Kapitel 24: Dem Beispiel Jesu Christi folgen

Lehren der Präsidenten der Kirche: Howard W. Hunter, (2015), 329–40


Wir sollten uns bei jeder Gelegenheit fragen: Was würde Jesus tun?, und dann öfter den Mut finden, nach der Antwort zu handeln.

Aus dem Leben von Howard W. Hunter

Präsident Thomas S. Monson, der Präsident Hunters Zweiter Ratgeber war, sagte über ihn, er „lebte so, wie er es lehrte, nach dem Vorbild des Erretters, dem er diente“1.

Ein enger Freund bemerkte, dass „sich die Eigenschaften, die unser Herr und Erlöser, Jesus Christus, verkörpert, in Präsident Hunters bemerkenswertem und selbstlosem Leben wunderbar widerspiegeln. Er betrachtete jeden als Freund.“2

Einer von Präsident Hunters Mitstreitern, der über 30 Jahre lang eng mit ihm zusammenarbeitete, sagte: „Er wusste instinktiv, welchen Weg er gehen wollte. Er wollte seinem Erlöser Jesus Christus nacheifern.“3

Während seines geistlichen Wirkens forderte Präsident Hunter die Mitglieder der Kirche immer wieder liebevoll auf, dem Beispiel des Erretters zu folgen. In seiner ersten offiziellen Erklärung als Präsident der Kirche sagte er:

„Ich bitte alle Mitglieder der Kirche, dem Leben und dem Beispiel des Herrn Jesus Christus noch mehr Beachtung zu schenken, vor allem der Liebe, der Hoffnung und der Anteilnahme, die er gezeigt hat.

Ich bete, dass wir einander mit mehr Freundlichkeit, mehr Höflichkeit und mehr Demut, Geduld und Vergebungsbereitschaft begegnen. Wir haben hohe Erwartungen aneinander, und jeder kann sich noch verbessern. Unsere Welt verlangt dringend danach, dass die Gebote Gottes genauer befolgt werden. Aber dafür eintreten sollen wir, wie der Herr dem Propheten Joseph Smith in der winterlichen Kälte des Gefängnisses von Liberty gesagt hat,,mit überzeugender Rede, mit Langmut, mit Milde und Sanftmut und mit ungeheuchelter Liebe, … ohne Heuchelei und ohne Falschheit‘ (LuB 121:41,42)“4.

Christus betet

Wenn wir dem Beispiel Jesu Christi folgen und in seine Fußstapfen treten wollen, müssen wir uns bemühen, das zu tun, was er uns vorgelebt hat.

Lehren von Howard W. Hunter

1

Jesus Christus ist unser vollkommenes Vorbild

Ein Licht zu sein, heißt, ein Vorbild zu sein – jemand, der ein Beispiel vorgibt, dem andere nachfolgen können. … [Wir haben gelobt], Christus, dem großen Vorbild, nachzufolgen. Es ist unsere Pflicht, ihn kennenzulernen und zu wissen, was er während seines Erdenlebens lehrte und tat. Wenn wir das getan haben, ist uns geboten, seinem Beispiel zu folgen. Hier sind einige Punkte aufgeführt:

1. Christus zeigte im vorirdischen Leben Gehorsam und Entschlossenheit. So stand es ihm zu, auf die Erde zu kommen und einen Körper aus Fleisch und Knochen zu erhalten.

2. Er ließ sich taufen, um das Tor zum celestialen Reich aufzuschließen.

3. Er trug das Priestertum und empfing alle errettenden und erhöhenden heiligen Handlungen des Evangeliums.

4. Jesus predigte etwa drei Jahre lang das Evangelium, gab Zeugnis von der Wahrheit und erklärte den Menschen, was man tun muss, um Freude und Glück in diesem Leben und ewige Herrlichkeit in der künftigen Welt zu empfangen.

5. Er vollzog heilige Handlungen. So segnete er Kinder, taufte, heilte Kranke und ordinierte andere zum Priestertum.

6. Er wirkte Wunder. Auf sein Wort hin erhielten Blinde das Augenlicht zurück, Taube konnten wieder hören und Lahme wieder gehen und Tote erweckte er wieder zum Leben.

