Kapitel 15: Die ewige Ehe

Lehren der Präsidenten der Kirche: Joseph Fielding Smith, 2013


Die Fülle und die Segnungen des Priestertums und des Evangeliums erwachsen aus der celestialen Ehe. Diese ist die krönende Verordnung des Evangeliums und die krönende Verordnung des Tempels.

Aus dem Leben von Joseph Fielding Smith

Als Joseph Fielding Smith 18 Jahre alt war, erfuhr er, dass eine junge Dame namens Louie Emily Shurtliff während ihres Studiums bei seiner Familie wohnen würde. Er war angenehm überrascht, als er einmal nach der Arbeit nach Hause kam und hörte, wie Louie auf dem Klavier ein Kirchenlied spielte. Von diesem Tag im Spätsommer des Jahres 1894 an waren Joseph und Louie Freunde. Aus ihrer Freundschaft wurde schließlich Liebe. Am 26. April 1898 ließen sie sich im Salt-Lake-Tempel aneinander siegeln.1

Louie und Joseph waren einander sehr nahe. Als er kurz nach der Eheschließung für zwei Jahre nach England auf Mission berufen wurde, arbeitete sie für ihren Vater, um ihn finanziell zu unterstützen. Sie unterstützte ihn auch in seelischer und geistiger Hinsicht und schrieb ihm aufmunternde Briefe. Sie erfreuten sich nach seiner Rückkehr eines glücklichen Familienlebens und bekamen zwei Töchter. Aber nach zehn Ehejahren wurde Louie in der dritten Schwangerschaft schwer krank und verstarb mit 31 Jahren.

Joseph Fielding Smith fand Trost in der Zuversicht, dass Louie „in eine bessere Welt“ hinübergegangen war. Er schrieb ein Gebet in sein Tagebuch, er wolle würdig sein, „ihr in ewiger Herrlichkeit zu begegnen und wieder mit ihr vereint zu sein“2. Zwar fand er im Evangelium Trost und Hoffnung, doch Louie fehlte ihm sehr. Er machte sich auch um seine beiden Töchter Sorgen, die nun keine Mutter mehr hatten. Kurz nach Louies Tod lernte er Ethel Georgina Reynolds kennen. Seine Liebe zu Louie war zwar unvermindert groß, doch er schloss – ebenso wie seine Töchter – auch Ethel ins Herz. Mit dem Einverständnis seiner Eltern, der Eltern von Louie und auch der Eltern von Ethel hielt er um Ethels Hand an. Die beiden ließen sich am 2. November 1908 aneinander siegeln. Ihr gemeinsames Leben verlief freudevoll und ereignisreich. Sie hatten neun Kinder miteinander. Ihr Zuhause war von Ordnung, Fleiß, Achtung, Sauberkeit, milder Disziplin, Liebe und guter Freizeitgestaltung gekennzeichnet.3

Nach 29 Ehejahren starb Ethel an einer schleichenden Krankheit, durch die sie in ihren letzten vier Lebensjahren immer kraftloser geworden war. Wie zuvor war Joseph Fielding Smith einsam, doch zog Trost daraus, dass er sich einer ewigen Ehe gewiss war.4 Und ein weiteres Mal lernte er eine Frau kennen, mit der er sein Leben teilen konnte. Er und Jessie Evans ließen sich am 12. April 1938 aneinander siegeln. „In ihren 33 gemeinsamen Lebensjahren begleitete sie ihn fast überallhin, fern und nah. Er wiederum half ihr beim Einkaufen, trocknete nach dem Essen das Geschirr ab und half im Herbst beim Einkochen. Es störte ihn kein bisschen, wenn er, ein Apostel, eine Küchenschürze umgebunden hatte.“5 Jessie sagte des Öfteren über ihren Mann: „Er ist der freundlichste Mensch, den ich kenne. Ich habe nie ein unfreundliches Wort von ihm gehört.“ Er pflegte mit einem Lächeln zu antworten: „Ich kenne gar kein unfreundliches Wort.“6

