Kapitel 15: Die heilige Berufung von Vater und Mutter

Lehren der Präsidenten der Kirche: Ezra Taft Benson, (2014), 191–202


Mögen wir dieser großen Aufgabe, Kinder aufzuziehen, – dieser heiligen Pflicht – treu sein.

Aus dem Leben von Ezra Taft Benson

In Wort und Tat, ob zu Hause oder in aller Welt, in der Kirche oder als öffentlicher Amtsträger lehrte Präsident Benson, wie wichtig es ist, ein guter Vater oder eine gute Mutter zu sein. „Erziehen Sie Ihre Kinder voll Liebe und mit den Ermahnungen des Herrn“, riet er.1 „Gott macht die Eltern für die Erziehung ihrer Kinder verantwortlich. Das ist eine höchst heilige Aufgabe.“2

Präsident Benson und seine Frau Flora haben ihre heiligen Aufgaben als Eltern in enger Zusammenarbeit erfüllt. Sie sind „die Aufgabe, ihre Familie zu umsorgen, mit Tatkraft und Begeisterung“ angegangen3. Sie berieten sich oftmals gemeinsam, wenn es um ihre Kinder oder andere Angelegenheiten ging. „Ich habe erkannt, dass ich eine geistig sehr empfängliche Frau an meiner Seite hatte“, sagte Präsident Benson.4

Zusammen arbeiteten sie daran, ein Zuhause zu schaffen, in dem ihre Kinder wachsen und lernen konnten und wo die Kinder sich gern aufhielten. „Ich war lieber zu Hause als anderswo“, berichtet ihr Sohn Mark. „Es war eine Zuflucht vor dem Sturm. Mutter beschützte uns und Vater verlieh uns Festigkeit.“5

Präsident Benson und seine Frau gingen gebeterfüllt an ihre Aufgabe als Eltern. Mark berichtete: „Mutter hatte größeren Glauben als jede andere Frau, die ich kenne. … Niemals habe ich erlebt, wie jemand mehr gebetet hat. Sie betete immer für ihre Kinder – ob es in der Schule um eine Arbeit ging oder um ein Gerangel auf dem Schulhof. Sie und mein Vater hatten diesen einfachen Glauben.“6

Oft war Präsident Benson nicht zu Hause, weil er aufgrund beruflicher oder kirchlicher Aufgaben unterwegs war. Also übernahm Flora einen Großteil der Verantwortung dafür, die sechs Kinder zu versorgen und zu erziehen. Sie ging ganz in ihrer Mutterrolle auf. „Das Zuhause steht im Mittelpunkt der Zuneigung, die wir in diesem Leben empfinden“, sagte sie.7 Mark erinnert sich: „Mutter liebte das Zuhause. Und sie liebte uns – nicht, weil es ihre Pflicht war, sondern weil es ihr ganzer Lebensinhalt war.“8 Flora schrieb darüber, wie wichtig es ihr war, Mutter zu sein: „Wenn man wirklich Großartiges sucht, muss man nicht zum Thron gehen, sondern zur Krippe. Einer Mutter wohnt große Macht inne. Sie ist es, die Herz, Leben und Charakter formt.“9

Wenn Präsident Benson auf Reisen war, ließ er sich immer wieder etwas neues einfallen, wie er aus der Ferne über seine Familie wachen und sie stärken konnte. Er hielt durch Anrufe oder Briefe ständig Kontakt mit ihnen. Wenn er daheim war, verbrachte er so viel Zeit mit ihnen wie möglich. Er erzählte oft die Geschichte vom viel beschäftigten Vater, der die vielen Stunden, die er mit seinem Sohn Ball spielte, damit erklärte, dass er lieber für den Augenblick ein wenig Rückenschmerz in Kauf nehme als Kummerschmerz in Zukunft.10

Ezra Taft Benson mit seinen Söhnen Reed und Mark

Auch nahm er sich viel Zeit für jedes einzelne Kind. Mark erinnert sich, wie sein Vater ihn einmal nach Salt Lake City mitgenommen hat, um einen Facharzt aufzusuchen: „Wie schön es doch war, mit Vater zusammen zu sein – nur er und ich. Wir haben über alles geredet, worüber ich nur reden wollte. Selbst als Junge wusste ich, dass mein Vater mich lieb hatte, denn er war bei mir und half mir, gesund zu werden.“11

