Der Prophet Joseph Smith war von Gott berufen

Lehren der Präsidenten der Kirche: David O. McKay, 2011


Ich habe ein beständiges Zeugnis davon, dass Gott der Vater und der Sohn dem Propheten Joseph Smith erschienen sind und durch ihn das Evangelium Jesu Christi offenbart haben, das tatsächlich „eine Kraft Gottes [ist], die rettet“ [Römer 1:16].1

Einleitung

Präsident David O. McKay hat gesagt: „Von Kindheit an ist es mir sehr leicht gefallen, an die Visionen von Joseph Smith zu glauben.“2 Er hat auch gesagt, sein Zeugnis vom Propheten Joseph sei gefestigt worden, als er von diesem Erlebnis gehört habe, das sein Vater als Missionar in Schottland hatte:

„Als [mein Vater] in seiner Heimat zu predigen begann und von der Wiederherstellung des Evangeliums Jesu Christi Zeugnis gab, fiel ihm auf, dass die Menschen sich von ihm abwandten. Sie empfanden im Herzen Bitterkeit gegen alles [was mit der Kirche zu tun hatte], und der Name Joseph Smith stieß bei ihnen offensichtlich auf Feindseligkeit. Eines Tages kam er zu dem Schluss, er könne diese Menschen am besten erreichen, indem er bloß die einfachen Grundsätze verkündete – das Sühnopfer des Herrn Jesus Christus, die ersten Grundsätze des Evangeliums – und nicht von der Wiederherstellung Zeugnis gab. Innerhalb eines Monats war er sehr niedergedrückt und schwermütig und konnte sich gar nicht mehr für seine Arbeit erwärmen. Er wusste eigentlich nicht, was los war, aber er war immer mehr durcheinander und fühlte sich deprimiert; er kam nicht von der Stelle, und die Deprimiertheit blieb bestehen, bis er sich schweren Herzens an den Herrn wandte und sagte: ‚Wenn dieses Gefühl nicht weggeht, werde ich nach Hause gehen müssen. Ich kann nicht weitermachen, wenn mir die Arbeit so schwer fällt.‘

Er war noch eine Zeitlang danach sehr entmutigt, bis er eines Morgens, kurz vor Tagesanbruch, nach einer schlaflosen Nacht beschloss, zu einer Höhle am Meer zu gehen, wo er völlig von der Welt abgeschieden war. Dort wollte er Gott sein Herz ausschütten und fragen, warum er so niedergeschlagen war, was er getan hatte und was er tun konnte, um das abzuschütteln und seine Arbeit fortzusetzen. Er machte sich im Dunkeln auf den Weg zu der Höhle. Ihm lag so sehr daran, dorthin zu gelangen, dass er rannte. Als er die Stadt verließ, hielt ihn ein Polizist an, der wissen wollte, was los war. Er gab ihm eine nichtssagende Antwort, die diesen aber zufrieden stellte, und durfte weitergehen. Irgendetwas schien ihn anzutreiben; er musste sich Erleichterung verschaffen. Er trat in die Höhle und sagte: ‚Ach, Vater, was kann ich tun, damit dieses Gefühl weggeht? Es muss verschwinden, sonst kann ich nicht weiterarbeiten.‘ Da hörte er eine Stimme, so deutlich, wie ich jetzt spreche, die sagte: ‚Gib Zeugnis davon, dass Joseph Smith ein Prophet Gottes ist.‘ Ihm fiel ein, was er etwa sechs Wochen zuvor stillschweigend beschlossen hatte; der Gedanke überwältigte ihn und ihm wurde bewusst, dass er zu einer besonderen Mission dort war; dieser Mission hatte er nicht die Aufmerksamkeit geschenkt, die sie verdiente. Da schrie er im Herzen: ‚Herr, es ist genug‘, und verließ die Höhle.“

