Kapitel 24: Das Werk der Frauen in der Kirche: „Selbstloses Engagement in dieser großen Sache“

Lehren der Präsidenten der Kirche: Joseph Fielding Smith, 2013


Dem Guten, was unsere Schwestern vollbringen können, sind keine Grenzen gesetzt.

Aus dem Leben von Joseph Fielding Smith

Anlässlich der allgemeinen FHV-Versammlung am 2. Oktober 1963 sagte Präsident Joseph Fielding Smith: „Wir als führende Brüder der Kirche ehren und achten unsere lieben Schwestern, die sich so selbstlos in dieser großen Sache engagieren.“1

Mit dieser Erklärung sprach Präsident Smith aus jahrelanger Erfahrung. Sein ganzes Leben lang hatte er seinen Mitmenschen gedient – und das Seite an Seite mit glaubenstreuen Schwestern. Dieser Dienst begann bereits in den späten 80er-Jahren des 19. Jahrhunderts, als er etwa zehn Jahre alt war. Damals legte man den Schwestern nahe, sich im medizinischen Bereich und in der Krankenpflege auszubilden. Seine Mutter Julina L. Smith befolgte diesen Rat und wurde Hebamme. Oft weckte sie ihren Sohn mitten in der Nacht, damit er sie mit Pferd und Wagen zu einer Familie fahre, wo ein Kind zur Welt kommen sollte. Der junge Joseph Fielding Smith diente somit gemeinsam mit seiner Mutter und hatte das Beispiel an Stärke und Mitgefühl, das die Frauen in der Kirche gaben, stets vor Augen.2 Schwester Smith diente später als Ratgeberin in der Präsidentschaft der Frauenhilfsvereinigung.

Präsident Smith achtete die Frauenhilfsvereinigung sehr. Er sagte von ihr, sie sei „ein wesentlicher Teil des Reiches Gottes auf Erden“3. Seine zweite Frau, Ethel, gehörte 21 Jahre lang dem Hauptausschuss der Frauenhilfsvereinigung an. Schwester Amy Brown Lyman, die gemeinsam mit Ethel im Ausschuss arbeitete und später Präsidentin der Frauenhilfsvereinigung wurde, sagte: „Schwester Smith war eine der brillantesten Frauen, die ich je gekannt habe. In meinen Augen war sie die beste Verfasserin und Rednerin [im] Ausschuss.“4 Ethel Smith besuchte in dieser Funktion Pfahlkonferenzen und schulte dort vor Ort die Schwestern. Einige Aufträge in der Kirche konnte sie zusammen mit ihrem Mann erfüllen. Oft standen die beiden nebeneinander am Rednerpult und unterwiesen die Mitglieder.5

Nach Ethels Tod heiratete Präsident Smith Jessie Evans. Wann immer er unterwegs war, um die Heiligen zu unterweisen – Jessie war fast immer an seiner Seite. Sie hatte eine wunderschöne Stimme, und Präsident Smith wollte immer, dass sie in den Versammlungen ein Lied sang. Elder Francis M. Gibbons, ein Sekretär der Ersten Präsidentschaft, erzählt: „Immer wenn Präsident Smith den Vorsitz führte, wollte er, dass sie etwas sang – einfach deswegen, weil er sich an ihrer Stimme nicht satthören konnte. Außerdem trug ihre gut geschulte Altstimme beim Singen der heiligen Lieder der Kirche eine besondere Geistigkeit in die Versammlungen; sie inspirierte die Zuhörer und half Präsident Smith, das Wort ausdrucksstark zu verkündigen. Später stimmte Präsident Smith auf das unermüdliche, aber nicht ganz ernst gemeinte Drängen seiner Frau gelegentlich ein Duett mit ihr an. Sein schöner Bariton passte gut zu ihrer Stimme. Sie saßen dann nebeneinander auf der Klavierbank, und Jessie spielte die Begleitung; dabei mäßigte sie ihre sonst so volle Stimme, um den Gesang ihres Mannes nicht zu übertönen.“6

