Kapitel 1: Unser Vater im Himmel

Lehren der Präsidenten der Kirche: Joseph Fielding Smith, 2013


Ich möchte Ihnen vor Augen halten, was für ein Wesen und von welcher Art Gott ist, damit Sie ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten und somit alle Segnungen seines Evangeliums erlangen können.

Aus dem Leben von Joseph Fielding Smith

Präsident Joseph Fielding Smith war beeindruckt vom technischen Fortschritt seiner Zeit. „Im Maschinenbau, in der Chemie, der Physik, der Chirurgie und anderen Bereichen wurden große Fortschritte gemacht“, sagte er. „Die Menschen haben großartige Teleskope gebaut, mit denen wir bisher verborgene Galaxien erkennen können. Sie haben mithilfe des Mikroskops unzählige Mikroorganismen entdeckt. … Sie haben Mittel entdeckt, mit denen sich Krankheiten eindämmen lassen. … Sie haben Maschinen erfunden, die sich exakter steuern lassen als die menschliche Hand oder die weiter sehen als das menschliche Auge. Sie haben den Elementen Einhalt geboten und Maschinen gebaut, die Berge versetzen können, und haben vieles andere mehr erreicht, was man gar nicht alles erwähnen kann. Ja, dies ist ein wunderbares Zeitalter.“ Präsident Smith war jedoch auch in Sorge wegen einer anderen Entwicklung, die er in der Welt beobachtete. Er klagte: „All diese Entdeckungen und Erfindungen haben den Menschen Gott nicht nähergebracht! Auch haben sie in seinem Herzen weder Demut noch den Geist der Umkehr hervorgerufen, sondern – im Gegenteil – zu seiner Verdammnis beigetragen. … Weder hat der Glaube in der Welt zugenommen, noch haben Rechtschaffenheit oder Gehorsam gegenüber Gott zugenommen.“1

Im Gegensatz zu der zunehmenden Gleichgültigkeit der Welt gegenüber Gott bewies Präsident Smith, dass er seinem Vater im Himmel nahe war. Einer seiner Enkel erinnerte sich: „Meine Mutter war eine ausgezeichnete Köchin, und mein Großvater kam häufig zu uns zum Essen. Oftmals bat ihn mein Vater, die Speise zu segnen. Seine Gebete waren immer sehr persönlicher Art – so, als würde er mit einem Freund sprechen.“2

Lehren von Joseph Fielding Smith

1

Beginnend mit Joseph Smiths erster Vision ist die wahre Gotteserkenntnis in der heutigen Zeit wiederhergestellt worden

Ich bin sehr dankbar für die erste Vision, wo der Vater und der Sohn dem jungen Propheten erschienen sind und der Menschheit die wahre Gotteserkenntnis wiederhergestellt haben.3

Durch Joseph Smiths erste Vision wurde die „wahre Gotteserkenntnis“ wiederhergestellt.

Halten wir uns vor Augen, dass der gesamten Christenheit 1820 die wahre Lehre in Bezug auf Gott abhandengekommen war. Die einfache Wahrheit, die die Apostel und die Heiligen in alter Zeit so gut verstanden hatten, war im geheimnisvollen Dunkel einer abgefallenen Welt verlorengegangen. All die einstigen Propheten und auch die Apostel Jesu Christi hatten ein klares Verständnis davon, dass der Vater und der Sohn voneinander getrennte Wesen waren, wie es auch in unseren heiligen Schriften ganz deutlich steht. Durch den Abfall vom Glauben war dieses Wissen verlorengegangen. … Gott war etwas Geheimnisvolles geworden und sowohl der Vater als auch der Sohn wurden als eine undurchsichtige geistige Masse ohne Körper, Körperteile oder Gefühle angesehen. Durch das Erscheinen Gottvaters und des Sohnes gab es auf der Erde nunmehr einen Zeugen für Gott, der aus eigenem Wissen der Welt Kenntnis vom wahren Wesen Gottes wiederbringen konnte.4

