch vollständiger nachzugeben?

  • Welche Eigenschaften eines Kindes, die in Mosia 3:19 aufgelistet sind, müssen Sie noch mehr entwickeln?

Mosia 5:1-5,7,8; 27:24-26

Von neuem geboren werden

Die Teilnehmer sollen Personen aus dem Buch Mormon nennen, die durch das Sühnopfer Jesu Christi eine Veränderung ihres Wesens erlebt haben.

Rufen Sie den Teilnehmern in Erinnerung, dass Alma der Jüngere und die Söhne Mosias eine Zeit lang zu den Ungläubigen in Zarahemla gehört und die Mitglieder der Kirche verfolgt hatten (siehe Mosia 27:8). Nachdem sie einen Engel gesehen hatten, hatte Alma keine Kraft mehr und konnte nicht sprechen. Nach drei Tagen empfing Alma seine Kraft wieder. Er gab Zeugnis von einer wundersamen Wandlung, die in ihm stattgefunden hatte (siehe Mosia 27:11-24).

Bitten Sie jemanden, Mosia 27:24-26 vorzulesen. Die Klasse soll darauf achten, wie Alma diese wundersame Wandlung beschreibt.

  • Aus welchen Begriffen und Formulierungen geht hier hervor, was es bedeutet, von neuem geboren zu werden?

  • Inwiefern geht aus Vers 26 hervor, wieso der Mensch von neuem geboren werden muss? (Die Teilnehmer sollen diesen Grundsatz verstanden haben: Nur wenn wir in Christus neue Geschöpfe werden, können wir das Reich Gottes ererben.)

Zur Erklärung dessen, was mit uns geschieht, wenn wir geistig von neuem geboren werden, lassen Sie Mosia 5:1-5,8 vorlesen. Die Klasse soll nach Begriffen und Formulierungen suchen, aus denen hervorgeht, dass das Volk König Benjamins eine geistige Neugeburt erlebt hat.

  • Was deutet darauf hin, dass das Volk König Benjamins eine geistige Wandlung erlebt hat? (Mögliche Antworten: Sie hatten keine Neigung mehr, Böses zu tun, sie wollten beständig Gutes tun, ihr Geist wurde erleuchtet und sie wurden mit Freude erfüllt und waren gewillt, mit dem Herrn Bündnisse zu schließen.)

  • Was brauchen wir laut Vers 2 und 4, um eine „mächtige Wandlung“ im Herzen zu erleben? (Die Teilnehmer sollen diesen Grundsatz herausarbeiten: Wenn wir Glauben an Jesus Christus ausüben und den Heiligen Geist empfangen, können wir eine mächtige Wandlung im Herzen erfahren.)

Ein Teilnehmer soll diese Aussage Elder David A. Bednars vom Kollegium der Zwölf Apostel vorlesen. Die Klasse soll darauf achten, wie Elder Bednar diese mächtige Herzenswandlung beschreibt.

Elder David A. Bednar

„Beachten Sie bitte, dass die in [Mosia 5] beschriebene Wandlung nicht geringfügig, sondern mächtig ist – eine geistige Wiedergeburt und eine grundlegende Änderung dessen, was wir fühlen und uns wünschen, was wir denken und tun und was wir sind. Tatsächlich führt das, was das Evangelium Jesu Christi ausmacht, zu einer grundlegenden und dauerhaften Änderung unseres Wesens, die durch unser Vertrauen auf ‚die Verdienste und die Barmherzigkeit und Gnade des heiligen Messias‘ (2 Nephi 2:8) möglich gemacht wird.“ („Ihr müsst von neuem geboren werden“, Liahona, Mai 2007, Seite 20.)

  • Was fällt Ihnen an Elder Bednars Beschreibung dieser mächtigen Herzenswandlung am meisten auf?

Die Teilnehmer sollen sich darüber austauschen, was wir tun können, um weiterhin eine mächtige Wandlung im Herzen zu erleben.

Die Teilnehmer sollen Mosia 5:7 für sich lesen und darauf achten, wie sich unsere Beziehung zu Jesus Christus verändert, wenn wir von neuem geboren werden.

  • Inwiefern werden wir dann Kinder Christi?

Die Teilnehmer sollen sich Gedanken darüber machen, wie bedeutsam es ist, dass wir „Kinder Christi“ werden. Lassen Sie sie erklären, inwiefern uns das bei unserem Streben, von neuem geboren zu werden, motiviert.

Alma 5:14,26,27; Ether 12:27

Die geistige Neugeburt erfordert Zeit und Mühe

Bitten Sie einen Teilnehmer, diese Aussage von Elder D. Todd Christofferson vom Kollegium der Zwölf Apostel vorzulesen. Fordern Sie die Klasse auf, zuzuhören und herauszufinden, wie er den Prozess der Herzenswandlung beschreibt:

Elder D. Todd Christofferson

„Sie mögen fragen: Warum geht diese mächtige Wandlung bei mir nicht schneller? Vergessen Sie nicht, dass die bemerkenswerten Beispiele in den heiligen Schriften – wie das vom Volk König Benjamins, von Alma und von anderen – eben genau das sind: bemerkenswert, aber nicht typisch. Bei den meisten von uns treten die Änderungen schrittweise und im Laufe der Zeit ein. Von neuem geboren zu werden, ist im Gegensatz zu einer physischen Geburt mehr ein Vorgang als ein Ereignis. Diesen Vorgang zu durchlaufen ist letztlich der Zweck unseres Erdenlebens.

