Unsere missionarische Pflicht

Lehren der Präsidenten der Kirche: John Taylor, 2011


Immer wenn ich die Ältesten auf Mission gehen sehe, wo sie das Evangelium verkünden, muss ich daran denken, dass sie dann an einer der größten Aufgaben beteiligt sind, die den Menschen je übertragen wurden.1

Aus dem Leben von John Taylor

Elder John Taylor diente in den Vereinigten Staaten und im Aus- land als Missionar und erfüllte zwischen 1839 und 1857 mehrere Vollzeitmissionen. Er stellte seinen großen Glauben und sein Zeugnis unter Beweis, während er häufig unter äußerst schwierigen Umständen predigte und manchmal kein Geld und nichts zu essen hatte. Er vertraute darauf, dass der Herr ihn und seine Familie beschützte und es ihm ermöglichte, das Evangelium zu verkünden.

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Über die Missionare sagte Präsident Taylor: „Wenn diese Brüder hinausgehen, ist das vielleicht eine neue Arbeit für sie…, aber diese Missionare werden als Boten des Herrn Jesus Christus ausgesandt.“

Ein solches Erlebnis mit der Macht des Herrn hatte Elder Taylor kurz nachdem er seine Familie in Montrose, Iowa, zurückgelassen hatte, um in England eine Mission zu erfüllen. Während er durch Indiana reiste, wurde er sehr krank und war gezwungen, ein paar Wochen in einem Hotel zu bleiben. In dieser Zeit lehrte Elder Taylor in Versammlungen, die er in der Nähe des Hotels abhielt, das Evangelium, auch wenn er dies die meiste Zeit im Sitzen tun musste. Seine Zuhörer bemerkten, dass er trotz seiner Schwierigkeiten niemals um Geld bat. Schließlich sprach ihn einer von ihnen an und sagte: „Mr. Taylor, Sie sind anders als die meisten anderen Prediger; Sie sprechen nicht von Ihren Lebensumständen und vom Geld, dabei sind Sie doch schon eine Weile krank; Ihre Arzt- und Hotelrechnungen und anderen Ausgaben müssen inzwischen sehr hoch sein. Ein paar Freunde und ich haben uns darüber unterhalten, und wir möchten Sie unterstützen.“

Elder Taylor nahm diese Hilfe dankbar an und konnte seine Reise bald fortsetzen, nachdem er alle Rechnungen bezahlt hatte. Zu diesem Erlebnis sagte er: „Ich vertraue lieber dem Herrn als allen Königen der Erde.“2 Mit seinem Vertrauen zum Herrn und seinem Engagement dafür, andere im Evangelium zu unterweisen, ist John Taylor uns ein großes Vorbild darin, wie wir Missionsarbeit tun sollen.

Lehren von John Taylor

Die Missionarsarbeit bringt allen Menschen Erkenntnis von Leben und Unsterblichkeit.

Wir sind zu einem bestimmten Zweck hier; die Welt wurde zu einem bestimmten Zweck geformt; … das Evangelium ist in den verschiedenen Zeitaltern und bei den verschiedenen Völkern, denen es offenbart und mitgeteilt wurde, zu einem bestimmten Zweck eingeführt worden, und für uns gilt heute die gleiche allgemeine Regel. Der Herr führt uns, wie er einst Israel geführt hat und wie er die Nephiten aus dem Land Jerusalem geführt hat, wie er die zehn Stämme und andere Völker geführt hat, die an einen anderen Ort zogen. Er führt uns und als erstes … hat er uns sein Evangelium gesandt und es zunächst Joseph Smith offenbart. Dieser hat, nachdem er vom Allmächtigen bevollmächtigt worden war und durch das heilige Priestertum, das in den Himmeln besteht, seine Bestimmung erhalten hatte und mit dieser Bestimmung die Vollmacht, es auch auf andere zu übertragen, dies getan, es auf andere übertragen, sie dies wiederum auf andere, und so wurde uns das Evangelium in die verschiedenen Länder gesandt, in denen wir lebten.

