Lektion 16: Umkehr und Vergebung

Aussagen und Lehren des Buches Mormon – Leitfaden für den Lehrer, 2015


Einleitung

Um von Sünden rein zu werden, müssen wir Glauben an Jesus Christus entwickeln, der uns zur Umkehr bewegt. Wenn wir aufrichtig umkehren, können wir Vergebung für unsere Sünden erlangen. Dies bringt unserer Seele Freude und ein ruhiges Gewissen. Wir können uns unser Leben lang Vergebung der Sünden bewahren, wenn wir treu die Gebote Gottes halten und einander lieben und einander dienen.

Zusätzlicher Lesestoff

  • D. Todd Christofferson, „Umkehr – ein Geschenk Gottes“, Liahona, November 2011, Seite 38–41

  • Neil L. Andersen, „Kehrt um, damit ich euch heile“, Liahona, November 2009, Seite 40–43

  • Craig A. Cardon, „Der Heiland möchte vergeben“, Liahona, Mai 2013, Seite 15ff.

Anregungen für den Unterricht

Alma 34:15-17; 3 Nephi 9:13,14,19-22

Glaube an Christus, der zur Umkehr bewegt

Die Teilnehmer sollen sich vorstellen, sie hätten den Auftrag erhalten, in der Abendmahlsversammlung über Umkehr zu sprechen. Lassen Sie einige Teilnehmer erzählen, wie sie den Mitgliedern diesen Grundsatz näherbringen würden. Zeigen Sie nach den Antworten das Zitat von Präsident Dieter F. Uchtdorf von der Ersten Präsidentschaft. Lesen Sie es vor:

Präsident Dieter F. Uchtdorf

„Wir brauchen starken Glauben an Christus, um umkehren zu können.“ („Der ‚Point of Safe Return‘“, Liahona, Mai 2007, Seite 100.)

  • Inwiefern stimmt das?

Bitten Sie jemanden, Alma 34:15-17 (Amuleks Unterweisung der Zoramiten in Bezug auf die Umkehr) vorzulesen. Die anderen sollen mitlesen und darauf achten, was wir laut Amulek tun müssen, damit uns vergeben werden kann.

  • Welcher Grundsatz über Vergebung kommt in diesen Versen zum Ausdruck? (Lassen Sie die Teilnehmer antworten und schreiben Sie währenddessen diesen Grundsatz an die Tafel: Um die Gnade der Vergebung zu erlangen, müssen wir an Jesus Christus glauben und uns durch diesen Glauben zur Umkehr bewegen lassen. Weisen Sie darauf hin, dass der Ausdruck „Glauben zur Umkehr“ vier Mal in diesen Versen vorkommt. Dies ist eine gute Gelegenheit, auf eine Fertigkeit für das Schriftstudium hinzuweisen, nämlich darauf, auf Wortwiederholungen zu achten.)

  • Warum müssen wir Glauben an Jesus Christus üben, um umzukehren und Vergebung zu erlangen? (Wir müssen an sein Sühnopfer glauben, damit dieses Opfer auch wirklich in unserem Leben wirken kann. Nur durch das Sühnopfer kann uns vergeben werden, sodass sich unser Herz wandelt und von Sünde rein wird [siehe Mosia 5:2].)

Damit die Teilnehmer besser verstehen, wie wir zum Heiland kommen und umkehren, erläutern Sie: Nach der großen Zerstörung in Amerika, die von seiner Kreuzigung zeugte, erklärte der Heiland, was die Menschen tun müssen, um umzukehren und seine Vergebung zu erlangen. Die Teilnehmer sollen mit einem Partner 3 Nephi 9:13,14,19-22 lesen und auf Satzteile achten, die beschreiben, was wir gemäß den Worten des Heilands tun müssen, um zu ihm zu kommen und umzukehren. Geben Sie den Teilnehmern ausreichend Zeit und lassen Sie sie anschließend berichten, was sie herausgefunden haben.

  • Welchen Grundsatz nennt der Herr hier? Was müssen wir tun, um umkehren zu können? (Unabhängig von der genauen Wortwahl sollen die Teilnehmer diesen Grundsatz erkennen: Wenn wir mit reuigem Herzen und zerknirschtem Geist zu Christus kommen, empfängt er uns und erlöst uns von unseren Sünden.)

  • Wie macht die Aufforderung des Heilands, „wie ein kleines Kind“ (Vers 22) zu ihm „zurück[zu]kommen“ (Vers 13), uns begreiflich, was ein reuiges Herz und ein zerknirschter Geist wirklich bedeuten?

  • Welche Ereignisse im Leben verschaffen uns ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist?

Ein Teilnehmer soll diese Aussage von Elder Bruce D. Porter von den Siebzigern vorlesen. Sie können für jeden Teilnehmer eine Kopie dieses Zitats mitbringen. Die Teilnehmer sollen darauf achten, wie man bei der Umkehr ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist als Opfer darbringt.

