Kapitel 6: Das Sühnopfer und die Auferstehung Jesu Christi

Lehren der Präsidenten der Kirche: Howard W. Hunter, (2015), 107–19


Dank des Sühnopfers und der Auferstehung des Heilands werden wir uns vom körperlichen Tod zu immerwährendem Leben erheben.

Aus dem Leben von Howard W. Hunter

Am 20. März 1934 wurde das erste Kind von Howard und Claire Hunter geboren – ein Sohn, dem sie den Namen Howard William Hunter Jr. gaben und den sie Billy nannten. Im Sommer fiel ihnen auf, dass Billy lethargisch zu sein schien. Die Ärzte stellten fest, dass er unter Anämie litt. Howard spendete zweimal Blut für Transfusionen, aber Billys Zustand wurde nicht besser. Bei weiteren Untersuchungen fand man ein ernsthaftes Darmproblem, das dazu führte, dass Billy Blut verlor. Er wurde operiert, während Howard neben ihm lag, um Blut zu spenden, aber die Ergebnisse waren ernüchternd. Drei Tage später, am 11. Oktober 1934, entschlief der kleine Billy sanft, während seine Eltern an seinem Bett saßen. „Wir waren untröstlich und wie betäubt, als wir abends das Krankenhaus verließen“, schrieb Howard.1

Als Billy und andere Menschen, die ihm nahestanden, starben, fand Präsident Hunter Halt in seinem Zeugnis vom Sühnopfer und von der Auferstehung des Erretters. „Wir glauben fest daran, dass [das Sühnopfer] wirklich stattgefunden hat“, bezeugte er. „Es gibt im ganzen göttlichen Erlösungsplan nichts Wichtigeres als das Sühnopfer Jesu Christi. Wir glauben, dass die Errettung durch das Sühnopfer zustande kommt. Ohne das Sühnopfer wäre der ganze Schöpfungsplan unnütz. … Ohne dieses Sühnopfer wäre der körperliche Tod das Ende, es gäbe keine Auferstehung und unser geistiges Leben hätte keinen Sinn. Dann gäbe es keine Hoffnung auf ewiges Leben.“2

Bei den Frühjahrs-Generalkonferenzen, die zur Osterzeit stattfinden, sprach Präsident Hunter oft über die Auferstehung Jesu Christi. Bei der Frühjahrs-Generalkonferenz 1983 sagte er:

„Jetzt, zu Ostern, verspüre ich ganz stark, wie wichtig meine Aufgabe ist, zu bezeugen, dass der Erlöser wirklich auferstanden ist. Meine Brüder und Schwestern, es gibt einen Gott im Himmel, der uns alle liebt und sich um uns kümmert. Wir haben einen Vater im Himmel, der seinen erstgeborenen Geistsohn gesandt hat, seinen Einziggezeugten im Fleisch, damit dieser ein irdisches Beispiel für uns sein kann, die Sünden der Welt auf sich nehmen, schließlich für sie gekreuzigt werden und auferstehen möge. …

Es ist wirklich eine wunderbare Botschaft – es gibt ein Leben nach dem Tod; wir können zu unserem Vater im Himmel zurückkehren, um wieder bei ihm zu leben, und zwar dank des Opfers, das der Heiland für uns gebracht hat, dank unserer eigenen Umkehr und dank unseres Gehorsams gegenüber den Geboten.

Mögen wir am herrlichen Ostermorgen, da das Christentum für einen flüchtigen Moment an die Auferstehung Jesu denkt, dem Vater im Himmel für den großen Erlösungsplan danken, den er für uns bereitet hat.“3

garden tomb

Das leere Grab des Heilands verkündet aller Welt: „Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden.“ (Lukas 24:6.)

Lehren von Howard W. Hunter

1

Das Sühnopfer war eine erhabene Liebestat des himmlischen Vaters und seines geliebten Sohnes Jesus Christus

Das Sühnopfer Jesu Christi war ein vorherordinierter Auftrag von unserem Vater im Himmel, um seine Kinder nach ihrem gefallenen Zustand zu erlösen. Es war eine Liebestat des himmlischen Vaters, seinem Einziggezeugten zu erlauben, ein Sühnopfer zu vollbringen. Und es war eine erhabene Liebestat seines geliebten Sohnes, das Sühnopfer zu vollbringen.

