Kapitel 17: Das Gesetz der Keuschheit halten

Lehren der Präsidenten der Kirche: Ezra Taft Benson, (2014), 217–28


Das Sittengesetz des Himmels verlangt von Männern und Frauen gleichermaßen vollständige Keuschheit vor der Ehe und absolute Treue nach der Eheschließung.

Aus dem Leben von Ezra Taft Benson

Da er als religiöser und politischer Führer viel reiste, war sich Präsident Ezra Taft Benson des stetigen sittlichen Verfalls überall in der Welt deutlich bewusst, vor allem was das Gesetz der Keuschheit betraf. Er setzte sich vehement gegen diesen Verfall ein, indem er lehrte, dass „das Gesetz der Keuschheit ein Grundsatz von ewiger Bedeutung“ sei1. Er erklärte: „In der Kirche, im Reich Gottes, wird die Keuschheit nie überholt sein, ganz gleich, was die Welt tut oder sagt.“2 Weiter lehrte er: „Wir müssen zwar in der amoralischen und unmoralischen Welt leben, … dürfen aber nicht von dieser Welt sein. Wir müssen abends einschlafen können, ohne zuerst unser Gewissen beruhigen zu müssen.“3

Um zu veranschaulichen, wie wichtig es ist, sich von den unsittlichem Einflüssen der Welt unbefleckt zu halten, erzählte Präsident Benson die folgende Geschichte:

„Ich denke an die Geschichte eines jungen Mädchens, das bei einer Verabredung entgegen des weisen Rats seiner Eltern einen Ort aufsuchen wollte, der einen zweifelhaften Ruf hatte. Sie fragte: ‚Was ist schon dabei, hineinzugehen und zu schauen, was dort vor sich geht?‘ Ihre Eltern schienen nachzugeben und schlugen vor, sie solle ihr hübsches weißes Kleid bei der Verabredung tragen. Bevor der junge Mann ankam, sagte ihr Vater: ‚Würdest du mir, bevor du gehst, einen Gefallen tun und zur Räucherkammer hinausgehen und etwas Speck hereinholen?‘

Das Mädchen war schockiert über diese Bitte und fragte: ‚In meinem besten Kleid? Ich würde diesen schrecklichen Geruch nie loswerden.‘ Ihre Mutter erwiderte: ‚Das stimmt, du kannst nicht in die Räucherkammer gehen, ohne dass sich das auf dich auswirkt. Wir halten dich für klug genug, nicht an einen Ort zu gehen, wo du weniger hübsch und sauber herauskommen würdest, als du hineingehst.‘ Dank dieses weisen Rats traf das junge Mädchen die richtige Entscheidung, sich von den bösen Einflüssen in der Welt unbefleckt und rein zu halten.“4

Wenn wir das Gesetz der Keuschheit befolgen, empfinden wir „tiefe Freude und Glück“.

Lehren von Ezra Taft Benson

1

Gott hat für seine Kinder Keuschheit als Maßstab festgelegt

Der Herr hat das Gebot, das er auf dem Berg Sinai gab, in dieser Evangeliumszeit wiederholt, als er sagte: „Du sollst … nicht Ehebruch begehen, … noch irgendetwas Derartiges tun.“ (LuB 59:6, Hervorhebung hinzugefügt.) Der Herr hat seit Anbeginn der Zeit sexuelle Reinheit als klaren und unmissverständlichen Maßstab vorgegeben. Dieser ist stets gleich geblieben und wird sich auch nie ändern. Dieser Maßstab ist das Gesetz der Keuschheit. Er gilt für alle – Männer und Frauen, alt und jung, reich und arm.5

In der Kirche gibt es keine Doppelmoral. Das Sittengesetz des Himmels verlangt von Männern und Frauen gleichermaßen vollständige Keuschheit vor der Ehe und absolute Treue nach der Eheschließung.6

Im Buch Mormon sagt uns der Prophet Jakob, dass der Herr sich an der Keuschheit seiner Kinder erfreut (siehe Jakob 2:28). Haben Sie das gehört, Brüder und Schwestern? Der Herr ist nicht nur zufrieden, wenn wir keusch sind, er erfreut sich an der Keuschheit. Mormon vermittelte seinem Sohn Moroni das Gleiche, als er schrieb, dass die Eigenschaften Keuschheit und Tugend „vor allen anderen höchst teuer und kostbar“ sind (Moroni 9:9).7

