Kapitel 4: Der Prophet Joseph Smith – Gottes Werkzeug für die Wiederherstellung der Wahrheit

Lehren der Präsidenten der Kirche: George Albert Smith, 2010


Durch den Propheten Joseph Smith hat Gott das Evangelium Jesu Christi in seiner Reinheit wiederhergestellt.

Aus dem Leben von George Albert Smith

Kurz vor dem 100. Jahrestag der Geburt des Propheten Joseph Smith reiste Elder George Albert Smith zusammen mit Präsident Joseph F. Smith und anderen an Orte, die im Leben des Propheten eine wichtige Rolle gespielt hatten. Am Morgen des 23. Dezember 1905 wurde ein Denkmal für Joseph Smith an seinem Geburtsort in Vermont geweiht. Für George Albert Smith und seine Begleiter war es sehr bewegend, an einem Ort zu stehen, der so bedeutend für die Wiederherstellung des Evangeliums gewesen war. Rückblickend sagte er: „Die Tränen flossen reichlich. Unter dem Einfluss des Geistes war jede Seele demütig, jedes Herz wurde erweicht, und wir erfreuten uns an den Segnungen des himmlischen Vaters.“1 George Albert Smith wurde gebeten, im Weihungsgottesdienst das Schlussgebet zu sprechen. Nachdem er den Tag in seinem Tagebuch zusammengefasst hatte, schrieb er: „So endete einer der ereignisreichsten Tage meines Lebens. Ich bin dankbar, zu den wenigen unseres Volkes zu gehören, die bei diesem Auftrag mitwirken durften.“2

Später suchte die Gruppe in Palmyra im Bundesstaat New York den Ort auf, wo sich die erste Vision ereignet hatte. Elder Smith berichtete: „Wir gingen in den Hain, wo Joseph sich niedergekniet und den Herrn gebeten hatte, ihm mitzuteilen, welcher Kirche er sich anschließen solle. Wir fühlten uns gedrängt, an diesem geheiligten Ort das schöne … Lied ‚O wie lieblich war der Morgen‘ zu singen.“3

Nachdem die Gruppe den Hügel Cumorah, den Kirtland-Tempel und andere Orte aufgesucht hatte, die mit der Mission des Propheten in Verbindung standen, rief Präsident Joseph F. Smith sie am letzten Abend der Reise zusammen. „Nachdem wir ein paar Zionslieder gesungen hatten, durfte jeder der Anwesenden von der Güte und Gnade, die der Vater uns gewährt, Zeugnis geben. Der Geist des Herrn wurde über uns ausgegossen, und wir vergossen Tränen der Freude und des Glücks.“4 [Siehe Anregung 1 auf Seite 46.]

Einige Jahre später, als George Albert Smith Präsident der Kirche war, wurden Bücher veröffentlicht, in denen Joseph Smith verunglimpft wurde. Bei einer Generalkonferenz der Kirche verteidigte Präsident Smith den Propheten und gab mit folgenden Worten Zeugnis von seiner Mission:

„Viele der Vorzüge und Segnungen, die ich erhalten habe, verdanke ich diesem Mann, der sein Leben für das Evangelium Jesu Christi hingegeben hat. Einige haben ihn herabgesetzt, aber dazu möchte ich sagen, dass diese in Vergessenheit geraten und ihre Überreste zu Mutter Erde zurückkehren werden, wenn das nicht schon geschehen ist, und der Geruch ihrer Niedertracht nie verfliegen wird. Ruhm, Ehre, Erhabenheit, Mut und Treue hingegen, wie der Prophet Joseph Smith sie verkörpert hat, werden für immer mit seinem Namen verbunden sein.“5

Elder Harold B. Lee, der damals dem Kollegium der Zwölf Apostel angehörte, war von dieser Aussage so beeindruckt, dass er einen Ausschnitt daraus in seiner Brieftasche aufbewahrte und oft zitierte. Er wünschte, diese Worte von Präsident Smith „könnten bis an die Enden der Erde gehört werden“6.

Lehren von George Albert Smith

Die erste Vision von Joseph Smith zeigt, dass der Himmel nicht versiegelt ist

Wir glauben, dass der Vater im Himmel in unseren Tagen gesprochen hat … , dass er das schlichte Gebet eines Jungen aus Palmyra gehört und erhört hat und ihn mit Erkenntnis vom Wesen Gottes gesegnet hat, damit alle Menschen den Herrn erkennen können, wenn sie nur wollen.

