Kapitel 4: Die ersten Grundsätze und Verordnungen des Evangeliums

"Kapitel 4: Die ersten Grundsätze und Verordnungen des Evangeliums," Lehren der Präsidenten der Kirche: Harold B. Lee, (2001)


Einleitung

In Leben und Charakter rein und heilig zu werden ist der Wunsch aller glaubenstreuen Heiligen der Letzten Tage. Präsi- dent Harold B. Lee hat erklärt, dass der Weg zu Reinheit und Heiligkeit darin besteht, dass man die ersten vier Grundsätze und Verordnungen des Evangeliums annimmt – den Glauben an den Herrn Jesus Christus, die Umkehr, die Taufe und den Empfang der Gabe des Heiligen Geistes – und dass man dann bis ans Ende ausharrt und alle Gebote Gottes hält. Er hat gesagt:

„Die Gesetze Gottes, die den Menschen gegeben sind, sind im Evangeliumsplan enthalten, und die Kirche Jesu Christi hat die Aufgabe, die Welt diese Gesetze zu lehren. Der Vater im Himmel hat sie zu dem einzigen Zweck erlassen, dass Sie, die Sie vom Gesetz regiert werden, auch vom Gesetz bewahrt und vervollkommnet und geheiligt werden (siehe LuB 88:34). Die größte aller Gaben Gottes besteht darin, dass er uns in seinem Reich errettet.“ 1

Er hat auch erklärt: „Die Erkenntnis Gottes und Jesu, seines Sohnes, ist für das ewige Leben wesentlich, aber das Halten der Gebote Gottes muss dem Erwerb dieser Erkenntnis vorangehen.“ 2

In diesem Kapitel wird erörtert, wie die ersten vier Grundsätze und Verordnungen des Evangeliums und das Ausharren bis ans Ende in Rechtschaffenheit uns zum ewigen Leben führen.

Lehren von Harold B. Lee

Was ist der Glaube und inwiefern leitet er uns in dem Streben nach ewigem Leben an?

Glaube, auf die Religion angewandt, ist ihr Grundprinzip und tatsächlich die Quelle aller Rechtschaffenheit, die den Menschen in seinen Bemühungen, in der zukünftigen Welt ewiges Leben zu erlangen, anleitet. Im Mittelpunkt steht Gott, der kraft des Glaubens als die Quelle aller Macht und aller Weisheit im Universum erkannt wird und der die leitende Intelligenz „aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge ist, die seine Weisheit beweisen“. Durch den Glauben an Gott können also auch Sie … sich auf das Unendliche einstimmen und durch die Macht und Weisheit, die Sie vom himmlischen Vater erhalten, die Mächte des Universums zügeln, so dass sie Ihnen dienen, wenn Sie Probleme lösen müssen, die für Ihre menschliche Kraft oder Intelligenz zu groß sind.

Wie können wir solchen Glauben entwickeln? Die Antwort lautet: durch Studieren, durch Arbeit, durch Beten. Der Apostel Paulus hat die Frage gestellt: „Wie sollen sie an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie hören, wenn niemand verkündigt?“ (Römer 10:14.) Wir müssen die Antwort geben, sie können es nicht. Der Glaube kann also nur dadurch kommen, dass man das Wort Gottes von jemandem hört, der die Wahrheit verkündigt. Die Verkündigung der Wahrheit in Bezug auf Gott und seine Absichten wird auch mit dem Aussäen eines Samenkorns verglichen: wenn es ein gutes Samenkorn ist, dann sprosst und wächst es in Ihrem Herzen, wenn die folgenden Bedingungen vorliegen: Erstens muss es in den reichhaltigen, fruchtbaren Boden der Aufrichtigkeit und des wirklichen Wunsches gelegt werden; zweitens muss es mit eifrigem Studieren und Forschen gehegt werden, und drittens braucht es den wahrhaftigen geistigen „Tau“ und die warmen Strahlen der Inspiration, die dem demütigen Beten entspringen. Die Ernte kann nur dann stattfinden, wenn jemand auch gemäß den Wahrheiten, die er gelernt hat, lebt und sein Leben der Sünde ändert und seine Tage mit sinnvollem Tun erfüllt und die Gebote Gottes hält, an den er glaubt, und seinen Mitmenschen dient. 3