Präsident McKay berichtet: „Als Junge saß ich da und hörte das Zeugnis dieses Mannes, den ich mehr liebte und ehrte als jeden anderen Menschen auf der Welt, und diese Gewissheit prägte sich meiner kindlichen Seele ein.“3

Lehren von David O. McKay

Joseph Smiths erste Vision offenbarte herrliche Wahrheiten in Bezug auf Gott den Vater und Jesus Christus

So weitreichend und bedeutsam waren die wundervollen Entdeckungen und Erfindungen der zweiten Hälfte des [neunzehnten] Jahrhunderts, dass sie uns überwältigen. … Aber keine von ihnen hat die größte Frage des Menschen beantwortet und ihm den sehnlichsten Wunsch erfüllt. Noch nie hat jemand das offenbart, was der Mensch seit jeher sucht. Der Mensch sehnt sich seit jeher im Herzen danach, Gott zu erkennen und zu wissen, in welcher Beziehung er zu ihm steht. … Nur ein einziges Ereignis des neunzehnten Jahrhunderts erhebt den Anspruch, diese Frage beantworten zu können. Wenn der Mensch darin die Wahrheit findet, nach der die Menschheit seit jeher sucht, verdient dieses Ereignis es doch, das größte Ereignis des neunzehnten Jahrhunderts genannt zu werden!

Es handelt sich dabei um das Erscheinen zweier himmlischer Wesen vor dem jungen Propheten Joseph Smith; sie taten sich ihm als Gott, der ewige Vater, und sein Sohn Jesus Christus kund.4

Achtzehnhundert Jahre nachdem Jesus am Kreuz gestorben war, verkündete der Prophet Joseph Smith, dass ihm der auferstandene Herr erschienen war. [Er sagte]: Da „sah ich zwei Personen von unbeschreiblicher Helle und Herrlichkeit über mir in der Luft stehen. Eine von ihnen redete mich an, nannte mich beim Namen und sagte, dabei auf die andere deutend: Dies ist mein geliebter Sohn. Ihn höre!“ [Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:17.]5

Seine Aussage war schlicht, aber nachdrücklich; es überraschte ihn, als die Menschen daran zweifelten. Er war der Ansicht, dass er nur eine schlichte Tatsache geäußert hatte; für die christliche Welt erwies sich dies als Blitzschlag, der ihre religiöse Struktur in den Grundfesten erschütterte.

Die beiden wichtigen Elemente seiner ersten Botschaft waren: Erstens: Gott ist ein Wesen, das den Menschen seinen Willen kundtut; zweitens: kein christliches Glaubensbekenntnis hatte den wahren Erlösungsplan.6

Dass Gott der Vater und der Sohn dem Propheten Joseph Smith erschienen sind, ist die Grundlage dieser Kirche. Darin liegt das Geheimnis ihrer Stärke und Vitalität. Das ist wahr und ich gebe davon Zeugnis. Diese eine Offenbarung beantwortet alle wissenschaftliche Forschung zu Gott und seinem Wesen. Ist Ihnen nicht klar, was das bedeutet? Was Gott ist, ist beantwortet. Seine Beziehung zu seinen Kindern ist klar. Dass er am Schicksal der Menschen Anteil nimmt, indem er ihnen Vollmacht überträgt, ist offenbar. Die Zukunft des Werks ist gewiss. Diese und weitere herrliche Wahrheiten sind durch jene herrliche erste Vision klargestellt.7

Die Welt erfasst ihre Bedeutung immer noch nicht; aber dass das Erscheinen von Gott dem Vater und dem Sohn vor Joseph Smith und die darauf folgende Wiederherstellung des Priestertums und die Gründung der Kirche Jesu Christi in ihrer Fülle dem Menschen hilft, seine Beziehung zu Gott und seinen Platz im Universum zu erkennen, dass dies den Menschen hilft, zueinander und als Gruppen und Völker zur richtigen Beziehung zu finden, dass dies den Menschen den Weg zum Glück und zum Frieden auf Erden sowie in den künftigen Ewigkeiten offenbart, wird noch anerkannt werden – nicht nur als bedeutendstes Ereignis des neunzehnten Jahrhunderts, sondern als eins der bedeutendsten Ereignisse aller Zeiten.8