Und als diese Männer hinausgingen, um das Evangelium zu verkündigen, ging es ihnen nicht um ihren eigenen Willen, sondern, wie Jesus gesagt hat, „um den Willen dessen, der sie gesandt hatte“ [siehe Johannes 5:30] und darum, hier auf der Erde mit dem heiligen Priestertum zusammenzuarbeiten und richtige Grundsätze zu vermitteln. Sie gingen also zu den Völkern und Tausende und Zehntausende und Millionen hörten sich ihr Zeugnis an; aber wie in früherer Zeit, so ist es auch in den Letzten Tagen. Jesus sagt: „Das Tor, das zum Leben führt, ist eng und der Weg dahin ist schmal und nur wenige finden ihn; aber das Tor ist weit, das ins Verderben führt, und der Weg dahin ist breit und viele gehen auf ihm.“ [Siehe Matthäus 7:13,14.] So war es in jedem Zeitalter und bei allen Völkern, wo und wann immer ihnen das Evangelium verkündet wurde.3 Gott hat das Evangelium zu dem Zweck wiederhergestellt, Leben und Unsterblichkeit ans Licht zu bringen; ohne Erkenntnis vom Evangelium gibt es keine Erkenntnis von Leben und Unsterblichkeit; denn die Menschen können die Prinzipien nur begreifen, wenn sie ihnen kundgetan werden. … Als die Himmel sich öffneten und der Vater und der Sohn erschienen und Joseph die Grundsätze des Evangeliums offenbarten, und als das heilige Priestertum wiederhergestellt und die Kirche, das Reich Gottes, auf der Erde aufgerichtet wurde, da wurden dieser Generation die größten Segnungen zuteil, die die Menschen überhaupt erhalten können. Wenn sie nur begreifen könnten, dass dies der größte Segen war, den Gott den Menschen schenken kann.4

Es ist unsere Pflicht, dem Herrn durch unsere Missionsarbeit behilflich zu sein.

Der Herr wünscht sich also, in diesem Zeitalter, ebenso wie in anderen Zeitaltern, ein Volk zu sammeln, das seinen Willen tut, seine Gebote hält und auf seinen Rat hört. … Der Herr sendet – in diesem Zeitalter ebenso wie in früherer Zeit – aus, wen er senden will; er wählt seine Boten selbst aus und sendet sie zu den Menschen. Und als die Ältesten Israels hinausgingen, sagte er in einer bestimmten Offenbarung zu ihnen: „Geht hinaus und meine Engel werden vor euch hergehen, und mein Geist wird euch begleiten.“ [Siehe LuB 84:88.] Und sie gingen hinaus, und Gott blieb seinem Wort treu, und viele von euch, die ihr damals noch in fernen Ländern lebtet, haben auf die Worte des Lebens gehört, und als ihr sie hörtet, habt ihr sie erkannt und verstanden, so wie Jesus es gesagt hat: „Meine Schafe hören auf meine Stimme, sie kennen mich und folgen mir; einem Fremden aber werden sie nicht folgen, weil sie die Stimme des Fremden nicht kennen.“ [Siehe Johannes 10:5,27.] Ihr habt die Stimme der Wahrheit gehört, die vom Geist Gottes begleitet war, und das hat in euch eine Saite zum Schwingen gebracht, ihr habt gehorcht. …

Wir sind hier also versammelt, um zu helfen, und zwar wobei? Bei der Vertretung unserer persönlichen Interessen? Nein. Um Reichtum anzuhäufen? Nein. Um die guten Dinge des Lebens zu besitzen und uns daran zu ergötzen? Nein, sondern um den Willen Gottes zu tun und uns, unsere Talente und Fähigkeiten, unsere Intel- ligenz und unseren Einfluss auf jede mögliche Weise dafür einzusetzen, die Absichten Jahwes zu verwirklichen und mitzuhelfen, dass auf der Erde Friede und Rechtschaffenheit aufgerichtet werden.

Dafür sind wir meines Erachtens hier und nicht dafür, dass wir uns um unsere eigenen Belange kümmern und Gott und sein Reich sich selbst überlassen. Wir sind alle am großen Werk Gottes in den Letzten Tagen interessiert und wir sollten alle darin mitarbeiten.5

Ich wurde ordnungsgemäß und mit Vollmacht zum Ältesten ordiniert, und ich ging aus, um dieses Evangelium zu verkünden. Andere Älteste gingen wie ich hinaus, um zivilisierten Ländern diese Lehre und die damit verbundenen Verheißungen zu verkünden. Manche von ihnen waren nicht sehr gebildet; manche waren kaum zur Schule gegangen. Die Ältesten, die wir aussenden, sind eine ganz besondere Sorte Menschen. Manchmal ist ein Missionar Kaufmann, manchmal Gesetzgeber, Schmied, Lehmziegelmacher, Gipser, Bauer oder einfacher Arbeiter, je nachdem. Aber alle unterstehen dem gleichen Einfluss und Geist, alle gehen als Missionare hinaus, um das Evangelium des Lichts, des Lebens und der Errettung zu verkünden. Sie haben die Schätze des ewigen Lebens erhalten und können andere daran teilhaben lassen; und immer gelten die gleichen Verheißungen.

