Kapitel 26: Sich auf das Kommen des Herrn vorbereiten

Lehren der Präsidenten der Kirche: Joseph Fielding Smith, 2013


„Bereitet den Weg des Herrn, und macht seine Pfade gerade, denn die Stunde seines Kommens ist nah.“ (LuB 133:17.)

Aus dem Leben von Joseph Fielding Smith

Präsident Joseph Fielding Smith teilte einer Gruppe von Mitgliedern der Kirche einmal mit, dass er „um das Ende der Welt bete“. Er sagte: „Ich wünschte, es würde morgen eintreten.“ Darauf äußerte sich eine Frau laut genug, dass andere sie hören konnten. Sie sagte: „O, ich hoffe nicht.“

Als er dieses Erlebnis später einmal erzählte, erläuterte Präsident Smith:

„Möchten Sie nicht, dass das Ende der Welt kommt?“

Die meisten Menschen haben eine falsche Vorstellung davon, was mit dem Ende der Welt gemeint ist. …

Wenn Christus kommt, bedeutet dies das Ende für die Welt. … Es wird dann keinen Krieg, keine Unruhe, keinen Neid, keine Lügen oder sonstige Schlechtigkeit geben. Die Menschen lernen dann, den Herrn zu lieben und seine Gebote zu halten, und wenn sie das nicht tun, bleiben sie nicht hier. Das ist das Ende der Welt, und darum hat der Heiland gebetet, als seine Jünger zu ihm kamen und ihn baten: ‚Lehre uns beten.‘ Wie reagierte er darauf? Er erwiderte ihnen: ‚Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde.‘ [Matthäus 6:9,10.]

Genau darum bete ich. Der Herr betete um das Ende der Welt, und ich tue es auch.“1

In seinen Predigten und Artikeln zitierte Präsident Smith oft Prophezeiungen aus den heiligen Schriften über die Letzten Tage und über Joseph Smith, der dem Herrn den Weg bereiten sollte, und darüber, dass der Erretter in Herrlichkeit auf die Erde kommen werde. Im Weihungsgebet für den Ogden-Utah-Tempel verlieh er seinen tiefsten Empfindungen über diese Prophezeiungen Ausdruck:

„Unser Gott, wie du weißt, leben wir in den Letzten Tagen, da die Zeichen der Zeit zu erkennen sind, da du dein Werk beschleunigst und da wir bereits die Stimme dessen gehört haben, der in der Wüste ruft: ‚Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen!‘ [Matthäus 3:3.] …

O, unser Vater, wir sehnen uns nach dem Tag, da der Fürst des Friedens kommt, da die Erde ruht und Rechtschaffenheit wieder überall auf ihr zu finden ist; und wir beten mit demütigem und reuigem Herzen darum, dass wir den Tag ertragen und für würdig befunden werden mögen, bei dem zu leben, den du dazu bestimmt hast, König der Könige und Herr der Herren zu sein, dem jetzt und in Ewigkeit Herrlichkeit, Ehre, Macht und Kraft sei.“2

„Wir sehnen uns nach dem Tag, da der Fürst des Friedens kommt.“

Lehren von Joseph Fielding Smith

1

Das Kommen des Herrn steht bald bevor

Wir nähern uns schnell dem großen Tag des Herrn, der Zeit der „Erfrischung“, wenn er in des Himmels Wolken kommt, um an den Gottlosen Vergeltung zu üben und die Erde auf eine friedliche Herrschaft für all diejenigen vorzubereiten, die bereit sind, sein Gesetz zu befolgen [siehe Apostelgeschichte 3:19,20].3

Es hat sich vieles ereignet, … was treue Mitglieder der Kirche davon überzeugt, dass das Kommen des Herrn bevorsteht. Das Evangelium ist wiederhergestellt worden. Die Kirche ist vollständig eingerichtet worden. Das Priestertum ist den Menschen übertragen worden. Die verschiedenen Evangeliumszeiten von Anfang an sind offenbart worden und ihre Schlüssel und Vollmachten sind der Kirche übergeben worden. Israel sammelt sich im Land Zion. Die Juden kehren nach Jerusalem zurück. Das Evangelium wird in aller Welt zum Zeugnis für die Völker verkündigt. Es werden Tempel gebaut, in denen heilige Handlungen für die Verstorbenen und die Lebenden vollzogen werden. Das Herz der Kinder wendet sich ihren Vätern zu, und die Kinder suchen nach ihren Verstorbenen. Die Bündnisse, von denen der Herr verheißen hat, dass er sie in den Letzten Tagen mit Israel schließen werde, sind offenbart worden, und Tausende des gesammelten Israels sind sie eingegangen. Dementsprechend kommt das Werk des Herrn weiter voran, und all dies ist ein Zeichen für das bevorstehende Kommen des Herrn. …

Die Worte der Propheten erfüllen sich schnell, aber es geschieht auf solch natürliche Weise, dass die meisten von uns es nicht erkennen.

