Kapitel 14: Ehe und Familie – von Gott verordnet

Lehren der Präsidenten der Kirche: Ezra Taft Benson, (2014), 179–90


Die Familie ist eine der stärksten Festungen Gottes gegen die Übel unserer Zeit. Helfen Sie Ihrer Familie, stark und einander nah zu bleiben und der Segnungen des himmlischen Vaters würdig zu sein.

Aus dem Leben von Ezra Taft Benson

Für Ezra und Flora Benson kam ihr Zuhause und ihre Familie seit Beginn ihrer Ehe an erster Stelle. Als ihre Kinder noch klein waren, begannen sie deutlich zu machen, dass in ihrer Familie in der Ewigkeit kein „Platz frei bleiben“ solle1. Als Führer der Kirche betonte Präsident Benson diese Botschaft ebenfalls. Er sagte:

„Gott wollte, dass die Familie ewig ist. Mit ganzer Seele bezeuge ich, dass diese Aussage wahr ist. Möge er uns segnen, damit wir unsere Familie und jeden, der dazu gehört, stärken, sodass wir zu gegebener Zeit unserem Vater im Himmel in seiner celestialen Wohnstätte berichten können, dass wir alle da sind – Vater, Mutter, Schwester, Bruder, alle, die einander lieb und teuer sind. Jeder Platz ist besetzt. Wir sind alle wieder zu Hause.“2

Für Präsident Benson und seine Frau begann die Stärkung ihrer Familie damit, dass sie ihre Ehe stärkten. Sie waren liebevoll und einander treu ergeben. Sie hatten keine Neigung zum Zank, tauschten jedoch oft freimütig ihre Meinung aus.3 Sie hatten absolutes Vertrauen zueinander, was sie als eine der großen Stärken in ihrer Ehe empfanden. „Ich habe niemals, nicht ein einziges Mal an Floras Treue gezweifelt“, berichtete Präsident Benson.4

Präsident Benson und seine Frau unterstützten und stärkten einander. „Flora hatte eine größere Vision von mir und meinem Potenzial als jeder andere in meinem Leben. Ihr Glaube und ihre Unterstützung waren ein großer Segen“, stellte Präsident Benson fest.5 Oft, wenn er sich unzulänglich für seine anspruchsvollen Aufgaben fühlte, wischte sie ihm die Tränen fort und tröstete ihn.6 Um ihren Mann zu unterstützen, bemühte sie sich um die Hilfe des Herrn und hielt auch ihre Kinder dazu an. „Wir haben für Papa oft gebetet und gefastet“, erzählte seine Tochter Barbara.7

Präsident Benson und seine Frau waren einander immer treu und standen loyal zueinander.

Gestützt auf das stabile Fundament ihrer Ehe, lehrten Präsident Benson und seine Frau ihre Kinder, wie wichtig ewige Familienbeziehungen sind. „Unsere Eltern haben uns Loyalität und Liebe unter uns Kindern beigebracht“, erzählte Sohn Mark. „Ich glaube nicht, dass sich eine solche Atmosphäre von selbst in einer Familie entwickelt. Vielmehr wird sie durch umsichtige und liebevolle Eltern gefördert.“8

Dem Verhalten, das die Bensons erwarteten, sowie dem Stellenwert, den sie der Familie einräumten, lag das Evangelium zugrunde. Sie waren bemüht, ein Zuhause zu schaffen, in dem Liebe herrschte, wo die Kinder lernten und sich entwickelten und wo sie Spaß hatten. Sie wollten, dass ihr Zuhause Zuflucht vor der Welt bot. „Das heißt nicht, dass wir uns nicht gezankt haben“, sagte Sohn Reed. „Wir haben uns nicht immer vertragen. Nicht immer haben wir unsere Aufgaben im Haushalt erledigt. Bisweilen haben wir Mutters Geduld bis aufs Äußerste auf die Probe gestellt. Doch dem allen lag ein Sinn für Einigkeit in der Familie zugrunde und dass wir versuchten, an einem Strang zu ziehen.“9 Schwester Benson hat bestätigt: „Niemand ist vollkommen. In unserer Familie haben wir nicht die Absicht, einander unsere Schwächen vorzuhalten, sondern einander darin zu bestärken, besser zu werden.“10

