Die heiligen Schriften

Lehren der Präsidenten der Kirche: Brigham Young, 1997


Jeden Abend läutete Präsident Brigham Young die Gebetsglocke und scharte seine Familie um sich, um zu singen und Ratschläge zu hören, das Wort Gottes zu studieren und gemeinsam zu beten. Ihm lag das Studium der heiligen Schriften sehr am Herzen, und er verglich sie mit einem „Wegweiser, der einem zeigt, welchen Weg man einschlagen soll. Und worauf verweisen sie? Auf die Quelle des Lichts.“ (DBY, 127.) Er ermahnte die Heiligen: „Lest ihr die heiligen Schriften, meine Brüder und Schwestern, als würdet ihr sie vor tausend, zweitausend oder fünftausend Jahren schreiben? Lest ihr sie, als ständet ihr an der Stelle derer, die sie geschrieben haben? Wenn ihr nicht so empfindet, dürft ihr das aber trotzdem, damit ihr mit Geist und Aussage des geschriebenen Gotteswortes so vertraut werdet wie mit eurem täglichen Tun und Reden oder mit euren Arbeitern oder mit eurem Haushalt.“ (DBY, 128.)

Lehren Brigham Youngs

Wenn wir lernen, was die heiligen Schriften lehren, und danach leben, verschafft uns das Inspiration, und unser Leben geht in die richtige Richtung

Ihr dürft und müßt so leben, daß ihr fähig seid, das, was von Gott ist, zu verstehen. Da sind das Alte und das Neue Testament, das Buch Mormon und das Buch Lehre und Bündnisse, die Joseph uns gegeben hat; und sie sind für den, der im Finstern wandelt, von großem Wert. Sie sind wie ein Leuchtturm im Ozean, wie ein Wegweiser, der einem zeigt, welchen Weg man einschlagen soll. Und worauf verweisen sie? Auf die Quelle des Lichts.“ (DBY, 127.)

Ich glaube an die Worte der Bibel. … Und darüber hinaus glaube ich daran, daß das, was sie in bezug auf die Errettung lehrt, wahr ist. Und wenn man es beachtet, wird es aus jedem Volk und jeder Familie auf der ganzen Erde bessere Menschen machen. Das, was die Bibel lehrt, bringt jeden, der es beachtet, auf eine höhere Ebene. Es bringt ihm Erkenntnis und Nächstenliebe. Es erfüllt ihn mit Mitgefühl und bringt ihn dazu, daß er sich derer annimmt, die Kummer haben und in schwierigen Verhältnissen leben. Wer die Vorschriften beachtet, die in den heiligen Schriften enthalten sind, wird daheim und in der Ferne gerecht und wahr, tugendhaft und friedfertig sein. Haltet euch an das, was die Bibel lehrt, und ihr werdet ein hervorragender Ehemann, eine vortreffliche Ehefrau und gehorsame Kinder sein. Die Familien werden glücklich sein, die Völker wohlhabend und glücklich, und sie werden über den Dingen dieses Lebens hier stehen. (DBY, 125.)

Wir nehmen uns dieses Buch [die Bibel] als Führer, der uns sagt, was wir tun sollen. Wir nehmen es als Grundlage unseres Glaubens. Es weist den Weg zur Errettung, wie ein Wegweiser zu einer Stadt oder wie eine Landkarte, auf der die Berge und Flüsse oder der Längen- und Breitengrad von jedem Ort auf der ganzen Erde verzeichnet sind, den wir suchen, und es ist nur vernünftig, wenn wir daran glauben. Damit will ich sagen: Die Heiligen der Letzten Tage haben von allen Völkern auf der Erde den natürlichsten Glauben. (DBY,125.)

Und zwar betrachten wir die Bibel … als Führer …, der uns eine bestimmte Richtung weist. Die Lehre ist wahr, und wir vertreten sie unerschrocken. Wenn man das befolgt, was dieses Buch lehrt und vorschreibt, führt es einen dorthin, wo man sieht, wie man gesehen wird, wo man mit Jesus Christus Umgang hat, wo man Engelerscheinungen und Träume, Visionen und Offenbarungen hat und wo man Gott versteht und erkennt. Ist euch das nicht Stütze und Stab? Ja, es wird euch beweisen, daß ihr in den Fußstapfen derer aus alter Zeit folgt. Und ihr könnt sehen, was sie sahen, und verstehen, was sie hatten. (DBY, 126.)