Gleichzeitig wollen wir uns aber nicht darin gerechtfertigt fühlen, dass wir uns nur ein wenig Mühe geben. Geben wir uns nicht damit zufrieden, nur noch eine geringe Neigung zu haben, Böses zu tun. Nehmen wir jede Woche würdig vom Abendmahl und nehmen wir beständig die Hilfe des Heiligen Geistes in Anspruch, um in uns die letzten Spuren von Unreinheit auszumerzen. Ich bezeuge: Wenn Sie den Weg zur geistigen Wiedergeburt weiter beschreiten, nimmt die sühnende Gnade Jesu Christi Ihre Sünden und die Schmutzflecken, die diese Sünden in Ihnen hinterlassen haben, hinweg, Versuchungen verlieren ihren Reiz, und durch Christus werden Sie heilig, so wie er und der Vater heilig sind.“ („Von neuem geboren“, Liahona, Mai 2008, Seite 78.)

  • Warum ist von neuem geboren zu werden laut Elder Christofferson mehr ein Vorgang als ein Ereignis?

  • Wie hilft uns der Vorgang der geistigen Wiedergeburt dabei, so heilig wie der Vater im Himmel und sein Sohn, Jesus Christus, zu werden? (Machen Sie den Teilnehmern diesen Grundsatz deutlich: Durch die Gnade Jesu Christi können wir Vergebung erlangen und auf dem Weg zur geistigen Neugeburt Hilfe empfangen.)

Um den Teilnehmern die Bedeutung des Begriffs Gnade zu verdeutlichen, können Sie diese Aussage aus dem Bible Dictionary vorlesen:

„Der Einzelne kann dank der Gnade des Herrn – durch Glauben an das Sühnopfer Jesu Christi und durch Umkehr von seinen Sünden – Kraft und Hilfe bekommen, um gute Werke zu tun, die er andernfalls aus eigener Kraft nicht vollbringen könnte. Diese Gnade ist eine Macht, die den Menschen dazu befähigt, das ewige Leben und die Erhöhung zu erlangen, nachdem er sein Bestes getan hat.“ (Bible Dictionary, „Grace“.)

Die Teilnehmer sollen Alma 5:14,26,27 für sich lesen und herausfinden, was Alma denjenigen sagt, die den Vorgang der geistigen Neugeburt bereits begonnen und eine Herzenswandlung erlebt haben. Die Teilnehmer sollen überlegen, wie sie Almas Fragen beantworten würden.

  • Was müssen wir laut Vers 27 weiterhin tun, nachdem wir diese Herzenswandlung erlebt haben? (Wir müssen weiterhin untadelig vor Gott wandeln, demütig sein und für unsere Sünden um Vergebung bitten.)

  • Warum ist laut Alma die Demut so wichtig, wenn wir diese Herzenswandlung erleben wollen?

Sagen Sie den Teilnehmern, dass der Herr Ether erklärt hat, weshalb Demut so machtvoll und entscheidend ist bei unserem Bemühen, eine Herzenswandlung zu erleben. Rufen Sie den Teilnehmern in Erinnerung, dass in den heiligen Schriften Grundsätze oft durch die Wörter wenn und dann veranschaulicht werden. Bitten Sie die Teilnehmer, Ether 12:27 durchzulesen und auf „Wenn-dann“-Grundsätze zu achten. Besprechen Sie diese Grundsätze, sobald sie genannt werden: Wenn wir zu Jesus Christus kommen, dann zeigt er uns unsere Schwäche. Wenn wir uns demütigen und Glauben an den Herrn haben, dann lässt er Schwaches für uns stark werden.

  • Warum ist es wichtig, dass wir unsere Schwächen erkennen?

  • Was bedeutet die Aussage, „meine Gnade ist ausreichend für alle …, die sich vor mir demütigen“?

Ein Teilnehmer soll diese Aussage Elder Bruce C. Hafens von den Siebzigern vorlesen:

Elder Bruce C. Hafen

„Wenn es in Ihrem Leben also Probleme gibt, denken Sie nicht, bei Ihnen stimme etwas nicht. Die Auseinandersetzung mit diesen Problemen ist der wahre Sinn des Lebens. Wenn wir Gott näher kommen, zeigt er uns unsere Schwächen und macht uns durch sie klüger und stärker. Wenn Sie an sich also mehr Schwächen erkennen, heißt das nicht, dass Sie sich von Gott entfernen, sondern, dass Sie ihm näher kommen.“ („Das Sühnopfer – alles für alles“, Liahona, Mai 2004, Seite 97.)

  • Was können wir tun, um nicht den Mut zu verlieren, wenn wir an uns Schwächen erkennen?

Geben Sie Zeugnis, dass die Gnade Jesu Christi uns auf dem Weg zur geistigen Wiedergeburt hilft, Schwächen zu besiegen.

Lesestoff für die Teilnehmer