Kapitel 16

Die Ehe – eine ewige Partnerschaft

Lehren der Präsidenten der Kirche: Howard W. Hunter


Die großartigste Partnerschaft im Leben ist die Ehe – jene Beziehung, die von dauerhafter und ewiger Bedeutung ist.

Aus dem Leben von Howard W. Hunter

Als Howard W. Hunter 20 Jahre alt war, traf er Claire Jeffs, als sie mit einem seiner Freunde bei einem Tanzabend der Kirche in Los Angeles in Kalifornien war. Nach dem Tanzabend wateten einige der jungen Erwachsenen durch die Meeresbrandung. Howard verlor seine Krawatte und Claire bot an, mit ihm am Strand entlangzugehen und ihm suchen zu helfen. Howard sagte später: „Als wir das nächste Mal ausgingen, ging ich mit Claire und [mein Freund] mit jemand anders.“1

Im darauffolgenden Jahr wurde ihre Beziehung ernster, und an einem Frühlingsabend fast drei Jahre nach ihrer ersten Begegnung brachte Howard Claire zu einer Stelle, wo man einen herrlichen Blick auf das Meer hatte. „Wir [beobachteten], wie die Wellen vom Pazifik hereinströmten und im Schein des Vollmondes an den Felsen zerbrachen“, schrieb er. An jenem Abend machte Howard Claire einen Heiratsantrag, den sie auch annahm. „Wir unterhielten uns über unsere Pläne“, sagte er, „[und] trafen an jenem Abend viele Entscheidungen und fassten einige feste Beschlüsse für unser Leben.“2

Howard und Claire heirateten am 10. Juni 1931 im Salt-Lake-Tempel. In den nächsten 52 Jahre vertiefte sich ihre Liebe, während sie ihre Söhne großzogen, in der Kirche dienten und sich voller Glauben ihren Herausforderungen stellten.

Ihr Glück als Ehepaar war für ihre Familie offensichtlich. Robert Hunter, ihr ältester Enkelsohn, sagte: „Wenn ich an Opa Hunter denke, denke ich vor allem an das Beispiel eines liebevollen Ehemanns. … Man konnte wirklich eine liebevolle Verbindung zwischen den beiden spüren.“3

Präsident Hunters Liebe für seine Frau wurde besonders dadurch offensichtlich, dass er im letzten Jahrzehnt ihres Lebens, als sie mit ernsten gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, für sie sorgte. Als Claire am 9. Oktober 1983 starb, war es „ein heftiger Schlag“ für Präsident Hunter.4 Er schrieb, als er an ihrem Todestag nach Hause kam, „schien das Haus kalt, und als ich herumlief, erinnerte mich alles an sie“5.

Nachdem er fast sieben Jahre alleine gewesen war, heiratete Präsident Hunter im April 1990 Inis Stanton. Präsident Gordon B. Hinckley vollzog die Zeremonie im Salt-Lake-Tempel. Inis war während Präsident Hunters Zeit als Präsident des Kollegiums der Zwölf Apostel und Präsident der Kirche eine Quelle großen Trostes und großer Kraft für ihn. Sie begleitete ihn auf vielen seiner Reisen, bei denen sie mit Heiligen in der ganzen Welt zusammenkamen.

Elder James E. Faust vom Kollegium der Zwölf Apostel hat darüber gesprochen, welch ein Segen Inis für Präsident Hunter war: „Nach [Claires] Tod war er jahrelang sehr einsam, bis er Inis heiratete. Gemeinsam hatten sie an sehr vielen glücklichen Erinnerungen und Erlebnissen teil.“ Dann wandte er sich Schwester Hunter zu und sagte: „Wir sind dir überaus dankbar, Inis, dass du bei ihm warst und dich so liebevoll und hingebungsvoll um ihn gekümmert hast. Du hast ihn in den krönenden Jahren seines Lebens und seines Dienstes ein Funkeln in die Augen gezaubert und ihm Freude gebracht.“6

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Im Tempel empfangen wir die höchste heilige Handlung, die Männer und Frauen erlangen können, nämlich die Siegelung von Mann und Frau für alle Ewigkeit.