Ihr, die ihr mich heute Nachmittag hört, sowie die vielen tausend anderen, die diese Grundsätze gehört haben – euch gelten diese Verheißungen; und als ihr dem Evangelium gefolgt seid, habt ihr diesen Geist erhalten, und ihr seid meine Zeugen dafür, dass das, was ich euch jetzt verkündige, wahr ist und dass der Geist und die Macht Gottes den begleiten, der dem Evangelium Folge leistet; ihr werdet es nicht leugnen. Die hier Anwesenden werden es nicht leugnen. Als ihr den Gesetzen Gottes gefolgt seid, als ihr seine Gebote gehalten und euch zur Vergebung eurer Sünden habt taufen lassen und als euch die Hände aufgelegt wurden, damit ihr den Heiligen Geist empfingt, da habt ihr ihn empfangen; und ihr seid lebendige Zeugen vor Gott. Das ist ein Geheimnis, das die Welt nicht begreift. … Wir besitzen die Grundsätze ewigen Lebens, wir wirken für die Ewigkeit; wir sind damit beschäftigt, das Zion Gottes aufzubauen, wo Rechtschaffenheit gelehrt werden kann und wo die Menschen sicher sein können, wo allen Menschen jeder Hautfarbe, jedes Glaubensbekenntnisses und jedes Landes die Freiheit verkündigt werden kann.6

Unsere Pflicht ist es, allen Menschen das Evangelium zu verkünden. … Und das tun wir trotz des Widerstands der Menschen und wir tun es im Namen Gottes. … Und wenn sie den Teufel mehr lieben als Gott, dann können sie das ruhig und dabei Unruhe und Kummer und Elend und Blutvergießen einheimsen. Denn Volk wird sich gegen Volk erheben, Land gegen Land, und Throne werden umgestoßen und Reiche in alle vier Winde zerstreut, und die Mächte der Erde werden überall erschüttert; und der Herr wird hervorkommen und die Völker richten; und wir tun gut daran, zu wissen, was wir tun, und, da wir ja bekennen, dass wir die Heiligen Gottes sind, keine Heuchler zu sein, sondern voll der Wahrheit und der Redlichkeit, und unsere Berufung groß zu machen und unseren Gott zu ehren.

Das erwartet Gott von uns. Und dann, dass wir Tempel bauen, und dann? Dass wir darin dienen. Dass wir den Ländern der Erde das Evangelium schicken. Dass wir die Menschen sammeln. Was dann? Noch mehr Tempel bauen. Was dann? Dass die Menschen darin dienen.7

Die Missionare lehren kraft von Gott verliehener Vollmacht ewige Wahrheit.

Es besteht ein sehr großer Unterschied zwischen unserer Art, das Evangelium zu verbreiten, und der Art, wie die Welt vorgeht. Viele dieser Menschen … wären nach allgemein verbreiteter Ansicht kaum dazu geeignet, das Evangelium zu verkünden; aber der große Unterschied zwischen uns und ihnen besteht darin, dass wir im Namen des Gottes Israels ausgehen, dass seine Macht, Weisheit und Intelligenz uns erhält, wenn wir die Grundsätze ewiger Wahrheit verkündigen, die er uns kundgetan hat; sie hingegen verkündigen das, was sie am College gelernt haben.

