Kapitel 9: Auf den wahren Boten Jesu Christi hören

"Kapitel 9: Auf den wahren Boten Jesu Christi hören," Lehren der Präsidenten der Kirche: Harold B. Lee, (2001)


Einleitung

Harold B. Lee wurde der elfte Präsident der Kirche, als Präsi- dent Joseph Fielding Smith im Juli 1972 starb. Bald darauf besuchte Präsident Lee einen Raum im Salt-Lake-Tempel, wo das Porträt aller zehn Vorgänger hing. „Dort, in gebeterfüllter Meditation“, erzählte er später, „schaute ich die Porträts dieser Gottesmänner an – aufrichtige, reine Männer, Gottes Edle – die mir in einer ähnlichen Berufung vorangegangen waren.“ Er sann über den Charakter und die Leistungen eines jeden der Propheten dieser letzten Evangeliumszeit nach und kam schließlich zum letzten Porträt. „Präsident Joseph Fielding Smith war dort mit seinem Lächeln, mein geliebter Prophet und Führer, der die Wahrheit nie für irgendwelche Kompromisse geopfert hatte. … Er schien mir in jenem Augenblick sozusagen ein Zepter der Rechtschaffenheit zu übergeben, so als wollte er mir sagen: ,Geh und handle genauso.‘ …

„Ich weiß, mit einem Zeugnis, das mächtiger ist, als wenn ich es mit eigenen Augen gesehen hätte, dass es so ist, wie der Herr es verkündet hat: ,Die Schlüssel des Reiches Gottes sind dem Menschen auf Erden übertragen [nämlich seit dem Propheten Joseph Smith jedem seiner Nachfolger bis in die heutige Zeit], und von da an wird das Evangelium bis an die Enden der Erde hinrollen.‘ “ [LuB 65:2.] 1

Der Präsident der Kirche ist der einzige auf der Erde, der bevollmächtigt ist, alle Schlüssel des Priestertums auszuüben. Ein Prophet der Letzten Tage hat erklärt: „Wenn ein Präsident der Kirche krank ist oder nicht alle mit seinem Amt verbundenen Aufgaben wahrnehmen kann, setzen seine beiden Ratgeber, die gemeinsam mit ihm das Kollegium der Ersten Präsidentschaft bilden, die Arbeit der Präsidentschaft fort. Alle wichtigen Fragen, Richtlinien, Programme und Lehren werden gebeterfüllt erwogen, und zwar in der Ratssitzung der Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft und des Kollegiums der Zwölf Apostel. Die Erste Präsidentschaft und das Kollegium der Zwölf geben keine Entscheidung heraus, ohne dass zwischen allen Beteiligten völlige Einstimmigkeit herrscht. Die Kirche hält sich an dieses inspirierte Muster, und sie wird ohne Unterbrechung voranschreiten.“ 2

Als Mitglieder der Kirche des Herrn können wir der Weisung des lebenden Propheten, den Präsident Lee den „wahren Boten“ des Herrn nannte, vorbehaltlos vertrauen. Präsident Lee hat erklärt: „Wenn die Kinder des Herrn, was alle hier auf dieser Erde einschließt, unabhängig von Nationalität, Farbe oder Glaubensbekenntnis, auf den Ruf des wahren Boten des Evangeliums Jesu Christi hören, … dann kann irgendwann jeder den Herrn sehen und wissen, dass er ist.“ 3

Wenn wir dem Propheten des Herrn folgen, können wir unseren Bestimmungsort, die Gegenwart des Vaters im Himmel, sicher erreichen.

Lehren von Harold B. Lee

Inwiefern ist der Präsident der Kirche der Hüter des Reiches des Herrn?

