Kapitel 10: Unsere Suche nach der Wahrheit

Lehren der Präsidenten der Kirche: Joseph Fielding Smith, 2013


Wir, die Mitglieder dieser Kirche, müssen uns mit den Offenbarungen des Herrn vertraut machen, damit wir nicht in die Irre geführt werden. Wie sollen wir in der Wahrheit wandeln, wenn wir sie nicht kennen?

Aus dem Leben von Joseph Fielding Smith

Als Joseph Fielding Smith acht Jahre alt wurde, gab ihm sein Vater ein Buch Mormon und bat ihn, es zu lesen. Später erinnerte er sich: „Ich habe diesen Bericht der Nephiten mit Danksagung empfangen und mich der Aufgabe, die mir erteilt wurde, eifrig gewidmet.“ Seine Liebe zu diesem Buch veranlasste ihn, seine Pflichten im Haushalt zügig zu erledigen. Manchmal ging er sogar vor dem Ende eines Baseballspiels weg und suchte sich einen ruhigen Platz zum Lesen. Nachdem sein Vater ihm das Buch geschenkt hatte, brauchte er keine zwei Jahre, um es zweimal durchzulesen. Über dieses frühe Studium äußerte er sich später: „Es gibt bestimmte Stellen, die sich mir eingeprägt haben und die ich nie vergessen habe.“1 Er las auch andere Bücher. „Ich las die Bücher, die damals für die PV-Kinder und für die Sonntagsschulkinder geschrieben wurden“, erzählte er, „und hatte, wenn ich daheim war, meist ein Buch in der Hand. … Später las ich die Geschichte der Kirche, wie sie im Millenial Star veröffentlicht wurde. Abgesehen davon las ich auch die Bibel, das Buch Mormon, die Köstliche Perle, das Buch Lehre und Bündnisse und andere Literatur, die mir in die Hände fiel.“2

Präsident Smith bewahrte sich diesen Durst nach Evangeliumserkenntnis sein Leben lang. In dem Maße, wie er die Wahrheiten des Evangeliums in sich aufnahm, gab er sie auch weiter und trat, wenn nötig, für sie ein. Drei Jahre, nachdem er zum Apostel ordiniert worden war, empfing er einen Priestertumssegen, in dem ihm der folgende Rat erteilt wurde: „Du bist mit der Fähigkeit gesegnet, die wahren Grundsätze besser zu begreifen, zu analysieren und zu verteidigen, als viele deiner Brüder es können, und die Zeit wird kommen, da die Fülle der Beweise, die du gesammelt hast, wie ein Verteidigungswall vor denjenigen stehen wird, die darauf aus sind, die Beweise für die göttliche Mission des Propheten Joseph Smith zu vernichten; du jedoch wirst niemals beschämt werden, wenn du für diese Grundsätze eintrittst, und das Licht des Geistes wird seine Strahlen so sanft in dein Herz ergießen wie der Tau vom Himmel, und dir werden viele Wahrheiten im Hinblick auf dieses Werk offenbart werden.“3 Diese Prophezeiung erwies sich als wahr. Er war kenntnisreich im Evangelium und arbeitete als Lehrer und als Autor eifrig daran, die Lehren, die zur Errettung weisen, zu erläutern und für sie einzutreten. Präsident Heber J. Grant nannte ihn einmal den „sachkundigsten Schriftgelehrten“ unter allen Generalautoritäten.4

Gegen Ende seines Lebens dachte Präsident Smith oftmals über die Segnungen nach, die er durch das Evangeliumsstudium erhalten hatte:

„Mein ganzes Leben lang habe ich mich mit den Grundsätzen des Evangeliums befasst, über sie nachgedacht und war bestrebt, nach den Gesetzen des Herrn zu leben. Das hat dazu geführt, dass mein Herz mit großer Liebe zu ihm und seinem Werk sowie zu all denen, die seine Absichten auf der Erde voranzubringen suchen, erfüllt wurde.“5

