Kapitel 13: Der Tempel – das große Symbol unserer Mitgliedschaft

Lehren der Präsidenten der Kirche: Howard W. Hunter, (2015), 190–201


Ich wünsche mir aus tiefstem Herzen, dass jedes Mitglied der Kirche würdig sein möge, in den Tempel zu gehen.

Aus dem Leben von Howard W. Hunter

Howard W. Hunters Mutter war ihr Leben lang ein treues Mitglied der Kirche, doch sein Vater ließ sich erst taufen, als Howard W. Hunter bereits 19 war. Jahre später, als Howard W. Hunter als Pfahlpräsident in Kalifornien tätig war, reisten die Mitglieder des Pfahls zum Mesa-Arizona-Tempel, um dort die Tempelarbeit zu verrichten. Vor einer Session bat der Tempelpräsident ihn, zu den in der Kapelle Versammelten zu sprechen. Es war Präsident Hunters 46. Geburtstag. Über dieses Erlebnis schrieb er:

„Als ich zu den Anwesenden sprach, … kamen mein Vater und meine Mutter in weiß gekleidet in die Kapelle. Ich hatte keine Ahnung, dass sich mein Vater auf die Segnungen des Tempels vorbereitet hatte, obwohl meine Mutter sich das schon länger gewünscht hatte. Das ging mir so nahe, dass ich nicht weitersprechen konnte. Präsident Pierce [der Tempelpräsident] kam an meine Seite und erklärte, weshalb es zu dieser Unterbrechung gekommen war. Als mein Vater und meine Mutter an jenem Morgen zum Tempel gekommen waren, hatten sie den Tempelpräsidenten darum gebeten, mir nichts davon zu sagen. Sie wollten mich zum Geburtstag überraschen. Ich habe diesen Geburtstag nie vergessen. An diesem Tag empfingen sie das Endowment, und nachdem ich ihrer Siegelung beiwohnen durfte, wurde ich an sie gesiegelt.“1

Etwas über 40 Jahre später war eines von Howard W. Hunters Hauptanliegen bei seiner ersten öffentlichen Erklärung als Präsident der Kirche, dass sich die Mitglieder mit noch größerer Hingabe um die Segnungen des Tempels bemühen mögen.2 Im Laufe seiner Amtszeit als Präsident der Kirche betonte er dies immer wieder. Auf dem Grundstück des historischen Nauvoo-Tempels sagte er im Juni 1994:

„Zu Beginn meiner Amtszeit Anfang Juni habe ich den tiefen Wunsch geäußert, dass noch mehr Mitglieder der Kirche tempelwürdig werden mögen. Wie in den Tagen [von Joseph Smith] werden auch heute noch unbedingt würdige Mitglieder, die ihr Endowment empfangen haben, für den Aufbau des Reiches Gottes in aller Welt gebraucht. Wenn wir für den Tempel würdig sind, steht unsere Lebensführung im Einklang mit dem Willen des Herrn und wir können seine Führung erkennen und empfangen.“3

Einige Monate später, im Januar 1995, weihte Präsident Hunter den Bountiful-Utah-Tempel. Das war seine letzte öffentliche Amtshandlung. Beim Weihungsgebet betete er dafür, die Segnungen des Tempels mögen das Leben aller, die dort eintreten, bereichern:

„Wir beten demütig, du mögest dieses heilige Gebäude annehmen und deinen Segen darauf ausgießen. Lass deinen Geist all jene begleiten und leiten, die darin amtieren, damit jeder Raum von Heiligkeit erfüllt sei. Mögen alle, die dieses Haus betreten, reine Hände und ein reines Herz haben. Möge ihr Glaube gestärkt werden und mögen sie Frieden verspüren, wenn sie den Tempel wieder verlassen, und deinen heiligen Namen preisen. …

Möge dieses Haus allen Frieden schenken, die es in seiner majestätischen Schönheit erblicken, und inbesondere denen, die darin für sich selbst heilige Handlungen empfangen oder die Arbeit für ihre geliebten Angehörigen verrichten, die sich auf der anderen Seite des Schleiers befinden. Lass sie deine göttliche Liebe und Barmherzigkeit verspüren. Mögen sie wie der Psalmist von einst sagen können: ‚Du bist es, … mit dem ich, in Freundschaft verbunden, zum Haus Gottes gepilgert bin inmitten der Menge.‘

Da wir nun dieses heilige Gebäude weihen, weihen wir auch buchstäblich unser Leben erneut dir und deinem Werk.“4

Der Mesa-Arizona-Tempel

Der Mesa-Arizona-Tempel, wo Präsident Howard W. Hunter 1953 an seine Eltern gesiegelt wurde

Lehren von Howard W. Hunter

1

Wir sollen den Tempel zum großen Symbol unserer Mitgliedschaft machen

Als ich zu diesem heiligen Amt [als Präsident der Kirche] berufen wurde, habe ich allen Mitgliedern der Kirche ans Herz gelegt, den Tempel des Herrn zum großen Symbol ihrer Mitgliedschaft und zum erhabenen Ort ihrer heiligsten Bündnisse zu machen.