7. Jesus lebte im Einklang mit der Absicht und dem Willen des Vaters ein vollkommenes Leben ohne Sünde. Er eignete sich alle göttlichen Eigenschaften an.

8. Er überwand die Welt. Dafür zügelte er alle Leidenschaften und erhob sich über das Fleischliche und Sinnliche. Er lebte und wandelte so, wie es ihm vom Geist eingegeben wurde.

9. Er brachte das Sühnopfer zustande, wodurch er die Menschen vom [geistigen und physischen] Tod erlöste, den der Fall Adams nach sich gezogen hatte.

10. In seinem auferstandenen und verherrlichten Zustand hat er jetzt alle Macht im Himmel und auf Erden. Er hat die Fülle des Vaters empfangen und ist eins mit ihm.

Wenn wir dem Beispiel Jesu Christi folgen und in seine Fußstapfen treten wollen wollen, müssen wir uns bemühen, das zu tun, was er uns vorgelebt hat.5

Es ist wichtig, sich vor Augen zu halten, dass Jesus der Sünde fähig war, dass er hätte nachgeben können, dass der Plan des Lebens und der Erlösung hätte vereitelt werden können – aber er ist standhaft geblieben. Hätte er den Verlockungen des Satans nicht erliegen können, wären diese keine echte Prüfung gewesen – und letzten Endes wäre sein Sieg kein solcher gewesen. … Wäre ihm die Fähigkeit genommen worden, Sünde zu begehen, wäre ihm die Entscheidungsfreiheit an sich genommen worden. Doch er war dazu gekommen, die Entscheidungsfreiheit des Menschen zu schützen und zu garantieren. Er musste die Fähigkeit behalten, Sünde zu begehen, falls er dies so gewollt hätte.6

Am Ende seines Erdenlebens zeigten sich seine ganze Geistesgröße und Kraft. Selbst in dieser letzten Stunde dachte er nicht an sich selbst, dachte nicht an die eigenen Sorgen oder die bevorstehenden Leiden. Vielmehr kümmerte er sich darum, was seine geliebten Jünger unmittelbar und in Zukunft brauchen würden. Er wusste, dass ihre Sicherheit – sowohl des einzelnen wie auch der Kirche insgesamt – nur auf ihrer uneingeschränkten Liebe füreinander beruhte. Seine ganze Kraft war darauf gerichtet, ihnen zu helfen; und so zeigte er ihnen durch die Tat, was er sie mit Worten gelehrt hatte. Er tröstete sie, gab ihnen Gebote und warnte sie.7

Während seines irdischen Wirkens bei seiner Herde im Heiligen Land und später bei seinen verstreuten Schafen auf der westlichen Erdhälfte hat der Herr gezeigt, wie sehr er den Einzelnen liebt und sich um ihn sorgt.

Obwohl er in der Menge eingezwängt war, spürte er die Berührung einer Frau, die sich wünschte, von der Krankheit geheilt zu werden, an der sie seit zwölf Jahren litt (siehe Lukas 8:43-48). Ein anderes Mal sah er über die Engstirnigkeit der Menge hinaus, die eine Sünderin verurteilt hatte, und auch über die Sünde der Beschuldigten. Vielleicht spürte er, dass sie zur Umkehr bereit war, denn er entschied sich, ihren Wert als Mensch zu sehen und forderte sie auf, in Zukunft nicht mehr zu sündigen (siehe Johannes 8:1-11). Wieder ein anderes Mal nahm er „ihre kleinen Kinder, eines nach dem anderen, und segnete sie und betete für sie zum Vater“ (3 Nephi 17:21; Hervorhebung hinzugefügt).

Als die Prüfungen nahten, die der Erretter in Getsemani und auf Golgota zu bestehen hatte und die ihm schwer auf der Seele lagen, nahm er sich die Zeit, auf das Opfer der Witwe zu achten (siehe Markus 12:41-44). Gleichermaßen bemerkte er Zachäus, der den Erretter in der Menschenmenge nicht sehen konnte, weil alle um ihn herum größer waren als er, und der deshalb auf einen Maulbeerfeigenbaum geklettert war, um den Sohn Gottes zu sehen (siehe Lukas 19:1-5). Als der Herr unter Schmerzen am Kreuz hing, vergaß er sein eigenes Leid und zeigte seine Sorge um die weinende Frau, die ihm das Leben geschenkt hatte (siehe Johannes 19:25-27).

