Irdische Regierungen und das Reich Gottes

Lehren der Präsidenten der Kirche: Brigham Young, 1997


Präsident Brigham Young – Kolonisator, Staatsmann und erster Gouverneur von Utah – ehrte seine Regierung und diente ihr. Im Juli 1846, als die Heiligen sich auf die Reise von Iowa ins Salt Lake Valley vorbereiteten, bat die Regierung der Vereinigten Staaten um Hilfe im Krieg gegen Mexiko. Die Regierung hatte die Heiligen zwar nicht unterstützt, als sie in Missouri und Illinois verfolgt worden waren, aber Präsident Young gab Anweisungen dazu, daß das Mormonenbataillon aufgestellt werden sollte, um in dem Krieg zu helfen. Er verhieß den Männern, sie würden nicht kämpfen müssen, wenn sie sich ordentlich verhielten. Diese Verheißung ging in Erfüllung. Durch die Aufstellung des Mormonenbataillons kam auch Geld zusammen, das den Heiligen bei ihrem Zug nach Westen half. Fünfhundert Mann verließen das Lager Israel, um den strapaziösen Marsch nach Kalifornien und zum Pazifischen Ozean anzutreten. Präsident Young sagte über die Freiwilligen: „Immer wenn ich an diese kleine Abteilung von Männern denke, denke ich sofort als nächstes: ,Gott segne sie für immer und immer.‘ Und all das taten wir, um der Regierung zu beweisen, daß wir loyale Bürger waren.“ (DBY, 476.) Präsident Young hielt die Heiligen beständig dazu an, ihrer Regierung treu zu sein, ihre Gesetze zu befolgen und tugendhafte und redliche Menschen in öffentliche Ämter zu wählen.

Lehren Brigham Youngs

Eine irdische Regierung muß auf den Gesetzen Gottes beruhen, damit sie Bestand hat

Wenn ein Volk gute Gesetze übertritt und irgendwelche seiner Einwohner oder ein anderes Volk unterdrückt, bis der Becher des Übeltuns durch Taten, die es allein zu verantworten hat, voll ist, wird Gott diejenigen, die da Verantwortung tragen, aus ihrer Machtposition stoßen, und sie werden vergessen; und er wird ein anderes Volk nehmen, auch wenn es arm ist und nicht für voll genommen wird, bei den anderen Völkern ein Gespött und verachtet, und ihm Macht und Weisheit verleihen; und sie werden wachsen und gedeihen, bis sie einmal ein großes Volk auf der Erde werden. (DBY, 357.)

Große und mächtige Reiche werden von ihm auf den Gipfel menschlicher Größe emporgehoben, damit er seine unergründlichen Absichten verwirklicht, und so, wie er will, werden sie ausgelöscht und fallen dem Vergessen des Alters anheim. Alle diese mächtigen Veränderungen weisen auf die Einführung seines Reichs in den Letzten Tagen hin und bereiten sie vor – dieses Reichs, das für immer bestehen und zu Größe und Macht heranwachsen wird, bis ein heiliger, dauerhafter, religiöser und politischer Friede den Armen unter den Menschen das Herz vor Freude am Heiligen Israels und darüber, daß sein Reich überall triumphiert, schwellen läßt. (DBY, 357.)

Eine theokratische Regierung ist eine, in der alle Gesetze in Rechtschaffenheit erlassen und durchgesetzt werden und deren Beamte die Macht besitzen, die vom Allmächtigen ausgeht. (DBY, 354.)

Wenn das Reich Gottes oder eine theokratische Regierung auf der Erde bestehen würde, würde vieles, was jetzt üblich ist, abgeschafft. (DBY, 354.)

Ein Gemeinwesen dürfte sich nicht so sehr gegen ein anderes stellen, daß es diesem seine Grundsätze aufzwingt; es würde einer Religionsgemeinschaft nicht gestattet, eine andere zu verfolgen, weil sie einen anderen religiösen Glauben und eine andere Form der Gottesverehrung hat. Jeder wäre in der Ausübung aller religiösen und gesellschaftlichen Rechte völlig geschützt, und kein Staat, keine Regierung, kein Gemeinwesen, kein Mensch dürfte die Rechte eines anderen einschränken; es würde kein christliches Gemeinwesen sich erheben und ein anderes verfolgen. (DBY, 354.)

