Der Glaube an den Herrn Jesus Christus

Lehren der Präsidenten der Kirche: Brigham Young, 1997


Der Glaube an den Herrn Jesus Christus hat das Leben von Präsident Brigham Young entscheidend geprägt. Sein Glaube an den Erretter und an das wiederhergestellte Evangelium Jesu Christi befähigten ihn, auch schwere Mühen und Prüfungen auf sich zu nehmen. Kraft seines Glaubens ging er mehrmals auf Mission; er ertrug die Mühen des Zionslagers; er blieb dem Evangelium und dem Propheten Joseph Smith auch in den schweren Zeiten in Kirtland treu, als viele Heilige die Kirche verließen. Kraft seines Glaubens führte er die Heiligen ins Salt Lake Valley und etablierte dort das Reich Gottes. Er sagte: „Jeder, der in dieser Kirche lebt, muß dem Glauben treu sein. Er kann nicht im Schauen leben, sondern muß tatsächlich Glauben an den Herrn Jesus Christus üben, um das Licht des Heiligen Geistes haben zu können. Wenn er dies vernachlässigt, ergreift der Geist der Welt von ihm Besitz, und er wird kalt und unfruchtbar und verfällt der Finsternis und dem geistigen Tod.“ (DNW, 25. April 1855, 2.)

Lehren Brigham Youngs

Der Glaube an den Herrn Jesus Christus ist der erste Grundsatz des Evangeliums; er kann nur durch die Macht des Heiligen Geistes verstanden werden

Das Evangelium, das wir verkünden, ist die errettende Macht Gottes; und der erste Grundsatz dieses Evangeliums ist … der Glaube an Gott und der Glaube an seinen Sohn Jesus Christus, unseren Erretter. Wir müssen daran glauben, daß er das Wesen ist, als das er in den heiligen Schriften dargestellt wird. … Wir müssen daran glauben, daß dieser selbe Jesus für die Sünden der Welt gekreuzigt wurde. (DBY, 153.)

Man kann sagen, der Herr und sein Evangelium seien keinerlei Beachtung wert, oder man kann sich ihnen beugen. (DBY, 153.)

Um die ersten Grundsätze des Evangeliums zu verstehen – um sie recht zu verstehen, muß man die Erkenntnis haben, die von oben kommt; man muß durch den Heiligen Geist erleuchtet sein; … man muß sich selbst der errettenden Segnungen erfreuen, um anderen davon abgeben zu können. (DBY, 152.)

Jedes bißchen Wahrheit, das jemand erhält, ist eine Gabe Gottes. Wir erhalten diese Wahrheiten und schreiten von Herrlichkeit zu Herrlichkeit fort, … erlangen dabei Erkenntnis von allem und werden Götter, ja, Gottessöhne. Das sind die Celestialen. Das sind diejenigen, die der Herr durch ihren Gehorsam erwählt. Sie haben die Wahrheit nicht verworfen, als sie sie gehört haben. Das sind diejenigen, die das Evangelium nicht verwerfen, sondern Jesus und Gott in ihrer wahren Wesenheit erkennen. Das sind diejenigen, die für die Errettung des Menschengeschlechts arbeiten. (DBY, 152.)

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Die Heiligen der Anfangszeit bewiesen großen Glauben an den Herrn; sie verließen ihre Häuser und ihre Heimat, um sich auf Weisung von Präsident Brigham Young in Zion zu sammeln.

Der feste Glaube an Christus ist eine Gabe Gottes, die man durch Glauben, Gehorsam und rechtschaffene Werke erlangt

Wenn ihr die Grundsätze des Evangeliums glaubt und zum festen Glauben kommt, der ja eine Gabe Gottes ist, so fügt er mehr Glauben hinzu und fügt weiter Glauben um Glauben hinzu. Er gewährt seinen Geschöpfen den Glauben als Gabe; aber seine Geschöpfe haben das Recht mitbekommen, das Evangelium als wahr anzunehmen oder nicht. (DBY, 154.)