Wenn ich an den Tempel denke, kommen mir diese Worte in den Sinn:

„Der Tempel ist ein Ort der Unterweisung. Dort werden tiefgründige Wahrheiten über das Reich Gottes enthüllt. Es ist ein Ort des Friedens, wo unser Sinn sich auf geistige Belange konzentrieren kann und wir die Sorgen der Welt beiseitelegen können. Im Tempel schließen wir Bündnisse und versprechen, den Gesetzen Gottes zu gehorchen, und uns werden Verheißungen gemacht, die sich – sofern wir glaubenstreu sind – in die Ewigkeit erstrecken.“ (The Priesthood and You, Melchizedek Priesthood Lessons – 1966, The Church of Jesus Christ of Latter-Day Saints, Salt Lake City, Seite 293.)

Der Herr selbst hat in seinen Offenbarungen an uns den Tempel zum großen Symbol für die Mitglieder der Kirche gemacht. Denken Sie nur an das rechtschaffene Verhalten und die Einstellung, die der Herr uns in dem Rat nahegelegt hat, den er den Heiligen in Kirtland durch den Propheten Joseph Smith gab, als sie sich darauf vorbereiteten, einen Tempel zu bauen. Diese Worte sind noch immer in Kraft:

„Organisiert euch; bereitet alles vor, was nötig ist; und errichtet ein Haus, nämlich ein Haus des Betens, ein Haus des Fastens, ein Haus des Glaubens, ein Haus des Lernens, ein Haus der Herrlichkeit, ein Haus der Ordnung, ein Haus Gottes.“ (LuB 88:119.) Spiegeln unsere Wünsche und unser Streben diese Einstellung und dieses Verhalten wider? …

Wenn der Tempel wirklich ein Symbol für uns werden soll, müssen wir das auch wollen. Wir müssen so würdig leben, dass wir in den Tempel gehen können. Wir müssen die Gebote unseres Herrn halten. Wenn wir unser Leben am Herrn ausrichten und uns seine Lehren und sein Beispiel als höchstes Muster nehmen, fällt es uns nicht schwer, für den Tempel würdig zu sein und in jedem Bereich unseres Lebens beständig und treu zu sein, denn dann gilt für uns nur ein einziger heiliger Maßstab, was unser Verhalten und unseren Glauben angeht. Ob daheim oder beim Einkaufen, ob in der Schule oder wenn wir schon längst mit der Schule fertig sind, ob wir vollkommen allein handeln oder gemeinsam mit einer ganzen Schar anderer Menschen, unsere Richtung ist dann klar und unsere Maßstäbe sind offensichtlich.

Was zählt ist, ob man in der Lage ist, zu seinen Prinzipien zu stehen und integer und gläubig so zu leben, wie es seiner religiösen Überzeugung entspricht. Diese Hingabe an wahre Grundsätze – wenn wir allein sind, in der Familie und überall, wo wir andere Menschen treffen und beeinflussen – diese Hingabe ist das, was Gott letztlich von uns verlangt. Sie erfordert, dass wir uns den Grundsätzen, die wir in den Geboten Gottes als wahr erkannt haben mit ganzer Seele verpflichten und diese Verpflichtung tief verinnerlichen und in Ehren halten. Wenn wir uns treu an die Grundsätze des Herrn halten, sind wir immer für den Tempel würdig, und der Herr und seine heiligen Tempel werden zum großen Symbol dafür, dass wir ihm nachfolgen.5

2

Jeder von uns soll sich bemühen, für einen Tempelschein würdig zu sein

Ich wünsche mir aus tiefstem Herzen, dass jedes Mitglied der Kirche würdig sein möge, in den Tempel zu gehen. Der Herr würde sich sehr freuen, wenn jedes erwachsene Mitglied tempelwürdig wäre und einen gültigen Tempelschein besäße. All das, was wir tun oder aber unterlassen müssen, um tempelwürdig zu sein, stellt nämlich sicher, dass wir als Einzelner und als Familie glücklich sind.6

