Kapitel 22: Das Evangelium in alle Welt hinaustragen

Lehren der Präsidenten der Kirche: Ezra Taft Benson, (2014), 275–86


Wir sind glücklich, in einer Partnerschaft mit dem Vater im Himmel an diesem großen Werk der Errettung und Erhöhung seiner Kinder teilzuhaben.

Aus dem Leben von Ezra Taft Benson

Für Präsident Ezra Taft Benson war Missionsarbeit eine Familientradition. „Meine Eltern hatten elf Kinder“, erklärte er. „Alle elf von uns sind auf Mission gegangen. Auch meine Frau ist auf Mission gegangen und konnte während der letzten sechs Monate [ihrer Mission] mit ihrer verwitweten Mutter zusammenarbeiten. Ich war der älteste Sohn und kann mich noch an die Briefe erinnern, die mein Vater aus seinem Missionsgebiet im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten geschrieben hat. In die Familie hielt eine Begeisterung für die Missionsarbeit Einzug, die uns nie wieder verließ. Dafür bin ich in aller Bescheidenheit dankbar.“1

Präsident Benson war von 1921 bis 1923 in der Britischen Mission auf Vollzeitmission, und die „Begeisterung für die Missionsarbeit“ begleitete ihn noch weit über diese zweieinhalb Jahre hinaus. Als er beispielsweise von 1953 bis 1961 als US-Landwirtschaftsminister tätig war, hatte er mit vielen Menschen anderer Glaubensrichtungen zu tun. Bei der Generalkonferenz im April 1961 sagte er den Heiligen: „In meiner dienstlichen Funktion hatte ich mit rund 9000 Personen persönlich zu tun. Ich würde ihnen gerne Empfehlungskarten geben. Ich wünsche mir, dass jeder Einzelne von ihnen vom Evangelium erfährt. Es ist mein Wunsch, dass sich alle Kinder unseres Vaters im Himmel an den Segnungen erfreuen können, die uns zuteilwerden, wenn wir das Evangelium Jesu Christi annehmen und danach leben.“2

Präsident Bensons Begeisterung für Missionsarbeit hielt bis in seine späteren Jahre an, und er war bestrebt, dass alle Mitglieder der Kirche die gleiche Begeisterung an den Tag legten. Den Jungen Männern legte er ans Herz, sich auf eine Vollzeitmission vorzubereiten. „Bereitet euch jetzt vor“, sagte er. „Macht euch körperlich, gedanklich, geistig und in zwischenmenschlicher Hinsicht bereit.“3 Die Eltern bat er, ihren Söhnen bei dieser Vorbereitung zur Seite zu stehen. Außerdem riet er den jungen Schwestern und älteren Mitgliedern der Kirche, ernsthaft in Erwägung zu ziehen, eine Vollzeitmission zu erfüllen. Und er hielt alle Mitglieder der Kirche dazu an, den Menschen in ihrem Umfeld vom Evangelium zu erzählen.

Präsident Thomas S. Monson erzählte davon, wie Präsident Bensons Liebe zur Missionsarbeit einmal einen zukünftigen Missionar motivierte: „An einem Freitag nahmen er und Schwester Benson wie gewöhnlich an einer Session im Jordan-River-Tempel teil. Dort wurde Präsident Benson von einem jungen Mann angesprochen, der ihn voll Freude begrüßte und ihm sagte, er sei auf eine Vollzeitmission berufen worden. Präsident Benson nahm den neu berufenen Missionar bei der Hand und sagte mit einem Lächeln auf den Lippen: ‚Nehmen Sie mich mit! Nehmen Sie mich mit!‘ Dieser Missionar bezeugte, dass er Präsident Benson in gewisser Weise tatsächlich mit auf Mission nahm, da diese Begrüßung Präsident Bensons beständige Liebe, sein Engagement für die Missionsarbeit und seinen Wunsch widerspiegelte, immer beim Dienst für den Herrn angetroffen zu werden.“4

Präsident Bensons Entschlossenheit, anderen vom Evangelium zu erzählen, beruhte auf seiner Liebe zu allen Kindern des Vaters im Himmel: „Die Kinder unseres Vaters brauchen das Evangelium. … Ich weiß, dass der Herr sie liebt, und als sein demütiger Diener ist mein Herz mit Liebe für die Millionen Menschen dieser Welt erfüllt.“5 In Hinblick darauf, wie machtvoll die Liebe des Erretters ist, bezeugte er: „Ja, unsere Segnungen vervielfältigen sich, wenn wir unseren Nächsten an seiner Liebe teilhaben lassen.“6