Durch den Glauben werden aus den zehn Geboten vom Berg Sinai mehr als die Platitüden eines Philosophen, nämlich die donnernde Stimme der Vollmacht aus der Höhe, und die Lehren der Propheten werden zum offenbarten Wort Gottes, das uns in unsere celestiale Heimat führt. … Durch den Glauben erkennen wir: alles, was dem Maßstab Jesu entgegenkommt, nämlich: „Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist“ [Matthäus 5:48], dient uns zu unserem guten und ewigen Nutzen, auch wenn damit die schwere Züchtigung durch den allweisen Gott verbunden ist. „Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er; er schlägt mit der Rute jeden Sohn, den er gern hat.“ [Hebräer 12:6.] 4

Jedes Kind muss lernen, dass Glaube, der zur Vollkommenheit ausreicht, nur durch Opferbereitschaft entwickelt wird; und wenn man nicht lernt, seine Begierden und [physischen] Wünsche zu opfern, um den Gesetzen des Evangeliums zu gehorchen, kann man sich nicht vor dem Herrn heiligen. 5

Warum müssen wir täglich Umkehr üben?

Damit das Gute aufblühen kann, muss man es hegen und pflegen und sich beständig darin üben, und um wirklich rechtschaffen zu sein, müssen wir das Böse täglich aus unserem Charakter ausmerzen, indem wir täglich von der Sünde umkehren. …

Welche Schritte müssen wir nun gehen, um beim Aufstieg ent- lang der Straße der Umkehr der Vergebung Gottes – durch die Erlösung, die das Sühnopfer des Meisters bewirkt – und des ewigen Lebens in der künftigen Welt würdig zu sein? Der allweise Vater, der ja vorhergesehen hat, dass manche in Sünde verfallen und umkehren müssen, hat in den Lehren seines Evangeliums und durch seine Kirche den Plan der Erlösung bereitet, der uns deutlich den Weg zur Umkehr zeigt.

Erstens muss der Sünder bekennen. „Ob jemand von seinen Sünden umkehrt, könnt ihr daran erkennen: Siehe, er bekennt sie und lässt davon.“ (LuB 58:43.) Das Geständnis muss zunächst dem gegenüber erfolgen, dem man durch sein Verhalten Unrecht getan hat. Das aufrichtige Bekennen besteht nicht darin, dass man die Schuld zugibt, nachdem sie erwiesen ist. Wenn man viele Menschen öffentlich verletzt hat, muss man dies auch öffentlich und vor denen eingestehen, die man verletzt hat, damit man seine Scham und Demut und die Bereitschaft zeigen kann, den verdienten Tadel entgegenzunehmen. Wenn man im Verborgenen gehandelt und niemanden außer sich selbst verletzt hat, sollte auch das Bekennen im Verborgenen erfolgen, damit der himmlische Vater, der auch das Verborgene sieht, es einem offen vergelten kann. Handlungen, die sich auf den Stand in der Kirche oder auf das Anrecht auf bestimmte Rechte oder Möglichkeiten, in der Kirche aufzusteigen, auswirken können, muss man unverzüglich dem Bischof bekennen, den der Herr ja zum Hirten über die Herde bestimmt und beauftragt hat, als allgemeiner Richter in Israel zu fungieren. Er kann sich ein solches Geständnis im Verborgenen anhören und gerecht und barmherzig vorgehen, wie es der einzelne Fall gebietet. … Im Anschluss an das Geständnis muss der, der gesündigt hat, durch gute Taten die Frucht seiner Umkehr zeigen, und sie werden dann mit dem Schlechten vergli- chen. Er muss, so gut er kann, Wiedergutmachung leisten und zurückgeben, was er genommen hat, beziehungsweise den angerichteten Schaden ersetzen. Wer auf diese Weise von seinen Sünden umkehrt und sich völlig davon abwendet und sie nicht wiederholt, hat ein Anrecht auf die verheißene Vergebung seiner Sünden, solange er nicht die unverzeihliche Sünde begangen hat, wie der Prophet Jesaja es verkündet hat: „Wären eure Sünden auch rot wie Scharlach, sie sollen weiß werden wie Schnee. Wären sie rot wie Purpur, sie sollen weiß sein wie Wolle.“ (Jesaja 1:18.) 6

