Kapitel 13

Die kostbaren Segnungen im Haus des Herrn

Lehren der Präsidenten der Kirche: Ezra Taft Benson


Im Tempel erlangen wir die größten Segnungen Gottes in Bezug auf das ewige Leben. Der Tempel ist fürwahr die Pforte zum Himmel.

Aus dem Leben von Ezra Taft Benson

Ich bin dem Herrn dankbar, dass meine Erinnerungen an den Tempel ganz weit zurückreichen. Damals war ich noch ein kleiner Junge“, so Präsident Ezra Taft Benson. „Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich als kleiner Junge vom Feld nach Hause kam und auf das alte Farmhaus in Whitney in Idaho zuging. Ich konnte hören, wie meine Mutter sang: ‚Hab ich Gutes am heutigen Tag getan?‘ (Gesangbuch, Nr. 150.)

Ich kann sie noch vor mir sehen, wie sie sich über das Bügelbrett beugte. Auf dem Boden lagen Zeitungen. Sie bügelte lange, weiße Stoffstreifen. Auf ihrer Stirn hatte sie Schweißperlen. Als ich sie fragte, was sie da tue, sagte sie: ‚Das ist Tempelkleidung, mein Sohn. Dein Vater und ich gehen in den Tempel.‘ … 

Dann stellte sie das alte Plätteisen auf den Herd, zog sich einen Stuhl zu meinem heran und erzählte mir von der Tempelarbeit – wie wichtig es sei, in den Tempel gehen zu dürfen und an den heiligen Handlungen teilzunehmen, die dort vollzogen werden. Außerdem sagte sie, dass sie inständig hoffe, dass ihre Kinder und Enkel und Urenkel einst an diesen kostbaren Segnungen teilhaben könnten.

Diese wunderbaren Erinnerungen an den Geist der Tempelarbeit waren ein Segen in unserem Zuhause auf der Farm. … Diese Erinnerungen kehrten wieder zurück, als ich jedes unserer Kinder und Enkel – den Enkeln und Urenkeln meiner Mutter – unter dem Einfluss des Geistes im Haus des Herrn an einen Ehepartner siegelte.

Diese Erinnerungen sind mir höchst kostbar.“1

Lehren von Ezra Taft Benson

1

Tempel sind ein Symbol für alles, was uns lieb und teuer ist

Der Tempel ist der Ort, der auf dieser vergänglichen Erde dem Himmel am nächsten ist.2

Der Tempel wird allen Menschen in [der] Umgebung ein Licht sein, ein Symbol für alles, was uns lieb und teuer ist.3

Der Tempel erinnert uns ständig daran, dass Gott vorgesehen hat, dass die Familie ewig besteht.4

Der Tempel ist ein beständiges, sichtbares Zeichen dafür, dass Gott den Menschen nicht im Dunkeln tappen lässt. Er ist ein Ort der Offenbarung. Obgleich wir in einer gefallenen Welt – einer schlechten Welt – leben, werden heilige Stätten abgesondert und geweiht, damit würdige Männer und Frauen die Ordnung des Himmels lernen und Gottes Willen befolgen können.5

Der Tempel ist ein feststehendes Zeugnis dafür, dass die Macht Gottes den Mächten des Bösen in unserer Mitte Einhalt gebieten kann. Viele Eltern innerhalb und außerhalb der Kirche machen sich Gedanken, wie sie ihre Familie gegen die riesige Lawine der Schlechtigkeit schützen können, die christliche Grundsätze regelrecht zu überrollen droht. Ich stimme Präsident Harold B. Lee zu, der während des Zweiten Weltkriegs sagte: „Wir sprechen dieser Tage über Sicherheit, und dennoch verstehen wir nicht, dass … wir den heiligen Tempel haben. Dort finden wir Symbole, durch die eine Macht entstehen kann, die diese Nation vor der Zerstörung retten kann.“6