Wann immer er konnte, nahm Präsident Benson seine Kinder mit auf Reisen. Im März 1948 begleitete ihn seine Tochter Bonnie, die damals sieben Jahre alt war, zu einer Landwirtschaftstagung nach Nebraska. „Die Presse war so beeindruckt vom Auftreten der Kleinen und vom ungewöhnlichen Beispiel eines Vaters, der ein so junges Kind mit auf eine solch lange Reise nahm und eine solch angesehene Veranstaltung mit ihr besuchte, dass Bonnie am nächsten Morgen auf der Titelseite der Zeitung abgelichtet war. Für Elder Benson war das jedoch überhaupt nichts Außergewöhnliches. Er nahm die Kinder oft mit auf Reisen, sowohl um die Beziehung zu ihnen zu vertiefen als auch um ihnen die Welt zu erklären.“12

Lehren von Ezra Taft Benson

1

Die Berufung als Vater ist von ewiger Natur

Väter, Ihre Berufung ist ewig, und Sie werden daraus nie entlassen werden. Kirchliche Berufungen mögen wichtig sein, aber sie gelten nur für eine bestimmte Zeit, und dann wird man ordnungsgemäß entlassen. Aber die Berufung als Vater ist von ewiger Natur und ihre Bedeutung reicht über das Zeitliche hinaus. Es ist eine Berufung für Zeit und Ewigkeit.13

Unser Muster, unser Vorbild für Vaterschaft, ist der Vater im Himmel. Wie arbeitet Gott mit seinen Kindern? Nun, dafür muss ein Vater natürlich etwas über das Evangelium wissen, den großen Plan des Herrn.14

Für einen Mann gibt es keine wichtigere Berufung als ein rechtschaffener Patriarch zu sein, der die Ehe im Haus des Herrn geschlossen hat und seine Kinder führt. Selbst der große Elohim möchte, dass wir ihn als Vater im Himmel ansprechen (siehe Matthäus 6:9; 3 Nephi 13:9).15

2

Dem Vater kommt es zu, die Familie in geistiger Hinsicht zu führen

Der Vater muss sich aus tiefstem Herzen danach sehnen, seine Familie zu segnen, sich an den Herrn wenden, über die Worte Gottes nachsinnen und im Einklang mit dem Geist leben, damit er die Absichten und den Willen Gottes erkennt und weiß, was er tun muss, um seine Familie zu führen.16

[Väter, Sie haben] die heilige Aufgabe, Ihre Familie geistig zu führen.

In einer Broschüre, die der Rat der Zwölf vor einigen Jahren herausgab, haben wir Folgendes gesagt: Vater zu sein bedeutet führen, die wichtigste Art von Führen. Das war schon immer so und es wird immer so sein. Als Vater präsidieren Sie über die Familie – mit der Hilfe, dem Rat und der Ermunterung Ihrer Gefährtin für die Ewigkeit.” (Father, Consider Your Ways, Broschüre, 1973, Seite 4f.) …

Mit der Liebe, die ich für die Väter Israels im Herzen trage, möchte ich zehn konkrete Anregungen geben, wie ein Vater seine Kinder geistig führen kann:

1. Geben Sie Ihren Kindern häufig einen Väterlichen Segen. Taufen und konfirmieren Sie Ihre Kinder. Ordinieren Sie Ihre Söhne im Priestertum. All dies wird zu geistigen Höhepunkten im Leben Ihrer Kinder.

2. Leiten Sie persönlich das Familiengebet, das tägliche Schriftstudium und den wöchentlichen Familienabend. Dass Sie selbst mitmachen, zeigt Ihren Kindern, dass dies alles wirklich wichtig ist.

3. Besuchen Sie, wann immer es möglich ist, die Versammlungen der Kirche gemeinsam mit der ganzen Familie. Die Gottesverehrung in der Familie unter Ihrer Führung ist für das geistige Wohl Ihrer Kinder unerlässlich.

4. Gehen Sie mit jeder Ihrer Töchter einzeln auf Verabredungen und machen Sie Ausflüge allein mit jedem Ihrer Söhne. …

5. Machen Sie gemeinsam Urlaub, Reisen und Ausflüge, und schaffen Sie so Familientraditionen. Die Erinnerungen daran werden für Ihre Kinder unvergesslich sein.