Machen wir uns nichts vor. Jeder von uns hat schon etwas getan, was er nicht hätte tun sollen, oder wir haben etwas vernachlässigt, was wir hätten tun sollen. Jeder von uns hat schon Fehler gemacht und jeder von uns muss umkehren. Der alte Teufel möchte Ihnen einreden, dass Sie ruhig weiter Fehler machen können, wenn Sie erst einmal einen begangen haben. Der Satan will einem nämlich weismachen, man hätte keine Chance zurückzukehren. Aber man muss das Gesicht der aufgehenden Sonne zuwenden und sich durch die Umkehr von dem, was man falsch gemacht hat, abwenden und darf sich dem nie wieder zuwenden. Der Herr hat gesagt: „Geht eures Weges und sündigt nicht mehr; aber zu der Seele, die sündigt, werden die früheren Sünden zurückkehren, spricht der Herr, euer Gott.“ (LuB 82:7.) 7

Wenn Sie Fehler gemacht haben, dann fangen Sie heute an, sich zu ändern. Wenden Sie sich von dem falschen Tun ab. Das wichtigste aller Gebote Gottes ist dasjenige, das zu halten Ihnen heute am schwersten fällt. Ob es um Unehrlichkeit, um Unkeuschheit, um Betrug geht, heute ist der Tag, an dem Sie daran arbeiten müssen, bis Sie diese Schwäche überwunden haben. Bringen Sie das in Ordnung und fangen Sie dann mit dem nächsten Punkt an, der Ihnen am schwersten fällt. So heiligen Sie sich, indem Sie die Gebote Gottes halten. 8

Warum ist die Taufe ein notwendiger Teil der Vorbereitung auf die Begegnung mit Gott?

Als wir uns ins Wasser der Taufe begaben, haben wir dem Herrn mit einem Bund gelobt, dass wir alles tun werden, was wir können, um die Gebote Gottes zu halten. Wir wussten dabei, dass uns die Verheißungen des Herrn galten und dass uns seine Herr- lichkeit für immer und immer geschenkt wird und dass wir unser Leben so regeln wollten, dass wir an jedem Ort, bis in den Tod, als Zeuge Gottes auftreten wollten [siehe Mosia 18:8–10]. Den Bund sind wir eingegangen, als wir durch die Taufe Mitglied dieser Kirche wurden. 9

Die Taufe durch Untertauchen zur Sündenvergebung … ist für diejenigen bestimmt, die das Alter der Verantwortlichkeit erreicht haben, und sie ist für die Vorbereitung auf die Begegnung mit unserem Gott notwendig. Durch die Taufe werden Sie „Söhne Gottes in Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus (als Gewand) angelegt“ (Galater 3:26,27). Oder, mit anderen Worten: durch die Taufe haben Sie die Macht erhalten, Söhne und Töchter Gottes zu werden [siehe Mosia 5:7]. Dadurch kann das sühnende Blut Christi für Sie wirksam werden, so dass Ihnen die Sünden vergeben werden und Sie im Herzen rein werden [siehe Mosia 4:2]. Um solcher Vergebung würdig zu sein, nachdem Sie sich haben taufen lassen, müssen Sie sich demütigen und den Herrn täglich anrufen und beständig im Licht der Lehren des Evangeliums leben. …

… Nur wer umkehrt und sich zur Sündenvergebung taufen lässt, wird ganz und gar Anspruch auf das erlösende Blut seines Sühnopfers haben. 10

Der Erretter selbst ließ sich von Johannes dem Täufer taufen, um, wie er sagte, „die Gerechtigkeit (die Gott fordert) ganz [zu] erfüllen“ (Matthäus 3:15). Wenn das für ihn gilt, was ist dann mit uns? Dem Nikodemus wurde gesagt: „Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.“ (Johannes 3:5.) Der Meister hat keinen Zweifel daran gelassen, warum die Taufe, wie er sie gelehrt hat, sein muss.

„Und nichts Unreines kann in sein Reich eingehen; darum geht nichts in seine Ruhe ein außer diejenigen, die ihre Kleider in meinem Blut gewaschen haben – wegen ihres festen Glaubens und weil sie von all ihren Sünden umgekehrt sind und bis ans Ende treu geblieben sind.“ (3 Nephi 27:19.)

