Kapitel 13: Frieden und Zufriedenheit durch zeitliche Eigenständigkeit

Lehren der Präsidenten der Kirche: Gordon B. Hinckley, 2016


„Wir lehren die Eigenständigkeit als Lebensgrundsatz: Wir sollen für uns selbst sorgen und uns um das, was wir brauchen, selbst kümmern.“

Aus dem Leben von Gordon B. Hinckley

Schon als Kind lernte Gordon B. Hinckley Grundsätze der Eigenständigkeit kennen, als er mit seinen Eltern und Geschwistern arbeitete. Er erzählte später:

„Wir wohnten damals in einem meiner Meinung nach sehr geräumigen Haus. … Es gab eine ausgedehnte Rasenfläche mit vielen Bäumen, von denen Millionen Blätter herunterfielen. Da fiel dann ständig eine ungeheure Menge Arbeit an.

[Wir hatten] einen Herd in der Küche und einen Ofen im Esszimmer. Später wurde dann eine Heizung eingebaut ‒ eine wunderbare Sache. Sie entwickelte aber einen unersättlichen Appetit auf Kohle, und es gab noch keine automatische Brennstoffzufuhr. Die Kohle musste hineingeschaufelt und jeden Abend sorgfältig aufgeschichtet werden.

Dieser monströsen Heizung verdanke ich eine wichtige Lehre: Wenn man es warm haben wollte, musste man fleißig schaufeln.

Mein Vater hatte die Vorstellung, dass seine Jungen arbeiten lernen sollten, im Sommer wie im Winter, und so kaufte er eine Farm von zwei Hektar, die schließlich auf über zwölf Hektar anwuchs. Wir wohnten dort den Sommer über und kehrten zum Schulbeginn in die Stadt zurück.

Wir hatten einen großen Obstgarten, und die Bäume mussten jedes Frühjahr beschnitten werden. Vater nahm uns zu Vorführungen mit, wo Fachleute von der Landwirtschaftsschule zeigten, wie man das richtig macht. Wir lernten eine bedeutende Wahrheit: Mit der Art und Weise, wie man im Februar die Bäume beschneidet, lässt sich schon recht gut bestimmen, was für Früchte man im September erntet.“1

Wahrheiten wie diese waren eine Grundlage seiner Persönlichkeit, und so lehrte Präsident Hinckley häufig anhand praktischer Beispiele, wie man das Evangelium lebt. Er bezeugte, welche Segnungen mit harter Arbeit verbunden sind, und ermunterte die Mitglieder der Kirche, im Rahmen ihrer finanziellen Mittel zu bleiben und sich auf mögliche Schicksalsschläge vorzubereiten.

Präsident Hinckley vertrat diese Grundsätze nicht nur, sondern verschaffte den Mitgliedern auch Möglichkeiten, sie umzusetzen. So führte er beispielsweise im April 2001 den Ständigen Ausbildungsfonds ein, der seiner Ansicht nach vom Herrn inspiriert war.2 Bei diesem Programm kann man mit Spenden einen Fonds unterstützen, der an Mitglieder, die dafür in Frage kommen (hauptsächlich zurückgekehrte Missionare), kurzfristige Darlehen vergibt, die sie für eine Berufsausbildung verwenden können, die zu einem vollwertigen Beschäftigungsverhältnis führt. Zurückgezahlte Gelder fließen erneut in den Fonds ein, um Darlehen für weitere Empfänger zu ermöglichen. Der Ständige Ausbildungsfonds hat bereits zehntausenden Menschen geholfen, eigenständig zu werden. Er stellt, wie Präsident Hinckley einmal erklärte, einen „herrlichen Hoffnungsstrahl“ dar.3

Eine Frau bei der Gartenarbeit

Es gibt nirgends unter dem Himmelszelt einen Ersatz für produktive Arbeit. Durch sie werden Träume Wirklichkeit.

