Kapitel 7: Die Unsterblichkeit der Seele

Lehren der Präsidenten der Kirche: George Albert Smith, 2010


Unser Leben ist ewig, und diese Erkenntnis hilft uns, richtige Entscheidungen zu treffen, und tröstet uns in Zeiten der Trauer

Aus dem Leben von George Albert Smith

George Albert Smith war mit einem tiefen Verständnis vom Sinn des Lebens gesegnet. Daher war es ihm möglich, andere aufzurichten, wenn sie Ungemach erlitten. Oft erinnerte er die Heiligen daran, dass „unser Leben ewig ist“, dass die Ewigkeit nicht nach diesem Leben beginnt, sondern dass das Erdenleben ein wesentlicher Bestandteil der Ewigkeit ist. „Wenn meine Freunde an einem Scheideweg standen und sich nicht sicher waren, welchen Weg sie einschlagen sollten, habe ich manchmal zu ihnen gesagt: ‚Heute beginnt für dich ewiges Glück oder aber ewige Enttäuschung.‘“1

Präsident Smith bezeugte diese Wahrheiten anlässlich der Trauerfeier für Hyrum G. Smith, den Patriarchen der Kirche, der verhältnismäßig jung starb und seine Frau und acht Kinder zurückließ:

„Seit ich gebeten wurde, auf dieser Beerdigung zu sprechen, hatte ich das Gefühl, dass ich vielleicht nicht dazu in der Lage sein würde. Ich war innerlich aufgewühlt, und ich musste feststellen, dass ich meine Emotionen nicht im Griff hatte. Doch seit ich dieses Gebäude betreten habe, erfüllt mir ein schöner, wohltuender Friede die Seele. …

Statt zu trauern möchte ich unserem Vater im Himmel für das Evangelium seines geliebten Sohnes danken, das in unserer Zeit aufs Neue offenbart worden ist. … Es ist ein wunderbarer Segen, zu wissen, dass das Leben ewig ist – zu wissen, dass die Segnungen, für die dieser gute Mann gelebt hat, ihm in alle Ewigkeit gehören werden. Sein irdisches Leben ist zwar beendet, doch das ist nur ein Teil des ewigen Lebens. Er hat das Fundament, auf das er gebaut hat und auf das er in alle Ewigkeit bauen wird, stark und fest gemacht. Der Freude, die er hier auf Erden empfunden hat, wird noch hinzugefügt werden. …

Wenn ich daran denke, was Menschen in der Welt bei solchen Anlässen empfinden, staune ich darüber, wie sehr wir gesegnet wurden. Ich zweifle so wenig am ewigen Leben und an der Unsterblichkeit der Seele wie daran, dass die Sonne am Mittag scheint. … Es ist traurig, sich von seinen Lieben zu trennen, selbst wenn es nur vorübergehend ist. Wir senden sie auf eine Mission oder sie gehen in andere Teile der Welt, um dort zu leben, und wir vermissen sie. Bei einem solchen Anlass scheint es uns, dass sie noch weiter entfernt sind. Doch in Wirklichkeit ist es nicht so, wenn wir es nur verstehen wollen. Statt Beileid zu bekunden, wie es den Hinterbliebenen manchmal entgegengebracht wird, möchte ich mich heute lieber freuen, weil ich weiß, dass dies nicht das Ende ist. …

Wenn ich heute nun in Ihrer Gegenwart stehe und vielleicht auch Tränen fließen sollten, ist meine Seele doch von Trost und Zufriedenheit erfüllt. Ich bete, dass dieser Trost mit all denen ist, die trauern.“2 [Siehe Anregung 1 auf Seite 83.]