Der Biograf John J. Stewart schrieb über das zärtliche Mitgefühl, das Präsident Smith seiner Frau entgegenbrachte: „Vom Rednerpult aus ermahnte er die Männer, ihre Frau zu lieben und ihr zugetan zu sein. Aber die Predigt, die mich am meisten berührte, lebte er damals vor, als er die neun Häuserblocks im Norden von Salt Lake City bergauf zum Krankenhaus der Kirche ging und an einem heißen Julitag im Jahre 1971 seinen 95. Geburtstag am Krankenbett seiner Frau Jessie verbrachte. Als sich ihr Zustand verschlechterte, wachte er mehrere Wochen lang Tag und Nacht besorgt an ihrem Krankenbett und war bemüht, ihr bis zum Ende möglichst jegliche Linderung und Bequemlichkeit zu verschaffen, die in seiner Macht standen.“7

Jessie verstarb am 3. August 1971. Zwei Monate danach hielt Präsident Smith die Eröffnungsansprache bei der Generalkonferenz. Aus seinem Zeugnis geht hervor, dass sein Kummer durch sein Gottvertrauen und die Hoffnung auf das ewige Leben gelindert wurde:

„Ich fühle mich gedrängt, mit Ijob vor alters, dessen Erkenntnis ja aus derselben Quelle stammt wie meine, zu sagen: ‚Ich weiß, dass mein Erlöser lebt und dass er am Letzten Tag auf der Erde stehen wird und dass ich in meinem Fleische Gott schauen werde. Ich werde ihn selbst erblicken; meine Augen werden sehen.‘ (King-James-Übersetzung, Ijob 19:25,27.)

Und so wie ich mich mit meinem Zeugnis dem des Ijob anschließe, vereine ich auch meinen Dank mit dem seinen, der der Qual und dem Schmerz seiner Seele entsprungen ist: ‚Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen; gelobt sei der Name des Herrn.‘ (Ijob 1:21.)

Ich bete darum, dass wir alle durch die Macht des Heiligen Geistes geführt werden mögen, dass wir untadelig vor dem Herrn wandeln und ewiges Leben in den Wohnungen und Reichen ererben mögen, die für die Gehorsamen bereitet sind.“8

Nach Präsident Smiths Ansprache sagte Präsident Harold B. Lee, der die Versammlung leitete: „Ich bin mir sicher, dass alle Mitglieder überall heute besonders erbaut sind von der Kraft und der Stärke, die er heute morgen angesichts der Umstände, unter denen er diese eindringliche Botschaft überbracht hat, an den Tag gelegt hat. Präsident Smith, wir danken Ihnen aus tiefstem Herzen.“9

Lehren von Joseph Fielding Smith

1

Die celestiale Ehe ist die krönende Verordnung des Evangeliums Jesu Christi

In Verbindung mit dem Evangelium Jesu Christi gibt es keine Verordnung, die wichtiger, feierlicher, heiliger und notwendiger für [unsere] ewige Freude ist … als die Ehe.10

Die Fülle und die Segnungen des Priestertums und des Evangeliums erwachsen aus der celestialen Ehe. Diese ist die krönende Verordnung des Evangeliums und die krönende Verordnung des Tempels.11

Ich möchte meine lieben Brüder und Schwestern, die guten Mitglieder der Kirche, anflehen: Gehen Sie in den Tempel, und heiraten Sie dort für Zeit und alle Ewigkeit.12

2

Im Gegensatz zu den Gepflogenheiten der Welt hat die Ehe im Evangeliumsplan auf ewig Bestand