Als Präsident der Kirche arbeitete Joseph Fielding Smith regelmäßig mit Schwester Belle S. Spafford, der Präsidentin der Frauenhilfsvereinigung, zusammen. Schwester Spafford berichtet über ihre Zusammenarbeit: „Präsident Joseph Fielding Smith war ein zartfühlender Mann, der die Menschen sehr liebte. Er legte immer tiefes Verständnis für das Werk der Frauen in der Kirche an den Tag. Unzählige Male und auf vielerlei Weise zeigte er dies der Präsidentschaft der Frauenhilfsvereinigung und erweiterte oftmals unseren Blickwinkel und leitete unsere Wege.“7

Lehren von Joseph Fielding Smith

1

In den heiligen Schriften lesen wir von gläubigen Frauen, die in der Kirche des Herrn Verantwortung getragen haben

In der Köstlichen Perle steht, dass Eva nach den Folgen, die der Fall über Adam und sie gebracht hat, die diesbezügliche Lehre darlegt. Die Stelle ist nur kurz, aber sehr aussagekräftig. Dort heißt es:

„Wenn wir nicht übertreten hätten, so hätten wir nie Nachkommen gehabt und hätten nie Gut und Böse erkannt, auch nicht die Freude unserer Erlösung und das ewige Leben, das Gott allen gibt, die gehorsam sind.“ [Mose 5:11.]

„Und Adam und Eva priesen den Namen Gottes und sietaten alles ihren Söhnen und Töchtern kund.“ [Mose 5:12; Hervorhebung hinzugefügt.]

Hier steht, dass sowohl Eva als auch Adam Offenbarung und auch das Gebot bekamen, ihre Kinder in den Wegen des ewigen Lebens zu unterweisen.8

Schon damals in der [Frühgeschichte] Israels waren die Frauen eifrig tätig und hatten Aufgaben zu erfüllen. [Siehe Exodus 15:20; Richter 4 und 5.]9

Im Neuen Testament lesen wir von vielen gläubigen Frauen, die um Rat fragten und anderen Rat erteilten. Viele von ihnen folgten dem Herrn nach und dienten ihm. [Siehe Lukas 8:1-3; 10:38-42.]10

In den Letzten Tagen spielen die Frauen seit jeher eine wesentliche Rolle im Werk des Herrn.

2

Heute spielen die Schwestern der Frauenhilfsvereinigung eine wichtige Rolle in der wiederhergestellten Kirche Jesu Christi

Am 17. Mai 1842 kam der Prophet Joseph Smith mit etlichen Schwestern aus der Kirche in Nauvoo zusammen und bildete mit ihnen eine Vereinigung, die den Namen „Frauenhilfsvereinigung von Nauvoo“ bekam. … Diese Organisation wurde durch Offenbarung gegründet, daran besteht kein Zweifel. Diese Tatsache hat sich in all den Jahren immer wieder erwiesen, und heute bestätigen sich ihr Wert und ihre Notwendigkeit mehr denn je.11

Die Kirche Jesu Christi wäre mit Sicherheit nicht vollständig organisiert, wäre nicht diese wunderbare Organisation ins Leben gerufen worden. … Die Wiederherstellung wäre ohne die Frauenhilfsvereinigung nicht vollständig, in der die Schwestern einen von Gott festgelegten Dienst verrichten können, der für das Wohlergehen der Kirche so wesentlich ist.12

Die Frauenhilfsvereinigung von Nauvoo wurde vom Propheten Joseph Smith mit Unterstützung von Elder John Taylor gegründet. Der Herr hatte offenbart, die Frauen der Kirche sollen in einer Vereinigung organisiert werden, denn sie haben ein wichtiges Werk zu verrichten, und zwar sollen sie dazu beitragen, „die Sache Zions hervorzubringen und zu festigen“ [LuB 6:6]. Das Wirken der Schwestern diente in erster Linie zum Nutzen, zur Ermutigung und zur Förderung der Frauen in der Kirche, damit sie in allem auf einen Platz im celestialen Reich vorbereitet seien. Sie erhielten auch den Auftrag, Barmherzigkeit zu erweisen und den Armen, Kranken und Bedrückten in der Kirche Hilfe in der Not und Linderung ihres Leids zu bringen. In all den Jahren seit der Gründung sind die Schwestern in dieser Vereinigung ihrer Berufung treu geblieben und haben, was ihre Gewissenhaftigkeit in diesem Werk angeht, an Größe zugenommen. Kein Auftrag, der ihnen übertragen wurde, war zu schwer, keine Aufgabe wurde vernachlässigt, und Tausende wurden durch ihren Dienst gesegnet.13