Lehren von Howard W. Hunter

1

Die Ehe zwischen Mann und Frau ist von Gott verordnet und soll ewig Bestand haben

Der Herr hat die Ehe für uns definiert. Er hat gesagt: „Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die zwei werden ein Fleisch sein.“ (Matthäus 19:5.)7

Die großartigste Partnerschaft im Leben ist die Ehe – jene Beziehung, die von dauerhafter und ewiger Bedeutung ist.8

Ein Mann, der das Priestertum trägt und Erkenntnis vom Erlösungsplan als Grundlage hat, sieht in der Ehe ein heiliges Recht und eine heilige Verpflichtung. Es ist weder für den Mann noch für die Frau gut, allein zu sein. Der Mann ist nicht vollständig ohne die Frau. Keiner von beiden kann ohne den anderen das Maß seiner Erschaffung erfüllen (siehe 1 Korinther 11:11; Mose 3:18). Die Ehe zwischen Mann und Frau ist von Gott verordnet (siehe LuB 49:15-17). Nur durch den neuen und immerwährenden Bund der Ehe können sie die Fülle der ewigen Segnungen erlangen (siehe LuB 131:1-4; 132:15-19).9

Die Ehe wird oft als eine Partnerschaft mit Gott bezeichnet. Das sagt man nicht einfach nur so. Wenn diese Partnerschaft stark und aktiv bleibt, lieben der Mann und die Frau einander so, wie sie Gott lieben, und ihre Familie wird mit einer Liebe und Zuneigung erfüllt, die zu ewigem Erfolg führt.10

Die erste Eheschließung wurde vom Herrn vorgenommen. Da es damals so etwas wie Zeit nicht gab, war es eine ewige Ehe. Die Zeremonie wurde für ein Ehepaar vollzogen, das damals nicht dem Tod unterworfen war; deshalb hätte die Beziehung unter den Umständen nie ein Ende gehabt. Nach dem Fall sind unsere Ureltern aus dem Garten vertrieben worden. Nun waren sie dem Tod unterworfen, erhielten aber die Verheißung, dass sie auferstehen würden. Zu keinem Zeitpunkt wurde gesagt, dass ihre ewige Ehe ein Ende haben sollte.11

Im Tempel empfangen wir die höchste heilige Handlung, die Männer und Frauen erlangen können, nämlich die Siegelung von Mann und Frau für alle Ewigkeit. Wir hoffen, dass unsere jungen Leute sich nicht mit weniger als einer Tempelehe zufriedengeben.12

Genau wie die Taufe ist auch die Eheschließung im Tempel ein Gebot des Herrn. Die Tempelehe ist für unsere Erhöhung in die Gegenwart Gottes genauso unerlässlich wie die Taufe für die Mitgliedschaft in der Kirche. Sie ist Teil unserer Bestimmung. Ohne sie können wir unser höchstes Ziel nicht erreichen. Geben Sie sich nicht mit weniger zufrieden.

Sie würden doch auch nicht eine weltliche Form der Taufe akzeptieren, oder? Gott hat seine eigene Art und Weise der Taufe, nämlich durch Untertauchen, vollzogen von jemandem, der die Vollmacht dafür innehat. Würden Sie dann eine weltliche Form der Eheschließung akzeptieren? Gott hat auch seine eigene Art und Weise der Eheschließung, nämlich die Tempelehe.13

Ich bete darum, dass der Herr uns segnen möge, dass wir den Grund für unsere Existenz erkennen und uns bewusst werden, was wir tun müssen, um unseren Weg zur Erhöhung und zum ewigen Leben zu finden. Die Ehe, die wir heilig halten, ist Teil des ewigen Plans. Wenn wir bereit sind, uns daran zu halten, bekommen die heiligen Handlungen ewige Gültigkeit. Wie herrlich ist es doch, dass wir diese Erkenntnis haben und dass uns diese Wahrheiten offenbart worden sind.14