Von sehr vielen Menschen wird die Ehe nur als zivilrechtlicher Vertrag oder als Vereinbarung zwischen einem Mann und einer Frau angesehen, die in einer ehelichen Beziehung zusammenleben wollen. In Wahrheit aber ist sie ein ewiger Grundsatz, von dem buchstäblich das Fortbestehen der Menschheit abhängt. Ganz zu Beginn der Welt hat der Herr dem Menschen dieses Gesetz als Teil des Evangeliumsgesetzes gegeben, und es war vorgesehen, dass die erste Ehe auf ewig Bestand haben solle. Nach dem Gesetz des Herrn soll jede Ehe auf ewig Bestand haben. Wenn alle Menschen streng nach dem Evangelium lebten und von jener Liebe erfüllt wären, die der Geist des Herrn in uns entfacht, dann würde jede Ehe auf ewig bestehen bleiben. …

So wie die Heiligen der Letzten Tage die Ehe verstehen, ist sie ein Bund, der ewig halten soll. Sie ist die Grundlage für ewige Erhöhung, denn ohne sie könnte es im Reich Gottes keinen ewigen Fortschritt geben.13

„So wie die Heiligen der Letzten Tage die Ehe verstehen, ist sie ein Bund, der ewig halten soll.“

Für jeden von uns, der die Zeitung liest, im Radio die Nachrichten hört und das Fernsehprogramm mitverfolgt, ist es ganz offensichtlich, dass viel zu viele Menschen der Ehe und der Familie nicht den Wert beimessen, den der Herr ihr beimisst.14

Die Ehe ist ein heiliger Bund, doch allzu oft wird sie zum Ziel derber Witze – ein Scherz, eine vorübergehende Laune für vulgäre und unreine Menschen, aber auch für viele, die sich für kultiviert halten, die aber keine Achtung davor haben, wie heilig dieser bedeutende Grundsatz ist.15

Der Herr hat uns sein immerwährendes Evangelium gegeben, auf dass es uns ein Licht und ein Banner sei, und dieses Evangelium schließt seine heilige Ordnung des Ehestandes mit ein, der ewiger Natur ist. Wir dürfen uns ganz bestimmt nicht den Gebräuchen der Welt in Bezug auf die Ehe anschließen. Wir haben ein größeres Licht als die Welt, und der Herr erwartet von uns mehr als von ihr.

Wir kennen die wahre Ordnung der Ehe. Wir kennen den Platz, den die Familie im Erlösungsplan einnimmt. Wir wissen, dass wir im Tempel heiraten sollen und uns selbst rein und makellos halten müssen, damit wir die Bestätigung durch den Heiligen Geist der Verheißung erlangen, der unsere eheliche Verbindung siegelt.

Wir sind Geistkinder unseres ewigen Vaters, der einen Erlösungsplan festgesetzt hat, durch den wir auf die Erde kommen, Fortschritt machen, voranschreiten und wie er werden können; ja, er hat einen Evangeliumsplan festgelegt, der es uns möglich macht, eine eigene ewige Familie zu haben und uns ewigen Lebens zu erfreuen.16

Der Herr hat niemals beabsichtigt, dass die Ehe mit dem Tod des sterblichen Körpers endet; er will vielmehr, dass die Beteiligten, die dieses Bündnis schließen, Ehre, Herrschaft und Macht und die fortdauernde und ewige Einheit der Familie im Reich Gottes hinzugefügt bekommen. Solche Segnungen sind allein denen vorbehalten, die gewillt sind, in diesem Bund zu verbleiben, den der Herr offenbart hat. Die Ehe ist nicht nur eine Partnerschaft zwischen einem Mann und einer Frau, vielmehr werden sie, wie der Herr gesagt hat, in der Ehe ein Fleisch und gehen eine Partnerschaft mit Gott ein.17

3

Wer dem Ehebund treu bleibt, wird glücklich und erlangt die Segnungen ewiger Herrlichkeit