Die Frauenhilfsvereinigung … ist eine Macht in der Kirche geworden. Sie ist absolut notwendig – wir sprechen zwar von einer Hilfsorganisation, aber die Frauenhilfsvereinigung ist weitaus mehr. Sie wird dringend gebraucht.14

Ich möchte die Schwestern in dieser großartigen Organisation für die Rechtschaffenheit und Glaubenstreue loben, die sie seit Nauvoo beständig an den Tag legen.15

Der Herr freut sich über Ihre Mühen. Durch Ihren Dienst haben Sie dazu beigetragen, das Reich Gottes zu errichten und zu festigen. Ich kann sagen, die Arbeit der Frauenhilfsvereinigung ist in der Kirche genauso wichtig wie die Arbeit der Priestertumskollegien. Vielleicht meint so mancher, dass ich das überbewerte, aber ich bin wirklich der Meinung, dass die Arbeit, die Sie, liebe Schwestern, tun, für die Errichtung dieses Reiches genauso wichtig und notwendig ist wie die der Brüder, die das Priestertum Gottes tragen – dass Sie genauso dieses Werk festigen, verbreiten und eine Grundlage legen, auf die wir alle bauen können. Ohne Sie kommen wir nicht voran.16

[Die Schwestern der Frauenhilfsvereinigung] gehören zur größten Frauenorganisation der Welt, zu einer Organisation, die ein wesentlicher Bestandteil des Reiches Gottes auf Erden ist und die so ausgelegt ist und dergestalt funktioniert, dass sie ihren treuen Mitgliedern hilft, ewiges Leben im Reich unseres Vaters zu erlangen. …

Die Frauenhilfsvereinigung ist durch den Geist der Inspiration gegründet worden und wird [seither] durch Inspiration geführt. Sie hat zahllosen guten Schwestern das Verlangen nach Rechtschaffenheit ins Herz gepflanzt – nach dem, was dem Herrn gefällt.17

Die Frauenhilfsvereinigung ist die „[größte] Frauenorganisation der Welt, … [eine] Organisation, die ein wesentlicher Bestandteil des Reiches Gottes auf Erden ist“.

3

Die Schwestern der Frauenhilfsvereinigung helfen mit, sich um das zeitliche und geistige Wohlergehen der Kinder Gottes zu kümmern.

In seiner Weisheit hat der Herr die Schwestern dazu aufgerufen, Seite an Seite mit dem Priestertum zu arbeiten. Wegen ihres Mitgefühls, ihrer Sanftmut und ihrer Güte blickt der Herr auf [die Frauen] und überträgt ihnen die Pflicht und die Aufgabe, sich der Bedürftigen und Bedrängten anzunehmen. Er lässt sie wissen, wie sie dabei vorgehen sollen, und hat ihnen diese wunderbare Vereinigung gegeben, in der sie die Vollmacht haben, auf Weisung des Bischofs der Gemeinde und einmütig mit ihm zu dienen und sich um das geistige und zeitliche Wohl unserer Mitglieder zu bemühen.

Der Herr kann unsere Schwestern damit beauftragen, die Familien zu besuchen und die Bedürftigen zu trösten, den Bedrückten zu helfen und ihnen beizustehen, sich mit ihnen niederzuknien und mit ihnen zu beten. Und der Herr erhört die Gebete der Schwestern, wenn sie aufrichtig für die Kranken beten, ganz genauso, wie er die Gebete der Ältesten der Kirche erhört.18

Die Frauenhilfsvereinigung hat viele Aufgaben und Pflichten. … Mein Vater, Präsident Joseph F. Smith, [hat gesagt]: „Diese Vereinigung wurde vom Propheten Joseph Smith gegründet. Sie ist somit die älteste Hilfsorganisation der Kirche – und sie ist von allergrößter Wichtigkeit. Sie soll sich nicht nur der Armen, Kranken und Bedürftigen annehmen, sondern zu ihren Aufgaben gehört auch – und das ist weitaus wichtiger –, sich um das geistige Wohlergehen und die geistige Errettung der Mütter und Töchter in Zion zu kümmern; sie soll darauf achten, dass niemand vernachlässigt wird, sondern dass alle vor Schicksalsschlägen und Elend, vor den Mächten der Finsternis und vor dem Bösen, das sie in der Welt bedroht, bewahrt werden. Es ist die Pflicht der Schwestern in den Frauenhilfsvereinigungen, sich um das eigene geistige Wohlergehen und das aller weiblichen Mitglieder der Kirche zu kümmern.19