„Ich habe mein ganzes Leben lang die Schriften studiert und mich um Führung durch den Geist des Herrn bemüht, um zu einem Verständnis von ihrer wahren Bedeutung zu gelangen. Der Herr war gnädig zu mir, und ich freue mich über die Erkenntnis, die er mir geschenkt hat, und darüber, dass ich seine Grundsätze, die zur Errettung führen, lehren durfte und darf.“6

Elder Joseph Fielding Smith, damals Mitglied des Kollegiums der Zwölf Apostel, und Präsident Joseph F. Smith, 1914

Lehren von Joseph Fielding Smith

1

Wir müssen auf vielerlei Gebieten nach Wahrheit suchen, aber die wichtigste Erkenntnis ist unser Wissen vom Evangelium

Bildung ist uns sehr wichtig. Seit jeher sind wir bemüht, uns auf jedem Gebiet Wissen anzueignen, und die Kirche gibt große Beträge aus und bringt beträchtliche Opfer, um ihren Mitgliedern Ausbildungsmöglichkeiten zugänglich zu machen – besonders heutzutage, wo die Wissenschaft, Forschung und Entwicklung so sehr fortgeschritten sind. Unsere Jugend sollte sich in dem Maß weiterbilden und schulen lassen, wie es weise und notwendig ist.

Das Bemühen um eine weltliche Ausbildung muss allerdings im Gleichgewicht zu dem entsprechenden Bemühen, geistiges Wissen zu erlangen, stehen. Es ist tausendmal wichtiger, Erkenntnis von Gott und seinen Gesetzen zu haben, sodass wir das tun können, was uns Errettung bringt, als alles weltliche Wissen, das man sich aneignen kann.7

„Ihr [werdet] die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch befreien.“ (Johannes 8:32.)

Wir sollten alle jeden Tag etwas Neues lernen. Sie alle haben einen wissbegierigen Verstand und suchen auf vielerlei Gebieten nach Wahrheit. Ich hoffe sehr, dass Sie hauptsächlich nach Geistigem streben, denn dies ist es, wodurch wir errettet werden und jenen Fortschritt machen können, der zu ewigem Leben im Reiche unseres Vaters führt.

Die wichtigste Erkenntnis in der Welt ist das Wissen vom Evangelium. Es ist die Kenntnis von Gott und seinen Gesetzen, von alledem, was der Mensch tun muss, um sich mit Furcht und Zittern vor Gott seine Errettung zu erarbeiten [vgl. Philipper 2:12; Mormon 9:27].8

Nicht alle Wahrheit hat den gleichen Wert oder die gleiche Bedeutung. Einige Tatsachen sind bedeutender als andere. Die größte Wahrheit – die Tatsachen von größter Bedeutung – lassen sich in den grundlegenden Lehren des Evangeliums Jesu Christi finden. Die erste besteht darin, dass Jesus Christus der Sohn Gottes und der Erlöser der Welt ist, der in diese Welt gekommen ist, um zu sterben, damit die Menschen leben können. Diese Tatsache muss uns bewusst sein. Die Erkenntnis, dass Jesus Christus unser Erlöser ist und dass er uns die Grundsätze, die für das ewige Leben erforderlich sind, gegeben hat, ist viel wichtiger als alles weltliche Wissen, das man sich aneignen kann.9

Was die Philosophien und die Weisheit der Welt anbelangt, so sind diese nur von Bedeutung, wenn sie mit dem offenbarten Wort Gottes übereinstimmen. Keine Lehre, die dem offenbarten Wort des Herrn widerspricht, wird bestehen bleiben, gleichgültig, ob sie im Namen der Religion, der Wissenschaft, der Philosophie oder wessen auch immer verkündigt wird. Sie mag einleuchtend sein. Sie mag mit gefälligen Worten dargelegt werden, die wir nicht zu widerlegen vermögen. Es sieht vielleicht so aus, als seien die Beweise erdrückend – aber Sie brauchen nur abzuwarten. Die Zeit wird alles richten. Sie werden feststellen, dass jede Lehre und jeder Grundsatz, der nicht mit dem Wort des Herrn an seine Diener übereinstimmt, untergehen wird – ungeachtet dessen, wie viele daran glauben. Wir müssen auch nicht versuchen, das Wort des Herrn zu dehnen und einen kläglichen Versuch zu unternehmen, es an solche Theorien und Lehren anzugleichen. Das Wort des Herrn wird nicht vergehen; es wird sich erfüllen. Aber die falschen Lehren und Theorien werden alle scheitern. Die Wahrheit allein ist es, die fortbestehen wird, wenn alles andere zugrunde gegangen ist.10