Joël hat verheißen, dass der Herr seinen Geist über alles Fleisch ausgießen werde, dass Söhne und Töchter Propheten werden und dass alte Männer Träume und junge Männer Visionen haben werden [siehe Joël 3:1,2]. …

Zu den Zeichen der Letzten Tage gehört auch zunehmendes Wissen. Daniel wurde geboten, „diese Worte geheim [zu halten] und das Buch [seiner Prophezeiung] bis zur Zeit des Endes [zu versiegeln]. [Und an dem Tag werden] viele … hin- und herrennen“, sagte er, „und die Erkenntnis wird zunehmen“ [siehe King-James-Übersetzung, Daniel 12:4]. Rennen die Menschen heute nicht „hin und her“ wie noch nie zuvor in der Weltgeschichte? …

Haben Wissen und Erkenntnis nicht zugenommen? Hat es jemals eine Zeit gegeben, in der so viel Wissen über die Menschen ausgegossen wurde? Aber leider erweisen sich die Worte des Paulus als wahr, dass die Menschen „immer lernen … und doch nie zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen können“ [2 Timotheus 3:7]. …

Hat es nicht schon unzählige Kriegsgerüchte gegeben? [Siehe LuB 45:26.] Haben wir nicht Kriege erlebt, wie die Welt sie noch nie gesehen hat? Gibt es heute nicht viel Aufruhr unter den Nationen, und sind nicht ihre Herrscher beunruhigt? Ist es nicht so, dass Königreiche gestürzt worden sind und dass es unter den Nationen große Veränderungen gegeben hat? Die ganze Erde ist in Aufruhr. Jeden Tag wird von Erdbeben an verschiedenen Orten berichtet [siehe LuB 45:33]. …

Dennoch geht die alte Welt ihren gewohnten Weg und achtet kaum auf all das, was der Herr gesagt hat, und auf die Zeichen und Hinweise, die gegeben worden sind. Die Menschen verhärten ihr Herz und sagen, „Christus verzögere sein Kommen“ (LuB 45:26).4

Vor kurzem hat mich jemand gefragt, ob ich sagen könne, wann der Herr wiederkommt. Ich habe es damals bejaht, und ich bejahe es auch jetzt. Ich weiß, wann er kommt: Er kommt morgen. Er hat es uns selbst gesagt. Lassen Sie es mich vorlesen:

„Siehe, jetzt, bis des Menschen Sohn kommt, sagt man ‚heute‘; und wahrlich, es ist ein Tag des Opferns und ein Tag, dass mein Volk gezehntet werde; denn wer gezehntet ist, braucht bei seinem Kommen nicht verbrannt werden.“

Mehr braucht man zum Thema Zehnten nicht hinzufügen.

„Denn nach dem ‚Heute‘ kommt das Brennen – dies ist nach der Weise des Herrn geredet –, denn wahrlich, ich sage: Morgen werden alle Stolzen und jene, die Schlechtes tun, wie Stoppeln sein; und ich werde sie verbrennen, denn ich bin der Herr der Heerscharen; und ich werde keinen schonen, der in Babylon verbleibt.“ [LuB 64:23,24.]