Nachdem er ein Leben lang bei der Missionsarbeit mitgewirkt und seine Glaubensgenossen dazu angespornt hatte, es ihm gleichzutun, konnte er bekräftigen: „Ich habe von der Freude der Missionsarbeit gekostet. Es gibt auf dieser Welt kein anderes Werk, was einem größere Freude und größeres Glück bringen kann.“7

„Bereitwillig stellen wir unsere Zeit und unsere Mittel, mit denen [der Herr] uns gesegnet hat, für die Aufrichtung seines Reiches auf Erden zur Verfügung.“

Lehren von Ezra Taft Benson

1

Die Welt hungert nach wahrer Religion, und wir besitzen sie

Nach der herrlichen Erscheinung Gottvaters und seines Sohnes Jesus Christus bei Joseph Smith scheint die erste große Aufgabe, die die wiederhergestellten Kirche auferlegt bekommen hat, darin zu bestehen, das Evangelium in die Welt hinauszutragen – zu allen Kindern unseres Vaters.

Es war wahrlich eines großes Drama von alles überragender Wichtigkeit – ein Drama voller Opfer, Freude, Mühsal und vor allem Nächstenliebe. Nirgendwo sonst auf der Erde findet man ein menschliches Drama, das sich damit vergleichen ließe. Ja, es hat Blut, Schweiß und Tränen gekostet, dieses Liebeswerk weiterzuführen. Und weshalb haben wir es getan? Weil der Gott des Himmels es geboten hat. Weil er seine Kinder liebt und weil es sein Wille ist, dass die Millionen von Menschen dieser Erde Gelegenheit haben sollen, von den herrlichen und erhöhenden Grundsätzen des Evangeliums Jesu Christi zu erfahren und sie aus eigenem, freien Willen anzunehmen und nach ihnen zu leben.8

Es ist meine Überzeugung, dass die Welt das Evangelium Jesu Christi mehr als alles andere braucht, und dass sich die Menschen dieser Welt nach dem sehnen, was das Evangelium ihnen bietet, doch dass sie sich dessen nicht bewusst sind. Sie wünschen sich den Anker, den das Evangelium bietet und der ihnen Lösungen für die Probleme aufzeigt, vor denen sie stehen; der ihnen ein Gefühl der Sicherheit und des inneren Friedens schenkt. Das Evangelium ist die einzige Lösung für die Probleme dieser Welt, meine Brüder und Schwestern.9

Nur das Evangelium wird die Welt vor dem Unglück bewahren, sich selbst zu zerstören. Nur das Evangelium wird die Menschen aller Rassen und Nationalitäten in Frieden vereinen. Nur das Evangelium wird der Menschheit Freude, Glück und Errettung bringen.10

Die Welt hungert nach wahrer Religion, und wir besitzen sie.11

Dies ist die herrliche Botschaft, die wir der Welt zu verkünden wünschen, dass durch Gottvater und seinen Sohn Jesus Christus das Reich Gottes wiederhergestellt worden ist. Dies ist die größte Botschaft seit der Auferstehung Jesu Christi.12

Wir nehmen demütig und dankbar diese Hauptverantwortung an, die der Kirche auferlegt worden ist. Wir sind glücklich, in einer Partnerschaft mit dem Vater im Himmel an diesem großen Werk der Erlösung und Erhöhung seiner Kinder teilzuhaben. Bereitwillig stellen wir unsere Zeit und unsere Mittel, mit denen er uns gesegnet hat, für die Aufrichtung seines Reiches auf Erden zur Verfügung. Wir wissen, dass dies unsere oberste Pflicht und auch eine große Gelegenheit ist. Dieser Geist hat die Missionsarbeit der Kirche Jesu Christi in allen Zeitaltern ausgezeichnet. Und er ist auch ein hervorstechendes Merkmal für die Einleitung der Evangeliumszeit der Fülle der Zeiten – unserer Zeit – gewesen. Wo auch immer treue Heilige der Letzten Tage zu finden sind, ist dieser Geist des selbstlosen Opferns für die größte Sache auf Erden vorhanden.13

Wir haben eine große Aufgabe. Wir müssen darauf vorbereitet sein, seien wir jung oder alt. Wir müssen unter den Nationen ein guter Einfluss sein, den Grundsätzen der Rechtschaffenheit treu.14

2

Wir können alle Missionare sein, unabhängig von unseren Umständen oder unserem Stand im Leben