Deshalb ermahnte Petrus seine Zuhörer: „Kehrt um und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung seiner Sünden; dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.“ (Apostelgeschichte 2:38.) Denn durch die mit der nötigen Vollmacht vollzogene Taufe kann der Empfänger tatsächlich im übertragenen Sinn seine Kleider im Blut des Gottessohns waschen, der für die Sünden aller gesühnt hat, die ihn annehmen und durch die Tür in den Schafstall gelangen, indem sie sich taufen lassen. „Aber wenn sie nicht umkehren wollen“, so sagt der Erretter es deutlich, „müssen sie leiden wie ich.“ (LuB 19:17.) 11

Wie führt uns der Heilige Geist in die Gegenwart des Herrn?

Jedem Mitglied werden nach der Taufe die Hände aufgelegt, und die Ältesten bestätigen den Betreffenden als Mitglied der Kirche. Dann sagen sie: „Empfange den Heiligen Geist.“ Dann werden vielleicht die Worte wiederholt, die der Meister zu seinen Jüngern sprach, als er ihnen vom Tröster, vom Heiligen Geist, erzählte, der da kommen sollte: Er wird euch an alles erinnern. Er wird euch alles lehren. Er wird euch Zukünftiges zeigen. [Siehe Johannes 14:26; 16:13.] Wenn ich Sie also als Mitglied der Kirche bestätigen würde, dann würde ich Ihnen die Gabe des Heiligen Geistes übertragen, der Ihrem Fuß eine Leuchte sein und Sie auf Ihren Wegen leiten soll, der Sie alles lehren und Sie an alles erinnern und Ihnen Zukünftiges zeigen soll. 12

Der Herr sagt: „Und mein Evangelium ist dies: Umkehr und die Taufe mit Wasser, und dann kommt die Taufe durch Feuer und den Heiligen Geist, nämlich den Tröster, der alles kundtut und das Friedfertige des Reiches lehrt.“ (LuB 39:6.)

Wenn jemand die Gabe des Heiligen Geistes besitzt, hat er, was er braucht, damit ihm jeder Grundsatz und jede Verordnung der Errettung, die den Menschen hier auf der Erde betreffen, offenbart werden können. 13

Idealerweise sagt man, dass es sich um eine Neugeburt handelt, wenn jemand im Wasser getauft wird und durch das Händeauflegen die Segnungen des Geistes erlangt. Es ist deshalb eine Neugeburt, weil der Betreffende vom geistigen Tod in die Gegenwart einer Person der Gottheit gelangt ist, nämlich des Heiligen Geistes. Deshalb sagen wir Ihnen bei der Konfirmierung: „Empfange den Heiligen Geist.“ Diese Gabe erhält der Gläubige, wenn er treu ist und so lebt, dass er das Anrecht auf die Gemeinschaft mit dieser Person der Gottheit erheben kann, so dass er den geistigen Tod überwindet. 14

Die Taufe durch Untertauchen ist ein Symbol für den Tod und die Grablegung des sündigen Menschen; das Hervorkommen aus dem Wasser symbolisiert die Auferstehung zu einem neuen, geistigen Leben. Nach der Taufe werden dem getauften Gläubigen die Hände aufgelegt und er wird mit der Gabe des Heiligen Geistes gesegnet. Dadurch kann er dann in die Gegenwart einer Person der Gottheit gelangen; durch Gehorsam und Glaubenstreue kann er sich im täglichen Leben vom Heiligen Geist leiten lassen, so wie Adam im Garten von Eden mit Gott, seinem himmlischen Vater, geredet hat. Das ist die geistige Neugeburt – wenn man sich auf diese Weise vom Heiligen Geist leiten lässt. 15

Durch die Grundprinzipien des Evangeliums – Glaube, Umkehr, Taufe und Empfangen des Heiligen Geistes – durch den alles offenbart werden kann – verstehen wir allmählich, was der Prophet Joseph Smith gemeint haben mag, als er einmal, als er gefragt wurde, worin sich diese Kirche von allen anderen Kirchen unterscheide – sagte, weil wir den Heiligen Geist haben [siehe History of the Church, 4:42]. Dass wir die Macht haben, durch die alles offenbart werden kann, darauf beruht die Fülle des Evangeliums Jesu Christi. 16

Wie können wir bis ans Ende ausharren?