2

Üben Sie bei der Wahl Ihres Ehepartners Geduld und Glauben und halten Sie sich würdig, um göttliche Hilfe zu erhalten

Ich glaube, die größte Entscheidung, die Sie treffen müssen, … ist diejenige, die Ihr Leben für die Ewigkeit beeinflussen wird, und das ist Ihre Ehe. Gewiss würden Sie mir beipflichten, dass dies viel wichtiger sein wird als alles andere, was Sie im Leben tun, denn Ihre Arbeit, Ihr Beruf oder was auch immer Sie tun werden, ist nicht annähernd so wichtig wie ewige Werte. … [Die Entscheidung hinsichtlich der Eheschließung wird] sich bis in alle Ewigkeit auf Sie auswirken, aber auch schon jetzt auf der Erde.15

Stürzen Sie sich nicht in eine Beziehung, ohne vorher gründlich darüber nachgedacht und Inspiration empfangen zu haben. Bemühen Sie sich in dieser Angelegenheit gebeterfüllt um Führung vom Herrn. Bleiben Sie würdig, diese göttliche Hilfe zu erhalten.16

Viele von Ihnen … machen sich Sorgen um die Partnersuche, die Ehe und das Gründen einer Familie. Sie werden den Namen Ihres künftigen Ehepartners wahrscheinlich nicht in Nephis Vision oder in der Offenbarung des Johannes finden; und wahrscheinlich werden Sie ihn auch nicht von einem Engel und noch nicht einmal von Ihrem Bischof erfahren. Es gibt Dinge, die Sie sich selbst erarbeiten müssen. Üben Sie Glauben und seien Sie gehorsam; dann stellen sich die Segnungen ein. Versuchen Sie, geduldig zu sein. Lassen Sie sich von dem, was Sie nicht haben, nicht so verblenden, dass Sie das, was Sie haben, nicht sehen. Wenn Sie sich um die Eheschließung zu große Sorgen machen, kann es die Aussicht auf eine Ehe verschlechtern. Führen Sie ein erfülltes Leben und seien Sie als Alleinstehender treu, anstatt es nicht abwarten zu können, zu zweit zu sein.17

Während Sie auf verheißene Segnungen warten, sollten Sie nicht untätig herumsitzen, denn keinen Fortschritt zu machen bedeutet in gewissem Sinne, Rückschritt zu machen. Widmen Sie sich voller Eifer und aus eigenem freien Willen guten Sachen, einschließlich Ihrer eigenen Weiterentwicklung.18

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Während Sie auf verheißene Segnungen warten, widmen Sie sich voller Eifer und aus eigenem freien Willen guten Sachen, einschließlich Ihrer eigenen Weiterentwicklung.

3

Würdigen Unverheirateten wird keine Segnung verwehrt

Dies ist die Kirche Jesu Christi, nicht die Kirche der Verheirateten oder Alleinstehenden oder jeglicher anderen Gruppe oder Person. Das Evangelium, das wir verkünden, ist das Evangelium Jesu Christi, das alle errettenden heiligen Handlungen und Bündnisse umfasst, die notwendig sind, um jeden zu erretten und zu erhöhen, der willens ist, Christus anzunehmen und die Gebote zu halten, die er und unser Vater im Himmel gegeben haben.19

Jemandem, der würdig ist, wird keine Segnung verwehrt, auch nicht die einer ewigen Ehe und einer ewigen Familie. Bei manch einem mag es zwar etwas länger dauern – vielleicht sogar über dieses Erdenleben hinaus –, bis er diese Segnung empfängt, aber sie wird ihm nicht verwehrt. …

Darf ich Ihnen nun ein paar gut gemeinte Ratschläge mit auf den Weg geben?

An die unverheirateten Männer: Schieben Sie die Ehe nicht auf, nur weil Ihre berufliche und finanzielle Situation vielleicht nicht ideal ist. … Denken Sie daran, dass Sie als Priestertumsträger die Pflicht haben, die Führung zu übernehmen, wenn es darum geht, eine Partnerin für die Ewigkeit zu suchen.