Lehren von Gordon B. Hinckley

1

Wer ehrliche Arbeit leistet, der ist ein Leben lang gesegnet

Ich glaube an das Evangelium der Arbeit. Es gibt nirgends unter dem Himmelszelt einen Ersatz für produktive Arbeit. Durch sie werden Träume Wirklichkeit. Durch sie werden bloße Visionen rasch zu Erfolgen.4

Ein bisschen Spielen und ein bisschen Müßiggang sind gut. Aber die Arbeit bestimmt das Leben des Menschen. … Durch Arbeit beschaffen wir uns Essen, Kleidung, Unterkunft. Wir können nicht leugnen, dass wir mit geschickten Händen und einem ausgebildeten Verstand arbeiten müssen, wenn wir uns persönlich und als Gemeinschaft weiterentwickeln wollen und wenn es uns gut gehen soll.5

Ich habe festgestellt, dass das Leben nicht nur aus großen Heldentaten besteht. Im besten Fall besteht das Leben daraus, dass man stets gütig und anständig ist und ohne viel Aufhebens das tut, was getan werden muss. Mir ist aufgefallen, dass es nicht die Genies sind, auf die es in dieser Welt ankommt. Vielmehr wird ein Großteil der Arbeit auf der Welt von Menschen mit ganz gewöhnlichem Talent erledigt, die außergewöhnlich hart arbeiten.6

Kinder müssen mit ihren Eltern arbeiten: Sie müssen mit ihnen das Geschirr abwaschen, den Boden wischen, den Rasen mähen, Bäume und Büsche beschneiden, streichen, reparieren, aufräumen und hunderte andere Sachen machen, bei denen sie lernen, dass Arbeit der Preis ist, den man für Sauberkeit, Fortschritt und Wohlstand zahlt.7

Mann und Jungen vor einem Holzstapel

Kinder müssen mit ihren Eltern arbeiten. … Sie lernen, dass Arbeit der Preis ist, den man für Sauberkeit, Fortschritt und Wohlstand zahlt.

Diese Kirche lebt von Arbeit. Jeder arbeitet. Man entwickelt sich nur, wenn man arbeitet. Der Glaube und das Zeugnis von der Wahrheit sind wie die Muskeln am Arm. Gebraucht man den Arm, wird er stark. Wird er in einer Schlinge ruhiggestellt, wird er schwach und schlaff. Wir bringen die Menschen dazu, dass sie sich an die Arbeit machen. Wir erwarten Großes von ihnen, und das Erstaunliche und Wunderbare daran ist: Sie schaffen es! Sie schaffen etwas.8

Wenn Sie nichts tun, geschieht in der Kirche auch nichts. Mit der Kirche ist es wie mit einer Schubkarre. Sie bewegt sich erst dann, wenn man die beiden Griffe in die Hand nimmt und sie vorwärts schiebt. Durch fleißiges Arbeiten kommt das Werk des Herrn voran, und wer gelernt hat, ehrliche Arbeit zu leisten, dem gereicht dies das ganze Leben lang zum Segen. Das ist meine feste Überzeugung. Es gereicht Ihnen das ganze Leben lang zum Segen.9

2

Wir müssen anderen helfen, sich selbst aufzurichten und eigenständig zu werden

Es gibt ein altes Sprichwort: Gib einem Menschen einen Fisch, so hat er einen Tag lang zu essen. Bringst du ihm hingegen bei, wie man Fische fängt, so hat er sein Lebtag zu essen. …

Möge der Herr uns die visionäre Kraft und den Weitblick gewähren, das zu tun, was für unsere Mitglieder nicht nur geistig, sondern auch zeitlich von Nutzen ist. Auf uns ruht eine schwerwiegende Verpflichtung. Präsident Joseph F. Smith hat vor beinahe hundert Jahren gesagt, dass eine Religion, die dem Menschen in diesem Leben nicht hilft, wahrscheinlich auch im nächsten Leben nicht viel für ihn tun könne (siehe „The Truth about Mormonism“, Out West, September 1905, Seite 242).

Überall, wo unter unseren Mitgliedern die Armut weit verbreitet ist, müssen wir ihnen mit aller Kraft helfen, sich selbst aufzurichten und ihr Leben auf Eigenständigkeit zu gründen, was durch eine Ausbildung bewerkstelligt werden kann. Eine Ausbildung ist der Schlüssel zu weiteren Chancen. …

Es ist unsere feierliche Pflicht, … den Schwachen beizustehen, die herabgesunkenen Hände emporzuheben und die müden Knie zu stärken (siehe LuB 81:5). Wir müssen den Menschen helfen, eigenständig und erfolgreich zu werden.