Lehren von George Albert Smith

Bevor wir auf die Erde kamen, haben wir als Geist gelebt, und unser Geist wird weiterleben, wenn wir sterben

Wir betrachten dieses Leben als ewiges Leben – wir leben heute so sehr in der Ewigkeit, wie wir nur in der Ewigkeit leben können. Wir glauben, dass wir gelebt haben, bevor wir hierherkamen; das, was Intelligenz ist, das, was Geist ist, hat nicht in diesem Leben begonnen. Wir glauben, dass wir eine geistige Hülle erhalten haben, bevor wir in diese Welt kamen. Dieser Geistkörper wurde in diese Welt gesandt, und hier erhielt er eine physische Hülle – den Körper, den wir sehen. Der sichtbare, physische Teil „stammt von der Erde und ist Erde“ [siehe 1 Korinther 15:47]. Aber der Teil, der unseren Körper verlässt, wenn unser Leben erlischt, ist der geistige Teil, der nie stirbt. Die physische Hülle liegt im Grab – sie ist ein Teil der Erde und geht zurück zu Mutter Erde –, doch die Intelligenz, die Gott hineingelegt hat, das, was die Macht hat, zu verstehen und zu denken, was die Macht hat, zu singen und zu sprechen, kennt keinen Tod. Es verlässt einfach diese Sphäre ewigen Lebens und wartet dort auf die Reinigung der physischen Hülle bis zu der Zeit, da es wieder mit ihr vereint wird; diese Hülle wird verherrlicht, wie der Körper unseres auferstandenen Herrn verherrlicht wurde, sofern wir so gelebt haben, dass wir dessen würdig sind.3

Mit den Worten des Dichters: „Seht das Leben hier auf Erden, Tod wird nicht das Ende sein.“ [Henry Wadsworth Longfellow, „A Psalm of Life“.] Der Geist, der in der Hülle wohnt, ist unsterblich. Er lebt über das Grab hinaus. Der Körper verfällt und kehrt zur Erde zurück. Aber der Geist lebt weiter.4

Ich bin dankbar, dass uns offenbart und in diesen Letzten Tagen klargemacht wurde, dass dieses Leben nicht das Ende, sondern Teil der Ewigkeit ist, und dass dies, wenn wir unsere Rechte hier nutzen, lediglich ein Sprungbrett zu einem höheren und erstrebenswerteren Zustand ist.5 [Siehe Anregung 2 auf Seite 83.]

Wir sind hier auf der Erde, um uns dafür bereit zu machen, bei unserem Vater im Himmel zu leben

Manche glauben, es sei das Ende, wenn wir aus diesem Dasein scheiden. Wenn wir die Werke der Natur betrachten, wenn wir den Organismus des Menschen erforschen – seinen vollkommenen Körper, den Herzschlag, die Entwicklung und das stete Wachstum von der Kindheit bis zum Erwachsenenalter, dann den allmählichen Verfall, bis dieses Leben endet –, scheint es mir undenkbar, dass auch nur eines der Kinder unseres Vaters glauben kann, dass Menschen nur auf die Welt kommen, um das Erwachsenenalter zu erreichen, alt zu werden und zu sterben, ohne dass es für ihr Leben hier einen Zweck gegeben hätte.6

Dieses Leben wurde uns nicht zum Zeitvertreib geschenkt. Unsere Schöpfung, das Leben, das Gott uns geschenkt hat, hat einen heiligen Zweck. Befassen wir uns doch damit, worin dieser Zweck besteht, damit wir Fortschritt machen und ewiges Leben erlangen.7

Für einen Heiligen der Letzten Tage gibt es keinen Zweifel über den Zweck unseres Erdenlebens. Wir sind hier, um uns vorzubereiten, uns weiterzuentwickeln und uns bereit zu machen, damit wir würdig sind, in der Gegenwart des himmlischen Vaters zu leben.8