Der Vater im Himmel hat deutlich gemacht, dass diejenigen, die in den Tempel gehen, rein und frei von den Sünden der Welt sein müssen: „Und insofern mir mein Volk im Namen des Herrn ein Haus baut und nicht zulässt, dass etwas Unreines hineingelangt, damit es nicht entweiht werde, wird meine Herrlichkeit darauf ruhen; … Aber wenn es entweiht wird, werde ich nicht dorthin kommen, und meine Herrlichkeit wird nicht da sein; denn ich komme nicht in unheilige Tempel.“ (LuB 97:15,17.)

Es wird Sie vielleicht interessieren, dass der Präsident der Kirche früher jeden einzelnen Tempelschein unterschrieben hat. So wichtig war den ersten Präsidenten der Kirche die Würdigkeit derer, die den Tempel betreten. 1891 wurde diese Aufgabe dem Bischof und dem Pfahlpräsidenten übertragen, die Ihnen eine Reihe von Fragen stellen, die Ihre Würdigkeit für einen Tempelschein betreffen. Sie sollten wissen, was von Ihnen erwartet wird, damit Sie einen Tempelschein bekommen können.

Sie müssen an Gott, den ewigen Vater, an seinen Sohn Jesus Christus und an den Heiligen Geist glauben. Sie müssen daran glauben, dass dies ihr heiliges und göttliches Werk ist. Wir möchten Sie ermuntern, jeden Tag Ihr Zeugnis vom Vater im Himmel und vom Herrn Jesus Christus zu vertiefen. Der Geist, den Sie verspüren, ist der Heilige Geist, der Ihnen bezeugt, dass es sie wirklich gibt. Im Tempel erfahren Sie dann bei den Belehrungen und heiligen Handlungen, die durch Offenbarung kundgetan wurden, noch mehr über die Gottheit.

Sie müssen die Generalautoritäten und örtlichen Amtsträger der Kirche bestätigen und unterstützen. Wenn Sie Ihren Arm heben, wenn Ihnen die Namen dieser Führer vorgelegt werden, zeigen Sie damit, dass Sie sie bei ihren Aufgaben unterstützen und auf ihren Rat hören werden.

Dabei geht es nicht darum, denen zu huldigen, die der Herr zu präsidieren berufen hat. Vielmehr erkennen Sie an, dass Gott Propheten, Seher und Offenbarer sowie weitere Generalautoritäten berufen hat. Sie verpflichten sich, den Weisungen der präsidierenden Beamten der Kirche zu folgen. Ebenso sollen Sie dem Bischof, dem Pfahlpräsidenten und anderen Führungsbeamten der Kirche Loyalität entgegenbringen. Es lässt sich nicht mit dem Dienst im Tempel vereinbaren, wenn man die bevollmächtigten Diener Gottes nicht unterstützt.

Sie müssen sittlich rein sein, um den Tempel betreten zu können. Das Gesetz der Keuschheit verlangt, dass Sie mit niemandem außer Ihrem Ehepartner eine sexuelle Beziehung haben. Wir fordern Sie insbesondere auf, sich vor den Verlockungen des Satans zu schützen und Ihre sittliche Reinheit nicht zu besudeln.

Sie müssen sicherstellen, dass es in der Beziehung zu Ihren Angehörigen nichts gibt, was mit den Lehren der Kirche nicht im Einklang steht. Wir bitten insbesondere [die Jugendlichen], [ihren] Eltern in Rechtschaffenheit gehorsam zu sein. Eltern müssen wachsam darauf achten, dass die Beziehung zu ihren Angehörigen mit den Lehren des Evangeliums im Einklang steht und Missbrauch, Misshandlung und Vernachlässigung niemals ein Teil davon sind.

Um in den Tempel gehen zu können, müssen Sie im Umgang mit anderen absolut ehrlich sein. Als Heilige der Letzten Tage haben wir die heilige Pflicht, niemals andere zu täuschen oder unehrlich zu sein. Unsere Redlichkeit an sich steht auf dem Spiel, wenn wir diesen Bund brechen.