Ich habe schon oft im Garten Getsemani gestanden. Ich habe über das Leid und die Qual des Erretters nachgedacht – die Qual, die er empfand, als der Vater im Himmel ihm gestattete, in einer Weise, die unser Verstand nicht erfassen kann, die Schmerzen und Sünden aller Menschen auf sich zu nehmen. Meine Seele war voller Kummer, als ich an sein großes Opfer für die Menschheit dachte.

Ich habe unter Golgota gestanden, der Schädelhöhe, und über die demütigende Kreuzigung nachgesonnen, die zum körperlichen Tod unseres Erretters führte, aber auch seine Unsterblichkeit und die aller Menschen herbeiführte. Und wieder war meine Seele niedergeschlagen.

Ich habe vor dem Gartengrab gestanden und mir diesen herrlichen Tag der Auferstehung vorgestellt, als der Erretter als lebendiges, auferstandenes, unsterbliches Wesen aus dem Grab hervorkam. Bei diesem Gedanken schwoll mein Herz vor Freude an.

Dank dieser Erlebnisse habe ich den Wunsch verspürt, dem Vater im Himmel meine Seele voller Dankbarkeit und Wertschätzung für die Liebe auszuschütten, die er und sein Sohn uns durch das herrliche Sühnopfer geschenkt haben. In den Worten von Charles Gabriel: „Erstaunt und bewundernd erkenne ich Jesu Lieb; die Huld meines Heilands, die Gnade verwirret mich. Mit Beben erblick ich für mich ihn gekreuzigt, für mich, für den Sünder, erlitt er den bittren Tod. Oh, es ist wunderbar, für mich ertrug er dies, gab selbst sein Leben hin. Oh, es ist wunderbar, wunderbar für mich.“ …

Ich gebe Ihnen mein Zeugnis, meine Brüder und Schwestern, dass unser Vater im Himmel seinen geliebten Sohn Jesus Christus in die Welt gesandt hat, um die Bedingungen zu erfüllen, die dem Erlösungsplan zugrunde liegen. Das Sühnopfer verkörpert die große Liebe, die er für uns empfindet.4

2

Der Erretter hat all unsere Sünden, Schwächen, unseren Kummer und unsere Schmerzen auf sich genommen

Als Jesus und seine Apostel zusammenkamen, um das Paschafest zu feiern, nahmen sie von den heiligen Symbolen, die er bei diesem letzten Abendmahl mit ihnen einführte, und begaben sich dann zum Ölberg.

Auch so kurz vor seinem Lebensende ging er noch ganz in seiner Aufgabe als Lehrer auf und setzte seine Rede über das Opferlamm fort. Er sagte ihnen, dass er geschlagen werden würde und dass sie zerstreut werden würden wie Schafe ohne einen Hirten (siehe Matthäus 26:31). „Aber nach meiner Auferstehung“, fuhr er fort, „werde ich euch nach Galiläa vorausgehen.“ (Matthäus 26:32.)

In den darauffolgenden Stunden schwitzte er Blutstropfen, wurde von denselben Führungsleuten gegeißelt, die vorgaben, Hüter seines Gesetzes zu sein, und wurde zusammen mit Dieben gekreuzigt. Es war, wie König Benjamin im Buch Mormon prophezeite: „Er wird Versuchungen erleiden und körperliche Pein, Hunger, Durst und Erschöpfung, selbst mehr, als ein Mensch ertragen kann, ohne daran zu sterben; denn siehe, Blut kommt aus jeder Pore, so groß wird sein Schmerz wegen der Schlechtigkeit und der Gräuel seines Volkes sein. …

Er kommt zu den Seinen, damit den Menschenkindern Errettung zuteilwerde, … aber selbst nach all dem werden sie ihn für einen Menschen halten und sagen, er habe einen Teufel, und werden ihn geißeln und werden ihn kreuzigen.“ (Mosia 3:7,9.)

Dank des Propheten Alma haben wir in vollem Umfang eine Kenntnis seines Leidens: „Er wird hingehen und Schmerzen und Bedrängnisse und Versuchungen jeder Art leiden; und dies, damit sich das Wort erfülle, das da sagt, er werde die Schmerzen und die Krankheiten seines Volkes auf sich nehmen.