Wir glauben, dass wir uns unseren ersten Stand bewahrt und dadurch das Recht erworben haben, auf diese Erde zu kommen. Wir glauben, dass allein schon unser Dasein ein Lohn dafür ist, dass wir uns, ehe wir hierherkamen, als treu erwiesen haben, und dass wir auf der Erde die Früchte unserer Bemühungen in der Geisterwelt genießen. Auch glauben wir, dass wir heute die Samen für die Ernte säen, die wir einbringen werden, wenn wir von hier gehen. Ewiges Leben ist für uns die Summe des Vorherdaseins, der derzeitigen Existenz und des fortwährenden Lebens in der Unsterblichkeit; es gibt uns Aussicht auf die Macht endlosen Fortschritts und fortdauernder Vermehrung. Mit diesem Gefühl und dieser Gewissheit glauben wir: „Wie der Mensch jetzt ist, war einst Gott; und wie Gott jetzt ist, kann der Mensch einst werden.“ [Siehe Lorenzo Snow, „The Grand Destiny of Man“, Deseret Evening News, 20. Juli 1901, Seite 22.] Da wir im Abbild Gottes erschaffen wurden, glauben wir, dass es nicht ungebührlich oder verwerflich von uns ist, zu hoffen, dass es uns gewährt sein wird, göttliche Eigenschaften zu erlangen, und, wenn wir glaubenstreu sind, wie Gott zu werden; denn wenn wir die Naturgesetze unseres Vaters, die dieses Leben lenken, annehmen und ihnen gehorchen, können wir ihm ähnlicher werden; und wenn wir die uns gegebenen Möglichkeiten nutzen, machen wir uns bereit, in diesem Leben und im künftigen Leben größere Möglichkeiten zu erhalten. …

Was für ein glückliches Volk sollten wir sein, da wir doch wissen, dass diese Bewährungszeit uns nicht darauf vorbereitet zu sterben, sondern zu leben; dass der Vater möchte, dass wir jeden Fehler vermeiden und jede Wahrheit annehmen, ihm ähnlicher und würdig werden, bei ihm zu wohnen, indem wir Wahrheit in unserem Leben umsetzen.9

Brüder und Schwestern, das ist eine ernste Angelegenheit. Wir sollten ernsthaft darüber nachdenken. Wir sollten unser eigenes Leben betrachten und herausfinden, ob wir auf dieses herrliche künftige Leben vorbereitet sind; ob wir, sollten wir morgen abberufen werden, bereit sind, über unser irdisches Handeln Rechenschaft abzulegen; ob wir das Gefühl haben, dass unser Vater im Himmel uns mit dem Lob empfangen würde: „Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener.“10 [Siehe Anregung 3 auf Seite 83.]

Wir müssen in diesem Leben nach dem trachten, was von ewigem Wert ist

In diesem Leben mag uns einiges gegeben sein, was uns vorübergehend Befriedigung verschafft; doch das, was ewig ist, das, „was sinnvoll und lohnend ist“, sind die ewigen Belange, nach denen wir die Hand ausstrecken, für die wir uns bereit machen, und die wir durch unsere persönlichen Anstrengungen erlangen.11

Ist es nicht seltsam, dass das, worum die Welt von Anfang an gerungen hat – Wohlstand, Macht, alles, was dem Menschen das Leben angenehm macht – heute im Überfluss vorhanden ist: bessere und mehr Kleidung als je zuvor, mehr Nahrung, als verbraucht werden kann, mehr Reichtum jeder Art, als die Welt je zuvor gehabt hat. Unsere Wohnungen sind bequemer. Die Annehmlichkeiten des Lebens haben sich erstaunlich vervielfacht, seit das Evangelium auf die Erde kam, und heute haben wir alles, worum wir gerungen haben. Die Bildung hat ihren höchsten Stand erreicht. Die Menschen besitzen mehr Wissen über das, was diese Erde betrifft, als je zuvor. Alles, worum die Menschheit von Anfang an gerungen hat, was man als höchst begehrenswert betrachtet, ist heute auf der Erde, und doch herrschen heute dessen ungeachtet Zweifel und Furcht vor dem, was die Zukunft bringt.