Es ist die Pflicht der Frauenhilfsvereinigung, nicht nur auf diejenigen achtzugeben, die der Frauenhilfsvereinigung angehören, sondern ihre Bemühungen über diese Grenzen hinweg auszudehnen. Gibt es irgendwo jemanden, der in Not ist, der Hilfe braucht, in Schwierigkeiten steckt, krank oder bedrängt ist, so greifen wir auf die Frauenhilfsvereinigung zurück. … Die Schwestern können ein großartiges, ein wunderbares Werk vollbringen – sie können die Abgeirrten ermutigen, ihnen beistehen, sie zur Kirche zurückbringen, ihnen helfen, ihre Schwächen oder Sünden oder Unvollkommenheiten zu überwinden und sie zum Verständnis der Wahrheit bringen. Ich meine, dem Guten, was unsere Schwestern vollbringen können, sind keine Grenzen gesetzt. …

Ich weiß wirklich nicht, was unsere Pfahlpräsidenten und die Bischöfe in den Gemeinden täten, wenn da nicht die lieben Schwestern der Frauenhilfsvereinigung wären, auf die immer Verlass ist und die sie oftmals auch dann um Hilfe bitten können, wenn es sich um einen – zumindest für die Brüder – heiklen Fall handelt, dessen sich die Schwestern aber bestens annehmen können. Es wäre ja herrlich, wenn alle Mitglieder der Kirche vollkommen wären. Wäre dies der Fall, trügen wir alle weniger Verantwortung – und zwar die Männer ebenso wie die Frauen –, aber so weit sind wir noch nicht. Unter unseren Mitgliedern gibt es Schwestern, die ermutigt werden müssen und die in geistiger und zeitlicher Hinsicht Unterstützung brauchen. Niemand vermag das besser als unsere Schwestern, die dieser großen, wundervollen Vereinigung angehören.

In diesem Werk können die Schwestern ermutigend und hilfreich eingreifen, indem sie den Abgeirrten, den Gleichgültigen und den Gedankenlosen helfen, und zwar so, wie auch die Priestertumsträger aufgefordert sind, den Abgeirrten, Gleichgültigen und Gedankenlosen unter den Brüdern zu helfen. Wir alle müssen bestrebt sein, Rechtschaffenheit zustande zu bringen, und daran arbeiten, diejenigen wieder zurück zur Kirche zu bringen, die abgeirrt sind und ihre Pflichten in der Kirche vernachlässigt haben.20

Wir haben miterleben können, wie diese Vereinigung von [ihren] bescheidenen Anfängen an, als es unter den damaligen schwierigen Bedingungen nur wenige Mitglieder gab, gewachsen ist. … Das Gute, was bewirkt wurde, weil für die Armen, die Kranken und Bedrängten und alle, die in körperlicher, seelischer oder geistiger Hinsicht bedürftig waren, gesorgt wurde, wird wohl niemals zur Gänze bekannt werden. … All dies wurde im Geist der Liebe und im Einklang mit dem wahren Geist des Evangeliums Jesu Christi bewirkt.21

4

Der Herr erwartet von den Frauen, dass sie sich um Licht und Wahrheit bemühen, damit sie ein Anrecht auf die celestiale Herrlichkeit haben

Das Evangelium bedeutet unseren Schwestern genauso viel wie den Brüdern. Sie sind darin genauso involviert wie die Brüder. Als der Herr dem Propheten Joseph Smith gesagt hat: „Forscht in diesen Geboten, denn sie sind wahr und treu, und die Prophezeiungen und Verheißungen, die darin sind, werden sich alle erfüllen“ [LuB 1:37], so hat er dieses Gebot nicht auf die männlichen Mitglieder beschränkt. … Für die Schwestern ist es genauso wichtig wie für die Männer, den Erlösungsplan zu verstehen. Für sie ist es ebenso unerlässlich, dass sie die Gebote halten. Keine Frau wird ohne Taufe zur Sündenvergebung und ohne das Händeauflegen zur Gabe des Heiligen Geistes im Reich Gottes errettet. …