6. Sprechen Sie regelmäßig mit jedem Kind unter vier Augen. Lassen Sie dabei das Kind reden, worüber es reden möchte. Zeigen Sie ihnen Evangeliumsgrundsätze auf. Bringen Sie den Kindern wahre Werte bei. Sagen Sie ihnen, dass Sie sie lieben. Wenn Sie sich für jedes Kind persönlich Zeit nehmen, zeigt das den Kindern, wo die Prioritäten des Vaters liegen.

7. Lehren Sie Ihre Kinder, was Arbeit ist. Zeigen Sie ihnen, dass es gut ist, auf ein erstrebenswertes Ziel hinzuarbeiten. …

8. Fördern Sie in der Familie gute Musik, Kunst und gute Literatur. Ein Zuhause, das von Kultiviertheit und Schönheit geprägt ist, ist den Kindern für alle Zeit ein Segen.

9. Wenn die Entfernung es zulässt, gehen Sie mit Ihrer Frau regelmäßig in den Tempel. Die Kinder begreifen dann eher, dass es wichtig ist, im Tempel zu heiraten, die Tempelgelübde abzulegen und eine ewige Familie zu haben.

10. Zeigen Sie Ihren Kindern, dass Sie Freude und Zufriedenheit aus Ihrem Dienst in der Kirche ziehen. Das kann ansteckend wirken, sodass auch die Kinder den Wunsch entwickeln, in der Kirche zu dienen, und das Gottesreich lieben.

Fürwahr, Sie, die Ehemänner und Väter in Israel, können sehr viel für die Errettung und Erhöhung Ihrer Familie tun! Ihre Aufgaben sind ungemein wichtig.17

„Sprechen Sie regelmäßig mit jedem Kind unter vier Augen.“

Gelegentlich hören wir – selbst in der Kirche – Berichte über Männer, die glauben, dass sie als Familienoberhaupt in einer überlegenen Position stehen, sich wie ein Diktator verhalten und an die Familie Forderungen stellen können.

Der Apostel Paulus hat betont: „Der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Kirche ist.“ (Epheser 5:23; Hervorhebung hinzugefügt.) Das ist also das Beispiel, nach dem wir uns richten sollen, wenn wir in der Familie präsidieren. Wir werden nie erleben, dass der Erretter die Kirche lieblos mit harter Hand dirigiert. Wir werden nie erleben, dass der Erretter seine Kirche respektlos behandelt oder vernachlässigt. Wir werden nie erleben, dass der Erretter Zwang oder Druck einsetzt, um sich durchzusetzen. Nirgendwo erleben wir, dass der Erretter irgendetwas tut, was für die Kirche nicht erhebend, erbaulich und tröstlich ist und sie nicht erhöht. Brüder, ich sage Ihnen deutlich: Er ist das Vorbild, dem wir folgen müssen, wenn wir in unserer Familie die geistige Führung übernehmen wollen.18

Als Patriarch Ihrer Familie kommt Ihnen die große Aufgabe zu, bei der Kindererziehung die Führung zu übernehmen. Sie müssen dabei mithelfen, ein Zuhause zu schaffen, wo der Geist des Herrn wohnen kann. …

Ihr Zuhause soll für die Familie eine Zuflucht, ein Ort des Friedens und der Freude sein. Kein Kind darf sich vor seinem Vater fürchten, schon gar nicht, wenn der Vater das Priestertum trägt. Ein Vater hat die Pflicht, sein Zuhause zu einem glücklichen und freudigen Ort zu machen. … Der machtvolle Einfluss eines rechtschaffenen, vorbildlichen Vaters, der für Disziplin sorgt, seine Kinder unterweist, sie nährt und liebt, ist für das geistige Wohl [seiner] Kinder unerlässlich.19

3

Gott hat der Mutter ihre Rolle zugeteilt

[Die Mutter] ist – oder sollte es sein – das Herz und die Seele der Familie. Es gibt weder in der weltlichen Literatur noch in den heiligen Schriften ein heiligeres Wort als Mutter. Es gibt kein edleres Werk als das einer guten, gottesfürchtigen Mutter.