Somit kommt der Herr morgen. Mögen wir bereit sein.5

„Wir nähern uns schnell dem großen Tag des Herrn, der Zeit der ‚Erfrischung‘, wenn er in den Wolken des Himmels kommt.“

2

Wenn Christus kommt, findet ein Gericht statt

Das Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen, das der Herr erzählt hat, bezieht sich auf die Letzten Tage. In dem Gleichnis heißt es, dass ein Sämann guten Samen auf seinem Acker pflanzte, aber während er schlief, kam der Feind und säte Unkraut im Acker aus. Als sich die ersten Halme zeigten, wollten die Knechte hingehen und das Unkraut ausreißen, aber der Herr gebot ihnen, den Weizen und das Unkraut bis zur Ernte wachsen zu lassen, damit sie zusammen mit dem Unkraut nicht auch den zarten Weizen ausrissen. Zur Zeit der Ernte sollten sie dann den Weizen sammeln und das Unkraut in Bündel binden und verbrennen. Der Herr erklärte seinen Jüngern dieses Gleichnis wie folgt: „Die Ernte ist das Ende der Welt; die Arbeiter bei dieser Ernte sind die Engel“ [siehe Matthäus 13:24-30,36-43; LuB 86].6

Das Unkraut und der Weizen wachsen gemeinsam und sind all diese Jahre im gleichen Acker miteinander gewachsen, aber der Tag, da der Weizen gesammelt wird und auch das Unkraut gesammelt, um verbrannt zu werden, kommt bald, und dann werden die Rechtschaffenen von den Schlechten getrennt, und jeder von uns muss die Gebote des Herrn halten, und – sofern er im Herzen umkehren muss – von seinen Sünden lassen und rechtschaffen werden.7

Wir müssen die Mitglieder der Kirche im Glauben an Gott aufbauen und stärken; der Himmel weiß, dass wir das nötig haben. Es gibt so viele Einflüsse, die uns voneinander trennen wollen, selbst unter den Mitgliedern der Kirche, und irgendwann in naher Zukunft kommt der Tag, da der Weizen vom Unkraut getrennt wird, und wir sind entweder Weizen oder Unkraut. Wir stehen entweder auf der einen oder auf der anderen Seite.8

Der Tag wird kommen, da wir diese Welt nicht mehr haben werden. Sie wird verwandelt werden. Wir werden eine bessere Welt haben. Sie wird rechtschaffen sein, weil Christus die Erde bei seinem Kommen reinigen wird.

Lesen Sie vor, was in unseren heiligen Schriften steht. Lesen Sie, was er selbst gesagt hat. Wenn er kommt, reinigt er die Erde von all ihrer Schlechtigkeit. Von der Kirche hat er gesagt, dass er seine Engel aussenden werde, und diese würden aus seinem Reich, nämlich der Kirche, alles zusammenholen, was andere verführt [siehe Matthäus 13:41].9

[Der] große und schreckliche Tag kann sich auf keine andere Zeit beziehen als auf das Kommen Jesu Christi, der sein Reich mit Macht unter den Rechtschaffenen auf der Erde aufrichten und die Erde von aller Schlechtigkeit reinigen wird. Für die Rechtschaffenen wird es kein Tag der Furcht sein, der ihr Herz mit Schrecken erfüllt, aber für die Gottlosen wird es ein großer Tag der Angst und des Schreckens sein. Das erfahren wir aus den Worten unseres Erretters, der seine Jünger dahingehend belehrt hat [siehe Matthäus 24; Joseph Smith – Matthäus 1].10

Wenn Christus kommt, findet ein Gericht statt. Wir erfahren, dass die Bücher aufgeschlagen werden, dass die Toten nach dem, was in den Büchern geschrieben steht, gerichtet werden, und dass dazu auch das Buch des Lebens gehört [siehe Offenbarung 20:12]. Wir werden seine Seiten sehen. Wir werden uns so sehen, wie wir sind, und wir werden mit dem richtigen Verständnis einsehen, dass die Richtersprüche, die uns zugemessen werden, gerecht und wahr sind, ob wir nämlich in das Reich Gottes kommen, … um die herrlichen Segnungen zu erlangen, oder ob wir verbannt werden.11

Ich flehe die Heiligen der Letzten Tage an, ihre Pflicht standhaft und treu zu erfüllen, die Gebote des Herrn zu halten und das Priestertum zu ehren, damit wir, wenn der Herr kommt, an seiner Herrlichkeit teilhaben mögen – seien wir am Leben oder tot.12

3

Um uns auf das Kommen des Herrn vorzubereiten, müssen wir wachen und beten und unser Haus in Ordnung bringen

