Sich auf den ewigen Fortschritt vorbereiten

Lehren der Präsidenten der Kirche: Brigham Young, 1997


Präsident Brigham Young hat sein Leben lang gelernt. Er begann als Möbeltischler und entwickelte später die Fähigkeiten, die er brauchte, um Missionar, Kolonisator, Gouverneur und Prophet zu werden. Er betrachtete das Erdenleben als Zeit, in der wir das Leben ausschöpfen, geistig wachsen und uns auf die Ewigkeit vorbereiten, nicht als Zeit, in der wir uns auf das Sterben vorbereiten. Er hielt die Heiligen dazu an, sich im Streben nach Vollkommenheit sinnvoll zu betätigen, sich umfassend weiterzubilden und Wahrheit wie einen Schatz aufzuhäufen. Dadurch sollten sie dann einmal in die Geisterwelt eintreten und den Weg zum ewigen Fortschritt weitergehen können.

Lehren Brigham Youngs

Wir bereiten uns auf das ewige Leben vor, indem wir täglich lernen, uns verbessern und das Reich Gottes aufbauen

Wozu sind wir hier? Daß wir lernen, mehr zu bekommen, und daß wir uns mehr Erkenntnis und Erfahrung aneignen. (DBY, 87.)

Unser Dasein hier ist dazu bestimmt, daß wir lernen, und das können wir nur Schritt für Schritt. (DBY, 87.) Das ganze irdische Dasein des Menschen ist nicht mehr und nicht weniger als eine Vorbereitungsphase, in der man in seinem endlichen Zustand so viel aus sich macht, daß man in eine höhere Daseinsphase eintreten kann. (DBY, 87.)

Der erste erhabene Grundsatz, mit dem man sich beschäftigen muß, den Kind und Erwachsener begreifen müssen, dem eigentlich alles Tun entspringt, ob man ihn begreift oder nicht, ist der, daß man etwas aus sich macht. Man fühlt sich ja deshalb dazu getrieben, etwas Bestimmtes zu tun, weil man höher kommen will, weil man mehr haben will, als man bereits besitzt. Dem entspringt alles Tun, egal, womit man sich beschäftigt, zu welchem Volk man gehört, mit was für Menschen man Umgang hat, zu welcher Religion man sich bekennt, welche politische Richtung man vertritt; und es liegt auch alle Kraft darin, die man braucht, um den Verpflichtungen des Lebens nachzukommen. (DBY, 87.)

Wir sind hierher auf die Erde gestellt, damit wir beweisen, ob wir würdig sind für die celestiale, die terrestriale oder die telestiale Welt, die Hölle, irgendein anderes Reich oder einen anderen Ort, und dazu haben wir genügend Leben mitbekommen. (DBY, 87.)

Dies ist eine Welt, in der wir uns bewähren sollen. Das Leben ist als Prüfungszeit für den Menschen gedacht. Hier, in unserer Finsternis und Schwachheit, wo der Feind regiert, können wir beweisen, wir sind dem Vater Freund und empfangen von ihm Licht, und wir sind würdig, unseren Kindern Führer zu sein – Herr aller Herren und König aller Könige zu werden – würdig, in Vollkommenheit über alle diejenigen unserer Kinder zu herrschen, die einmal im celestialen Reich mit Herrlichkeit und ewigen Leben gekrönt werden. (DBY, 87.)

Hört her, all ihr Heiligen der Letzten Tage! Wollt ihr die Tage eurer Bewährung vertun und euer Leben vertrödeln? Ihr seid zu dem Zweck geschaffen, daß ihr nie ein Ende nehmt, sofern ihr den Zweck eurer Erschaffung erfüllt, auf dem rechten Weg bleibt, euch an die Bedingungen des celestialen Gesetzes haltet und die Gebote unseres Gottes befolgt. (DBY, 87.)

Der Schöpfer erwartet von den Menschen, daß sie jeden Tag in ihrem Leben von sich aus Gutes tun, daß sie entweder selbst etwas dazulernen oder sich in materieller Hinsicht verbessern oder ihren Mitmenschen dazu verhelfen. (DBY, 88.)