Die Kinder der Familie Benson waren noch klein, als ihr Vater ins Kollegium der Zwölf Apostel berufen wurde, und er machte sich Sorgen darüber, wie sich sein Reiseplan auf die Zeit auswirken würde, die er mit ihnen verbringen konnte. Er schrieb in sein Tagebuch: „Ausgedehnte Reisen bei der Arbeit für die Kirche werden mich oft von meiner Familie wegführen. … Ich vertraue von Herzen darauf, dass ich meiner Familie treu sein, sie nah bei der Kirche halten und dennoch meinen Verpflichtungen als Generalautorität nachkommen kann. Ich weiß, das wird nicht leicht sein.“11

Die Tatsache, dass es nicht leicht war, veranlasste Präsident Benson, sich sehr darum zu bemühen, seiner Familie nah zu bleiben. „[Meine] schönsten Eindrücke und Erfahrungen, die die Seele am meisten befriedigen, sind mit dem Zuhause und der Familie verbunden“, sagte er.12

Als Landwirtschaftsminister der Vereinigten Staaten unternahm Präsident Benson 1957 eine vierwöchige Reise um die Welt, um Möglichkeiten für den Handel zu erschließen. Schwester Benson begleitete ihn mit den Töchtern Beverly und Bonnie. Sie besuchten zwölf Länder, kamen mit Spitzenpolitikern zusammen und besichtigten Sehenswürdigkeiten, Flüchtlingslager und landwirtschaftliche Betriebe. Präsident Benson hatte den Eindruck, dass durch die Reise sowohl Handelsmöglichkeiten verbessert, als auch Wohlwollen für die Kirche hervorgerufen worden waren. Als sie nach Hause kamen, wartete Tochter Beth bereits, als das Flugzeug landete. Sobald sie ihre Eltern sah, lief sie mit Tränen in den Augen auf sie zu. Ihr Vater zog sie in einer liebevollen Umarmung an sich. Er sinnierte: „Von allen Wundern der Welt, [die wir gesehen hatten], war dieser Augenblick plötzlich das Beste an der ganzen Reise.“13

Lehren von Ezra Taft Benson

1

Die Familie ist die wichtigste Einrichtung in Zeit und Ewigkeit

Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage erachtet die Familie als die wichtigste Einrichtung in Zeit und Ewigkeit. Die Kirche lehrt, dass sich alles um die Familie drehen soll. Sie legt Wert darauf, dass der Erhalt des Familienlebens auf der Erde und in der Ewigkeit Vorrang vor allen anderen Interessen hat.14

Nichts kann die Familie ersetzen. Ihre Grundlage ist so alt wie die Welt. Ihre Aufgabe ist gottgewollt.15

Keine Nation kann besser sein als ihre Familien. Diese Kirche wird niemals besser sein als ihre Familien. Wir sind als Volk nicht besser als der heimische Herd oder das Zuhause. … Die intakte Familie ist die felsenfeste Grundlage − der Eckstein der Zivilisation. Sie muss bewahrt werden. Sie muss gestärkt werden.16

Manchmal werde ich als Führer der Kirche gefragt, warum wir so viel Nachdruck auf die Familie legen, wenn es rings um uns so viel größere Probleme gibt. Die Antwort ist selbstverständlich, dass die größeren Probleme lediglich die persönlichen und familiären Probleme widerspiegeln.17

Die Ehe und das Familienleben sind gottgewollt. Aus ewiger Sicht ist die Errettung Familiensache. Gott zieht Eltern dafür zur Verantwortung, wie sie ihre Kinder großgezogen haben. Es ist eine äußerst heilige Pflicht.18

2

In einer glücklichen Ehe lieben und dienen Mann und Frau Gott und einander

Die Ehe, das Zuhause und die Familie sind mehr als nur soziale Einrichtungen. Sie sind göttlichen Ursprungs und nicht von Menschen gemacht. Gott hat die Ehe von Anfang an bestimmt. Im Bericht über die erste Eheschließung in Genesis macht der Herr vier wichtige Aussagen: erstens, dass es für den Menschen nicht gut ist, allein zu sein; zweitens, dass die Frau erschaffen wurde, um dem Mann eine Hilfe zu sein; drittens, dass sie ein Fleisch sein werden und viertens, dass der Mann Vater und Mutter verlässt und sich an seine Frau bindet (siehe Genesis 2:18,24).

