Lektion 27: Glaube, Hoffnung und Nächstenliebe

Aussagen und Lehren des Buches Mormon – Leitfaden für den Lehrer, 2015


Einleitung

Glaube, Hoffnung und Nächstenliebe sind Eigenschaften, die jeder benötigt, der in der Gegenwart unseres Vaters im Himmel leben möchte. Diese Eigenschaften sind Gaben Gottes, die diejenigen erhalten, die nach ihnen trachten und dem Beispiel Jesu Christi nacheifern.

Zusätzlicher Lesestoff

Anregungen für den Unterricht

Ether 12:28; Moroni 10:18-21

Glaube, Hoffnung und Nächstenliebe sind für unsere Errettung unerlässlich

Bitten Sie die Teilnehmer, rasch einige Eigenschaften zu nennen, die wir uns im Leben aneignen sollen. Fragen Sie sie dann, welche dieser Eigenschaften wohl am wichtigsten sind, wenn wir das Reich Gottes ererben wollen.

Erinnern Sie die Teilnehmer daran, dass Moroni in seinen letzten Worten auf den Goldplatten die künftigen Leser des Berichts ermahnt. Moroni zählt auch drei Eigenschaften auf, die für unsere Errettung unerlässlich sind. Ein Teilnehmer soll Moroni 10:18-21 vorlesen. Die anderen sollen die drei Eigenschaften nennen, von denen hier die Rede ist.

  • Warum sind Glaube, Hoffnung und Nächstenliebe wohl für unsere Errettung unerlässlich?

Damit die Teilnehmer die Frage leichter beantworten können, lassen Sie Ether 12:28 vorlesen. Die anderen sollen den Grundsatz in diesem Vers herausarbeiten.

  • Welche Lehre kommt in diesem Vers zum Ausdruck? (Die Teilnehmer sollen erkannt haben: Wir kommen dadurch zu Christus, dass wir Glauben, Hoffnung und Nächstenliebe entwickeln.)

Fordern Sie die Teilnehmer auf, im Unterricht auf Grundsätze und Lehren zu achten, die ihnen diese wichtigen Eigenschaften näherbringen, sodass sie sich diese aneignen können.

Alma 32:26-29,37-41; Moroni 7:21,25-28,33

Der Glaube ermöglicht es uns, alles Gute zu ergreifen

Schreiben Sie Mehr Glauben an Jesus Christus entwickeln an die Tafel.

Rufen Sie den Teilnehmern in Erinnerung, dass der Prophet Alma auf den Vergleich mit einem Samenkorn zurückgreift, um den Zoramiten zu verdeutlichen, wie man Glauben entwickelt. Einige Teilnehmer sollen reihum Alma 32:26-29 vorlesen. Die Teilnehmer sollen auf Formulierungen achten, aus denen hervorgeht, was wir tun können, um stärkeren Glauben zu entwickeln.

Einige Teilnehmer sollen berichten, was sie gefunden haben, und erklären, was wir daraus lernen. Wie können wir stärkeren Glauben entwickeln? Sie können die von den Teilnehmern genannten Textstellen an die Tafel schreiben. Mögliche Antworten sind: Unsere Geisteskraft wecken und aufrütteln; mit dem Wort einen Versuch machen; den Wunsch haben zu glauben; Raum geben, damit der Same [das Wort] ins Herz gepflanzt werden kann.

  • Warum sagt Alma in Vers 29 wohl, dass unser Glaube auch nach diesem Versuch noch nicht vollkommen ist?

  • Was brauchen wir noch, damit unser Glaube vollkommen wird?

Bitten Sie einige Teilnehmer, reihum Alma 32:37-41 vorzulesen. Die Klasse soll darauf achten, was wir tun müssen, um genügend Glauben zu entwickeln, um ewiges Leben zu erlangen.

  • Welchen Grundsatz lehrt Alma in diesen Versen? Was können wir tun, um unseren Glauben zu stärken? (Die Teilnehmer sollen diesen Grundsatz herausarbeiten: Wenn wir das Wort Gottes eifrig im Herzen nähren, nimmt unser Glaube an Jesus Christus zu. Schreiben Sie diesen Grundsatz an die Tafel.)

  • Was bedeutet es, das Wort eifrig zu nähren? Was können wir beständig tun, um das Wort Gottes zu nähren und dafür zu sorgen, dass sich unser Glaube im Herzen vertieft?