Wir sind hier, um zu leben und Intelligenz und Erkenntnis unter die Menschen zu bringen. Ich bin hier, um meine Brüder zu schulen und meine Familie im Weg des Lebens zu unterweisen, mich fortzupflanzen und, wenn es in meiner Macht steht, zu leben, bis Sünde, Übeltun, Verderbtheit, die Hölle und der Teufel und alle Arten und Abstufungen von Greueltaten von der Erde vertrieben sind. Das ist meine Religion und mein Lebenszweck. Wir sollen uns hier nicht bloß auf das Sterben vorbereiten und dann sterben, sondern wir sind hier, um zu leben und das Reich Gottes auf der Erde aufzurichten – das Priestertum stark zu machen, die Mächte des Satans zu überwinden und den Menschenkindern beizubringen, wozu sie erschaffen sind – nämlich, daß in ihnen der Keim aller Intelligenz ruht. Das ist der Ausgangspunkt – die Anlage im Menschen, Erkenntnis und Herrlichkeit der Ewigkeit in ihrer Fülle zu empfangen. Müssen wir dazu erst auf die andere Seite gehen? Nein, wir müssen hier auf der Erde etwas dafür tun. (DBY, 88.)

Ihr Heiligen der Letzten Tage in den Gebirgstälern hier und in der ganzen Welt müßt lernen, wozu ihr auf der Erde seid, nämlich dazu: Euch zu mehren und etwas aus euch zu machen, das Haus Israel zu sammeln, Zion zu erlösen, das Zion unseres Gottes aufzurichten und die Intelligenz aus der Ewigkeit der Götter stark zu machen und sie hier auf der Erde fest zu verwurzeln, damit sie Frucht trage zur Herrlichkeit Gottes, bis alle widerwärtigen Grundsätze aus dem Herzen der Menschenkinder beseitigt sind und die Erde zu ihrem paradiesischen Zustand zurückkehrt, bis der Herr bei uns Wohnung nimmt und mit uns wandelt und redet wie mit unserem Vater Adam. Darum muß es uns gehen und nicht darum, daß wir all unsere Kraft nur dafür einsetzen, uns auf das Sterben vorzubereiten. (DBY, 89.)

Das soll unser Lebenszweck sein: Das Zion unseres Gottes aufzurichten, das Haus Israel zu sammeln, den Andern die Fülle zu bringen, die Erde nach besten Kräften wiederherzustellen und zu segnen und einen Garten von Eden daraus zu machen, Erkenntnis und Weisheit aufzuhäufen wie einen Schatz, unser Herz rein und das Volk bereit zu machen, daß es dem Herrn begegnen kann, wenn er kommt. (DBY, 88.)

Logan Temple

Foto des Logan-Tempels. Präsident Young hat erklärt, die errettenden heiligen Handlungen und unsere Treue bereiteten uns auf den „ewigen Fortschritt“ hin zu „einer herrlicheren und erhöhten Sphäre“ vor (DBY, 16).

Wir können in dem Maß Fortschritt machen, wie wir an Erkenntnis und Erfahrung zunehmen

Dieses Werk geht allezeit vorwärts. Die Lehre, die euch, den Heiligen der Letzten Tage, vermittelt wird, erhöht und macht das Blickfeld weit und immer weiter, bis wir schließlich erkennen, wie wir erkannt werden, und sehen, wie wir gesehen werden. (DBY, 90.)

Wir gehen noch zur Schule und lernen auch anschließend immer noch weiter und werden wohl nicht aufhören, zu lernen, solange wir auf der Erde sind; und wenn wir dann durch den Schleier gehen, werden wir sicher immer noch lernen und weiter Erkenntnis dazugewinnen. Manch einem kommt das vielleicht merkwürdig vor; es liegt aber schlicht und einfach darin begründet, daß wir nicht fähig sind, uns alle Erkenntnis auf einmal anzueignen. Deshalb müssen wir hier ein wenig und da ein wenig empfangen. (DBY, 91.)

Denen, die ihm demütig nachfolgen, gibt er heute ein wenig, und wenn sie daraus etwas machen, gibt er ihnen morgen ein wenig mehr und tags darauf noch ein wenig mehr. Dem, woraus man nichts macht, fügt er auch nichts hinzu, sondern man muß allezeit aus der Erkenntnis, die man bereits hat, mehr machen und sich so einen Vorrat an Weisheit schaffen. (DBY, 90.)

Es ist ganz einfach: Wenn man den Weg beschreitet, der im Evangelium von denen dargelegt wird, die uns den Erlösungsplan gegeben haben, so ist man schon auf dem Weg, der zum Leben, zu ewiger Vermehrung, führt; dann ist man auf dem Weg, auf dem man das, was man erhält, nie wieder verliert; im Gegenteil, man sammelt ohne Ende immer weiter, vermehrt und erweitert. Wer nach ewigem Leben trachtet, erlangt eine solche Vermehrung, daß er von Herzen damit zufrieden ist. Nichts als der Vorzug, sich in jeder Hinsicht in Ewigkeit zu vermehren, kann den unsterblichen Geist zufriedenstellen. (DBY, 93.)