Als Mitglieder der Kirche des Herrn müssen wir die Missionsarbeit ernst nehmen. Wenn Sie sich so anstrengen, wie Sie es sollten, wenn Sie diese Arbeit lieben, dann helfen Sie mit, die Seelen der Menschenkinder zu erretten.15

Man darf die Verbreitung des Evangeliums nicht nur als Priestertumspflicht sehen, sondern wir sollten uns voller Erwartung auf dieses Erlebnis freuen. Es geht dabei darum, Menschen zu Christus zu bringen, die Kinder des himmlischen Vaters zu belehren und zu taufen, damit wir uns im Reich des Vaters mit ihnen freuen können (siehe LuB 18:15).16

Wir alle tragen diese große Verantwortung gemeinsam, wir können uns ihr nicht entziehen. Kein Mann und keine Frau sollen meinen, dass sie aufgrund ihres Wohnortes oder ihrer Stellung in der Gesellschaft oder ihres Berufes oder Standes von dieser Verantwortung befreit seien.17

Junge Männer und Junge Damen

Wir hoffen, dass jeder Junge die Absicht hat, ein Bote des Herrn zu werden.18

Wie weckt man in einem Jungen den Wunsch, auf Mission zu gehen? Man wartet nicht damit, … ihm zu helfen, sich für eine Mission zu entscheiden. Man hilft ihm, sich für eine Mission zu entscheiden, wenn er neun, zehn oder elf Jahre alt ist. Der Nährboden für die Vorbereitung eines jungen Mannes liegt in der Familie. Und jeder Junge wird am besten bei sich zu Hause auf den Missionsdienst vorbereitet.

Man fängt früh damit an, indem man ihm das Beten beibringt, indem man ihm Geschichten aus dem Buch Mormon und anderen heiligen Schriften vorliest, indem man den Familienabend durchführt und ihn mit unterrichten lässt, indem man ihm die Grundsätze sittlicher Reinheit beibringt, ein Sparkonto für seine Mission anlegt, ihm das Arbeiten beibringt und ihm Gelegenheiten verschafft, anderen zu dienen.19

Wir möchten, dass junge Männer auf Mission kommen, die im Laufschritt an die Arbeit gehen können und die den aus persönlicher Rechtschaffenheit und reiner Lebensführung erwachsenden Glauben haben, dass sie eine gute und ertragreiche Mission haben werden.20

Der Herr möchte, dass jeder junge Mann eine Vollzeitmission erfüllt. … Ein junger Mann kann nichts Wichtigeres tun. Die Schule kann warten. Stipendien lassen sich aufschieben. Berufliche Ziele lassen sich auf später verlegen. Ja, auch die Eheschließung im Tempel soll warten, bis der junge Mann eine Vollzeitmission für den Herrn ehrenvoll abgeleistet hat. …

Auch den jungen Frauen … kann sich die Gelegenheit bieten, eine Vollzeitmission zu erfüllen. Ich bin dankbar dafür, dass meine ewige Gefährtin eine Vollzeitmission in Hawaii erfüllt hat, ehe wir im Salt-Lake-Tempel geheiratet haben, und ich freue mich, dass drei meiner Enkelinnen auf Mission waren. Einige unserer besten Missionare sind Schwestern.21

Ältere Missionare

Wir brauchen im Missionsdienst mehr ältere Missionare.22

Viele ältere Ehepaare könnten auf Mission gehen. Dabei werden sie entdecken, dass durch ihre Mission ihre Kinder, Enkel und Urenkel auf eine Weise gesegnet werden, wie es sonst nicht möglich wäre. Sie werden ihren Nachkommen ein nachahmenswertes Vorbild sein.23

Viele Paare können bezeugen, dass die Missionszeit zu den glücklichsten Zeiten ihres Ehelebens gehört hat, weil sei sich völlig einem Ziel verschrieben hatten – der Missionsarbeit.24

Die Mitglieder als Missionare

Wir müssen unterstreichen, dass mehr Missionsarbeit vonseiten der Mitglieder notwendig ist. Die Erfahrung hat gezeigt, dass diese Art der Missionsarbeit am ergiebigsten ist. Die Missionsarbeit der Mitglieder ist einer der wichtigen Schlüssel zu deren persönlichem Wachstum. Ich bin überzeugt, dass die Missionsarbeit der Mitglieder in jeder Gemeinde, wo sie geleistet wird, die Geistigkeit vertieft.25

