Lektion 14: Gottes Macht der Befreiung

Aussagen und Lehren des Buches Mormon – Leitfaden für den Lehrer, 2015


Einleitung

Das Buch Mormon enthält zahlreiche Berichte von Menschen und Gesellschaften, die in irgendeiner Form in Knechtschaft waren. Viele dieser Berichte machen deutlich, dass Jesus Christus der große Befreier ist. Von ihm können wir Hilfe erhalten, wenn Flucht oder Rettung unmöglich scheint. Wenn wir uns dem Herrn durch Umkehr, Demut und Gebet nahen, sind wir geistig eher bereit, diese Macht Gottes zur Befreiung zu erbitten und auch zu erlangen.

Zusätzlicher Lesestoff

Anregungen für den Unterricht

1 Nephi 1:20; Alma 36:1-3,27-29

Gott hat die Macht, uns zu befreien

Die Teilnehmer sollen sich fragen, ob sie schon einmal von dem Mut und der Kraft eines Menschen beeindruckt waren, der große Herausforderungen oder Schwierigkeiten zu bewältigen hatte. Sie sollen kurz davon erzählen.

Die Teilnehmer sollen 1 Nephi 1:1 für sich lesen und herausfinden, was Nephi über die Schwierigkeiten sagt, die er in seinem Leben hatte.

  • Wie bringt Nephi seine Gefühle zum Ausdruck, nachdem er „viele Bedrängnisse erlebt“ hatte?

  • Wieso spürt jemand wohl, dass Gott ihm „viel Gunst erwiesen hat“, auch wenn er Herausforderungen und Schwierigkeiten durchlebt?

Die Teilnehmer sollen einen Querverweis zwischen 1 Nephi 1:1 und 1 Nephi 1:20 herstellen und herausfinden, warum Nephi das Gefühl hat, dass Gott ihm „viel Gunst erwiesen“ habe.

  • Welcher Grundsatz in diesem Vers gibt demjenigen Hoffnung, der gerade Herausforderungen und Schwierigkeiten durchlebt? (Die Teilnehmer sollen diesen Grundsatz herausarbeiten: Wenn wir Glauben an Jesus Christus üben, kann Gott uns Barmherzigkeit erweisen und uns befreien.)

Erklären Sie, dass die Formulierung „Ich, Nephi, werde euch zeigen“ darauf hindeutet, dass Nephi nun Beispiele für Gottes Macht zur Befreiung nennt. Die Teilnehmer sollen in 1 Nephi die Kapitel 1 bis 8 und 16 bis 18 überfliegen und herausarbeiten, was Nephi alles erlebt hat und woran Gottes Macht zur Befreiung deutlich wird. Die Teilnehmer sollen kurz berichten. Sollte es den Teilnehmern schwerfallen, Beispiele zu finden, geben Sie eine oder mehrere dieser Schriftstellen vor: 1 Nephi 3:23-31; 4:1-18; 7:16-19; 8:7-12; 16:10,18-31,36-39; 17:48-55 oder 18:1-3,11-21.

Lesen Sie gemeinsam diese Aussage von Elder L. Tom Perry (1922–2015) vom Kollegium der Zwölf Apostel:

Elder L. Tom Perry

„Viele Begebenheiten im Buch Mormon haben mit Befreiung zu tun. Als Lehi mit seiner Familie in die Wildnis zog, ging es um die Befreiung vor der Zerstörung Jerusalems. Die Geschichte der Jarediten handelt ebenso wie die Geschichte der Mulekiten von einer Befreiung. Alma der Jüngere wurde von Sünde befreit. Helamans junge Krieger wurden in der Schlacht befreit. Nephi und Lehi wurden aus dem Gefängnis befreit. Das Thema „Befreiung“ zieht sich durch das gesamte Buch Mormon.“ („Die Kraft der Befreiung“, Liahona, Mai 2012, Seite 94.)

Erklären Sie, dass Alma über geistige Befreiung spricht, als er seinem Sohn Helaman seine Befreiung von der Sünde erklärt. Ein Teilnehmer soll Alma 36:1-3 vorlesen und ein anderer soll Alma 36:27-29 vorlesen (Hinweis: In Alma 5:1-12 steht ein ähnlicher Ratschlag). Die Klasse soll mitlesen und herausfinden, welche Erkenntnisse jemandem helfen könnten, der mit Herausforderungen und Schwierigkeiten zu kämpfen hat.