Der Herr hat durch den Propheten Joseph Smith die Wahrheiten des Evangeliums wiederhergestellt

Ich möchte über Joseph Smith nicht nur als bedeutenden Menschen, sondern auch als inspirierten Diener des Herrn sprechen. … Tatsächlich ist Joseph Smiths innere Größe darauf zurückzuführen, dass er von Gott inspiriert war. …

Niemand kann sich mit dem wiederhergestellten Evangelium Jesu Christi kritisch und intelligent befassen, ohne zutiefst davon beeindruckt zu sein, wie sehr die Lehren mit denen übereinstimmen, die der Herr und Erretter selbst verkündet hat, als er mit seinen Jüngern auf der Erde war. Man denke beispielsweise an die Offenbarung des Propheten über den Schöpfer – Gott als intelligentes Wesen, jemand, der, wie Jesus gelehrt hat, „unser Vater im Himmel“ ist. [Siehe Matthäus 6:9.] …

Joseph Smiths Lehre, dass Jesus Christus der Einziggezeugte des Vaters und der Erretter der Welt war, entspricht den Lehren Jesu und seiner Apostel.

Das gilt auch für seine Lehre davon, dass die Persönlichkeit nach dem Tod weiter besteht. …

Die gleiche Übereinstimmung findet sich in dem, was er zu weiteren Grundsätzen des Evangeliums lehrt – zu Themen wie Glaube, Umkehr, Taufe, das Händeauflegen für die Gabe des Heiligen Geistes, die Ordinierung zum Priestertum, seine Lehren zu „Erkenntnis, Selbstbeherrschung, Ausdauer, Frömmigkeit, Brüderlichkeit und Liebe“ usw. [siehe 2 Petrus 1:5-7; LuB 4:6]. …

Die Befürworter der Kleinkindtaufe haben in Bezug auf kleine Kinder gelehrt: „Ein Kind entbehrt, wenn es zur Welt kommt, nicht nur Wissen, Rechtschaffenheit und Heiligkeit, sondern es besitzt auch die natürliche Neigung zum Bösen und nur zum Bösen.“ …

Kühn und furchtlos und mit der Gewissheit, dass er Recht hatte, sagte der Prophet Joseph: „Kleine Kinder sind durch das Sühnopfer Jesu Christi heilig.“ [Siehe LuB 74:7.]9

Göttliche Inspiration tut sich … in [Joseph Smiths] herrlicher Verkündigung des ewigen Bestehens von Bündnissen und Zeremonien und der Möglichkeit der Errettung für jeden Menschen kund. Die Kirche ist nicht exklusiv, sondern sie nimmt jeden auf, der ihre Grundsätze annimmt. … Die ganze Menschheit wird errettet, wenn sie die Gesetze und Verordnungen des Evangeliums befolgt. Und diejenigen, die ohne Gesetz gestorben sind, werden ohne Gesetz gerichtet. Zu diesem Zweck wurde die Errettung für die Toten offenbart.

Dass der Bund der Ehe in Ewigkeit bestehen kann, ist eine herrliche Offenbarung, die den Herzen, die durch das goldene Band der Liebe verbunden und kraft der Vollmacht des heiligen Priestertums gesiegelt sind, die Gewissheit schenkt, dass ihre Verbindung ewig ist.

Auch die übrigen Bündnisse bleiben in alle Ewigkeit bestehen.