Wir können immer noch mehr aus uns machen, zu dem Zweck sind wir nämlich geschaffen. Unsere Fähigkeiten sind so beschaffen, daß sie sich erweitern lassen, bis wir auch celestiale Erkenntnis begreifen, und das braucht in alle Ewigkeit kein Ende zu nehmen. (DBY, 90.)

Sollen wir denn immerdar lernen, ohne die Wahrheit jemals zu erkennen? Nein, gewiß nicht, wir werden die Wahrheit erkennen. Darauf hoffe ich, und darauf freue ich mich. (DBY, 90f.) Wie jedem anderen Wesen auf der Erde ist es auch uns eigen, daß wir allezeit wachsen und etwas aus uns machen wollen und daß wir Wahrheit aufhäufen wie einen Schatz, bis wir vollkommen werden. (DBY, 91.)

Für manches ist man eben bereit, und man empfängt so schnell, wie man sich bereit macht. (DBY, 95.)

Fleht den Herrn doch nicht an, euch mehr zu geben. Fleht lieber euch selbst an, daß ihr euch selbst mehr vertraut, daß ihr rechtschaffener werdet, daß ihr erkennt, wann und was ihr reden, was ihr offenbaren und wie ihr vor dem Herrn wandeln sollt. Und so schnell, wie ihr ihm beweist, daß ihr jedes Geheimnis bewahrt, das ihr bewahren sollt – daß ihr euren Nachbarn alles so mitteilt, wie ihr sollt, und nicht mehr, und lernt, eure Erkenntnis über Familie und Freunde, Nachbarn und Brüder auszuschütten – so schnell wird der Herr euch immer und immer mehr geben, bis er schließlich zu euch sagt: „Du wirst niemals fallen; deine Errettung ist dir versiegelt; du bist durch deine Redlichkeit für das ewige Leben und die Errettung gesiegelt.“ (DBY, 93.)

Ewiges Leben ist die Fähigkeit, für immer Fortschritt zu machen und sich zu vermehren

Das ist die größte Gabe, die einem intelligenten Wesen verliehen werden kann, nämlich für immer zu leben und niemals vernichtet zu werden. (DBY, 96.)

Es steht geschrieben, daß die größte Gabe, die Gott einem Menschen verleihen kann, ewiges Leben ist. Das Höchste, was man erreichen kann, ist, daß man sich für alle Ewigkeit inmitten der himmlischen Heerscharen seine Identität bewahrt. Wir haben die Worte des ewigen Lebens – sie sind uns durch das Evangelium gegeben, und wenn wir gehorsam sind, werden sie uns diese kostbare Gabe sichern. (DBY, 96.)

Daß die Intelligenz, die in mir ist, aufhören sollte, zu bestehen, ist ein grausiger Gedanke; er ließe sich nicht ertragen. Intelligenz muß bestehen, sie muß irgendwo wohnen. Wenn ich den richtigen Weg einschlage und die Intelligenz in mir bewahre, bewahre ich mir auch ewiges Leben. (DBY, 96.)

Wir werden das Reich Gottes in seiner Fülle haben und alle Höhen und Tiefen der Herrlichkeit und Macht und Erkenntnis; und wir werden Väter und Mütter und Frauen und Kinder haben. (DBY, 97.)

Stellt euch vor, ihr dürft euch ewiges Leben sichern – dürft für immer leben und euch dieser Segnungen erfreuen; ihr werdet zugeben, größerer Segen könnte euch nicht verliehen werden. … Welcher Segen käme dem gleich? Welcher Segen käme dem Fortbestand des Lebens, dem Fortbestand unseres Organismus, gleich? (DBY, 96.)

Der Herr hat uns damit gesegnet, daß wir ewiges Leben bei den Göttern haben können, und das wird als die größte Gabe Gottes bezeichnet. Die Gabe des ewigen Lebens ohne Nachkommen, also als Engel, ist eine der größten Gaben, die einem verliehen werden können. Der Herr gewährt uns aber den Vorzug, daß wir Väter von Leben werden können. Und was ist ein Vater von Leben, wie er in den heiligen Schriften erwähnt wird? Ein Mann, der in Ewigkeit Nachkommen hat. Diesen Segen erhielt Abraham, und er ist damit völlig zufrieden. Ihm war ja verheißen, er solle der Vater von Leben werden. (DBY, 97.)

