Nach dem Evangelium leben

Lehren der Präsidenten der Kirche: Brigham Young, 1997


Als großer Kolonisator, als politischer und kirchlicher Führer und als Ernährer seiner Familie verkörperte Präsident Brigham Young das lebendige, praktische Evangelium. Er legte in seinen Lehren und in seinem Leben Nachdruck darauf, daß das Evangelium Jesu Christi für die Menschen der Weg zur Errettung ist und daß es eine praktische Religion ist, die „die alltäglichen Aufgaben und Realitäten dieses Lebens erfaßt“ (DBY, 12).

Lehren Brigham Youngs

Unsere Entwicklung im Evangelium erfolgt allmählich und Zeile um Zeile – in dem Maß, wie wir nach den Grundsätzen, die wir lernen, leben

Wir … nehmen alle Gesetze und Verordnungen, die in den heiligen Schriften zu finden sind, und üben sie so weit wie möglich; dabei lernen und verbessern wir uns immer weiter, bis wir nach jedem Wort leben können, das aus dem Mund Gottes kommt. (DBY, 3.)

Wir haben das Evangelium des Lebens und der Errettung, um aus schlechten Menschen gute und aus guten Menschen noch bessere zu machen. (DBY, 6.)

Da habe ich mich vor kurzem mit einem Besucher unterhalten, der wieder in die Oststaaten zurückkehren wollte, und er hat mich gefragt: „Meinen Sie, daß Sie, als Gruppe betrachtet, vollkommen sind?“ Darauf ich: „Nein, nein, keinesfalls. … Die Lehre, die wir angenommen haben, ist wohl vollkommen; aber was die Menschen betrifft, so haben wir so viel Unvollkommenheit, wie man sich nur vorstellen kann. Wir sind nicht vollkommen; das Evangelium allerdings, das wir verkünden, soll die Menschen vollkommen machen, damit sie eine Auferstehung in Herrlichkeit erlangen und in die Gegenwart des Vaters und des Sohnes eintreten können.“ (DBY, 7.)

Die Menschen [können die Gesetze] noch nicht in ihrer Vollkommenheit annehmen; sie können aber hier ein wenig und dort ein wenig aufnehmen, heute ein bißchen, morgen ein bißchen, nächste Woche dann noch ein bißchen mehr, darüber hinaus noch mehr im nächsten Jahr, wenn sie aus jedem bißchen, das sie aufnehmen, das Beste machen; andernfalls bleiben sie im Schatten, und das Licht, das der Herr offenbart, sieht dann in ihren Augen wie Finsternis aus. Dann geht das Himmelreich weiter und läßt sie im Finstern tappen. Wenn man sich also nach der Erkenntnisfülle ausrichten will, die der Herr den Erdenbewohnern Stück für Stück zu offenbaren beabsichtigt, muß man aus jedem bißchen, das einem jetzt offenbart wird, das Beste machen. (DBY, 4.)

Ich muß euch Heiligen der Letzten Tage einfach sagen, wie wichtig es ist, daß man die Grundsätze des Evangeliums ganz innig in sein Leben aufnimmt, in sein Verhalten und Reden und in alles, was man tut; das fordert den ganzen Menschen. Das ganze Leben muß dem Fortschritt gewidmet sein, damit man die Wahrheit so erkennt, wie sie in Jesus Christus ist. Darin liegt die Fülle der Vollkommenheit. Sie ruhte im Wesen unseres Erretters; allerdings tat sie sich dem Volk nur in ganz geringem Maße kund, da es nicht fähig war, sie anzunehmen. Was sie aufzunehmen bereit waren, gab er ihnen. Auch uns gibt der Herr alles, was wir aufzunehmen bereit sind; den Völkern der Erde gewährt er desgleichen das, was sie anzunehmen bereit sind. (DBY, 11f.)

In der Bibel steht über den Erretter geschrieben, er sei unter alles hinabgestiegen, um über alles hinaufzusteigen. Gilt das nicht auch für jeden Menschen? Gewiß doch. Dann gehört es sich auch, daß wir unter alles hinabsteigen und langsam emporkommen, hin und wieder ein wenig lernen, „Zeile auf Zeile, Weisung auf Weisung“ empfangen, „hier ein wenig und da ein wenig“ [siehe LuB 98:12] (DBY, 60), bis wir die Ewigkeit erlangen und seine Macht und Herrlichkeit in ihrer Fülle in uns aufnehmen. (DBY, 3.)