Denken Sie daran, das Oberhaupt dieser Kirche ist nicht der Präsident der Kirche. Das Oberhaupt dieser Kirche ist der Herr und Meister, Jesus Christus, der regiert und herrscht. … In all diesen Unruhen können wir sicher sein, dass er uns führt, und das dürfen wir nicht vergessen. 4

„[Jesus] ist das Haupt des Leibes, der Leib aber ist die Kirche. Er ist der Ursprung, der Erstgeborene der Toten; so hat er in allem den Vorrang.“ (Kolosser 1:18.) Es stimmt allerdings, dass in jeder Evangeliumszeit, wenn sein Evangelium auf der Erde ist und seine Kirche aufgerichtet, der Herr jeweils einen Mann bestimmt und ermächtigt, den Titel Präsident der Kirche beziehungsweise Prophet, Seher und Offenbarer für die Kirche zu tragen. Ein solcher Titel beziehungsweise die Übertragung dieser Vollmacht macht jemanden nicht zum Oberhaupt der Kirche, da dieser Titel Jesus Christus gebührt. Es macht ihn allerdings zum Sprecher Gottes und zu dem, der an Gottes Stelle handelt und durch den Gott seinem Volk Anweisungen, Grundsätze und heilige Hand- lungen gibt oder nimmt und durch den er vor dem Strafgericht warnt. …

… Der Präsident der Kirche ist der Hüter des Hauses beziehungsweise des Reiches des Herrn. Seinen Händen sind die Schlüssel für alle Bereiche anvertraut. Auf Weisung des Herrn überträgt er weiteren Mitgliedern der Kirche die Vollmacht, zu taufen, das Evangelium zu verkünden, den Kranken die Hände aufzulegen, in verschiedenen Ämtern zu präsidieren und zu unterrichten. Nur einigen wenigen überträgt er die Vollmacht, in den heiligen Handlungen des Tempels zu amtieren und dort Eheschließungen zu vollziehen, die auf der Erde und im Himmel gültig sind. 5

Ein Prophet ist ein inspirierter, von Gott bestimmter Offenbarer und Ausleger des Sinnes und Willens Gottes. Er hat in unserer Zeit die Schlüssel des Gottesreichs in Händen, so wie Petrus sie zu seiner Zeit als irdisches Oberhaupt der Kirche in Händen hatte. 6

Ich möchte Ihnen etwas vorlesen, was [Präsident J. Reuben Clark jun.] für einen anderen Anlass geschrieben hat: „Wir dürfen nicht vergessen, … dass nur der Präsident der Kirche, der präsidierende Hohepriester, … das Recht hat, für die Kirche Offenbarungen zu erhalten, ob neu oder als Ergänzung, und die heiligen Schriften für die Kirche verbindlich auszulegen. … Er ist der einzige Sprecher Gottes auf der Erde für die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, die einzig wahre Kirche. Er allein kann den Sinn und Willen Gottes für sein Volk auslegen. Kein Beamter einer anderen Kirche auf der Welt hat dieses hohe und erhabene Recht.“ [Church News, 31. Juli 1954, 10.] 7

Der einzige, der ermächtigt ist, irgendeine neue Lehre hervorzubringen, ist der Präsident der Kirche, der sie, wenn er das tut, als Offenbarung von Gott verkündet; sie wird dann vom Rat der Zwölf als solche angenommen und von den Mitgliedern der Kirche bestätigt. 8

Wie wird der Präsident der Kirche erwählt?

Die korrekte und schlichte Antwort auf die Frage, wie der Präsident der Kirche erwählt wird, sollte einfach im Zitieren des fünften Glaubensartikels bestehen: „Wir glauben, dass man durch Prophezeiung und das Händeauflegen derer, die Vollmacht haben, von Gott berufen werden muss, um das Evangelium zu predigen und seine heiligen Handlungen zu vollziehen.“

Dass jemand später einmal Präsident der Kirche wird, beginnt eigentlich damit, dass er als Mitglied des Kollegiums der Zwölf Apostel berufen, ordiniert und eingesetzt wird. Eine solche Berufung durch Prophezeiung oder, mit anderen Worten, durch Inspiration vom Herrn an den, der die Schlüssel der Präsidentschaft innehat, und die darauffolgende Ordinierung und Einsetzung durch Händeauflegen kraft derselben Vollmacht verschafft jedem Apostel einen Platz in einem Priestertumskollegium aus zwölf Männern, die alle das Apostelamt innehaben.