Bei einer Feier im Hilton-Hotel in Beverly Hills in Los Angeles wurde ich einmal vom Präsidenten der Vereinigten Staaten gebeten – ich war damals Landwirtschaftsminister –, den Präsidenten einer jungen Republik zu begrüßen. Er war Präsident von 88 Millionen Menschen, die auf 3000 Inseln über 1600 Kilometer verstreut lebten. Das Land gab es erst seit ein paar Jahren. Bei diesem Abendessen, das vornehmlich von der Filmindustrie bezahlt wurde und bei dem viele berühmte Schauspieler anwesend waren, konnte ich aus dem Fenster wunderbar auf die Bucht blicken. Ein Stück die Straße hinunter konnte ich auf einer Anhöhe unseren herrlichen, matt angestrahlten Los-Angeles-Tempel sehen, und es war mir eine Freude, meine Gäste und Freunde an unserem Tisch und anderen Tischen darauf hinzuweisen. Als wir da so saßen, dachte ich: „Vieles, von dem, was heute Abend hier los ist, ist nichts als seichte Unterhaltung. Das, was von Dauer, was echt, was wichtig ist, finden wir im Tempel Gottes.“7

Der Los-Angeles-Kalifornien-Tempel

Möge der Tempel uns stets daran erinnern, dass das Leben ewig ist und dass die Bündnisse, die wir während des Erdenlebens schließen, für immer Bestand haben können.8

2

Wir brauchen die heiligen Handlungen und Bündnisse des Tempels, um in die Fülle des Priestertums einzutreten und uns darauf vorzubereiten, wieder in die Gegenwart Gottes zu gelangen

Als der Vater im Himmel Adam und Eva auf die Erde brachte, tat er das mit der Absicht, sie zu lehren, wie sie seine Gegenwart zurückgewinnen konnten. Er verhieß ihnen einen Erlöser, der sie aus ihrem gefallenen Zustand erlösen sollte. Er gab ihnen den Erlösungsplan und gebot ihnen, ihre Kinder Glauben an Jesus Christus und Umkehr zu lehren. Außerdem wurde Adam und seiner Nachkommenschaft von Gott geboten, sich taufen zu lassen, den Heiligen Geist zu empfangen und in die Ordnung des Sohnes Gottes einzutreten.

In die Ordnung des Sohnes Gottes einzutreten ist dasselbe, wie heute in die Fülle des Melchisedekischen Priestertums einzutreten, welche nur im Haus des Herrn empfangen werden kann.

Weil Adam und Eva diese Bedingungen erfüllten, sagte Gott zu ihnen: „Du bist nach der Ordnung dessen, der ohne Anfang der Tage oder Ende der Jahre ist, von aller Ewigkeit bis in alle Ewigkeit.“ (Mose 6:67.)

Drei Jahre vor Adams Tod ereignete sich etwas Besonderes. Er nahm seinen Sohn Set, seinen Enkel Enos und weitere Hohe Priester aus seiner direkten Abstammungslinie sowie andere rechtschaffene Nachfahren mit in das Tal Adam-ondi-Ahman. Dort sprach er diesen rechtschaffenen Nachkommen seinen letzten Segen aus.

Dann erschien ihnen der Herr (siehe LuB 107:53-56). …

Wie brachte Adam seine Nachkommen in die Gegenwart des Herrn zurück?

Die Antwort: Adam und seine Nachkommen traten in die Ordnung des Priestertums Gottes ein. Heute würden wir sagen, dass sie zum Haus des Herrn gingen und dort ihre Segnungen empfingen.

Die Ordnung des Priestertums, von der in den heiligen Schriften die Rede ist, wird manchmal auch als die patriarchalische Ordnung bezeichnet, weil sie vom Vater auf den Sohn übergegangen ist. Diese Ordnung wird in neuzeitlicher Offenbarung aber auch als eine Ordnung beschrieben, nach der die Familie regiert wird und bei der Mann und Frau mit Gott einen Bund eingehen – genau wie Adam und Eva –, nämlich sich für die Ewigkeit siegeln zu lassen, Nachkommen zu haben und ihr irdisches Leben lang den Willen Gottes zu tun und sein Werk auszuführen.

Wenn ein Ehepaar seinen Bündnissen treu bleibt, hat es ein Anrecht darauf, in den höchsten Grad der Herrlichkeit des celestialen Reiches einzugehen. Diese Bündnisse kann man heutzutage nur im Haus des Herrn eingehen.

Adam hielt sich an diese Ordnung und brachte seine Nachkommenschaft in die Gegenwart Gottes. …

In diese Ordnung des Priestertums können wir nur eintreten, wenn wir alle Gebote Gottes halten und nach den Segnungen der Väter trachten wie einst Abraham [siehe Abraham 1:1-3], indem wir in das Haus unseres Vaters gehen. Man kann sie an keinem anderen Ort auf Erden empfangen. …

Gehen Sie in den Tempel – in das Haus unseres Vaters –, um die Segnungen Ihrer Väter zu empfangen, damit Sie ein Anrecht auf die höchsten Segnungen des Priestertums erhalten. „Denn ohne dies kann kein Mensch das Angesicht Gottes, nämlich des Vaters, sehen und leben.“ (LuB 84:22.)