Der natürliche Wunsch von Mann und Frau, zusammen zu sein, stammt von Gott. Dieser Beziehung werden jedoch von seinen Gesetzen Grenzen gesetzt. Wenn es diese Dinge, die ordnungsgemäß für die Ehe vorbehalten sind, innerhalb des Ehebundes gibt, sind sie vor Gott richtig und erfreulich und erfüllen das Gebot, sich zu mehren und die Erde zu füllen. Wenn sie jedoch außerhalb des Ehebundes geschehen, sind sie ein Fluch.8

Treten Sie rein und unbefleckt vor den Traualtar. Sparen Sie diese wunderbaren und intimen Beziehungen, die der Gott des Himmels als Bestandteil einer Ehe vorgesehen hat und denen man sich nicht außerhalb des Ehebundes hingeben soll, für die Ehe auf. Mich kümmert nicht, was die Welt sagt – dies sind die Maßstäbe des Reiches Gottes.9

2

Die Sünde, die unsere Generation plagt, ist sexuelle Unsittlichkeit

Die Sünde, die unsere Generation plagt, ist sexuelle Unsittlichkeit. Der Prophet Joseph Smith hat gesagt, aus dieser Richtung würden mehr Versuchungen kommen, mehr Schläge des Teufels, mehr Schwierigkeiten für die Ältesten Israels als von irgendwo sonst.10

Sexuelle Unsittlichkeit ist eine Viper, die heute nicht nur in der Welt zubeißt, sondern auch in der Kirche. Wenn man dies nicht zugibt, ist man auf gefährliche Weise selbstgefällig oder steckt seinen Kopf in den Sand. Auf der Skala der Untaten sind nur Mord und das Leugnen des Heiligen Geistes schlimmer als unrechtmäßige sexuelle Beziehungen. Diese bezeichnet man bei Unverheirateten als Unzucht, wenn es einen Verheirateten betrifft, spricht man von Ehebruch, der als Sünde noch schwerer wiegt. Ich weiß, dass die Gesetze des Landes der Unkeuschheit nicht die gleiche Schwere zumessen und sie auch nicht so schwer bestrafen, wie Gott dies tut, das ändert aber nichts daran, dass sie etwas Scheußliches ist. In den Augen Gottes gibt es nur einen einzigen sittlichen Maßstab für Männer und Frauen. In seinen Augen wird Keuschheit nie überholt sein. …

Es gibt keine andere Sünde, die so oft dazu führt, dass manch einer in unserem Volk den Geist des Herrn verliert, wie sexuelle Freizügigkeit. Sie bringt unsere Leute ins Straucheln, macht ihre Weiterentwicklung zunichte, trübt ihre geistigen Kräfte und unterwirft sie anderen Sünden.11

Es ist äußerst gefährlich, voreheliche Beziehungen auf einer körperlichen Grundlage aufzubauen. … Die schädlichen Wirkungen solch unrechtmäßiger Beziehungen werden auf das Eheleben übertragen, bringen Enttäuschung und Kummer und schwächen die Familie.12

Sittliche Reinheit ist ein ewiger Grundsatz. Der Geist Gottes „[wohnt] nicht in unheiligen Tempeln“ [Helaman 4:24]. Reinheit ist lebensspendend, Unreinheit dagegen ist tödlich. Man kann die heiligen Gesetze Gottes nicht brechen, ohne bestraft zu werden. Moralische Verderbtheit hat schon große Nationen zu Fall gebracht, weil die mit Unsittlichkeit verknüpften Sünden die Menschen mit Narben zurückließen und sie derart verunstalteten, dass sie nicht imstande waren, sich den Herausforderungen ihrer Zeit zu stellen.13

Unkeuschheit ist das zerstörerischste aller Übel; sittliche Reinheit hingegen ist eines der größten Bollwerke einer guten Familie. Eine glückliche Familie kann nicht auf Unsittlichkeit gebaut werden.14

Manche Menschen versuchen, ihre Unsittlichkeit zu rechtfertigen, indem sie sagen, dass Einschränkungen dagegen lediglich religiöse Regeln seien, die bedeutungslos sind, weil es gar keinen Gott gäbe. Sie werden bemerken, dass dies schlicht und einfach eine verlogene Ausflucht ist, die fleischliche Lust, Begierde und Leidenschaft rechtfertigen soll. Gottes Gesetz ist unabänderlich. Es gilt für alle, ganz gleich, ob sie an Gott glauben oder nicht. Wie sehr man auch versucht, es zu rechtfertigen oder zu ignorieren – wenn man es bricht, setzt man sich der Strafe aus.