„Der Herr erwartet von uns, dass wir Missionare sind.“

Wann haben Sie das letzte Mal einen Nachbarn eingeladen, zur Abendmahlsversammlung oder zu einer Pfahlkonferenz mitzukommen oder an einem Familienabend bei Ihnen zu Hause teilzunehmen? Wie lange ist es her, seitdem Sie ein echtes Gespräch über das Evangelium geführt haben? Das sind kostbare Erlebnisse.26

Der Herr gibt den Mitgliedern die Kraft für ihre missionarischen Aufgaben, wenn sie nur genug Glauben aufbringen, um es zu versuchen.27

Es ist an der Zeit, dass wir den Blick erheben und uns vom Umfang dieses großen Werks eine Vorstellung machen. Der Herr erwartet das von uns. Es reicht nicht aus, dass wir Mitglied der Kirche sind und zur Abendmahlsversammlung gehen, unseren Zehnten zahlen und das Wohlfahrtsprogramm unterstützen. Das ist alles gut, jedoch nicht ausreichend. Der Herr erwartet von uns, dass wir Missionare sind, dass wir das Evangelium leben, und zwar voll und ganz, und dass wir mithelfen, sein Reich aufzubauen.28

3

Das Buch Mormon ist das große Banner, das wir bei der Missionsarbeit hochhalten sollen

Das Buch Mormon ist sowohl für das Mitglied als auch für das Nichtmitglied da. Zusammen mit dem Geist des Herrn ist das Buch Mormon das bedeutendste Werkzeug, das Gott uns gegeben hat, um die Welt zu bekehren. Wenn wir Seelen ernten wollen, müssen wir auch das Werkzeug gebrauchen, das Gott dazu bestimmt hat, nämlich das Buch Mormon.

Und kaum etwas kann uns besser dazu bewegen, auf Mission zu gehen, als das Buch Mormon. Wir brauchen mehr Missionare. Wir brauchen aber auch besser vorbereitete Missionare, die aus Gemeinden und Zweigen und Familien kommen, wo man das Buch Mormon kennt und liebt. Wir brauchen Missionare, die ein brennendes Zeugnis davon haben, dass es von Gott kommt, und die diejenigen, um die sie sich bemühen, durch den Geist auffordern können, seine Seiten zu lesen und darüber nachzudenken – in dem unerschütterlichen Bewusstsein, dass der Herr ihnen durch die Macht des Heiligen Geistes kundtun wird, dass es wahr ist. Wir brauchen Missionare, die unsere Botschaft widerspiegeln.29

Das Buch Mormon ist das große Banner, das wir bei der Missionsarbeit hochhalten sollen. Es zeigt, dass Joseph Smith ein Prophet war. Es enthält die Worte Christi, und sein großer Auftrag ist es, Menschen zu Christus zu führen – alles andere ist nebensächlich. Die goldene Frage des Buches Mormon lautet: „Möchten Sie mehr über Christus erfahren?“ Das Buch Mormon ist das große Suchwerkzeug, mit dem man den goldenen Kontakt findet. Es enthält nichts, „was der Welt gefällt“, und deshalb sind die Weltlichen nicht daran interessiert (1 Nephi 6:5). Es ist ein großes Sieb.

Ein Bekehrter, der durch das Buch Mormon auf den Fels Christi gegründet ist und sich an der eisernen Stange festhält, unterscheidet sich von dem, der dies nicht tut.30

Wir dürfen nicht vergessen, dass der Herr selbst das Buch Mormon als seinen Kronzeugen bereitgestellt hat. Das Buch Mormon ist noch immer unser mächtigstes Missionswerkzeug. Nutzen wir es!31

4

Um bei der Missionsarbeit Erfolg zu haben, müssen wir den Geist erlangen, uns Demut aneignen, die Menschen lieben und fleißig arbeiten

Manchmal stellen Missionare die Frage: „Wie kann ich Erfolg haben? Wie wird man ein Missionar, der viel erreicht? Ich möchte vier bewährte Schlüssel zu erfolgreicher Missionsarbeit nennen, die für Missionare und Mitglieder gleichermaßen gelten.

Erstens: Bemühen Sie sich, den Geist zu erlangen.

Damit wir Erfolg haben können, muss der Geist des Herrn bei uns sein. Es heißt ja, dass der Geist nicht in einer unreinen Wohnstätte verbleibt. Deshalb besteht eine unserer obersten Prioritäten darin, dass wir darauf achten, dass unsere Lebensführung in Ordnung ist. Der Herr hat verkündet: „Seid rein, die ihr die Gefäße des Herrn tragt.“ (Lehre und Bündnisse 38:42.)