All das hätte Joseph Smith nicht kraft seiner eigenen Weisheit und Intelligenz und kraft seines Einflusses leisten können. Das hätte er nicht geschafft.10

Der Herr hat in unserer Zeit den Erlösungsplan offenbart, der nicht mehr und nicht weniger ist als der Weg ins geistige Reich, den man geht, indem man sich würdig macht, sein Reich zu betreten. Der Plan ist das Evangelium Jesu Christi, wie es durch den Propheten Joseph Smith wiederhergestellt worden ist, und er ist ideal und allumfassend.11

Die wiederhergestellte Kirche Jesu Christi ist ein Beweis dafür, dass der Prophet Joseph Smith von Gott inspiriert war

Um 1820 bewog religiöse Aufregung Joseph Smith dazu, die richtige Kirche, die rechte Form der Gottesverehrung, die richtige Art zu leben zu suchen. Das Verlangen nach Erkenntnis trieb den Jungen dazu, den Herrn im ernsthaften Gebet zu suchen. Sein Gebet wurde erhört, und eine Folge davon war die Gründung der Kirche im Haus von Peter Whitmer am … 6. April 1830. In dieser Organisation findet man den allumfassenden Plan für die Errettung des Menschen.

Ich möchte jetzt darauf eingehen, dass diese Organisation ein Beweis dafür ist, dass Joseph Smith inspiriert war. … [Sie] hat finanzielle Panik, gesellschaftlichen Aufruhr und religiöse Unruhen überlebt und stellt heute eine Möglichkeit dar, den Menschen zu geben, was sie am dringendsten brauchen. …

„Die Kirche Jesu Christi wurde entsprechend der Ordnung der Kirche gegründet, wie im Neuen Testament verzeichnet“, sagte Joseph Smith [siehe History of the Church, 1:79]. Das praktische und wohltätige Wirken dieser Organisation beweist, dass sie wirklich von Gott ist.12

Vor vielen Jahren verkündete Joseph Smith, ein Junge von knapp fünfzehn Jahren, dass er, auf sein Beten hin, von Gott eine Offenbarung empfangen hatte. … Infolge seiner Verkündigung wurde er von der religiösen Welt geächtet. Binnen kurzem stand er allein da.

Allein – und mit der Gelehrsamkeit und Philosophie seiner Zeit nicht vertraut!

Allein – und ohne Kenntnisse der Künste und Wissenschaften!

Allein – und ohne Philosophen, der ihn hätte unterweisen, ohne Geistlichen, der ihn hätte anleiten können! Schlicht und freundlich war er mit seiner herrlichen Botschaft zu ihnen geeilt; mit Hohn und Spott hatten sie sich von ihm abgewandt und gesagt, es sei alles vom Teufel; es gebe keine Visionen oder Offenbarungen mehr, das habe alles mit den Aposteln aufgehört und es werde so etwas nicht mehr geben [siehe Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:21].

So blieb er sich selbst überlassen und musste sich auf den Ozean des religiösen Denkens hinausbegeben, nachdem er jedes bekannte Schiff, auf dem er hätte fahren können, abgelehnt hatte, und ohne dass er jemals eins gebaut oder jemandem beim Bauen zugesehen hatte. Wäre er ein Betrüger gewesen, so wäre sein Schiff doch sicher sehr unbeholfen gefertigt gewesen.

Wenn aber das Schiff, das er gebaut hat, hervorragend und allen überlegen ist, die die gelehrten Professoren und Philosophen in den vorhergehenden Jahrhunderten der Welt gebaut hatten, so sind die Menschen doch gezwungen, zumindest überrascht zu fragen, woher dieser Mensch seine Weisheit hatte!