Die Grundsätze, die in der Bibel, im Buch Mormon und im Buch Lehre und Bündnisse [die Köstliche Perle gehörte, als Brigham Young dies sagte, noch nicht zum Kanon der heiligen Schriften der Kirche] offenbart sind, widersprechen einander nicht. Und das, was der Prophet Joseph gelehrt hat und was die Brüder jetzt lehren, würde einander auch nicht widersprechen, wenn alle so leben würden, daß sie sich vom Geist des Herrn regieren lassen könnten. Es leben aber nicht alle so, daß sie den Geist des Herrn jederzeit mit sich haben können, und deshalb kommt manch einer vom Weg ab. (DBY, 126.)

Wir glauben an das Buch Mormon und an das Buch Lehre und Bündnisse, die der Herr dem Joseph Smith und durch ihn der Kirche gegeben hat. Und wir glauben auch an dies: „Wenn wir den Geist des Herrn nicht hätten und unsere Augen verschlossen wären, so daß wir das alles nicht durch den Geist der Offenbarung sehen und verstehen könnten, könnten wir all diesen Büchern getrost ade sagen, so viele es auch wären. Wenn wir alle Offenbarung hätten, die seit Adams Fall gegeben worden ist, und wären ohne den Geist der Offenbarung in unserer Mitte, so wäre es uns unmöglich, im celestialen Gottesreich errettet zu werden.“ (DBY, 128.)

Das Buch Lehre und Bündnisse ist den Heiligen der Letzten Tage ausdrücklich für ihr tägliches Leben und Handeln gegeben. (DBY, 128.)

Die Bibel enthält die Lehren der Errettung

Dieses Buch – das Alte und das Neue Testament – hält von Genesis bis Offenbarung nur eine einzige Predigt. (DBY, 126.)

Die Lehre, die wir verkünden, ist die Lehre der Bibel, es ist die Lehre, die der Herr zur Errettung der Kinder Gottes offenbart hat, und wenn jemand, der sie einmal befolgt, sie leugnet, so tut er das mit offenen Augen und mit der Erkenntnis, daß er die Wahrheit leugnet und die Ratschlüsse des Allmächtigen in den Wind schlägt. (DBY, 126.)

Die Bibel ist wahr. Sie ist vielleicht nicht immer richtig übersetzt, und bei der Zusammenstellung und Übersetzung ist vielleicht manch Kostbares verworfen worden [siehe 1 Nephi 13:24–27]; aber wir meinen, wie auch einer der Apostel schreibt: Wenn alles, was der Erretter gesagt und getan hat, aufgeschrieben würde, könnte die ganze Welt die Bücher nicht fassen [siehe Johannes 21:25]. Sie könnte sie wohl auch nicht verstehen. Sie verstehen auch nicht, was wir schriftlich niedergelegt haben, auch nicht das Wesen des Erretters, wie es in den heiligen Schriften dargestellt ist; und doch ist das mit das Einfachste in der Welt; und wenn man die Bibel versteht, ist sie eins der einfachsten Bücher in der Welt. Soweit sie richtig übersetzt ist [siehe den 8. Glaubensartikel], ist sie nämlich lautere Wahrheit, und die Wahrheit erscheint nur dem Unwissenden geheimnisvoll. Die Offenbarungen des Herrn an seine Schöpfung sind auch der geringsten Aufnahmefähigkeit angepaßt, und sie bringen allen, die bereit sind, sie anzunehmen, Leben und Errettung. (DBY, 124.)

Wir glauben an das Neue Testament und müssen deshalb, wenn wir konsequent sein wollen, auch an neue Offenbarung, an Visionen, Engel, an alle Gaben des Heiligen Geistes und an alle Verheißungen glauben, die in diesen Büchern stehen, und wir glauben etwa so daran, wie es da steht. (DBY, 124.)

Wir halten die Bibel hoch in Ehren und glauben an sie. (DBY, 124.)

