Den neuen und immerwährenden Bund der Ehe verstehen

Lehren der Präsidenten der Kirche: Brigham Young, 1997


Im Frühjahr 1847 ließ Präsident Brigham Young seine Familie in Winter Quarters zurück und führte die erste Abteilung der Heiligen nach Westen. In einem Brief an seine Frau Mary Ann schilderte er die Anstrengungen der Abteilung, sich auf den Zug vorzubereiten, und sagte: „Meine liebe Partnerin in Drangsal. … Ich danke Dir tausendmal für Deine lieben Briefe an mich, aber noch mehr für Deine gütigen Taten und Dein noch gütigeres Herz. Ich bete immer für Dich und die Kinder und für unsere ganze Familie. Ich glaube wirklich, daß der Herr mich mit einer der besten Familien gesegnet hat, die je ein Mann auf der Erde hatte.“ (MAAY). Für Präsident Young war das Evangelium dazu da, die Heiligen auf das ewige Leben vorzubereiten, ein Leben, dessen höchstes Ziel Ehe und Familie sind. Der neue und immerwährende Bund der Ehe bildet die Grundlage für „die Welten, für die Engel und für die Götter“ (DBY, 195).

Lehren Brigham Youngs

Der neue und immerwährende Bund der Ehe legt die Grundlage für das ewige Leben

Sie [die ewige Ehe] ist ohne Anfang der Tage und Ende der Jahre. … Wir können einiges in bezug auf sie sagen: Sie bildet die Grundlage für die Welten, für die Engel und für die Götter, dafür, daß die intelligenten Wesen mit Herrlichkeit, mit Unsterblichkeit und mit ewigen Leben gekrönt werden. Tatsächlich ist sie der Faden, der sich von Anfang bis Ende durch das heilige Evangelium von der Errettung, das Evangelium des Gottessohns, hindurchzieht; sie ist von Ewigkeit zu Ewigkeit. (DBY, 195.)

Wenn der Vater und die Mutter, die Mitglieder dieser Kirche, des Gottesreichs, sind, einen rechtschaffenen Weg einschlagen und sich mit aller Kraft bemühen, niemals ein Unrecht zu begehen, sondern ihr Leben lang Gutes zu tun, ob sie ein Kind oder hundert Kinder haben, wenn sie sich ihnen gegenüber so verhalten, wie sie es sollen, und sie durch ihren Glauben und ihre Gebete an den Herrn binden, dann ist es mir egal, wohin diese Kinder gehen – sie sind mit einem immerwährenden Band an ihre Eltern gebunden, und keine Macht der Erde oder der Hölle kann sie in Ewigkeit von ihren Eltern trennen; sie werden wieder zu der Quelle zurückkehren, von der sie kommen. (DBY, 208.)

Wir stellen fest, daß recht viele junge Leute ins heiratsfähige Alter kommen und trotzdem nicht heiraten. … Unsere jungen Männer und Frauen sollen an ihre Verpflichtungen gegenüber einander, gegenüber Gott, der Erde, ihren Eltern und den zukünftigen Generationen denken – was ihre Errettung und Erhöhung unter den Göttern und die Herrlichkeit dessen betrifft, dem wir dienen. (DNSW, 25. Oktober 1870, 2.)

Ich erlege jedem jungen Mann in Israel im heiratsfähigen Alter die Mission auf, sofort hinzugehen und eine gute Schwester zu heiraten, ein Grundstück in der Stadt einzuzäunen, einen Garten und einen Obstgarten anzulegen und eine Familie zu gründen. Das ist die Mission, die ich allen jungen Männern in Israel auferlege. (DBY, 196.)

Es gibt in unserem Gemeinwesen keinen einzigen jungen Mann, der nicht bereitwillig von hier nach England reisen würde, um auf die rechte Weise zu heiraten, wenn er nur alles so verstände, wie es ist. Keine junge Frau in unserem Gemeinwesen, die das Evangelium liebt und sich seine Segnungen wünscht, würde auf eine andere Weise heiraten; sie würden unverheiratet bleiben, bis sie so heiraten könnten, wie sie sollen, und wenn sie dabei so alt würden wie Sara, ehe sie Isaak zur Welt brachte [siehe Genesis 17:17]. Viele von unseren Brüdern haben ihre Kinder verheiratet, ohne das in Betracht zu ziehen, es schien ihnen nicht so wichtig. Ich wünschte, wir würden es alle in dem Licht sehen, in dem der Himmel es sieht. (DBY, 195f.)