Unsere Ältesten gehen in Schwachheit hinaus. … Sie haben außer der grundlegenden Bildung, die von allen erwartet wird, keine Vorbereitung; aber sie lehren keine Worte, sondern Grundsätze. Und sie mögen zwar ordentlich zittern, wenn sie vor Zuhörern stehen, die in den Gesetzen Gottes gebildet sind, und im Ausdruck ein bisschen verschämt, aber wenn sie hinausgehen und vor den Gemeinden der Welt stehen, geht der Geist Gottes mit ihnen; ja, der Herr unterstützt sie und schenkt ihnen Weisheit, „so dass alle ihre Gegner nicht dagegen ankommen und nichts dagegen sagen können“ [siehe Lukas 21:15]. Diese Verheißung gilt den Dienern des Herrn, die ausgehen und auf ihn vertrauen.8

Diese jungen Männer sind genauso wie wir alle: Sie haben den Geist des Lebens, des Lichts und der Intelligenz empfangen, die Gabe des Heiligen Geistes, und sie sind die Boten des erhabenen Jahwe, die er ausgewählt, eingesetzt und ordiniert hat, damit sie hingehen und den Ländern der Erde seinen Willen verkündigen. Sie gehen nicht im eigenen Namen und nicht aus eigener Kraft hinaus, sondern im Namen und mit der Kraft und Macht des Gottes Israels.

Das ist ihre Position, und wenn sie an Gott festhalten und ihre Berufung groß machen, sich an die Grundsätze der Wahrheit halten und Versuchung und Verderbtheit aller Art meiden, ist die Macht Gottes mit ihnen und wird Gott ihnen den Mund öffnen und sie fähig machen, die Weisheit der Weisen zu beschämen, und sie werden Dinge sagen, die sie selbst und ihre Zuhörer erstaunen.

Diesen Brüdern würde ich sagen: Konzentriert euch ganz darauf, eure Mission zu erfüllen. Achtet nicht auf die Welt, achtet nicht auf Dollar und Cent, Pfund, Schilling und Pfennig. Haltet an Gott fest, lebt nach eurer Religion, macht eure Berufung groß, demütigt euch vor Gott, ruft ihn im Verborgenen an, dann bereitet er euch den Weg.9

Wir müssen uns geistig vorbereiten, um gute Missionare zu sein.

Ich würde denen, die auf Mission gehen, allerdings sagen, dass sie die Bibel, das Buch Mormon, das Buch Lehre und Bündnisse und alle unsere heiligen Schriften studieren sollen, damit sie sich mit den Grundsätzen unseres Glaubens vertraut machen. Ich würde auch den übrigen jungen Männern, die jetzt nicht auf Mission gehen, die aber wahrscheinlich irgendwann in der Zukunft gehen werden, sagen, dass dies für sie wichtiger ist, als sie es sich jetzt vorstellen können. Wir sollten uns von der Wahrheit stärken lassen. Wir sollten uns mit den Grundsätzen, Lehren und Verordnungen, die zur Kirche, zum Reich Gottes, gehören, vertraut machen.

Im Buch Lehre und Bündnisse wird uns geboten, nach Weisheit zu forschen wie nach verborgenen Schätzen, und zwar durch Lerneifer und durch Glauben; wir sollen uns mit der Geschichte und den Gesetzen des Landes, in dem wir leben, und der Länder der Erde vertraut machen [siehe LuB 88:78–80, 118]. Ich weiß, wenn die jungen Männer hier arbeiten, in den Cañon gehen, auf der Farm arbeiten, ins Theater gehen usw., dann beschäftigen sie sich nicht so viel mit diesen Dingen, aber wenn sie dazu berufen werden, selbst auf der Bühne eine Rolle zu spielen, werden viele von ihnen sich wünschen, sie hätten der Unterweisung, die sie erhalten haben, mehr Beachtung geschenkt und sich mehr in die Bibel, in das Buch Mormon und in das Buch Lehre und Bündnisse vertieft.10

Wir wünschen uns solche Menschen als Verkündiger der Evangeliumsbotschaft, die an Gott glauben, die an ihre Religion glauben, die das Priestertum ehren, Menschen, denen diejenigen, die sie kennen, vertrauen, und denen Gott vertraut. … Wir wünschen uns Menschen, die vom Heiligen Geist und von der Macht Gottes erfüllt sind. … Menschen, die den Völkern die Worte des Lebens bringen, sollten voll Ehre, Redlichkeit, Tugend und Reinheit sein; und da Gott dies uns allen geboten hat, werden wir uns bemühen, es auch auszuführen.11

Wir müssen Glauben und Mut haben, um unsere missionarische Pflicht zu erfüllen.