Das Haus unseres Vaters ist ein Haus der Ordnung. Wir gehen in sein Haus, um in diese Ordnung des Priestertums einzutreten, durch die wir ein Anrecht auf alles, was der Vater hat, erhalten, sofern wir treu sind.9

3

Durch die heiligen Handlungen und Bündnisse des Tempels können wir Schutz und die größten Segnungen Gottes in Bezug auf das ewige Leben empfangen

Die Segnungen, die wir im Haus des Herrn erhalten, sind ewig. Sie sind von größter Bedeutung für uns, denn im Tempel erlangen wir die größten Segnungen Gottes in Bezug auf das ewige Leben. Der Tempel ist fürwahr die Pforte zum Himmel.10

Der Herr möchte, dass jeder Mann und jede Frau in der Kirche die heiligen Handlungen des Tempels empfangen. Damit ist gemeint, dass sie das Endowment empfangen, und dass alle Ehepaare für die Ewigkeit aneinander gesiegelt werden. Diese heiligen Handlungen sind ein Schutz und Segen für ihre Ehe. Ihre Kinder sind dadurch gesegnet, dass sie im Bund geboren sind. Die Kinder, die im Bund geboren wurden, haben ein Anrecht auf einen Erstgeburtssegen, der ihnen Eltern in der Ewigkeit garantiert, ganz gleich, was mit den Eltern geschieht, solange die Kinder der Segnungen würdig bleiben.11

Erscheint es ihnen nicht bedeutsam, dass die Heiligen heutzutage in alle Welt verstreut sind und dass sie – verstreut wie sie sind – Tempel bekommen? Durch die heiligen Handlungen, die sie an heiligen Stätten empfangen, werden sie in hohem Maße mit Rechtschaffenheit ausgerüstet und mit der Macht Gottes ausgestattet.12

Mit den heiligen Handlungen des Himmels geht Macht einher, nämlich die Macht des Göttlichen. Diese Macht kann und wird den Kräften des Bösen Einhalt gebieten, sofern wir dieser heiligen Segnungen würdig sind. [Unsere] Gesellschaft wird beschützt, unsere Familie wird beschützt, unsere Kinder werden beschützt, wenn wir das Evangelium leben, in den Tempel gehen und dem Herrn nahe sind. … Gott segne uns Heilige, dass wir der Bündnisse und heiligen Handlungen würdig sein mögen, die an diesem heiligen Ort vollzogen werden.13

Die Tempelzeremonie wurde uns von einem weisen Vater im Himmel gegeben, damit sie uns hilft, mehr so zu werden wie Christus.14

Wir können nicht in der Gegenwart celestialer Wesen leben, wenn wir nicht rein und heilig sind. Die Gesetze und Verordnungen, die Männer und Frauen dazu veranlassen, die Welt hinter sich zu lassen und sich zu heiligen, empfängt man nur an diesen heiligen Stätten. Sie wurden durch Offenbarung gegeben, und man begreift sie durch Offenbarung. Deshalb hat einer der führenden Brüder den Tempel als „Universität des Herrn“ bezeichnet.15

Kein Mitglied kann ohne die heiligen Handlungen des Tempels vollkommen gemacht werden. Wir haben die Aufgabe, denjenigen, die diese Segnungen noch nicht haben, zu helfen, dass sie diese empfangen.16

4

Wir dürfen unseren Vorfahren die Tore der Erlösung öffnen

Tempel werden gebaut und geweiht, damit Eltern durch das Priestertum an ihre Kinder gesiegelt werden können und Kinder an ihre Eltern. Diese Siegelungen betreffen sowohl die Lebenden als auch die Verstorbenen. Wenn wir nicht an unsere Ahnen und unsere Nachfahren gesiegelt werden, wird der Zweck dieser Erde, nämlich die Erhöhung des Menschen, gänzlich zunichte gemacht, soweit es uns betrifft.17