An die unverheirateten Frauen: Die Verheißungen der Propheten Gottes haben schon immer gelautet, dass der Herr an Sie denkt. Wenn Sie treu sind, werden Sie alle Segnungen erlangen. In diesem Leben nicht verheiratet zu sein und keine Familie zu haben ist nur ein vorübergehender Zustand, und die Ewigkeit ist eine lange Zeit. Präsident Benson hat uns daran erinnert, dass die „Zeit nur dem Menschen gezählt ist. Gott hat Ihre ewige Perspektive im Sinn.“ (Ensign, November 1988, Seite 97.) Füllen Sie Ihr Leben mit lohnenswerten, sinnvollen Aktivitäten.

An diejenigen, die eine Scheidung hinter sich haben: Lassen Sie es nicht zu, dass die Enttäuschung oder das Gefühl, versagt zu haben, Ihr Bild von der Ehe oder vom Leben trüben. Verlieren Sie den Glauben an die Ehe nicht und sorgen Sie dafür, dass Ihre Seele nicht von Bitterkeit zerfressen wird und dass die Verbitterung weder Sie noch diejenigen zerstört, die Sie lieben oder geliebt haben.20

4

Eine gute Ehe erfordert, dass wir uns nach besten Kräften mühen, die Grundsätze des Evangeliums zu leben

[Die Ehe] … ist eine angelernte Verhaltensweise. Unsere bewussten Bemühungen, nicht unser Instinkt, bestimmten den Erfolg. Die motivierende Kraft entspringt aus Güte, wahrer Zuneigung und daraus, dass man das Glück und Wohl des Partners im Sinn hat.

Vor der Ehe haben wir das Leben aus unserer eigenen Perspektive betrachtet, aber seit wir diese Schwelle überschritten haben, sehen wir es auch aus einem anderen Blickwinkel. Wir müssen Opfer bringen und Anpassungen vornehmen, um den anderen zu beschwichtigen und unsere Liebe zu zeigen.

Es heißt oft, dass das Rezept für eine glückliche und gute Ehe in der Regel nicht so sehr darin besteht, den richtigen Partner zu heiraten, sondern der richtige Partner zu sein. Statistiken über die hohe Scheidungsrate könnten darauf hindeuten, dass die Geschiedenen ihren Partner unklug gewählt haben. Wenn die Geschiedenen jemand anders geheiratet hätten, hätte es das eine oder andere Problem vielleicht zwar nicht gegeben, aber dann wäre gewiss ein anderes Problem aufgetaucht. Eine kluge Partnerwahl spielt zwar eine große Rolle, wenn man Erfolg haben möchte, aber das entscheidende Element einer guten Ehe besteht darin, sich bewusst zu bemühen, seinen Teil ganz zu erfüllen.21

Es stimmt zwar, dass würdige Ehepaare Erhöhung im celestialen Reich erlangen werden, aber jeder Mann und jede Frau, die in einer ewigen Beziehung gesiegelt sind, müssen selbst dieser Segnung würdig sein.

Zu einer ewigen Ehe gehören ein würdiger Mann und eine würdige Frau, die beide mit Wasser und mit dem Geist getauft worden sind, in den Tempel gegangen sind, um das Endowment zu empfangen, Gott und ihrem Partner im Ehebund ihre Treue gelobt haben und ihre Bündnisse gehalten und alles getan haben, was Gott von ihnen erwartet hat.22

Wenn man die Grundsätze des Evangeliums lebt, führt dies zu einer glücklichen Ehe. … Wenn zwei Menschen die Grundsätze des Evangeliums leben können, kann ihre Ehe schön und glücklich sein.23