Elder Bruce D. Porter

„Was ist ein reuiges Herz und ein zerknirschter Geist? … Dass der Erretter sich dem ewigen Vater vollkommen unterordnete, zeigt, worauf es bei einem reuigen Herzen und einem zerknirschten Geist am meisten ankommt. Das Beispiel Christi lehrt uns, dass ein gebrochenes Herz ein ewiges Merkmal des Göttlichen ist. Wenn unser Herz gebrochen ist, sind wir voll und ganz offen für den Geist Gottes und erkennen, dass wir mit allem, was wir haben, und allem, was wir sind, von ihm abhängen. Was wir dafür als Opfer darbringen müssen, ist der Stolz in all seinen Formen. Wie geschmeidiger Ton von der Hand eines geschickten Töpfers kann derjenige, der ein reuiges Herz hat, von der Hand des Meisters geformt und gestaltet werden.

Ein reuiges Herz und ein zerknirschter Geist sind auch Vorbedingungen für die Umkehr [siehe 2 Nephi 2:6,7]. … Wenn wir sündigen und uns Vergebung wünschen, bedeutet ein reuiges Herz und ein zerknirschter Geist, ‚gottgewollte Traurigkeitʻ zu verspüren, die eine ‚Sinnesänderung zum Heilʻ hervorruft (siehe 2 Korinther 7:10). Dies geschieht, wenn unser Wunsch, von Sünde rein zu werden, so verzehrend ist, dass unser Herz vor Kummer schmerzt und wir uns danach sehnen, mit unserem Vater im Himmel im Reinen zu sein. Wer ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist hat, ist willens, alles zu tun, was Gott von ihm verlangt, und zwar ohne sich zu widersetzen oder Groll zu hegen. Wir hören auf, etwas auf unsere Weise zu tun, und lernen stattdessen, es auf die Weise Gottes zu tun. Wenn man sich derart unterordnet, kann das Sühnopfer wirksam werden und wahre Umkehr erfolgen.“ („Ein reuiges Herz und ein zerknirschter Geist“, Liahona, November 2007, Seite 31f.)

  • Was bedeutet es laut Elder Porter, mit reuigem Herzen und zerknirschtem Geist zu Christus zu kommen?

Bitten Sie die Teilnehmer, darüber nachzudenken, wie sie noch mehr Glauben an Jesus Christus entwickeln und ihm ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist als Opfer darbringen können. Sie können den Teilnehmern ein wenig Zeit lassen, um die Gedanken zu notieren, die ihnen der Geist eingibt.

Bezeugen Sie, dass die Gnadengabe der Umkehr uns allen zur Verfügung steht. Bitten Sie einige Teilnehmer, ihre Gedanken zum Sühnopfer des Heilands und zur Gabe der Umkehr zu äußern.

Enos 1:4-8; Mosia 4:1-3; Alma 19:29,30,33-36; 36:19-21

Sündenvergebung bringt ein Gefühl der Freude und des Friedens mit sich

  • Was können Sie jemandem sagen, der sich fragt, wie man wissen kann, ob einem frühere Sünden wirklich vergeben worden sind?

Die Teilnehmer sollen Enos 1:4-8, Mosia 4:1-3 und Alma 36:19-21 lesen und darauf achten, wie man wissen kann, dass einem seine Sünden wirklich vergeben worden sind.

  • Wie können wir laut diesen Versen wissen, dass uns unsere Sünden vergeben worden sind? (Machen Sie diesen Grundsatz deutlich: Wenn wir aufrichtig umkehren und uns unsere Sünden vergeben werden, dann ist unsere Schuld hinweggefegt und wir sind vom Geist des Herrn erfüllt und verspüren Freude und Frieden. Wenn der Geist es Ihnen eingibt, lesen Sie diese Aussage von Elder Neil L. Andersen vom Kollegium der Zwölf Apostel vor: „Allen wahrhaft Umkehrwilligen, die scheinbar keine Linderung erfahren, sage ich: Halten Sie weiterhin die Gebote! Ich verheiße Ihnen: Die Linderung wird gemäß dem Zeitplan des Herrn kommen. Heilung braucht auch Zeit.“ („Kehrt um, damit ich euch heile“, Liahona, November 2009, Seite 42.)

Bitten Sie einige Teilnehmer, Alma 19:29,30,33-36 vorzulesen, um diesen Grundsatz weiter zu vertiefen. In diesen Versen geht es um die Bekehrung König Lamonis und seines Volkes. Die Teilnehmer sollen auf die Segnungen achten, die das Volk aufgrund seiner Umkehr und seines Glaubens erhält.