„Ich glaube, der Herr möchte sein Volk nicht zu einem Leben in Armut verurteilt sehen. Ich glaube, er möchte, dass die Glaubenstreuen all das Gute dieser Erde genießen. Er möchte, dass wir alles tun, um ihnen zu helfen.10

Jeder soll, das lehren wir, für sich selbst tun, was er kann. Wenn seine Rücklagen erschöpft sind, soll er sich an seine Familie wenden. Wenn die Familie ihm nicht helfen kann, springt die Kirche ein. Und wenn die Kirche einspringt, möchten wir ihm vor allem erst einmal geben, was er unmittelbar braucht, und ihm dann so lange helfen, wie er Hilfe braucht, ihn aber auch darin unterstützen, sich weiterzubilden, Arbeit zu finden, eine Möglichkeit zu finden, wieder auf die Beine zu kommen. Darum geht es bei dem großen Wohlfahrtsprogramm [der Kirche].11

Denjenigen, die dieses Programm in Anspruch genommen haben, bleiben der Fluch des Müßiggangs und das Übel des Almosenempfangens erspart. Sie erhalten sich ihre Würde und Selbstachtung. Und die unzähligen Männer und Frauen, die nicht direkt unterstützt werden, die aber die Felder bestellen und Lebensmittel verarbeiten und sich an Dutzenden ähnlichen Unternehmungen beteiligen, legen Zeugnis dafür ab, wie viel Freude es macht, wenn man seinen Mitmenschen selbstlos dient.

Niemand, der dieses Programm mit allem, was dazugehört, erlebt und der sieht, welch gewaltige Folgen es nach sich zieht, kann ernsthaft daran zweifeln, dass es durch den Geist der Offenbarung ins Leben gerufen wurde und durch diesen seitdem so viel Gutes bewirkt.12

Wir werden das Werk fortsetzen. Es wird immer jemand in Not geben. Hunger, Entbehrungen und Katastrophen werden nie aufhören. Und es wird immer Menschen geben, deren Herz vom Licht des Evangeliums berührt wurde und die willens sind, zu dienen und zu arbeiten und den Bedürftigen der Welt unter die Arme zu greifen.

Ein damit verwandtes Projekt ist der Ständige Ausbildungsfonds. Er konnte durch Ihre großzügigen Spenden eingerichtet werden. … Würdigen jungen Männern und Frauen wird ein Darlehen für eine Ausbildung gewährt. Andernfalls säßen sie in der Falle anhaltender Armut, in der ihre Eltern und Ahnen seit Generationen gefangen waren. …

Der Geist des Herrn leitet dieses Werk. Die Wohlfahrtsarbeit ist weltliche Arbeit – es geht um Reis und Bohnen, Decken und Zelte, Kleidung und Medikamente, Arbeit und Ausbildung für eine bessere Stelle. Aber diese so genannte weltliche Arbeit ist nur ein Ausdruck einer inneren Einstellung – nämlich der unseres Herrn, von dem gesagt wurde, dass er „umherzog [und] Gutes tat“ (siehe Apostelgeschichte 10:38).13

3

Die Propheten haben uns aufgefordert, uns geistig und zeitlich auf Schicksalsschläge vorzubereiten

Wir lehren die Eigenständigkeit als Lebensgrundsatz: Wir sollen für uns selbst sorgen und uns um das, was wir brauchen, selbst kümmern. Wir halten deshalb unsere Mitglieder dazu an, sich etwas zurückzulegen, zu planen, … Lebensmittel einzulagern und nach Möglichkeit für schlechte Zeiten ein Sparkonto einzurichten. Schicksalsschläge treten manchmal dann ein, wenn man am wenigsten damit rechnet – Arbeitslosigkeit, Krankheit und dergleichen mehr.14

Unserer alten Mutter Erde [sind] Pech und Unheil ja nicht fremd … Wer die heiligen Schriften liest und an sie glaubt, kennt die Warnungen der Propheten vor Katastrophen, die bereits eingetreten sind oder die noch eintreten sollen. …

Wie bedrohlich klingen doch die Offenbarungsworte im 88. Abschnitt des Buches Lehre und Bündnisse über das Unheil, das nach dem Zeugnis der Ältesten eintreten soll. Der Herr sagt:

„Denn nach eurem Zeugnis kommt das Zeugnis von Erdbeben, das Stöhnen in ihrem Innern verursachen wird, und die Menschen werden zu Boden fallen und werden nicht imstande sein zu stehen.