Auf die Völker der Erde kommt eine schreckliche Zeit zu, … schlimmer als alles, was die Menschen sich je ausgemalt haben – Krieg, Blutvergießen, Verwüstung, Trauer und Elend, Pestilenz, Hungersnot, Erdbeben, alle Katastrophen, von denen die Propheten gesprochen haben, werden sicher eintreten. … Und wir Heiligen der Letzten Tage müssen wissen, welche Rolle wir spielen. …

Es gibt manches, das es den Männern äußerst schwer macht, eine Mission zu erfüllen, wie sie sie früher erfüllt haben, ob wegen dem Alter, wegen Krankheit oder wegen den Umständen. Aber ich schäme mich häufig, wenn ich sehe, wie viele in diesen Kollegien, von denen ich spreche, sich verhalten, wenn sie auf Mission berufen werden. Der eine hat diese Ausrede, der andere die, und so geht es weiter. Vor gut zwanzig Jahren war es leichter, zwei-, dreihundert Männer zusammen zu bekommen als heute, da wir in Israel diese Tausende haben. Wie erklärt ihr euch das? Zum Teil liegt es an der vorherrschenden Gleichgültigkeit.12

Es gibt reichlich fähige Männer, die, wenn sie nur ein bisschen mehr Glauben an Gott hätten und sich des Unheils bewusst wären, das über die Erde kommen wird, ebenso der Verantwortung, die ihnen mit dem Priestertum Gottes übertragen worden ist, bereit wären, alle Schranken niederzureißen und zu sagen: Hier bin ich, sende mich; ich möchte der Menschheit von Nutzen sein. Wenn Jesus käme, um diejenigen, die sich verirrt haben, zu suchen und sie zu erretten, möchte ich von diesem Geist erfüllt sein.13

Ich selbst bin schon hunderttausende Meilen gereist, um das Evangelium zu verkünden; ohne Beutel oder Tasche, im Vertrauen auf den Herrn. Hat er mich je verlassen? Nein, niemals. Es wurde immer für mich gesorgt, wofür ich Gott, meinen himmlischen Vater, lobpreise. Ich habe mich für sein Werk engagiert, und er sagte mir, dass er mich dabei unterstützen werde. Dieses Versprechen hat er gehalten, und wenn ich meins nicht gehalten habe, hoffe ich, dass er mir vergibt und mir hilft, es besser zu machen. Aber der Herr ist treu, und es hat mir nie an Essen und Trinken und Kleidung gemangelt, und ich hatte immer genug Geld, um dorthin zu reisen, wohin ich wollte.14

Ich vertraue denen, die hier aufstehen und ihre Schwäche und Unfähigkeit spüren, viel mehr als denen, die meinen, sie wären gut informiert und könnten alles lehren. Warum? Wenn jemand sich selbst vertraut, dann vertraut er einem geknickten Schilfrohr; wenn er aber dem Herrn vertraut, kann ihm nichts fehlschlagen. … Der Herr steht über allem, er wacht über sein Volk, und wenn diese Brüder weiterhin Gott vertrauen, … ruht sein Geist auf ihnen, erleuchtet er ihnen den Verstand, erweitert er ihre Fähigkeiten und schenkt er ihnen Weisheit und Intelligenz, wenn sie sie brauchen. Sie brauchen die Weisheit der Welt nicht zu fürchten, denn es gibt in der Welt keine Weisheit, die der Weisheit gleicht, die der Herr seinen Heiligen schenkt; solange diese Brüder sich von Bösem fernhalten, nach ihrer Religion leben und am Herrn festhalten, indem sie seine Gebote befolgen, gibt es bezüglich der Folgen nichts zu befürchten, und das gilt für alle Heiligen ebenso wie für diese Brüder.15

Was auch immer die [Missionare] empfinden, sie gehen als Engel der Barmherzigkeit hinaus und verbreiten den kostbaren Samen des Evangeliums; sie werden viele aus der Finsternis heraus zum Licht führen, von Irrtum und Aberglauben zu Leben, Licht, Wahrheit und Intelligenz und letztlich zur Erhöhung im celestialen Reich unseres Gottes.