Was ist unser Problem? Wir haben nach leiblichem Wohl, nach der Ehre der Menschen und nach dem getrachtet, was uns die Selbstsucht eingibt. Wir haben danach getrachtet, uns selbst hervorzuheben und uns über die anderen Kinder unseres Vaters zu stellen.12

Wir wollen uns nicht in den Schlaf wiegen lassen, wir wollen uns nicht durch den Überfluss an Gutem in dieser Welt täuschen lassen; denn was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? [Siehe Markus 8:36.] Lassen wir nicht zu, dass der Grund unserer Erschaffung außer Acht gelassen wird; lassen Sie uns vielmehr für die Errettung unserer Seele arbeiten.13

Es ist traurig, zu sehen, wie ein Mensch der Mutter Erde zurückgegeben wird und man der Tatsache gewahr wird, dass der Betreffende die höheren Segnungen, die unser Vater ihm angeboten hat, zurückgewiesen und weiter nach der Seifenblase gegriffen hat, die sich dann auflöste. Wenn ich an die Millionen von Gottes Kindern auf der Welt denke und sehe, wie wenig sie nach dem trachten, was wirklich von Wert ist, bin ich traurig.14

Denken Sie daran, die Intelligenz, die man sich aneignet, ist das, was ewig ist; die Wahrheit, die Sie hier lernen und umsetzen, das Wissen und die Erfahrung, die Sie erlangen und die Ihnen von Nutzen sind – das nehmen Sie mit, wenn Sie heimgerufen werden.15

Die Schätze, die wir finden werden, wenn wir auf die andere Seite gehen, werden diejenigen sein, die wir dort angesammelt haben, indem wir den anderen Söhnen und Töchtern unseres Vaters gedient haben, mit denen wir hier zu tun hatten. Das hat er einem jeden von uns ermöglicht. Und während wir hier sind, werden wir dadurch, dass wir unseren Mitmenschen dienen, glücklicher, als wir es auf irgendeine andere Weise sein könnten.16

Es ist nicht so wichtig, wie viele Wertgegenstände man hier hat, wie viel man besitzt, wie viel von der Ehre der Menschen man erwirbt und von alledem, was in der Welt so begehrenswert erscheint. Wertvoller als alles andere, was Gott Ihnen gegeben hat, ist die Möglichkeit, ewiges Leben im celestialen Reich zu erlangen und in alle Ewigkeit die Söhne und Töchter und den Ehepartner bei sich zu haben, mit denen Sie hier zusammen waren.17 [Siehe Anregung 4 auf Seite 83.]

Dank Jesus Christus werden wir auferstehen

Das rechtschaffene Leben des Erretters ist für alle ein vollkommenes Beispiel. Seine Auferstehung war die erste Zusicherung an die Menschen, dass auch wir aus dem Grab hervorkommen werden.18

Als Jesus von den Toten auferstand, war er der Erste der Entschlafenen. Der vom Vater gezeugte Geist (der intelligente Teil seiner Seele) trat wieder in seinen irdischen Körper ein, der gereinigt worden war. Er wurde ein verherrlichtes celestiales Wesen und nahm als Mitglied der Gottheit seinen Platz zur rechten Hand des Vaters ein. Er hatte Macht, den Tod zu überwinden, denn er hatte alle Gesetze seines Vaters, die dafür maßgeblich waren, befolgt. Und da er den Tod unterworfen und den Schlüssel umgedreht hat, wodurch die ganze Menschheit auferstehen kann, können alle Menschen ebenfalls verherrlicht werden, indem sie seine Lehren befolgen, die so einfach sind, dass alle sich daran ausrichten können, wenn sie es möchten.19

Jesus Christus war ein Mann ohne Sünde. Aufgrund seiner Reinheit, seiner Rechtschaffenheit und seiner Tugendhaftigkeit konnte er die Tore des Gefängnisses aufschließen, den Tod und das Grab überwinden und den Weg bereiten … in den Himmel, in den wir gelangen möchten.20

Schlagen wir Abschnitt 88 im Buch Lehre und Bündnisse auf, um zu sehen, was der Herr über unsere Auferstehung gesagt hat, nicht nur über die Auferstehung des Erretters. Er sagt uns, was mit uns geschehen kann. … Wir erfahren in diesem Abschnitt, dass unser Körper sich aus dem Grab erheben wird, nicht irgendein anderer Körper, und dass der Geist, der diesen Körper jetzt besitzt, denselben Körper bewohnen wird, nachdem er gesäubert, gereinigt und unsterblich gemacht worden ist. [Siehe LuB 88:14-17,28-33.]21

