Die Verständigung zwischen Gott und den Menschen

Lehren der Präsidenten der Kirche: Brigham Young, 1997


Präsident Brigham Young hat gelehrt: Unsere „erste und vornehmste Pflicht besteht darin, den Herrn zu suchen, bis wir den Weg zur Verständigung zwischen Gott und unserer Seele geöffnet haben“. Kurz nach dem Tod des Propheten Joseph Smith erzählte Brigham Young von einem Traum, in dem Joseph ihm erschienen war und ihn unterwiesen hatte: „Joseph trat auf uns zu und sagte, mit einem sehr ernsten aber freundlichen Gesichtsausdruck: ‚Sagt den Menschen, sie sollen demütig und treu sein und darauf achten, daß sie den Geist des Herrn behalten, dann führt er sie recht. Sie sollen darauf achten, daß sie sich nicht von der sanften, leisen Stimme abwenden; sie wird sie lehren, was sie tun und wohin sie gehen sollen; sie wird die Frucht des Gottesreichs hervorbringen. … Sagt den Brüdern, daß sie schon recht gehen werden, wenn sie dem Geist des Herrn folgen!‘“ (JH.) Alle Kinder Gottes können sich vom Geist Christi erleuchten lassen und durch den Heiligen Geist persönliche Offenbarung empfangen, wenn sie den Herrn aufrichtig suchen.

Lehren Brigham Youngs

Der Geist Christi ist allen Kindern Gottes gegeben, damit er sie erleuchtet und ihnen hilft, Gut und Böse zu unterscheiden

Der Geist des Herrn erleuchtet jeden Menschen, der in die Welt kommt. Es gibt auf der Erde niemanden, der nicht mehr oder weniger vom Geist des Herrn Jesus erleuchtet wird. Von ihm heißt es, er sei das Licht der Welt. Er leuchtet jedem Menschen, der in die Welt kommt, und auf jedem ruht zuzeiten das Licht des Wahrheitsgeistes [siehe Johannes 1:9; 8:12; Moroni 7:16; LuB 84:46]. (DBY, 32.)

Ich glaube nicht einen Augenblick lang daran, daß es von Adam bis heute auf der Erde jemals einen Menschen gegeben hat, der nicht durch die Offenbarungen Jesu Christi erleuchtet und unterwiesen worden wäre. „Was? Auch die unwissenden Heiden?“ Jawohl, jeder Mensch mit gesundem Menschenverstand. Ich glaube keineswegs daran, daß den Menschenkindern das Recht genommen worden wäre, den Geist des Herrn zu empfangen, der sie lehrt, Recht und Unrecht auseinander zu halten. (DBY, 32.)

Ich glaube fest daran, daß man nur das weiß, was man durch die Offenbarung des Herrn Jesus Christus hat, ob in Theologie, Naturwissenschaft oder Kunst. (DBY, 38.)

Es gibt Menschen mit Talenten, die nachdenken und sich in jeglicher raffinierten Technik auskennen; sie sind Experten darin und wissen nicht einmal, woher sie ihre Erkenntnis beziehen. Der Geist des Herrn hat es noch nicht ganz aufgegeben, sich mit den Menschen abzumühen und ihnen Erkenntnis anzubieten. Also offenbart er ihnen, unterweist sie und führt sie. (DBY, 33.)

Gott ist hier; sein Einfluß erfüllt die Unendlichkeit. Er hat seine Boten überall, wo die Werke seiner Hände sind. Er beobachtet jedes seiner Geschöpfe; ihr Tun, ihr Fühlen und Denken sind ihm bekannt. Seine Intelligenz und Macht erfüllen nämlich die Unendlichkeit [siehe LuB 88:6–13]. Nicht seine Person selbst, sondern sein Geist; er ist hier und lehrt und führt die Länder der Erde. (DBY, 32.)

Gott spricht durch Offenbarung zu seinen Kindern

Dieses Volk glaubt an Offenbarung. Wir haben daran geglaubt und glauben noch immer daran, daß der Herr aus den Himmeln spricht. Wir haben daran geglaubt und glauben noch immer daran, daß Gott Engel schickt, die das immerwährende Evangelium verkünden, wie Johannes es bezeugt hat [siehe Offenbarung 14:6,7]. (DBY, 38.)

Wie oft hören wir, daß es in der Kirche Propheten geben muß, damit das Reich Gottes auf der Erde aufgerichtet werden und blühen kann. Ich möchte diesen Gedanken noch anders zum Ausdruck bringen. Ich sage euch, die lebendigen Wahrworte Gottes beziehungsweise der Geist der Offenbarung müssen in jedem einzelnen Menschen wohnen, damit er den Erlösungsplan erkennt und auf dem Weg bleibt, der ihn in Gottes Gegenwart führt. (DBY, 38.)