Und er wird den Tod auf sich nehmen, auf dass er die Bande des Todes löse, die sein Volk binden; und er wird ihre Schwächen auf sich nehmen, auf dass sein Inneres von Barmherzigkeit erfüllt sei gemäß dem Fleische, damit er gemäß dem Fleische wisse, wie er seinem Volk beistehen könne gemäß dessen Schwächen.“ (Alma 7:11,12.)

Denken Sie darüber nach! Als sein Leichnam vom Kreuz genommen und hastig in ein geborgtes Grab gelegt wurde, hatte er, der sündenfreie Sohn Gottes, bereits nicht nur die Sünden und Versuchungen jeder menschlichen Seele auf sich genommen, die umkehrt, sondern auch all unsere Krankheiten, unseren Kummer und unsere Schmerzen jeglicher Art. Er litt unter diesen Bedrängnissen so, wie wir es tun – gemäß dem Fleische. Er ertrug sie alle. Er tat dies, um seine Barmherzigkeit und seine Fähigkeit zu vervollkommnen, uns über jede irdische Prüfung hinwegzuhelfen.5

Vielleicht treffen wir falsche, schlechte und schädliche Entscheidungen. Und manchmal tun wir genau das, aber dann tritt die Mission und die Barmherzigkeit Jesu Christi in ihrer Herrlichkeit voll und ganz in Kraft. … Er hat für die falschen Entscheidungen, die wir treffen, ein vermittelndes Sühnopfer gebracht. Er ist unser Fürsprecher beim Vater und hat im Voraus für die Fehler und die Torheiten bezahlt, die wir beim Ausüben unserer Freiheit oft begehen. Wir müssen sein Geschenk annehmen, von diesen Fehlern umkehren und seine Gebote befolgen, um den vollen Nutzen aus dieser Erlösung zu ziehen. Das Angebot ist immer da; der Weg ist immer offen. Wir können immer – selbst in unserer dunkelsten Stunde und wenn wir die verheerendsten Fehler gemacht haben – auf den Sohn Gottes blicken und leben.6

3

Jesus Christus hat sich aus dem Grab erhoben und war die Erstlingsfrucht der Auferstehung

Reisen wir doch zusammen in der Zeit zurück und blicken auf diese letzten Szenen, die sich im Heiligen Land abgespielt haben. Das irdische Leben unseres Herrn nahte sich dem Ende. Er hatte die Kranken geheilt, die Toten auferweckt und die heiligen Schriften ausgelegt, darunter auch die Prophezeiungen über seinen eigenen Tod und seine Auferstehung. Er sagte zu seinen Jüngern:

„Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen

und den Heiden übergeben, damit er verspottet, gegeißelt und gekreuzigt wird; aber am dritten Tag wird er auferstehen.“ (Matthäus 20:18,19.) …

Als der Morgen des dritten Tages anbrach, kamen Maria aus Magdala und „die andere Maria“ zu dem Grab, in das sein lebloser Körper gelegt worden war (Matthäus 28:1; siehe auch Markus 16:1; Lukas 24:10). Zuvor waren die Hohenpriester und die Pharisäer zu Pilatus gegangen und hatten ihn überredet, einen Wächter vor der Tür zum Grab stehen zu lassen, „sonst könnten seine Jünger kommen, ihn stehlen und dem Volk sagen: Er ist von den Toten auferstanden.“ (Matthäus 27:64.) Aber zwei mächtige Engel hatten den Stein vom Eingang des Grabes weggerollt, und diejenigen, die das Grab bewachten, flohen bei ihrem Anblick aus Angst.

Als die Frauen zum Grab kamen, fanden sie es offen und leer vor. Die Engel waren dageblieben und teilten ihnen die besten Neuigkeiten mit, die einem Menschen je zu Ohren gekommen sind: „Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat.“ (Matthäus 28:6.)7

Keine Lehre in den christlichen Schriften ist für die Menschheit wichtiger als die Lehre von der Auferstehung des Sohnes Gottes. Durch ihn kam die Auferstehung aller Männer, Frauen und Kinder, die je auf die Welt gekommen sind – oder je kommen werden – zustande.