Später sagte der Herr, als ob er die frühere Aussage bekräftigen wolle: „Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.“ (Matthäus 19:6.) Außerdem sagte er: „Du sollst deine Frau mit deinem ganzem Herzen lieben und sollst an ihr festhalten und an niemandem und nichts sonst.“ (LuB 42:22.)19

In den heiligen Schriften steht: „Adam [fing] an, die Erde zu bebauen …, wie ich, der Herr, es ihm geboten hatte. Und auch Eva, seine Frau, arbeitete mit ihm. … Sie fingen an, sich zu mehren und die Erde zu füllen. … Und Adam und Eva, seine Frau, riefen den Namen des Herrn an. … Und Adam und Eva priesen den Namen Gottes, und sie taten alles ihren Söhnen und ihren Töchtern kund. … Und Adam, und Eva, seine Frau, hörten nicht auf, Gott anzurufen.“ (Mose 5:1,2,4,12,16.)

Durch diesen inspirierten Bericht erkennen wir, dass Adam und Eva uns ein ideales Beispiel für den Bund der Ehe gegeben haben. Sie arbeiteten miteinander, sie hatten Kinder miteinander, sie beteten miteinander und sie lehrten ihre Kinder das Evangelium – miteinander. Dies ist das Muster, dem nach Gottes Willen alle rechtschaffenen Männer und Frauen folgen sollen.20

Die Ehe selbst muss als heiliger Bund vor Gott betrachtet werden. Die Ehepartner sind nicht nur einander, sondern auch Gott gegenüber verpflichtet. Er hat denjenigen, die diesen Bund in Ehren halten, Segnungen verheißen.

Die eheliche Treue ist die unbedingte Voraussetzung für Liebe, Vertrauen und Frieden. Ehebruch wird vom Herrn klar und unmissverständlich verurteilt. …

Zurückhaltung und Selbstbeherrschung sind die entscheidenden Grundsätze für die eheliche Beziehung. Die Eheleute müssen lernen, sowohl ihre Zunge als auch ihre Leidenschaften im Zaum zu halten.

Das Familiengebet und das Beten zu zweit stärken die Einigkeit [in der Partnerschaft]. Die Gedanken, Bestrebungen und Vorstellungen der Partner verschmelzen allmählich miteinander, bis beide die gleichen Absichten und Ziele verfolgen.

Vertrauen Sie – vor allem bei Unstimmigkeiten und Schwierigkeiten – auf den Herrn, auf die Lehren der Propheten und auf die heiligen Schriften, denn dort finden Sie Orientierung und Hilfe.

Geistiges Wachstum kommt zustande, indem man schwierige Aufgaben gemeinsam in Angriff nimmt, und nicht, indem man vor ihnen davonläuft. Die heute übliche übermäßige Betonung des Individualismus führt zu Egoismus und zur Trennung. Der Maßstab des Herrn ist nach wie vor, dass zwei Menschen „ein Fleisch“ werden sollen (Genesis 2:24).

Das Geheimnis einer glücklichen Ehe besteht darin, dass man Gott und einander dient. Das Ziel der Ehe ist sowohl Einigkeit als auch die Entwicklung des Einzelnen. So paradox es klingt, ist doch unser geistiges und emotionales Wachstum umso größer, je mehr wir einander dienen.21

„Die Liebe, die wir hier erfahren, ist … das, was eine Familie für Zeit und Ewigkeit aneinander bindet.“

Der Apostel Paulus gibt uns einen schönen und treffenden Rat. Er sagte schlicht: „Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie Christus die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben hat.“ (Epheser 5:25.)