So allein er auch gewesen sein mag, er war nur so allein wie Mose auf dem Sinai und Jesus auf dem Ölberg. Wie beim Meister, so kam auch beim Propheten die Weisung nicht von Menschen, sondern direkt von Gott, der Quelle aller Intelligenz. Er sagt: „Ich bin ein unbehauener Stein. Der Klang von Hammer und Meißel war an mir nie zu hören, ehe der Herr mich in die Hand nahm. Mein Wunsch richtet sich allein nur auf die Gelehrsamkeit und Weisheit des Himmels.“ [Lehren des Propheten Joseph Smith, Seite 313.] …

Seine Behauptung, er habe von Gott Offenbarung empfangen, lässt, wenn sie untermauert wird, keinen Zweifel daran, dass er die Vollmacht hatte, die Kirche Jesu Christi auf der Erde zu gründen – mit ihren Grundsätzen und heiligen Handlungen. So wurde mit dem Beginn dieses großen Werks der Letzten Tage der unverrückbare Eckstein der Kirche Christi dieser Evangeliumszeit gelegt, [nämlich] die Vollmacht, im Namen Jesu Christi in den Belangen seiner Kirche zu amtieren.13

Wenn wir die herausragenden Leistungen [von Joseph Smith] in der kurzen Spanne von vierzehn Jahren zwischen der Gründung der Kirche und seinem Märtyrertod betrachten, wenn wir die vollkommene Übereinstimmung des wiederhergestellten Evangeliums mit der Urkirche betrachten, die Jesus und seine Apostel gegründet haben, wenn wir sehen, welch tiefen Einblick er in die Grundsätze und Verordnungen hatte, und wenn wir den unvergleichlichen Plan und die Leistungen der Kirche betrachten, die durch Inspiration von Christus, dessen Namen sie trägt, gegründet wurde – und uns dann fragen, woher dieser Mann solche Weisheit hatte, so finden wir die Antwort in dieser beeindruckenden Strophe:

Preiset den Mann, der einst sprach mit Jehova,
der ein Prophet war, von Christus ernannt,
der, von dem Geiste erfüllt, prophezeite
nahes Gericht jedem Volke und Land.
[Gesangbuch, Nr. 17.]14

Der Prophet Joseph Smith hat im Leben und im Tod die Wahrheiten, die ihm offenbart worden waren, verteidigt

Ein großer Mensch kann deutlich sehen, was das Herz einer Sache ist. Er erkennt die Wahrheit. Er denkt unabhängig. Er handelt edel. Er beeinflusst starke Menschen dahingehend, dass sie ihm nachfolgen. Kleingeister mögen ihn verspotten, verhöhnen und verfolgen, aber die Kritiker sterben und werden vergessen und der große Mensch lebt für immer weiter.

Manche Zeitgenossen verspotteten Joseph Smith; andere bewunderten ihn; seine Anhänger verehrten ihn. …

Niemand, der in seinem Urteil unvoreingenommen ist, kann das Leben dieses religiösen Führers studieren, ohne davon beeindruckt zu sein, wie sehr er wahre innere Größe verkörperte, die wohl in dem Verlangen begründet war, Gottes Willen zu erkennen, ebenso in der Entschlossenheit, danach zu leben, nachdem er ihn gefunden hatte.

Die Wahrheit wird in jedem Zeitalter zuerst von ein paar heroischen Führungspersönlichkeiten erkannt, die, um sie zu verteidigen, häufig ihr Leben opfern. Dem Weitblick und Mut dieser unerschrockenen Führungspersönlichkeiten verdanken wir den Fortschritt der Menschheit. Irgendwann müssen sie sich entscheiden, ob sie die Wahrheit leugnen, ändern oder verteidigen wollen – eine Entscheidung zwischen einem leichten Leben und Ansehen oder Spott, Strafe und sogar Tod. Eine solche Entscheidung mussten Petrus und Johannes treffen, als sie vor dem Hohen Priester Hannas standen. Sie brauchten großen Mut, um in Gegenwart der Männer, die Christus zum Tod verurteilt hatten, von Christus Zeugnis zu geben. [Siehe Apostelgeschichte 4.]