Es war ganz natürlich, dass Joseph Smith den Herrn suchte. Er war mit … Leuten zusammen, die an den Vater im Himmel, an die göttliche Mission des Erretters und daran glaubten, dass Gebete den Himmel erreichen – daran, dass Gott die Menschen hört und zu ihnen spricht, wenn sie sich im richtigen Geiste an ihn wenden. Es fiel diesem jungen Mann leicht, zu glauben, weil er in einer gläubigen Familie geboren und aufgewachsen war. Er ging hinaus in den Wald, um der Aufforderung aus der Heiligen Schrift nachzukommen (Jakobus 1:5): „Fehlt es aber einem von euch an Weisheit, dann soll er sie von Gott erbitten; Gott wird sie ihm geben, denn er gibt allen gern und macht niemand einen Vorwurf.“ Er glaubte daran, dass sein Gebet erhört werden würde. Der Vater im Himmel hat seinen Kindern von Anfang an verheißen, dass sie durch Glauben alles wissen können.7

Sein Glaube an Gott brachte ihn von der zu seiner Zeit verbreiteten Annahme ab, die Bibel enthalte sämtliche Offenbarungen, die der Mensch erhalten könne, und der Himmel über ihm sei versiegelt. Er betete zum Herrn, und sein Gebet wurde erhört. Er sah den Vater und den Sohn zur Erde herabsteigen, umgeben von herrlichem Licht. Er empfing das unanfechtbare Zeugnis, dass sie einen Körper wie der Mensch haben und stoffliche Wesen sind; sie sprachen zu ihm, und er hörte ihre Stimme.8

Das Ergebnis [von Josephs Gebet] war diese wunderbare Kundgebung, der keine andere, von der wir in der Weltgeschichte je gehört haben, gleichkommt. Wir haben von Fällen gehört, da der Vater im Himmel sich kundgetan hat, und wir haben von Fällen gelesen, da der Erlöser der Menschheit sich kundgetan hat; aber wir haben noch nie zuvor von einem Fall gehört, da der Vater und der Sohn zusammen einer Menschenseele erschienen sind und zu dem Betreffenden gesprochen haben.

Die Menschen in der Welt glauben das nicht. Den Leuten wurde beigebracht, dass der Himmel versiegelt ist … . Als dieser Junge nun verkündete, dass der Herr sich in unserer Zeit kundgetan hat – genau zu der Zeit, da wir am dringendsten der Erleuchtung bedurften, als die Menschen auf der Suche nach dem Wort Gottes umherirrten, es aber nicht finden konnten, wie es die Propheten in alter Zeit vorausgesagt hatten [siehe Amos 8:11,12] – wurde er [Joseph] verhöhnt. … Seine Worte wurden abgetan, und diejenigen, die als Freunde auf seiner Seite hätten stehen sollen, wandten sich von ihm ab und sagten gar, es käme alles vom Teufel. Wie lautete nun das Zeugnis dieses Jungen?

„Ich hatte tatsächlich ein Licht gesehen, und mitten in dem Licht hatte ich zwei Personen gesehen, und sie hatten wirklich zu mir gesprochen; und wenn man mich auch hasste und verfolgte, weil ich sagte, ich hätte eine Vision gesehen, so war es doch wahr; und während man mich verfolgte und mich schmähte und mich auf alle mögliche Weise böse verleumdete, musste ich mich im Herzen fragen: Wieso verfolgt man mich, weil ich die Wahrheit sage? Ich habe tatsächlich eine Vision gesehen; und wer bin ich, dass ich Gott widerstehen könnte? Oder warum meint die Welt, sie könne mich dazu bringen, dass ich verleugne, was ich tatsächlich gesehen habe? Denn ich hatte eine Vision gesehen, das wusste ich; … und ich konnte es nicht leugnen, und ich wagte es auch gar nicht, denn zumindest wusste ich, dass ich damit Gott beleidigen und unter Schuldspruch kommen würde.“ [Siehe Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:25.]9