Ich bin dem Herrn dafür dankbar, dass ich weiß, dass der Ehebund von ewiger Dauer ist. Dies gibt dem Ehemann das Recht, in der nächsten Welt Anspruch auf seine Frau zu erheben, und der Frau das Recht, Anspruch auf ihren Mann zu erheben – vorausgesetzt, dass sie ins Haus des Herrn gegangen und dort von jemandem, der diese Siegelungsmacht innehat, für Zeit und alle Ewigkeit vereint wurden. Es gibt nämlich keinen anderen Weg, auf dem dieser große Segen erlangt werden kann. Ebenso dankbar bin ich für die Erkenntnis, dass die familiären Beziehungen und die Einheit der Familie – sofern sie ordnungsgemäß eingegangen worden sind – im Jenseits in Rechtschaffenheit weiterbestehen werden.18

Ich möchte diejenigen, die im Tempel waren und dort geheiratet haben, inständig bitten, treu zu ihren Bündnissen und Verpflichtungen zu stehen, denn sie haben im Haus des Herrn feierlich Bündnisse geschlossen.19

Durch nichts bereitet sich der Mensch so gut auf die Herrlichkeit im Reich Gottes vor wie durch seine Treue zum Ehebund. …

Für den, der diesen Bund ordnungsgemäß empfängt, wird er zur Quelle größten Glücks. Größtmögliche Ehre in diesem Leben und im Jenseits Ehre, Herrschaft und Macht in vollkommener Liebe – das sind die Segnungen, die dieser Bund mit sich bringt. Diese Segnungen ewiger Herrlichkeit werden für alle bereitgehalten, die gewillt sind, in diesem und in allen anderen Bündnissen des Evangeliums zu verbleiben.20

„Die familiären Beziehung und die Einheit der Familie [werden] – sofern sie ordnungsgemäß eingegangen worden sind – im Jenseits in Rechtschaffenheit weiterbestehen.“

Was bedeutet die Ehe für die Mitglieder der Kirche? Sie bedeutet, dass sie in dieser Verordnung die größte, die krönende Segnung empfangen, nämlich ewige Leben. Das sind ja die Worte, die der Herr wählt: „ewige Leben“. Das bedeutet, dass nicht nur Mann und Frau ins ewige Leben eingehen werden, sondern dass auch ihre Kinder, die in diesem Bund geboren sind, durch ihre Glaubenstreue gleichermaßen ein Anrecht auf ewige Leben haben. Und weiter, dass der Ehemann und seine Frau nach der Auferstehung der Toten kein Ende haben werden. Damit meint der Herr, dass sie immerdar Nachkommen haben werden und dass ihr Familienverband niemals ein Ende hat. [Siehe LuB 132:19-24.]21

Damit die Absichten unseres ewigen Vaters erfüllt werden, muss es eine Einheit geben – einen Mann und eine Frau, die die Segnungen empfangen, die den Getreuen verheißen sind und sie zum Gottsein erheben. Der Mann kann die Fülle der Segnungen des Reiches Gottes nicht alleine empfangen, ebenso wenig wie die Frau. Beide gemeinsam können jedoch alle Segnungen und Rechte empfangen, die zur Fülle des Reiches des Vaters gehören.22

4

Jeder Mensch, dessen Herz recht ist, wird Gelegenheit haben, die Segnungen der ewigen Ehe zu empfangen, sei es in diesem Leben oder im nächsten

Im großen Erlösungsplan wurde nichts übersehen. Das Evangelium Jesu Christi ist das Schönste, was es auf der Welt gibt. Es umfasst jede Seele, deren Herz recht ist und die eifrig den Herrn sucht und seine Gesetze und Bündnisse halten will. Wenn daher jemandem aus irgendeinem Grund das Recht, ein Bündnis zu halten, vorenthalten wird, wird der Herr ihn nach der Herzensabsicht richten. Es gibt Tausende Mitglieder der Kirche [ohne Zugang zum Tempel], die geheiratet und Kinder in der Kirche großgezogen haben, die jedoch des Rechts beraubt waren, für Zeit und alle Ewigkeit „gesiegelt“ zu werden. Viele von ihnen sind bereits verstorben, und sie werden ihre Segnungen durch Stellvertreter erhalten. Das Evangelium ist ein Werk, in dem stellvertretend gewirkt wird. Jesus hat für uns alle etwas stellvertretend bewerkstelligt, weil wir es nicht für uns selbst tun konnten. Gleichermaßen gewährt er den lebenden Mitgliedern der Kirche, dass sie als Stellvertreter für Menschen wirken, die gestorben sind, ohne dass sie die Gelegenheit hatten, im eigenen Namen zu handeln.