Eine der ersten Übertretungen der Familie mit dem Namen Israel bestand darin, daß sie sich ihre Ehepartner bei anderen Familien beziehungsweise anderen Völkern holten. Das war einer der großen Fehler, die die Kinder Abrahams, Isaaks und Jakobs begingen, sie heirateten nämlich in andere Familien ein, obwohl der Herr ihnen das verboten und zu dem Thema ein überaus strenges Gesetz erlassen hatte [siehe Genesis 28:1,2]. Er hatte ihnen geboten, nicht bei den Andern einzuheiraten, aber sie taten es doch und ließen sich nichts sagen [siehe Genesis 24:3]. (DBY, 196.)

Gebt acht, o ihr Mütter in Israel, und bringt euren Töchtern in Zukunft nicht mehr bei, außerhalb Zions zu heiraten, wie es vielen von ihnen bisher beigebracht worden ist. Weh euch, die ihr das tut; ihr werdet eure Krone verlieren, so wahr Gott lebt. (DBY, 196.)

Scharen von reinen und heiligen Geistern warten darauf, eine sterbliche Hülle zu bekommen, was ist also unsere Pflicht? … Es ist die Pflicht eines jeden rechtschaffenen Mannes und einer jeden rechtschaffenen Frau, so viele Geister, wie sie können, mit einer sterblichen Hülle auszustatten. (DBY, 196.)

Der Vater soll Christus folgen und seine Familie lieben, sie unterweisen und für sie sorgen

Ich möchte der Ersten Präsidentschaft, den Aposteln, allen Bischöfen in Israel und jedem Kollegium und ganz besonders allen präsidierenden Beamten sagen: Seid eurer Frau und euren Kindern, euren Nachbarn und diesem Volk ein Vorbild, damit ihr sagen könnt: „Folgt mir, wie ich Christus folge.“ Wenn wir das tun, ist alles in Ordnung, und wir haben ein ruhiges Gewissen. (DBY, 198.)

Der Ehemann und Vater soll lernen, seinen Willen dem Willen seines Gottes zu unterwerfen, und dann seiner Frau und seinen Kindern durch sein Beispiel und seine Weisung die gleiche Selbstbeherrschung vermitteln – seinen Nachbarn ebenso – und soll ihnen zeigen, wie man tapfer und standhaft ist, indem man widerspenstige und sündige Neigungen bezwingt. So bezwingt man schließlich den unheiligen Einfluß, der auf das Menschenherz einwirkt. (DBY, 198.)

Hört nicht einen Tag in eurem Leben auf, den Heiligen Geist auf euch ruhen zu lassen; und ihr Väter, hört niemals auf, zu beten, eure Frau möge diesen Segen haben, damit ihre Kinder schon im Mutterschoß mit dem Heiligen Geist gesegnet seien. Wenn ihr erleben wollt, wie ein Volk sich vom Heiligen Geist erfüllt mit Macht erhebt, dann kann das nur so geschehen. (BYP, 8. April 1852.)

Wenn wir uns nicht die Mühe machen, unsere Kinder zu unterweisen und ihnen diese offenbarten Wahrheiten zu vermitteln, werden wir als Eltern zumindest teilweise schuldig gesprochen werden. (DBY, 207.)

Der Vater soll das Oberhaupt der Familie sein, der Herr über seinen Haushalt; er soll seine Familie behandeln, wie ein Engel sie behandeln würde. (DBY, 197f.)

Der Mann soll lernen, seine Familie mit den Annehmlichkeiten des Lebens zu umgeben, seine Leidenschaften und sein Temperament zu zügeln und die Achtung nicht nur seiner Familie, sondern aller seiner Brüder und Schwestern und Freunde zu gewinnen. (DBY, 198.)

Gütige Blicke, gütige Taten, gütige Worte und ein liebevolles, heiliges Verhalten gegenüber [Kindern] wird unsere Kinder mit Banden an uns binden, die nicht so leicht zerreißen; Mißhandlung und Unfreundlichkeit dagegen treiben sie von uns fort und zerreißen jedes heilige Band, das sie an uns und an den immerwährenden Bund, dem wir alle angehören, binden soll. Wenn mir meine Kinder … nicht aufgrund von Freundlichkeit und einem lobenswerten Leben vor allen Menschen und vor den Himmeln gehorsam sind, dann sage ich jedem Einfluß ade. (DNW, 7. Dezember 1864, 2.)

Der Vater soll … sich darum bemühen, daß die Mutter glücklich und fröhlich ist, damit sie von Herzen zufrieden sei und ihrem irdischen Beschützer all ihre Zuneigung entgegenbringen kann, damit sie Kinder zur Welt bringen kann, die mit allen Eigenschaften ausgestattet sind, die man braucht, wenn man dazu bestimmt ist, als König der Könige und Herr der Herren zu regieren. (DBY, 199.)