Welch ein wunderbares Vorbild für uns! Selbst in großem Kummer und Leid war der Erretter darauf bedacht, anderen zu helfen. … Er machte sich keine Gedanken um das, was er nicht hatte, sondern war vielmehr immer bemüht, anderen zu dienen.8

2

Folgen wir dem Sohn Gottes nach, und zwar in jeder Weise und Lebenslage

Eine der wichtigsten Fragen, die den Menschen je gestellt wurde, kam vom Sohn Gottes selbst, dem Erretter der Welt. Einer Gruppe von Jüngern in der Neuen Welt – eine Gruppe, die seine Worte begierig aufnahm, umso mehr, als dass er sie bald verlassen sollte – stellte er diese Frage: „Was für Männer sollt ihr sein?“ Im selben Atemzug gab er ihnen die Antwort: „So, wie ich bin.“ (3 Ne. 27:27.)

Die Welt ist voller Menschen, die uns nur zu gern auffordern: „Mach es so, wie ich es sage.“ Es findet sich gewiss zu jedem Thema jemanden, der gutgemeinte Vorschläge macht. Es gibt aber nur sehr wenige, die bereit sind, zu sagen: „Tu das, was ich tue.“ Und natürlich gab es in der Geschichte der Menschheit auch nur einen, der das zu Recht sagen konnte. In der Geschichte finden wir viele beispielhafte Männer und Frauen, aber selbst die besten haben die eine oder andere Schwäche. Keiner kann als vollkommenes oder als unfehlbares Vorbild dienen, so gut sie es auch meinen mögen.

Nur Christus kann unser Ideal sein, unser „strahlender Morgenstern“ (Offenbarung 22:16). Nur er kann ohne jeglichen Vorbehalt sagen: „Folgt mir nach, lernt von mir und tut, was ihr mich habt tun sehen. Trinkt von meinem Wasser und esst von meinem Brot. Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Ich bin das Gesetz und das Licht. Blickt her zu mir, so werdet ihr leben. Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben“ (siehe Matthäus 11:29; 16:24; Johannes 4:13–14; 6:35, 51; 7:37; 13:34; 14:6; 3 Nephi 15:9; 27:21).

Was für ein klarer, widerhallender Ruf! Welche Gewissheit und welches Vorbild in einer Zeit der Ungewissheit und mangelnder Vorbilder. …

Wie dankbar sollten wir sein, dass Gott seinen einziggezeugten Sohn zur Erde geschickt hat, um … ein vollkommenes Vorbild an rechtschaffenem Leben, Freundlichkeit, Gnade und Mitgefühl zu sein, damit alle Menschen wissen, wie sie leben sollen, wie sie sich verbessern und Gott ähnlicher werden können.

Folgen wir dem Sohn Gottes nach, und zwar in jeder Weise und Lebenslage. Machen wir ihn zu unserem Vorbild und Führer. Wir sollten uns bei jeder Gelegenheit fragen: Was würde Jesus tun?, und dann öfter den Mut finden, nach der Antwort zu handeln. Wir müssen Christus nachfolgen und zwar im besten Sinn des Wortes. Wir müssen sein Werk tun, so wie er das Werk seines Vaters getan hat. Wir müssen versuchen, so wie er zu sein, gerade so, wie die PV-Kinder singen: „Drum wollen wir … sein immerdar …, wie er war“ (Liederbuch für Kinder, Seite 34). Soweit es unsere irdischen Kräfte zulassen, müssen wir jede Anstrengung unternehmen, um wie Christus zu werden – das einzige vollkommene und sündenlose Vorbild, das die Welt je gesehen hat.9

Der Herr ließ während seines geistlichen Dienstes auf Erden immer wieder einen Ruf ergehen, der zugleich Einladung und Aufforderung war. Zu Petrus und dessen Bruder Andreas sagte Christus: „Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.“ (Matthäus 4:19.) Dem reichen jungen Mann, der ihn fragte, was er tun müsse, um ewiges Leben zu haben, antwortete Jesus: „Verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen; … dann komm und folge mir nach.“ (Matthäus 19:21.) Und zu jedem von uns sagt Jesus: „Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach.“ (Johannes 12:26.)10