In neuzeitlicher Offenbarung nimmt der Herr erneut darauf Bezug. Er sagt: „Du sollst deine Frau mit deinem ganzem Herzen lieben und sollst an ihr festhalten und an niemandem und nichts sonst.“ (LuB 42:22.) Meines Wissens wird in allen heiligen Schriften nur eine einzige weitere Person genannt, die wir, und so wird es uns geboten, von ganzem Herzen lieben sollen, und das ist Gott selbst. Bedenken Sie, was das bedeutet!

Solche Liebe können wir unserer Frau gegenüber auf so manche Weise zum Ausdruck bringen. Zunächst einmal darf einem nichts, außer Gott selbst, mehr bedeuten als die Ehefrau – weder der Beruf noch die Freizeit noch irgendwelche Hobbys. Ihre Ehefrau ist Ihre kostbare Helferin für die Ewigkeit – Ihre Gefährtin.

Was bedeutet es, jemanden von ganzem Herzen zu lieben? Das bedeutet, mit allen Gefühlen, deren man fähig ist, und mit aller Hingabe zu lieben. Wer seine Frau von ganzem Herzen liebt, kann sie gewiss nicht erniedrigen, an ihr Kritik üben und Fehler finden oder sie in Form von Worten, Missmut oder Taten misshandeln.

Was bedeutet es, „an ihr festzuhalten“? Das bedeutet, dass man ihr nahe bleibt, ihr in jeder Hinsicht treu ist, sich mit ihr unterhält und sie wissen lässt, dass man sie liebt.22

Eheleute, die einander lieben, entdecken bald, dass Liebe und Treue sich gegenseitig bestärken. Diese Liebe schafft den Nährboden für die seelische Entwicklung der Kinder. Das Familienleben soll eine glückliche und fröhliche Zeit sein, an die die Kinder sich gern erinnern und womit sie Angenehmes verbinden.23

3

In einer starken Familie wird jeder geliebt, geachtet und unterstützt

Stärken wir die Familie. Familiengebet und persönliches Gebet am Morgen und am Abend können die Segnungen des Herrn auf unseren Hausstand herabrufen. Das gemeinsame Essen ist eine wunderbare Zeit, um sich über die Unternehmungen des Tages zu unterhalten und nicht nur den Körper, sondern auch den Geist zu nähren, indem man abwechselnd in den heiligen Schriften liest, vor allem im Buch Mormon. Die Zeit am Abend ist eine hervorragende Zeit für den vielbeschäftigten Vater, um zu jedem seiner Kinder ans Bett zu gehen, mit ihm zu reden, seine Fragen zu beantworten und es wissen zu lassen, wie sehr es geliebt wird.24

Die Familie ist eine der stärksten Festungen Gottes gegen die Übel unserer Zeit. Helfen Sie Ihrer Familie, stark und einander nah zu bleiben und der Segnungen des himmlischen Vaters würdig zu sein. Dadurch erhalten Sie Glauben und Kraft, die Ihnen für immer ein Segen sein werden.25

Etwas Bedeutendes, was der Herr von einem jeden von uns fordert, ist, dass wir ein Zuhause schaffen, in dem ein fröhlicher und positiver Einfluss zum Guten zu spüren ist. In den kommenden Jahren werden weder eine kostspielige Einrichtung noch die Anzahl der Badezimmer von Bedeutung sein, sondern vielmehr, ob unsere Kinder sich zu Hause geliebt und angenommen gefühlt haben. Es wird sehr wichtig sein, ob es Fröhlichkeit und Lachen gab oder Zank und Streit.26

In einer guten Familie herrschen Liebe und Achtung füreinander. Jeder, der dazugehört, weiß, dass man ihn liebt und schätzt. Die Kinder spüren, dass ihre Eltern sie lieben. Demzufolge fühlen sie sich sicher und sind selbstbewusst.

In einer starken Familie kommuniziert man miteinander. Man bespricht Probleme, schmiedet Pläne und arbeitet an gemeinsamen Zielen. Familienabend und Familienrat werden abgehalten und als wirksame Hilfsmittel zu diesem Zweck eingesetzt.

In einer starken Familie bleiben Vater und Mutter ihren Kindern nah. Sie reden miteinander. Manche Väter führen mit jedem Kind eine Unterredung, andere machen es ungezwungen und wieder andere verbringen regelmäßig Zeit mit jedem Kind allein.