Wenn wir vom Glauben im abstrakten Sinn sprechen, so ist das die Macht Gottes, durch die die Welten geschaffen werden und wurden – eine Gabe Gottes an diejenigen, die seine Gebote glauben und befolgen. Andererseits handelt kein lebendes intelligentes Wesen, ob es Gott dient oder nicht, ohne Glauben. Es könnte genauso gut versuchen, ohne Atmen zu leben wie ohne Glauben. Man muß allerdings die Wahrheit glauben, der Wahrheit gehorchen und die Wahrheit praktizieren, um die Macht Gottes, die Glauben genannt wird, zu erlangen. (DBY, 153.)

Wir sind verpflichtet, unserem Gott zu vertrauen; das ist die Grundlage von allem, was wir selbst tun können. (DBY, 154.)

Wenn ihr die Offenbarungen lest oder den Willen Gottes in bezug auf euch hört, so nehmt das um euer selbst willen niemals mit zweifelndem Herzen an. (DBY, 155.)

Unser himmlischer Vater offenbart seinen Kindern nicht immer das geheime Wirken seiner Vorsehung und zeigt ihnen das Ende auch nicht von Anfang an; sie müssen nämlich lernen, ihm zu vertrauen, der verheißen hat, er werde uns die Schlachten schlagen und uns mit Sieg krönen, wenn wir so glaubenstreu sind, wie Abraham es war. (DBY, 156.)

Wenn die Menschen es sich zur Gewohnheit machen, über jeden Punkt zu philosophieren, und sich nur auf den sogenannten menschlichen Verstand verlassen, sind sie leicht anfällig für Irrtümer. Versetzt man dagegen jemanden in eine Situation, wo er, um sich selbst zu erhalten, verpflichtet oder gezwungen ist, an den Namen Jesu Christi zu glauben, so bringt ihn das dahin, daß er selbst erkennt; und glücklich sind diejenigen, die durch Prüfungen hindurchgehen, wenn sie sich ihre Redlichkeit und ihre Treue gegenüber ihrer Berufung bewahren. (DBY, 154.)

Rechtschaffene Werke beweisen Glauben und festigen ihn

Um zu erklären, wieviel Vertrauen wir zu Gott haben sollen – sollte ich also einen passenden Ausdruck dafür gebrauchen, so würde ich unbedingtes Vertrauen sagen. Ich habe Glauben an meinen Gott, und dieser Glaube entspricht den Werken, die ich hervorbringe. Zum Glauben ohne Werke habe ich kein Vertrauen. (DBY, 155.)

Wenn die Menschen nur voller guter Werke sind, so verbürge ich mich dafür: Sie werden Glauben haben, wenn sie ihn brauchen. (DBY, 154.)

Wenn im Herzen der Glaube sprießt, folgen die guten Werke nach, und die guten Werke mehren den Glauben, der in ihnen ist. (DBY, 156.)

Ich glaube fest daran, daß, wenn wir alles getan haben, was wir können, der Herr uns gegenüber verpflichtet ist; er enttäuscht die Glaubenstreuen nicht, sondern tut das übrige. (DBY, 155.)

Wenn jemand in eine Lage gerät, wo er unmöglich etwas finden kann, um sich am Leben zu erhalten, dann darf er Glauben daran üben, daß Gott ihm zu essen geben wird, und Gott könnte dann einen Raben dazu bringen, daß er irgendwo, wo es viel gibt, ein Stück getrocknetes Fleisch aufpickt und es über dem Verschmachtenden fallen läßt. Wenn ich mir durch die Mittel, die Gott mir gibt, nicht selbst etwas zu essen besorgen kann, dann kann Gott immer noch seine Vorsehung auf ungewöhnliche Weise walten lassen und mir hilfreich beistehen. Solange wir uns aber selbst helfen können, müssen wir das auch tun. (DBY, 155.)

Ziemlich viele gute Menschen, denen viel vom Geist des Herrn eigen ist, neigen dazu zu zweifeln und haben so wenig Selbstvertrauen, daß sie manchmal daran zweifeln, ob sie wahre Heilige sind. Sie zweifeln oft, wenn sie es gar nicht sollten. Solange sie demütig vor Gott wandeln, seine Gebote halten und seine Verordnungen beachten und von Herzen bereit sind, für Christus alles zu geben, und auch alles tun, was sein Reich vorwärtsbringt, brauchen sie nicht zu zweifeln, denn der Geist bezeugt ihnen, ob sie Gott gehören oder nicht. (DBY, 155.)