2

Der Herr hat uns geboten, in den heiligen Schriften zu forschen

Der Herr hat den Mitgliedern der Kirche in dieser Zeit geboten, ihn durch Gebet, Glauben und Lerneifer zu suchen. Uns ist geboten worden, uns eingehend mit den Geboten zu befassen, die er uns im Buch Lehre und Bündnisse, im Buch Mormon und in allen anderen heiligen Schriften gegeben hat. Er hat verheißen: „Jeglicher Grundzug der Intelligenz, den wir uns in diesem Leben zu eigen machen, wird mit uns in der Auferstehung hervorkommen. Und wenn jemand in diesem Leben durch seinen Eifer und Gehorsam mehr Wissen und Intelligenz erlangt als ein anderer, so wird er in der künftigen Welt um so viel im Vorteil sein.“ [LuB 130:18,19.] … Der Erretter sagte den Juden: „Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben; gerade sie legen Zeugnis über mich ab.“ [Johannes 5:39.] Wie viele Mitglieder der Kirche meinen das auch, und doch bereiten sie sich nicht durch Lerneifer und Glauben vor?11

Mir scheint, dass ein Mitglied dieser Kirche nicht in Frieden und Behaglichkeit und mit einem reinen Gewissen leben kann, wenn es sich nicht durch Lerneifer und Glauben Kenntnis von den heiligen Schriften der Kirche aneignet. Diese Aufzeichnungen sind unschätzbar wertvoll. Die Welt verlacht sie zwar, aber dank ihrer Lehren können wir Gott näherkommen, ein besseres Verständnis vom himmlischen Vater und von seinem Sohn Jesus Christus erlangen, sie besser kennenlernen und mehr über den wunderbaren Erlösungsplan erfahren, den sie uns und der Welt gegeben haben.12

Propheten vor alters, die unsere Zeit gesehen haben, haben nicht sonderlich zum Nutzen ihrer Zeitgenossen gesprochen, sondern zum Nutzen derjenigen, die zu der Zeit leben, die diese Prophezeiungen betreffen.13

Ich sage Ihnen, meine Brüder und Schwestern, Sie können die Gebote des Herrn erst dann halten und in Rechtschaffenheit wandeln, wenn Sie die Gebote kennen. Der Herr hat uns geboten, in den heiligen Schriften zu forschen, denn das, was darin enthalten ist, ist wahr und wird sich erfüllen [siehe LuB 1:37]. … Forschen Sie in den Schriften; machen Sie sich mit dem vertraut, was der Herr für Ihre Errettung und die Errettung Ihrer Familie und der Welt offenbart hat.14

3

Wir haben die große Verantwortung, auf die Botschaft der Wahrheit zu hören, die der Herr jetzt seinen Dienern offenbart

Wenn wir auf die Worte des Herrn hören, selbst darin forschen und uns Wissen aneignen, indem wir das Buch Mormon, die Bibel, das Buch Lehre und Bündnisse und die Köstliche Perle sowie die Anweisungen studieren, die wir von Zeit zu Zeit von den Autoritäten der Kirche erhalten, und wenn wir bemüht sind, den Willen des Herrn zu tun, beten sowie an unsere Bündnisse denken, dann werden wir nicht in die Irre gehen.15

Im neunten Glaubensartikel heißt es: „Wir glauben alles, was Gott offenbart hat, und alles, was er jetzt offenbart; und wir glauben, dass er noch viel Großes und Wichtiges offenbaren wird, was das Reich Gottes betrifft.“ Und weil dem so ist, ist es notwendig, dass wir alles verstehen, was er offenbart hat und was er jetzt offenbart, sonst sind wir mit seinem Werk nicht vertraut und können seinen Willen in Bezug auf uns nicht kennen, da wir ihn nicht begreifen.16