Jede Familie steht vor Problemen und Herausforderungen. Doch in einer glücklichen Familie wird gemeinsam auf Lösungen hingearbeitet, anstatt sich in Kritik und Streitereien zu erschöpfen. Man betet füreinander, redet miteinander und muntert sich gegenseitig auf. Manchmal fastet die Familie auch gemeinsam, um einen Einzelnen zu unterstützen.

In einer starken Familie unterstützt jeder den anderen.27

4

Zu Hause können Kinder die Grundsätze und Bräuche des Evangeliums Jesu Christi am besten lernen

In der Familie lassen sich bleibende Werte am besten vermitteln. Wo das Familienleben gut ist und auf den Grundsätzen des Evangeliums aufbaut und wo man sich dementsprechend verhält, … treten nicht so leicht Probleme auf.28

Gute Eltern wissen, dass es nicht einfach ist, Kinder in einem Umfeld aufwachsen zu lassen, das durch Schlechtigkeit verdorben ist. Deshalb unternehmen sie wohlüberlegte Schritte, um ihre Kinder nur den besten Einflüssen auszusetzen. Sie bringen ihnen sittliche Grundsätze bei. Gute Bücher stehen zur Verfügung und werden gelesen. Sie schränken den Fernsehkonsum ihrer Kinder ein. Sie sorgen für gute und aufbauende Musik. Aber vor allem lesen sie in den heiligen Schriften und sprechen miteinander darüber, um den Sinn für Geistiges zu fördern.

In guten Mitgliederfamilien erklären die Eltern ihren Kindern den Glauben an Gott, die Umkehr, die Taufe und die Gabe des Heiligen Geistes (siehe LuB 68:25).

Das Familiengebet ist in diesen Familien eine feste Gewohnheit. Im Gebet wird Wertschätzung für Segnungen zum Ausdruck gebracht. Man erkennt demütig an, dass man auf Gott angewiesen ist, um Kraft und Unterstützung zu erhalten und für seinen Lebensunterhalt sorgen zu können.

Die Lebensregel ist weise und richtig, dass eine Familie, die gemeinsam niederkniet, aufrecht vor dem Herrn steht!29

Kinder müssen im Hinblick auf ihre ewige Identität wissen, wer sie sind. Sie müssen wissen, dass sie einen ewigen Vater im Himmel haben, auf den sie sich verlassen, zu dem sie beten und von dem sie Führung erhalten können. Sie müssen wissen, woher sie gekommen sind, auf dass ihr Leben Sinn und Zweck hat.

Die Kinder müssen lernen zu beten, sich an den Herrn zu wenden, um Führung zu erhalten, und für die Segnungen zu danken, die sie erhalten. Ich weiß noch, wie ich mit unseren Kindern, als sie noch klein waren, am Bettchen gekniet und ihnen beim Beten geholfen habe.

Kindern muss beigebracht werden, wie man Richtig von Falsch unterscheidet. Sie können und müssen die Gebote Gottes kennenlernen. Es muss ihnen beigebracht werden, dass es unrecht ist, zu stehlen, zu lügen, zu betrügen oder zu begehren, was einem anderen gehört.

Sie müssen lernen, zu Hause mitzuarbeiten. Dort müssen sie lernen, dass ehrliche Arbeit Würde und Selbstachtung mit sich bringt. Sie müssen lernen, an der Arbeit Freude zu haben, und wie zufrieden man ist, wenn man einen Auftrag gut erledigt hat.

Die Freizeit der Kinder muss mit sinnvollen, konstruktiven Beschäftigungen gestaltet werden.30

Das Familienabendprogramm der Kirche sieht einen Abend pro Woche dafür vor, dass Väter und Mütter ihre Söhne und Töchter im Familienkreis um sich versammeln, um die Familie zu stärken und zu schützen.31

Die Grundsätze des Evangeliums können den Jugendlichen durch nachhaltige Familienabende vermittelt werden, wodurch sie gestärkt werden, sodass sie nicht um ihre Zukunft fürchten müssen. Diese Belehrung muss im Glauben, durch Zeugnis und mit Optimismus erfolgen.32