Es gibt heute viele Ereignisse in der Welt, die darauf schließen lassen, dass der große Tag des Herrn, an dem der Erretter wieder erscheint, um sein Reich in Vorbereitung auf seine tausendjährige Herrschaft in Rechtschaffenheit aufzurichten, bevorsteht. In der Zwischenzeit ist es die Pflicht der Mitglieder der Kirche, nach Wissen zu trachten und sich durch Lerneifer und Glauben für den Anfang des großen und herrlichen Tages bereit zu machen.13

Wir brauchen uns keine Sorgen darüber zu machen, wann Christus genau kommt, aber wir müssen unbedingt wachen, beten und bereit sein.14

Manchmal stört es mich, wenn einige unserer Ältesten von der Wiederkunft des Herrn sprechen und dann sagen, er werde erst kommen, wenn wir alle rechtschaffen genug sind, ihn zu empfangen. Der Herr wird nicht darauf warten, dass wir rechtschaffen werden. Wenn er bereit ist zu kommen, dann kommt er auch, nämlich dann, wenn das Maß der Schlechtigkeit voll ist. Und wenn wir zu diesem Zeitpunkt nicht rechtschaffen sind, wird dies äußerst unangenehm für uns sein, denn wir werden zu den Gottlosen gezählt werden und wie Stoppeln sein, die von der Erde gefegt werden, denn der Herr hat gesagt, dass die Schlechten nicht bestehen werden.15

Sollen wir völlig unbeteiligt und gleichgültig weiterschlummern angesichts all der Warnungen, die wir vom Herrn erhalten haben? Ich sage ihnen: „[Seien Sie] also wachsam! Denn [Sie wissen] nicht, an welchem Tag [Ihr] Herr kommt.

[Bedenken Sie]: Wenn der Herr des Hauses wüsste, zu welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, würde er wach bleiben und nicht zulassen, dass man in sein Haus einbricht.

Darum [halten] auch [Sie sich] bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der [Sie] es nicht [erwarten].“ [Matthäus 24:42-44.]

Mögen wir diese Warnung des Herrn beachten und unser Haus in Ordnung bringen und für das Kommen des Herrn bereit sein.16

4

Die Mitglieder der Kirche können ein Werkzeug in Gottes Händen sein, um ein Volk auf das Kommen des Herrn vorzubereiten

Wäre es nicht außerordentlich seltsam, wenn der Herr käme und seine Herrschaft des Friedens antreten, an den Schlechten Vergeltung üben und die Erde von Sünde reinigen würde, ohne vorher Boten zu schicken, die ihm den Weg bereiten? Sollten wir erwarten, dass der Herr kommt, um die Welt zu richten, ohne sie zuerst zu warnen und einen Ausweg für diejenigen zu schaffen, die umkehren?

Noach wurde gesandt, um die Welt vor der Flut zu warnen. Wenn die Menschen auf ihn gehört hätten, wären sie entkommen. Mose wurde gesandt, um Israel in das verheißene Land zu führen, damit die Verheißungen erfüllt würden, die Abraham gegeben worden waren. Johannes der Täufer wurde gesandt, um dem Kommen Christi den Weg zu bereiten. In jedem dieser Fälle kam die Berufung dadurch zustande, dass sich die Himmel auftaten. Auch Jesaja, Jeremia und andere Propheten wurden gesandt, um Israel und Juda zu warnen, bevor sie zerstreut und in Gefangenschaft geführt wurden. Wenn sie die Warnungen beachtet hätten, wäre ihre Geschichte anders verlaufen. Sie hatten die Gelegenheit, zu hören; sie wurden gewarnt und hatten einen Ausweg, aber sie verwarfen ihn.

Der Herr hat verheißen, dass er an den Menschen vor seinem Zweiten Kommen das gleiche Interesse haben werde.17

Joseph Smith wurde gesandt, um den Weg für das Zweite Kommen zu bereiten, indem die Fülle des Evangeliums verkündet und allen Menschen ein Ausweg aus Schlechtigkeit und Übertretung gewährt wurde.18

Als der Engel Moroni den jungen Joseph Smith besuchte, prophezeite er vom Zweiten Kommen des Erretters (siehe Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:36-41)

Der Apostel Johannes sah auf Patmos in einer Vision, dass in den Letzten Tagen „ein anderer Engel … hoch am Himmel [fliegen werde]. Er hatte den Bewohnern der Erde ein ewiges Evangelium zu verkünden, allen Nationen, Stämmen, Sprachen und Völkern.“ [Offenbarung 14:6].