Um sich ihre Erhöhung auf Grundlage ihrer Glaubenstreue zu sichern, reicht es für Mann und Frau nicht aus, dass sie im Tempel aneinander gesiegelt werden. Sie müssen auch auf ewig mit ihren Ahnen verbunden werden und dafür sorgen, dass die Arbeit für ihre Vorfahren verrichtet wird. Der Apostel Paulus hat gesagt: „Sie [können] nicht ohne uns vollkommen gemacht werden …, und auch wir können ohne unsere Toten nicht vollkommen gemacht werden.“ (LuB 128:15.) Unsere Mitglieder müssen daher verstehen, dass sie selbst dafür verantwortlich sind, dass sie mit ihren Ahnen – oder, wie es in den heiligen Schriften heißt, mit unseren „Vätern“ – verbunden werden. Das ist die Bedeutung des zweiten Verses in Abschnitt 2 des Buches Lehre und Bündnisse, wo Moroni erklärt, dass Elija „die Verheißungen, die den Vätern gemacht worden sind, den Kindern ins Herz pflanzen [wird], und das Herz der Kinder wird sich ihren Vätern zuwenden“.18

Wenn ich an Genealogie denke, sehe ich Menschen vor mir – Menschen, die ich liebe und die darauf warten, dass unsere Familie, ihre Nachkommenschaft, ihnen hilft, Erhöhung im celestialen Reich zu erlangen.19

Wir haben den Vorzug, den Seelen, die vielleicht in der Geisterwelt in Finsternis gefangen sind, die Tore der Erlösung zu öffnen, damit sie das Licht des Evangeliums empfangen und so gerichtet werden wie wir. Ja, „die Werke, die ich vollbringe“ – nämlich die errettenden heiligen Handlungen des Evangeliums anderen zu ermöglichen –, sollen wir „auch vollbringen“ [Johannes 14:12]. Wie viele Tausende unserer Verwandten warten noch auf diese siegelnden heiligen Handlungen?

Wir müssen uns fragen: „Habe ich als Einzelner auf dieser Seite des Schleiers alles getan? Werde ich ihnen – meinen eigenen Vorfahren – ein Erretter sein?“

Ohne sie können wir nicht vollkommen gemacht werden. Die Erhöhung ist eine Familienangelegenheit.20

Der Schleier ist sehr dünn. Wir leben in der Ewigkeit. Alles ist bei Gott wie ein einziger Tag. Ich glaube, für den Herrn gibt es keinen Schleier. Es ist alles ein großes Ganzes. Ich bin mir sicher, dass im Himmel gejubelt wird, wenn wir [im Tempel] zusammenkommen. Unsere Vorfahren freuen sich, und ich hoffe, und bete, dass wir die Gelegenheit nutzen, dass wir jetzt regelmäßig in den Tempel gehen können.21

Diejenigen unter Ihnen, die an ihrem Stammbaum gearbeitet haben, die erkannt haben, wie wichtig diese Arbeit ist, und verspürt haben, welche Freude damit einhergeht, Familien zusammenzuführen und von unserer edlen Abstammung zu erfahren, müssen ihre Begeisterung an andere weitergeben. Helfen Sie ihnen, die Freude und Erfüllung zu erkennen, die Sie in dieser Arbeit sehen. Wir müssen noch mehr unserer Mitglieder zu diesen Werk bekehren. Es gibt viel zu tun. Das wissen Sie alle. Und doch gibt es sehr viele Mitglieder, die diese Arbeit verrichten könnten und Freude daran haben würden, wenn einige von uns – Sie alle – durch Ihre Begeisterung, Ihr Beispiel und Ihre Hingabe in ihnen diesen Funken entzündeten.22

5

Kinder und Jugendliche müssen von den Segnungen, die sie im Tempel erwarten, erfahren

Der Tempel ist ein heiliger Ort, und die Verordnungen des Tempels sind heiliger Natur. Weil das so ist, scheuen wir uns manchmal davor, unseren Kindern und Enkeln überhaupt etwas über den Tempel zu erzählen.

Folglich entwickeln viele nicht wirklich den Wunsch, in den Tempel zu gehen, oder gehen dorthin, sind aber nicht besonders gut auf die Verpflichtungen und Bündnisse vorbereitet, die sie eingehen.