Welches sind die Gesetze, welches ist der Weg, auf dem wir [den Segen celestialer Herrlichkeit] erlangen können? Nun, wir haben die ersten Grundsätze und Verordnungen des Evangeliums – Glauben, Umkehr, Taufe und die Gabe des Heiligen Geistes; und es gibt im Reich Gottes Gesetze, die uns den Weg zur Vollkommenheit lehren. Jedes Mitglied der Kirche, das lernt, vollkommen nach jedem einzelnen Gesetz zu leben, das im Gottesreich zu finden ist, lernt den Weg zur Vollkommenheit. Es gibt kein Mitglied der Kirche, das nicht vollkommen nach dem Gesetz, nach jedem Gesetz des Evangeliums leben könnte. Wir alle können lernen, im Gebet mit Gott zu sprechen. Wir alle können lernen, vollkommen nach dem Wort der Weisheit zu leben. Wir alle können lernen, den Sabbat heilig zu halten, und zwar vollkommen. Wir alle können lernen, vollkommen nach dem Gesetz des Fastens zu leben. Wir wissen, wie wir das Gesetz der Keuschheit vollkommen einhalten können. Immer wenn wir lernen, eins dieser Gesetze vollkommen zu befolgen, gehen wir auf dem Weg zur Vollkommenheit voran. 17

Sie fragen mich vielleicht, wie man sich denn heiligt, so dass man einmal bereit ist, sich in der Gegenwart des Herrn aufzuhalten. … Der Herr sagt Folgendes: „Und weiter, wahrlich, ich sage euch: Was durch Gesetz regiert wird, das wird auch durch Gesetz bewahrt, und es wird durch dasselbe vollkommen gemacht und geheiligt.“ (LuB 88:34.) Welches Gesetz? Damit sind die Gesetze des Herrn gemeint, wie sie im Evangelium Jesu Christi enthalten sind, und das Befolgen dieser Gesetze und Verordnungen reinigt und heiligt uns. Durch das Befolgen eines jeden Gesetzes, das der Herr uns gegeben hat, kommen wir dem Recht, eines Tages in die Gegenwart des Herrn einzugehen, einen Schritt näher.

Er hat uns in einer weiteren Offenbarung die Formel dafür genannt, wie wir uns im Lauf der Jahre vorbereiten können. „Wahrlich, so spricht der Herr: Es wird sich begeben: Jede Seele, die von ihren Sünden lässt und zu mir kommt und meinen Namen anruft und meiner Stimme gehorcht und meine Gebote hält, wird mein Angesicht sehen und wissen, dass ich bin.“ (LuB 93:1.) Das ist doch einfach. Aber hören Sie noch einmal zu. Sie müssen nur von Ihren Sünden lassen, zu ihm kommen, seinen Namen anrufen, seiner Stimme gehorchen und seine Gebote befolgen, dann werden Sie sein Angesicht sehen und wissen, dass er ist. 18

Dies ist das Werk des Herrn und wenn er den Menschenkindern ein Gebot gibt, schafft er auch die Möglichkeit dafür, dass man das Gebot halten kann. Wenn seine Kinder alles tun, was sie können, segnet der Herr ihre Anstrengungen.

… Der Herr erwartet von uns, dass wir alles tun, was wir tun können, um uns zu erretten, und … wenn wir alles getan haben, was wir können, um uns zu erretten, können wir uns auf die Barmherzigkeit und Gnade des himmlischen Vaters verlassen. Er hat seinen Sohn hingegeben, damit wir, durch Gehorsam gegenüber den Gesetzen und Verordnungen des Evangeliums, Errettung erlangen können, aber erst wenn wir für uns selbst getan haben, was wir können. 19

Der Herr gibt uns, einem jeden, eine Lampe, die wir mitnehmen können, aber ob wir in unserer Lampe Öl haben, hängt einzig und allein von uns selbst ab. Ob wir die Gebote halten oder nicht und für das nötige Öl sorgen, das uns den Weg erhellt und uns führt, hängt von uns selbst ab. Wir können uns nicht darauf verlassen, dass wir Mitglied der Kirche sind. Wir können uns nicht auf unsere Herkunft verlassen. Ob wir in unserer Lampe Öl haben oder nicht, hängt, ich sage es noch einmal, einzig und allein von uns selbst ab. Es hängt davon ab, wie treu wir die Gebote des lebendigen Gottes halten. 20