Die geistigen und die zeitlichen Aspekte des Evangeliums gehören zusammen

Gott und alle, die die Grundsätze des Lebens und der Errettung, des Priestertums, die Wahrheitsoffenbarungen und die Gaben und Berufungen Gottes an die Menschenkinder verstehen, unterscheiden nicht zwischen geistiger und zeitlicher Arbeit – da gibt es nämlich keinen Unterschied. Wenn ich meinen Verpflichtungen nachkomme, tue ich, was Gott will, ob ich predige, bete, mir mit meiner Hände Arbeit auf anständige Weise den Lebensunterhalt verdiene, ob ich auf dem Feld arbeite, in der Werkstatt oder im Handel oder wohin die Pflicht mich auch ruft. Ich diene Gott am einen Ort so gut wie am andern, und das gilt für jeden an seinem Platz und zu seiner Zeit. (DBY, 8.)

Gott unterscheidet nicht zwischen Geistigem und Zeitlichem oder zwischen Zeitlichem und Geistigem; vor dem Herrn ist das alles eins [siehe LuB 29:34, 35]. (DBY, 13.)

Alles, was mit dem Aufbau des Gottesreichs auf der Erde zu tun hat, sei es die Verkündigung des Evangeliums oder der Bau von Tempeln in seinem Namen, haben wir als geistige Arbeit ansehen gelernt, auch wenn für die Arbeit selbstverständlich die physische Kraft erforderlich ist. (DBY, 13.)

Wir können nicht einmal in den Tempel gehen, wenn er fertig ist, und die heiligen Handlungen vollziehen, die ja zu geistigen Segnungen führen, ohne dabei zeitliche Arbeit zu tun. Die zeitlichen Verordnungen müssen eingehalten werden, damit man sich die geistigen Segnungen sichert, die der Große Erhabene für seine treuen Kinder bereithält. Alles, was man tut, tut man zuerst einmal zeitlich. Der Apostel sagt, der Glaube gründe in der Botschaft [siehe Römer 10:17]. Und was soll man sich anhören, damit man Glauben aufbringt? Die Evangeliumsbotschaft. Dazu braucht man aber einen Prediger. Der ist nun kein unsichtbarer Geist, sondern ein zeitlicher, gewöhnlicher Mensch wie wir selbst und denselben Bestimmungen und Regeln des Lebens unterworfen. Das Evangelium verkünden ist zeitliche Arbeit, und an den Herrn Jesus Christus glauben ist das Ergebnis zeitlicher Arbeit. Sich taufen lassen ist zeitliche Arbeit, sowohl für den Täufling wie für den Täufer. Ich bin selbst Zeuge dafür, daß das stimmt, habe ich mir doch mehr als einmal die Füße wund gelaufen und habe bis zur Erschöpfung gepredigt, damit die Menschen durch das Anhören des Evangeliums Glauben haben können. Die Segnungen, nach denen man so inbrünstig trachtet, werden einem dann zuteil, wenn man die erforderliche zeitliche Arbeit tut und sich so in allem bereit macht, die unsichtbaren Segnungen zu empfangen, die Jahwe für seine Kinder bereithält. (DBY, 13f.)

Das Evangelium ist ein Führer für das tägliche Leben – eine praktische Religion

Die Religion Jesu Christi ist eine praktische Religion, sie erfaßt die alltäglichen Pflichten und die Realitäten dieses Lebens. (DBY, 12.)

Die Grundsätze der Ewigkeit und der ewigen Erhöhung können einem erst dann von Nutzen sein, wenn sie den eigenen Fähigkeiten so nahegebracht werden, daß man sie im Leben anwenden kann. (DBY, 14.)

Ich passe das Evangelium der heutigen Zeit, den heutigen Umständen und den Gegebenheiten der Menschen an. (DBY, 8.)

Das System, das heute Sicherheit und Frieden mit sich bringt, ist im Leben und im Tod das Beste; es gibt im Geschäftsleben, in der Landwirtschaft, für den Bau von Städten und Tempeln nichts Besseres – ich spreche nämlich vom Gesetz Gottes. Aber es fordert unbedingten Gehorsam. Die Rechtssätze und Richtlinien, die Gott für sein Volk aufstellt, garantieren uns hier Frieden und Zufriedenheit und Herrlichkeit und Erhöhung in Ewigkeit; aber ohne unbedingten Gehorsam gegenüber dem Gesetz Gottes kommt nichts dabei heraus. (DBY, 8.)