Wenn man die Bibel liest, stellt man fest: Das Evangelium ist nicht nur im Neuen, sondern auch im Alten Testament enthalten. Mose und die Propheten sahen die Abkehr von der Kirche und sagten sie voraus. Sie sahen: Der Herr würde sich von Zeit zu Zeit um die Menschenkinder bemühen und ihnen die Wahrheit und das Priestertum bringen. Die Menschen würden aufgrund ihrer Schlechtigkeit seine Verordnungen ändern, die Bündnisse brechen und seine Gesetze übertreten [siehe Jesaja 24:5], bis das Priestertum von der Erde genommen werden würde und ihre Bewohner der Abkehr vom Glauben und der Finsternis überlassen blieben. (DBY, 124f.)

Wir Heiligen der Letzten Tage bekennen vor dem Himmel, vor den himmlischen Heerscharen und vor den Erdenbewohnern: Wir glauben wirklich an die heiligen Schriften, so wie sie uns gegeben sind, gemäß der besten Erkenntnis, die wir von der Übersetzung und vom Geist und von der Aussage des Alten und des Neuen Testaments haben. (DBY, 125f.)

Das Buch Mormon erklärt die Bibel … für wahr, und es beweist das auch. Die beiden beweisen sich gegenseitig. Das Alte und das Neue Testament sind das Holz Judas [siehe Ezechiel 37:15–19]. Ihr werdet euch erinnern: Der Stamm Juda blieb in Jerusalem, und der Herr segnete Juda, und das Ergebnis waren die Schriften des Alten und des Neuen Testaments. Aber wo ist das Holz Josefs? Könnt ihr mir das sagen? Jawohl. Josefs Kinder kamen über das Meer hierher auf diesen Kontinent [Amerika], und das Land hier füllte sich mit Menschen, und das Buch Mormon oder Holz Josefs enthält das, was sie geschrieben haben, und es befindet sich in Efraims Händen. Wo sind denn die Efraimiten? Sie haben sich mit allen Völkern der Erde vermischt. Gott ruft sie jetzt auf, sich zu sammeln, und er vereint sie, und sie geben der ganzen Welt das Evangelium. (DBY, 127.)

Was die heiligen Schriften zu sagen haben, ist deutlich und für jemanden, der sich um den Geist des Herrn bemüht, leicht zu verstehen

Wir sind nicht in derselben Lage wie die Menschen vor ein paar tausend Jahren – sie waren auf den Propheten oder die Propheten beziehungsweise auch auf eigene, unmittelbare Offenbarung angewiesen, wenn sie den Willen des Herrn erkennen wollten, und hatten keine Aufzeichnungen von ihren Vorfahren. Wir dagegen haben die Aufzeichnungen derer, die vor uns gelebt haben, und dazu das Zeugnis des Heiligen Geistes. Und wenn man sich ein Zeugnis wünscht, kann man dieses Buch nehmen und darin nachlesen, woran wir glauben, kann erfahren, wonach wir streben und was wir erreichen wollen – was eigentlich das ganze Menschengeschlecht in bezug auf die Sterblichkeit will – und von der Fülle der Herrlichkeit nach dem Tränental hier. Wir sind also denen gegenüber, die vor uns gelebt haben, im Vorteil. (DBY, 128.)

Da fragen die Menschen ständig: „Was bedeutet diese Schriftstelle, und wie ist der und der Passus zu verstehen?“ Brüder und Schwestern, wir müssen das alles so verstehen, wie es ist, und nicht, wie der Mensch es sich in seiner flatterhaften Vorstellung zurechtbiegt. (DBY, 128.)

Ich frage dich, Bruder B., wie soll ich an die Bibel glauben, und wie sollst du und soll jeder andere Jünger des Herrn Jesus Christus daran glauben? … Ich glaube genauso daran, wie sie ist. Ich glaube nicht daran, daß man ihr die Auslegung irgendeines Menschen überziehen darf, außer der Herr gebietet es auf die eine oder andere Weise. Ich glaube nicht daran, daß wir Schriftgelehrte brauchen, die sie in ihrer wörtlichen und klaren Aussage verdrehen. (DBY, 126.)

Die Bibel ist genauso deutlich und einfach zu begreifen wie die Offenbarung, die ich euch gerade vorgelesen habe [siehe LuB 58], wenn man den Geist Gottes – den Geist der Offenbarung – versteht und weiß, wie das errettende Evangelium der Fähigkeit des schwachen Menschen angepaßt ist. (DBY, 128.)