Ich glaube, dass ein fundiertes Hintergrundwissen immens dazu beitragen kann, unsere Jugendlichen auf den Tempel vorzubereiten. Ich glaube, dieses Wissen wird in ihnen den Wunsch nach den Segnungen des Priestertums wachsen lassen wie einst bei Abraham [siehe Abraham 1:1-4].23

Wenn Ihre Kinder Sie fragen, wieso wir im Tempel heiraten, erklären Sie ihnen doch, dass der Tempel der einzige Ort auf Erden ist, wo bestimmte heilige Handlungen vollzogen werden. Erzählen Sie Ihren Kindern auch, was Sie empfunden haben, als Sie gemeinsam am heiligen Altar gekniet und Bündnisse auf sich genommen haben, die es möglich machen, dass sie für immer an Sie gesiegelt sind.24

„Möge Gott uns helfen, unsere Kinder und Enkelkinder zu lehren, welch große Segnungen sie erwarten, wenn sie in den Tempel gehen.“

Mütter und Väter können wunderbar auf den Tempel zeigen und ihren Kindern sagen: „Dort wurden wir für die Ewigkeit aneinander getraut.“ Wenn Sie das tun, wird den Kindern schon in ganz jungen Jahren ins Herz gepflanzt, dass eine Tempelehe das Erstrebenswerteste ist.25

Wir sollten unsere Kinder an unserer Liebe für unsere Vorfahren teilhaben lassen und daran, wie dankbar wir sind, diesen zu helfen, die errettenden heiligen Handlungen zu empfangen. Meine Eltern haben das bei mir so gemacht. Wenn wir das tun, werden uns Wertschätzung und Zuneigung in der Familie enger zusammenschweißen.26

Ich glaube, dass die Jugend nicht nur willens und fähig ist, genealogische Forschung zu betreiben, sondern auch ein gutes Werkzeug, um dem ganzen Programm Leben einzuhauchen.27

Möge Gott uns helfen, unsere Kinder und Enkelkinder zu lehren, welch große Segnungen sie erwarten, wenn sie in den Tempel gehen.28

6

Wenn wir öfter in den Tempel gehen, erhalten wir vermehrt persönliche Offenbarung

Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, immer, wenn ich eine Eheschließung vollziehe, dem jungen Paar ans Herz zu legen, so bald wie möglich in den Tempel zurückzukehren und als Mann und Frau noch einmal durch den Tempel zu gehen. Es ist unmöglich, dass man die Bedeutung des heiligen Endowments und der Siegelungen bei nur einem Besuch im Tempel ganz erfasst. Wenn man aber immer wieder zum Tempel kommt, verinnerlicht man die Schönheit, die Bedeutung und die Wichtigkeit des Ganzen immer mehr. Später bekam ich Briefe von einigen dieser jungen Paare, in denen Sie mir dafür dankten, dass ich das besonders betonte hatte. Durch ihre wiederholten Tempelbesuche wächst in aller Regel ihre Liebe zueinander und ihre Ehe wird gestärkt.29

Im Laufe der Zeit erhalten wir durch unsere Tempelbesuche Erkenntnis in Hinblick darauf, welche Bedeutung die ewige Reise des Menschen hat. Wir sehen die wunderschöne, beeindruckende Symbolik der wichtigsten Ereignisse – ob vergangen, gegenwärtig oder zukünftig –, die die Stellung des Menschen in Beziehung zu Gott verdeutlicht. Wir werden an unsere Verpflichtungen erinnert, während wir feierliche Bündnisse in Hinblick auf Gehorsam, Opferbereitschaft und hingebungsvollen Dienst gegenüber dem Vater im Himmel schließen.30

Ich verheiße Ihnen, dass Sie, wenn Sie öfter in den Tempel unseres Gottes gehen, vermehrt persönliche Offenbarung empfangen, die Ihnen zum Segen gereichen wird, so wie Ihre Arbeit den Verstorbenen zum Segen gereicht.31

Durch den Frieden dieser wunderbaren Tempel finden wir manchmal Lösungen für die ernsten Probleme des Lebens. Unter dem Einfluss des Geistes strömt uns dort manchmal reine Erkenntnis zu. Der Tempel ist ein Ort für persönliche Offenbarung. Wenn mir etwas sehr zu schaffen macht, gehe ich mit einem Gebet im Herzen dorthin, um eine Lösung zu finden. Die Antwort ergeht dann auf klare und unmissverständliche Weise.32

Kehren wir oft zum Tempel zurück, um für uns die Segnungen zu empfangen, die uns durch regelmäßige Gottesverehrung im Tempel zuteilwerden? Im heiligen Tempel des Herrn erhalten wir Antwort auf unsere Gebete und Offenbarung und werden durch den Geist belehrt.33

Mögen wir den Tempel zu einem heiligen Zuhause für uns machen, während wir von unserem ewigen Zuhause entfernt sind.34

Anregungen für Studium und Unterricht

Fragen

  • Präsident Benson hat gesagt, dass der Tempel ein Symbol für alles sei, was uns lieb und teuer ist, und er führte einige Wahrheiten an, für die der Tempel steht (siehe Abschnitt 1). Wofür steht der Tempel aus Ihrer Sicht?