In Erfüllung dieser Verheißung erklärte Joseph Smith, dass Moroni, ein Prophet, der einst auf diesem Kontinent gelebt hatte und nun auferstanden war, ihn im Evangelium unterwiesen und ihm Anweisungen zur Wiederherstellung all dessen gegeben hatte, was vor dem Kommen Christi wiederhergestellt werden musste. Und der Herr sagte: „Denn siehe, der Herr, Gott, hat den Engel ausgesandt, der mitten durch den Himmel ruft, nämlich: ‚Bereitet den Weg des Herrn, und macht seine Pfade gerade, denn die Stunde seines Kommens ist nah.‘“ [LuB 133:17.]

Die Mitglieder der Kirche erkennen dies als wahr an und glauben, dass in der heutigen Zeit Gott erneut aus dem Himmel spricht und dass das „Evangelium des Reiches“ verkündet wird, um der Welt Zeugnis zu geben, bevor Christus wiederkommt [siehe Matthäus 24:14].19

Die Heiligen der Letzten Tage mögen als seltsam und eigenartig betrachtet werden, weil sie glauben, dass sie berufen worden sind, diese Schriftstelle [Matthäus 24:14] zu erfüllen, aber wenn sie eifrig Missionare in alle Welt aussenden, tun sie das in vollstem Vertrauen darauf, dass der Herr gesprochen hat. Außerdem dürfen wir uns, wenn alle Nationen diese Botschaft gehört haben, wie sie in diesen Letzten Tagen offenbart wurde, auf das Kommen unseres Herrn und Heilands, Jesus Christus, freuen, denn an dem Tag werden alle Nationen von den Boten, die gemäß der Verheißung des Herrn zu ihnen gesandt worden sind, gewarnt worden sein.20

Das Evangelium ist für alle Menschen gedacht, und vor dem Zweiten Kommen des Menschensohns wird die Kirche überall, unter allen Nationen, bis an die Enden der Erde, aufgerichtet. …

Er hat seine Hand zum zweiten Mal erhoben, um Israel in der Kirche zu sammeln, und dieses Mal wird er in allen Nationen Gemeinden seiner Heiligen aufbauen.21

Aus dem Weihungsgebet für den Ogden-Utah-Tempel:

O Vater, beeile dich mit dem Tag, da die Rechtschaffenheit siegt, da die Herrscher der Nationen ihre Grenzen öffnen, sodass das Evangelium verkündet werden kann, da das Tor der Errettung sich für die ehrlichen, rechtschaffenen und guten Menschen unter jedem Volk weit auftut.

Wir beten darum, dass die Wahrheit verbreitet werden möge, wir beten für die Missionsarbeit, wir streben nach der Stärke, der Anzahl und den Mitteln, die notwendig sind, um deine ewigen Wahrheiten einer größeren Anzahl deiner weiteren Kinder in jeder Nation, unter jedem Geschlecht und von jeder Sprache zu verkünden. …

Es ist unser Wunsch, ein Werkzeug in deinen Händen zu sein, um ein Volk auf das Kommen deines Sohnes vorzubereiten.22

5

Das Millennium ist eine Zeit des Friedens und eine Zeit, da im Werk des Herrn gearbeitet wird

Die Rechtschaffenen werden sich freuen, wenn er kommt, weil dann Frieden auf die Erde und Rechtschaffenheit zu den Menschen kommen. Genau dieser Geist des Friedens und der Freude und des Glücklichseins, der bereits zweihundert Jahre lang auf diesem Kontinent vorherrschte [siehe 4 Nephi 1:1-22], wird wieder unter dem Volk verbreitet sein und schließlich überall sein, und Christus wird als Herr der Herren und König der Könige eintausend Jahre lang regieren. Wir freuen uns darauf.23

Diese glückliche Zeit des Friedens wird eintausend Jahre lang anhalten, und zu gegebener Zeit werden alle Bewohner der Erde in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen werden.24

Im Millennium wird das Evangelium viel intensiver und mit größerer Macht gelehrt, bis alle Bewohner der Erde es angenommen haben.25