Jeder Mann im Land … soll sich eine Frau nehmen und dann mit den Händen arbeiten und den Boden bebauen oder irgendein anderes ehrliches Handwerk ausüben, um sich selbst und diejenigen, für deren Unterhalt er sorgen muß, auf ehrliche Weise zu versorgen. Er soll mäßig sein und Wahrheit und Tugend lieben; dann wären die Frauen versorgt und geehrt und gesegnet, sie würden die ehrbaren Mütter eines Menschengeschlechts, das seinen Vätern an körperlicher und geistiger Vollkommenheit überlegen wäre. Das würde zu einer Revolution in unserem Land führen, und die Folgen wären von unermeßlichem Nutzen. (DBY, 194f.)

Der Mann soll zum Nutzen seiner Familie die Küche und die Vorratskammer und die Schlafzimmer erneuern, desgleichen den Garten und die Wege darin usw.; verschönert euer Haus und alles darum herum, legt Gehwege an und pflanzt schattenspendende Bäume. (DBY, 198.)

Die Mutter soll ihre Kinder lieben und unterweisen und auf die Welt um sich herum guten Einfluß ausüben

Wenn ich über die Pflichten und Aufgaben nachdenke, die auf unseren Müttern und Schwestern ruhen, und über den Einfluß, den sie haben, so sehe ich in ihnen die treibende Kraft und die Seele unseres Seins. Gewiß ist der Mann als erster da. Vater Adam wurde als König hierher auf die Erde gestellt, um sie sich zu unterwerfen. Aber als Mutter Eva kam, hatte sie einen großartigen Einfluß auf ihn. Manch einer meint, es sei kein guter Einfluß gewesen, ich halte ihn aber für vortrefflich. (DBY, 199.)

Die Mutter hat die Aufgabe, über ihre Kinder zu wachen und sie schon früh zu erziehen, die Eindrücke aus dem Kleinkindalter sind nämlich von Dauer. Ihr wißt ja aus eigener Erfahrung, daß die Eindrücke, die ihr im Morgengrauen eurer irdischen Existenz in euch aufgenommen habt, bis heute noch am nachhaltigsten wirken. Ein Kind schenkt seiner Mutter unbedingtes Vertrauen, es steckt in ihm eine natürliche Bindung, und wie die Mutter auch aussehen mag, das Kind hält sie für die beste und hübscheste Mutter der Welt. Ich spreche aus eigener Erfahrung. Kinder haben grenzenloses Vertrauen zu ihrer Mutter, und wenn eine Mutter sich die rechte Mühe gibt, kann sie ihrem Kind einprägen, was sie will. (DBY, 201.)

Ihr erinnert euch sicher an die Geschichte im Buch Mormon von den zweitausend jungen Männern, die so erzogen worden waren, daß sie daran glaubten, daß keine Macht sie überwinden konnte, wenn sie all ihr Vertrauen in Gott setzten. Ihr wißt sicher auch noch, daß ihr gelesen habt, wie sie in den Kampf auszogen, und sie waren so tapfer, und ihr Glaube war so mächtig, daß es ihren Feinden unmöglich war, sie zu erschlagen. Solche Kraft und solchen Glauben erlangten sie durch das, was ihre Mütter sie gelehrt hatten. (DBY, 201.)

Es ist die Berufung der Ehefrau und Mutter, daß sie mit allem, was ins Haus kommt, etwas anzufangen weiß und daß sie sich müht, ein Zuhause zu schaffen, in dem ihr Mann und ihre Kinder sich wohl fühlen. Sie soll eine Eva mitten in ihrem kleinen Paradies sein, das sie selbst geschaffen hat, soll sich Liebe und Vertrauen ihres Mannes sichern und ihre Kinder mit einer Liebe an sich binden, die stärker ist als der Tod, um eines immerwährenden Erbteils willen. (DBY, 198.)

Viele der Schwestern trauern, weil sie nicht mit Kindern gesegnet sind. Ihr werdet es noch erleben, daß ihr einmal von Millionen von Kindern umringt seid. Wenn ihr euren Bündnissen treu bleibt, werdet ihr Mütter von Völkern sein. (DBY, 200.)

Ich rate den Schwestern im allgemeinen nicht, sich ihrem Mann zu widersetzen, sondern rate ihnen vielmehr: Gehorcht eurem Mann; und das sage ich mit allem Nachdruck. Ich habe aber noch nie einer Frau geraten, ihrem Mann zum Teufel zu folgen. (DBY, 200f.)