Die Heiligen der Letzten Tage müssen ihr Vertrauen in ihre Führer setzen und die Lehren der Autoritäten der Kirche befolgen, denn sie sprechen mit der Stimme der Prophezeiung und Inspiration zu ihnen. Der Herr hat im ersten Abschnitt des Buches Lehre und Bündnisse erklärt, dass es nicht darauf ankommt, ob er durch seine eigene Stimme oder durch die Stimme seiner Knechte spricht, denn das ist dasselbe [vgl. LuB 1:38]. Wir sind daher verpflichtet, so auf die Stimme dessen, der an der Spitze steht, um die Menschen zu belehren, oder auf die Stimme der Ältesten Israels zu hören, die den Menschen die Botschaft der Wahrheit verkünden, als ob der Herr einen Engel aus seiner Gegenwart senden oder selbst erscheinen würde, um uns dies zu verkünden.17

4

Evangeliumswahrheiten lassen sich durch Lerneifer, Glauben, Gehorsam und Führung vom Heiligen Geist erkennen

Es täte uns gut, wenn wir den Rat befolgten, den uns der Herr gegeben hat, nämlich: „Und wer mein Wort wie einen Schatz hütet, wird sich nicht täuschen lassen.“ [Joseph Smith – Matthäus 1:37.] Sein Wort wie einen Schatz zu hüten bedeutet weit mehr, als es bloß zu lesen. Um es wie einen Schatz zu hüten, muss man es nicht nur lesen und sich eingehend damit befassen, sondern demütig und gehorsam danach streben, die darin niedergelegten Gebote zu befolgen, und Inspiration erlangen, die der Heilige Geist gewährt.18

Manchmal hören wir, wie jemand klagt: „Ich habe keine Zeit.“ Wir haben jedoch alle Zeit, zu lesen und zu studieren. Das ist unsere feierliche Pflicht. Können wir uns nicht wenigstens eine Viertelstunde am Tag Zeit nehmen, um systematisch in der Schrift zu lesen und darüber nachzudenken? Dies würde nur wenig Zeit in Anspruch nehmen, würde sich aber dennoch in der Woche auf eine Stunde und fünfundvierzig Minuten, in einem Monat, der dreißig Tage hat, auf siebeneinhalb Stunden und im Jahr auf einundneunzigeinviertel Stunden belaufen. …

Es gibt sehr wenige unter uns, die zu viel lesen; die meisten von uns lesen zu wenig. Der Herr hat gesagt: „Und da nicht alle Glauben haben, so sucht eifrig und lehrt einander Worte der Weisheit; ja, sucht Worte der Weisheit aus den besten Büchern; trachtet nach Wissen, ja, durch Studium und auch durch Glauben.“ [LuB 88:118; 109:7.]19

Von uns wird erwartet, dass wir möglichst viel durch Erforschen und Analysieren studieren und lernen. Nicht alles lässt sich jedoch mit dem Verstand entdecken. Das, was von Gott ist, lässt sich nur durch den Geist Gottes verstehen. Wir müssen uns Wissen durch Glauben aneignen.20

Die Menschen können natürlich vieles erforschen, studieren und lernen, sie können einen großen Bestand an Informationen ansammeln, aber sie werden nie zur Fülle der Wahrheit gelangen, … wenn sie nicht vom Geist der Wahrheit, dem Heiligen Geist, geführt werden und die Gebote Gottes halten.21