Die [erste] Vision von Joseph Smith machte klar, dass Gottvater und der Sohn zwei voneinander getrennte Wesen sind, die beide einen Körper haben, so fühlbar wie der eines Menschen. Ihm wurde außerdem offenbart, dass der Heilige Geist ein eigenständiges Wesen aus Geist ist, das sich von Gottvater und dem Sohn unterscheidet [siehe LuB 130:22]. Diese überaus wichtige Wahrheit erstaunte die Welt; und doch, wenn wir die klare Ausdrucksweise in der heiligen Schrift bedenken, ist es noch weitaus erstaunlicher und wundersamer, dass die Menschen so weit in die Irre gehen konnten. Der Erlöser hat gesagt: „Der Vater ist größer als ich“ [Johannes 14:28] und hat seine Jünger nach seiner Auferstehung aufgefordert, ihn anzufassen und zu sehen, dass er es war, denn, so sagte er, „kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht“ [Lukas 24:39]. Die Apostel verstanden zweifelsfrei, dass der Vater, der Sohn und der Heilige Geist eigenständige Wesen sind, denn sie verweisen in ihren Briefen fortwährend darauf. Und Paulus setzte die Korinther über die Tatsache in Kenntnis, dass sich, da ja alles dem Vater unterworfen ist, auch „der Sohn … dem unterwerfen [wird], der ihm alles unterworfen hat, damit Gott herrscht über alles und in allem“ [1 Korinther 15:28].

Joseph Smith hatte den Vater und den Sohn gesehen, daher konnte er aus eigener Erkenntnis bezeugen, dass das wahr ist, was in den heiligen Schriften steht: „Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie.“ [Genesis 1:27.] Dies ist wortwörtlich gemeint und nicht irgendwie geheimnisvoll oder symbolisch.5

2

Wenn wir Glauben an Gott ausüben und ihn anbeten wollen, müssen wir seine Charaktereigenschaften kennen

In einer unserer Offenbarungen steht, wenn wir in Christus verherrlicht werden wollen, wie er im Vater verherrlicht ist, dann müssen wir sowohl wissen, wie wir anbeten sollen, als auch, was wir anbeten (siehe LuB 93:19,20).

Ich möchte Ihnen vor Augen halten, was für ein Wesen und von welcher Art Gott ist, damit Sie ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten und somit alle Segnungen seines Evangeliums erlangen können.

Wir wissen, dass man Gott nur durch Offenbarung erkennen kann – entweder er offenbart sich, oder er bleibt für alle Zeiten unerkannt. Wir müssen uns den heiligen Schriften zuwenden und nicht den Wissenschaftlern oder Philosophen, wenn wir die Wahrheit über Gott erfahren wollen. Die großartige Prophezeiung des Johannes von der Wiederherstellung des Evangeliums durch einen Engel, der mitten durch den Himmel fliegt, besagt doch, dass sich dies wahrhaftig zutragen solle, damit der Mensch zur Erkenntnis des wahren Gottes gelangen und belehrt werden könne: „Fürchtet Gott und erweist ihm die Ehre! … Betet ihn an, der den Himmel und die Erde, das Meer und die Wasserquellen geschaffen hat.“ (Offenbarung 14:7.) Mit anderen Worten: Seit der Wiederherstellung des Evangeliums in dieser Evangeliumszeit sind wir Menschen also erneut dazu aufgerufen, unseren Schöpfer anzubeten und ihm zu dienen und nicht den falschen Gottesvorstellungen anzuhangen, die in der Welt vorherrschen.

In jedem Zeitalter sind die Propheten des Herrn dazu aufgerufen worden, gegen falsche Gottesverehrung anzukämpfen und die Wahrheit über Gott zu verkünden. Im alten Israel gab es Menschen, die Standbilder und heidnische Götter anbeteten, und Jesaja fragte: „Mit wem wollt ihr Gott vergleichen und welches Bild an seine Stelle setzen?

Weißt du es nicht, hörst du es nicht? Der Herr ist ein ewiger Gott, der die weite Erde erschuf. Er wird nicht müde und matt, unergründlich ist seine Einsicht.“ (Jesaja 40:18,28.)