  • Welche Segnungen erhalten König Lamoni, seine Frau und viele aus seinem Volk aufgrund ihrer Umkehr und ihres Glaubens konkret? (Ihr Herz wandelt sich, Engel dienen ihnen, sie werden getauft, die Kirche wird unter ihnen aufgerichtet und der Herr schüttet seinen Geist über sie aus.)

  • Haben Sie schon erlebt, dass jemand diese Segnungen erhalten hat, weil er umgekehrt und dem Herrn nähergekommen ist?

Damit die Teilnehmer die Wahrheit und Bedeutung des oben genannten Grundsatzes verstehen, bitten Sie einen Teilnehmer, das Zeugnis von Präsident Boyd K. Packer (1924–2015) vom Kollegium der Zwölf Apostel vorzulesen:

Präsident Boyd K. Packer

„Wir bekommen Briefe von Menschen, die folgenschwere Fehler begangen haben. Sie fragen: ‚Kann ich je Vergebung finden?‘

Die Antwort lautet: ‚Ja!

Das Evangelium lehrt uns, dass Erlösung von Qual und Schuld durch Umkehr erlangt werden kann. Außer für die wenigen, die zum Verderben überlaufen, nachdem sie eine Fülle empfangen haben, ist keine Gewohnheit, keine Sucht, keine Auflehnung, keine Übertretung, keine Abtrünnigkeit, kein Verbrechen von der Verheißung vollständiger Vergebung ausgenommen.

‚Kommt her, wir wollen sehen, wer von uns recht hat, spricht der Herr. Wären eure Sünden auch rot wie Scharlach, sie sollen weiß werden wie Schnee. Wären sie rot wie Purpur, sie sollen weiß werden wie Wolle.‘ Allerdings nur, fährt Jesaja fort, ‚wenn ihr bereit seid zu hören‘ [Jesaja 1:18,19].“ („Der strahlende Morgen der Vergebung“, Der Stern, Januar 1996, Seite 17.)

Die Teilnehmer sollen darüber nachdenken, wann sie bereits die Freude und den Frieden im Gewissen gespürt haben, die mit vollständiger Umkehr einhergehen.

Mosia 4:11,12,26

Uns die Sündenvergebung bewahren

Bitten Sie einen Teilnehmer, Mosia 4:11,12,26 vorzulesen. Die übrigen sollen darauf achten, was König Benjamin hier sagt. Wie können wir uns die Vergebung unserer Sünden bewahren?

  • Wie können wir uns gemäß den Worten König Benjamins unser Leben lang die Sündenvergebung bewahren? (Die Teilnehmer sollen diesen Grundsatz herausarbeiten: Wenn wir an die Liebe und Güte Gottes denken und standhaft im Glauben bleiben, andere lieben und ihnen dienen, können wir uns die Vergebung unserer Sünden bewahren.)

Damit die Teilnehmer diesen Grundsatz besser verstehen, lassen Sie das Zitat von Elder D. Todd Christofferson vom Kollegium der Zwölf Apostel vorlesen.

Elder D. Todd Christofferson

„Umkehr [bedeutet], dass man bemüht ist, sich zu ändern. Es käme einer Verhöhnung des Leidens des Erretters im Garten Getsemani und am Kreuz gleich, würden wir erwarten, dass er uns zu engelsgleichen Wesen machte, ohne dass wir uns groß anzustrengen brauchten. Im Gegenteil: Wir streben nach seiner Gnade, auf dass sie unsere eifrigsten Anstrengungen vervollständige und belohne (siehe 2 Nephi 25:23). Wir sollten wahrscheinlich genauso sehr um die Zeit und die Chance bitten, an uns zu arbeiten, uns anzustrengen und die Sünde zu überwinden, wie wir um Barmherzigkeit flehen. Gewiss lächelt der Herr auf denjenigen herab, der es sich wünscht, würdig vor dem Gericht zu erscheinen, der sich Tag für Tag entschlossen bemüht, aus Schwächen Stärken zu machen. Echte Umkehr, ein echter Wandel mag wiederholte Versuche erforderlich machen, doch es liegt etwas Läuterndes und Heiliges in solchen Bemühungen.“ („Umkehr – ein Geschenk Gottes“, Liahona, November 2011, Seite 39.)

  • Was für Gedanken und Gefühle kommen Ihnen bei dem Gedanken, dass der Herr auf Sie „herablächelt“, wenn Sie daran arbeiten, Sünde und die Schwächen des Erdenlebens zu überwinden?

Geben Sie vom Sühnopfer Jesu Christi Zeugnis. Versichern Sie den Teilnehmern, dass sie Freude und ein ruhiges Gewissen haben, wenn sie umkehren. Ermutigen Sie die Teilnehmer, sich zu prüfen und an Jesus Christus Glauben zur Umkehr zu haben.

Lesestoff für die Teilnehmer