Alle Evangeliumsgrundsätze und alle Evangeliumsverordnungen fordern uns auf, das Evangelium zu lernen, indem wir die Lehren praktizieren. Ja, so ist es – Sie sind aufgefordert, zu kommen und zu praktizieren, um zu erkennen. … Ich finde, es ist einfach so, dass wir die Lehren des Evangeliums eigentlich erst dann richtig kennen, wenn wir sie eine nach der anderen erfahren haben, indem wir danach leben. Wir lernen das Evangelium also, indem wir danach leben. 21

Das Größte, was jemand in dieser Position den Mitgliedern der Kirche sagen könnte, ist dies: halten Sie die Gebote Gottes, denn darauf beruht die Sicherheit der Kirche und die Sicherheit des einzelnen. Halten Sie die Gebote. Es gibt für mich heute einfach nichts Mächtigeres oder Wichtigeres zu sagen. 22

Anregungen für Studium und Diskussion

  • Wie können wir größeren Glauben an den Herrn Jesus Christus entwickeln? Inwiefern hilft uns der Glaube, nach den Geboten zu leben und sie nicht auf die leichte Schulter zu nehmen? Wann hat der Glaube an Gott Sie schon befähigt, mit Problemen fertig zu werden, die für Ihre menschliche Stärke und Intelligenz zu groß waren?

  • Warum ist das Bekennen für den Vorgang der Umkehr so wichtig? Warum sollten wir heute anfangen, von unseren Sünden umzukehren und uns zu ändern, statt auf einen späteren Tag zu warten?

  • Wie waschen wir, bildlich gesprochen, unsere Kleider im Blut des Gottessohns?

  • Wie hilft uns, laut Präsident Lee, das Empfangen der Gabe des Heiligen Geistes, den geistigen Tod zu überwinden? Was können wir tun, damit der Heilige Geist uns täglich noch mehr anleiten kann?

  • Was steht in Lehre und Bündnisse 93:1 darüber, wie wichtig es ist, im Halten der Gebote bis ans Ende auszuharren?

  • Wie hat das Befolgen einer bestimmten Lehre des Evangeliums Ihnen schon geholfen, zu erkennen, dass sie wahr ist?

Quellenangaben anzeigen

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    1.  The Teachings of Harold B. Lee, Hg. Clyde J. Williams (1996), 19.

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    2. „ ,And This Is Life Eternal‘ “, Relief Society Magazine, April 1950, 225.

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    3.  Discussions for Successful Living (1973), 75f.

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    4. „ ,Put on the Whole Armor of God‘ “, Church News, 30. Mai 1942, 8.

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    5. „For Every Child, His Spiritual and Cultural Heritage“, Children‘s Friend, August 1943, 373.

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    6.  Decisions for Successful Living, 94, 98f.

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    7.  The Teachings of Harold B. Lee, 115.

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    8.  The Teachings of Harold B. Lee, 82.

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    9. Ansprache vor der Mutual Improvement Association, 1948, Archiv der Geschichtsabteilung der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, 5.

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    10.  Decisions for Successful Living, 116, 118.

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    11.  Stand Ye in Holy Places (1974), 316f.

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    12. Ansprache anlässlich einer Jugendtagung in Billings, Montana, 10. Juni 1973, Archiv der Geschichtsabteilung der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, 4.

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    13.  Stand Ye in Holy Places, 51.

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    14. Ansprache anlässlich einer Seminar- tagung in Jordan, 26. Februar 1947, Archiv der Geschichtsabteilung der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, 5.

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    15.  The Teachings of Harold B. Lee, 95.

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    16. Ansprache anlässlich eines Seminars für neue Missionspräsidenten, 29./30. Juni 1972, Archiv der Geschichtsabtei- lung der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, 5.

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    17. Ansprache anlässlich der Distriktskonferenz in Lima, Peru, 1. November 1959, Archiv der Geschichtsabteilung der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, 6f.

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    18.  The Teachings of Harold B. Lee, 166; Absatzunterteilung geändert.

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    19. In Conference Report, Munich Germany Area Conference, 1973, 7.

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    20. In Conference Report, Oktober 1951, 30.

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    21. „Learning the Gospel by Living It“, Ansprache anlässlich der 52. PV-Jahreskonferenz, 3. April 1958, Archiv der Geschichtsabteilung der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, 3.

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    22.  Ensign, August 1972, hintere Umschlagseite.