Lektion 25: In den Tagen der Schlechtigkeit rechtschaffen leben

Aussagen und Lehren des Buches Mormon – Leitfaden für den Lehrer, 2015


Einleitung

Das Buch Mormon beschreibt die Vernichtung einzelner Menschen und ganzer Völker, die Schlechtigkeit und geheime Verbindungen zulassen. Das Buch Mormon lehrt außerdem, dass wir selbst in einer von Schlechtigkeit geprägten Umgebung rechtschaffen leben können. In dieser Lektion erfahren die Teilnehmer, was man tun kann, um in der heutigen Welt rechtschaffen zu bleiben.

Zusätzlicher Lesestoff

  • Quentin L. Cook, „Der Lohn der Rechtschaffenheit“, Liahona, Juli 2015, Seite 27–33

  • Dennis B. Neuenschwander, „Einer aus der Menge“, Liahona, Mai 2008, Seite 101ff.

Anregungen für den Unterricht

Alma 37:21,22,25-27; Helaman 6:20-26,37-40; Ether 8:18-26

Geheime Verbindungen können unsere Freiheit und ganze Zivilisationen zugrunde richten

Schreiben Sie das Wort Feindesland an die Tafel und fragen Sie die Klasse nach der Bedeutung.

Zeigen Sie diese Aussage von Präsident Boyd K. Packer (1924–2015) vom Kollegium der Zwölf Apostel. Bitten Sie einen Teilnehmer, sie vorzulesen:

Präsident Boyd K. Packer

„Ihr jungen Leute wachst in Feindesland auf. Wir wissen aus den heiligen Schriften, dass es im Himmel einen Kampf gab und dass Luzifer sich auflehnte und mit seinen Anhängern ‚auf die Erde gestürzt‘ wurde [Offenbarung 12:9]. Er ist entschlossen, den Plan des Vaters im Himmel zu zerschlagen, und will bestimmen, was alle denken und wie sie handeln.“ („Ratschläge für die Jugend“, Liahona, November 2011, Seite 16.)

  • Inwiefern ist das Leben in der heutigen Zeit wie ein Leben im Feindesland?

Erklären Sie, dass es diesmal im Unterricht um das schlechte Umfeld geht, das im Buch Mormon beschrieben wird und in dem die Rechtschaffenen leben mussten. Die Teilnehmer sollen sich mit dem Leben derer befassen, die in einer Welt der Schlechtigkeit rechtschaffen geblieben sind, und dabei auf Grundsätze und Lehren achten, die auch für uns heute gelten.

Rufen Sie ihnen in Erinnerung, dass Moroni die Vernichtung des gesamten nephitischen Volkes miterlebt hat. Er beschreibt die Schlechtigkeit, die sowohl zur Vernichtung der Nephiten als auch der Jarediten führt. Bitten Sie einen Teilnehmer, Ether 8:18,21 vorzulesen. Die übrigen Teilnehmer sollen die Ursache für die Vernichtung herausfinden. Die Teilnehmer sollen erzählen, was sie herausgefunden haben.

Schreiben Sie diese Schriftstellenangaben und Fragen an die Tafel:

Alma 37:21,22,25-27

Helaman 6:20-26

Ether 8:18-26

Was sind geheime Verbindungen?

Was ist ihr Ziel? Welchen Zweck verfolgen sie?

Wie sichern sie ihr Bestehen?

Jeder Teilnehmer soll eine der angegebenen Schriftstellen lesen und nach Antwort auf die angeführten Fragen suchen. Sagen Sie den Teilnehmern, dass die Schriftstelle, die sie sich aussuchen, nicht notwendigerweise alle drei Antworten enthalten muss, dass sie ihr jedoch möglichst viel entnehmen sollen. Besprechen Sie die Fragen an der Tafel nach einiger Zeit gemeinsam. Danach gehen Sie auf diese Thematik ein:

  • Was für Folgen hat es, wenn man zulässt, dass geheime Verbindungen existieren und sogar gestärkt werden? (Die Teilnehmer sollen diesen Grundsatz herausarbeiten: Geheime Verbindungen können alle Arten der Freiheit, die Regierung und die ganze Gesellschaft zugrunde richten.)

  • Welche geheimen Verbindungen existieren wohl heute?

Um diese Frage zu beantworten, zeigen Sie diese Aussagen von Elder M. Russell Ballard vom Kollegium der Zwölf Apostel und von Präsident Ezra Taft Benson (1899–1994). Bitten Sie einen Teilnehmer, diese vorzulesen.