Wenn der Herr gesagt hat, niemand könne in Unwissenheit errettet werden [siehe LuB 131:6], so hat er meiner Meinung nach die Frauen ebenso gemeint wie die Männer, und ich denke, die Frauen der Kirche unterstehen der Verpflichtung, sich eingehend mit den heiligen Schriften zu befassen.22

Der Herr fordert von den Frauen genauso wie von den Männern in der Kirche, dass sie seinen göttlichen Willen in Erfahrung bringen und ein festes Zeugnis von der offenbarten Wahrheit in Bezug auf die Errettung im Gottesreich im Herzen tragen. Der Herr hat das Buch Mormon nicht nur zum Nutzen derer, die das Priestertum tragen, offenbart, sondern für jede Seele, die auf die Wahrheit aus ist – für Männer und Frauen also gleichermaßen.23

„Der Herr fordert von den Frauen … in der Kirche, dass sie seinen göttlichen Willen in Erfahrung bringen und ein festes Zeugnis … im Herzen tragen.“

Der Herr erwartet von den Schwestern ebenso, dass sie sich ein Zeugnis von der Wahrheit zu eigen machen und dadurch in der Lage sind, die Lehren der Kirche zu verstehen, wie er dies von den Priestertumsträgern erwartet. Wenn wir Erhöhung erlangen wollen – und darauf hoffen wir ja –, müssen wir uns durch Erkenntnis, Glauben und Gebet dafür bereitmachen. Und als der Herr sagte: „Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen“ [Matthäus 6:33; 3 Nephi 13:33], sprach er nicht allein zu einer Gruppe von Männern, sondern zu allen – den Männern und den Frauen, die dort zusammengekommen waren.24

Jeder Frau, die sich durch die Taufe der Kirche anschließt, werden von den Ältesten die Hände aufgelegt und ihr wird die Gabe des Heiligen Geistes übertragen, damit sie von diesem Geist hinfort in alle Wahrheit geführt werde. Es entspricht dem Willen des Herrn, dass niemand ohne Führung von Gott sei, damit ihm nämlich die Wahrheit offenbart und er in die Lage versetzt werde, Licht von Finsternis zu unterscheiden, und damit er gestärkt und befähigt werde, allen falschen Lehren, Theorien und Meinungen zu widerstehen, die heute in der Welt gang und gäbe sind.25

Unsere Schwestern haben in ihrem Bereich einen ebenso großen Anspruch auf Führung durch den Heiligen Geist wie die Männer, ja, kein bisschen weniger. Sie haben bei allem, was sie wissen müssen, Anspruch auf die Gabe der Prophezeiung. … Wenn sie beten, sollen sie ernsthaft beten und eine Antwort auf ihr Gebet erwarten. Der Herr wird sie erhören, wenn sie ernsthaft und treu sind – genau, wie er die Brüder erhört.26

Der Herr hat allen – Männern und Frauen gleichermaßen – die Gabe des Heiligen Geistes unter der Bedingung verheißen, dass sie treu und demütig sind und wahrhaft umkehren. Sie müssen sich eingehend mit den Wahrheiten des Evangeliums befassen, sie kennenlernen und sich durch Studium, Glauben und Gehorsam gegenüber sämtlichen Geboten dafür bereit machen, nach Licht und Wahrheit zu streben, damit sie ein Anrecht auf die celestiale Herrlichkeit haben.27

5

Gott bietet seinen Töchtern durch das Priestertum alle Geistesgaben und alle Segnungen an, die auch seine Söhne erlangen können

Ich glaube, wir wissen alle, dass sich die Segnungen des Priestertums nicht allein auf die Männer erstrecken. Diese Segnungen werden auch über alle … treuen Frauen in der Kirche ausgegossen. Diese guten Schwestern können sich auf die Segnungen, die man im Haus des Herrn erlangt, vorbereiten, indem sie die Gebote halten und in der Kirche dienen. Der Herr bietet seinen Töchtern jede Geistesgabe und Segnung an, die seine Söhne erlangen können, denn im Herrn gibt es weder die Frau ohne den Mann noch den Mann ohne die Frau [vgl. 1 Korinther 11:11].“28