  • Inwiefern trifft das, was Präsident Benson in Abschnitt 2 in Hinblick auf die Segnungen des Priestertums gesagt hat, auf alle Familienmitglieder zu? Schauen Sie sich diesen Abschnitt noch einmal an und denken Sie darüber nach, welcher Vorzug es ist und welche Aufgabe Ihnen dabei zukommt, Ihre Familie auf die Rückkehr in die Gegenwart Gottes vorzubereiten.

  • Lesen Sie Abschnitt 3 und denken Sie dabei über die Segnungen nach, die wir Präsident Benson zufolge durch die heiligen Handlungen des Tempels empfangen. Wie sind Sie durch die heiligen Handlungen des Tempels gesegnet worden? Wenn Sie die heiligen Handlungen des Tempels noch nicht empfangen haben, denken Sie darüber nach, wie Sie sich dafür bereit machen können.

  • Präsident Benson hat gesagt: „Wenn ich an Genealogie denke, sehe ich Menschen vor mir – Menschen, die ich liebe.“ (Abschnitt 4.) Wie könnte sich diese Feststellung auf Ihre Herangehensweise an die Familienforschung auswirken? Was können wir tun, damit noch mehr unserer Vorfahren die Segnungen des Evangeliums empfangen?

  • Was können wir konkret tun, um Kindern und Jugendlichen zu helfen, sich auf die heiligen Handlungen und Bündnisse des Tempels vorzubereiten? Inwiefern können die Jugendlichen der ganzen Familienforschung Leben einhauchen? (Siehe Abschnitt 5.)

  • Präsident Benson hat uns aufgefordert, den Tempel zu einem heiligen Zuhause für uns zu machen, während wir von unserem ewigen Zuhause entfernt sind (siehe Abschnitt 6). Wie verstehen Sie diese Aussage? Denken Sie über Segnungen nach, die Sie empfangen haben, weil Sie in den Tempel zurückgekehrt sind.

Einschlägige Schriftstellen

Jesaja 2:1-3; LuB 97:15,16; 109:8-23; 124:39-41; 138:32-34

Unterrichtshilfe

„Oft finden Sie in einer Lektion mehr Lehrstoff, als Sie in der vorgegebenen Zeit durchnehmen können. Suchen Sie in diesem Fall jene Themenbereiche aus, die Ihren Schülern am meisten helfen.“ (Lehren, die größte Berufung, Seite 98.)

Quellenangaben anzeigen

Anmerkungen

  1. „What I Hope You Will Teach Your Children about the Temple“, Ensign, August 1985, Seite 8

  2. The Teachings of Ezra Taft Benson, 1988, Seite 260

  3. The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 256

  4. „What I Hope You Will Teach Your Children about the Temple“, Seite 6

  5. The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 252

  6. The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 256; das Zitat von Harold B. Lee stammt aus der Frühjahrs-Generalkonferenz 1942

  7. God, Family, Country: Our Three Great Loyalties, 1974, Seite 85

  8. The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 256

  9. „What I Hope You Will Teach Your Children about the Temple“, Seite 8ff.

  10. The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 255

  11. The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 259

  12. The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 255f.

  13. The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 256

  14. The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 250

  15. The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 252; siehe auch ElRay L. Christiansen, Frühjahrs-Generalkonferenz 1968

  16. The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 252

  17. The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 248

  18. The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 248f.

  19. The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 164

  20. Come unto Christ, 1983, Seite 126

  21. The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 253

  22. The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 162

  23. „What I Hope You Will Teach Your Children about the Temple“, Seite 8

  24. The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 258

  25. „What I Hope You Will Teach Your Children about the Temple“, Seite 6, 8

  26. Come unto Christ through Temple Ordinances and Covenants, Broschüre, 1987, Seite 2

  27. The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 163

  28. „What I Hope You Will Teach Your Children about the Temple“, Seite 10

  29. God, Family, Country, Seite 183

  30. The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 251

  31. „The Book of Mormon and the Doctrine and Covenants“, Ensign, Mai 1987, Seite 85

  32. „What I Hope You Will Teach Your Children about the Temple“, Seite 8

  33. „Come unto Christ, and Be Perfected in Him“, Ensign, Mai 1988, Seite 85

  34. The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 256