Wer auch immer erlebt, daß das Reich Gottes auf der Erde vollständig aufgerichtet ist, wird eine Regierung sehen, die jeden Menschen in seinen Rechten völlig beschützt. Wenn diese Regierung jetzt an der Macht wäre, … würdet ihr erleben, daß die römischen Katholiken, die griechischen Katholiken, die Episkopalen, die Presbyterianer, die Methodisten, die Baptisten, die Quäker, die Shaker, die [Hindus], die [Moslems] und jede andere Klasse von Gläubigen in allen ihren Bürgerrechten und in den Rechten der Religionsausübung beschützt wären, sie dürften verehren, wen, was und wann sie wollen, ohne die Rechte anderer einzuschränken. Wünscht sich irgendein aufrichtiger Mensch bei gesundem Verstand größere Freiheit? (DBY, 355.)

Wie kann eine republikanische [freigewählte] Regierung bestehen? Es gibt nur eine Möglichkeit, wie sie bestehen kann. Sie kann fortbestehen, aber wie? Sie kann so fortbestehen wie die Regierung des Himmels, nämlich auf dem ewigen Felsen der Wahrheit und Tugend; und das ist die einzige Grundlage, auf der eine Regierung fortbestehen kann. (DBY, 355.)

Diejenigen, die regieren, sollten Weisheit und Redlichkeit besitzen

Ich mag eine gute Regierung, und außerdem mag ich es, wenn sie weise und gerecht tätig ist. Wenn die Regierung des Himmels auf schlechte Weise tätig wäre, würde sie eine der schlimmsten Regierungen auf dem Erdboden. So gut eine Regierung auch sein mag, wenn sie nicht von rechtschaffenen Menschen geführt wird, wird daraus eine schlechte Regierung. (DNW, 3. Juni 1863, 2.)

Kein Wesen kann herrschen und regieren, bis es … dem Gesetz Gehorsam leistet und sich, indem es das Gesetz, dem es untersteht, groß macht, als würdig erwiesen hat, Herr über dieses Gesetz zu sein. (DBY, 357.)

[Eine gute Regierung erfordert einen Führer, der es versteht], dem Volk, und zwar entsprechend dessen Fähigkeiten, Informationen zu allen Punkten mitzuteilen, die die gerechte Erledigung der Regierungsgeschäfte betreffen. Er sollte wissen, welche Politik für das Land am nützlichsten ist. Er sollte auch die Kenntnisse und die Neigung besitzen, seine Macht, Mitarbeiter zu bestellen, soweit das der Verfassung entsprechend ihm untersteht, so auszuüben, daß er nur gute und fähige Menschen in ein Amt beruft. Er sollte nicht nur die gesetzmäßigen und gerechten Wünsche seiner Wähler erfüllen, sondern auch fähig sein, ihren Blick zu erweitern und ihre Urteile zu korrigieren. Und alle guten Beamten in einer wahrhaft republikanisch orientierten Regierung werden sich unablässig für die Wahrung der Rechte aller einsetzen, ungeachtet der Konfession oder Partei. (DBY, 363.)

Die Menschen sollten ihre Gefühle, ihren Einfluß und ihren Glauben darauf richten, als ihren Präsidenten den besten Mann zu wählen, den sie finden können, auch wenn er nicht mehr zu essen hat als Kartoffeln und Salz – einen Mann, der nicht danach trachtet, größer zu werden als die Menschen, die ihn bestimmen, sondern es zufrieden ist, so zu leben, wie sie leben, so gekleidet zu sein, wie sie gekleidet sind, und in jeder guten Sache mit ihnen eins zu sein. (DBY, 363.)

Wir wünschen uns, daß Menschen das Land regieren, denen das Wohlergehen des Volks mehr am Herzen liegt als Gold und Silber, Ruhm oder Popularität. (DBY, 364.)

Die Mitglieder der Kirche sind verpflichtet, verantwortungsbewußte Staatsbürger zu sein

Die Selbstbeherrschung des einzelnen ist die Grundlage einer jeden wahren und effektiven Regierung, ob im Himmel oder auf der Erde. … Eine Regierung in den Händen schlechter Menschen muß zwangsläufig Unheil über ihr Volk bringen, aber eine Regierung in den Händen der Rechtschaffenen ist immerwährend, und ihre Macht reicht bis in den Himmel. (DBY, 355.)