Im Jahr 1830, als diese Kirche gegründet wurde, gab es auf der Erde keine Kirche, die in ihrem Glaubensbekenntnis verlautbarte, Gott würde sich den Menschenkindern offenbaren. Diese Kirchen haben genau das Gegenteil verkündet, und unser Vater wusste, dass es nutzlos war, zu versuchen, seine Söhne und Töchter zu erretten, solange sie nicht dazu bewogen werden konnten, mit dem Glauben, dass er ihre Gebete hört und zu ihnen spricht, zu ihm zu kommen. Als der junge Prophet im Wald von Palmyra den Vater und den Sohn sah und ihm bewusst wurde, dass sie reale Personen waren und dass sie ihm zuhören und antworten konnten, da brach auf dieser Welt ein neues Zeitalter an und die Grundlage für den Glauben der Menschenkinder wurde gelegt. Sie konnten nun zum Vater im Himmel beten und wissen, dass er ihre Gebete hören und ihnen Antwort darauf geben würde und dass es eine Verbindung zwischen Himmel und Erde gibt.10 [Siehe Anregung 2 auf Seite 46.]

Obwohl er jung und unerfahren war, wurde Joseph Smith berufen, die wahre Kirche Jesu Christi wiederherzustellen

Der Glaube bewog Joseph dazu, Gott im Gebet zu suchen und zu fragen, welcher Kirche er sich anschließen solle. Und wie lautete die Antwort? Sagte der Herr etwa: „Mein Junge, sie sind alle gut. Alle bemühen sich, meine Gebote zu halten. Die Männer, die diese Kirchen leiten, sind vor mir gerecht und jede Kirche ist in Ordnung; sie bringen dich alle in die Gegenwart des himmlischen Vaters zurück“? Unter den damaligen Umständen hätte der Junge eine solche Antwort erwarten können. Aber er wollte wissen, was er tun solle, und er glaubte fest daran, dass der Herr es ihm sagen würde. Also fragte er im Gebet, welcher Kirche er sich anschließen solle, und ich nehme an, dass er erstaunt war, als ihm gesagt wurde, er dürfe sich keiner anschließen, „denn sie nahen sich mir mit den Lippen, aber ihr Herz ist ferne von mir; sie verkünden Menschengebote als Lehre, sie haben zwar eine Form der Gottesfurcht, aber sie leugnen deren Macht“. [Siehe Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:19.] Stellen Sie sich einen 14-jährigen Jungen vor, der in der Nähe seines Elternhauses von den Knien aufsteht und der Welt eine solche Botschaft verkündet! Können Sie sich vorstellen, dass ein Jugendlicher so etwas wagt? Aber nach diesem Zeugnis, das der Vater im Himmel ihm gegeben hatte, nach diesem Gebot vom Herrn selbst, hätte er da etwas anderes wagen können, als zu verkünden, was der Herr ihm aufgetragen hatte?11

Joseph Smith war noch ein Knabe, als Petrus, Jakobus und Johannes ihm die Hände auflegten und ihn zum Melchisedekischen Priestertum ordinierten – ihn und Oliver Cowdery. Etwas später wurde Joseph Smith angewiesen, eine Kirche zu gründen. Er war zwar nur ein junger Mann, doch er gründete sie unter der Leitung des Erlösers der Menschheit. Sie ist aufgebaut wie die Kirche, die vom Heiland gegründet wurde, als er auf der Erde war. Ich bin mir ganz sicher, dass es viele gab, die diesen jungen Mann als Emporkömmling betrachteten und dachten, es sei lächerlich, dass jemand, der es nie gelernt hatte, zu führen und zu leiten, sich erdreisten sollte, dies doch zu tun. Er jedoch war wie andere Diener des Vaters im Himmel, die auf der Erde gelebt haben und vom Herrn zu einer bestimmten Arbeit berufen wurden. Sein mangelndes Wissen in Bezug auf Weltliches war kein Grund für den Herrn, ihm Erkenntnisse zu verwehren; dadurch war er denen ebenbürtig, die weltliche Vorzüge genossen, die ihm vorenthalten blieben, und in vielerlei Hinsicht war er ihnen sogar überlegen.12

Er wurde geschmäht und falsch wiedergegeben, verachtet von denen, die seine Freunde hätten sein sollen, von den Studierten und Gelehrten seiner Zeit abgelehnt, und doch gelang es ihm, das Evangelium des Lebens und der Errettung wiederherzustellen und die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage aufzurichten.

Während die Mächte des Bösen ständig nach seiner Vernichtung trachteten, wurde er doch vom Herrn bewahrt, bis sein Werk getan war und alle Schlüssel und Verordnungen, die für die Errettung der Menschheit notwendig waren, den Menschen wieder übertragen worden waren.13 [Siehe Anregung 3 auf Seite 46.]