Zeigen Sie diese Aussage von Präsident Henry B. Eyring von der Ersten Präsidentschaft, damit die Teilnehmer besser verstehen, wie sie das Wort Gottes nähren können. Bitten Sie einen Teilnehmer, das Zitat vorzulesen, während die anderen darauf achten, was für das Nähren des Glaubens wichtig ist:

Präsident Henry B. Eyring

„Wie viel Glauben wir jetzt auch haben mögen, Gott zu gehorchen – wir müssen ihn ständig stärken und dauernd auffrischen. Wir können dies tun, indem wir uns schon jetzt vornehmen, schneller zu gehorchen und mit größerer Entschlossenheit auszuharren. Der Schlüssel zu geistiger Vorbereitung liegt darin, dass man lernt, frühzeitig anzufangen und standhaft zu sein. …

Mit der Zeit und durch unsere täglichen Entscheidungen bauen wir den Glauben auf, durch den wir die Prüfungen unseres Gehorsams bestehen. Wir können schon jetzt beschließen, rasch umzusetzen, was auch immer Gott von uns verlangt. Und wir können beschließen, in den kleinen Prüfungen unseres Gehorsams standhaft zu sein, wodurch wir den Glauben aufbauen, der uns durch die großen Prüfungen trägt, die mit Sicherheit kommen werden.“ („Geistige Vorbereitung – fangen Sie frühzeitig an und bleiben Sie dabei!“, Liahona, November 2005, Seite 38, 40.)

  • Was müssen wir laut Präsident Eyring tun, um unseren Glauben zu stärken und zu nähren?

  • Warum ist beständiger und täglicher Gehorsam dem Wort Gottes gegenüber zur Stärkung unseres Glaubens und für unser Gottvertrauen unverzichtbar?

Bitten Sie einige Teilnehmer, davon zu erzählen, wie es sich auf ihren Glauben auswirkt, wenn sie die Grundsätze befolgen, die Alma hier nennt.

Sagen Sie den Teilnehmern, dass der Prophet Mormon von der ewigen Bedeutung des Glaubens an Jesus Christus Zeugnis gibt. Lassen Sie einige Teilnehmer reihum Mormons Zeugnis in Moroni 7:21,25-28,33 vorlesen. Die anderen sollen nachdenken, was sie tun können, damit ihr Glaube an den Herrn zunimmt und sie jede gute Segnung „ergreifen“ können, die Mormon hier nennt.

Ether 12:4,8,9; Moroni 7:40-42

Hoffnung ist ein Anker für die Seele

Ein Teilnehmer soll Ether 12:8,9 vorlesen, ein anderer Moroni 7:40-42. Die Teilnehmer sollen die Eigenschaft nennen, die mit dem Glauben Hand in Hand geht.

  • Welche Eigenschaft erlangen wir diesen Versen zufolge aufgrund unseres Glaubens?

Lesen Sie diese beiden Aussagen vor. Die Teilnehmer sollen herausfinden, wodurch sie sich unterscheiden: 1.) Ich hoffe, dass es heute nicht regnet. 2.) Ich hoffe, dass ich, sofern ich umkehre, dank des Sühnopfers Jesu Christi Vergebung erlange.

  • Wodurch unterscheiden sich diese zwei Äußerungen, die ja doch beide Hoffnung zum Ausdruck bringen? (Die erste ist ein ungewisser Wunsch auf etwas, worauf wir keinen Einfluss haben; die zweite ist ein Ausdruck der Zuversicht, der uns zum Handeln anregt.)

Damit die Teilnehmer die Bedeutung des Wortes Hoffnung besser verstehen, bitten Sie einen von ihnen, diese Aussage von Präsident Dieter F. Uchtdorf von der Ersten Präsidentschaft vorzulesen:

Präsident Dieter F. Uchtdorf

„Hoffnung ist … das bleibende Vertrauen, dass der Herr seine Verheißungen an uns erfüllt; die Zuversicht, dass wir, wenn wir jetzt gemäß Gottes Geboten handeln, in der Zukunft die ersehnten Segnungen erhalten werden. Wir glauben und erwarten, dass unsere Gebete beantwortet werden. Hoffnung zeigt sich in Zuversicht, in Optimismus, Begeisterung und geduldiger Ausdauer.“ (Dieter F. Uchtdorf, „Die unendliche Macht der Hoffnung“, Liahona, November 2008, Seite 22.)

Lassen Sie die Teilnehmer für sich Moroni 7:41 lesen und darauf achten, worauf wir durch unseren Glauben an Christus hoffen.

  • Welchen Grundsatz in Bezug auf die Hoffnung bringt Mormon hier zum Ausdruck? (Die Teilnehmer sollen erkannt haben: Wenn wir Glauben an Jesus Christus entwickeln, erlangen wir durch das Sühnopfer die Hoffnung, dass wir zu ewigem Leben erhoben werden können.)

  • Warum sind der Glaube an Christus und die Hoffnung wohl so eng miteinander verknüpft?

Bitten Sie einen Teilnehmer, Ether 12:4 vorzulesen. Die anderen sollen darauf achten, wie Moroni hier die Hoffnung beschreibt.