Nun wissen viele Menschen auf der Welt gar nicht, was die Auferstehung ist. Sagen Sie Ihren Kindern und Kollegen, was sie bedeutet? … Die Auferstehung [des Erretters] ist leicht verständlich für Heilige der Letzten Tage, die das Evangelium verstehen. Doch es gibt so viele, die nicht verstehen, was sie bedeutet. Das Evangelium Jesu Christi soll jeden Mann, jede Frau und jedes Kind auf die Zeit vorbereiten, in der alle, die gestorben sind, aus ihren Gräbern hervorkommen werden, wenn unser Vater im Himmel sein Reich auf dieser Erde errichten wird und die Rechtschaffenen dort wohnen und Jesus Christus unser König und Gesetzgeber sein wird.22 [Siehe Anregung 5 auf Seite 84.]

Unsere Erkenntnis von der Unsterblichkeit der Seele inspiriert, stärkt und tröstet uns

In Ijob lesen wir: „Jedoch, es ist der Geist im Menschen, des Allmächtigen Hauch, der ihn verständig macht.“ [Ijob 32:8.] Wer diese Inspiration nicht empfangen hat, wird die Bedeutung der Auferstehung von den Toten nicht verstehen, und ohne dieses Verständnis, scheint mir, werden diejenigen nicht sehr glücklich sein, die in vorgerücktem Alter sind und darauf warten, dass der Geist den Körper verlässt, um an einen ungewissen Ort zu gehen.23

O, wie traurig wären wir doch bei dem Gedanken, dass der Tod unsere Laufbahn beendet. Hätten wir keine Gelegenheit, uns weiterzuentwickeln, nachdem unser Lebenswerk auf Erden vollendet ist, könnte nur weniges uns anregen, so zu leben, wie wir es tun sollen. Das Wissen, dass alles Gute, was wir hier erreichen, und jeder Fortschritt uns auf ewig glücklicher machen, ermuntert uns, unser Bestes zu geben.24

Wir alle bewegen uns rasch auf die Zeit zu, da wir abberufen werden. Wenn wir nicht verstehen würden, dass es ein künftiges Leben gibt, wenn wir nicht begreifen würden, dass es noch mehr gibt als den Einfluss, unter dem wir bisher standen, wenn es nichts gäbe, wofür wir leben, außer den Nichtigkeiten und den Verdruss des Lebens, dann – so scheint es mir –, gäbe es viele, die in dem Kampf ermatten würden, den wir für unser hiesiges Dasein bestreiten müssen. Doch der Vater im Himmel hat uns in seiner Barmherzigkeit die wunderbarsten Gaben gewährt, die der Menschheit zuteilwerden.25

Der Herr hat uns mit der Erkenntnis gesegnet, dass er lebt und einen Körper hat, und dass wir in seinem Abbild erschaffen wurden. Wir glauben nicht, dass er ein unstoffliches Wesen ist, das man nicht begreifen kann. Wenn Sie das Zeugnis empfangen haben, das mir zuteilgeworden ist, und wie ich wissen, dass unser Vater im Himmel sich den Menschenkindern offenbart hat, dass er, Gott, eine Persönlichkeit hat, dass wir in seinem Abbild erschaffen sind, dass unser Geist von ihm gezeugt wurde, dass er uns die Gelegenheit gegeben hat, auf der Erde zu wohnen und einen physischen Körper zu erhalten, damit wir darauf vorbereitet werden, in seine Gegenwart zurückzukehren und auf ewig bei ihm zu leben – wenn Sie diese Gewissheit erlangt haben, sage ich, dann haben Sie eine Grundlage, auf die Sie Ihren Glauben bauen können. Wenn Sie diese Erkenntnis ablegen – dass Gott tatsächlich lebt, die Gewissheit, dass Gott sich durch Jesus Christus im Fleische kundgetan hat, die Gewissheit, dass es eine buchstäbliche Auferstehung von den Toten geben wird –, dann befinden Sie sich in dem Zustand, in dem sich die Kinder unseres Vaters überall auf der Welt befinden. Und ich frage Sie: Welcher Trost bleibt Ihnen dann noch? Dies sind die Wahrheiten, die wirklich grundlegend sind.26