Indem Sie in Ihrer Familie Ordnung schaffen, halten Sie die Gebote Gottes. Das führt zu Harmonie und Liebe. … Das bedeutet, dass Sie täglich als Familie beten. Das bedeutet, dass Sie Ihre Familie so unterweisen, dass sie das Evangelium Jesu Christi versteht. Das bedeutet, dass jeder in der Familie die Gebote Gottes hält. Das bedeutet, … würdig zu sein, einen Tempelschein zu erhalten, dass jeder in der Familie die heiligen Handlungen, die für die Erhöhung erforderlich sind, empfängt und dass Ihre Familie für die Ewigkeit aneinander gesiegelt wird. Das bedeutet, dass man von übermäßigen Schulden frei ist und dass die Mitglieder der Familie ehrlich den Zehnten und die übrigen Spenden zahlen.33

5

Gott hat offenbart, dass die Familie über das Grab hinaus bestehen kann

Die Liebe, die wir hier erfahren, ist kein vergänglicher Schatten, sondern das, was eine Familie für Zeit und Ewigkeit aneinander bindet.34

Durch Joseph Smith hat der Gott des Himmels die Wahrheit offenbart, dass die Familie über das Grab hinaus bestehen kann – und dass unsere Zuneigung und unsere Liebe füreinander für immer fortdauern können.35

Kein Opfer ist zu groß, um die Segnungen einer ewigen Familie zu erlangen. Die meisten von uns haben es nicht schwer, einen Tempel zu erreichen. Vielleicht ist es so einfach, dass diese Segnung zu leichtfertig hingenommen wird. Wie immer, wenn es darum geht, treu das Evangelium zu leben, erfordert eine Ehe auf die Weise des Herrn die Bereitschaft, alles, was ungöttlich ist, – also Weltlichkeit – abzulegen und den festen Entschluss, den Willen unseres Vaters zu tun. Durch dieses Verhalten beweisen wir voll Glauben unsere Liebe zu Gott und Achtung vor Nachkommen, die erst noch geboren werden müssen. So wie unsere Familie in diesem Leben die größte Quelle der Freude ist, kann sie es ebenso gut auch in Ewigkeit sein.36

Zuhause und Familie. Welch schöne Erinnerungen kommen in uns auf, wenn wir diese liebgewordenen Worte auch nur hören! Ich wünsche Ihnen gebeterfüllt und von ganzer Seele, dass Sie die unaussprechliche Freude und Zufriedenheit ehrenvoller Elternschaft erfahren werden. Sie lassen sich eine der größten Freuden dieses Lebens und der Ewigkeit entgehen, wenn Sie diese Aufgabe, Eltern zu sein und eine Familie zu gründen, willentlich umgehen. Wie der Prophet Joseph Smith offenbart hat, bildet der herrliche Plan für die Familie und für fortdauernde Familienbeziehungen die Grundlage für unser Glück hier und im Jenseits.37

Anregungen für Studium und Unterricht

Fragen

  • Präsident Benson hat erklärt, dass „die Erlösung aus ewiger Sicht eine Familienangelegenheit ist“ (Abschnitt 1). Was bedeutet das für Sie? Was können wir in der Familie füreinander tun, damit wir errettet werden?

  • Wenn Sie sich mit Präsident Bensons Rat in Abschnitt 2 befassen, überlegen Sie, wie all das mit dem zusammenhängt, was er als „Geheimnis einer glücklichen Ehe“ bezeichnet. Warum führt dieses „Geheimnis“ Ihrer Meinung nach zum Glück?

  • Denken Sie darüber nach, was Präsident Benson in Abschnitt 3 über das Verhalten in einer guten Familie gesagt hat. Inwiefern wird die Familie durch ein solches Verhalten gestärkt? Überlegen Sie, was Sie tun können, um diesen Rat zu befolgen.

  • Warum lassen sich in der Familie wohl am besten „bleibende Werte vermitteln“? (Siehe Abschnitt 4. Beachten Sie Präsident Bensons ausdrücklichen Rat über die Belehrung in der Familie.) Haben Sie schon erlebt, wie sich die Einzelnen in einer Familie gegenseitig geholfen haben, Evangeliumsgrundsätze zu lernen?