Manchmal, wenn ich darüber nachdenke, was ich euch sagen soll, kommt mir der Gedanke, daß es für einen Teil meiner Zuhörer zweifellos höchst erfreulich und interessant wäre, wenn ich einmal nur über etwas predigen würde, was die ferne Zukunft betrifft oder was schon längst Geschichte ist. Mein Verstand und meine Erkenntnis lehren mich allerdings, daß meine Zuhörer dann nicht in dem unterrichtet werden könnten, was sie von Tag zu Tag tun müssen. Aus dem Grund möchte ich euch nicht über etwas belehren, was erst in hundert Jahren getan werden muß, sondern euch in dem unterrichten, was wir gegenwärtig tun müssen, in unserem täglichen Reden und Tun, damit wir wissen, wie wir uns hier und heute nützlich sein und die Grundlage für zukünftiges Glücklichsein legen können. (DBY, 12.)

Meine Mission gegenüber den Menschen besteht darin, daß ich sie für ihr tägliches Leben unterweise. Nun nehme ich an, daß etliche von euch schon vor Jahren gehört haben, wie ich gesagt habe, es sei mir ziemlich egal, was nach dem Millennium geschehe. Die Ältesten können lange Reden darüber führen, was in den Tagen Adams geschah, was vor der Erschaffung der Erde war und was in tausend Jahren sein wird, was war und was sein wird; dabei wissen sie doch gar nichts darüber und sind rechte Windbeutel. So lehre ich nicht. Ich will den Menschen beibringen, was sie hier und heute tun sollen; das Millennium kommt schon ohne mich zurecht. Ich soll sie lehren, Gott zu dienen und sein Reich aufzubauen. Ich lehre Glauben, Umkehr, Taufe zur Sündenvergebung und das Händeauflegen zur Gabe des Heiligen Geistes. Wir sollen über unser tägliches Leben belehrt werden, und zwar unter praktischen Gesichtspunkten. (DBY, 8f.)

Wenn wir zum Pflügen aufs Feld gehen, müssen wir unsere Religion mitnehmen; wir gehen in kein Büro, hinter keinen Ladentisch, von dem aus wir Waren verkaufen, in kein Kontor zu unseren Büchern oder sonst wohin zu unseren Geschäften, ohne unsere Religion mitzunehmen. Wenn wir mit der Eisenbahn unterwegs sind oder uns auf einer Vergnügungsreise befinden, müssen unser Gott und unsere Religion mit uns sein. (DBY, 8.)

Wir wollen, daß die Heiligen immer besser werden, bis beispielsweise unsere Mechaniker so ehrlich und zuverlässig sind, daß diese Eisenbahngesellschaft sagt: „Gebt uns einen Mormonenältesten als Mechaniker, dann braucht niemand auch nur die geringste Angst davor zu haben, mitzufahren, denn wenn er weiß, daß Gefahr besteht, wird er alle nötigen Maßnahmen ergreifen, um das Leben derer, die ihm anvertraut sind, zu schützen. Ich möchte erleben, daß unsere Ältesten so redlich sind, daß diese Firma sie als Lokomotivbauer, Wächter, Mechaniker, Sekretäre und Geschäftsführer vorzieht. Wenn wir nach unserer Religion leben und des Namens Heilige der Letzten Tage würdig sind, sind wir genau die Menschen, denen alle solche Geschäfte mit vollkommener Sicherheit anvertraut werden können; andernfalls wird sich herausstellen, daß wir nicht nach unserer Religion leben.“ (DBY, 232f.)

Unsere Religion erstreckt sich auf jede Handlung und auf jedes Wort des Menschen. Niemand soll Handel treiben, außer er tut es in Gott; niemand soll Landwirtschaft oder irgendein anderes Geschäft betreiben, außer im Herrn. Keiner, der in einem Rat sitzt, soll die Menschen anders beurteilen als nur im Herrn, damit er unparteiisch und rechtschaffen zwischen Recht und Unrecht unterscheide, zwischen Wahrheit und Irrtum, zwischen Licht und Dunkel, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit. (DBY, 9.)

Wenn man das Alte und das Neue Testament aufmerksam liest, stellt man fest: Die meisten Offenbarungen, die die Menschen in alter Zeit hatten, waren auf ihre täglichen Pflichten bezogen. Wir gehen heute den gleichen Weg. Die Offenbarungen in der Bibel und im Buch Mormon sind unser Vorbild, und das Buch Lehre und Bündnisse enthält direkte Offenbarung an die Kirche. Diese Bücher sind unsere Führer, und wir denken nicht daran, sie beiseite zu legen. Wir wollen Tag für Tag in den Offenbarungen des Herrn Jesus Christus verbleiben und seinen Geist allzeit mit uns haben. Können wir das, so wandeln wir nicht mehr im Finstern, sondern im Lebenslicht. (DBY, 12.)