Jeder Apostel, der auf diese Weise vom Präsidenten der Kirche, der ja zusammen mit den übrigen ordinierten Aposteln die Schlüssel des Gottesreichs innehat, ordiniert wird, erhält damit die Priestertumsvollmacht, die nötig ist, damit man jedes Amt in der Kirche ausüben kann, sogar bis zur Präsidentschaft über die Kirche, wenn er durch die präsidierende Autorität berufen und durch das Votum der konstituierenden Versammlung der Mitglieder der Kirche bestätigt würde.

… Unmittelbar im Anschluss an den Tod des Präsidenten wird das Kollegium der Zwölf Apostel, das in der Rangfolge gleich nach ihm kommt, zur präsidierenden Autorität, und der Präsident der Zwölf wird automatisch amtierender Präsident der Kirche, bis der neue Präsident der Kirche offiziell ordiniert und in seinem Amt bestätigt wird. …

Alle Mitglieder der Ersten Präsidentschaft und der Zwölf werden regelmäßig als „Propheten, Seher und Offenbarer bestätigt“. … Das bedeutet, dass jeder der Apostel, die auf diese Weise erwählt und ordiniert worden sind, über die Kirche präsidieren könnte, wenn er „aus der Körperschaft [womit das gesamte Kollegium der Zwölf gemeint sein wird] erwählt, zu diesem Amt bestimmt und ordiniert und vom Vertrauen und Glauben und Gebet der Kirche getragen“ würde, um aus einer Offenbarung zu diesem Thema zu zitieren; dabei muss allerdings die Bedingung erfüllt sein, dass er das dienstälteste Mitglied, der Präsident dieser Körperschaft ist (siehe LuB 107:22). 9

Als ich als jüngeres Mitglied des Rates der Zwölf dabei war, habe ich als erste kirchliche Neuorganisation miterlebt, wie Präsi- dent [Heber J.] Grant starb. … Als der [neue] Präsident dann seine Ratgeber benannte und sie ihren Platz oben im Raum einnahmen, hatte ich tief in mir das Zeugnis, dass dies die Männer waren, die der Herr als Präsidentschaft der Kirche haben wollte. Diese Überzeugung durchdrang mich so stark, als wäre mir diese Wahrheit mit Trompeten verkündet worden.

… Bis die Mitglieder dieser Kirche davon überzeugt sind, dass sie auf die rechte Weise geführt werden und dass diese Gottesmänner inspiriert und von der Hand Gottes ordnungsgemäß bestimmt worden sind, sind sie nicht wahrhaftig bekehrt. 10

[Der Herr] offenbart das Gesetz und er erwählt und bestimmt die Beamten und hat das Recht, sie nach seinem Wohlgefallen zu tadeln, zurechtzuweisen und sie sogar von ihrem Platz zu entfernen. Deshalb brauchen wir die kontinuierliche [Verbindung] zwischen ihm und seiner Kirche mittels der Offenbarung. Wir verweisen dazu auf die Beispiele aus allen Zeitaltern, die in den heiligen Schriften festgehalten sind und uns als Präzedenzfall dienen. Diese Form der Regierung begann in Eden. Gott bestimmte Adam dazu, über die Erde zu regieren, und gab ihm Gesetze. So ging es in der Nachfolge weiter – von Adam bis Noach und von Noach bis Melchisedek, Abraham, Isaak, Jakob, Josef, Mose, Samuel dem Propheten, Johannes, Jesus und seinen Aposteln, die jeder einzelne vom Herrn erwählt wurden und nicht von den Menschen.