Und es kommt auch das Zeugnis durch die Stimme von Donnern und die Stimme von Blitzen und die Stimme von Unwettern und die Stimme von Meereswogen, die sich über ihre Grenzen hinaus erheben werden.

Und alles wird in Aufruhr sein; und gewiss wird den Menschen das Herz aussetzen, denn Furcht wird über alles Volk kommen.“ (LuB 88:89-91.) …

So, wie es in der Vergangenheit Unheil gab, erwarten wir auch noch einiges in der Zukunft. Was tun wir?

Jemand hat einmal gesagt, es habe nicht geregnet, als Noach die Arche baute, aber er baute sie, und dann kam der Regen.

Der Herr hat gesagt: „Aber wenn ihr bereit seid, werdet ihr euch nicht fürchten.“ (LuB 38:30.)

Der erste Schritt zur Vorbereitung steht auch im Buch Lehre und Bündnisse. Da heißt es: „Darum steht an heiligen Stätten und wankt nicht, bis der Tag des Herrn kommt.“ (LuB 87:8.) …

Wir können so leben, dass wir den Herrn um Schutz und Führung anrufen dürfen. Das hat oberste Priorität! Wir können keine Hilfe von ihm erwarten, wenn wir nicht bereit sind, die Gebote zu halten. Wir verfügen in unserer Kirche über genügend Beispiele dafür, welche Strafen Ungehorsam nach sich zieht – wir erkennen das sehr gut an den Jarediten und auch an den Nephiten. Beide Völker hatten ihre Blütezeit, doch ihre Schlechtigkeit führte zu ihrem Untergang.

Selbstverständlich sind wir uns bewusst, dass es über Gerechte wie über Ungerechte regnet (siehe Matthäus 5:45). Doch auch wenn die Gerechten sterben, sind sie nicht verloren, sondern errettet durch das Sühnopfer des Erlösers. Paulus schrieb den Römern: „Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn.“ (Römer 14:8.)

[Lange] hat man unseren Mitgliedern geraten und sie dazu angespornt, sich so vorzubereiten, dass im Falle eines Unglücks ihr Überleben gesichert ist.

Man kann durchaus etwas Wasser, ein paar Grundnahrungsmittel, Medikamente und Kleidung, die einen warm hält, auf die Seite legen. Man sollte auch ein wenig Geld auf die hohe Kante gelegt haben, falls schlechte Zeiten kommen.15

In vielen Gebieten gibt es ein großartiges Wohlfahrtsprogramm mit Einrichtungen wie zum Beispiel Getreidesilos. Es ist wichtig, dass es so etwas gibt. Der beste Ort jedoch, wo wir Lebensmittel einlagern und auch ein paar Ersparnisse aufbewahren können, ist zu Hause. Das beste Wohlfahrtsprogramm ist unser eigenes. Fünf oder sechs Fässer Weizen zu Hause sind mehr wert als ein Scheffel im Getreidesilo. …

Wir können dabei ganz klein anfangen. Wir können mit einem Wochenvorrat beginnen, ihn dann auf einen Monat ausweiten und dann auf drei. Ich spreche jetzt von Lebensmitteln für den Grundbedarf. Sie merken schon, dieser Rat ist nicht neu. Ich fürchte jedoch, dass so viele der Meinung sind, ein Langzeitvorrat sei unmöglich einzurichten, dass sie überhaupt keine Anstrengungen unternehmen.