Ein Großteil der heutigen Welt hat diese Erkenntnis nicht und selbst in [der Kirche] gibt es Menschen, die sich kein besseres Verständnis von diesem herrlichen Wesen angeeignet haben, das unser ewiger Vater ist. Zu denjenigen, die diese Erkenntnis nicht haben, könnten wir gut sagen: „Warum begrenzt ihr die Herrlichkeit Gottes? Oder warum solltet ihr annehmen, er sei weniger, als er tatsächlich ist? Wisst ihr es nicht? Habt ihr nicht gehört, dass der immerwährende Gott, der Herr, der Schöpfer der Enden der Erde, ohne Ende und ewig ist, dass er alle Macht hat und alle Herrschaft, dass er alles weiß und alles vor seinem Angesicht gegenwärtig ist?“

In Abschnitt 20 des Buches Lehre und Bündnisse, worin der Prophet Joseph Smith angewiesen wird, die Kirche in dieser Evangeliumszeit neu zu gründen, haben wir eine offenbarte Zusammenfassung von einigen grundlegenden Lehren der Errettung. Was die Gottheit betrifft, heißt es dort: „Es [gibt] einen Gott im Himmel …, der unbegrenzt und ewig ist, vom Immerwährenden zum Immerwährenden derselbe unveränderliche Gott, der Gestalter des Himmels und der Erde und all dessen, was darinnen ist.“ (LuB 20:17.) …

Gott ist unser Vater; er ist das Wesen, in dessen Abbild der Mensch geschaffen ist. Er hat einen Körper aus Fleisch und Gebein, so fühlbar wie der eines Menschen (LuB 130:22), und er ist buchstäblich und persönlich der Vater der Geister aller Menschen. Er ist allmächtig und allwissend, er hat alle Macht und alle Weisheit, und seine Vollkommenheit besteht darin, dass er alles weiß, allen Glauben oder alle Macht hat, alle Gerechtigkeit, alle Barmherzigkeit, alle Wahrheit und die Fülle aller göttlichen Eigenschaften. … Wenn wir diesen vollkommenen Glauben haben wollen, durch den wir Anspruch auf das ewige Leben erheben können, müssen wir an Gott als denjenigen glauben, der all diese Eigenschaften in Fülle besitzt. Ich sage auch, dass er ein unendliches und ewiges Wesen ist. Und als unveränderliches Wesen besitzt er diese vollendeten Mächte und Eigenschaften vom Immerwährenden zum Immerwährenden, das heißt, von Ewigkeit zu Ewigkeit.6

Wir wissen, dass der Vater im Himmel ein verherrlichtes, erhöhtes Wesen ist, das alle Macht und Herrschaft besitzt, und dass er alles weiß. Wir wissen, dass er durch seinen einziggezeugten Sohn der Schöpfer dieser Erde und von Welten ohne Zahl ist.7

3

Gott ist ein persönliches Wesen und der Vater unseres Geistes

Wir sind Geistkinder Gottes, unseres Vaters im Himmel. … Wir gehören zu seiner Familie. … Wir haben in unserem vorirdischen Leben lange Zeit hindurch bei ihm gelebt. … Er hat einen Plan des Fortschritts und der Errettung aufgestellt, der es uns, sofern wir in allem treu sind, ermöglicht, uns weiterzuentwickeln und Fortschritt zu machen, bis wir wie er werden.8

In den heiligen Schriften erfahren wir, dass Gott buchstäblich, und nicht bloß im übertragenen Sinn, tatsächlich unser ewiger Vater ist. Die Worte des Erlösers, die er zu Maria am Grab sprach, von dem er auferstanden war – womit er den Sieg über den Tod davongetragen hatte –, sind erhaben und voll herrlicher Bedeutung: „Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.“ [Johannes 20:17.] Mit diesen Worten wird die Tatsache der Vaterschaft Gottes von seinem einziggezeugten Sohn klar und deutlich verkündet, indem er erklärt, dass er unser Bruder ist und wir denselben ewigen Vater haben.9