Die Mütter sind das ausführende Werkzeug in der Hand der Vorsehung, wenn es darum geht, das Schicksal der Völker zu beeinflussen. … Ihr seht also, was ich euch ans Herz legen will: die Mütter sind die Antriebsfeder, die dem ganzen Menschen die Lebensfreude verleiht und die Bestimmung und das Leben der Menschen auf der Erde lenkt. (DBY, 199f.)

Anregungen für das Studium

Der neue und immerwährende Bund der Ehe legt die Grundlage für das ewige Leben

  1. Präsident Young hat über die ewige Ehe gesagt: „Sie bildet die Grundlage für die Welten … und … dafür, daß die intelligenten Wesen mit Herrlichkeit … gekrönt werden.“ Wie können wir unsere Ehe diesem ewigen Zweck weihen? Was können Sie konkret tun, um diesen Ausblick jeden Tag vor Augen zu haben?

  2. Was ist, laut Präsident Young, die Mission eines jeden jungen Mannes? Wie können Sie das auf sich beziehen?

  3. Was meint Präsident Young, wenn er den jungen Leuten rät, „auf die rechte Weise zu heiraten“? Welche Segnungen erhalten diejenigen, die alles Nötige tun, um eine rechtschaffene Familie zu gründen? (Siehe auch Abraham 2:9–11.)

  4. „Einer der großen Fehler“, die manche der Kinder Abrahams, Isaaks und Jakobs begingen, bestand darin, daß sie außerhalb des neuen und immerwährenden Bundes der Ehe heirateten. (Siehe auch Genesis 28:1, 2.) Welche Segnungen bleiben denen, die außerhalb des neuen und ewigen Bundes der Ehe heiraten, vorenthalten? Was können Sie tun, um sicher zu sein, daß Sie dieses Ehebundes würdig sind und die damit verbundenen Segnungen eines Tages erhalten können?

  5. Was ist die „Pflicht eines jeden rechtschaffenen Mannes und einer jeden rechtschaffenen Frau“? Warum ist es für ein Ehepaar, das im neuen und immerwährenden Bund lebt, eine so wichtige Aufgabe, für die Geistkinder Gottes einen irdischen Körper zu schaffen? Wie kann ein Ehepaar entscheiden, wann es dieser Aufgabe gemäß dem Willen Gottes nachgekommen ist? (Fragen Sie auch Ihren Bischof beziehungsweise Zweigpräsidenten, was im Handbuch Allgemeine Anweisungen dazu steht.)

Der Vater soll Christus folgen und seine Familie lieben, sie unterweisen und für sie sorgen

  1. Welches Beispiel soll jeder Vater seiner Frau und seinen Kindern geben? Was bedeutet es für einen Mann, Christus zu folgen? Wie lernt man, „seinen Willen dem Willen seines Gottes zu unterwerfen“? Was haben Sie schon von Vätern gelernt, die sich dem Willen Gottes unterwerfen?

  2. Welche Wahrheiten sollen Eltern ihren Kindern vermitteln? (Siehe auch LuB 68:25.)

  3. Wie soll, laut Präsident Young, ein Vater in seiner Familie präsidieren? (Siehe auch LuB 121:41–46.) Wie soll ein Mann seine Familie behandeln? Welche Handlungsweisen „zerreißen jedes heilige Band, das sie an uns und an den immerwährenden Bund … binden soll“? Wie kann ein Mann, der von Güte und vom Geist erfüllt ist, seine Frau und seine Kinder befähigen, ihre Rolle zu erfüllen?

  4. Was ist, laut Präsident Young, die Folge, wenn ein Mann treu für seine Familie sorgt? (Siehe auch LuB 83:1, 2.) Inwiefern kann das zu einer „Revolution“ führen?

Die Mutter soll ihre Kinder lieben und unterweisen und auf die Welt um sich herum guten Einfluß ausüben

  1. Was sind, laut Präsident Young, die Pflichten und Aufgaben einer Ehefrau und Mutter?

  2. Welchen Trost bietet Präsident Young denen an, die keine Kinder haben und die keine Kinder bekommen können?

  3. Wie haben Frauen in der Kirche Sie, Ihre Familie und Ihr Gemeinwesen schon beeinflußt? Wie können sie das auch in Zukunft noch tun?

  4. Was meint Präsident Young, wenn er sagt: „Ich habe aber noch nie einer Frau geraten, ihrem Mann zum Teufel zu folgen“? Woran kann eine Frau erkennen, ob ihr Mann Christus folgt? Welche Segnungen erhalten ein Mann und eine Frau, die sich gemeinsam dem Willen Gottes unterwerfen?

  5. Präsident Young hat gesagt, daß Mütter „das Schicksal der Völker … beeinflussen“. Wie kann eine Frau diese Verheißung erfüllen?