Uns allen ist bekannt, dass der Herr zu Abraham gesagt hat, er werde Stammvater vieler Völker werden und seine Nachkommen würden zahlreich sein wie die Sterne am Himmel und wie der Sand am Meer. Wir dürfen aber nicht außer Acht lassen, dass Sara dieselben Verheißungen erhalten hat.

„Weiter sprach Gott zu Abraham: Deine Frau Sarai sollst du nicht mehr Sarai nennen, sondern Sara … soll sie heißen. Ich will sie segnen und dir auch von ihr einen Sohn geben. Ich segne sie, sodass Völker aus ihr hervorgehen: Könige über Völker sollen ihr entstammen.“ [Genesis 17:15,16.]29

Der Herr hatte Folgendes zu sagen, als er vom Priestertum, der Macht des Priestertums und den heiligen Handlungen, die wir durch das Priestertum empfangen, sprach: „Und dieses größere Priestertum vollzieht das Evangelium und hat den Schlüssel der Geheimnisse des Reiches inne, nämlich den Schlüssel der Gotteserkenntnis.“ …

Ich möchte dies noch einmal vorlesen: „Und dieses größere Priestertum vollzieht das Evangelium und hat den Schlüssel der Geheimnisse des Reiches inne, nämlich den Schlüssel der Gotteserkenntnis. Darum wird in seinen Verordnungen die Macht des Göttlichen kundgetan. Und ohne seine Verordnungen und die Vollmacht des Priestertums wird die Macht des Göttlichen den Menschen im Fleische nicht kundgetan; denn ohne dies kann kein Mensch das Angesicht Gottes, nämlich des Vaters, sehen und leben.“ [LuB 84:19-22.]

Wenn wir etwas Derartiges lesen, müsste sich doch jeder Mann unter uns, der das Priestertum trägt, freuen, wenn er bedenkt, dass wir diese großartige Vollmacht haben, durch die wir Gott erkennen können. Nicht nur den Männern, die das Priestertum tragen, ist diese großartige Wahrheit bekannt, sondern wegen dieses Priestertums und seiner Verordnungen können alle Mitglieder der Kirche, Männer wie Frauen, Gott erkennen.30

Anregungen für Studium und Unterricht

Fragen

  • Was können wir aus den Erfahrungen lernen, die im Abschnitt „Aus dem Leben von Joseph Fielding Smith“ beschrieben werden? Haben Sie schon etwas Ähnliches erlebt?

  • Präsident Smith spricht von Frauen aus verschiedenen Zeitaltern, die im Reich Gottes wichtige Aufgaben übernommen haben (siehe Abschnitt 1). Inwieweit haben Sie bereits erlebt, wie Frauen zur Stärkung ihrer Familie und der Kirche beigetragen haben?

  • Inwiefern haben Sie bereits miterlebt, dass der Dienst, den die Frauenhilfsvereinigung leistet, „für das Wohlergehen der Kirche so wesentlich ist“? (Siehe Abschnitt 2.) Wie arbeiten die Schwestern mit den Priestertumsträgern zusammen, um das Reich Gottes aufzubauen?

  • Inwiefern kümmert sich die Frauenhilfsvereinigung um das geistige Wohlergehen der Frauen in der Kirche? Wie üben die Schwestern in der Frauenhilfsvereinigung ihren Einfluss auch außerhalb dieser Organisation aus? (Beispiele finden Sie in Abschnitt 3.)

  • Präsident Smith hat betont, dass alle Frauen und Männer die Lehren des Evangeliums verstehen, ihr Zeugnis stärken und Offenbarung empfangen müssen (siehe Abschnitt 4). Warum ist es für uns alle wohl wichtig, nach diesen Gaben zu streben?

  • Präsident Smith hat deutlich gemacht, dass die Segnungen des Priestertums „über alle … treuen Frauen in der Kirche ausgegossen“ werden (Abschnitt 5). Warum brauchen die Frauen die Segnungen des Priestertums, um ihre Aufgaben in der Familie und in der Kirche erfüllen zu können? Welche Beispiele kennen Sie dafür, wie Frauen geistige Gaben empfangen haben?