Gott hat es so eingerichtet, dass in einer ewigen Familie der Vater präsidiert. Er sorgt für den Lebensunterhalt, er liebt, lehrt und führt. Gott hat auch der Mutter ihre Rolle zugeteilt. Die Mutter soll Kinder bekommen und sie umsorgen, lieben und erziehen. So steht es in den Offenbarungen.20

Es ist uns bewusst, dass einige Frauen, ohne es selbst verschuldet zu haben, keine Kinder bekommen können. Diesen lieben Schwestern hat jeder Prophet Gottes verheißen, dass sie in der Ewigkeit mit Kindern gesegnet sein werden und ihnen Nachkommen nicht vorenthalten werden.

Durch reinen Glauben, inständiges Beten, Fasten und besondere Segen haben viele dieser lieben Schwestern – mit ihrem vortrefflichen Mann an ihrer Seite – Wunder erlebt und wurden mit Kindern gesegnet. Andere haben sich gebeterfüllt dazu entschieden, Kinder zu adoptieren. Diesen großartigen Ehepaaren sprechen wir unsere Anerkennung aus für die Opfer, die Sie gebracht, und die Liebe, die Sie diesen Kindern, die Sie Ihre eigenen nennen, geschenkt haben.21

Möge Gott unsere wunderbaren Mütter segnen. Wir beten für Sie. Wir unterstützen Sie. Wir ehren Sie, weil Sie Kinder zur Welt bringen und sie umsorgen, erziehen, unterweisen und in alle Ewigkeit lieben. Ich verheiße Ihnen die Segnungen des Himmels und alles, was der Vater hat (siehe LuB 84:38), wenn Sie die vornehmste Berufung von allen groß machen, nämlich eine Mutter in Zion zu sein.22

4

Eine Mutter soll ihre Kinder lieben, unterweisen und die Zeit mit ihnen sinnvoll nutzen

Den Müttern in Zion sage ich, dass Ihre gottgegebenen Aufgaben unerlässlich für Ihre Erhöhung und die Errettung und Erhöhung Ihrer Familie sind. Mehr als alles, was man mit Geld kaufen kann, braucht ein Kind seine Mutter. Wenn Sie Zeit mit Ihren Kindern verbringen, machen Sie ihnen das größte Geschenk.23

Mit der Liebe, die ich für die Mütter in Zion im Herzen trage, möchte ich nun zehn Anregungen geben, wie Mütter die Zeit mit ihren Kindern gut nutzen können.

Erstens: Seien Sie möglichst immer da, wenn Ihre Kinder nach Hause kommen oder das Haus verlassen – wenn sie in die Schule gehen und aus der Schule zurückkommen, wenn sie zu Verabredungen gehen und zurückkommen, wenn sie Freunde nach Hause mitbringen. Seien Sie im entscheidenden Moment zur Stelle, ob Ihre Kinder nun sechs sind oder sechzehn. …

Zweitens: Nehmen Sie sich als Mutter die Zeit, Ihren Kindern eine echte Freundin zu sein. Hören Sie Ihren Kindern zu, hören Sie gut zu. Reden und lachen Sie mit ihnen, machen Sie Scherze, singen Sie mit ihnen, spielen Sie mit ihnen, weinen Sie mit ihnen, umarmen Sie sie, loben Sie sie aufrichtig. Verbringen Sie regelmäßig Zeit mit jedem Kind allein. Seien Sie Ihren Kindern eine echte Freundin.

Drittens: Nehmen Sie sich die Zeit, Ihren Kindern vorzulesen. Lesen Sie Ihren Söhnen und Töchtern von der Wiege an vor. … Wenn Sie Ihren Kindern regelmäßig vorlesen, wecken Sie in ihnen die Liebe zu guter Literatur und zu den heiligen Schriften.

Viertens: Nehmen Sie sich die Zeit, mit Ihren Kindern zu beten. Eine Familie soll morgens und abends unter der Leitung des Vaters gemeinsam beten. Lassen Sie Ihre Kinder Ihren Glauben spüren, wenn Sie den Segen des Himmels für sie erbitten. … Beteiligen Sie Ihre Kinder am Familiengebet und lassen Sie sie persönliche Gebete sprechen; erfreuen Sie sich daran, wie sie sich gegenüber dem Vater im Himmel ausdrücken.