  • Präsident Benson hat bezeugt, dass die Familie „über das Grab hinaus bestehen“ kann (Abschnitt 5). Was denken und empfinden Sie, wenn Sie über diese Wahrheit nachdenken? Welche liebgewordenen Erinnerungen kommen Ihnen, wenn das Zuhause und die Familie erwähnt werden?

Einschlägige Schriftstellen

Psalm 127:3-5; 1 Korinther 11:11; 3 Nephi 18:21; LuB 49:15; 132:18,19; siehe auch „Die Familie – eine Proklamation an die Welt“, Liahona, November 2010, Umschlagrückseite

Studienhilfe

„Am besten lernt man das Evangelium, wenn man sich vom Heiligen Geist unterweisen lässt. Beten Sie zu Beginn immer darum, dass der Heilige Geist Ihnen beim Lernen hilft.“ (Verkündet mein Evangelium!, Seite 20.)

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    Aus: Sheri L. Dew, Ezra Taft Benson: A Biography, 1987, Seite 363

  2.   2.

    The Teachings of Ezra Taft Benson, 1988, Seite 493

  3.   3.

    Siehe Ezra Taft Benson: A Biography, Seite 126

  4.   4.

    Derin Head Rodriguez, „Flora Amussen Benson: Handmaiden of the Lord, Helpmeet of a Prophet, Mother in Zion“, Ensign, März 1987, Seite 20

  5.   5.

    „Flora Amussen Benson: Handmaiden of the Lord, Helpmeet of a Prophet, Mother in Zion“, Seite 14

  6.   6.

    Siehe Ezra Taft Benson: A Biography, Seite 179

  7.   7.

    Barbara Benson Walker, aus: Ezra Taft Benson: A Biography, Seite 179

  8.   8.

    Mark Amussen Benson, aus: „Flora Amussen Benson: Handmaiden of the Lord, Helpmeet of a Prophet, Mother in Zion“, Seite 20

  9.   9.

    Reed Amussen Benson, aus: Ezra Taft Benson: A Biography, Seite 140

  10.   10.

    Flora Amussen Benson, aus: Ezra Taft Benson: A Biography, Seite 133

  11.   11.

    Aus: Ezra Taft Benson: A Biography, Seite 178

  12.   12.

    Aus: Ezra Taft Benson: A Biography, Seite 126

  13.   13.

    Aus: Ezra Taft Benson: A Biography, Seite 327

  14.   14.

    The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 489

  15.   15.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1949

  16.   16.

    Herbst-Generalkonferenz 1953

  17.   17.

    The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 521

  18.   18.

    „Fundamentals of Enduring Family Relationships“, Ensign, November 1982, Seite 59

  19.   19.

    The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 534

  20.   20.

    The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 534

  21.   21.

    „Fundamentals of Enduring Family Relationships“, Seite 59f.

  22.   22.

    Sermons and Writings of President Ezra Taft Benson, 2003, Seite 209f.

  23.   23.

    „Fundamentals of Enduring Family Relationships“, Seite 59

  24.   24.

    The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 491

  25.   25.

    „To the ‚Youth of the Noble Birthright‘“, Ensign, Mai 1986, Seite 43

  26.   26.

    „Great Things Required of Their Fathers“, Ensign, Mai 1981, Seite 34

  27.   27.

    „Counsel to the Saints“, Ensign, Mai 1984, Seite 6

  28.   28.

    „Fundamentals of Enduring Family Relationships“, Seite 59

  29.   29.

    „Counsel to the Saints“, Seite 6f.

  30.   30.

    „Fundamentals of Enduring Family Relationships“, Seite 60

  31.   31.

    The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 528

  32.   32.

    „May the Kingdom of God Go Forth“, Ensign, Mai 1978, Seite 33

  33.   33.

    „Great Things Required of Their Fathers“, Seite 36

  34.   34.

    The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 492

  35.   35.

    The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 490

  36.   36.

    „This Is a Day of Sacrifice“, Ensign, Mai 1979, Seite 33f.

  37.   37.

    The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 491f.