Unsittlichkeit … führt stets zu Bedauern. Man kann sich nicht wechselnden Geschlechtsbeziehungen hingeben, ohne negative Folgen davonzutragen. Man kann nicht schlecht handeln und sich gut fühlen – das ist einfach unmöglich. Jedes Mal, wenn man ein Gesetz Gottes übertritt, zahlt man eine Strafe in Form von Kummer, Reue, Bedauern und Mangel an Selbstachtung und trennt selbst die Verbindung zum Geist Gottes.15

3

Um sittlich rein zu bleiben, müssen wir uns darauf vorbereiten, Versuchungen zu widerstehen

Die meisten Menschen verfallen in sexuelle Sünde, weil sie fälschlicherweise annehmen, dadurch ihre grundlegenden menschlichen Bedürfnisse zu befriedigen. Jeder von uns sehnt sich nach Liebe und Wertschätzung. Jeder von uns strebt danach, in seinem Leben Freude und Glück zu finden. Der Satan ist sich dessen bewusst, daher verführt er Menschen oftmals zu unsittlichem Verhalten, indem er ihnen vorgaukelt, sie würden dadurch ihre grundlegenden Bedürfnisse stillen. Er verspricht Genuss, Glück und Erfüllung.

Aber das ist natürlich eine Täuschung. Der Verfasser der Sprichwörter schrieb: „Wer Ehebruch treibt, ist ohne Verstand, nur wer sich selbst vernichten will, lässt sich darauf ein.“ (Sprichwörter 6:32.) Samuel der Lamanit lehrte das Gleiche, als er sagte: „Ihr habt das Glücklichsein darin gesucht, dass ihr Übles getan habt, und das ist gegen die Natur [der] Rechtschaffenheit.“ (Helaman 13:38.) Alma hat es einfacher ausgedrückt: „Schlecht zu sein hat noch nie glücklich gemacht.“ (Alma 41:10.)16

Es gibt ein altes Sprichwort, das besagt: „Vorbeugen ist besser als heilen.“ Das gilt in besonderem Maße auch für das Gesetz der Keuschheit. Unsere erste Verteidigungslinie im Bemühen, sittlich rein zu bleiben, ziehen wir, wenn wir uns darauf vorbereiten, Versuchungen zu widerstehen, und dafür sorgen, dass wir gar nicht erst in Sünde verfallen können.17

Reine Gedanken

Beherrschen Sie Ihre Gedanken. Niemand rutscht innerhalb eines Augenblicks in unsittliches Verhalten ab. Den ersten Samen unsittlichen Verhaltens werden stets im Kopf gestreut. Wenn wir es zulassen, dass unsere Gedanken um Anstößiges oder Unsittliches kreisen, haben wir den ersten Schritt auf dem Weg, der zur Unsittlichkeit führt, bereits getan. Ich warne in diesem Zusammenhang vor allem vor den Übeln der Pornografie. Immer wieder sagen diejenigen, die sich tief in Sünde verstrickt haben, der erste Schritt auf dem Weg zur Übertretung sei pornografisches Material gewesen. Der Erretter hat gesagt, dass ein Mann bereits im Herzen mit einer Frau Ehebruch begangen hat, wenn er sie nur lüstern ansieht oder, anders ausgedrückt, es zulässt, dass seine Gedanken eigene Wege gehen (siehe Matthäus 5:28; LuB 63:16).18

Wer reine Gedanken hat, tut nichts Schmutziges. Sie sind vor Gott nicht nur für Ihre Taten verantwortlich, sondern auch dafür, Ihre Gedanken zu beherrschen. Leben Sie deshalb so, dass Sie nicht vor Scham erröten müssten, wenn Ihre Gedanken und Taten in der Kirche über eine Leinwand flimmern würden. Das alte Sprichwort, das besagt, dass aus Gedanken Taten, aus Taten Gewohnheit und aus Gewohnheiten Charaktereigenschaften werden, und dass der Charakter das ewige Schicksal bestimmt, entspricht noch immer der Wahrheit. „Wie der Mensch … denkt, so ist er.“ (King-James-Übersetzung, Sprichwörter 23:7.)19

Denken Sie gründlich über die Worte nach, die der Prophet Alma zu seinem abgeirrten Sohn Korianton sprach: „[Lass] von deinen Sünden … und [folge] nicht mehr der Begierde deiner Augen.“ (Alma 39:9.)