Was nun die Bibel betrifft, so ist die Ausdrucksweise darin so, wie sie vor einigen hundert Jahren üblich war. Aber wie die Sprache auch aussehen mag, sie ist bloß Brauchtum. Das eine will ich aber sagen: Das, was das Alte und das Neue Testament in bezug auf den Willen Gottes für seine Kinder auf der Erde lehren, die Geschichte dessen, was er für ihre Errettung tut, die Verordnungen, die er für ihre Erlösung einführt, die Gabe seines Sohnes und dessen Sühnopfer – all das ist wahr, und wir, die Heiligen der Letzten Tage, glauben daran. (DBY, 129.)

Wenn man darüber nachdenkt und es recht versteht, so sieht man, wie leicht das Evangelium zu begreifen ist, wie klar es ist in seinem Plan, wie sehr es in jedem Grundsatz auf das menschliche Fassungsvermögen zugeschnitten ist; wenn es nämlich jemand kennenlernt, der die Wahrheit liebt, erscheint es ihm sehr einfach und sehr klar; und wer aufrichtig ist, nimmt es ganz bereitwillig an. (DBY, 129.)

Wir müssen aber alle so leben, daß der Geist der Offenbarung uns ins Herz schreiben und uns sagen kann, was wir … tun sollen. … Dazu müssen wir allerdings wie die kleinen Kinder werden. Jesus sagt, daß wir sonst nicht ins Himmelreich kommen können. Wie einfach es doch ist! Machen wir uns frei von Neid, Bosheit, Zorn, Streit, bitteren Gefühlen und Übelreden in der Familie, in der Nachbarschaft und in der Gemeinschaft mit allen Erdenbewohnern, wo immer wir sie antreffen. Leben wir so, daß unser Gewissen frei und rein ist. (DBY, 36.)

Anregungen für das Studium

Wenn wir lernen, was die heiligen Schriften lehren, und danach leben, verschafft uns das Inspiration, und unser Leben geht in die richtige Richtung

  1. Warum sollen wir, laut Präsident Young, die Lehren des Herrn studieren, wie sie in den heiligen Schriften enthalten sind? Welche Verheißungen macht Präsident Young denen, die sich an die Weisungen der Bibel und der übrigen heiligen Schriften halten?

  2. Inwiefern können Aufzeichnungen, die Hunderte und Tausende von Jahren alt sind, uns heute als Anleitung dienen? Wie dienen die heiligen Schriften Ihnen als Richtschnur?

  3. Warum wurde, laut Präsident Young, das Buch Lehre und Bündnisse gegeben? Inwiefern hilft Ihnen das Buch Lehre und Bündnisse im „täglichen Leben und Handeln“? (Siehe auch LuB 4:3, 4; 84:43, 44; 86:11; 121:41, 42, 45.)

Die Bibel enthält die Lehren der Errettung

  1. Präsident Young hat erklärt, die Bibel halte „von Genesis bis Offenbarung nur eine einzige Predigt“. Was ist diese Predigt?

  2. Wie helfen die heiligen Schriften Ihnen, „das Wesen des Erretters“ zu verstehen?

  3. Was ist das Holz Judas und was das Holz Josefs? In welchem Bezug stehen die Bibel und das Buch Mormon zueinander? Zu welchem Zweck ist, laut Präsident Young, das Holz Josefs Efraim in die Hände gegeben worden?

Was die heiligen Schriften zu sagen haben, ist deutlich und für jemanden, der sich um den Geist des Herrn bemüht, leicht zu verstehen

  1. Was rät Präsident Young denen, die ständig nach menschlichen Auslegungen der heiligen Schriften suchen?

  2. Welche Vorteile haben wir dadurch, daß wir die Aufzeichnungen der Propheten in den heiligen Schriften haben?

  3. Präsident Young fordert uns auf, über die manchmal schwierige Ausdrucksweise der heiligen Schriften hinauszublicken und auf die kostbaren Grundsätze und Lehren zu achten, die uns als Anleitung dienen sollen. Welche Lehren hat er speziell genannt? Warum sind diese Lehren für uns heute besonders wichtig?

  4. Für wen sind, laut Präsident Young, die heiligen Schriften deutlich und leicht zu verstehen?

  5. Präsident Young hat erklärt: „Wir müssen aber alle so leben, daß der Geist der Offenbarung uns ins Herz schreiben und uns sagen kann, was wir … tun sollen.“ Wie können wir selbst den Geist der Offenbarung pflegen, damit wir deutlicher verstehen, was die heiligen Schriften uns sagen wollen?