Ich bin dankbar, dass die Kenntnis von Gott und seinen Gesetzen in unserer Zeit wiederhergestellt wurde und dass wir Mitglieder der Kirche wissen, dass er ein persönliches Wesen ist und nicht – wie manche Religionsgemeinschaften behaupten – „eine Ansammlung von Gesetzen, die nebelgleich durchs Universum schwebt“. Ich bin dankbar, dass wir wissen, dass er unser Vater im Himmel ist, der Vater unseres Geistes, und dass er die Gesetze festgelegt hat, durch die wir uns weiterentwickeln und Fortschritt machen können, bis wir wie er werden. Ich bin dankbar, dass wir wissen, dass er ein unendliches und ewiges Wesen ist, das alles weiß und alle Macht besitzt und dessen Fortschritt nicht darin besteht, noch mehr Wissen oder Macht anzuhäufen, und auch nicht darin, seine göttlichen Eigenschaften weiter zu vervollkommnen, sondern darin, dass seine Reiche immer größer und mehr werden.10

4

Der Vater im Himmel liebt uns und ist an einem jeden von uns interessiert

Mir kommt ein Ausdruck aus der Köstlichen Perle in den Sinn, aus der Vision des Mose, die ihm zuteilwurde, als er auf einen überaus hohen Berg entrückt wurde und Gott von Angesicht zu Angesicht sah und mit ihm sprach. Der Herr zeigte Mose das „Werk seiner Hände“ und Mose sah die Welt und alle Menschenkinder bis zur letzten Generation [siehe Mose 1:1-8,27-29].

Und der Herr sprach zu Mose:

„Denn siehe, es gibt viele Welten, die durch das Wort meiner Macht vergangen sind. Und es gibt viele, die jetzt bestehen, und unzählbar sind sie für den Menschen; aber mir sind alle Dinge gezählt, denn sie sind mein, und ich kenne sie.

Und es begab sich: Mose sprach zum Herrn, nämlich: Sei barmherzig zu deinem Knecht, o Gott, und erzähle mir in Bezug auf diese Erde und ihre Bewohner und auch die Himmel, und dann wird dein Knecht zufrieden sein.

Und der Herr, Gott, sprach zu Mose, nämlich: Der Himmel sind viele, und sie können für den Menschen nicht gezählt werden; aber mir sind sie gezählt, denn sie sind mein.“ [Mose 1:35-37.] …

Es drängt sich einem der Gedanke auf, dass die Welten ungeachtet ihrer großen Zahl und der Größe vieler von ihnen Mittel zum Zweck sind und kein Selbstzweck. Der Vater erschafft Welten, um sie zu bevölkern und seine Söhne und Töchter hinzusenden. In Abschnitt 76 des Buches Lehre und Bündnisse steht, dass durch den Sohn Gottes und aus ihm „die Welten erschaffen werden und wurden, und deren Bewohner sind für Gott gezeugte Söhne und Töchter“ [LuB 76:24].

Wir erfahren aus diesen Schriftstellen, die ich hier zitiert habe, und aus anderen Offenbarungen des Herrn, dass der Mensch von allen Schöpfungen des Vaters die wichtigste ist. In jener Vision des Mose sagt Gottvater: „Und so wie eine Erde vergehen wird, samt ihren Himmeln, so wird eine andere kommen; und es gibt kein Ende für meine Werke, auch nicht für meine Worte. Denn siehe, dies ist mein Werk und meine Herrlichkeit, die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen.“ [Mose 1:38,39.]

Aus diesen und anderen Schriftstellen erfahren wir meiner Ansicht nach, dass das große Werk des Vaters darin besteht, die Errettung seiner Kinder zustande zu bringen und jedem den Lohn zu geben, den er gemäß seiner Werke verdient. Ich bin mir ganz gewiss, dass unser Vater im Himmel weitaus mehr an einer Seele – an einem seiner Kinder – interessiert ist, als es einem irdischen Vater bei einem seiner Kinder möglich ist. Seine Liebe zu uns ist größer, als die Liebe irdischer Eltern zu ihrem Nachwuchs sein kann.11

Mose – hier abgebildet, wie er seinen Blick über das verheißene Land schweifen lässt – empfing eine Vision, durch die er von Gottes Werk und Herrlichkeit erfuhr.