Wenn man dem Glauben treu bleibt, … wird man immer eins sein mit seinem Schöpfer, immer eins im Herzen und im Sinn, wird gemeinsam arbeiten und wirken; was nämlich der Vater tut, das tut auch der Sohn, und so wirken sie in alle Ewigkeit immer fort. (DBY, 97.)

Der Herr möchte gern, daß wir den Weg gehen, der zu der engen Pforte führt, damit wir als Söhne und Töchter Gottes gekrönt werden, denn das sind die einzigen in den Himmeln, die sich vermehren werden. … Die übrigen erhalten ein niedrigeres Reich, wo ihnen dieser Vorzug verwehrt bleibt. … Es ist an uns, zu entscheiden, ob wir Söhne und Töchter, Miterben Jesu Christi, sein werden oder ob wir eine niedrigere Herrlichkeit annehmen. (DNSW, 8. August 1876,1.)

Anregungen für das Studium

Wir bereiten uns auf das ewige Leben vor, indem wir täglich lernen, uns verbessern und das Reich Gottes aufbauen

  1. Welche Wahrheiten lernen wir aus unseren Prüfungen in diesem Leben, die uns helfen, in Ewigkeit Fortschritt zu machen? (Siehe auch LuB 122:7, 8.) Was sagt Präsident Young über den Grundsatz „bis ans Ende ausharren“? (Siehe auch LuB 121:7, 8; 3 Nephi 15:9.)

  2. Inwiefern legt man, indem man „jeden Tag [im] Leben von sich aus Gutes“ tut, eine Grundlage dafür, daß man „Erkenntnis und Herrlichkeit der Ewigkeit in ihrer Fülle“ erhält? (Siehe auch Alma 5:41; 26:22; LuB 58:26–29.)

  3. Laut Präsident Young besteht ein wesentlicher Zweck unseres Lebens darin, daß wir lernen. Was kann uns vom Lernen abhalten? Wie können wir durch unser Evangeliumsstudium mehr lernen? Wie können wir aus unseren Erfahrungen lernen? Welche Wahrheit haben Sie schon durch Erfahrung und durch den Einfluß des Geistes gelernt?

  4. Präsident Young nennt verschiedene Gründe dafür, daß wir hier auf der Erde sind. Wie können wir diesen besser gerecht werden? (Siehe auch LuB 81:5.)

  5. Welche Möglichkeiten haben wir, mitzuhelfen, „das Volk bereit zu machen, daß es dem Herrn begegnen kann, wenn er kommt“? Was können Sie konkret tun, um daran mitzuwirken?

Wir können in dem Maß Fortschritt machen, wie wir an Erkenntnis und Erfahrung zunehmen

  1. Präsident Young hat gesagt, daß wir „hier ein wenig und da ein wenig empfangen“. Wie läßt sich das auf unseren Einblick in das Evangelium, auf unser Elternsein und auf unseren Dienst in der Kirche beziehen? (Siehe auch 2 Nephi 28:30; LuB 130:18, 19.)

  2. Was lehrt Präsident Young in bezug auf die ewige Vermehrung? (Siehe auch LuB 93:12–14.)

  3. Präsident Young hat gesagt, es sei „uns eigen, daß wir allezeit wachsen und etwas aus uns machen wollen und daß wir Wahrheit aufhäufen wie einen Schatz, bis wir vollkommen werden“. Inwiefern helfen uns unsere Anstrengungen, Erkenntnis zu erlangen, uns auf die Erhöhung vorzubereiten? (Siehe auch LuB 50:40; 93:24, 26–30;130:18, 19.)

Ewiges Leben ist die Fähigkeit, für immer Fortschritt zu machen und sich zu vermehren

  1. Präsident Young hat gesagt: „Das ist die größte Gabe, die einem intelligenten Wesen verliehen werden kann, nämlich für immer zu leben und niemals vernichtet zu werden.“ Was bezeichnet er als „das Höchste, was man erreichen kann“, und wie bewahren wir es uns? (Siehe auch LuB 14:7; 130:20, 21.)

  2. Was bedeutet es, „Miterben Christi“ zu sein? (Siehe auch Römer 8:17.) Welche Segnungen gehören nur denen, die „als Söhne und Töchter Gottes gekrönt werden“?