Einschlägige Schriftstellen

Apostelgeschichte 5:12-14; Alma 32:22,23; LuB 46:8,9

Unterrichtshilfe

„Oft ist es gut, sich bereits über den nächsten Unterricht Gedanken zu machen, sobald man den vorangegangenen Unterricht gehalten hat. Wahrscheinlich sind Sie sich Ihrer Schüler und deren Bedürfnisse und Interessen dann am meisten bewusst, wenn Sie soeben mit ihnen zusammengewesen sind.“ (Lehren, die größte Berufung, Seite 97.)

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    „Purpose of the Relief Society“, Relief Society Magazine, Januar 1964, Seite 5

  2.   2.

    Weiteres darüber, wie Joseph Fielding Smith seiner Mutter bei ihrer Arbeit als Hebamme geholfen hat, finden Sie im 24. Kapitel dieses Buches

  3.   3.

    „Mothers in Israel“, Relief Society Magazine, Dezember 1970, Seite 883

  4.   4.

    Amy Brown Lyman, in: The Life of Joseph Fielding Smith von Joseph Fielding Smith und John J. Stewart, 1972, Seite 243

  5.   5.

    Siehe Francis M. Gibbons, Joseph Fielding Smith: Gospel Scholar, Prophet of God, 1992, Seite 261

  6.   6.

    Francis M. Gibbons, Joseph Fielding Smith: Gospel Scholar, Prophet of God, Seite 281

  7.   7.

    Belle S. Spafford, Latter-day Prophet-Presidents I Have Known, Ansprache am 29. Mai 1973 an der Brigham-Young-Universität, Seite 4

  8.   8.

    Answers to Gospel Questions, Hg. Joseph Fielding Smith Jr., 5 Bände, 1957–1966, 3:66

  9.   9.

    „The Relief Society Organized by Revelation“, The Relief Society Magazine, Januar 1965, Seite 5

  10.   10.

    Answers to Gospel Questions, 3:67

  11.   11.

    „Purpose of the Relief Society“, Seite 4

  12.   12.

    „The Relief Society Organized by Revelation“, Seite 6

  13.   13.

    „Relief Society Responsibilities“, Relief Society Magazine, Oktober 1954, Seite 644

  14.   14.

    „Relief Society – an Aid to the Priesthood“, Relief Society Magazine, Januar 1959, Seite 4

  15.   15.

    „Relief Society Responsibilities“, Relief Society Magazine, Oktober 1954, Seite 646

  16.   16.

    „Relief Society – an Aid to the Priesthood“, Seite 6

  17.   17.

    „Mothers in Israel“, Seite 883

  18.   18.

    „Relief Society – an Aid to the Priesthood“, Seite 5

  19.   19.

    „Teaching the Gospel“, Relief Society Magazine, Januar 1966, Seite 5; siehe auch Joseph F. Smith, Frühjahrs-Generalkonferenz 1906

  20.   20.

    „Relief Society Responsibilities“, Relief Society Magazine, März 1954, Seite 151f.

  21.   21.

    „Purpose of the Relief Society“, Seite 5

  22.   22.

    „Obedience to the Truth“, Relief Society Magazine, Januar 1960, Seite 6f.

  23.   23.

    „Relief Society Responsibilities“, Relief Society Magazine, Oktober 1954, Seite 644

  24.   24.

    „Relief Society Responsibilities“, Relief Society Magazine, März 1954, Seite 152

  25.   25.

    „Relief Society Responsibilities“, Relief Society Magazine, Oktober 1954, Seite 644

  26.   26.

    „Obedience to the Truth“, Seite 7

  27.   27.

    Answers to Gospel Questions, 3:68f.

  28.   28.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1970

  29.   29.

    „Mothers in Israel“, Seite 885

  30.   30.

    „And the Truth Shall Make You Free“, Deseret News, 30. März 1940, Kirchenteil, Seite 4; siehe auch Doctrines of Salvation, Hg. Bruce R. McConkie, 3 Bände, 1954–1956, 3:142f.