Der Herr ist nicht überall persönlich gegenwärtig, sondern er hat seine Beauftragten, die für ihn sprechen und handeln. Seine Engel, seine Boten, seine Apostel und Diener sind bestimmt und bevollmächtigt, in seinem Namen zu handeln. Und seine Diener sind bevollmächtigt, seinen Heiligen in den wichtigsten Angelegenheiten und in allen scheinbar nebensächlichen Angelegenheiten zu raten und zu gebieten, sie zu unterweisen und zu führen. (DBY, 41.)

Niemand kann in diesem Reich Einfluß gewinnen und behalten und seine Berufung groß machen, ohne daß die Macht Gottes mit ihm wäre. Die Menschen müssen so leben, daß der Heilige Geist sie erleuchten kann, sonst haben sie kein Vertrauen zu sich selbst, zu ihrer Religion oder zu ihrem Gott und wenden sich früher oder später vom Glauben ab. (DBY, 33.)

Ein Herr hat mich einmal gefragt, wie ich die Kirche durch Offenbarung führe. Ich lehre die Menschen, so zu leben, daß der Geist der Offenbarung ihnen Tag für Tag klarmachen kann, was ihre Pflicht ist, so daß sie sich praktisch selbst führen können. Um solche Offenbarung zu empfangen, müssen die Menschen aber so leben, daß ihr Geist so rein und klar ist wie ein unbeschriebenes Blatt Papier, das vor dem Schreiber auf dem Tisch liegt und auf das er schreiben kann, was er will. (DBY, 41.)

Kein irdisches Argument, kein irdisches Vernunftreden kann intelligenten Wesen den Sinn erweitern und sie Himmlisches sehen lassen. Das geschieht nur durch den Geist der Offenbarung [siehe 1 Korinther 2:9–14]. (DBY, 37.)

Die Offenbarungen des Herrn Jesus Christus, der Geist der Wahrheit, entdeckt alles und befähigt alle, die diesen Geist besitzen, Wahrheit und Irrtum, Licht und Finsternis und das, was von Gott kommt, von dem zu unterscheiden, was nicht von Gott kommt. Nur durch ihn begreifen wir das Evangelium des Gottessohns, den Willen Gottes und wie wir errettet werden können. Folgt man ihm, dann führt er einen zu Gott, der Quelle des Lichts, wo das Tor offensteht und das Gemüt erleuchtet wird, so daß man alles sieht, erkennt und erfaßt, wie es ist. (DBY, 34.)

Niemand kann Jesus den Messias erkennen, außer es werde ihm aus dem Himmel offenbart [siehe 1 Korinther 12:3]. (DBY, 37.)

Ohne direkte Offenbarung aus dem Himmel kann niemand den Erlösungsplan ganz begreifen. (DBY, 38.)

Ohne die Offenbarungen Gottes wissen wir nicht, wer wir sind, woher wir kommen oder wer die Erde, auf der wir leben und uns bewegen und auf der wir sind, gestaltet hat. (DBY, 37.)

Wenn der Geist göttlicher Offenbarung jemanden inspiriert, so öffnet sich sein Sinn der Schönheit und Ordnung und Herrlichkeit der Geschöpfe der Erde und ihrer Bewohner, für den Zweck ihrer Erschaffung und dafür, warum ihr Schöpfer sie mit seinen Kindern bevölkert. Dann begreift er deutlich, daß wir nur dazu hier sind, daß wir erhöht werden und zu unserem Gott und Vater zurückkehren können. (DBY, 37.)

Wer die Offenbarungen Gottes, wie sie den Menschenkindern oder irgend jemand sonst im Himmel oder auf der Erde gegeben sind, auch nur zum Teil recht verstehen will, braucht den Geist, durch den sie gegeben worden sind – den Geist, der dem Verstand so etwas offenbart und den Sinn damit vertraut macht. (DBY, 39.)

Wir müssen aber alle so leben, daß der Geist der Offenbarung uns ins Herz schreiben und uns sagen kann, was wir anstelle dessen tun sollen, was uns unsere Eltern und Lehrer überliefert haben. Dazu müssen wir allerdings wie die kleinen Kinder werden. Jesus sagt, daß wir sonst nicht ins Himmelreich kommen können. Wie einfach es doch ist! Machen wir uns frei von Neid, Bosheit, Zorn, Streit, bitteren Gefühlen und Übelreden in der Familie, in der Nachbarschaft und in der Gemeinschaft mit allen Erdenbewohnern, wo immer wir sie antreffen. Leben wir so, daß unser Gewissen frei und rein ist. (DBY, 36.)