Wir wollen uns mit allen Lehren des Herrn befassen und seinem Beispiel noch williger nacheifern. Er hat uns alles gegeben, „was für unser Leben und unsere Frömmigkeit gut ist“. Er hat uns zu „Herrlichkeit und Kraft berufen“ und uns „die kostbaren und überaus großen Verheißungen geschenkt“, damit wir dadurch „an der göttlichen Natur Anteil“ erhalten (2 Petrus 1:3,4).11

Wer Christus nachfolgt, ist bemüht, seinem Beispiel zu folgen. Dass er für unsere Sünden, Unzulänglichkeiten, Leiden und Krankheiten gelitten hat, muss uns Beweggrund sein, dass wir uns ebenso voller Nächstenliebe und Mitgefühl um unsere Mitmenschen kümmern. …

Halten Sie weiter Ausschau nach Möglichkeiten, anderen Gutes zu tun. Machen Sie sich keine allzu großen Sorgen um Ihren Status. Wissen Sie noch, was der Herr über diejenigen gesagt hat, die nach dem „Ehrenplatz“ und den „vordersten Sitzen“ trachten? „Der Größte von euch soll euer Diener sein.“ (Matthäus 23:6,11.) Es ist wichtig, dass man Wertschätzung erfährt. Aber uns muss es um Rechtschaffenheit und nicht um Anerkennung gehen, um Dienen, nicht um Status. Die treue Besuchslehrerin, die Monat für Monat still ihre Arbeit tut, ist für das Werk des Herrn genau so wichtig wie diejenigen, die die scheinbar prominenten Ämter in der Kirche innehaben. Sichtbarkeit hat nichts mit Wertigkeit zu tun.12

Christus mit Aposteln

Wir können unser Leben nach dem Beispiel des Heilands ausrichten, indem wir das Gebot befolgen, das er Petrus gegeben hat: „Weide meine Lämmer! … Weide meine Schafe.“ (Johannes 21:15-17.)

3

Unsere Errettung hängt davon ab, ob wir uns verpflichten, dem Heiland zu folgen

Die Aufforderung des Herrn, ihm nachzufolgen, richtet sich an uns persönlich, und wir müssen uns entscheiden. Wir können nicht für immer zwischen zwei Meinungen stehen. Jeder von uns muss sich irgendwann der entscheidenden Frage stellen: „Für wen haltet ihr mich?“ (Matthäus 16:15.) Unsere Errettung hängt davon ab, wie wir diese Frage beantworten und wie sehr wir uns dieser Antwort verpflichten. Die Antwort, die Petrus durch Offenbarung erhielt, lautete: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!“ (Matthäus 16:16.) Unzählige Zeugen können dank derselben Macht genau die gleiche Antwort geben, und demütig und dankbar schließe ich mich ihnen an. Aber jeder von uns muss diese Frage selbst beantworten – wenn nicht jetzt, dann später; denn am letzten Tag wird sich jedes Knie beugen und jede Zunge wird bekennen, dass Jesus der Messias ist. Wir sind aufgefordert, die richtige Antwort zu geben und dementsprechend zu leben, ehe es für immer zu spät ist. Da nun Jesus wahrhaftig der Messias ist, was müssen wir tun?

Das erhabene Opfer Christi kann in unserem Leben nur dann Frucht tragen, wenn wir der Aufforderung, ihm nachzufolgen, nachkommen [siehe LuB 100:2]. Diese Aufforderung ist weder belanglos noch unrealistisch oder unmöglich. Wenn man jemandem nachfolgt, beobachtet man ihn oder hört ihm gut zu, erkennt seine Autorität an, betrachtet ihn als Führer und gehorcht ihm, unterstützt ihn und vertritt seine Ideen und nimmt sich ein Beispiel an ihm. Jeder von uns kann dieser Aufforderung nachkommen. Petrus hat gesagt: „Auch Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Spuren folgt.“ (1 Petrus 2:21.) So wie Lehren, die der Lehre Christi nicht entsprechen, falsch sind, so ist ein Leben, das sich nicht am Beispiel Christi ausrichtet, falsch ausgerichtet und kann seine hohe Bestimmung nicht erreichen. …