Außerdem gibt es Tausende junge Männer und junge Frauen, die in die Geisterwelt gegangen sind, ohne dass sich ihnen die Gelgenheit geboten hat, diese Segnungen zu empfangen. Viele haben ihr Leben in einer Schlacht verloren; viele sind schon in ihrer frühen Jugend gestorben; und viele sind als Kind gestorben. Der Herr vergisst keinen einzigen von ihnen. Alle Segnungen, die zur Erhöhung gehören, werden ihnen gegeben, denn dies ist der Lauf der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Das gilt auch für alle diejenigen, die in den Pfählen Zions und im Schatten unserer Tempel wohnen: Wenn diese Segnungen ihnen in diesem Leben vorenthalten bleiben, werden sie ihnen während des Millenniums gegeben.23

Jemandem, der treu bleibt, kann die Erhöhung nicht vorenthalten werden. … Ein unwürdiger Ehemann kann seine glaubenstreue Frau nicht daran hindern, in die Erhöhung einzugehen, und dies gilt auch umgekehrt.24

5

Kinder und Jugendliche bereiten sich auf die ewige Ehe vor, indem sie sich mit dem Ehebund befassen, festen Glauben entwickeln und sich rein und makellos halten

Mögen doch alle Väter und Mütter, die Heilige der Letzten Tage sind, darauf achten, dass sie ihren Kindern einschärfen, wie heilig der Ehebund ist. Sie sollen ihren Kindern klarmachen, dass sie die Segnungen der ewigen Leben nur dann erlangen können, wenn sie die Bündnisse Gottes in Ehren halten. Und unter diesen ist der Bund der ewigen Ehe einer der größten, der uns vorgeschrieben ist.25

Dieses Leben ist kurz, und die Ewigkeit ist lang. Wenn wir uns vergegenwärtigen, dass das Ehebündnis auf ewig Bestand hat, tun wir gut daran, uns gründlich damit zu befassen. … Der rechte Rat für unsere jungen Leute lautet also, dass sie sich wohlüberlegt einen Partner aussuchen, der beständigen Glauben an das Evangelium an den Tag legt. So jemand bleibt wahrscheinlich eher jedem Eid und Bund treu. Wenn der junge Mann und die junge Frau tief im Herzen wirklich von der göttlichen Sendung unseres Herrn überzeugt sind und an das Evangelium glauben, wie es durch den Propheten Joseph Smith offenbart worden ist, spricht alles dafür, dass ihre Verbindung auf ewig bestehen und glücklich sein wird.26

Ich bitte euch, die Jugendlichen Zions überall, dass ihr makellos und rein bleibt, damit ihr ins Haus des Herrn gehen und euch gemeinsam mit dem Partner eurer Wahl all der großen Segnungen erfreuen dürft, die der Herr euch anbietet.27

Eines, … worauf ich die Aufmerksamkeit der jungen Leute lenken möchte, ist dies: Wenn sie heiraten, sind sie nicht zufrieden damit, klein und bescheiden anzufangen; vielmehr möchten sie genauso viel haben, wie ihre Eltern zu dem Zeitpunkt besitzen, da sie, die Kinder, heiraten. … Sie möchten mit allen nur erdenklichen Bequemlichkeiten anfangen, um sich wohlzufühlen. Ich halte das für einen Fehler. Ich denke, sie sollten schön bescheiden anfangen, ihr Vertrauen in den Herrn setzen und eines nach dem anderen – hier ein wenig und dort ein wenig – schaffen, so gut es eben möglich ist. Sie sollen sich nach und nach etwas aufbauen, bis sie den Wohlstand erreichen, den sie sich wünschen.28