Solltet ihr eine Vision oder Offenbarung vom Allmächtigen empfangen, die euch selbst oder die Kirche betrifft, und ihr sollt die Offenbarung nicht bekannt machen, weil ihr nicht dafür zuständig seid oder weil das Volk zu der Zeit noch nichts davon erfahren soll, so schließt sie gut ein und versiegelt sie, als sei sie im Himmel versiegelt, und hütet das Geheimnis wie ein Grab. Der Herr hat kein Vertrauen zu Menschen, die Geheimnisse ausplaudern, ihnen kann er sich nämlich nicht unbesorgt kundtun. (DBY, 40f.)

Woher wissen wir denn, daß die Propheten das Wort des Herrn aufgeschrieben haben? Doch durch Offenbarung. Und woher wissen wir, daß Joseph Smith von Gott berufen wurde, sein Reich auf der Erde aufzurichten? Woher wissen wir, daß eure Führer die Wahrheit lehren? Durch Offenbarung. (DBY, 38.)

Woher könnt ihr wissen, daß das Werk der Letzten Tage wahr ist? Nur durch den Geist direkter Offenbarung aus dem Himmel. Wie habt ihr … den Beweis erhalten, daß dieses Werk wahr ist? Hat nicht der Geist der Offenbarung auf euch geruht? … Gebt doch Tag für Tag dazu. Gebt dazu, was der Herr euch gibt – hier ein wenig, dort ein wenig; und häuft euch in Glauben und Begreifen Wahrheit auf wie einen Schatz, bis ihr vor dem Herrn vollkommen seid und bereit, mehr vom Gottesreich zu empfangen. (DBY, 36.)

Wenn ihr euch jahrelang treu abgemüht habt, dann wird euch diese einfache Tatsache bewußt – wenn das Herz richtig eingestimmt ist, wenn man allezeit gehorsam bleibt, Gott dient und nicht aufhört, zu beten, hat man den Geist der Offenbarung in sich, wie einen Brunnen, aus dem immerwährendes Leben strömt [siehe LuB 19:38; 63:23]. Es soll niemand aufhören, zu beten, weil ihm nicht nach Beten zumute ist. Niemand soll sich durch seine irdischen Belange drängen lassen, wenn es darum geht, dieser wichtigen Aufgabe nachzukommen. Wenn man sich vor dem Herrn beugt und ihn um seinen Segen bittet, erlebt man nichts anderes, als daß Gott einem die Segnungen in zeitlicher und in geistiger Hinsicht vervielfacht. (DBY, 46.)

Eine unserer wichtigsten Aufgaben besteht darin, im täglichen Beten den Willen Gottes zu erkunden

Wollte ich alles, was von den Menschenkindern gefordert wird, in eine Rangordnung bringen, so würde ich an die erste und oberste Stelle setzen: Den Herrn, unseren Gott, suchen, bis wir zwischen Himmel und Erde eine Verbindung hergestellt haben – zwischen Gott und uns selbst. Haltet alle Wege in eurem Herzen vor ihm rein. (DBY, 41.)

Wenn man sich ihm naht, naht er sich einem auch. Und wenn man ihn frühe sucht, findet man ihn; wenn man sich Tag für Tag treu und eifrig dafür einsetzt, den Sinn und Willen Gottes zu erkennen und zu verstehen, so wird einem das so leicht, ja, ich behaupte, es wird einem leichter fallen, als den Sinn eines Mitmenschen zu verstehen. (DBY, 42.)

Wir wollen demütig, inbrünstig, ergeben sein und uns dem Willen des Herrn unterwerfen, dann besteht für uns keine Gefahr mehr, außer daß sein Geist uns führt. Wenn wir den Mund auftun und unseren himmlischen Vater im Namen Jesu anrufen, haben wir den Geist des Betens. (DBY, 44.)

Der Herr sagt: Ich will, daß mein Volk mich um die Segnungen bittet, die es braucht. Und statt das Beten den Pflichten zuzuzählen, die wir als Heilige der Letzten Tage haben, müssen wir es als einen der größten Vorzüge betrachten, die uns im Leben gewährt werden. Hätten wir nämlich nicht das Beten und dessen Kraft, was würde dann aus uns als Volk und aus jedem einzelnen von uns? (DBY, 43.)

Die Heiligen der Letzten Tage haben die Pflicht, ohne Unterlaß zu beten und in allem Dank zu sagen, die Hand des Herrn in allem anzuerkennen und seinen Forderungen untertan zu sein. (DBY, 42.)