Rechtschaffenheit muss bei uns selbst beginnen. Sie muss im Familienleben einen festen Platz haben. Die Eltern müssen die Grundsätze des Evangeliums Jesu Christi befolgen und sie ihren Kindern vermitteln [siehe LuB 68:25-28]. Die Religion muss Teil unseres Lebens sein. Es muss das Evangelium Jesu Christi sein, dass uns zu allem bewegt, was wir tun. Wenn wir dem Heiland ähnlicher werden wollen, müssen wir mehr darum bemüht sein, dem großen Beispiel nachzueifern, das er uns gegeben hat. Das ist unsere große Herausforderung.13

Wenn wir uns in unserem Leben nach dem Herrn richten und wir seinen Lehren und seinem Beispiel folgen, fällt es uns nicht schwer, in jedem Bereich unseres Lebens beständig und treu zu sein, denn dann gilt für uns nur ein einziger heiliger Maßstab, was unser Verhalten und unseren Glauben angeht. Ob zu Hause oder im Beruf, ob in der Schulzeit oder wenn die Schule schon lange hinter uns liegt, ob wir ganz allein oder mit einer großen Gruppe von Menschen zusammen sind – unser Kurs steht dann fest und unsere Grundsätze werden offensichtlich sein. Wir haben uns dann entschlossen, wie der Prophet Alma sagte, „allzeit und in allem, wo auch immer [wir uns] befinden [mögen], ja selbst bis in den Tod, als Zeugen Gottes aufzutreten“ (Mosia 18:9).14

4

Wir müssen Platz für Christus schaffen

In dieser Nacht war in der Herberge in Bethlehem kein Platz für ihn. Es war nicht das einzige Mal in den 33 Jahren seiner Zeit auf Erden, dass es keinen Platz für ihn gab. Herodes schickte Soldaten nach Bethlehem, um die Kinder zu töten. Dort, wo Herodes herrschte, gab es keinen Platz für Jesus und so brachten ihn seine Eltern nach Ägypten. Während seines Wirkens gab es viele, die sich vor seinen Lehren – vor dem Evangelium, das er lehrte – verschlossen. Für seine Wunder, seine Segnungen, den göttlichen Wahrheiten, die er kundtat, sogar für seine Liebe und seinen Glauben gab es keinen Raum. Er sagte ihnen: „Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.“ (Matthäus 8:20.)

Selbst heute, 2000 Jahre später, sagen viele das Gleiche, was in dieser Nacht in Bethlehem gesagt wurde: „Hier ist kein Platz, kein Platz.“ (Lukas 2:7.) Wir schaffen Platz für die Geschenke, aber manchmal schaffen wir keinen Platz für den, der sie uns macht. Wir geben der Kommerzialisierung von Weihnachten Raum und sind selbst am Sabbat für Vergnügungen offen, doch zu manchen Zeiten hat die Gottesverehrung keinen Platz in unserem Leben. Unsere Gedanken drehen sich um andere Dinge – es gibt keinen Platz.15

Es ist zwar ein schöner Anblick, zu Weihnachten die Lichter zu sehen …, es ist jedoch wichtiger, dass das Leben eines Menschen erhellt wird, weil er den annimmt, der das Licht der Welt ist [siehe Alma 38:9; LuB 10:70]. Wir sollten ihn uns wirklich als Vorbild nehmen und uns von ihm leiten lassen.

Vor seiner Geburt sangen die Engel: „Und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.“ (Lukas 2:14.) Wenn alle Menschen seinem Beispiel folgten, gäbe es Frieden und Liebe auf Erden für alle Menschen.16

Was ist unsere Aufgabe als Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in dieser Zeit? Es ist unsere Aufgabe, dass unser Leben in Wort und Tat das Evangelium widerspiegelt, wie es von unserem Herrn und Erlöser, Jesus Christus, gelehrt wurde. Alles, was wir tun und sagen, soll dem Beispiel entsprechen, das der einzige Mensch, der auf Erden keine Sünde beging, nämlich der Herr Jesus Christus, uns gegeben hat.17

Anregungen für Studium und Unterricht

Fragen

  • Lesen Sie in Abschnitt 1, in welchen Bereichen uns der Heiland ein Vorbild war. Wie hat Sie sein Beispiel beeinflusst? Was können wir aus dem lernen, was er in den letzten Jahren seines irdischen Lebens getan hat?