  • Welche Erkenntnisse haben Sie in diesen Schriftstellen gefunden, die jemandem helfen könnten, der gerade körperliche oder geistige Schwierigkeiten durchmacht?

  • Welche Art körperlicher oder geistiger Knechtschaft könnte uns heute betreffen? (Zum Beispiel: ein schlechter Gesundheitszustand, Drogen- oder Pornografiesucht, Armut, Misshandlung, Diskriminierung, Sünde, Unglauben, Auflehnung.)

Lesen Sie gemeinsam diese Aussage von Elder Jeffrey R. Holland vom Kollegium der Zwölf Apostel:

Elder Jeffrey R. Holland

„Kämpfen Sie gegen einen Dämonen der Sucht an – Tabak oder Drogen oder Spielsucht oder die üble Plage Pornografie, die heute so um sich greift? Haben Sie Eheprobleme oder ist Ihr Kind in Gefahr? Sind Sie verwirrt, was Ihr Geschlecht betrifft, oder sind Sie auf der Suche nach Selbstachtung? Stehen Sie – oder jemand, den Sie lieben – Krankheit oder Depression oder Tod gegenüber? Welche anderen Schritte Sie auch immer gehen müssen, um diese Probleme zu lösen, kommen Sie zuerst zum Evangelium Jesu Christi. Vertrauen Sie den Verheißungen des Himmels. Was das betrifft, ist Almas Zeugnis auch meines: ‚Ich weiß sicher‘, sagt er, ‚wer auch immer sein Vertrauen in Gott setzt, der wird in seinen Prüfungen und seinen Mühen und seinen Bedrängnissen gestärkt‘ [Alma 36:3].“ („Was zerbrochen ist, soll repariert werden“, Liahona, Mai 2006, Seite 70f.)

  • Womit beginnen wir laut Elder Holland am besten, wenn wir uns unserer Sorgen und Herausforderungen entledigen wollen?

1 Nephi 6:4; Mosia 21:2-5,14-16; 23:23,24; 24:13-15,21; Alma 34:9; Helaman 5:9

Jesus Christus ist der Quell der Befreiung

Die Teilnehmer sollen Gründe dafür nennen, weshalb jemand wohl ein Buch schreiben möchte. (Zum Beispiel möchte der Verfasser eine Geschichte erzählen, sein Fachwissen weitergeben oder Geld verdienen.) Lassen Sie die Teilnehmer antworten. Bitten Sie sie dann, 1 Nephi 6:4 für sich zu lesen und herauszufinden, aus welchem Grund Nephi diesen Bericht schreiben wollte.

  • Was sagt der Prophet Nephi darüber, wozu er diesen Bericht schreiben wollte? (Er will die Menschen dazu bewegen, zu Gott zu kommen und errettet zu werden.)

Geben Sie Zeugnis, dass Gott die Macht hat, uns zu erretten und somit auch zu befreien.

Schreiben Sie diese Begriffe an die Tafel und erklären Sie den Teilnehmern, dass diese Schriftstellen von Menschen handeln, die Befreiung brauchten:

Die Teilnehmer sollen die Schriftstellen an der Tafel für sich lesen und herausarbeiten, was sie daraus über den Quell der Befreiung von Herausforderungen und Not erfahren.

  • Was erfahren wir aus diesen Schriftstellen? Wer ist es, der uns befreien kann? (Lassen Sie die Teilnehmer antworten und betonen Sie diesen Grundsatz: Jesus Christus hat die Macht, uns aus unserem verlorenen und gefallenen Zustand und ebenso auch von anderen Herausforderungen des Erdenlebens zu befreien.)

Bitten Sie einen Teilnehmer, diese Aussage von Präsident Henry B. Eyring von der Ersten Präsidentschaft vorzulesen:

Präsident Henry B. Eyring

„Ich gebe Zeugnis, dass Gott die Macht hat, uns zu befreien. Irgendwann benötigen wir alle diese Macht. Jeder, der lebt, befindet sich mitten in einer Prüfung. … Zweierlei ist für uns alle gleich. Es ist Teil des Planes für das Erdenleben.