Der Herr hat uns ein Gesetz gegeben, das uns zeigt, wie wir sein Evangelium verkündigen sollen: „Der Geist wird euch durch das Gebet des Glaubens gegeben; und wenn ihr den Geist nicht empfangt, sollt ihr nicht lehren.“ (Lehre und Bündnisse 42:14.)32

Wenn es eine Botschaft gibt, die ich gegenüber meinen Amtsbrüdern bei den Zwölf Aposteln wiederholt habe, dann ist es die, dass es auf den Geist ankommt. Es kommt auf den Geist an. Ich weiß nicht, wie oft ich es schon gesagt habe, aber ich werde nie müde, es zu sagen: Am meisten kommt es auf den Geist an.33

Zweitens: Eignen Sie sich Demut an.

Der Herr hat gesagt, dass niemand bei seinem Werk helfen kann, wenn er nicht demütig und voller Liebe ist (siehe Lehre und Bündnisse 12:8). Demut ist aber nicht gleichbedeutend mit Schwäche, auch nicht mit Schüchternheit oder Angst. [Wir können] demütig und dennoch furchtlos sein; demütig und dennoch mutig. Demut bedeutet, dass einem bewusst wird: Ich bin auf eine höhere Macht angewiesen, ich brauche beständig die Hilfe des Herrn, wenn ich sein Werk tue.34

Wir können diese Arbeit nicht alleine tun. Dies ist sein Werk. Dies ist seine Kirche. Wir brauchen seine Hilfe. Flehen Sie darum, leben Sie dafür, schütten Sie dem Herrn Ihre Seele aus, um sie zu erhalten.35

Drittens: Lieben Sie die Menschen.

Wir müssen Liebe zu den Menschen entwickeln. Wir müssen ihnen mit reiner Evangeliumsliebe das Herz zuwenden, und zwar beseelt von dem Wunsch, sie zu erheben, zu erbauen und zu einem besseren Leben auf einem höheren Niveau und schließlich zur Erhöhung im celestialen Reich Gottes zu weisen. Wir heben die guten Eigenschaften der Menschen, denen wir begegnen, hervor, und lieben sie als Kinder Gottes, die der Herr liebt. …

Wir bewirken nichts, solange wir nicht gelernt haben, mit allen Kindern des Vaters im Himmel zu fühlen – solange wir sie nicht lieben lernen. Die Menschen spüren, wenn man ihnen Zuneigung entgegenbringt. Viele sehnen sich danach. Wenn wir uns in sie hineinversetzen, werden sie im Gegenzug auch uns mit Wohlwollen begegnen. So gewinnen wir Freunde.36

Wir … haben eine große Verantwortung, unseren Nächsten zu lieben. Es ist das zweite der zwei wichtigsten Gebote. Viele unserer Nächsten sind noch keine Mitglieder der Kirche. Wir müssen gute Mitmenschen sein. Wir müssen alle Kinder des Vaters im Himmel liebhaben und den Umgang mit ihnen pflegen.

Ich bete aufrichtig darum, dass wir mit der Liebe Gottes für unsere Mitmenschen gesegnet sein mögen.37

Viertens: Arbeiten Sie fleißig.

Wenn wir den Geist behalten wollen, müssen wir arbeiten. Nichts verschafft einem mehr Freude oder Befriedigung, als wenn man nach einem harten Arbeitstag weiß, dass man sein Bestes gegeben hat.

Eines der großen Geheimnisse der Missionsarbeit ist Arbeit! Wenn ein Missionar arbeitet, empfängt er den Geist, wenn er den Geist empfängt, lehrt er durch den Geist, und wenn er durch den Geist lehrt, berührt er das Herz der Menschen und ist glücklich. Arbeit, Arbeit, Arbeit – dafür gibt es, vor allem in der Missionsarbeit, keinen vergleichbaren Ersatz.38

Ich weiß, dass Gott lebt. Dies ist sein Werk. Er hat erneut vom Himmel gesprochen, mit einer Botschaft für die gesamte Welt; nicht nur für eine Handvoll Heilige der Letzten Tage, sondern für alle unsere Brüder und Schwestern, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Kirche. Möge Gott uns die Kraft geben, diese Botschaft in die Welt hinauszutragen, das Evangelium zu leben und die Maßstäbe der Kirche zu wahren, damit wir Anspruch auf die verheißenen Segnungen haben.39

Anregungen für Studium und Unterricht

Fragen

  • Warum braucht die Welt das Evangelium „mehr als alles andere“? (Beispiele finden Sie in Abschnitt 1.) Nach welchen wiederhergestellten Wahrheiten hungert die Welt Ihrer Meinung nach?