  • Was entnehmen wir Mormons Symbolik eines Ankers? Was sagt das über die Hoffnung aus? Inwiefern könnte jemand, dem es an Glauben mangelt, wie ein Schiff ohne Anker sein?

Bitten Sie einige Teilnehmer, von der Hoffnung Zeugnis zu geben, die durch ihren Glauben an Christus in ihr Leben gekommen ist.

Ether 12:33,34; Moroni 7:43-48

Nächstenliebe ist die reine Christusliebe

Bitten Sie einen Teilnehmer, Moroni 7:43,44 vorzulesen. Die anderen sollen darauf achten, welche Eigenschaft wir Mormon zufolge entwickeln müssen, nachdem wir Glauben und Hoffnung haben.

Ein Teilnehmer soll diese Aussage von Präsident Ezra Taft Benson (1899–1994) vorlesen:

Präsident Ezra Taft Benson

„Wenn wir wirklich danach streben, unserem Herrn und Heiland ähnlicher zu werden, muss unser höchstes Ziel darin bestehen, so lieben zu können wie er. Mormon bezeichnet die Nächstenliebe als ‚von allem das Größte‘ (Moroni 7:46).“ („Godly Characteristics of the Master“, Ensign, November 1986, Seite 47.)

Lassen Sie Moroni 7:45-47 vorlesen. Aus dieser Schriftstelle geht hervor, wieso Nächstenliebe so wichtig ist. Weisen Sie darauf hin, dass diese Verse uns die Nächstenliebe verständlicher machen, weil sie darlegen, was Nächstenliebe ausmacht und was nicht.

  • Welche Wörter und Formulierungen in diesen Versen verdeutlichen die Bedeutung der Nächstenliebe?

  • Welche Gedanken und Erkenntnisse haben Sie zu den Merkmalen der Nächstenliebe in Vers 45?

Bitten Sie einen Teilnehmer, Moroni 7:48 vorzulesen.

  • Was müssen wir laut Mormon tun, um die Gabe der Nächstenliebe zu erlangen? (Machen Sie diesen Grundsatz deutlich: Wenn wir mit der ganzen Kraft des Herzens beten und Jesus Christus nachfolgen, können wir von Nächstenliebe erfüllt werden.)

  • Inwiefern werden wir bessere Jünger Christi, wenn wir nach der Gabe der Nächstenliebe trachten?

Bitten Sie einen Teilnehmer, Ether 12:33,34 vorzulesen. Die anderen sollen auf den Zusammenhang zwischen Nächstenliebe und dem Sühnopfer achten.

  • Welcher Zusammenhang besteht zwischen Nächstenliebe und dem Sühnopfer?

Bitten Sie einen Teilnehmer, diese Aussage von Elder Jeffrey R. Holland vom Kollegium der Zwölf Apostel vorzulesen:

Elder Jeffrey R. Holland

„Auf höherer Ebene bedeutet ,reine Christusliebe‘ … nicht einfach das, was wir als Christen zwar anstreben, was wir aber unseren Mitmenschen gegenüber größtenteils gar nicht an den Tag legen, sondern sie bedeutet das, was Christus uns gegenüber auf so vollkommene Weise zeigt. Wahre Nächstenliebe wurde nur ein einziges Mal erwiesen. Sie zeigt sich vollendet und rein in der unwandelbaren, äußersten, sühnenden Liebe Christi zu uns. … Es ist die Liebe Christi zu uns, die alles erträgt, alles glaubt, alles hofft und alles erduldet. Christus zeigt vorbildlich, dass ,Nächstenliebe … niemals auf[hört]‘. Es ist diese Nächstenliebe, seine reine Liebe zu uns, ohne die wir nichts wären – hoffnungslos und erbärmlicher daran als alle anderen. Wahrhaftig wird es mit denen wohl sein, bei denen am Letzten Tag gefunden wird, dass sie die Segnungen seiner Liebe besitzen, nämlich das Sühnopfer, die Auferstehung, ewiges Leben, ewige Verheißungen.“ (Christ and the New Covenant, 1997, Seite 336.)

  • Inwiefern macht Elder Holland verständlich, dass „Nächstenliebe … niemals auf[hört]“ und die größte aller geistigen Gaben ist?

  • Was können Sie tun, um andere an der reinen Christusliebe teilhaben zu lassen, die er Sie so freigebig spüren lässt?

Die Teilnehmer sollen noch einmal Moroni 7:45 lesen und sich dann zum Ziel setzen, zu beten und daran zu arbeiten, um ein konkretes Merkmal der Nächstenliebe noch besser zu entfalten. Geben Sie Zeugnis von der göttlichen Unterstützung, die Sie erhalten, wenn Sie daran arbeiten, sich Nächstenliebe anzueignen.

Lesestoff für die Teilnehmer