Fünftens: Nehmen Sie sich die Zeit, wöchentlich einen guten Familienabend durchzuführen. Geben Sie Ihren Kindern die Gelegenheit, sich aktiv daran zu beteiligen. Lehren Sie sie die richtigen Grundsätze. Machen Sie das zu einer Ihrer Familientraditionen. …

Sechstens: Essen Sie so oft wie möglich gemeinsam. Dies wird eine Herausforderung, wenn die Kinder älter werden und verschiedene Termine haben. Doch kann es bei den Mahlzeiten fröhliche Gespräche geben, man kann über die Pläne und Aktivitäten für den neuen Tag sprechen und es können sich besondere Momente zur Unterweisung ergeben, weil die Eltern und die Kinder sich darum bemühen.

Siebtens: Lesen Sie jeden Tag als Familie gemeinsam in den heiligen Schriften. … Wenn Sie gemeinsam das Buch Mormon lesen, bringt das vor allem größere Geistigkeit in Ihr Zuhause und sowohl Eltern als auch Kinder ziehen daraus die Kraft, Versuchungen zu widerstehen und den Heiligen Geist als ständigen Begleiter bei sich zu haben. Ich verheiße Ihnen, dass das Buch Mormon Ihr Familienleben ändern wird.

Achtens: Nehmen Sie sich die Zeit, mit der Familie etwas zu unternehmen. Machen Sie Ausflüge und Picknicks, Geburtstagsfeiern und kurze Reisen zu besonderen Erlebnissen, an die alle zurückdenken werden. Nehmen Sie, wann immer das möglich ist, als Familie an Veranstaltungen teil, an denen ein Familienmitglied beteiligt ist, zum Beispiel Schulaufführungen, Sportveranstaltungen, Ansprachen oder Vorträge. Gehen Sie gemeinsam zu den Versammlungen in der Kirche und sitzen Sie nach Möglichkeit beieinander. Eine Mutter, die ihrer Familie hilft, miteinander zu beten und zu spielen, sorgt für Zusammenhalt und wird ihren Kinder immer ein Segen sein.

Neuntens: Mütter, nehmen Sie sich die Zeit, Ihre Kinder zu unterweisen. Ergreifen Sie die Gelegenheiten beim Schopfe, die sich Ihnen bieten – bei gemeinsamen Mahlzeiten, in alltäglichen Situationen, aber auch wenn man sich eigens dafür zusammensetzt, beim Zubettbringen am Abend oder während eines Spaziergangs am frühen Morgen. …

Die Liebe und die gebeterfüllte Sorge, die eine Mutter für ihre Kinder empfindet, sind die Zutaten, auf die es ankommt, wenn sie ihren Nachwuchs belehrt. Lehren Sie Ihre Kinder die Grundsätze des Evangeliums. Lehren Sie sie, dass es sich auszahlt, wenn man gut ist. Lehren Sie sie, dass Sünde keine Sicherheit bietet. Wecken Sie in ihnen die Liebe zum Evangelium Jesu Christi und ein Zeugnis davon, dass es von Gott stammt.

Lehren Sie Ihre Söhne und Töchter, bescheiden zu sein, und lehren Sie sie, die Rolle von Mann und Frau zu respektieren. Belehren Sie Ihre Kinder über sexuelle Reinheit, über die Verhaltensmaßstäbe für Verabredungen, über die Tempelehe, über den Missionsdienst und darüber, wie wichtig es ist, Berufungen in der Kirche anzunehmen und groß zu machen.

Lehren Sie sie den Wert der Arbeit und dass es wichtig ist, eine gute Ausbildung zu haben.

Erklären Sie ihnen, wie wichtig es ist, dass sie angemessene Unterhaltung auswählen, gute Filme, Videos, Musik, Bücher und Zeitschriften. Besprechen Sie mit ihnen, wie schädlich Pornografie und Drogen sind. Lehren Sie sie, dass es sich lohnt, ein reines Leben zu führen.