Wenn wir nach unserer Religion leben, unseren Gott und sein Priestertum ehren, dann werden wir auch jede gute Regierung und jedes gute Gesetz ehren, die es auf der Erde gibt. … In den verschiedenen Völkern, Reichen und Regierungen der Welt finden sich Gesetze, Verordnungen und Statuten, die so gut sind, wie sie ein sterblicher Mensch nur haben kann. (DBY, 358.)

Sind wir ein politisches Volk? Jawohl, sehr politisch sogar. Aber welcher Partei gehört ihr an, oder wen würdet ihr wählen? Ich will euch sagen, wen wir wählen werden: wir werden den Mann wählen, der die Grundsätze der bürgerlichen und religiösen Freiheit hochhält, den Mann, der am meisten weiß und der das beste Herz und Hirn für einen Staatsmann hat; und es kümmert uns nicht im geringsten, ob er ein Konservativer, ein Demokrat, … ein Republikaner … oder etwas anderes ist. Das ist unsere Politik. (DBY, 358.)

Wir sollten, wie alle übrigen guten Bürger, darauf bedacht sein, solche Menschen an die Macht zu bringen, die sich dessen bewußt sind, welche Verpflichtung und Verantwortung sie einem mächtigen Volk gegenüber haben; die spüren und erkennen, welch wichtiges Vertrauen auf ihnen ruht, wenn die Stimme des Volkes sie als Gesetzgeber beruft. (DBY, 362.)

Wer soll unsere öffentlichen Ämter besetzen? Wir wollen die besten Männer, die wir finden können, als Gouverneur, Präsident und Staatsmann und für jedes weitere Amt des Vertrauens und der Verantwortung; und wenn wir sie haben, wollen wir für sie beten und ihnen unser Vertrauen und unseren Einfluß schenken, damit sie den Willen Gottes tun und sich selbst und das Volk in Wahrheit und Rechtschaffenheit bewahren. (DBY, 358.)

Anregungen für das Studium

Eine irdische Regierung muß auf den Gesetzen Gottes beruhen, damit sie Bestand hat

  1. Warum muß eine Regierung, um erfolgreich zu sein, auf Gottes Gesetzen beruhen? Was wird schließlich mit jeder Regierung geschehen, die nicht auf rechtschaffenen Grundsätzen beruht? (Betrachten Sie dazu beispielsweise den Aufstieg und Niedergang der nephitischen und lamanitischen Reiche zu verschiedenen Zeiten im Buch Mormon.)

  2. Worin besteht, laut Präsident Young, der Zweck einer irdischen Regierung? (Siehe auch LuB 134:1.)

  3. Inwiefern wäre die Gesellschaft anders, wenn es auf der Erde eine theokratische (von Gott gelenkte) Regierung gäbe? Was hielt Präsident Young für die wichtigste Freiheit, die eine theokratische Regierung gewährleisten würde? (Siehe auch LuB 134:4, 7, 9.)

Diejenigen, die regieren, sollten Weisheit und Redlichkeit besitzen

  1. Welche Eigenschaften sollte ein Regierungsführer haben? Wenn ein Regierungsführer intelligent, kenntnisreich und fleißig ist, warum ist es dann wichtig, daß er auch solche Eigenschaften wie Ehrlichkeit und Tugend besitzt?

  2. Warum muß ein potentieller Führer Erfahrung damit haben, wie es ist, unter einer Regierung zu leben, ehe er sich selbst zum Regierenden eignet? Warum ist es wichtig, daß ein Führer nachweist, daß er dem Gesetz gehorsam ist?Die Mitglieder der Kirche sind verpflichtet, verantwortungsbewußte Staatsbürger zu sein

  3. Warum ist „die Selbstbeherrschung des einzelnen“ für den Erfolg einer irdischen Regierung so wichtig? Wie wirkt sich die Rechtschaffenheit des Volks auf den Erfolg der Regierung aus?

  4. Warum ist es wichtig, wählen zu gehen, wenn man dieses Recht hat? Wie sollten Sie entscheiden, wen Sie wählen wollen?

  5. Wie können Sie Ihrer Pflicht, ein verantwortungsbewußter Staatsbürger zu sein, nachkommen? (Siehe auch LuB 134:5, 6.)