Die Wahrheiten, die durch Joseph Smith wiederhergestellt worden sind, bringen denen, die sie annehmen, Frieden und Freude

Von diesem Jungen, der mit 14 Jahren den Vater und den Sohn sah, stammt die wundervolle Botschaft, dass der Vater im Himmel und sein Sohn Jesus Christus verherrlichte Menschen sind und dass der Erretter der Welt von den Toten auferstanden ist. Dieser Junge sah, was die Welt gewusst, aber aus irgendeinem Grund vergessen hatte, und er begann, den Menschen davon Zeugnis zu geben.14

[Anfang des 19. Jahrhunderts] gab es wenige Menschen auf der Welt, die an einen Gott glaubten, der eine Persönlichkeit und einen Körper besaß. Just zu dieser Zeit wurde dem Propheten Joseph Smith, als er noch ein Junge war – noch keine 15 Jahre alt –, eine Kundgebung zuteil; er sah den Vater und den Sohn und gab davon Zeugnis. Ihm erschienen auch noch weitere himmlische Wesen, und der Herr übermittelte ihm durch sie weitere Anweisungen für die Menschenkinder. Auf seine Weise verlieh er uns oder denen, die uns in der Kirche vorausgegangen sind, Erkenntnis vom Zweck des Lebens. … Seine Beschreibung vom Himmel weckt in uns den Wunsch, am Ende unseres irdischen Lebens würdig für eine Wohnung an diesem Ort zu sein. Er hat die buchstäbliche Auferstehung sowie Himmel und Hölle so anschaulich gemacht, dass Unerfahrene, wie es in einer Schriftstelle heißt, „nicht mehr in die Irre [gehen]“ [siehe Jesaja 35:8].15

Durch ihn wurde die Errichtung von Tempeln offenbart, die ewige Natur des Ehebundes und die Erlösung der Toten. Dadurch wurde Tausenden der Kinder unseres Vaters unaussprechliche Freude zuteil.

Die ewigen Wahrheiten, die er verkündet hat, gelangen zu den Völkern der Erde und bringen denen, die sie annehmen, Frieden und Zufriedenheit.16

Der Vater im Himmel wusste, was geschehen würde, als er in dieser Letzten Zeit das Evangelium in seiner Reinheit wiederherstellte. Er wusste um den Abfall vom Glauben unter seinen Kindern in der Welt. Er wusste, dass sie von der klaren Wahrheit abgewichen waren, und in seiner großen Barmherzigkeit offenbarte er dieses Werk der Letzten Tage. Von allen Menschen erwählte er einen Jungen vom Land und inspirierte ihn, das Werk zu beginnen, das schließlich die religiöse Welt auf den Kopf stellen sollte. Er wusste, dass die Welt im Finstern umherirrte, und voller Barmherzigkeit stellte er das Licht wieder her. Es gibt nur einen Weg, wie die Menschenkinder glücklich sein können, nämlich durch ein rechtschaffenes Leben. Aber die Menschen können nicht rechtschaffen leben, wenn sie nicht mit der Wahrheit im Einklang sind. Es gab viel Wahrheit in der Welt, doch sie war so sehr mit Irrtum vermischt, dass der Herr persönlich dem Propheten Joseph Smith sagte, dass die Männer, die in den Kirchen lehrten und unterrichteten, Menschengebote als Lehre verkündeten. Er warnte den Jungen davor, sich ihnen anzuschließen. Dann stellte er das Evangelium wieder her – die Kraft Gottes, jeden zu erretten, der glaubt und gehorsam ist.17

Ich sage allen Menschen überall: Prüft die Lehren des Evangeliums unseres Herrn, wie sie dem Propheten Joseph Smith offenbart worden sind. Erforscht sie gebeterfüllt, und ihr werdet das Allheilmittel für die Krankheiten dieser Welt finden, das auf keine andere Weise entdeckt werden wird.18 [Siehe Anregung 4 auf Seite 47.]