Trotz der großen Bedeutung, die wir der Auferstehung in unserer Lehre zumessen, haben viele von uns vielleicht noch nicht ihre volle geistige Bedeutung und ewige Herrlichkeit erkannt. Wenn wir das hätten, würden wir über ihre Schönheit staunen, wie es Nephis Bruder Jakob tat, und wir würden beim Gedanken daran schaudern, wie es ausgesehen hätte, wenn wir dieses göttliche Geschenk nicht empfangen hätten. Jakob hat geschrieben:

„O die Weisheit Gottes, seine Barmherzigkeit und Gnade! Denn siehe, wenn das Fleisch sich nie wieder erheben würde, müsste unser Geist dem Engel untertan werden, der von der Gegenwart des Ewigen Gottes gefallen und zum Teufel geworden ist, um sich nie wieder zu erheben.“ (2 Nephi 9:8.)

Gewiss steht die Auferstehung im Mittelpunkt des Glaubens jedes Christen; sie ist das größte aller Wunder, das der Erlöser der Welt vollbrachte. Ohne sie verbleiben wir in der Tat hoffnungslos. Um es in den Worten von Paulus zu sagen: „Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, … dann ist unsere Verkündigung leer und … wir werden dann auch als falsche Zeugen Gottes entlarvt, weil wir im Widerspruch zu Gott das Zeugnis abgelegt haben: Er hat Christus auferweckt. … Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos, und ihr seid immer noch in euren Sünden.“ (1 Korinther 15:13-15,17.)8

Ohne die Auferstehung wird das Evangelium Jesu Christi zu einer Litanei von weisen Sprüchen und scheinbar unerklärlichen Wundern – von Sprüchen und Wundern ohne einen letzten, höchsten Triumph. Doch der größte Triumph liegt im höchsten Wunder: Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit stand jemand, der tot war, zur Unsterblichkeit auf. Er war tatsächlich der Sohn Gottes, der Sohn unseres unsterblichen Vaters im Himmel, und sein Triumph über den körperlichen und den geistigen Tod ist die frohe Botschaft, von der jeder Christ künden sollte.

Die ewige Wahrheit ist, dass Jesus Christus sich aus dem Grab erhoben hat und die Erstlingsfrucht der Auferstehung war (siehe 1 Korinther 15:23). Die Zeugen dieser wunderbaren Begebenheit können nicht angezweifelt werden.

Zu diesen auserwählten Zeugen gehören die Apostel des Herrn. Die Berufung zum heiligen Apostelamt besteht darin, der Welt Zeugnis von der Göttlichkeit des Herrn Jesus Christus abzulegen. Joseph Smith hat gesagt: „Die wesentlichen Grundsätze unserer Religion sind das Zeugnis der Apostel und Propheten über Jesus Christus, dass er gestorben ist, begraben wurde und am dritten Tag wieder auferstanden und dann in den Himmel aufgefahren ist; und alles andere, was mit unserer Religion zu tun hat, ist nur eine Beigabe dazu.“ (History of the Church, 3:30.) …

Christus sagte seinen Aposteln, „der Menschensohn müsse vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er werde getötet, aber nach drei Tagen werde er auferstehen“ (Markus 8:31). Und so geschah es. Er wurde gekreuzigt und ins Grab gelegt. Am dritten erhob er sich, um wieder zu leben – der Erretter aller Menschen und die Erstlingsfrucht der Auferstehung. Durch dieses Sühnopfer werden alle Menschen vom Grab erlöst und wieder leben. Dies haben die Apostel schon immer bezeugt, und ich füge mein Zeugnis hinzu.9

Christ and Mary Magdalene

Kurz nach seiner Auferstehung erschien Jesus Christus Maria aus Magdala (siehe Johannes 20:1-18).

4

Jesus erschien nach seiner Auferstehung vielen Menschen

In den Tagen nach seiner Auferstehung erschien der Herr vielen Menschen. Er zeigte ihnen seine fünf markanten Wunden. Er ging, sprach und speiste mit ihnen, als wolle er ihnen zweifelsfrei beweisen, dass ein auferstandener Körper tatsächlich ein physischer Körper aus Fleisch und Knochen ist, den man anfassen kann. Als er später unter den Nephiten wirkte, gebot er ihnen: „Erhebt euch, und kommt her zu mir, dass ihr eure Hände in meine Seite legen und auch, dass ihr die Nägelmale in meinen Händen und in meinen Füßen fühlen könnt, damit ihr wisst, dass ich der Gott Israels und der Gott der ganzen Erde bin und für die Sünden der Welt getötet worden bin.