5

Der Vater im Himmel weint wegen seiner ungehorsamen Kinder

Uns wird mitgeteilt: Als der Herr zu Henoch sprach und ihm die Nationen der Erde zeigte und ihm erklärte, was für eine Strafe wegen der Übertretung seiner Gebote über sie kommen sollte, weinte der Herr und zeigte durch seine Tränen offen seinen Kummer über ihren Ungehorsam. Henoch wunderte sich darüber und fand es seltsam, dass der Herr weinen konnte.

Hier ist die Schriftstelle:

„Und es begab sich: Der Gott des Himmels blickte auf das übrige Volk, und er weinte; und Henoch gab davon Zeugnis, nämlich: Wieso weinen die Himmel und vergießen Tränen wie Regen, der auf die Berge fällt?

Und Henoch sprach zum Herrn: Wieso kannst du weinen, wo du doch heilig bist und von aller Ewigkeit bis in alle Ewigkeit?

Und wäre es möglich, dass der Mensch die Teilchen der Erde zählen könnte, ja, Millionen Erden gleich dieser, so wäre das noch nicht einmal der Anfang der Zahl deiner Schöpfungen; und deine Vorhänge sind noch immer ausgespannt; und doch bist du da, und dein Schoß ist da; und … du bist barmherzig und wohlwollend immerdar.“ [Mose 7:28-30.]

Und der Herr antwortete: „Sieh diese deine Brüder; sie sind das Werk meiner eigenen Hände, und ich gab ihnen ihre Erkenntnis an dem Tag, da ich sie erschuf; und im Garten von Eden gab ich dem Menschen seine Selbständigkeit; und deinen Brüdern habe ich gesagt und auch das Gebot gegeben, dass sie einander lieben sollen und dass sie mich, ihren Vater, erwählen sollen; aber siehe, sie sind lieblos, und sie hassen ihr eigenes Blut.“ [Mose 7:32,33.]

Aus diesen Gründen weinte der Herr und weinten die Himmel.

Ein Bruder hat mich einmal gefragt, ob ein Mensch im celestialen Reich vollkommen glücklich sein könne, wenn einem seiner Kinder der Zugang zu diesem Reich verwehrt bliebe. Ich sagte ihm, ich sei der Meinung, dass jeder, der in der misslichen Lage sei, ein Kind zu haben, dem das celestiale Reich verschlossen bleibt, natürlich aufgrund dieses Umstands Kummer empfindet; und in genau dieser Lage befindet sich auch unser Vater im Himmel. Nicht alle seine Kinder sind celestialer Herrlichkeit würdig, und viele sind gezwungen, aufgrund ihrer Übertretungen seinen Zorn zu erleiden, und dies führt dazu, dass sowohl der Vater als auch der ganze Himmel Kummer empfinden und weinen. Der Herr arbeitet im Einklang mit den Naturgesetzen. Der Mensch muss gemäß dem Gesetz erlöst werden, und sein Lohn muss auf dem Gesetz der Gerechtigkeit beruhen. Deshalb gibt der Herr den Menschen nichts, was sie nicht verdienen, sondern er belohnt alle Menschen gemäß ihren Werken. …

Ich bin überzeugt davon, dass unser Vater im Himmel, wenn es möglich wäre, alle Menschen retten und ihnen celestiale Herrlichkeit geben würde, ja, sogar die Fülle der Erhöhung. Aber er hat dem Menschen Entscheidungsfreiheit gewährt, und dieser muss die Wahrheit befolgen gemäß dem, was offenbart ist, um die Erhöhung der Rechtschaffenen zu erlangen.12

6

Der Vater im Himmel hat den Weg der Erlösung bereitet, damit wir in seine Gegenwart zurückgebracht werden können

Im Garten von Eden befand sich Adam in der Gegenwart Gottes, unseres Vaters. … Nachdem er aus dem Garten von Eden vertrieben worden war, änderte sich das Bild: Adam war aufgrund seiner Übertretung aus der Gegenwart des Vaters verbannt. In den heiligen Schriften steht, er wurde geistig tot – das heißt, er war aus der Gegenwart Gottes ausgeschlossen.13

Ich weiß, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist und dass er von seinem Vater die Macht erhalten hat, uns vom geistigen und vom zeitlichen Tod zu erlösen, die durch den Fall Adams in die Welt gebracht worden waren.14