Joseph Smith war bereit, sein Leben für sein Zeugnis hinzugeben

So wie bei den Propheten, die der Herr in früheren Zeiten erweckt hatte, schien es in diesem Fall ebenfalls notwendig zu sein, dass das Zeugnis seines Dieners mit dessen Blut besiegelt wurde. Man wird kein [schmerzlicheres] Kapitel in der Geschichte der Welt finden als das, worin die letzten Worte unseres geliebten Propheten Joseph Smith stehen. Er wusste, dass seine Zeit nahe war; er erkannte, dass seine Lebensmission erfüllt war. … Und als die Zeit kam, dass er dem Tod gegenüberstand, sagte er: „Ich gehe wie ein Lamm zum Schlachten, aber ich bin so ruhig wie ein Sommermorgen; mein Gewissen ist frei von Schuld gegenüber Gott und gegenüber allen Menschen. Ich werde unschuldig sterben, und man wird von mir noch sagen: Er wurde kaltblütig ermordet.“ [Siehe LuB 135:4.]

Er fürchtete sich nicht, vor dem angenehmen Gericht zu stehen … und sich für die Taten zu verantworten, die er im Leib vollbracht hatte. Er fürchtete sich nicht, der Anklage zu begegnen, die gegen ihn erhoben wurde, nämlich dass er die Menschen täusche und ungerecht behandele. Ihm war nicht bange davor, welche Resultate er mit seiner Lebensmission erzielt hatte, oder vor dem letztlichen Triumph des Werkes, von dem er wusste, dass es göttlichen Ursprungs war, und für das er sein Leben hingab. Aber die Menschen in der Welt beurteilen dieses Werk wie schon in der Vergangenheit nach menschlichen Gesichtspunkten. Sie haben nicht den Geist Gottes, der sie befähigen würde, zu verstehen, dass es vom Vater im Himmel stammt.19

Dieser junge Mann war sich der Offenbarung, die er empfangen hatte, so sicher und war so bestrebt, dass alle Kinder des himmlischen Vaters die Wahrheit kennen sollten, dass er von der Zeit an, da er die Platten des Buches Mormon vom Engel Moroni erhielt, sein ganzes Leben dem Aufbau der Kirche und der Verbreitung der Wahrheit widmete. … In seiner Seele brannte ein Wissen wie schon bei Stephanus [siehe Apostelgeschichte 7:54-60] und beim Erlöser, dass der himmlische Vater am Ruder stand, dass dies sein Werk auf Erden war, dass es seine Macht war, die schließlich die Oberhand gewinnen würde, und dass dieses Leben nur ein Teil der Ewigkeit war. Er war bereit, einen Teil seines Lebens auf der Erde aufzugeben, wenn es sein musste, damit er auf ewig diese Gemeinschaft genießen könne, die er sich so sehr ersehnte, und die Gegenwart guter Männer und Frauen, die auf der Erde geweilt haben oder jetzt darauf weilen und wieder auf der Erde weilen werden, wenn daraus das celestiale Reich wird.20

Joseph Smith sagte, er wisse, dass es ein Jenseits gibt, und er wisse, dass Gott lebt, und Gott wisse, dass er wisse, dass Gott lebt. Er war bereit, sein Leben zu geben, damit Ihr Glaube gestärkt werde, meine Brüder und Schwestern, und damit Ihr Vertrauen in ihn nicht erschüttert werde. Er kannte den Sinn und Zweck des Lebens. Er wusste, dass wir hier sind, um uns auf die Zukunft und auf ein herrlicheres Dasein vorzubereiten. Und er war bereit, nötigenfalls sein eigenes Leben zu geben, nicht nur, um es zu unserem Nutzen aufzugeben, sondern weil er wusste, dass der Vater gesagt hatte, wer sein Leben retten wolle, werde es verlieren, wer aber sein Leben um des Herrn Willen verliere, werde es gewinnen, nämlich das ewige Leben [siehe Matthäus 16:25]. Es war dieses Wissen, das es dem Propheten und dem Patriarchen der Kirche [Hyrum Smith] ermöglichte, in jungen Jahren ihre Lieben [zurückzulassen], sich ins Gefängnis werfen zu lassen und alles zu geben, was sie auf dieser Welt hatten und was Menschen für ihre Brüder geben können – ihr irdisches Leben.21

Im Jahre 1830 wurde die Kirche mit sechs Mitgliedern gegründet. Der Widersacher aller Rechtschaffenheit trachtet von jenem Tage an bis in die Gegenwart danach, ihren Fortschritt aufzuhalten und sie zu vernichten. Ich frage mich, ob dieser großartige Mann, Joseph Smith, der sein Leben gab, damit die Kirche gegründet und aufgebaut werden könne, wie der Herr es beabsichtigte, die Kirche sehen kann, wie sie heute besteht, mit ihren Zweigen in allen Teilen der Welt, und ob er weiß, dass die Kirche an jedem Tag, seit er den Märtyrertod starb und sein Leben niederlegte und sein Zeugnis mit seinem Blut besiegelte, stärker wurde als noch am Tag zuvor.22 [Siehe Anregung 5 auf Seite 47.]