Elder M. Russell Ballard

„Unter den geheimen Verbindungen unserer Zeit finden sich Banden, Drogenkartelle und organisierte Verbrecherfamilien. Die geheimen Verbindungen unserer Zeit funktionieren ähnlich wie die Gadiantonräuber zur Zeit des Buches Mormon. … Sie wollen, unter anderem, ‚morden und plündern und stehlen und Hurerei und allerlei Schlechtigkeit begehen, entgegen den Gesetzen ihres Landes und auch den Gesetzen ihres Gottes‘ [Helaman 6:23].“ (M. Russell Ballard, „Für Wahrheit und Recht einstehen“, Der Stern, Januar 1998, Seite 39.)

Präsident Ezra Taft Benson

„Ich bezeuge, dass Schlechtigkeit rasant in alle Bereiche unserer Gesellschaft eindringt (siehe LuB 1:14-16; 84:49-53). Sie ist besser organisiert, geschickter verschleiert und wird machtvoller gefördert als je zuvor. Geheime Verbindungen, die nach Macht, Gewinn und Ruhm trachten, werden immer stärker. … (Siehe Ether 8:18-25.)“ (Ezra Taft Benson, „I Testify“, Ensign, November 1988, Seite 87.)

  • Warum haben die Propheten des Buches Mormon wohl eine Beschreibung der geheimen Verbindungen in ihren Bericht aufgenommen?

Bitten Sie einen Teilnehmer, Helaman 6:20,37-40 vorzulesen. Die anderen sollen mitlesen und auf einen Unterschied zwischen den Lamaniten und Nephiten achten. (Hinweis: Sie können im Unterricht die Fertigkeit für das Schriftstudium „vergleichen und gegenüberstellen“ hervorheben [siehe Das Evangelium lehren und lernen – Ein Handbuch für Lehr- und Führungskräfte in Seminar und Institut, 2012, Seite 26].)

  • Was lernen wir aus diesen Versen darüber, wie sich Schlechtigkeit und geheime Verbindungen ausmerzen lassen?

Alma 62:41; 4 Nephi 1:42; Mormon 1:13-17,19; 2:8,14,15,18,19; 3:2,3,12,22; Moroni 9:6,22,25,26

Rechtschaffen sein, selbst wenn das Umfeld schlecht ist

Erzählen Sie den Teilnehmern, dass der Prophet Mormon in ein Umfeld hineingeboren wurde, das durch zunehmende Schlechtigkeit geprägt war, die durch diese geheimen Verbindungen zustande kam. Die Teilnehmer sollen diese Schriftstellen lesen und Wörter markieren, die Mormons Umfeld beschreiben: Mormon 1:13,14,16,17,19; 2:8,14,15,18. Die Teilnehmer sollen berichten, was sie herausgefunden haben. Danach stellen Sie diese Frage:

  • Welche Schwierigkeiten hat wohl einer, der in so einem Umfeld leben muss?

Ein Teilnehmer soll Mormon 1:15 und 2:19 vorlesen.

  • Was können wir von Mormon lernen, der in dieser schlechten Zeit gelebt hat? (Lassen Sie die Teilnehmer antworten und schreiben Sie diesen Grundsatz an die Tafel: Selbst wenn wir von Schlechtigkeit umgeben sind, können wir ein rechtschaffenes Leben führen.)

Lassen Sie den Teilnehmern Zeit, Mormon 3:2,3,12,22 zu lesen. Was erfahren wir hier noch darüber, wie Mormon es geschafft hat, in einer Zeit voller Schlechtigkeit rechtschaffen zu bleiben? Nachdem die Teilnehmer berichtet haben, fragen Sie:

  • Welche weiteren Personen im Buch Mormon haben ebenfalls ein rechtschaffenes Leben geführt, obwohl sie von Schlechtigkeit umgeben waren? (Die Antwort könnte lauten: Ether, Moroni, Abisch und die Menschen, die in 3 Nephi 1 an Christi Geburt glaubten.)

  • Auf welche Herausforderungen stoßen wir bei unserem Bestreben, in einer schlechten Welt rechtschaffen zu leben?

Erinnern Sie die Teilnehmer daran, dass Mormons Sohn Moroni ebenfalls in dieser Zeit gelebt hat, da Schlechtigkeit weit verbreitet war. Vor seinem Tod schrieb Mormon einen Brief an Moroni, der in Moroni 9 steht. Ein Teilnehmer soll Moroni 9:6,22,25,26 vorlesen. Die Klasse soll darüber nachdenken, wie der Rat Mormons in diesen Versen auch uns heute helfen kann, in einer schlechten Welt rechtschaffen zu leben.

  • Was können wir aus diesen Versen lernen, um in der heutigen Welt rechtschaffen zu leben? (Die Teilnehmer sollen diesen Grundsatz verstehen: Wenn wir Glauben an Christus und sein Sühnopfer haben, haben wir die Kraft, rechtschaffen zu leben, auch wenn uns Schlechtigkeit umgibt.)