Wenn man den Zionsgeist besitzen will, muß man auch entsprechend leben. Unsere Religion ist keine bloße Theorie; es ist eine praktische Religion, die jedem Herzen unmittelbare Freude bringen soll. (DBY, 12.)

Der Aufbau Zions ist in jeder Hinsicht praktische Arbeit und keine bloße Theorie. Eine rein theoretische Religion nützt niemandem viel. Ein Erbteil in Zion oder Jerusalem nur theoretisch – nur in der Vorstellung – besitzen, heißt doch, überhaupt kein Erbteil besitzen. Ein Erbteil muß rechtsgültig abgesichert sein, ehe es praktischen Nutzen hat. Geben wir uns also nicht mit rein theoretischer Religion zufrieden, sondern machen wir etwas Praktisches daraus; seien wir rein und selbständig, lassen wir die Gottesliebe in uns wohnen, und wandeln wir nach jeder Vorschrift, jedem Gesetz und jedem Wort, das uns zur Führung gegeben ist. (DBY, 12.)

Und wenn ich heute besorge, was der Tag bringt, und morgen, was sich morgen ergibt, und so weitermache, bin ich, wenn die Ewigkeit kommt, bereit, einzutreten in das, was ewig ist. Ich wäre aber nicht bereit für diesen Wirkungskreis, wenn ich nicht einmal mit dem fertig würde, was ich jetzt in Reichweite habe. Ihr müßt alle lernen, so zu handeln. (DBY, 11.)

Wir sind ja gerade dazu auf die Erde gekommen, daß wir mit den Elementen der Welt Umgang haben, daß wir uns die Erde untertan machen und die pflanzlichen und tierischen Organismen vermehren, die Gott auf die Erde gesetzt hat. (DBY, 15.)

Das Leben ist für uns, und es liegt an uns, ob wir es heute annehmen und nicht bis zum Millennium warten. Schlagen wir doch den Kurs ein, der uns heute Errettung bringt, und wenn dann der Abend kommt, wollen wir den Tag überdenken, von unseren Sünden umkehren, wenn wir gesündigt haben, und beten. Dann können wir uns niederlegen und bis zum Morgen in Frieden schlafen, mit Dankbarkeit vor Gott wieder aufstehen, ein neues Tagwerk beginnen und uns bemühen, den ganzen Tag Gott zu leben und keinem andern. (DBY, 16.)

Die Aufgabe, für uns selbst und für unsere Familie zu sorgen, ist eine wichtige praktische Anwendung des Evangeliums

Ich bemühe mich ständig, euch dazu zu bewegen, daß ihr einen Kurs einschlagt, der euch unabhängig macht, daß ihr euch eurer Armen annehmt, der Lahmen, der Hinkenden, der Blinden; daß ihr die Menschen, die noch ohne Erkenntnis sind, aus dem Dunkel herausholt, von wo aus sie den Wandel der Welt nicht beobachten und nicht die Erkenntnis erlangen können, die den Menschenkindern gemeinhin zugänglich ist, daß ihr sie von den vier Himmelsrichtungen sammelt und aus ihnen ein intelligentes, fleißiges und selbständiges Volk macht. (DBY, 16.)

Ich kämpfe schon seit Jahren darum, daß ihr einseht, daß ihr euch selbst erhalten müßt, sonst tut es nämlich keiner. Wenn man nicht selbst die Grundlage legt und sich Essen, Kleidung und eine Wohnung beschafft, kommt man vor Hunger und Kälte um. Im Sommer würde einem die Sonne direkt auf den nackten, ungeschützten Leib brennen. (DBY, 16f.)

Wer verdient denn Lob? Diejenigen, die für sich selbst sorgen, oder diejenigen, die immer darauf vertrauen, daß die große Barmherzigkeit des Herrn schon für sie sorgen wird? Es ist genauso konsequent, zu erwarten, daß der Herr uns mit Obst versorgt, wenn wir keine Bäume pflanzen, oder daß uns die Arbeit der Ernte erspart bleibt, wenn wir nicht pflügen und säen und wir dann zum Herrn schreien, er möge uns aus der Not erretten, wie ihn zu bitten, er möge uns von den Folgen unserer Torheit, unseres Ungehorsams und unserer Verschwendung erretten. (DBY, 293.)

Statt danach zu forschen, was der Herr wohl für uns tun wird, wollen wir lieber fragen, was wir selbst für uns tun können. (DBY, 293.)