Die „Begierde deiner Augen“. Was bedeutet das denn heute?

Filme, Fernsehprogramme und Videofilme, die gleichermaßen aufreizend wie unanständig sind.

Zeitschriften und Bücher, die obszön und pornografisch sind.

Wir raten Ihnen, … verunreinigen Sie Ihren Geist nicht mit solchem entwürdigenden Material, denn der Geist, der einmal solchem Schmutz ausgesetzt war, ist nachher nie mehr derselbe.20

Seien Sie rein. Seien Sie in Ihren Gedanken und Taten tugendhaft. Lesen Sie gute Bücher. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Sinn nie Pornografie ausgesetzt wird. … Der Herr hat gesagt: „Lass Tugend immerfort deine Gedanken zieren; dann wird dein Vertrauen in der Gegenwart Gottes stark werden … Der Heilige Geist wird dein ständiger Begleiter sein.“ (LuB 121:45,46.)21

Um Kraft beten

Beten Sie stets um die Kraft, der Versuchung zu widerstehen. Wir alle werden Versuchungen ausgesetzt, die viele Formen annehmen und in vielen Verkleidungen auftreten können. Der Herr aber hat uns gezeigt, wie wir ihnen widerstehen können. Zum Propheten Joseph Smith hat er gesagt: „Bete immer, damit du als Sieger hervorgehst, ja, damit du den Satan besiegst und damit du den Händen der Knechte des Satans entrinnst, die sein Werk unterstützen.“ (LuB 10:5.) Wir müssen unter anderem täglich darum beten, dass der Herr uns die Kraft geben möge, Versuchungen zu widerstehen, und zwar vor allem den Versuchungen, die mit dem Gesetz der Keuschheit zu tun haben.22

Sie werden keinen Versuchungen ausgesetzt, denen Sie nicht standhalten können. Sorgen Sie dafür, dass sie nicht in Situationen geraten, in denen es leicht ist, zu fallen. Hören Sie auf die Eingebungen des Geistes. Wenn Sie in etwas verwickelt sind, bei dem Sie das Gefühl haben, dass Sie nicht beten und den Herrn bitten können, Sie dabei zu segnen, dann sind Sie mit etwas Falschem beschäftigt.23

Vermeiden Sie unangemessene Situationen

Männer und Frauen, die verheiratet sind, flirten manchmal mit jemandem des anderen Geschlechts oder necken ihn. Man trifft sich gelegentlich zu scheinbar harmlosen Vergnügungen oder verbringt zu viel Zeit miteinander. In jedem Fall reden sich die Betreffenden ein, das sei der natürliche Ausdruck ihrer Freundschaft zueinander. Aber was nach außen hin wie harmloses Necken oder Spaß aussieht, kann schnell zu einer ernsteren Beziehung werden und schließlich dazu führen, dass man seinem Ehepartner untreu wird.

Am besten wäre es, wenn wir uns fragten: Wäre es meinem Ehepartner recht, wenn er wüsste, was ich hier tue?24

Wenn Sie verheiratet sind, vermeiden Sie es nach Möglichkeit, mit jemandem anderen Geschlechts allein zu sein. Viel des mit Unsittlichkeit verbundenen Unglücks ist dadurch entstanden, dass ein Mann und eine Frau allein im Büro, in der Kirche oder im Auto waren. Zunächst hatten sie vielleicht nicht die Absicht, zu sündigen, oder noch nicht einmal daran gedacht. Aber die Situation hat der Versuchung Nahrung geboten. Eins führt zum anderen, und so kann es schnell zur Katastrophe kommen. Es ist viel einfacher, eine solche Situation von vornherein zu vermeiden, damit eine Versuchung keinen Nährboden bekommt.25

Anstand

Seien Sie sittsam. Anständige Kleidung, eine anständige Ausdrucksweise sowie ein anständiges Benehmen zeugen von einem feinen Charakter und sind das Kennzeichen eines tugendhaften Heiligen der Letzten Tage. … Meiden Sie alles, was von niedrigem Niveau, vulgär oder anzüglich ist.26