Und … die Menge ging hin und legte ihre Hände in seine Seite und fühlte die Nägelmale in seinen Händen und in seinen Füßen; und dies taten sie und gingen einer nach dem anderen hin, bis sie alle hingegangen waren und mit eigenen Augen sahen und mit eigenen Händen fühlten und mit Gewissheit wussten und Zeugnis gaben, dass er es war, von dem die Propheten geschrieben hatten, er werde kommen.“ (3 Nephi 11:14,15.)

Es ist die Pflicht und die Freude aller Menschen überall, „diesen Jesus zu suchen, von dem die Propheten und Apostel [Zeugnis gegeben] haben“ (Ether 12:41) und die geistige Bestätigung zu erhalten, dass er ein Gott ist. Es ist das Recht und der Segen aller, die demütig suchen, die Stimme des Heiligen Geistes zu hören, der Zeugnis vom Vater und von seinem auferstandenen Sohn gibt.10

Das Zeugnis derer, die [Jesus] nach seinem Tod als lebendigen Menschen sahen, ist nie bestritten worden. Er erschien mindestens zehn oder elf Mal: Maria aus Magdala und den anderen Frauen im Garten, den zwei Jüngern auf dem Weg nach Emmaus, Petrus in Jerusalem, den Aposteln, als Thomas abwesend war und dann wieder, als er zugegen war, den Aposteln am See Gennesaret, 500 Brüdern auf einmal auf einem Berg, Jakobus, dem Bruder des Herrn, und den Aposteln bei seiner Himmelfahrt.11

Als jemand, der dazu berufen und ordiniert wurde, aller Welt vom Namen Jesu Christi Zeugnis zu geben, bezeuge ich zu dieser Osterzeit, dass er lebt. Er hat einen verherrlichten, unsterblichen Körper aus Fleisch und Knochen. Er ist der einziggezeugte Sohn des Vaters im Fleisch. Er ist der Erretter, das Licht und Leben der Welt. Nach seiner Kreuzigung und seinem Tod ist er Maria, Petrus, Paulus und vielen anderen als auferstandenes Wesen erschienen. Er hat sich den Nephiten gezeigt, und er hat sich Joseph Smith, dem jungen Propheten, und vielen anderen in unserer Evangeliumszeit gezeigt.12

5

Wir werden vom Tod auferstehen und immerwährendes Leben haben

Zu Ostern feiern wir das Geschenk der Unsterblichkeit an alle Menschen, durch das das Leben wiederhergestellt wird und alle Wunden geheilt werden. Der ewige Plan des Wachstums und der Entwicklung bringt zwar mit sich, dass alle sterben werden, aber wir können alle Trost in der Aussage des Psalmisten finden: „Wenn man am Abend auch weint, am Morgen herrscht wieder Jubel.“ (Psalm 30:6.)

Ijob stellte eine Frage, die man die Frage aller Zeitalter nennen könnte: „Wenn einer stirbt, lebt er dann wieder auf?“ (Ijob 14:14.) Die Antwort Christi klingt bis zur jetzigen Stunde nach: „Ich lebe und … auch ihr [werdet] leben. “ (Johannes 14:19.)13

Beim Tod werden der Geist und der Körper getrennt. Bei der Auferstehung wird der Geist wieder mit dem Körper vereint, und der Körper wird ein geistiger Körper – ein Körper aus Fleisch und Knochen, der aber vom Geist belebt wird anstatt von Blut. Daher wird unser Körper nach der Auferstehung, wenn er vom Geist belebt ist, unsterblich und wird nie wieder sterben. Das ist die Bedeutung der Aussagen des Paulus, dass „es einen irdischen Leib gibt, [und] auch einen überirdischen“ und dass „Fleisch und Blut … das Reich Gottes nicht erben [können]“ (1 Korinther 15:44,50). Der natürliche Körper ist aus Fleisch und Blut, aber wenn er vom Geist anstatt von Blut belebt ist, kann und wird er in das Reich eingehen. …

Ich bin überzeugt, dass Gott lebt und dass Jesus der Messias ist. Ich füge mein Zeugnis dem des Paulus hinzu, das er vor vielen Jahren zu Ostern in seinem Brief an die Heiligen in Korinth ablegte. Er bezeugte, dass wir dank des Sühnopfers und der Auferstehung des Heilands den physischen Tod überwinden und immerwährendes Leben haben werden. Vor meinem geistigen Auge sehe ich ihn, wie er allen die Arme entgegenstreckt, die hören:

„Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt,

und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.“ (Johannes 11:25,26.)14