Wahrer Glaube, verbunden mit einer demütigen Gesinnung, führt den Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit. Es gibt keinen guten Grund, weshalb nicht alle Menschen überall die Wahrheit erkennen könnten, die sie frei macht. Es gibt keinen guten Grund, warum nicht alle Menschen das Licht der Wahrheit entdecken und erkennen könnten, ob der Herr in diesen Letzten Tagen wiederum gesprochen hat oder nicht. Paulus hat verkündet, dass die Menschen „Gott suchen [sollten], ob sie ihn ertasten und finden könnten; denn keinem von uns ist er fern“ [Apostelgeschichte 17:27]. Selbst inmitten der geistigen Finsternis und des Mangels an Glauben, der die Erde bedeckt, ist der Arm des Herrn nicht verkürzt. Er hört die aufrichtige Bitte des ehrlichen Wahrheitssuchers, und niemand braucht ohne Wissen um göttliche Wahrheit zu leben oder ohne zu wissen, wo die Kirche Jesu Christi zu finden ist. Man braucht nur Demut, Glauben und einen zerknirschten Geist sowie die Entschlossenheit, im Licht zu wandeln, dann offenbart es der Herr.22

Wir alle können die Wahrheit erfahren; wir sind nicht hilflos. Der Herr macht es uns allen möglich, die Wahrheit zu erkennen, und zwar dadurch, dass wir dem Gesetz Folge leisten, denn er hat uns seinen Heiligen Geist geschickt, um uns zu belehren – vorausgesetzt, wir befolgen sein Gesetz –, damit wir die Wahrheit erkennen, die uns befreit [siehe Johannes 8:32].23

5

Wenn wir im Einklang mit der Wahrheit leben, schenkt uns der Herr mehr Licht und Verständnis

Wir, die Mitglieder dieser Kirche, müssen uns mit den Offenbarungen des Herrn vertraut machen, damit wir nicht irregeführt werden. … Wie sollen wir in der Wahrheit wandeln, wenn wir sie nicht kennen?24

Unser einziges Ziel, was die Wahrheiten der Errettung betrifft, sollte darin bestehen, herauszufinden, was der Herr offenbart hat, und dann daran zu glauben und entsprechend zu handeln.25

Wenn wir dem Geist des Lichtes, dem Geist der Wahrheit, dem Geist, der in den Offenbarungen des Herrn genannt wird, folgen, wenn wir durch den Geist des Betens und der Demut uns um Führung durch den Heiligen Geist bemühen, dann verhilft uns der Herr dazu, dass unser Licht und unser Verständnis zunehmen, sodass wir den Geist der Unterscheidung haben und die Wahrheit verstehen, Falschheit erkennen, wenn wir sie sehen, und uns nicht täuschen lassen.

Wer in dieser Kirche lässt sich täuschen? Weder derjenige, der treu seine Pflicht erfüllt, noch derjenige, der sich mit dem Wort des Herrn vertraut gemacht hat, noch derjenige, der die Gebote, die in diesen Offenbarungen enthalten sind, hält, sondern derjenige, der sich nicht mit der Wahrheit vertraut gemacht hat, derjenige, der sich in geistiger Finsternis befindet, derjenige, der die Evangeliumsgrundsätze nicht versteht oder begreift. Solche lassen sich täuschen, und wenn diese falschen Geister unter uns aufkommen, kann es sein, dass sie nicht begreifen und nicht zwischen Licht und Finsternis unterscheiden können.

Wenn wir aber im Licht der Offenbarungen des Herrn wandeln, wenn wir auf den Rat derer hören, die den Ratsgremien der Kirche angehören und bevollmächtigt sind, Anweisungen zu geben, werden wir nicht in die Irre gehen.26

Forschen wir doch in [den] heiligen Schriften, damit wir erkennen, was der Herr offenbart hat, und bringen wir unser Leben in Einklang mit seiner Wahrheit! Dann werden wir nicht getäuscht werden, sondern die Macht haben, Bösem und Versuchungen zu widerstehen. Der Verstand wird uns belebt und wir werden die Wahrheit begreifen und von Irrtum unterscheiden können.27

Forschen wir doch in [den] heiligen Schriften, damit wir erkennen, was der Herr offenbart hat, und bringen wir unser Leben in Einklang mit seiner Wahrheit!