5

Mann und Frau müssen zusammenarbeiten, um ihre Ehe zu stärken

Nächstenliebe und Geduld mit Unvollkommenheiten

Die meisten Partner haben Fehler. … Richard L. Evans sagte einmal: „Vielleicht könnte jeder von uns mit vollkommenen Menschen auskommen, aber unsere Aufgabe besteht darin, mit unvollkommenen Menschen auszukommen.“ (Richard Evansʼ Quote Book, Seite 165.) Uns ist in der Ehe bewusst, dass wir es nicht mit vollkommenen Menschen zu tun haben; wir bemühen uns, vollkommen zu werden und schlagen den Weg ein, auf dem wir Vollkommenheit zu finden hoffen, aber wir müssen Verständnis haben, unser Bestes geben und das Leben schön gestalten. …

In der Bibel steht: „Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. (1 Korinther 13:4.) Diese Art von Liebe – die Art, die nicht auf die leichte Schulter genommen wird, nach Belieben aufhört oder wie Einwegplastik weggeworfen wird, sondern sich allen kleinen Schwierigkeiten des Lebens Hand in Hand stellt, wodurch zwei Seelen eins werden – ist der größte Ausdruck menschlichen Glücks.24

Eines Herzens sein

Gewiss sind die glücklichsten Ehen diejenigen, in denen die Ehepartner ihr Leid, ihren Schmerz, ihren Sieg und ihre Anliegen miteinander teilen. In einer Welt, in der die Frage zu sein scheint: „Was habe ich davon?“, scheint es eine größere Herausforderung denn je zu sein, im Herzen, in der Seele und im Fleisch eins zu sein. Es gibt viel zu viele Menschen, die ihren Ehepartner als einen Besitz betrachten, auf den sie stolz sind, anstatt ihn wirklich zu lieben.25

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Wenn Mann und Frau einander so lieben wie sie Gott lieben, wird ihr Zuhause mit einer Liebe und Zuneigung erfüllt, die zu ewigem Erfolg führt.

Treue in Gedanken, Wort und Tat

Ein Mann, der das Priestertum trägt, ist seiner Frau absolut treu und gibt ihr keinen Anlass, an seiner Treue zu zweifeln. Ein Ehemann muss seine Frau von ganzem Herzen lieben und an ihr festhalten und an niemandem und nichts sonst (siehe LuB 42:22-26). Präsident Spencer W. Kimball hat erklärt:

„Die Worte an niemandem und nichts sonst schließen jeden anderen und alles andere aus. Somit ist der Ehepartner sowohl für den Mann als auch für die Frau das Wichtigste im Leben, und weder das gesellschaftliche Leben, das Berufsleben, die Politik noch sonst ein Interesse, eine Person oder eine Sache darf jemals Vorrang vor dem Ehepartner haben.“ (The Miracle of Forgiveness, Bookcraft, Salt Lake City 1969, Seite 250.)

Der Herr verbietet jedwede intime Beziehung außerhalb der Ehe und seine Kirche veruteilt Derartiges. Untreue seitens des Mannes bricht seiner Frau das Herz und kostet ihn ihr Vertrauen wie auch das Vertrauen seiner Kinder (siehe Jakob 2:35).

Halten Sie den Ehebund in Gedanken, Wort und Tat ein. Pornografie, Flirten und unzuträgliche Phantasien zerfressen den Charakter und greifen das Fundament einer glücklichen Ehe an. Einigkeit und Vertrauen in der Ehe werden dadurch zerstört. Wer seine Gedanken nicht beherrscht und dadurch im Herzen Ehebruch begeht, wird, solange er nicht umkehrt, den Geist nicht haben, sondern den Glauben leugnen und sich fürchten (siehe LuB 42:23; 63:16).26

Zärtlichkeit und Respekt in der Intimität

Verzichten Sie in der zärtlichen und intimen Beziehung zwischen Ehemann und Ehefrau auf jedes tyrannische und unwürdige Verhalten. Da die Ehe von Gott verordnet ist, ist die intime Beziehung zwischen den Ehepartnern in den Augen Gottes gut und ehrbar. Er hat geboten, dass sie ein Fleisch sein sollen, und dass sie sich mehren und die Erde füllen sollen (siehe Mose 2:28; 3:24). Sie müssen Ihre Frau so lieben, wie Christus die Kirche geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat (siehe Epheser 5:25-31).