6

Wenn Mann und Frau sich treu nach allen Verordnungen und Grundsätzen des Evangeliums richten, wird ihnen die Freude in der Ehe immer süßer

Die Ehe wurde von Gott verordnet. Sie ist, wenn sie in Heiligkeit empfangen und gelebt wird, ein rechtschaffener Grundsatz. Wenn Mann und Frau heutzutage diesen Bund im Geiste der Demut, der Liebe und des Glaubens schlössen, wie es ihnen geboten ist, und wenn sie rechtschaffen auf den Wegen wandelten, die zum ewigen Leben führen, gäbe es keine Scheidung und keine zerrütteten Familien; es gäbe stattdessen eine Freude und ein Glück, die sich nicht in Worte fassen ließen.29

Ich will all den lieben Brüdern und Schwestern, die im Tempel geheiratet haben, deutlich sagen, dass sie die großen Segnungen, die ihnen übertragen wurden, nie aus den Augen verlieren dürfen: Dass der Herr ihnen nämlich aufgrund ihrer Glaubenstreue das Recht gewährt hat, seine Söhne und Töchter zu werden, Miterben Jesus Christi, ja, wie es hier heißt, all dessen, was der Vater hat [hergeleitet aus Römer 8:13-19 und Lehre und Bündnisse 76:54-60].

Und doch gibt es Mitglieder der Kirche, die dies nicht begreifen und – nachdem sie für Zeit und alle Ewigkeit geheiratet haben … und ihnen die Fülle des Reiches des Vaters verheißen worden ist – zulassen, dass etwas in ihr Leben tritt, was Spannungen mit sich bringt und sie voneinander trennt. Und sie vergessen, dass sie miteinander einen Bund für Zeit und alle Ewigkeit geschlossen haben; ja, nicht nur das, sie haben auch mit ihrem Vater im Himmel einen Bund geschlossen.30

Wenn Mann und Frau gemeinsam glaubenstreu nach dem Evangelium leben, werden Freude und Glück in der Ehe „immer inniger“.

Wenn Mann und Frau aufrichtig und getreulich die Grundsätze und Verordnungen des Evangeliums befolgen, kann es für eine Scheidung gar keinen Anlass geben. Die Freude und das Glück, die mit der Ehe einhergehen, werden immer inniger und Mann und Frau fühlen sich im Laufe der Zeit immer mehr miteinander verbunden. Dann liebt nicht nur der Mann seine Frau und die Frau ihren Mann, sondern die Kinder, die sie bekommen, wachsen in einem Umfeld auf, das von Liebe und Harmonie geprägt ist. Die Liebe eines jeden zu allen anderen wird dadurch nicht geschmälert. Außerdem wird bei allen die Liebe zum ewigen Vater und zu seinem Sohn, Jesus Christus, noch fester in der Seele verwurzelt.31

Anregungen für Studium und Unterricht

Fragen

  • Dieses Kapitel beginnt mit Beispielen dafür, dass sowohl Freude als auch Kummer zur Ehe und zum Familienleben gehören können. Wie kann uns die Lehre vom ewigen Bestand der Familie in glücklichen und auch in kummervollen Zeiten stärken?

  • Was macht die celestiale Ehe zur krönenden Verordnung des Tempels? (Siehe Abschnitt 1.)

  • Präsident Smith stellt die Sichtweise des Herrn zur Ehe der Sichtweise der Welt gegenüber (siehe Abschnitt 2). Was daran ist aus Ihrer Sicht bezeichnend? Wie können wir die Ehe und die Familie in der heutigen Zeit schützen und stärken?

  • In Abschnitt 3 zählt Präsident Smith mindestens fünf Segnungen auf, die diejenigen erlangen, die den Ehebund getreulich einhalten. Was verstehen Sie darunter, dem Ehebund treu zu sein?

  • Wie können Eltern ihren Kindern einschärfen, „wie heilig der Ehebund ist“? (Anregungen finden Sie in Abschnitt 5.)