Um einen Tempelschein zu erhalten, sollten Sie sich bemühen, Ihre Pflicht in der Kirche zu erfüllen und die Abendmahlsversammlung, die Priestertumsversammlung und weitere Versammlungen zu besuchen. Sie müssen sich auch anstrengen, die Regeln, Gesetze und Gebote des Evangeliums zu befolgen. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, … Berufungen und andere Aufgaben, die Ihnen angetragen werden, anzunehmen. Bringen Sie sich aktiv in Ihrer Gemeinde oder Ihrem Zweig ein. Seien Sie jemand, auf den Ihre Führungsbeamten sich verlassen können.

Um in den Tempel gehen zu können, müssen Sie den vollen Zehnten zahlen und das Wort der Weisheit leben. Diese beiden Gebote mögen einfach erscheinen, sind jedoch von größter Bedeutung für unser geistiges Wachstum und wesentliche Indikatoren unserer Würdigkeit. Es hat sich im Laufe vieler Jahre gezeigt, dass diejenigen, die treu ihren Zehnten zahlen und das Wort der Weisheit befolgen, in der Regel auch in allem anderen treu sind, was dafür von Belang ist, dass man den heiligen Tempel betreten kann.

Nehmen Sie dies nicht auf die leichte Schulter. Sind wir dann für würdig befunden worden, in den Tempel zu gehen, nehmen wir an den heiligsten Handlungen teil, die auf der Erde durchgeführt werden. Bei diesen Verordnungen geht es um ewige Belange.7

Ein Mann im Büro eines Priestertumsführers

Der Bischof und der Pfahlpräsident stellen Ihnen eine Reihe von Fragen, die Ihre Würdigkeit für einen Tempelschein betreffen.

3

Durch Tempelarbeit erlangen wir für uns ganz persönlich und als Familie große Segnungen

Wie herrlich es doch ist, dass wir in den Tempel gehen dürfen, um dort Segnungen für uns zu empfangen. Und wenn wir selbst diese Segnungen im Tempel empfangen haben, dürfen wir das großartige Werk für diejenigen tun, die uns vorausgegangen sind. Dieser Bereich der Tempelarbeit ist eine selbstlose Arbeit. Und doch werden auch wir jedes Mal gesegnet, wenn wir die Tempelarbeit für andere Menschen verrichten. Daher sollte es uns nicht überraschen, dass der Herr möchte, dass sein Volk gern in den Tempel geht. …

Gehen wir doch nicht nur für unsere Vorfahren, sondern auch, um selbst die Segnungen zu empfangen, die der Tempeldienst mit sich bringt, und um die Heiligkeit und Geborgenheit in diesen geheiligten und geweihten Mauern zu genießen. Wenn wir den Tempel besuchen, bereichern und vertiefen wir unsere Erkenntnis vom Sinn des Lebens und von der Tragweite des sühnenden Opfers, das der Herr Jesus Christus gebracht hat. Wir wollen den Tempel sowie die Gottesverehrung im Tempel, die Tempelbündnisse und die Tempelehe zu unserem wichtigsten Ziel und unserem schönsten Erlebnis hier auf Erden machen.8

Durch unseren Tempelbesuch wird mehrerlei bewerkstelligt: Wir folgen der Weisung des Herrn und erledigen die heiligen Handlungen für uns selbst, unsere Familie wird aneinander gesiegelt und wir geben die Segnungen auch an andere weiter, indem wir für sie vollbringen, was sie nicht für sich selbst tun können. Darüber hinaus erheben wir unsere Gedanken, nahen uns dem Herrn, ehren [das] Priestertum und bringen Geistigkeit in unser Leben.9

Wir werden gesegnet, wenn wir in den Tempel gehen. Elder John A. Widtsoe vom Kollegium der Zwölf Apostel hat erklärt, wie wir gesegnet werden, wenn wir in den Tempel gehen:

„Die Tempelarbeit bietet … die wundervolle Möglichkeit, unsere geistigen Kenntnisse und unsere geistige Stärke frisch zu halten. … In den heiligen Tempeln wird uns der machtvolle Blickwinkel der Ewigkeit offenbart; wir erleben die Zeit von ihrem unendlichen Anfang bis zu ihrem endlosen Ende; die einschneidenden Ereignisse, die zum ewigen Leben führen, entfalten sich vor uns. Dann wird mir mein Platz im Universum immer klarer, auch mein Platz in Gottes Absichten. Es gelingt mir besser, da zu sein, wo ich hingehöre, ich kann die gewöhnlichen Pflichten meines Lebens besser bewerten und abwägen, trennen und organisieren, sodass das Kleine sich mir nicht in den Weg stellt und mir den Blick für das Größere raubt, das Gott uns geben hat.“ (Frühjahrs-Generalkonferenz 1922.)10

Betrachten wir einmal die erhabenen Lehren im großartigen Weihungsgebet für den Kirtland-Tempel, ein Gebet, von dem der Prophet Joseph Smith sagt, dass es ihm durch Offenbarung gegeben wurde. Dieses Gebet wird dank der Priestertumsvollmacht, die der Herr uns gegeben hat, damit wir sie in seinem heiligen Tempel anwenden, heute noch immer für uns als Einzelne, als Familien und als Volk erhört.