Zärtlichkeit und Respekt – und niemals Selbstsucht – müssen die Leitprinzipien in der intimen Beziehung zwischen den Ehepartnern sein. Jeder der beiden muss die Bedürfnisse und Wünsche des anderen berücksichtigen und dafür empfänglich sein. Jedes tyrannisches, ungehöriges oder unbeherrschtes Verhalten in der intimen Beziehung zwischen den Ehepartnern wird vom Herrn verurteilt.

Jeder Mann, der seine Frau körperlich oder geistig misshandelt oder herabwürdigt, ist einer schweren Sünde schuldig und muss aufrichtig und ernsthaft umkehren. Differenzen müssen in Liebe und Freundlichkeit und im Geiste gegenseitiger Vergebung ausgeräumt werden. Der Mann darf mit seiner Frau immer nur liebevoll und freundlich sprechen und muss sie mit äußerstem Respekt behandeln. Die Ehe … ist wie eine zarte Blume und muss ständig mit Zeichen der Liebe und Zuneigung gepflegt werden.27

Aufmerksames Zuhören

Viele Probleme und schwierige Situationen könnten schnell gelöst werden, wenn wir nur begriffen, dass es Zeiten gibt, in denen man zuhören muss. Wenn wir in der Schule zugehört haben, haben wir etwas gelernt, aber wenn wir nicht aufgepasst haben, haben wir versagt. Wenn wir in der Ehe nicht bereit sind zuzuhören, mangelt es völlig an Verständnis. … Wir müssen natürlich sprechen, aber wir müssen auch zuhören, wenn der andere seinen Standpunkt darlegt, damit wir genügend Verständnis erlangen, um eine kluge Entscheidung teffen zu können. Ein aufmerksames Ohr kann oft etwas Großes bewirken.28

Selbstlosigkeit

Wenn eine Freundschaft auf dem Sand der Selbstsucht gegründet ist, kann sie nicht bestehen. Wenn eine Ehe nur auf körperlicher Anziehung beruht und nicht die Grundlage einer tieferen Liebe und Treue hat, wird sie keinen Bestand haben.29

Wir hoffen, dass Sie, die Sie verheiratet sind, sich an die Gefühle der Liebe erinnern, die Sie zum Altar im Haus des Herrn geführt haben. Wenn wir von den vielen Menschen erfahren, deren Liebe erkaltet ist oder die die Ehebündnisse, die sie im Tempel geschlossen haben, aufgrund von Selbstsucht oder Übertretung vergessen oder auf die leichte Schulter nehmen, betrübt es uns. Wir bitten die Ehemänner und Ehefrauen eindringlich, Liebe und Achtung füreinander zu haben. Es ist unser innigster Wunsch, dass jede Familie mit einer Mutter und einem Vater gesegnet ist, die Liebe füreinander zum Ausdruck bringen, einander achten und zusammenarbeiten, um die Ehe zu stärken.30

Anregungen für Studium und Unterricht

Fragen

  • In Abschnitt 1 betont Präsident Hunter, dass die Ehe zwischen Mann und Frau von Gott verordnet ist und ewig Bestand haben soll. Wie kann sich diese Erkenntnis auf Ihre Beziehung zu Ihrem Ehepartner auswirken? Was bedeutet es Ihnen dass die Ehe „eine Partnerschaft mit Gott“ ist? Wie können wir Kindern und Jugendlichen helfen, sich darauf vorzubereiten, im Tempel zu heiraten?

  • Welche Gedanken und Eindrücke haben Sie, wenn Sie sich mit Präsident Hunters Rat zur Wahl des Ehepartners befassen? (Siehe Abschnitt 2.)

  • Wie können Präsident Hunters Verheißungen und sein Rat in Abschnitt 3 denen helfen, die nicht verheiratet sind? Wie können wir Präsident Hunters Botschaft zur Anwendung bringen, dass dies „die Kirche Jesu Christi, nicht die Kirche der Verheirateten oder Alleinstehenden“ ist?