„Den Unverheirateten sage ich, dass sie etwas Positives und Konstruktives planen sollen.“

Sinnvolle, positive Beschäftigungen

Überwinden Sie Böses durch Gutes. Sie können viele böse Neigungen überwinden, indem Sie sich auf gute Weise körperlich betätigen und sinnvollen Beschäftigungen nachgehen. Eine gesunde Seele, die frei von den Einflüssen von Alkohol und Tabak ist, die Körper und Geist abstumpfen, ist besser in der Lage, den Teufel zu besiegen.27

Den Unverheirateten sage ich, dass sie etwas Positives und Konstruktives planen sollen, wenn sie mit jemandem ausgehen, damit sie sich später nicht in einer Situation wiederfinden, wo sie nichts anderes mit dem anderen anzufangen wissen, als mit ihm Zärtlichkeiten auszutauschen. … Auch hier gilt, dass man etwas Positives planen muss, damit Negatives gar nicht erst aufkeimen kann.28

Lassen Sie nur positive Kräfte in Ihrem Leben wirken. Es reicht nicht, wenn wir einfach nur versuchen, dem Bösen zu widerstehen oder die Sünde aus unserem Leben zu verbannen. Wir müssen unser Leben auch mit Rechtschaffenheit erfüllen. Wir müssen das tun, was uns geistige Kraft schenkt.

Damit meine ich beispielsweise, dass wir uns in die heiligen Schriften vertiefen. Wenn wir täglich in den heiligen Schriften studieren, finden wir eine Kraft, die wir auf keine andere Weise finden können. Auch das tägliche Gebet kann uns große Kraft schenken. Wenn wir für eine bestimmte Stärke oder eine besondere Segnung fasten, können wir daraus Kraft ziehen, die über unsere normale Kapazität hinausgeht. Christliches Dienen, der Versammlungsbesuch und die Mitarbeit im Gottesreich – all das kann unseren Vorrat an Stärke und Kraft auffüllen.

Wir müssen mehr tun, als uns nur negativen Einflüssen zu entziehen. Wir müssen Negatives durch Rechtschaffenes ersetzen, das uns stark macht und fest entschlossen sein lässt, so zu leben, wie wir leben sollen.29

4

Wer sich in sexuelle Sünde verstrickt hat, kann durch angemessene Umkehr wieder rein werden

Für manche kommt der Rat, sich vorzubereiten und vorzubeugen, vielleicht zu spät. Vielleicht haben Sie sich schon in eine schwerwiegende Sünde verstrickt. Wenn es so ist, dann bleibt Ihnen jetzt nichts anderes übrig, als Ihr Leben wieder in Ordnung zu bringen und von Ihren Sünden umzukehren. Ich möchte Ihnen fünf wichtige Punkte nennen, die Ihnen helfen, wieder sittlich rein zu werden. Fliehen Sie augenblicklich aus jeder Situation, die Sie zur Sünde verleitet oder verleiten könnte. Bitten Sie den Herrn um die Kraft zu überwinden. Lassen Sie sich von Ihren Priestertumsführern dabei helfen, die Übertretung zu bereinigen und wieder gänzlich mit dem Herrn ins Reine zu kommen. Trinken Sie aus der göttlichen Quelle, und lassen Sie nur positive Kräfte in Ihrem Leben wirken. Bedenken Sie, dass Sie wieder rein werden können, wenn Sie auf die richtige Weise Umkehr üben.

Wer den Preis zahlt, den wahre Umkehr verlangt, dem ist die Verheißung gewiss. Sie können wieder rein werden. Die Verzweiflung kann weggenommen werden. Der sanfte Friede der Vergebung fließt Ihnen zu. In unserer Evangeliumszeit hat der Herr deutliche Worte gefunden und gesagt: „Siehe, wer von seinen Sünden umgekehrt ist, dem ist vergeben, und ich, der Herr, denke nicht mehr an sie.“ (LuB 58:42.)30

5

Eltern sollen ihre Kinder lehren, das Gesetz der Keuschheit zu leben

Die Eltern müssen ihren Kinder bereits in jungen Jahren genaue Anweisungen zur Keuschheit geben, sowohl zu ihrem körperlichen als auch zu ihrem sittlichen Schutz.31