„Und so bitten wir dich nun, Heiliger Vater“, flehte der Prophet Joseph Smith, „stehe uns, deinem Volk, mit deiner Gnade bei, … dass wir in deinen Augen für würdig befunden werden, uns die Erfüllung der Verheißungen zu sichern, die du uns, deinem Volk, in den uns erteilten Offenbarungen gegeben hast, damit deine Herrlichkeit sich niederlasse auf dein Volk. …

Und wir bitten dich, Heiliger Vater: Mögen deine Knechte, wenn sie von diesem Haus hinausgehen, mit deiner Macht ausgerüstet sein, und möge dein Name auf ihnen sein und deine Herrlichkeit rings um sie sein und deine Engel Verantwortung über sie haben.“ [LuB 109:10-12,22.]11

Der Tempelbesuch bringt Geistigkeit hervor. Dabei handelt es sich um eine der besten Möglichkeiten, die wir in der Kirche haben, Geistigkeit zu entwickeln. Damit wird das Herz der Kinder ihren Vätern zugewandt und das Herz der Väter ihren Kindern (siehe Maleachi 3:24). Das fördert den Zusammenhalt und die Einigkeit in der Familie.12

4

Eilen wir zum Tempel

Erzählen wir unseren Kindern doch von den geistigen Empfindungen, die wir im Tempel haben. Erklären wir ihnen ernsthafter und ungezwungener, was wir über den Zweck des Hauses des Herrn sagen dürfen. Hängen Sie zu Hause ein Bild vom Tempel auf, damit Ihre Kinder es immer sehen. Erklären Sie ihnen, wozu es das Haus des Herrn gibt. Sie sollen sich von klein auf vornehmen, dorthin zu gehen und dieser Segnung immer würdig zu bleiben. Bereiten wir jeden Missionar darauf vor, würdig in den Tempel zu gehen und diese Erfahrung zu einem noch größeren Höhepunkt zu machen als die Berufung auf Mission. Nehmen wir uns vor, dass unsere Kinder im Haus des Herrn heiraten, unterweisen wir sie entsprechend und flehen wir sie an, dies zu tun. Treten wir energischer als je zuvor dafür ein, dass es sehr wohl von Bedeutung ist, wo man heiratet und durch welche Vollmacht man zu Mann und Frau erklärt wird.13

Es gefällt dem Herrn, wenn unsere Jugendlichen würdig in den Tempel gehen und sich stellvertretend für diejenigen taufen lassen, die zu Lebzeiten keine Gelegenheit zur Taufe hatten. Es gefällt dem Herrn, wenn wir würdig in den Tempel gehen, um selbst Bündnisse mit ihm zu schließen und als Ehepaar und als Familie gesiegelt zu werden. Und es freut den Herrn, wenn wir würdig in den Tempel gehen, um die gleichen errettenden heiligen Handlungen auch für Verstorbene zu vollziehen. Viele von ihnen warten sehnsüchtig darauf, dass diese heiligen Handlungen für sie vollzogen werden.14

Ich möchte alle, die noch nicht die Segnungen des Tempels empfangen haben oder derzeit keinen gültigen Tempelschein besitzen, voller Demut und Liebe auffordern, auf den Tag hinzuarbeiten, da sie das Haus des Herrn betreten können. Er hat denen, die ihren Bündnissen treu sind, verheißen: „Und wenn mein Volk auf meine Stimme hören wird, auch auf die Stimme meiner Knechte, die ich bestimmt habe, mein Volk zu führen, siehe, wahrlich, so sage ich euch: Sie werden nicht von ihrem Platz entfernt werden.“ (LuB 124:45.) … Ich verheiße Ihnen, dass Ihre Geistigkeit wächst und Ihre Beziehung zu Ihrem Ehepartner und zu Ihrer Familie gesegnet und gestärkt wird, wenn Sie regelmäßig in den Tempel gehen.15