Fangen Sie klein an, … und arbeiten Sie allmählich auf ein realistisches Ziel hin. Legen Sie regelmäßig etwas Geld auf die hohe Kante, und Sie werden überrascht sein, wie viel zusammenkommt.16

4

Wir sind unabhängig und frei, wenn wir Schulden so gut wir können vermeiden und für Notzeiten sparen

Immer und immer wieder wurde uns geraten, unabhängig zu sein, uns nicht zu verschulden, sparsam zu sein. Viele von uns haben sich wegen überflüssiger Dinge verschuldet. … Ich fordere Sie, die Mitglieder der Kirche, auf, sich möglichst Ihrer Schulden zu entledigen und etwas für schlechte Tage auf die hohe Kante zu legen.17

Es ist an der Zeit, unser Haus in Ordnung zu bringen. …

Präsident J. Reuben Clark Jr. hat 1938 in der Priestertumsversammlung der Konferenz gesagt: „Wenn Sie Schulden machen, sind die Zinsen Ihr ständiger Begleiter – den ganzen Tag und die ganze Nacht sind sie da; Sie können ihnen nicht entkommen; Sie können sich nicht von ihnen befreien. Zinsen hören weder auf Schmeicheleien noch auf Forderungen oder Befehle, und wenn Sie sich ihnen in den Weg stellen, ihren Weg kreuzen oder ihre Forderungen nicht erfüllen können, werden Sie zermalmt.“ (Frühjahrs-Generalkonferenz 1938.)

Ich weiß, dass man vielleicht Geld aufnehmen muss, um ein Haus zu kaufen. Aber kaufen wir uns doch ein Haus, das wir uns leisten können, damit wir mit den Zahlungen, die uns unbarmherzig und unablässig verfolgen, fertigwerden. …

Seit den Anfangstagen der Kirche hat der Herr sich zum Thema Schulden geäußert. Zu Martin Harris sagte er durch Offenbarung: „Bezahle die Schulden, die du beim Drucker eingegangen bist. Befreie dich aus der Knechtschaft.“ (LuB 19:35.)

Präsident Heber J. Grant hat sich häufig zu diesem Thema geäußert. … Er hat gesagt: „Wenn es etwas gibt, was dem Menschenherzen und der Familie Frieden und Zufriedenheit schenkt, dann ist es das, dass man mit seinem Einkommen auskommt. Und wenn es etwas gibt, was entmutigt und bedrückt, dann sind das Schulden und Verpflichtungen, denen man nicht nachkommen kann.“ (Heber J. Grant, Gospel Standards, Hg. G. Homer Durham, 1941, Seite 111.)

Wir treten in der ganzen Kirche für Eigenständigkeit ein. Eigenständigkeit kann es nicht geben, wenn auf einem Haushalt hohe Schulden lasten. Wenn man einem anderen verpflichtet ist, ist man nicht unabhängig und auch nicht frei von Knechtschaft.

Wir bemühen uns, im Umgang mit den Angelegenheiten der Kirche ein Beispiel zu geben. Wir haben es uns zur Regel gemacht, jedes Jahr einen bestimmten Prozentsatz der Einkünfte der Kirche für mögliche Notzeiten zu sparen.

Ich bin froh, sagen zu können, dass die Kirche keine Schulden hat. Die Kirche kann in all ihren Unternehmungen und all ihren Abteilungen ohne geborgtes Geld operieren. Falls wir das einmal nicht mehr schaffen, schränken wir unsere Programme ein. Wir kürzen die Ausgaben, damit unser Einkommen ausreicht. Wir machen keine Schulden. …

Es ist ein wundervolles Gefühl, wenn man schuldenfrei ist, wenn man einen kleinen Notgroschen hat, für den Fall, dass man ihn braucht. …

Ich bitte Sie inständig, … sehen Sie sich den Zustand Ihrer Finanzen an. Ich bitte Sie inständig, seien Sie in Ihren Ausgaben bescheiden, meiden Sie Schulden, so gut Sie können, bezahlen Sie Ihre Schulden, so rasch Sie können, und befreien Sie sich aus der Knechtschaft.