Das Millennium wird keine Zeit der Ruhe sein, sondern eine Zeit, in der alle arbeiten. Es wird kein Müßiggang zu finden sein, es werden bessere Methoden angewandt werden, es wird nicht so viel Zeit für alltägliche Belange verbraucht werden, stattdessen wird mehr Zeit den Belangen des Reiches gewidmet sein. Die Heiligen werden in den Tempeln, die in allen Teilen des Landes gebaut werden, sehr beschäftigt sein. Sie werden sogar so beschäftigt sein, dass die Tempel die meiste Zeit in Betrieb sein werden.26

Während der tausend Jahre wird es sterbliches Leben auf der Erde geben, damit das große Werk der Errettung der Toten vollbracht werden kann. Während der tausend Jahre des Friedens wird das große Werk des Herrn in den Tempeln vollbracht werden, und in diesen Tempeln dienen die Mitglieder der Kirche denjenigen, die uns vorangegangen sind und nun darauf warten, dass diese heiligen Handlungen, die für ihre Errettung erforderlich sind, von denen, die noch als sterbliche Menschen auf der Erde leben, für sie vollzogen werden.27

Es ist unsere Pflicht, die Toten zu erretten, und dieses Werk wird während des Millenniums fortgeführt werden, bis alle, die ein Anrecht auf diesen Segen haben, das Endowment empfangen haben und gesiegelt worden sind.28

All diejenigen, die in Christus gestorben sind, werden bei seinem Kommen von den Toten hervorkommen und auf der Erde leben, so wie Christus während des Millenniums auf der Erde sein wird. Sie werden nicht die gesamten tausend Jahre lang hierbleiben, aber sie werden mit denen Umgang haben, die noch am Leben sind. Diese auferstandenen Heiligen und der Erretter selbst werden kommen, um uns zu unterweisen und zu führen und um das zu offenbaren, was wir wissen müssen, und um uns Näheres über die Arbeit in den Tempeln des Herrn mitzuteilen, damit wir das Werk vollbringen können, das für die Errettung würdiger Menschen erforderlich ist.29

Der Herr hat durch seine Diener gesagt, dass während des Millenniums diejenigen, die uns vorangegangen und bereits auferstanden sind, denjenigen, die noch am Leben sind, persönlich alles mitteilen werden, was notwendig ist, um die Arbeit für diejenigen zu vollziehen, die bereits aus diesem Leben geschieden sind. Dann werden die Verstorbenen das bekanntgeben dürfen, was sie sich wünschen und worauf sie ein Anrecht haben. Auf diese Weise wird keine einzige Seele vernachlässigt, und das Werk des Herrn wird vollendet werden.30

Ich bete jeden Tag meines Lebens darum, dass der Herr sein Werk beschleunigen möge. … Ich bete um das Ende der Welt, weil ich mir eine bessere Welt wünsche. Ich wünsche mir, dass Christus wiederkehrt. Ich wünsche mir die Herrschaft des Friedens. Ich wünsche mir, dass die Zeit kommt, da alle in Frieden und erfüllt vom Geist des Glaubens, der Demut und des Gebets leben können.31

Anregungen für Studium und Unterricht

Fragen

  • Inwiefern beeinflusst der Bericht in dem Abschnitt „Aus dem Leben von Joseph Fielding Smith“ Ihre Ansichten über das Ende der Welt?

  • Inwiefern können uns die Prophezeiungen in Abschnitt 1 helfen, uns auf das Kommen des Herrn vorzubereiten?

  • Lesen Sie in Abschnitt 2 Präsident Smiths Aussagen über das Gleichnis vom Weizen und vom Unkraut. Was können wir tun, um zum „Weizen“ zu gehören? Wie können wir unsere Familie und andere dabei unterstützen?

  • Was bedeutet es wohl, sich auf das Kommen des Herrn vorzubereiten, indem man wacht und betet? Was bedeutet es wohl, sein „Haus in Ordnung zu bringen“? (Siehe Abschnitt 3.)

  • Präsident Smith betete: „Es ist unser Wunsch, ein Werkzeug in deinen Händen zu sein, um ein Volk auf das Kommen deines Sohnes vorzubereiten.“ (Abschnitt 4.) Wie können wir unseren Mitmenschen helfen, sich auf das Kommen des Herrn vorzubereiten?

  • Lesen Sie Abschnitt 5. Inwiefern kann uns unser Wissen um das, was sich im Millennium zutragen wird, bereits heute nützlich sein?