  • In Abschnitt 6 erläutert Präsident Smith, wie die Beziehung in der Ehe „immer inniger“ werden kann. Kennen Sie Beispiele für diesen Grundsatz? Wenn Sie verheiratet sind: Denken Sie darüber nach, wie Sie mehr Freude und Liebe in Ihre Ehe bringen können.

Einschlägige Schriftstellen

1 Korinther 11:11; LuB 42:22; 131:1-4; Mose 3:18-24

Unterrichtshilfe

„Wenn schon vor dem Unterricht einige Fragen an der Tafel stehen, können die Lernenden schon im Voraus über das Thema nachdenken.“ (Lehren, die größte Berufung, Seite 93.)

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    Siehe Joseph Fielding Smith Jr. und John J. Stewart: The Life of Joseph Fielding Smith, 1972, Seite 65–75; Francis M. Gibbons, Joseph Fielding Smith: Gospel Scholar, Prophet of God, 1992, Seite 51–55

  2.   2.

    Aus: The Life of Joseph Fielding Smith, Seite 162

  3.   3.

    Siehe The Life of Joseph Fielding Smith, Seite 214–241

  4.   4.

    Siehe The Life of Joseph Fielding Smith, Seite 249

  5.   5.

    The Life of Joseph Fielding Smith, Seite 12f.

  6.   6.

    Aus: The Life of Joseph Fielding Smith, Seite 268

  7.   7.

    John J. Stewart, in: The Life of Joseph Fielding Smith, Seite 11; zwar haben John J. Stewart und Joseph Fielding Smith Jr. das Buch gemeinsam geschrieben, bei dieser Bemerkung handelt es sich jedoch um eine persönliche Beobachtung von John J. Stewart

  8.   8.

    „I Know That My Redeemer Liveth“, Ensign, Dezember 1971, Seite 27

  9.   9.

    Herbst-Generalkonferenz 1971

  10.   10.

    „The Law of Chastity“, Improvement Era, September 1931, Seite 643; siehe auch Doctrines of Salvation, Hg. Bruce R. McConkie, 3 Bände, 1954–1956, 2:58

  11.   11.

    Aus: „Lay Cornerstone at Provo Temple“, Deseret News, 22. Mai 1971, Seite B2

  12.   12.

    Herbst-Generalkonferenz 1951

  13.   13.

    „The Perfect Marriage Covenant“, Improvement Era, Oktober 1931, Seite 704

  14.   14.

    „President Joseph Fielding Smith Speaks to 14,000 Youth at Long Beach, California“, New Era, Juli 1971, Seite 7f.

  15.   15.

    The Restoration of All Things, 1945, Seite 259

  16.   16.

    „President Joseph Fielding Smith Speaks to 14,000 Youth at Long Beach, California“, Seite 8

  17.   17.

    The Restoration of All Things, Seite 259

  18.   18.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1915

  19.   19.

    Herbst-Generalkonferenz 1951

  20.   20.

    „The Law of Chastity“, Seite 643; siehe auch Doctrines of Salvation, Band 2, Seite 58f.

  21.   21.

    Herbst-Generalkonferenz 1951

  22.   22.

    „Obedience to the Truth“, Relief Society Magazine, Januar 1960, Seite 6

  23.   23.

    Answers to Gospel Questions, Hg. Joseph Fielding Smith Jr., 5 Bände, 1957–1966, 2:37f.

  24.   24.

    Privatkorrespondenz, zitiert in: Doctrines of Salvation, 2:65

  25.   25.

    Herbst-Generalkonferenz 1965

  26.   26.

    „Marriage Ordained of God“, Young Woman’s Journal, Juni 1920, Seite 307f.; siehe auch Doctrines of Salvation, 2:77f.

  27.   27.

    „President Joseph Fielding Smith Speaks to 14,000 Youth at Long Beach, California“, Seite 10

  28.   28.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1958

  29.   29.

    The Restoration of All Things, Seite 259

  30.   30.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1949

  31.   31.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1965