Ja, unterweisen Sie als Mutter Ihre Kinder bei sich zu Hause, in Ihrem Wohnzimmer. Das ist die einprägsamste Unterweisung, die Ihre Kinder jemals erhalten werden. …

Zehntens und letztens: Mütter, lieben Sie Ihre kleinen Kinder von ganzem Herzen. Die uneingeschränkte Liebe einer Mutter kommt der Liebe Christi nahe.

Ihre Kinder im Teenageralter brauchen die gleiche Liebe und Aufmerksamkeit. Für viele Mütter und Väter scheint es einfacher zu sein, ihren Kindern Liebe entgegenzubringen, wenn sie klein sind, doch es fällt ihnen schwerer, wenn die Kinder größer werden. Arbeiten Sie gebeterfüllt daran. Es muss keinen Generationskonflikt geben. Der Schlüssel zu allem ist Liebe. Unsere jungen Leute brauchen Liebe und Zuwendung, dürfen dabei aber nicht verwöhnt werden. Sie brauchen Einfühlungsvermögen und Verständnis und keine Gleichgültigkeit vonseiten ihrer Eltern. Sie brauchen die Zeit ihrer Eltern. Die liebevollen Unterweisungen einer Mutter und ihre Liebe zu einem Sohn oder einer Tochter im Teenageralter sowie das Vertrauen in sie kann sie wahrhaftig vor einer schlechten Welt bewahren.24

„Nehmen Sie sich die Zeit, Ihren Kindern vorzulesen.“

Wissen Sie, warum rechtschaffene Mütter ihre Kinder so sehr lieben? Weil sie so viel für sie opfern. Wir lieben das, wofür wir uns aufopfern, und wir opfern uns für das auf, was wir lieben.25

5

Vater und Mutter müssen bei der Erziehung ihrer Kinder einig und liebevoll zusammenarbeiten

Mann und Frau sollen als Mitwirkende an der Schöpfung bereitwillig und gebeterfüllt Kinder in die Welt setzen. … Gesegnet sind der Mann und die Frau, die Kinder haben. Die tiefsten Freuden und Segnungen im Leben sind mit der Familie, mit Elternschaft und Opferbereitschaft verbunden. Es ist nahezu jedes Opfer wert, diese lieben Geister in der Familie zu haben.26

Wenn die Eltern gemeinsam in Liebe und Einigkeit die Aufgabe erfüllen, die ihnen vom Himmel auferlegt worden ist, und wenn die Kinder mit Liebe und Gehorsam darauf ansprechen, erwächst daraus große Freude.27

Möge Gott uns helfen, damit wir uns gegenseitig unterstützen. Möge es daheim in der Familie beginnen. Möge ein Geist der Treue, der Einigkeit, der Liebe und des gegenseitigen Respekts spürbar sein. Möge der Mann seiner Frau gegenüber loyal und treu sein, möge er sie lieben und sich bemühen, ihr die Last leichter zu machen. Möge er sie darin unterstützen, für die Kinder zu sorgen, sie zu schulen und aufzuziehen. Möge die Mutter und Ehefrau Hilfsbereitschaft gegenüber ihrem Mann an den Tag legen, ihn in seinen Priestertumspflichten unterstützen und aufrechterhalten und loyal und treu gegenüber den Berufungen sein, die er durch das Priestertum Gottes übertragen bekommt.28

Mögen wir dieser großen Aufgabe, Kinder aufzuziehen, – dieser heiligen Pflicht – so treu sein, dass wir unsere Familie fest auf ewige Grundsätze bauen, damit wir nichts bedauern müssen. Mögen wir dieses großes Vertrauen, das in uns gesetzt wurde, niemals enttäuschen. Mögen wir stets daran denken, dass diese Geister, die in unsere Familie gekommen sind, erwählte Geister sind.29

Anregungen für Studium und Unterricht

Fragen

  • Präsident Benson hat gesagt: „Unser Muster, unser Vorbild für Vaterschaft, ist der Vater im Himmel.“ (Abschnitt 1.) Wie kann ein irdischer Vater dem Muster folgen, das der himmlische Vater vorgezeichnet hat?

  • Denken Sie über Präsident Bensons zehn konkrete Anregungen nach, wie ein Vater seine Kinder geistig führen kann (siehe Abschnitt 2). Welchen Einfluss kann jeder dieser Vorschläge auf Kinder haben?