  • Was meint Präsident Hunter wohl mit seiner Aussage, dass die Ehe „eine angelernte Verhaltensweise“ ist? (Siehe Abschnitt 4.) Haben Sie bereits beobachtet, dass es zu einer glücklichen Ehe führt, wenn man die Grundsätze des Evangeliums lebt? Wenn Sie verheiratet sind: Denken Sie darüber nach, was Sie tun könnten, um Ihre Liebe für Ihren Ehepartner mehr zu zeigen.

  • Denken Sie über Präsident Hunters Rat in Abschnitt 5 nach. Wie kann man mehr Geduld für die Unvollkommenheiten seines Ehepartners entwickeln? Wie können Ehepartner „im Herzen eins“ werden? Wie können Ehepartner zeigen, dass sie dem Ehebund in Gedanken, Wort und Tat treu sind?

Einschlägige Schriftstellen

Genesis 2:18,21-24; Jakob 2:27,31-33; 4 Nephi 1:11; LuB 42:22; Mose 3:19-24; siehe auch „Die Familie – eine Proklamation an die Welt“, Liahona, November 2010, Umschlagrückseite

Studienhilfe

„Am besten lernt man das Evangelium, wenn man sich vom Heiligen Geist unterweisen lässt. Beten Sie zu Beginn immer darum, dass der Heilige Geist Ihnen beim Lernen hilft.“ (Verkündet mein Evangelium!, Seite 20.)

Quellenangaben anzeigen

Anmerkungen

  1. Aus: Howard W. Hunter von Eleanor Knowles, Seite 72

  2. Aus: Howard W. Hunter, Seite 79f.

  3. Aus: „President Howard W. Hunter, Acting President of the Quorum of the Twelve Apostles“ von Don L. Searle, Ensign, April 1986, Seite 24f.

  4. Gordon B. Hinckley, „A Prophet Polished and Refined“, Ensign, April 1995, Seite 34

  5. Aus: Howard W. Hunter, Seite 270; siehe auch Seite 264, 267, 269

  6. James E. Faust, „Howard W. Hunter: Man of God“, Ensign, April 1995, Seite 28

  7. The Teachings of Howard W. Hunter, Hg. Clyde J. Williams, Seite 137

  8. The Teachings of Howard W. Hunter, Seite 130

  9. „Being a Righteous Husband and Father“, Ensign, November 1994, Seite 49

  10. The Teachings of Howard W. Hunter, Seite 130

  11. The Teachings of Howard W. Hunter, Seite 132

  12. The Teachings of Howard W. Hunter, Seite 130

  13. The Teachings of Howard W. Hunter, Seite 131f.

  14. „Divine Creation of Women“, Ansprache bei der Gebietskonferenz in Adelaide in Australien am 30. November 1979, Seite 7, Historisches Archiv der Kirche, Salt Lake City

  15. The Teachings of Howard W. Hunter, Seite 141f.

  16. „The Church Is for All People“, Ensign, Juni 1989, Seite 77

  17. „Fear Not, Little Flock“, Ansprache an der Brigham-Young-Universität am 14. März 1989, Seite 4; speeches.byu.edu

  18. „The Church Is for All People“, Seite 77

  19. „The Church Is for All People“, Seite 76

  20. „The Church Is for All People“, Seite 76f.

  21. The Teachings of Howard W. Hunter, Seite 129f.

  22. „The Church Is for All People“, Seite 76

  23. The Teachings of Howard W. Hunter, Seite 137

  24. The Teachings of Howard W. Hunter, Seite 135f.

  25. The Teachings of Howard W. Hunter, Seite 137

  26. „Being a Righteous Husband and Father“, Seite 50

  27. „Being a Righteous Husband and Father“, Seite 51

  28. The Teachings of Howard W. Hunter, Seite 129

  29. Herbst-Generalkonferenz 1967

  30. The Teachings of Howard W. Hunter, Seite 130f.