Zwar können die Mitglieder bezüglich der Regierung des Gottesreichs mitbestimmen, aber sie übertragen keine Vollmacht und können sie auch nicht wegnehmen. Ein Beispiel: Die Menschen erwählten nicht die zwölf Apostel Jesu Christi und konnten ihnen das Apostelamt auch nicht durch eine Abstimmung wegnehmen. So wie die Regierung des Gottesreichs in alter Zeit bestand, ist sie jetzt wiederhergestellt worden. Nicht die Menschen erwählten den großen Propheten und Apostel der Neuzeit, Joseph Smith, sondern Gott erwählte ihn, und zwar auf die übliche Art und Weise, wie er schon andere vor ihm erwählt hat – durch Visionen und durch seine Stimme aus den Himmeln. 11

Mir ist, während ich über diese Aufgabe [als Prophet] nachgedacht habe, und durch die aufmerksame Beobachtung der Führer der Kirche über die Jahre hinweg bewusst geworden, dass jemand in dieser Position unter der ständigen Überwachung dessen steht, in dessen Dienst wir stehen. Er würde niemals zulassen, dass jemand in dieser Position die Kirche in die Irre führt. Dessen können Sie gewiss sein. Wenn ich daran denke, auf welche Art und Weise jemand in das Führungsamt in der Kirche gelangt, denke ich auch an das, was ich in jenen einunddreißigeinhalb Jahren erlebt habe, ebenso an die Umstände meines Lebens – welch überwältigendes Schulungsprogramm! Als die Änderung in der Ersten Präsidentschaft stattfand, verglich ich sie mit der Art und Weise, wie die politischen Parteien den Präsidenten der Vereinigten Staaten ins Amt bringen, oder auch an die Inthronisie- rung eines Königs. Und da erkannte ich, dass diese Änderungen nach der Weise des Herrn ohne verletzte Gefühle, ohne Nörgeleien stattfinden. Der Plan ist festgelegt, und der Herr macht keine Fehler. So hat er es uns gesagt. 12

Warum müssen wir dem Propheten nachfolgen?

Möge dies nun der Tag sein, an dem wir ernsthaft nachsinnen und an das denken, was der Herr uns bereits gesagt hat. Sein Prophet ist heute auf der Erde, und wenn Sie wissen wollen, welche Offenbarung zuletzt an dieses Volk ergangen ist, dann holen Sie sich den letzten Konferenzbericht und lesen Sie vor allem das, was die Erste Präsidentschaft gesagt hat, aufmerksam durch. … Dann haben Sie das beste und das letzte Wort, das der himmlische Vater gegeben hat. Wir brauchen uns nicht nur auf das zu verlassen, was in den heiligen Schriften steht. Zusätzlich zu dem, was sie uns sagen, haben wir das, was die Propheten uns heute, hier und jetzt sagen, und wir müssen hören und gehorchen, sofern wir auf dem Zionsberg errettet werden wollen, wenn diese Gefahren kommen. 13

Wenn unsere Brüder heute mit Vollmacht sprechen, erleben wir es häufig, dass jemand herausfordernd sagt: „Wo kann ich denn eine Autorität finden, die Sie zitieren können, um das, was Sie gesagt haben, zu belegen?“ Wir sind versucht zu sagen: „Lesen Sie die Ansprache des derzeitigen Führers der Kirche zu diesem Thema, dann haben Sie alle Autorität, die Sie brauchen, denn das ist die Weise des Herrn. Sein Prophet ist hier, und Offenbarung wird heute genauso gebraucht wie in jeder Evangeliumszeit auf dieser Erde, und sie ist heute genauso präsent.“ 14

Die einzige Sicherheit, die wir Mitglieder der Kirche haben, liegt darin, dass wir genau das tun, was der Herr zu seiner Kirche gesagt hat, als sie gegründet wurde. Wir müssen lernen, auf die Worte und Gebote zu achten, die der Herr durch seinen Propheten gibt, „wie er sie empfängt, in aller Heiligkeit vor mir wandelnd, … als sei es aus meinem eigenen Mund, voller Geduld und Glauben“ (LuB 21:4,5) So manches erfordert Geduld und Glauben. So manches, was von der Autorität der Kirche kommt, mag Ihnen nicht gefallen. Es widerspricht vielleicht Ihren politischen Ansichten. Vielleicht widerspricht es Ihren gesellschaftlichen Ansichten. Vielleicht beeinträchtigt es Ihren geselligen Umgang. Aber wenn Sie auf dies alles hören, als käme es aus dem Mund des Herrn selbst, mit Geduld und Glauben, dann gilt Ihnen die Verheißung des Herrn: Dann „werden die Pforten der Hölle nicht obsiegen gegen euch; ja, und der Herr Gott wird die Macht der Finsternis vor euch zerstreuen und die Himmel um euretwillen und um der Herrlichkeit seines Namens willen erbeben lassen.“ (LuB 21.6.) 15