  • Präsident Benson hat gesagt: „Es gibt kein edleres Werk als das einer guten, gottesfürchtigen Mutter.“ (Abschnitt 3.) Welche Beispiele für das edle Wirken einer Mutter kennen Sie? Die Sichtweise der Welt auf die Mutterschaft ändert sich. Was können wir tun, um die edlen und heiligen Aufgaben der Mutter hochzuhalten?

  • Was sind einige der Vorteile davon, wenn Eltern gemeinsam mit ihren Kindern Zeit verbringen? (Beispiele finden Sie in Abschnitt 4.)

  • Wie wird eine Familie gesegnet, in der Eltern ihre Aufgaben in Einigkeit schultern? (Siehe Abschnitt 5.) Was können Väter und Mütter tun, um einiger zu sein? Wie können Alleinerziehende die Kraft erhalten, die sie für ihre Aufgaben benötigen?

Einschlägige Schriftstellen

Sprichwörter 22:6; Epheser 6:4; Mosia 4:14,15; Alma 56:45-48; 3 Nephi 22:13; siehe auch „Die Familie – eine Proklamation an die Welt“, Liahona, November 2010, Umschlagrückseite

Unterrichtshilfe

„In dem Maß, wie Sie sich geistig bereit machen und den Herrn im Unterricht anerkennen, werden Sie ein Werkzeug in seiner Hand. Der Heilige Geist wird dann das, was Sie sagen, durch seine Macht groß machen.“ (Lehren, die größte Berufung, Seite 41.)

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    „Fundamentals of Enduring Family Relationships“, Ensign, November 1982, Seite 60; Hervorhebungen im Original wurden entfernt

  2.   2.

    „Fundamentals of Enduring Family Relationships“, Seite 59

  3.   3.

    Sheri L. Dew, Ezra Taft Benson: A Biography, 1987, Seite 127

  4.   4.

    Aus: Ezra Taft Benson: A Biography, Seite 141

  5.   5.

    Mark Amussen Benson, zitiert in: Ezra Taft Benson: A Biography, Seite 133

  6.   6.

    Mark Amussen Benson, zitiert in: Ezra Taft Benson: A Biography, Seite 139

  7.   7.

    Flora Amussen Benson, zitiert in: Ezra Taft Benson: A Biography, Seite 134

  8.   8.

    Mark Amussen Benson, zitiert in: Ezra Taft Benson: A Biography, Seite 133

  9.   9.

    Flora Amussen Benson, zitiert in: Ezra Taft Benson: A Biography, Seite 130

  10.   10.

    Siehe Ezra Taft Benson: A Biography, Seite 134

  11.   11.

    Mark Amussen Benson, zitiert in: Ezra Taft Benson: A Biography, Seite 138

  12.   12.

    Francis M. Gibbons, Ezra Taft Benson: Statesman, Patriot, Prophet of God, 1996, Seite 165

  13.   13.

    Sermons and Writings of President Ezra Taft Benson, 2003, Seite 205

  14.   14.

    The Teachings of Ezra Taft Benson, 1988, Seite 503

  15.   15.

    The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 496

  16.   16.

    The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 511

  17.   17.

    Sermons and Writings of President Ezra Taft Benson, Seite 208, 212f.

  18.   18.

    Sermons and Writings of President Ezra Taft Benson, Seite 209

  19.   19.

    Sermons and Writings of President Ezra Taft Benson, Seite 211

  20.   20.

    Sermons and Writings of President Ezra Taft Benson, Seite 215

  21.   21.

    Sermons and Writings of President Ezra Taft Benson, Seite 216

  22.   22.

    Sermons and Writings of President Ezra Taft Benson, Seite 222

  23.   23.

    Sermons and Writings of President Ezra Taft Benson, Seite 217

  24.   24.

    Sermons and Writings of President Ezra Taft Benson, Seite 218–221

  25.   25.

    „Jesus Christ – Gifts and Expectations“, Ensign, Dezember 1988, Seite 6

  26.   26.

    Sermons and Writings of President Ezra Taft Benson, Seite 216

  27.   27.

    „Counsel to the Saints“, Ensign, Mai 1984, Seite 6

  28.   28.

    Herbst-Generalkonferenz 1951

  29.   29.

    Herbst-Generalkonferenz 1953