Die Auferstehung Christi öffnet der segensreichen Unsterblichkeit und der Möglichkeit, ewiges Leben zu erlangen, die Tür. Sein leeres Grab verkündet aller Welt: „Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden.“ (Lukas 24:6.) Diese Worte enthalten all die Hoffnung, Zuversicht und Überzeugung, die notwendig sind, um uns in unserem schwierigen und manchmal kummervollen Leben Halt zu geben.15

Anregungen für Studium und Unterricht

Fragen

  • Inwiefern zeigt das Sühnopfer, wie sehr der himmlische Vater und Jesus Christus uns lieben? (Siehe Abschnitt 1.) Wie können wir unsere Dankbarkeit für dieses von Liebe getragene Geschenk zeigen? (Siehe LuB 42:29.)

  • Lesen Sie Abschnitt 2 und achten Sie auf die vielen Möglichkeiten, wie uns das Sühnopfer ein Segen ist. Wie tragen das, was Präsident Hunter gesagt hat, und die von ihm angeführten Schriftstellen dazu bei, dass Sie das Sühnopfer besser verstehen? Welche Erfahrungen haben Ihr Zeugnis vom Sühnopfer gestärkt? Wie kann die Macht des Sühnopfers Ihnen Kraft geben, wenn Sie Prüfungen durchmachen?

  • Welchen Eindrücke stellen sich bei Ihnen ein, wenn Sie sich mit Präsident Hunters Aussagen über die Auferstehung befassen? (Siehe Abschnitt 3.) Wie können wir die Bedeutung der Auferstehung mehr schätzen?

  • Lesen Sie Abschnitt 4, in dem Präsident Hunter viele Zeugen für die Auferstehung Jesu Christi aufführt. Warum ist das Zeugnis dieser Zeugen von wesentlicher Bedeutung?

  • Denken Sie über Präsident Hunters Worte nach, dass die Auferstehung all die Hoffnung, Gewissheit und Überzeugung verleiht, die notwendig sind, um uns in unserem schwierigen und manchmal kummervollen Leben Halt zu geben (siehe Abschnitt 5). In welcher Weise ist Ihnen die Auferstehung eine Quelle der Hoffnung und des Trostes? Wie hat Ihr Zeugnis von der Auferstehung schon Ihr Leben bereichert?

Einschlägige Schriftstellen

Johannes 10:17,18; 2 Nephi 2:6-9,22-27; 9:19-25; 3 Nephi 27:13-16; LuB 18:10-16; 19:15-20; Mose 6:59,60

Studienhilfe

„Gehen Sie beim Evangeliumsstudium so vor, dass Ihr Glaube an den Erretter gestärkt wird.“ (Verkündet mein Evangelium!, Seite 25.) Sie könnten sich beim Studium zum Beispiel Fragen stellen wie: „Wie können mir diese Lehren helfen, das Sühnopfer Jesu Christi besser zu verstehen? Wie können mir diese Lehren helfen, dem Erlöser ähnlicher zu werden?“

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    Aus: Howard W. Hunter von Eleanor Knowles, 1994, Seite 88; siehe auch Seite 86f.

  2.   2.

    Herbst-Generalkonferenz 1968

  3.   3.

    „Evidences of the Resurrection“, Ensign, Mai 1983, Seite 16

  4.   4.

    „The Atonement of Jesus Christ“, Ansprache bei einem Seminar für Missionspräsidenten, 24. Juni 1988, Seite 2f., 7, Historisches Archiv der Kirche, Salt Lake City; siehe auch The Teachings of Howard W. Hunter, Hg. Clyde J. Williams, Seite 8f.

  5.   5.

    „He Is Risen“, Ensign, Mai 1988, Seite 16f.

  6.   6.

    „The Golden Thread of Choice”, Ensign, November 1989, Seite 18

  7.   7.

    „He Is Risen“, Seite 16f.

  8.   8.

    „He Is Risen“, Seite 16

  9.   9.

    „An Apostle’s Witness of the Resurrection“, Ensign, Mai 1986, Seite 16f.

  10.   10.

    „He Is Risen“, Seite 17

  11.   11.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1963

  12.   12.

    „He Is Risen“, Seite 17

  13.   13.

    „An Apostle’s Witness of the Resurrection“, Seite 16

  14.   14.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1969

  15.   15.

    „An Apostle’s Witness of the Resurrection“, Seite 15f.