Allen Heiligen der Letzten Tage auf der ganzen Welt gilt diese Verheißung [in LuB 21:4–6], wenn Sie den Führern folgen, die der Herr der Kirche gegeben hat, und ihren Rat voller Geduld und Glauben beachten. 16

Holen Sie sich beim Präsidenten der Kirche Weisung. Falls jemals ein Konflikt entsteht, dann behalten Sie den Präsidenten der Kirche im Auge, wenn Sie im Licht wandeln wollen. 17

Wenn unsere Mitglieder sicher durch diese [unruhigen] Zeiten des Trugs und der falschen Gerüchte geleitet werden wollen, müssen sie ihren Führern folgen und sich um Weisung vom Geist des Herrn bemühen, damit sie nicht den schlauen Manipulatoren zum Opfer fallen, die mit ihren Spitzfindigkeiten die Aufmerksamkeit auf sich lenken wollen und sich um Anhänger bemühen, damit sie ihren Neigungen und bisweilen finsteren Motiven nachgehen können. 18

Zur Zeit des Meisters gab es viele Menschen, die ihn nicht als den Sohn Gottes akzeptierten. Manche sagten: „Er ist doch bloß der Sohn Josefs, des Zimmermanns.“ Andere sagten: „Er ist Anführer der Dämonen“, also ein Sohn des Teufels. Als er seine Wunder wirkte, sagten sie: „Er ist ein Säufer“, als wäre er dem Trunk ergeben. Nur sehr wenige konnten sagen: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!“ (Matthäus 16:16.) Warum konnte nicht jeder in ihm den Sohn Gottes sehen?

Wir singen: „Ich wünsche mir, ich hätte bei ihm sein können, als er die kleinen Kinder in die Arme nahm.“ Viele unserer Mitglieder hätten ihn genauso wenig akzeptiert, wie sie die Lehren akzeptieren können, die von den Lehrern der Rechtschaffenheit stammen, die von diesem selben Erretter inspiriert sind. Wenn wir diejenigen, die ihn hier vertreten, nicht akzeptieren können, könnten wir auch den Meister selbst, wenn er erscheinen würde, nicht akzeptieren. …

Als ich auf Mission war, fuhr ich mit einer Gruppe unserer Missionare zusammen mit dem Missionspräsidenten zum Gefängnis von Carthage. Wir waren von der Atmosphäre an dem Ort, wo der Prophet und sein Bruder Hyrum den Märtyrertod erlitten haben, beeindruckt, und baten unseren Präsidenten, uns von den Ereignissen zu erzählen, die dazu geführt hatten. Ich war zutiefst beeindruckt, als der Missionspräsident sagte: „Als der Prophet Joseph Smith starb, starben in geistiger Hinsicht viele mit ihm. So ist es immer, wenn sich im Reich Gottes in der Leitung etwas ändert. Als Brigham Young starb, gab es viele, die in geistiger Hinsicht mit ihm starben, und so war es auch bei John Taylor und beim Tod jedes weiteren Präsidenten der Kirche.“ …

Manchmal sterben wir in geistiger Hinsicht und sagen uns von dem reinen geistigen Licht los und vergessen, dass wir heute, hier und jetzt, einen Propheten haben. 19