Paulus, der vor König Agrippa und dessen Hof als Gefangener in Ketten stand, brauchte Mut, um Zeugnis davon zu geben, dass Christus gelitten hatte und dass er als Erster von den Toten auferstehen sollte und den Menschen, auch den Heiden, das Licht zeigen sollte. [Siehe Apostelgeschichte 26.]

Joseph Smith brauchte Mut, um der ungläubigen und verbitterten Welt davon Zeugnis zu geben, dass Gott und sein geliebter Sohn ihm tatsächlich in einer Vision erschienen waren.16

Alle, die in der Welt etwas bewegen, sind Menschen, die ihrem Gewissen treu sind – Menschen wie Petrus, Jakobus und Paulus und ihre Mitapostel der damaligen Zeit und andere. Als die religiösen Führer in Palmyra, New York, sich gegen den jungen Joseph Smith wandten – nämlich wegen dem, was er im Heiligen Wald gesehen und gehört hatte – sagte er, der ja ein Zeugnis vom Herrn Jesus im Herzen hatte: „Ich hatte eine Vision gesehen, das wusste ich; und ich wusste, dass Gott es wusste; ich konnte es nicht leugnen, und ich wagte es auch gar nicht.“ [Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:25.]

Joseph Smith war seinem Zeugnis bis zuletzt treu.17

Da [Joseph Smith] sich von Gott führen ließ, hatte er die Gewissheit, dass das, was er lehrte, rechtschaffen war, und so verkündete er es ohne Furcht. Wenn Joseph Smith einen Lehrsatz verkündete, tat er das mit Vollmacht. Er fragte nicht danach, ob er mit den Gedanken der Menschen übereinstimmte, ob er den Lehren der althergebrachten Kirchen entsprach oder ob er in direktem Gegensatz dazu stand. Was ihm gegeben wurde, gab er an die Welt weiter, ob sie damit übereinstimmte oder nicht, ob die Kirchen daran glaubten oder nicht, ob die vorherrschenden Maßstäbe der Menschen dazu passten oder nicht; wenn wir heute, nach über hundert Jahren, Rückblick halten, können wir die Kraft seiner Lehren gut beurteilen und unsere Schlussfolgerungen ziehen, woher er seine Weisung hatte. …

Er empfing nicht nur vom obersten Gott Weisung, sondern verteidigte sie auch unerschütterlich.18

Inmitten von Hohn und Spott, Anfeindungen, Kerker und Verfolgung, die schließlich zu seinem Märtyrertod führte, trachtete Joseph Smith, wie Petrus und Paulus vor ihm, immer nach besten Kräften danach, dem Licht zu folgen, das ihn an der göttlichen Natur hatte Anteil haben lassen [siehe 2 Petrus 1:4].19

Das beste Blut dieses Landes wurde unschuldig vergossen. [Der Prophet Joseph Smith] wusste, dass er unschuldig war. Er kannte seine Rechte. So auch sein Bruder Hyrum sowie John Taylor und Willard Richards, die dort bei ihm waren. Aber aufgrund von schwarzen und verdammenswerten Lügen starben der Prophet Joseph und sein Bruder Hyrum den Märtyrertod.

… Wie verhielt sich der Prophet in dieser Lage? Ruhig, wie Christus. Er sagte, als er an jenem Abend nach Carthage ging:

„Ich gehe wie ein Lamm zum Schlachten, aber ich bin so ruhig wie ein Sommermorgen; mein Gewissen ist frei von Schuld gegenüber Gott und gegenüber allen Menschen. Wenn sie mir das Leben nehmen, werde ich unschuldig sterben, und man wird von mir noch sagen: Er wurde kaltblütig ermordet.“ [Siehe LuB 135:4.]20

Das Leben des Propheten, seines Bruders Hyrum, des Patriarchen, und das Leben von Hunderttausenden, die [die erste Vision] als wahr angenommen haben, gibt Zeugnis davon, dass der Erlösungsplan, wie Jesus Christus ihn, wie man sagt, offenbart hat, gewiss zu einem christlichen Charakter führt. Für den Propheten und seinen Bruder Hyrum war die Offenbarung so wirklich, dass sie fest entschlossen ihr Zeugnis mit ihrem Blut besiegelten.21

Anregungen für Studium und Diskussion

  1. Präsident McKay hat von einem Erlebnis erzählt, das sein Vater auf Mission hatte und bei dem er erkannte, dass er von Joseph Smith Zeugnis geben musste (siehe Seite 103ff.). Warum ist die Antwort, die sein Vater damals erhielt, für uns heute von Bedeutung?