Von meinen Lieben befinden sich bereits mehr im Jenseits, als noch hier verweilen. Und wenn alles seinen natürlichen Gang geht, werde auch ich bald hinübergerufen. Ich sehe dieser Zeit nicht mit Sorge und Verzweiflung entgegen, sondern mit Hoffnung und der Gewissheit, dass diese Veränderung, wenn es so weit ist, zunehmendes Glück und weitere Vorteile mit sich bringt, die uns auf der Erde fremd sind.27

Wenn wir verstehen, dass der Tod nur einer der Schritte ist, den die Kinder Gottes im Laufe der Ewigkeit machen, und dass er in Übereinstimmung mit seinem Plan erfolgt, wird dem Tod der Stachel genommen und wir stehen vor der Tatsache, dass das ewige Leben Wirklichkeit ist. Viele Familien mussten ihren Lieben vorübergehend Lebewohl sagen. Ein solcher Abschied beunruhigt uns, wenn wir es zulassen, und bringt somit großen Kummer in unser Leben. Wenn aber unser geistiges Auge aufgetan werden könnte, um uns den Blick freizumachen, würde uns das, was wir sehen, ganz gewiss trösten. Der Herr hat uns nicht ohne Hoffnung zurückgelassen. Im Gegenteil, er hat uns in jeder Hinsicht ewiges Glück zugesichert, sofern wir seinen Rat annehmen, während wir hier auf der Erde sind.

Dies ist nicht bloß ein Traum. Es sind Tatsachen. Für Sie, die Mitglieder der Kirche Jesu Christi, stellt sich die Geschichte ganz einfach dar, aber sie ist wahr. Der Vater im Himmel hat uns Bücher heiliger Schrift an die Hand gegeben, aus denen wir erfahren, dass wir ewig leben. … Der Herr hat uns dies alles mit großer Klarheit dargelegt, und ich danke ihm aus tiefstem Herzen für die Erkenntnis, dass diejenigen, die trauern, getröstet werden können, und dass wir selbst verstehen können, zu welchem Zweck wir hier sind. Könnten diejenigen, die schon vorangegangen sind, zu uns sprechen, würden sie sagen: „Geht voran, geht voran, hin zum Ziel, damit wir gemeinsam auf ewig glücklich sein werden.“ Tun Sie das, was der Herr möchte, und Sie werden nichts versäumen, was wirklich lohnend und sinnvoll ist. Im Gegenteil: Sie werden beständig Schätze im Himmel sammeln, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen. [Siehe Matthäus 6:19,20.]

Ich gebe Ihnen mein Zeugnis, dass ich weiß, dass unser Leben ewig ist, und dass die vorübergehende Trennung durch den Tod … nur einer der Schritte auf dem Weg zu ewigem Fortschritt ist und letzten Endes zum Glücklichsein führt, sofern wir treu sind.28 [Siehe Anregung 6 auf Seite 84.]

Anregungen für Studium und Unterricht

Beachten Sie diese Anregungen, wenn Sie sich mit dem Kapitel befassen oder sich auf den Unterricht vorbereiten. Weitere Hinweise finden Sie auf Seite Vff.

  1. 1.

    Lesen Sie den Abschnitt „Aus dem Leben von George Albert Smith“ (Seite 73f.) Denken Sie daran zurück, wie Sie einmal versucht haben, jemanden nach dem Tod eines Angehörigen zu trösten. Wodurch hat Präsident Smith Trost gefunden?

  2. 2.