Wir wollen ein Volk sein, das häufig und gern in den Tempel geht. Eilen wir so oft zum Tempel, wie die Zeit, die Mittel und die persönlichen Umstände es erlauben. Gehen wir nicht nur für unsere verstorbenen Verwandten hin, sondern auch für die persönlichen Segnungen, die sich aus dem Gottesdienst im Tempel ergeben, sowie um der Heiligkeit und Geborgenheit willen, die innerhalb dieser heiligen, geweihten Mauern zu finden sind. Der Tempel ist ein Ort der Schönheit, ein Ort der Offenbarung, ein Ort des Friedens. Er ist das Haus des Herrn. Er ist dem Herrn heilig. Er sollte auch uns heilig sein.16

Anregungen für Studium und Unterricht

Fragen

  • Denken Sie über Präsident Hunters Worte in Abschnitt 1 nach. Wie können wir den Tempel zum großen Symbol unserer Mitgliedschaft machen?

  • Lesen Sie sich die Bedingungen für einen Tempelschein in Abschnitt 2 durch. Wie sind Sie und Ihre Familie bereits gesegnet worden, weil Sie diese Bedingungen eingehalten haben? Warum wird von uns gefordert, dass wir „rein und frei von den Sünden der Welt“ sind, wenn wir den Tempel betreten?

  • Lesen Sie sich Präsident Hunters Aussagen zu den Segnungen durch, die sich aus der Tempelarbeit ergeben (siehe Abschnitt 3). Wie sind Sie und Ihre Familie gesegnet worden, weil Sie an den heiligen Handlungen des Tempels teilgenommen haben? Wie können Sie noch mehr von den Segnungen des Tempels profitieren? Wann haben Sie schon einmal geistige Kraft oder Weisung im Tempel empfangen? Wenn Sie noch nicht im Tempel gewesen sind, denken Sie darüber nach, wie Sie sich auf diese Segnung vorbereiten können.

  • Wie kann man Kindern und Jugendlichen helfen, mehr über den Tempel zu erfahren und ihn lieben zu lernen? (Siehe Abschnitt 4.) Wie können wir in Kindern und Jugendlichen den Wunsch wecken, im Haus des Herrn zu heiraten? Warum ist es wichtig, dass „wir so oft zum Tempel [eilen], wie die Zeit, die Mittel und die persönlichen Umstände es erlauben“?

Einschlägige Schriftstellen

Psalmen 55:14; Jesaja 2:2,3; LuB 97:12-17; 110:6-10; 124:39-41; 138:53,54; Schriftenführer, „Tempel“

Unterrichtshilfe

„Oft finden Sie in einer Lektion mehr Lehrstoff, als Sie in der vorgegebenen Zeit durchnehmen können. Suchen Sie in diesem Fall jene Themenbereiche aus, die Ihren Schülern am meisten helfen.“ (Lehren, die größte Berufung, Seite 98.)

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    Aus: Howard W. Hunter von Eleanor Knowles, 1994, Seite 135

  2.   2.

    Siehe Jay M. Todd, „President Howard W. Hunter: Fourteenth President of the Church“, Ensign, Juli 1994, Seite 4f.

  3.   3.

    „The Temple of Nauvoo“, Ensign, September 1994, Seite 62f.

  4.   4.

    Text des Weihungsgebets für den Bountiful-Utah-Tempel, zitiert in: „‚Magnificent Edifice‘ Consecrated to [the] Lord“, Church News, 14. Januar 1995, Seite 4

  5.   5.

    „The Great Symbol of Our Membership“, Ensign, Oktober 1994, Seite 2, 5

  6.   6.

    „Exceeding Great and Precious Promises“, Ensign, November 1994, Seite 8

  7.   7.

    „Your Temple Recommend“, New Era, April 1995, Seite 6–9

  8.   8.

    „A Temple-Motivated People“, Ensign, Februar 1995, Seite 5

  9.   9.

    The Teachings of Howard W. Hunter, Hg. Clyde J. Williams, 1997, Seite 240

  10.   10.

    „We Have a Work to Do“‚ Ensign, März 1995, Seite 65

  11.   11.

    „The Great Symbol of Our Membership“, Seite 4

  12.   12.

    The Teachings of Howard W. Hunter, Seite 239f.

  13.   13.

    „A Temple-Motivated People“, Seite 5

  14.   14.

    „The Great Symbol of Our Membership“, Seite 5

  15.   15.

    The Teachings of Howard W. Hunter, Seite 240f.

  16.   16.

    „The Great Symbol of Our Membership“, Seite 5