Wenn sich die Eltern gegenseitig lieben und achten und wenn ihre heilige Partnerschaft von vollkommener Unterstützung und unbestrittener Treue geprägt ist, übertragen sich diese wichtigen Aspekte auf künftige Familien. Wenn es zu Hause hingegen Zank und Streit gibt und es an Harmonie mangelt und wenn man mit dem Feuer spielt, indem man mit anderen flirtet, wenn man von zu Hause weg ist, werden künftige Familien dadurch geschwächt. …

Unser Zuhause muss ein Bollwerk der Kraft werden, indem wir Rechtschaffenheit walten lassen und das Zuhause mit dem Frieden, der Einigkeit und der Selbstlosigkeit füllen, die persönliche Reinheit, unbestrittene Treue und einfache Hingabe in der Familie mit sich bringen. Die Eltern müssen die Ehe als eine von Gott gegebene Einrichtung annehmen und Achtung vor dem Elternsein haben. Die Kinder müssen durch Wort und Tat inspiriert werden, sich auf die Ehe vorzubereiten, sich vor Unkeuschheit zu hüten wie vor einer abscheulichen Krankheit und die anderen grundlegenden christlichen Tugenden zu üben.32

Präsident Ezra Taft Benson riet den Eltern, ihre Kinder über das Gesetz der Keuschheit zu belehren.

6

Gott hat uns das Gesetz der Keuschheit gegeben, um uns Freude zu bringen

Der Vater im Himmel möchte nur, dass wir glücklich sind. Er gebietet uns nur das, was uns Freude bringen wird. Und das Gesetz der Keuschheit gehört zu den Grundsätzen, die Gott uns gegeben hat, damit wir ganz sicher Freude finden. Ich bete von ganzem Herzen darum, dass Sie sich feierlich die Freude bewusst machen, die das Befolgen dieses Gesetzes mit sich bringt, aber auch die tragischen Folgen, die das Brechen dieses Gesetzes nach sich zieht.33

Ein Grund für Tugendhaftigkeit – wozu persönliche Keuschheit, reine Gedanken und Verhaltensweisen und Redlichkeit gehören – besteht darin, dass wir den Geist und die Macht Gottes in unserem Leben brauchen, um sein Werk zu tun. Ohne diese Macht und diesen Einfluss sind wir nicht im Geringsten besser als die Menschen in anderen Organisationen. Diese Tugendhaftigkeit wird sichtbar, motiviert andere, ein besseres Leben zu führen, und trägt dazu bei, dass Menschen, die nicht unserem Glauben angehören, sich danach erkundigen.34

Seien Sie den heiligen Gesetzen Gottes treu. Denken Sie daran, man kann sie nicht ungestraft brechen. Wenn Sie in Ihren zwischenmenschlichen Beziehungen, bei der Partnersuche und bei der Familiengründung glücklich und erfolgreich sein wollen, dann bringen Sie Ihr Leben mit den ewigen Gesetzen des Himmels in Einklang. Anders geht es nicht.35

Unsittlichkeit bringt kein dauerhaftes Glück. Man kann keine Freude finden, wenn man das Gesetz der Keuschheit bricht. Ganz im Gegenteil: Vielleicht zieht man daraus vorübergehend Vergnügen. Eine Zeit lang mag es so aussehen, als sei alles wunderbar. Es wird jedoch schnell Verbitterung in der Beziehung aufkommen. Schuld- und Schamgefühle setzen ein. Dann befürchten wir, unsere Sünden könnten ans Licht kommen. Wir müssen uns wegstehlen und verstecken, lügen und betrügen. Die Liebe vergeht. An ihre Stelle treten Verbitterung, Eifersucht, Wut oder gar Hass. All dies ist die natürliche Folge von Sünde und Übertretung.

Wenn wir aber andererseits das Gesetz der Keuschheit befolgen und uns sittlich rein halten, erleben wir mehr Liebe und Frieden, haben größere Achtung vor unserem Ehepartner und bringen ihm mehr Vertrauen entgegen, fühlen uns einander mehr verpflichtet und empfinden deshalb tiefe Freude und Glück.36

Anregungen für Studium und Unterricht

Fragen

  • Präsident Benson hat gesagt, der Maßstab des Herrn in Bezug auf sexuelle Reinheit sei „klar und unmissverständlich“ (Abschnitt 1). Inwiefern unterscheidet sich dieser Maßstab von den Botschaften der Welt?