  • Welche Menschen kennen Sie, die inmitten der heutigen Schlechtigkeit rechtschaffen leben?

  • Wie haben Sie Schlechtigkeit oder schwierige Bedingungen überwinden können, weil Sie Jesus Christus und sein Sühnopfer in den Mittelpunkt gestellt haben?

Lesen Sie diese Aussage von Schwester Virginia U. Jensen vor, einer ehemaligen Ratgeberin in der Präsidentschaft der FHV. Die Teilnehmer sollen darüber nachdenken, was sie noch tun können, um standhaft im Glauben und fest in der Rechtschaffenheit zu bleiben:

Virginia U. Jensen

„Damit wir selbst [und unsere Kinder] einen festen Stand behalten, muss die Botschaft des wiederhergestellten Evangeliums fest in unserem Herzen verwurzelt sein und in unserer Familie gelehrt werden. … Lehren Sie Ihre Lieben, wie man durch Fasten und Beten die Mächte des Himmels in Anspruch nimmt. Lehren Sie sie, dass sie sich von der Welt abschirmen, indem sie den Sabbat heilig halten. Lehren Sie sie, gehorsam zu sein. Lehren Sie sie, auf die Billigung Gottes und nicht auf die Billigung der Menschen bedacht zu sein. Lehren Sie sie, dass der einzige Weg zurück in unsere himmlische Heimat darin besteht, dass wir den Erretter lieben und ihm nachfolgen, heilige Bündnisse eingehen und halten und die Gebote befolgen. Die Wahrheiten des Evangeliums und die Erkenntnis vom Erlösungsplan sind Waffen, die die Mitglieder Ihrer Familie benutzen können, um über die bösen Mächte des Satans zu siegen.“ („Standhaft bleiben“, Liahona, Januar 2002, Seite 111.)

  • Was gibt Ihnen Entschlossenheit und Stärke, dem Herrn in einer zunehmend schlechten Welt gehorsam zu sein?

Erklären Sie, dass die Menschen in dem langen Krieg zwischen Nephiten und Lamaniten, von dem im Buch Alma die Rede ist, um ihres Überlebens willen den Kräften des Bösen widerstehen mussten. Bitten Sie die Teilnehmer, Alma 62:41 zu lesen und auf die unterschiedlichen Möglichkeiten zu achten, wie Menschen auf Widrigkeiten und Schlechtigkeit reagieren. Lassen Sie die Teilnehmer berichten, was sie gefunden haben. Was davon hilft ihnen, in einer schlechten Welt rechtschaffen zu leben?

Bitten Sie einen Teilnehmer, diese Aussage von Präsident James E. Faust (1920–2007) von der Ersten Präsidentschaft vorzulesen. Er spricht hier über diese Schriftstelle:

Präsident James E. Faust

„Um in einer zunehmend ungerechten Welt zu überleben und sogar Glück und Freude zu finden, was auch immer auf uns zukommen mag, müssen wir eindeutig Stellung für den Herrn beziehen. Wir müssen versuchen, jeden Tag und jede Stunde treu zu sein, sodass die Grundlage unseres Vertrauens in den Herrn niemals erschüttert werden kann. …

Es kommt nicht so sehr darauf an, was uns geschieht, sondern wie wir damit umgehen. Das erinnert mich an eine Stelle in Alma. Nach einem langen Krieg waren viele hart geworden, während andererseits viele erweicht worden waren ‚wegen ihrer Bedrängnisse‘ [Alma 62:41]. Dieselben Bedingungen führten zu gegenteiligen Ergebnissen. … Jeder von uns muss sein eigenes Vorratshaus des Glaubens haben, das uns dabei hilft, die Schwierigkeiten dieser irdischen Prüfungszeit zu überwinden.“ („Welchen Standpunkt beziehe ich?“, Liahona, November 2004, Seite 18, 20.)

Geben Sie den Teilnehmern einige Minuten Zeit, um diese Frage schriftlich zu beantworten.

  • Welche Verpflichtung sind Sie eingegangen, um „eindeutig Stellung für den Herrn [zu] beziehen“?

Bitten Sie die Teilnehmer dann, über diese Fragen nachzudenken:

  • Welche Eingebungen erhalten Sie vom Heiligen Geist? Wie können Sie sich dem Herrn gegenüber noch mehr verpflichten?

  • Was können Sie tun, um Ihren Angehörigen zu helfen, sich dem Herrn gegenüber noch mehr zu verpflichten?

Bezeugen Sie: Wenn wir im Glauben vorwärtsstreben, segnet uns der Herr. Er hilft uns, damit wir inmitten von Schlechtigkeit rechtschaffen leben können.

Lesestoff für die Teilnehmer