Erstens: Die Prüfungen fordern uns manchmal so sehr, dass wir das Bedürfnis nach Hilfe haben, die über das hinausgeht, was wir selbst tun können. Und zweitens: Gott macht uns allen in seiner Güte und Weisheit die Macht der Befreiung zugänglich.“ („The Power of Deliverance“, Andacht an der Brigham-Young-Universität, 15. Januar 2008, Seite 1; speeches.byu.edu.)

  • Wann haben Sie in Schwierigkeiten schon Hilfe bekommen, die über das hinausging, was Sie selbst tun konnten?

Wenn Sie genug Zeit haben, können Sie anhand des Berichts vom Volk Alma in Mosia 24:13-15 verdeutlichen, dass Gottes Befreiung nicht immer bedeutet, dass uns die Last genommen wird. Gott befreit uns oft dadurch, dass er uns die Kraft gibt, unsere Last zu tragen. Solche Umstände erfordern Geduld und Ausdauer, etwa wenn jemand sein Lebtag gesundheitliche Probleme hat. Die Befreiung kommt, wie Gott es möchte, und sie kommt gemäß seinem Zeitplan.

Mosia 7:33; 29:20; Alma 58:10,11; 3 Nephi 4:33

Die Macht der Befreiung in Anspruch nehmen

Geben Sie Zeugnis, dass es für jeden von uns Hoffnung gibt, selbst wenn wir uns in Umständen wiederfinden, aus denen es kein Entkommen und keine Rettung zu geben scheint. Sagen Sie den Teilnehmern, dass die Schriften Anweisungen dazu enthalten, wie wir die Macht der Befreiung des Erretters in Anspruch nehmen können.

Schreiben Sie diese Schriftstellenangaben an die Tafel. (Schreiben Sie die Angaben in Klammern nicht mit an. Sie sind lediglich für Sie gedacht.) Die Teilnehmer sollen die Schriftstellen lesen und herausfinden, was wir tun können, um des Erretters Macht zur Befreiung in Anspruch zu nehmen.

Mosia 7:33 (Mit voller Herzensabsicht zum Herrn wenden, ihm vertrauen, ihm eifrig dienen)

Mosia 29:20 (Demütig sein, mächtig zu Gott schreien)

Alma 58:10,11 (Unsere Seele im Gebet ausschütten, auf Befreiung hoffen)

3 Nephi 4:33 (Umkehren, demütig sein)

Geben Sie den Teilnehmern ausreichend Zeit und lassen Sie sie dann erzählen, was sie herausgefunden haben. Schreiben Sie die Antworten an die Tafel. Heben Sie diesen Grundsatz hervor: Wenn wir uns mit voller Herzensabsicht Gott zuwenden und ihn im Gebet um Hilfe bitten und dabei umkehrwillig und demütig sind, können wir seine Macht der Befreiung in Anspruch nehmen.

Lesen Sie dieses Zitat von Präsident Henry B. Eyring vor:

Präsident Henry B. Eyring

„Der Herr möchte uns immer zur Befreiung führen, und zwar dadurch, dass wir rechtschaffener werden. Dazu bedarf es der Umkehr. Und für diese braucht man Demut. Um also befreit zu werden, müssen wir immer demütig sein, damit der Herr uns an der Hand nehmen und uns durch unsere Schwierigkeiten hindurch und weiter zur Heiligung führen kann.“ („The Power of Deliverance“, Andacht an der Brigham-Young-Universität, 15. Januar 2008, Seite 4; speeches.byu.edu.)

  • Inwiefern tragen Umkehr, Demut und das Gebet dazu bei, dass wir des Herrn Macht zur Befreiung in Anspruch nehmen können?

  • Wann haben Sie oder jemand aus Ihrem Bekanntenkreis sich schon einmal um Befreiung an den Herrn gewandt und wurden auch befreit? Wie hat dadurch Ihr Vertrauen in Jesus Christus zugenommen?

Bitten Sie die Teilnehmer, darüber nachzudenken, wann sie schon einmal die Macht der Befreiung des Herrn erlebt haben. Fordern Sie sie auf, solche Erlebnisse aufzuschreiben, damit sie in Zukunft darauf zurückgreifen können. Sie können die Teilnehmer bitten, auch von Erlebnissen zu berichten, sofern diese nicht zu heilig oder zu persönlich sind.

Lesestoff für die Teilnehmer