  • Präsident Hunter gibt uns folgenden Rat: „Wir sollten uns … fragen: ‚Was würde Jesus tun?‘, und dann öfter den Mut finden, nach der Antwort zu handeln.“ (Abschnitt 2.) Denken Sie darüber nach, wie Sie noch mutiger dem Beispiel des Heilands folgen können. Wie können wir diesen Grundsatz in unserer Familie vermitteln?

  • Was erfahren wir in Abschnitt 3 darüber, warum und wie wir Jesus Christus nachfolgen sollen? Was wäre in Ihrem Leben anders, wenn Sie die Lehren des Heilands und sein Beispiel nicht hätten? Wie können wir unsere Religion mehr zu einem Teil unseres täglichen Lebens machen?

  • Denken Sie über die Worte von Präsident Hunter nach, als er darüber sprach, dass es „keinen Platz“ für den Heiland gab (Abschnitt 4). Wie können wir dem Heiland mehr Platz in unserem Leben einräumen? Wie sind Sie schon gesegnet worden, weil Sie ihm Platz eingeräumt haben?

Einschlägige Schriftstellen

Matthäus 16:24-27; Johannes 10:27,28; 14:12-15; 1 Petrus 2:21-25; 2 Nephi 31:12,13; 3 Nephi 12:48; 18:16; 27:20-22; LuB 19:23,24

Unterrichtshilfe

Geben Sie jedem Teilnehmer ein Gesangbuch. Bitten Sie die Anwesenden, ein Lied aus dem Gesangbuch auszuwählen, das zu einem Abschnitt aus diesem Kapitel passt, und den anderen davon zu erzählen.

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    Thomas S. Monson, „President Howard W. Hunter: A Man for All Seasons“, Ensign, April 1995, Seite 33

  2.   2.

    Jon M. Huntsman Sr., „A Remarkable and Selfless Life“, Ensign, April 1995, Seite 24

  3.   3.

    Francis M. Gibbons, Howard W. Hunter: Man of Thought and Independence, Prophet of God, 2011, Seite 152

  4.   4.

    Aus: „President Howard W. Hunter: Fourteenth President of the Church“ von Jay M. Todd, Ensign, Juli 1994, Seite 4f.

  5.   5.

    The Teachings of Howard W. Hunter, Hg. Clyde J. Williams, 1997, Seite 40f.

  6.   6.

    „The Temptations of Christ“, Ensign, November 1976, Seite 19

  7.   7.

    „His Final Hours“, Ensign, Mai 1974, Seite 19

  8.   8.

    „The Church Is for All People“, Ensign, Juni 1989, Seite 76f.

  9.   9.

    „What Manner of Men Ought Ye to Be?“, Ensign, Mai 1994, Seite 64; siehe auch „He Invites Us to Follow Him“, Ensign, September 1994, Seite 2–5; „Follow the Son of God“, Ensign, November 1994, Seite 87

  10.   10.

    „An Apostle’s Witness of Christ“, Ensign, Januar 1984, Seite 69

  11.   11.

    „Exceeding Great and Precious Promises“, Ensign, November 1994, Seite 8

  12.   12.

    „To the Women of the Church“, Ensign, November 1992, Seite 96f.

  13.   13.

    „He Invites Us to Follow Him“, Seite 2, 4; siehe auch „An Apostleʼs Witness of Christ“, Seite 69ff.; Herbst-Generalkonferenz 1961

  14.   14.

    „Standing As Witnesses of God“, Ensign, Mai 1990, Seite 60

  15.   15.

    The Teachings of Howard W. Hunter, Seite 41f.

  16.   16.

    The Teachings of Howard W. Hunter, Seite 44f.

  17.   17.

    The Teachings of Howard W. Hunter, Seite 45