Der Platz dieser vom Himmel beauftragten Boten, die den Herrn in jeder Evangeliumszeit auf der Erde vertreten, lässt sich vielleicht anhand einer Begebenheit veranschaulichen, die ein Rei- sender in Nordeuropa erzählt hat. Unser Reisender fuhr mit dem Schiff von Stockholm aus über die Ostsee. Dazu musste das Schiff an tausend oder noch mehr Inseln vorüberfahren. Der Reisende stand auf dem Vorderdeck und wurde immer ungeduldiger, weil ihm der Weg, den das Schiff nahm, sehr unbedacht vorkam. Warum konnte man nicht näher an der einen oder anderen Insel vorüberfahren, was doch sicher interessanter gewesen wäre als der Weg, den der Steuermann eingeschlagen hatte? Ziemlich gereizt sagte er zu sich selbst: „Was hat der alte Steuermann bloß? Hat er seinen Orientierungssinn verloren?“ Plötzlich bemerkte er die Bojen entlang der Route. Sie sahen fast wie Besenstiele aus, die da aus dem Wasser ragten. Jemand hatte den Fahrweg gründlich erforscht und den für die Schiffe sichersten Weg ermittelt. So ist es auch auf dem Weg durch das Leben hin zu Unsterblichkeit und ewigem Leben: „Die Techniker Gottes“ halten sich an eine Blau- pause, die im Himmel erstellt worden ist, und legen den sichersten und glücklichsten Weg fest und warnen uns vor den Gefahrenbereichen. 20

Der Herr bewegt seine Diener dazu, seine Kirche richtig zu leiten. Seine Propheten werden von ihm inspiriert, so dass sie zu den Mitgliedern der Kirche sagen können: „Hier ist der Weg, auf ihm müsst ihr gehen.“ (Jesaja 30:21.) Auch in Krisenzeiten, die in unserer Zeit sicher kommen, wie es in neuzeitlicher Offenbarung geschildert wird, sollen wir, so will es der Herr, immer das Bild von Stabilität und Solidarität vor Augen haben. Sie wissen doch, dass er zu seinen Jüngern gesagt hat: „Aber meine Jünger werden an heiligen Stätten stehen, und sie werden fest bleiben.“ (LuB 45:32.) 21

Anregungen für Studium und Diskussion

  • Wer ist das wahre Oberhaupt der Kirche? Durch wen erteilt der Herr seiner Kirche Weisung?

  • Wie entsteht in der Kirche neue Lehre?

  • Wie bereitet der Präsident der Kirche sich auf diese große Verantwortung vor? Wie lenkt der Herr die Auswahl der Präsidenten seiner Kirche?

  • Welcher Rat des lebenden Propheten hat sich für Sie schon als großer Segen erwiesen?

  • Warum ehren manche Menschen zwar die Propheten der Vergangenheit, nicht aber den lebenden Propheten? Was ist die Folge, wenn man die Worte des lebenden Propheten missachtet oder gar seine Autorität in Frage stellt?

  • Welche Verheißungen gelten denen, die die Worte und Gebote des lebenden Propheten beachten?

Quellenangaben anzeigen

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    1.  Ensign, Januar 1973, 23–25.

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    2. Howard W. Hunter, Ensign, November 1994, 7.

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    3.  The Teachings of Harold B. Lee, Hg. Clyde J. Williams (1996), 522.

  •  

    4.  The Teachings of Harold B. Lee, 527.

  •  

    5.  Decisions for Successful Living (1973), 103, 105.

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    6.  The Teachings of Harold B. Lee, 531.

  •  

    7. Conference Talk with Cambridge Institute, 10. Mai 1970, Historisches Archiv, Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, 8.

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    8.  The Teachings of Harold B. Lee, 543f.

  •  

    9.  The Teachings of Harold B. Lee, 534f.

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    10.  The Teachings of Harold B. Lee, 542f.

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    11.  The Teachings of Harold B. Lee,547f.; Absatzunterteilung geändert.

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    12.  The Teachings of Harold B. Lee, 535f.

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    13.  The Teachings of Harold B. Lee, 471.

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    14.  The Teachings of Harold B. Lee, 528f.

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    15.  The Teachings of Harold B. Lee, 525f.

  •  

    16.  The Teachings of Harold B. Lee, 529.

  •  

    17.  The Teachings of Harold B. Lee, 532.

  •  

    18.  The Teachings of Harold B. Lee, 437.

  •  

    19.  Ye Are the Light of the World (1974), 31, 34f.

  •  

    20.  The Teachings of Harold B. Lee, 534.

  •  

    21.  The Teachings of Harold B. Lee, 545.