Anregungen für Studium und Unterricht

Beachten Sie diese Anregungen, wenn Sie sich mit dem Kapitel befassen oder sich auf den Unterricht vorbereiten. Weitere Hinweise finden Sie auf Seite Vff.

  1. 1.

    Denken Sie über das Erlebnis nach, das Präsident Smith in den ersten drei Absätzen unter der Überschrift „Aus dem Leben von George Albert Smith“ (Seite 35f.) beschreibt. Welche Erlebnisse in Ihrem Leben haben Ihr Zeugnis vom Propheten Joseph Smith gestärkt? Suchen Sie beim Lesen dieses Kapitels Aussagen in den Lehren von Präsident Smith, die Ihr Zeugnis stärken; Sie können dann in der Familie, im Priestertumskollegium oder in der FHV davon erzählen.

  2. 2.

    Lesen Sie erneut den ersten Abschnitt der Lehren (Seite 37ff.) und lesen Sie, wie Joseph Smith selbst die erste Vision geschildert hat (siehe Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:10-19). Wie hat die erste Vision Ihren Glauben an Gott beeinflusst? Inwieweit hat Sie nach Ihrer Beobachtung den Glauben anderer beeinflusst?

  3. 3.

    Lesen Sie aufmerksam den Abschnitt, der auf Seite 39 beginnt, sowie Lehre und Bündnisse 1:17-19. Was können wir aus dem Beispiel von Joseph Smith über den Dienst in der Kirche lernen? Denken Sie daran, wie Sie einmal einen Auftrag vom Herrn erhalten und sich unzulänglich gefühlt haben. Wie hat der Herr Ihnen geholfen?

  4. 4.

    Nennen Sie einige Wahrheiten, die der Herr durch Joseph Smith offenbart hat. (Einige Beispiele finden Sie in dem Abschnitt, der auf Seite 42 beginnt.) Wie hat es sich in Ihrem Leben als segensreich erwiesen, dass Sie diese Lehren kennen?

  5. 5.

    Während Sie über den letzten Absatz der Lehren (Seite 45f.) nachdenken, überlegen Sie, wie Sie dazu beitragen können, dass die Kirche weiterhin stärker wird.

Einschlägige Schriftstellen: Jesaja 29:13,14; 1 Korinther 1:26,27; 2 Nephi 3:5-9, 11–15; Lehre und Bündnisse 135.

Unterrichtshilfe: „Benutzen Sie die Fragen am Ende des Kapitels, um das Unterrichtsgespräch anzuregen. … Sie können sich auch selbst Fragen überlegen, die auf die Unterrichtsteilnehmer zugeschnitten sind. Beispielsweise könnten Sie die Unterrichtsteilnehmer fragen, wie sie die Aussagen von Präsident Smith als Vater oder Mutter, Heimlehrer oder Besuchslehrerin anwenden können.“ (Seite VII in diesem Buch.)

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1906

  2.   2.

    Tagebucheintrag vom 23. Dezember 1905, Unterlagen der Familie von George Albert Smith, University of Utah, Karton 73, Buch 2, Seite 160

  3.   3.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1906

  4.   4.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1906

  5.   5.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1946

  6.   6.

    Harold B. Lee, Herbst-Generalkonferenz 1947

  7.   7.

    Herbst-Generalkonferenz 1921

  8.   8.

    „The Latter-day Prophet“, Millennial Star, 7. Dezember 1905, Seite 822

  9.   9.

    Herbst-Generalkonferenz 1921

  10.   10.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1917

  11.   11.

    Herbst-Generalkonferenz 1921

  12.   12.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1927

  13.   13.

    „The Latter-day Prophet“, Seite 823

  14.   14.

    Herbst-Generalkonferenz 1921

  15.   15.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1934

  16.   16.

    „The Latter-day Prophet“, Seite 823

  17.   17.

    Herbst-Generalkonferenz 1916

  18.   18.

    Herbst-Generalkonferenz 1931

  19.   19.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1904

  20.   20.

    Herbst-Generalkonferenz 1927

  21.   21.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1905

  22.   22.

    Herbst-Generalkonferenz 1945