Wenn die Heiligen der Letzten Tage so leben, wie es ihnen zusteht, und Glauben an den Namen Jesu Christi üben und sich Tag für Tag beständig der Fülle des Heiligen Geistes erfreuen, so wird ihnen auf dem ganzen Erdenrund nichts vorenthalten, worum sie bitten. Der Herr wartet nur darauf, diesem Volk sehr gnädig zu sein und Reichtum und Ehre, Herrlichkeit und Macht über es auszugießen, so daß sie gemäß den Verheißungen, die er durch seine Apostel und Propheten gegeben hat, alles besitzen können. (DBY, 156.)

Anregungen für das Studium

Der Glaube an den Herrn Jesus Christus ist der erste Grundsatz des Evangeliums; er kann nur durch die Macht des Heiligen Geistes verstanden werden

  1. Warum schenkt uns der Glaube an den Herrn Jesus Christus Hoffnung?

  2. Was müssen wir laut Präsident Young glauben, um Glauben an Jesus Christus zu haben?

  3. Warum ist der Glaube an Jesus Christus der erste Grundsatz des Evangeliums? (Siehe auch Moroni 7:33, 34; 4. Glaubensartikel.) Wie können wir laut Präsident Young dahin gelangen, daß wir den Glauben an Christus als den ersten Grundsatz des Evangeliums verstehen?

  4. Wer sind diejenigen, die „für die Errettung des Menschengeschlechts arbeiten“?

Der feste Glaube an Christus ist eine Gabe Gottes, die man durch Glauben, Gehorsam und rechtschaffene Werke erlangt

  1. Wie können wir Glauben an Christus entwickeln? Was bedeutet es, „Glauben um Glauben hinzuzufügen“? (Siehe auch Alma 32:26–28.)

  2. Warum müssen wir die Wahrheit glauben, befolgen und praktizieren, um Glauben zu erlangen? (Siehe auch Alma 32:21.)

  3. Warum hat Präsident Young gesagt, daß wir „verpflichtet [sind], unserem Gott zu vertrauen“? (Siehe auch Ether 12:6, 7.) Wie zeigen wir, daß wir Gott vertrauen? (Siehe auch Ether 3:11, 12.)

  4. Inwiefern beeinträchtigen Zweifel und Verstandesdenken den Glauben? Wie können wir selbst erkennen, wie wir vor Gott dastehen? Wie beeinflußt unser Glaube an Jesus Christus unsere Gefühle in bezug auf uns selbst?

  5. Präsident Young hat gesagt: „Glücklich sind diejenigen, die durch Prüfungen hindurchgehen, wenn sie sich ihre Redlichkeit und ihre Treue gegenüber ihrer Berufung bewahren.“ Wie können wir uns in schwierigen Zeiten unseren Glauben und unsere Redlichkeit bewahren? Wie haben Ihr Glaube und Ihre Redlichkeit Ihnen schon geholfen, im Unglück erfolgreich zu bestehen? (Siehe auch Helaman 12:3; Alma 32:6.)

Rechtschaffene Werke beweisen Glauben und festigen ihn

  1. Wie hat Präsident Young die Beziehung zwischen Glauben und Werken erklärt?

  2. Was müssen wir laut Präsident Young tun, damit der Herr uns hilft? Was erwartet der Herr von denen, die „bereit sind, für Christus alles zu geben, und auch alles tun, was sein Reich vorwärtsbringt“?

  3. Was hat Präsident Young denen verheißen, die „Glauben an den Namen Jesu Christi üben und sich Tag für Tag beständig der Fülle des Heiligen Geistes erfreuen“? Wenn unser Beten von Glauben und Inspiration begleitet ist, was ist dann die Folge? (Siehe auch LuB 46:30; Helaman 10:5.)