Es gab nur eine Möglichkeit der Erlösung, eine Möglichkeit, wie Wiedergutmachung geleistet werden und der Körper dem Geist wiederhergestellt werden konnte – durch ein unbegrenztes Sühnopfer; und es musste von einem unendlichen Wesen vollbracht werden, von jemandem, der dem Tod nicht unterworfen war, aber dennoch die Macht hatte zu sterben, und der auch Macht über den Tod hatte. Und so sandte der Vater im Himmel seinen Sohn Jesus Christus in die Welt, der das Leben in sich hatte. Und da er [Jesus Christus] eine Mutter hatte, in deren Adern Blut floss, hatte er die Macht zu sterben. Er konnte seinen Körper dem Tod übergeben und ihn dann wieder aufnehmen. Ich möchte Ihnen seine eigenen Worte vorlesen: „Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen.

Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es aus freiem Willen hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.“ (Johannes 10:17,18.)15

Der Vater im Himmel hatte nie die Absicht, die Menschen sich ihren Weg im Finstern ertasten zu lassen, und das ohne jegliches Licht, das sie führen könnte, und dann zu erwarten, dass sie unter solchen Bedingungen ihren Weg zurück in sein Reich und in seine heilige Gegenwart finden. Dies ist nicht die Weise des Herrn. Seit Anbeginn der Zeit hat der Vater im Himmel seinen Kindern gezeigt, wie gütig er zu ihnen ist, und er ist immer bereit gewesen, ihnen Führung zu geben. Seit frühesten Zeiten sind die Himmel offen, der Herr sendet Boten aus seiner Gegenwart zu den von ihm ernannten Dienern – zu Männern, die die Vollmacht des Priestertums haben und die beauftragt sind, die Grundsätze des Evangeliums zu verkünden, die Menschen zu warnen und sie Rechtschaffenheit zu lehren. Diese Männer haben Erkenntnis, Inspiration und Weisung von diesen Boten aus der Gegenwart Gottes erhalten. Dasselbe gilt auch für unsere Evangeliumszeit. Die Menschen brauchen nicht die Augen zu verschließen und zu meinen, es gäbe kein Licht und sie müssten sich allein auf den Verstand verlassen. Der Herr ist immer bereit, zu führen, Weisung zu erteilen und den Weg zu zeigen. Er hat ja, wie ich bereits gesagt habe, Boten aus seiner Gegenwart geschickt. Er hat Offenbarung gesandt. Er hat geboten, dass sein Wort aufgeschrieben werde, dass es veröffentlicht werde, damit alle Menschen es erfahren können.16

Ich sage Ihnen und der ganzen Kirche und im Grunde auch der ganzen Welt, dass der himmlische Vater in seiner Güte und Liebe in diesen Letzten Tagen erneut vom Himmel zu seinen Knechten, den Propheten, gesprochen hat.

Seine Stimme lädt alle Menschen ein, zu seinem geliebten Sohn zu kommen, von ihm zu lernen, an seiner Güte teilzuhaben, sein Joch auf sich zu nehmen und sich durch Gehorsam gegenüber den Gesetzen seines Evangeliums ihre Errettung zu erarbeiten. Seine Stimme ist schon immer eine Stimme der Herrlichkeit und Ehre, des Friedens in diesem Leben und des ewigen Lebens in der künftigen Welt gewesen.17

Anregungen für Studium und Unterricht

Fragen

  • Was versetzt einen Menschen wohl in die Lage, so zu Gott zu beten, „als würde er mit einem Freund sprechen“? („Aus dem Leben von Joseph Fielding Smith“.) Überlegen Sie, wie Sie Ihre Beziehung zum Vater im Himmel stärken können.

  • Präsident Smith brachte seine Dankbarkeit für die erste Vision des Propheten Joseph Smith zum Ausdruck, durch die „die wahre Gotteserkenntnis“ wiederhergestellt wurde (Abschnitt 1). Welche Tatsachen über den Vater im Himmel und Jesus Christus sind uns aufgrund der ersten Vision bekannt?