Wenn wir eine Lehre oder einen Grundsatz in Zusammenhang mit den Lehren der Kirche nicht verstehen, dann sollten wir uns hinknien und uns im Geist des Betens und der Demut an den Herrn wenden und ihn darum bitten, dass uns der Verstand erleuchtet werde, damit wir verstehen können.28

„Was von Gott ist, das ist Licht; und wer Licht empfängt und in Gott verbleibt“ – und hier liegt der Schlüssel –, „empfängt mehr Licht; und jenes Licht wird heller und heller bis zum vollkommenen Tag.“ [LuB 50:24.]

Daraus erkennen wir also, dass derjenige, der Gott sucht und sich vom Geist der Wahrheit, dem Tröster, führen lässt und in Gott verbleibt, an Erkenntnis, Licht und Wahrheit zunimmt, bis schließlich für ihn der vollkommene Tag des Lichts und der Wahrheit kommt.

Nun erhalten wir alles das nicht in diesem Leben. Es ist unmöglich, dass ein Mensch dieses Ziel in den wenigen Jahren seines irdischen Daseins erreicht. Das aber, was wir hier lernen, was ewigen Bestand hat, was vom Geist der Wahrheit eingegeben wird, besteht über das Grab hinaus in uns fort, und dann erhalten wir, wenn wir weiterhin in Gott verbleiben, noch mehr Licht und Wahrheit, bis wir schließlich an diesem vollkommenen Tag anlangen.29

All denen, die das Licht der Wahrheit empfangen und sich durch Lerneifer und Gehorsam bemühen, sich mit dem Evangelium vertraut zu machen, ist verheißen, dass sie Zeile um Zeile, Weisung um Weisung, hier ein wenig und dort ein wenig, erhalten werden, bis ihnen die Fülle der Wahrheit zugemessen wird, ja selbst die verborgenen Geheimnisse des Reiches werden ihnen kundgetan werden; „denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet“ [Matthäus 7:8; vgl. auch 3 Nephi 14:8; Jesaja 28:10; LuB 76:1-10; 98:11,12]. Alle diese sind Erben der Errettung, und sie werden als Söhne und Töchter Gottes mit Herrlichkeit, Unsterblichkeit und ewigem Leben gekrönt und in seinem celestialen Reich erhöht werden.30

Anregungen für Studium und Unterricht

Fragen

  • Lesen Sie, wie bestrebt Präsident Smith war, das Evangelium zu verinnerlichen (siehe „Aus dem Leben von Joseph Fielding Smith“), und denken Sie an Ihre eigenen Bemühungen. Welche Segnungen haben Sie erlangt, weil Sie sich mit den heiligen Schriften und anderen Lehren des Evangeliums befasst haben?

  • Was lernen wir in Abschnitt 1 über das Gleichgewicht zwischen geistigem und weltlichem Lernen? Wie können wir unseren Angehörigen und anderen helfen, der geistigen Erkenntnis Vorrang einzuräumen, während sie ihre akademischen und beruflichen Ziele verfolgen?

  • Wie haben Ihnen die heiligen Schriften geholfen, den himmlischen Vater und Jesus Christus besser kennenzulernen? (Siehe Abschnitt 2.) Denken Sie darüber nach, wie Sie Ihr Schriftstudium verbessern könnten.

  • Lesen Sie Abschnitt 3 und überlegen Sie, welche Segnungen Sie erhalten haben, weil Sie den Rat der Führer der Kirche befolgt haben. Wie können wir unserer Familie und andere an den Worten der lebenden Propheten teilhaben lassen?

  • Was bedeutet es für Sie, das Wort des Herrn zu hüten wie einen Schatz? (Anregungen dazu finden Sie in Abschnitt 4.) Wie kann unser Leben dadurch beeinflusst werden, dass wir uns „wenigstens eine Viertelstunde am Tag Zeit nehmen“, um zu lesen und nachzudenken?

  • Überlegen Sie, wie Sie den Rat in Abschnitt 5 anwenden können. Wie schaffen wir es, angesichts der allenthalben immer aufdringlicheren Fehlinformationen „zwischen Licht und Finsternis [zu] unterscheiden“? Wie können wir Kindern und Jugendlichen dabei helfen?