Einschlägige Schriftstellen

Psalmen 102:17; Jesaja 40:3-5; Jakobus 5:7,8; LuB 1:12; 39:20,21; 45:39,56-59

Unterrichtshilfe

„Die krönende, überzeugende, bekehrende Macht der Evangeliumsunterweisung wird dort deutlich, wo ein inspirierter Lehrer sagt: ‚Ich weiß durch die Macht des Heiligen Geistes – denn der Heilige Geist hat es meiner Seele offenbart – dass die Lehren, die ich gelehrt habe, wahr sind.‘“ (Bruce R. McConkie, zitiert in: Lehren, die größte Berufung, Seite 43.)

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    The Signs of the Times, Seite 103ff.

  2.   2.

    „Ogden Temple Dedicatory Prayer“, Ensign, März 1972, Seite 10f.

  3.   3.

    The Restoration of All Things, Seite 302

  4.   4.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1966

  5.   5.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1935, siehe auch Doctrines of Salvation, Hg. Bruce R. McConkie, 3 Bände, 1954–1956, 3:1

  6.   6.

    „Watch Therefore“, Deseret News, 2. August 1941, Kirchenteil, Seite 2; siehe auch Doctrines of Salvation, 3:15

  7.   7.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1918; siehe auch Doctrines of Salvation, 3:15f.

  8.   8.

    „How to Teach the Gospel at Home“, Relief Society Magazine, Dezember 1931, Seite 688; siehe auch Doctrines of Salvation, 3:16

  9.   9.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1952; Hervorhebung im Original

  10.   10.

    „The Coming of Elijah“, Ensign, Januar 1972, Seite 5

  11.   11.

    „The Reign of Righteousness“, Deseret News, 7. Januar 1933, Seite 7; siehe auch Doctrines of Salvation, 3:60

  12.   12.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1935; siehe auch Doctrines of Salvation, 3:38

  13.   13.

    Answers to Gospel Questions, Hg. Joseph Fielding Smith Jr., 5 Bände, 1957–1966, 5:XII

  14.   14.

    „A Warning Cry for Repentance“, Deseret News, 4. Mai 1935, Kirchenteil, Seite 6

  15.   15.

    „A Warning Cry for Repentance“, Seite 8

  16.   16.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1966

  17.   17.

    „A Peculiar People: Modern Revelation – The Coming of Moroni“, Deseret News, 6. Juni 1931, Kirchenteil, Seite 8; siehe auch Doctrines of Salvation, 3:3f.

  18.   18.

    „A Peculiar People: Prophecy Being Fulfilled“, Deseret News, 19. September 1931, Kirchenteil, Seite 6

  19.   19.

    „A Peculiar People: Modern Revelation – The Coming of Moroni“, Seite 8; siehe auch Doctrines of Salvation, 3:4f.

  20.   20.

    „A Peculiar People: Prophecy Being Fulfilled“, Deseret News, 7. November 1931, Kirchenteil, Seite 6; siehe auch Doctrines of Salvation, 3:6

  21.   21.

    Gebietskonferenz in Großbritannien 1971

  22.   22.

    „Ogden Temple Dedicatory Prayer“, Seite 9, 11

  23.   23.

    „The Right to Rule“, Deseret News, 6. Februar 1932, Kirchenteil, Seite 8

  24.   24.

    „Priesthood – Dispensation of the Fulness of Times“, Deseret News, 19. August 1933, Seite 4; siehe auch Doctrines of Salvation, 3:66

  25.   25.

    „Churches on Earth During the Millennium“, Improvement Era, März 1955, Seite 176; siehe auch Doctrines of Salvation, 3:64

  26.   26.

    The Way to Perfection, 1931, Seite 323f.

  27.   27.

    „The Reign of Righteousness“, Seite 7; siehe auch Doctrines of Salvation, 3:58

  28.   28.

    Aus: „Question Answered“, Deseret News, 13. Januar 1934, Kirchenteil, Seite 8; siehe auch Doctrines of Salvation, 2:166

  29.   29.

    „The Reign of Righteousness“, Seite 7; siehe auch Doctrines of Salvation, 3:59

  30.   30.

    „Faith Leads to a Fulness of Truth and Righteousness“, Utah Genealogical and Historical Magazine, Oktober 1930, Seite 154; Hervorhebung weggelassen; siehe auch Doctrines of Salvation, 3:65

  31.   31.

    The Signs of the Times, Seite 149