  • Welche der Eigenschaften Gottes, die Präsident Smith in Abschnitt 2 aufzählt, sind für Sie am bedeutsamsten? Warum? Wie hilft uns das Wissen um diese göttlichen Eigenschaften dabei, mehr Glauben an den Vater im Himmel zu üben?

  • Präsident Smith hat bezeugt: „Wir sind Geistkinder Gottes, unseres Vaters im Himmel. … Wir gehören zu seiner Familie“ (Abschnitt 3). Wie hat sich diese Wahrheit auf Sie ausgewirkt?

  • Welche Formulierungen in Abschnitt 4 und 5 helfen Ihnen, die Liebe des himmlischen Vaters zu verspüren? Warum müssen wir wissen, dass Gott uns liebt und an jedem von uns interessiert ist? Wie können wir unseren Angehörigen und Freunden helfen, seine Liebe zu spüren?

  • Denken Sie darüber nach, was der Vater im Himmel getan hat, um Ihnen zu helfen, in seine Gegenwart zurückzukehren (siehe Abschnitt 6). Welche Gefühle bewegen Sie, wenn Sie daran denken, dass der Vater im Himmel seinen geliebten Sohn gesandt hat? Inwiefern hat der Vater im Himmel Licht gesandt, um Sie zu führen?

Einschlägige Schriftstellen

Johannes 3:16; 17:3; 1 Nephi 11:17; Alma 30:44

Unterrichtshilfe

„Manchmal ist der Unterricht in der Kirche so steif, dass er mehr einem Vortrag gleicht. Vorträge im Unterricht kommen bei uns nicht so gut an. Anders ist es in der Abendmahlsversammlung und bei Konferenzen; der Unterricht aber kann ein Dialog sein, in dem man Fragen stellen kann. Es ist leicht, die Schüler zu bewegen, Fragen zu stellen.“ (Boyd K. Packer, „Grundsätze für das Lehren und Lernen“, Liahona, Juni 2007, Seite 50.)

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1943

  2.   2.

    Unveröffentlichtes Manuskript von Hoyt W. Brewster Jr.

  3.   3.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1930

  4.   4.

    Answers to Gospel Questions, Hg. Joseph Fielding Smith Jr., 5 Bände, 1957–1966, 3:117

  5.   5.

    „Origin of the First Vision“, Improvement Era, April 1920, Seite 496f.; siehe auch Doctrines of Salvation, Hg. Bruce R. McConkie, 3 Bände, 1954–1956, 1:2f.

  6.   6.

    „The Most Important Knowledge“, Ensign, Mai 1971, Seite 2f.

  7.   7.

    „Out of the Darkness“, Ensign, Juni 1971, Seite 2

  8.   8.

    Sealing Power and Salvation, Brigham Young University Speeches of the Year, 12. Januar 1971, Seite 2

  9.   9.

    „Purpose and Value of Mortal Probation“, Deseret News, Kirchenteil, 12. Juni 1949, Seite 21; siehe auch Doctrines of Salvation, 1:1

  10.   10.

    „The Most Important Knowledge“, Seite 3

  11.   11.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1923. Beachten Sie, dass die Vision des Mose in Mose 1 ein Beispiel dafür ist, wie der Erlöser die Worte des Vaters spricht, weil ihm von Gott die Vollmacht dazu verliehen worden war (siehe „The Father and the Son: A Doctrinal Exposition by the First Presidency and the Twelve“, Improvement Era, August 1916, Seite 939; abgedruckt im Ensign, April 2002, Seite 17). Aus der heiligen Schrift und dem Kommentar von Joseph Fielding Smith in diesem Kapitel geht hervor, dass die Worte in Mose 1 die Absicht und den Willen Gottvaters darstellen.

  12.   12.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1923. Siehe auch Anmerkung 11 in diesem Kapitel, die sich auf Henochs Vision bezieht, die in Mose 7 steht.

  13.   13.

    Herbst-Generalkonferenz 1953

  14.   14.

    „A Witness and a Blessing“, Ensign, Juni 1971, Seite 109

  15.   15.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1967

  16.   16.

    Herbst-Generalkonferenz 1931

  17.   17.

    „A Witness and a Blessing“, Seite 109.