  • Befassen Sie sich mit Abschnitt 2. Denken Sie darüber nach, wie das dort Gesagte auf Sie und Ihre Familie zutrifft. Wie kann jeder von uns, unabhängig von seinen Umständen, anderen vom Evangelium erzählen? Was können wir tun, um uns auf eine Vollzeitmission vorzubereiten? Was können wir tun, um anderen dabei zu helfen, sich auf eine Vollzeitmission vorzubereiten?

  • Präsident Benson hat gesagt, dass „das Buch Mormon das bedeutendste Werkzeug [ist], das Gott uns gegeben hat, um die Welt zu bekehren“ (Abschnitt 3). Haben Sie schon einmal erlebt, wie sich Menschen bekehrt haben, weil sie sich intensiv mit dem Buch Mormon beschäftigt haben? Wie können wir unsere Bestrebungen verbessern, das Buch Mormon zu verbreiten?

  • Präsident Benson sprach von vier bewährten Schlüsseln zu erfolgreicher Missionsarbeit (siehe Abschnitt 4). Warum wohl führen diese Punkte bei der Missionsarbeit zum Erfolg? Kennen Sie Menschen, die diese Grundsätze befolgt haben?

Einschlägige Schriftstellen

Markus 16:15; 1 Timotheus 4:12; Alma 17:2,3; 26:1-16; LuB 4; 12:7-9; 15:4-6; 88:81; 123:12-17

Studienhilfe

„Sprechen Sie mit anderen über das, was Sie gelernt haben. Sie denken dadurch klarer und merken es sich leichter.“ (Lehren, die größte Berufung, Seite 17.)

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    „Our Responsibility to Share the Gospel“, Ensign, Mai 1985, Seite 8

  2.   2.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1961

  3.   3.

    „Preparing Yourselves for Missionary Service“, Ensign, Mai 1985, Seite 37

  4.   4.

    Thomas S. Monson, „God Be with You Till We Meet Again“, Ensign, November 1990, Seite 87

  5.   5.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1970

  6.   6.

    „Life Is Eternal“, Ensign, Juni 1971, Seite 34

  7.   7.

    The Teachings of Ezra Taft Benson, 1988, Seite 213

  8.   8.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1970

  9.   9.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1961

  10.   10.

    The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 188

  11.   11.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1955

  12.   12.

    The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 110

  13.   13.

    God, Family, Country: Our Three Great Loyalties, 1974, Seite 49f.

  14.   14.

    Herbst-Generalkonferenz 1950

  15.   15.

    „Of the Most Worth“, New Era, Juni 1989, Seite 4

  16.   16.

    „Of the Most Worth“, Seite 6

  17.   17.

    „Our Responsibility to Share the Gospel“, Seite 8

  18.   18.

    The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 189

  19.   19.

    „Our Responsibility to Share the Gospel“, Seite 7

  20.   20.

    „To the ‚Youth of the Noble Birthright‘“, Ensign, Mai 1986, Seite 45

  21.   21.

    „To the Young Women of the Church“, Ensign, November 1986, Seite 83

  22.   22.

    „To the Elderly in the Church“, Ensign, November 1989, Seite 5

  23.   23.

    „A Sacred Responsibility“, Ensign, Mai 1986, Seite 78

  24.   24.

    „Our Responsibility to Share the Gospel“, Seite 8

  25.   25.

    The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 208f.

  26.   26.

    The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 210

  27.   27.

    „Of the Most Worth“, Seite 4ff.

  28.   28.

    The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 211

  29.   29.

    „Of the Most Worth“, Seite 6

  30.   30.

    The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 203f.

  31.   31.

    The Teachings of Ezra Taft Benson, Seite 204

  32.   32.

    Come unto Christ, 1983, Seite 91f.

  33.   33.

    Seminar für neue Missionspräsidenten, 3. April 1985

  34.   34.

    Come unto Christ, Seite 94

  35.   35.

    „Principles for Performing Miracles in Missionary Work“, Seminar für neue Missionspräsidenten, 21. Juni 1988

  36.   36.

    Come unto Christ, Seite 96

  37.   37.

    „Our Responsibility to Share the Gospel“, Seite 8

  38.   38.

    Come unto Christ, Seite 96f.

  39.   39.

    Herbst-Generalkonferenz 1943