Einschlägige Schriftstellen

Psalmen 119:105; Johannes 7:17; 2 Timotheus 3:15-17; 2 Nephi 4:15; 32:3; Helaman 3:29,30; LuB 19:23; 84:85; 88:77-80

Unterrichtshilfe:

„Auch wenn Sie viele Schüler haben, können Sie doch auf den Einzelnen eingehen. Sie können beispielsweise zu Unterrichtsbeginn einen jeden herzlich begrüßen. … Sie gehen auch auf den Einzelnen ein, wenn Sie es schaffen, dass sich jeder furchtlos und freudig am Unterricht beteiligen kann.“ (Lehren, die größte Berufung, Seite 35.)

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    Siehe Joseph Fielding Smith Jr. und John J. Stewart, The Life of Joseph Fielding Smith, Seite 57

  2.   2.

    The Life of Joseph Fielding Smith, Seite V

  3.   3.

    Aus: The Life of Joseph Fielding Smith, Seite 195

  4.   4.

    Heber J. Grant, in: Richard O. Cowan, „Advice from a Prophet: Take Time Out“, Brigham Young University Studies, Frühjahr 1976, Seite 416

  5.   5.

    „I Know That My Redeemer Liveth“, Ensign, Dezember 1971, Seite 27

  6.   6.

    Herbst-Generalkonferenz 1970

  7.   7.

    Ansprache am Religionsinstitut in Logan in Utah am 10. Januar 1971, Seite 1f., Historisches Archiv der Kirche; unveröffentlichtes Manuskript

  8.   8.

    „The Most Important Knowledge“, Ensign, Mai 1971, Seite 2

  9.   9.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1955

  10.   10.

    Herbst-Generalkonferenz 1952

  11.   11.

    Answers to Gospel Questions, Hg. Joseph Fielding Smith Jr., 5 Bände, Band 1, Seite XIV; Hervorhebung im Original

  12.   12.

    Herbst-Generalkonferenz 1961

  13.   13.

    Herbst-Generalkonferenz 1927

  14.   14.

    Herbst-Generalkonferenz 1920

  15.   15.

    Herbst-Generalkonferenz 1918

  16.   16.

    „Search the Scriptures“, Young Woman’s Journal, November 1917, Seite 592

  17.   17.

    Herbst-Generalkonferenz 1916

  18.   18.

    „The Resurrection“, Improvement Era, Dezember 1942, Seite 780; siehe auch Doctrines of Salvation, Hg. Bruce R. McConkie, 3 Bände, 1954–1956, 1:305

  19.   19.

    „How and What to Read“, Improvement Era, August 1913, Seite 1004f.; siehe auch Doctrines of Salvation, 3:207

  20.   20.

    „Pres. Smith Stresses Value of Education“, Church News, 12. Juni 1971, Seite 3

  21.   21.

    „And the Truth Shall Make You Free“, Deseret News, 30. März 1940, Kirchenteil, Seite 4; siehe auch Doctrines of Salvation, 1:299

  22.   22.

    The Restoration of All Things, Seite 195

  23.   23.

    „Evidences of Eternal Life,“ Deseret News, 3. Juni 1933, Kirchenteil, Seite 5; siehe auch Doctrines of Salvation, 1:295f.

  24.   24.

    Herbst-Generalkonferenz 1934; siehe auch Doctrines of Salvation, 1:302

  25.   25.

    „Out of the Darkness“, Ensign, Juni 1971, Seite 2

  26.   26.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1931; siehe auch Doctrines of Salvation, 1:285f.

  27.   27.

    „The New and Everlasting Covenant“, Deseret News, 6. Mai 1939, Kirchenteil, Seite 8; siehe auch Doctrines of Salvation, 1:301

  28.   28.

    Herbst-Generalkonferenz 1959

  29.   29.

    „And the Truth Shall Make You Free“, Seite 4

  30.   30.

    „Search the Scriptures“, Seite 591f.; siehe auch Doctrines of Salvation, 1:303