Mögen jeder Mann und jede Frau den Namen des Herrn anrufen, und zwar mit reinem Herzen. Bei der Arbeit und im stillen Kämmerlein, in der Öffentlichkeit und für sich allein sollen sie den Vater im Namen Jesu bitten, er möge sie segnen und sie auf dem Weg des Lebens und der Errettung bewahren und führen und sie diesen Weg lehren, auf daß sie fähig seien, so zu leben, daß sie die ewige Errettung erlangen, nach der wir alle streben. (DBY, 43.)

Es kommt nicht darauf an, ob euch oder mir nach Beten zumute ist. Wenn es Zeit ist zu beten, dann betet! Wenn einem nicht danach zumute ist, so muß man beten, bis einem danach ist. (DBY, 44.)

Es kommen ein paar Brüder zu mir und sagen: „Bruder Brigham, muß ich auch dann beten, wenn mir ganz und gar nicht danach zumute ist?“ Gewiß ist man zeitweilig durcheinander und hat so seine Sorgen und Mühen – der Pflug und andere Gerätschaften sind nicht in Ordnung, die Tiere haben sich verlaufen, und tausenderlei bringt einen durcheinander. Aber die Vernunft sagt einem, daß man verpflichtet ist, zu beten, ob einem gerade danach ist oder nicht. Ich sage euch, ihr seid verpflichtet, zu beten. Wenn es Zeit zum Beten ist, so soll Hans sagen: „Hier soll ich beten, jetzt soll ich beten, hingekniet und angefangen.“ Hans sagt aber: „Ich will nicht beten, mir ist jetzt nicht danach zumute.“ Hingekniet, sage ich dazu; und er kniet sich hin und fängt an, nachzudenken und zu überlegen. Was kann er denn jetzt sagen? Kann er nicht sagen: „Gott, erbarme dich mein, ich bin ein Sünder“? Aber sicher kann er das, er kann ja auch seinen Nachbarn wegen dessen schlimmer Taten verfluchen. Also, Hans, mach den Mund auf, und sag: „Herr, erbarme dich mein.“ – „Mir ist aber nicht nach Beten zumute.“ Die Entschuldigung gilt nicht, du kennst ja deine Pflicht. (DBY, 45.)

Wenn der Teufel euch sagt, man könne nicht beten, wenn man wütend ist, so müßt ihr ihm erklären, das gehe ihn nichts an, und dann beten, bis die wahnwitzige Gestalt vertrieben ist und das Gemüt wieder heiter wird. (DBY, 45.)

Wenn ihr morgens aufsteht, dann ruft eure Frau und eure Kinder zusammen, noch ehe ihr einen Bissen eßt. Kniet euch vor dem Herrn nieder, bittet ihn, er möge euch eure Sünden vergeben und euch den Tag über beschützen, euch vor Versuchung und allem Bösen bewahren und eure Schritte recht lenken, damit ihr an dem Tag etwas tun mögt, was dem Reich Gottes auf der Erde nützt. Brüder, Schwestern, habt ihr Zeit zum Beten? (DBY, 44.)

Betet immer, ehe ihr zur Arbeit geht. Vergeßt das nie. Der Vater, das Oberhaupt der Familie, soll es nie versäumen, seine Familie zusammenzurufen und sie und sich selbst dem Herrn der Heerscharen zu weihen; er soll ihn darum bitten, daß sein Heiliger Geist sie an diesem selben Tag führen möge. Führe uns heute, bewahre uns, laß uns heute nicht gegen dich oder gegen irgendein Wesen im Himmel oder auf der Erde sündigen! Wenn wir das jeden Tag tun, so sind wir am letzten Tag unseres Lebens auch bereit, uns einer höheren Herrlichkeit zu erfreuen. (DBY, 44.)

Ihr wißt doch, es ist eine Besonderheit unseres Glaubens und unserer Religion, daß wir den Herrn nie bitten, etwas für uns zu tun, ohne daß wir gleichzeitig bereit wären, ihm dabei mit allem, was wir können, zu helfen. Der Herr wird das übrige dann schon tun. (DBY, 43.)

Ich bitte den Herrn doch nicht, etwas zu tun, was ich nicht selbst zu tun bereit bin. (DBY, 43.)

Wenn ich ihn bitte, mir bezüglich einer bestimmten Anforderung im Leben oder in bezug auf meinen Lebensweg oder auf den eines Freundes, meiner Familie, meiner Kinder oder derer, über die ich präsidiere, Weisheit zu schenken, und ich erhalte von ihm keine Antwort und tue dann, was ich nach bestem Wissen und Gewissen für richtig halte, so ist er verpflichtet, mein Handeln anzuerkennen, und das tut er auch in jeder Hinsicht. (DBY, 43.)