  2. Warum war es notwendig, dass der Herr in den Letzten Tagen einen Propheten berief? (Siehe Seite 105ff.) Warum gehört zu einem Zeugnis vom Evangelium immer auch ein Zeugnis vom Propheten Joseph Smith? Inwiefern ist das Erscheinen Gottes des Vaters und des Sohns vor dem Propheten Joseph „die Grundlage dieser Kirche“?

  3. Welche Wahrheiten wurden in der ersten Vision offenbart? (Siehe Seite 105ff.) Inwiefern beeinflusst Ihr Wissen um die erste Vision Ihr Zeugnis vom Himmlischen Vater und von Jesus Christus?

  4. Welche Lehren hat der Herr noch durch den Propheten Joseph Smith offenbart? (Siehe Seite 107ff.) Inwiefern ist es für Sie ein Segen, diese Lehren zu studieren und danach zu leben?

  5. Inwiefern geben die Kirche und ihre Lehren Zeugnis davon, dass Joseph Smith ein Prophet Gottes war? (Siehe Seite 109–112.)

  6. Welche christlichen Eigenschaften hat der Prophet Joseph Smith an den Tag gelegt? (Siehe Seite 112ff.) Was können Sie tun, um seinem Beispiel nachzueifern?

  7. Welche Aufgaben haben wir, wenn wir ein Zeugnis von Joseph Smith und von der Wiederherstellung des Evangeliums haben?

Einschlägige Schriftstellen: Amos 3:7; 2 Nephi 3:6-15; LuB 135; Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:1-75

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    Cherished Experiences from the Writings of President David O. McKay, Hg. Clare Middlemiss, rev. Ausgabe, 1976, Seite 16

  2.   2.

    Gospel Ideals, 1953, Seite 524

  3.   3.

    Cherished Experiences, Seite 11f.

  4.   4.

    Gospel Standards, Seite 79f.; Absatzeinteilung geändert

  5.   5.

    Conference Report, April 1966, Seite 58

  6.   6.

    Gospel Ideals, Seite 80

  7.   7.

    Gospel Ideals, Seite 85

  8.   8.

    Treasures of Life, Hg. Clare Middlemiss, 1962, Seite 227

  9.   9.

    „The Prophet Joseph Smith – On Doctrine and Organization“, Improvement Era, Januar 1945, Seite 14f.; Absatzeinteilung geändert

  10.   10.

    „Joseph Smith – Prophet, Seer, and Revelator“, Improvement Era, Januar 1942, Seite 55

  11.   11.

    Treasures of Life, Seite 420

  12.   12.

    Improvement Era, Januar 1942, Seite 13, 54

  13.   13.

    Gospel Standards, Seite 80ff.; Absatzeinteilung geändert

  14.   14.

    Improvement Era, Januar 1945, Seite 47

  15.   15.

    Pathways to Happiness, Hg. Llewelyn R. McKay, 1957, Seite 284f.

  16.   16.

    Treasures of Life, Seite 376f.

  17.   17.

    Conference Report, April 1969, Seite 151

  18.   18.

    Gospel Ideals, Seite 81f.

  19.   19.

    Conference Report, April 1951, Seite 95

  20.   20.

    Conference Report, Oktober 1931, Seite 12f.

  21.   21.

    Treasures of Life, Seite 226f.