    Präsident Smith hat erklärt, dass „dieses Leben … Teil der Ewigkeit ist“ (Seite 75). Was bedeutet das für Sie? Wie werden unsere Entscheidungen dadurch beeinflusst, dass wir diesen Grundsatz verstehen?

  3. 3.

    Befassen Sie sich mit dem Abschnitt, der auf Seite 75 beginnt. Wie unterscheiden sich die Lehren in diesem Abschnitt von dem, was die Welt über den Sinn und Zweck des Lebens lehrt? Welche Erfahrungen machen wir im irdischen Leben, die uns helfen, „göttliche Eigenschaften zu erlangen“?

  4. 4.

    Gehen Sie den den Abschnitt, der auf Seite 77 beginnt, durch, vor allem die letzten vier Absätze. Warum ist das Trachten nach Weltlichem so, als würde man „weiter nach der Seifenblase [greifen], die sich dann [auflöst]“?

  5. 5.

    Auf Seite 79 nimmt Präsident Smith Bezug darauf, was man aus Lehre und Bündnisse 88 über die Auferstehung erfährt. Was erfahren Sie aus Vers 14-17 und 28-33 in diesem Abschnitt über die Auferstehung? Wie kann man mit Kindern so über die Auferstehung sprechen, dass sie sich etwas darunter vorstellen können?

  6. 6.

    Lesen Sie den Abschnitt, der auf Seite 81 beginnt. Welche Prüfungen im Leben sind leichter zu ertragen, wenn man ein Zeugnis von den Grundsätzen hat, die in diesem Abschnitt zur Sprache kommen?

Einschlägige Schriftstellen:  1 Korinther 15:12-26,35-42,53-58; 2 Nephi 9:6-13; Alma 12:24; 28:12; Lehre und Bündnisse 93:19,20,29-34; 130:18,19; Abraham 33:24-26.

Unterrichtshilfe: „Bitten Sie die Teilnehmer, einen Abschnitt auszuwählen, der sie interessiert, und ihn leise zu lesen. Fordern Sie sie auf, sich mit zwei oder drei Teilnehmern zusammenzusetzen, die denselben Abschnitt ausgewählt haben, und zu besprechen, was sie erkannt haben.“ (Seite VII in diesem Buch.)

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    Herbst-Generalkonferenz 1944

  2.   2.

    Deseret News, 13. Februar 1932, Kirchenteil, Seite 5, 7

  3.   3.

    „Mormon View of Life’s Mission“, Deseret Evening News, 27. Juni 1980, Kirchenteil, Seite 2

  4.   4.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1905

  5.   5.

    Herbst-Generalkonferenz 1923

  6.   6.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1905

  7.   7.

    Herbst-Generalkonferenz 1906

  8.   8.

    Herbst-Generalkonferenz 1926

  9.   9.

    „Mormon View of Life’s Mission“, Seite 2

  10.   10.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1905

  11.   11.

    Herbst-Generalkonferenz 1909

  12.   12.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1932

  13.   13.

    Herbst-Generalkonferenz 1906

  14.   14.

    Herbst-Generalkonferenz 1923

  15.   15.

    „Mormon View of Life’s Mission“, Seite 2

  16.   16.

    Deseret News, 26. Mai 1945, Kirchenteil, Seite 6

  17.   17.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1948

  18.   18.

    „President Smith Sends Greetings“, Deseret News, 27. Dezember 1950, Kirchenteil, Seite 3

  19.   19.

    „Mormon View of Life’s Mission“, Seite 2

  20.   20.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1905

  21.   21.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1939

  22.   22.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1950

  23.   23.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1939

  24.   24.

    Herbst-Generalkonferenz 1921

  25.   25.

    Herbst-Generalkonferenz 1923

  26.   26.

    Herbst-Generalkonferenz 1921

  27.   27.

    Deseret News, 26. Mai 1945, Kirchenteil, Seite 4

  28.   28.

    „Some Thoughts on War, and Sorrow, and Peace“, Improvement Era, September 1945, Seite 501