Jeder Heilige soll, wenn er betet, Gott um das bitten, was er braucht, damit er der Sache der Rechtschaffenheit dienen kann. Wenn ihr nicht wißt, worum ihr bitten sollt, will ich euch gern helfen. Wenn ihr im stillen mit eurer Familie betet und nicht wißt, worum ihr bitten sollt, so unterstellt euch dem Vater im Himmel und ersucht ihn, euch durch die Inspiration des Heiligen Geistes zu führen und dieses Volk zu führen, die Belange seines Reichs auf der Erde wahrzunehmen, und belaßt es dabei. Bittet ihn, er möge euch gerade dorthin stellen, wo er euch haben will, und er möge euch sagen, was ihr tun sollt, und sorgt dann dafür, daß ihr bereitsteht. (DBY, 45f.)

Möge jeder inbrünstig beten, bis er das, was von Gott ist, selbst erkennt und sich dessen gewiß ist, daß er den Weg geht, der zu immerwährendem Leben führt. Dann schwindet der Neid, das Kind der Unwissenheit, und niemand hat mehr den Wunsch, sich über einen anderen zu stellen. Ein solches Gefühl begegnet einem in der Ordnung des Himmels nämlich nicht. Jesus Christus wollte nie anders sein als sein Vater. Sie waren und sind eins. Wenn sich ein Volk von den Offenbarungen Jesu Christi leiten läßt und sich aufgrund seiner Treue dessen bewußt ist, so hat es nur die eine Sorge, eins zu werden in Christus und von Angesicht zu Angesicht zu sehen. (DBY, 42.)

Anregungen für das Studium

Der Geist Christi ist allen Kindern Gottes gegeben, damit er sie erleuchtet und ihnen hilft, Gut und Böse zu unterscheiden

  1. Denken Sie über das Wirken des Lichts Christi beziehungsweise des Geistes des Herrn nach. (Siehe LuB 88:6–13; Moroni 7:12–19.) Was bedeutet es, „vom Geist des Herrn Jesus erleuchtet“ zu sein?

  2. Wie können wir die ewigen Maßstäbe erkennen, die uns helfen, „Recht und Unrecht“ zu unterscheiden?

  3. In welcher Hinsicht müht sich der Geist des Herrn, laut Präsident Young, noch immer mit den Menschen ab?

  4. Durch welche Macht, die die Unendlichkeit erfüllt, beeinflußt der Herr seine Kinder? In welcher Hinsicht ist Gott nicht weit von einem jeden von uns? (Siehe auch Apostelgeschichte 17:27.) Welche Beweise dafür, daß Gott die Ereignisse in der Welt beeinflußt, sehen Sie?

Gott spricht durch Offenbarung zu seinen Kindern

  1. Wer ist vom Herrn bevollmächtigt, Offenbarung für die gesamte Kirche zu erhalten? (Siehe auch LuB 21:4,5; 28:2; 43:3,4; 90:3–5.) Wer spricht die „lebendigen Wahrworte“? Welche Verantwortung ruht bezüglich der Wahrworte Gottes auf uns?

  2. Präsident Young hat gesagt, die Lehren der Errettung könne man nur durch Offenbarung erkennen. Welche Offenbarungen gewährt der Herr uns persönlich? (Siehe auch 2 Nephi 32:5; Numeri 11:29.)

  3. Wie können wir, laut Präsident Young, erkennen, daß wir uns gemäß dem Willen Gottes leiten lassen? Unter welchen Bedingungen können wir „Tag für Tag“ Offenbarung erhalten, durch die wir uns leiten lassen können?

  4. Welche Verheißung gilt denen, die sich „jahrelang treu abgemüht“ haben – in Beten, Gehorsam und Dienen? Welche Erfahrungen haben Sie schon mit dem Beten gemacht, die Ihnen geholfen haben, den Geist in Ihr Leben zu holen?

Eine unserer wichtigsten Aufgaben besteht darin, im täglichen Beten den Willen Gottes zu erkunden

  1. Welches ist, laut Präsident Young, für uns als Mitglieder der Kirche, die „erste und oberste“ Pflicht?

  2. Unter welchen Bedingungen ist es wahrscheinlich, daß wir uns vom Geist leiten lassen können? (Siehe auch 3 Nephi 19:9, 24.)

  3. Welchen konkreten Rat gibt Präsident Young bezüglich des Betens?

  4. Wie lautet die nachdrückliche Ermahnung Präsident Youngs an diejenigen, denen nicht nach Beten zumute ist?