Dies ist ein Teil des zeitlichen Evangeliums, an das wir glauben. Möge der Herr Sie segnen, … dass Sie Ihr Haus in Ordnung bringen. Wenn Sie Ihre Schulden bezahlt haben, wenn Sie etwas gespart haben, auch wenn es nur wenig ist, dann werden Sie für Ihre Frau und Ihre Kinder eine Zuflucht haben, wenn die Stürme über Ihrem Haus heulen, und Sie werden im Herzen Frieden haben.18

Anregungen für Studium und Unterricht

Fragen

  • Präsident Hinckley hat gesagt, dass es „nirgends … einen Ersatz für produktive Arbeit“ gibt (Abschnitt 1). Inwiefern hat sich Arbeit als Segen in Ihrem Leben erwiesen? Was haben Sie durch harte Arbeit gelernt? Wie können Eltern ihren Kindern helfen, arbeiten zu lernen?

  • Wozu sind wir gegenüber denjenigen verpflichtet, die in zeitlicher Hinsicht bedrängt sind? (Siehe Abschnitt 2.) Wie können wir anderen helfen, eigenständig zu werden? Wie wurde Ihr Leben dadurch beeinflusst, dass Sie anderen geholfen haben oder dass Ihnen geholfen wurde?

  • Lesen Sie sich durch, wie wir uns laut Präsident Hinckley auf Notzeiten vorbereiten sollen (siehe Abschnitt 3). Haben Sie schon einmal erlebt, dass es wichtig war, auf Notzeiten vorbereitet zu sein? Mit welchen geringfügigen Maßnahmen können wir uns Schritt für Schritt vorbereiten?

  • Lesen Sie sich Präsident Hinckleys Ratschläge zu Schulden und zur Sparsamkeit durch (siehe Abschnitt 4). Warum ist es wichtig, dass wir in unseren Ausgaben bescheiden sind? Wie können uns Schulden geistig und zeitlich beeinflussen? Wie können Eltern ihren Kindern einen klugen Umgang mit Geld beibringen?

Einschlägige Schriftstellen

1 Thessalonicher 4:11,12; LuB 1:11-13; 78:13,14; 104:13-18; Mose 5:1

Unterrichtshilfe

„Brechen Sie ein gutes Unterrichtsgespräch nicht allzu früh ab, bloß weil Sie noch allen Lehrstoff bringen wollen, den Sie vorbereitet haben. Natürlich ist es wichtig, den Lehrstoff durchzunehmen, doch noch wichtiger ist es, den Lernenden zu helfen, den Einfluss des Geistes zu spüren, etwas zu klären, was unklar war, das Evangelium besser verstehen zu lernen und sich vermehrt zu verpflichten, die Gebote zu halten.“ (Lehren, die größte Berufung, Seite 64.)

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    „Some Lessons I Learned as a Boy“, Ensign, Mai 1993, Seite 52

  2.   2.

    Siehe „The Perpetual Education Fund“, Ensign, Mai 2001, Seite 52

  3.   3.

    „Sich herabbeugen, um andere aufzurichten“, Liahona, Januar 2002, Seite 67

  4.   4.

    „I Believe“, New Era, September 1996, Seite 6

  5.   5.

    „I Believe“, Seite 6

  6.   6.

    One Bright Shining Hope: Messages for Women from Gordon B. Hinckley, 2006, Seite 24

  7.   7.

    Teachings of Gordon B. Hinckley, 1997, Seite 707

  8.   8.

    Discourses of President Gordon B. Hinckley, Band 2: 2000–2004, 2005, Seite 532

  9.   9.

    „Worte des lebenden Propheten“, Liahona, März 2000, Seite 30

  10.   10.

    „The Perpetual Education Fund“, Seite 52f.

  11.   11.

    „This Thing Was Not Done in a Corner“, Ensign, November 1996, Seite 50

  12.   12.

    „President Harold B. Lee: An Appreciation“, Ensign, November 1972, Seite 8; siehe auch Heber J. Grant, Herbst-Generalkonferenz 1936

  13.   13.

    „Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben“, Liahona, Mai 2004, Seite 61

  14.   14.

    „This Thing Was Not Done in a Corner“, Seite 50

  15.   15.

    „Wenn ihr bereit seid, werdet ihr euch nicht fürchten“, Liahona, November 2005, Seite 61f.

  16.   16.

    „To Men of the Priesthood“, Ensign, November 2002, Seite 58

  17.   17.

    „Die Zeit, in der wir leben“, Liahona, Januar 2002, Seite 84f.

  18.   18.

    „To the Boys and to the Men“, Ensign, November 1998, Seite 53f.