Solange wir in diesem Tal fruchtbaren Boden und auch Saatgut haben, das wir in den Boden tun können, brauchen wir Gott nicht zu bitten, er möge uns zu essen geben oder mit einem Laib Brot hinter uns herlaufen und uns anflehen, es zu essen. Das tut er nicht, und ich würde das auch nicht tun, wenn ich der Herr wäre. Wir können uns hier selbst ernähren; und wenn wir jemals in Umständen leben, wo wir das nicht können, hat der Herr immer noch genug Zeit, ein Wunder zu wirken, um uns am Leben zu erhalten. (DBY, 294.)

Wenn man nicht einmal für sein irdisches Leben sorgen kann, wo will man dann die Einsicht finden, die einem zu ewigem Leben verhilft? Gott hat euch die Existenz geschenkt, das heißt, Körper und Geist, hat euch mit Fähigkeiten gesegnet und so die Grundlage für alle Erkenntnis und alle Einsicht, für alle Herrlichkeit und alle ewigen Leben gelegt. Wenn man nicht einmal fähig wäre, für sein leibliches Wohl zu sorgen, für seine Frau und ein paar Kinder, was wollte man dann mit Himmlischem anfangen? (DBY, 13.)

Betrachtet euch in eurer Eigenschaft als FHV in dieser Stadt und diesen Bergen. Betrachtet eure Lage. Denkt mal darüber nach, und überlegt euch, ob ihr hingehen und lernen wollt, welchen Einfluß ihr ausüben könnt. Und übt diesen Einfluß dann dazu aus, daß ihr Gutes tut und den Armen im Volk die Last leichter macht. (DNW, 17. August 1869, 3.)

Anregungen für das Studium

Unsere Entwicklung im Evangelium erfolgt allmählich und Zeile um Zeile – in dem Maß, wie wir nach den Grundsätzen, die wir lernen, leben

  1. Warum lehrt der Herr uns die Grundsätze des Evangeliums „heute ein bißchen, morgen ein bißchen“? (Siehe auch 2 Nephi 28:30; LuB 98:12.) Was müssen wir tun, um mehr von den Evangeliumswahrheiten zu erhalten? (Siehe auch Alma 12:9–11.) Was könnte geschehen, wenn wir mehr Wahrheit erhalten, als wir anzunehmen bereit sind?

  2. Warum ist es manchmal wesentlich, daß man erst nach einem bestimmten Evangeliumsgrundsatz lebt, um ihn auch zu lernen? (Siehe auch Johannes 7:17; LuB 93:28.)

  3. Wie schränken wir das, was Gott uns lehren kann, ein?

Die geistigen und die zeitlichen Aspekte des Evangeliums gehören zusammen

  1. Präsident Young hat gesagt, der Herr unterscheide nicht zwischen Zeitlichem und Geistigem. Wenn wir das wissen, wie muß sich das dann auf unseren Umgang mit unseren täglichen Aufgaben auswirken?

Das Evangelium ist ein Führer für das tägliche Leben – eine praktische Religion

  1. Präsident Young hat die Heiligen gelehrt, die Grundsätze des Evangeliums auf eine praktische Art und Weise in ihr tägliches Leben einzubeziehen. Wie soll das Evangelium unsere Entscheidungen bezüglich unserer Familie, unserer beruflichen Arbeit und unserer übrigen Aufgaben beeinflussen?

  2. Was meinte Präsident Young wohl, als er sagte, wir sollten keine Geschäfte wahrnehmen, „ohne unsere Religion mitzunehmen“? Wie können wir unsere Religion mitnehmen, wohin wir auch gehen, und dabei trotzdem auf die Glaubensvorstellungen unserer Mitmenschen Rücksicht nehmen? Wie können wir uns mehr darauf verlassen, daß der Geist uns hilft, unsere Religion mitzunehmen, wohin wir auch gehen?

  3. Wie sieht es mit unserer Verantwortung gegenüber dem Gemeinwesen aus – neben Missionsarbeit und Kirchendienst?

Die Aufgabe, für uns selbst und für unsere Familie zu sorgen, ist eine wichtige praktische Anwendung des Evangeliums

  1. Was hat Präsident Young dazu gesagt, wie es mit unserer Verantwortung für uns selbst aussieht? Wie können wir in geistiger Hinsicht, in puncto Bildung, in körperlicher, seelischer und wirtschaftlicher Hinsicht selbständiger werden? Wie können wir anderen helfen, selbständiger zu werden?

  2. Warum spielt die Selbständigkeit im Evangelium eine so wichtige Rolle?

  3. Präsident Young hat davon gesprochen, wie wichtig es ist, daß wir für uns selbst sorgen. Inwiefern werden wir gesegnet, wenn wir das beherzigen? Unter welchen Umständen wirkt der Herr Wunder, um uns am Leben zu erhalten? Was hat Brigham Young dazu gesagt?