  • Was für Folgen können eintreten, wenn man das Gesetz der Keuschheit bricht? (Beispiele finden Sie in Abschnitt 2.)

  • Was können wir konkret tun, um uns und unsere Angehörigen gegen sexuelle Versuchungen zu schützen? (Beispiele finden Sie in Abschnitt 3.)

  • Denken Sie über Präsident Bensons Ratschlag an diejenigen nach, die sich in schwerwiegende Sünde verstrickt haben (siehe Abschnitt 4). Was denken und empfinden Sie, wenn Sie über die Verheißung des Herrn nachdenken, dass die Umkehrwilligen wieder gänzlich mit ihm ins Reine kommen können?

  • Warum wohl ist es wichtig, dass die Eltern „ihren Kinder bereits in jungen Jahren genaue Anweisungen zur Keuschheit geben“? Inwiefern kann sich die gegenseitige Treue der Eltern darauf auswirken, wie die Kinder zur Ehe und dem Gesetz der Keuschheit stehen? (Siehe Abschnitt 5.)

  • Inwiefern bringt das Befolgen des Gesetzes der Keuschheit Freude mit sich? (Beispiele finden Sie in Abschnitt 6.)

Einschlägige Schriftstellen

Genesis 39:7-21; 1 Korinther 6:18-20; Galater 5:16; Alma 38:12; 39:3-5; 3 Nephi 12:27-30; LuB 42:22-25

Unterrichtshilfe

„Bestärken Sie Ihre Schüler in ihrer Absicht, im Unterricht etwas lernen und sich beteiligen zu wollen. Wenn sich jeder darin bemüht, tragen die Schüler im Unterricht wahrscheinlich eher zu einer Atmosphäre des Lernens bei.“ (Lehren, die größte Berufung, Seite 80.)

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    „The Law of Chastity“, New Era, Januar 1988, Seite 4

  2.   2.

    „To ‚the Rising Generation‘“, New Era, Juni 1986, Seite 6

  3.   3.

    The Teachings of Ezra Taft Benson, 1988, Seite 285

  4.   4.

    The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 282f.

  5.   5.

    „The Law of Chastity“, Seite 4

  6.   6.

    „To ‚the Rising Generation‘“, Seite 5f.

  7.   7.

    „The Law of Chastity“, Seite 4

  8.   8.

    Herbst-Generalkonferenz 1964

  9.   9.

    The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 281

  10.   10.

    „Cleansing the Inner Vessel“, Ensign, Mai 1986, Seite 4; die Aussage von Joseph Smith stammt aus „Instructions to Missionaries“ von Brigham Young, Deseret News, 13. Juni 1860, Seite 113

  11.   11.

    Herbst-Generalkonferenz 1964

  12.   12.

    „Your Charge: To Increase in Wisdom and Favor with God and Man“, New Era, September 1979, Seite 43

  13.   13.

    Herbst-Generalkonferenz 1959

  14.   14.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1949

  15.   15.

    This Nation Shall Endure, 1977, Seite 97

  16.   16.

    „The Law of Chastity“, Seite 4f.

  17.   17.

    „The Law of Chastity“, Seite 6

  18.   18.

    „The Law of Chastity“, Seite 6

  19.   19.

    Herbst-Generalkonferenz 1964

  20.   20.

    „To the ‚Youth of the Noble Birthright‘“, Ensign, Mai 1986, Seite 45; siehe auch „To the Young Women of the Church“, Ensign, November 1986, Seite 81

  21.   21.

    The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 285

  22.   22.

    „The Law of Chastity“, Seite 6

  23.   23.

    Herbst-Generalkonferenz 1964

  24.   24.

    „The Law of Chastity“, Seite 6

  25.   25.

    „The Law of Chastity“, Seite 6

  26.   26.

    „To the Young Women of the Church“, Ensign, November 1986, Seite 83

  27.   27.

    Herbst-Generalkonferenz 1964

  28.   28.

    „The Law of Chastity“, Seite 6

  29.   29.

    „The Law of Chastity“, Seite 7

  30.   30.

    The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 284

  31.   31.

    Herbst-Generalkonferenz 1964

  32.   32.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1949

  33.   33.

    „The Law of Chastity“, Seite 7

  34.   34.

    The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 278

  35.   35.

    „Your Charge: To Increase in Wisdom and Favor with God and Man“, Seite 43

  36.   36.

    „The Law of Chastity“, Seite 5