Wenn diese Brüder hinausgehen, ist die Arbeit ihnen vielleicht völlig neu. Sie müssen sich mit jahrhundertealten Irrtümern auseinandersetzen, gegen die Vorurteile ankämpfen, die ja, nach ihrer eigenen Aussage, auch sie mächtig im Griff hatten; sie werden Menschen predigen und mit ihnen diskutieren, die für die Wahrheit nichts übrig haben und noch weniger für die Religion, die wir angenommen haben; aber diese Ältesten werden als Boten des Herrn Jesus Christus ausgesandt. Sie gehen hinaus, um zu verkündigen, dass Gott sein Werk auf der Erde aufgerichtet hat, dass er aus den Himmeln gesprochen hat und dass sich die Visionen des Allmächtigen unserem Blick kundgetan haben; das ewige Licht offenbart sich den Dienern des Allerhöchsten, die Finsternis, die die Welt seit Jahrhunderten umhüllte, wird vertrieben, und die erwählten Ältesten Israels werden ausgesandt, den in finsterer Nacht lebenden Völkern der Erde die frohe Kunde von der Errettung zu verkündigen. … Sie gehen hinaus, und sie werden voll Freude zurückkommen und kost- bare Garben mitbringen und den Namen des Gottes Israels preisen, weil sie dabei mitwirken durften, diese Generation zu warnen.16

Millennial Star in Liverpool

Büro des Millennial Star in Liverpool, um 1885. Schon früh während seines geistlichen Wirkens diente John Taylor auf den Britischen Inseln als Missionar und nutzte dort seine schriftstellerische Gabe und sein Redetalent dazu, das Werk des Herrn voranzubringen.

Anregungen für Studium und Diskussion

  1. Inwiefern hilft die Missionsarbeit, die Absichten des Herrn zu verwirklichen? Welche missionarischen Pflichten haben Sie gemäß dem Plan des Herrn als jemand, der das Evangelium angenommen hat?

  2. Warum schickt die Kirche junge, unerfahrene Menschen als Vollzeitmissionare aus?

  3. Warum ist der Glaube an den Herrn die Grundlage für die Missionsarbeit?

  4. Wie wirkt sich unsere Vorbereitung und unsere Würdigkeit darauf aus, ob wir dem Herrn wirkungsvoll dienen können?

  5. Welche weiteren Möglichkeiten, außer eine Vollzeitmission zu erfüllen, haben wir, anderen vom Evangelium zu erzählen?

  6. Welche Gründe führen Mitglieder dafür an, dass sie sich nicht an der Missionsarbeit beteiligen? Was können Sie tun, um bei sich solche Hindernisse aus dem Weg zu räumen?

  7. Wie haben Sie schon erlebt, dass der Herr diejenigen, die Zeit, Talente, Energie und Mittel einsetzen, um das Evangelium zu verbreiten, segnet?

Einschlägige Schriftstellen: Alma 26:5–7; 3 Nephi 20:29–31; LuB 1:18–23; 4:1–7; 75:2–5; 133:7–9

Quellenangaben anzeigen

    Fußnoten

  1.   1.

    The Gospel Kingdom, Hg. G. Homer Durham (1943), 238.

  2.   2.

    Siehe B. H. Roberts, The Life of John Taylor (1963), 69–71.

  3.   3.

    Deseret News: Semi-Weekly, 9. Mai 1876, 1; Absatzeinteilung geändert.

  4.   4.

    Deseret News: Semi-Weekly, 4. Oktober 1881, 1.

  5.   5.

    Deseret News: Semi-Weekly, 9. Mai 1876, 1.

  6.   6.

    Deseret News: Semi-Weekly, 18. April 1882, 1; Absatzeinteilung geändert.

  7.   7.

    The Gospel Kingdom, 234f.; Absatzeinteilung geändert.

  8.   8.

    Deseret News: Semi-Weekly, 15. Juni 1867, 2.

  9.   9.

    Deseret News (Weekly), 19. Juni 1867, 194.

  10.   10.

    Deseret News: Semi-Weekly, 15. Juni 1867, 2. Anmerkung: Zur Zeit dieser Aussage war die Köstliche Perle noch nicht kanonisiert; sie wurde erst 1880 Bestandteil der heiligen Schriften der Kirche.

  11.   11.

    Deseret News: Semi-Weekly, 15. März 1881, 1.

  12.   12.

    The Gospel Kingdom, 237.

  13.   13.

    Deseret News: Semi-Weekly, 24. September 1878, 1.

  14.   14.

    The Gospel Kingdom, 234.

  15.   15.

    Deseret News: Semi-Weekly, 15. Juni 1867, 2; Absatzeinteilung geändert.

  16.   16.

    The Gospel Kingdom, 238f.