Kapitel 7: Joseph und Hyrum Smith: Zeugen für Christus

Lehren der Präsidenten der Kirche: Joseph Fielding Smith, 2013


Wir sind überaus dankbar für das Leben und den geistlichen Dienst des Propheten Joseph Smith, des Patriarchen Hyrum Smith und der Propheten, Apostel und rechtschaffenen Männer und Frauen, die auf der von ihnen geschaffenen Grundlage aufgebaut haben.

Aus dem Leben von Joseph Fielding Smith

Schon seit frühester Jugend war Joseph Fielding Smith bewusst, dass seine Familie eine besondere Verbindung zum Propheten Joseph Smith hatte. Das Beispiel seines Großvaters Hyrum Smith, des älteren Bruders und treuen Freundes von Joseph Smith, prägte ihn nachhaltig. Hyrum war treu an der Seite seines Bruders als Führer in der Kirche tätig. Er half außerdem bei der Veröffentlichung des Buches Mormon und wurde als einer der acht Zeugen dieses Buches berufen. Am 27. Juni 1844 besiegelten Joseph und Hyrum in Carthage in Illinois ihr Zeugnis vom Heiland und seinem Evangelium durch den Märtyrertod. „Im Leben waren sie vereint, und der Tod hat sie nicht getrennt.“ (LuB 135:3.)

Joseph Fielding Smith lernte seine Großeltern väterlicherseits nie kennen. Lange vor seiner Geburt erlitt sein Großvater Hyrum den Märtyrertod. Hyrum Smiths Ehefrau, Mary Fielding Smith, verstarb ebenfalls früh. Joseph Fielding Smith sagte: „Großmutter Smith lernte ich nie kennen. Das habe ich immer bedauert, denn sie war eine der edelsten Frauen, die es je gab. Aber ich kannte ihre liebe Schwester, meine Großtante Mercy Thompson, und als Junge besuchte ich sie oft und saß zu ihren Füßen, und dann erzählte sie mir Geschichten über den Propheten Joseph Smith. Wie dankbar ich doch für diese Erfahrung bin!“1

Joseph Fielding Smith lernte auch vom Beispiel seines Vaters Joseph F. Smith, der den Propheten Joseph Smith persönlich gekannt hatte. Joseph Fielding Smith sagte über seinen Vater: „Es gab nicht den geringsten Platz für Zweifel oder Unsicherheit in seinem Zeugnis. Das traf insbesondere dann zu, wenn er von der göttlichen Natur unseres Erlösers oder der Mission des Propheten Joseph Smith sprach.“2

Diese Vorbilder und das, was sie lehrten, führten dazu, dass Joseph Fielding Smith bereits in seiner Kindheit ein Zeugnis vom Evangelium entwickelte. „Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals an der Mission unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus oder an der Mission des Propheten Joseph Smith gezweifelt zu haben“3, meinte er später. Wenn er das Evangelium lehrte, kleidete er sein Zeugnis manchmal in ganz einfache Worte: „Liegt mir der Prophet Joseph Smith am Herzen? Ja, und zwar genau so, wie zuvor meinem Vater. Ich verehre ihn, weil er ein Knecht Gottes war und wegen der Wiederherstellung des Evangeliums und wegen all der Gunst und der Wohltaten, die mir und meiner Familie sowie Ihnen und Ihrer Familie zuteilwurden, und zwar mittels der Segnungen, die dieser Mann gemeinsam mit denjenigen empfing, die ihm nahestanden.“4

Präsident Smith war zwar dankbar für die Überlieferungen und das Erbe seiner Familie; was jedoch sein Zeugnis betrifft, stand er auf eigenen Beinen. Er sagte: „Ich war immer äußerst dankbar für das Zeugnis, das mir durch den Geist des Herrn zuteilwurde, dass Joseph Smith – der Prophet Gottes – dazu berufen war, an der Spitze der Evangeliumszeit der Fülle zu stehen.“5 Ein andermal bezeugte er: „Durch die Gabe Gottes weiß ich, dass Joseph Smith im Jahr 1820 den Vater und den Sohn tatsächlich gesehen hat; dass der Vater den Sohn vorgestellt hat, dass der Sohn ihn angesprochen und gefragt hat, was er wissen wolle, und ihm Rat erteilt und ihm gesagt hat, was zu tun sei, und ihm schließlich weiteres Licht und die Wiederherstellung der Fülle des Evangeliums verheißen hat, die zur damaligen Zeit nirgendwo auf Erden zu finden war.“ Dann versicherte er, dass jedermann das gleiche Zeugnis erlangen könne: „Jeder Mensch auf der ganzen Erde, der diesen Wunsch hegt, kann es herausfinden; denn jedermann, der sich erniedrigt und mit zerknirschtem Geist in die Tiefen der Demut und des Glaubens hinabsteigt und vor den Herrn tritt, wird dieses Wissen erlangen, und zwar ebenso sicher, wie er weiß, dass er lebt.“6

Lehren von Joseph Fielding Smith

1

Zwei Aussagen stehen ganz im Vordergrund, nämlich: Jesus Christus ist der Sohn Gottes, und Joseph Smith war ein Prophet

Wir verknüpfen den Namen Jesu Christi mit dem Namen Joseph Smiths. Christus ist der Herr. Er hat das Sühnopfer vollbracht. Er ist die Auferstehung und das Leben. Durch ihn werden alle Menschen zur Unsterblichkeit erhoben, wohingegen diejenigen, die an ihn glauben und seine Gebote befolgen, darüber hinaus ewiges Leben erlangen.

Joseph Smith war ein Prophet, der in den Letzten Tagen berufen worden war, durch Offenbarung die errettenden Wahrheiten des Evangeliums zu empfangen und als rechtmäßiger geistlicher Diener zu amtieren, der Macht aus der Höhe hat, die heiligen Handlungen des Evangeliums zu vollziehen.

Da diese durch ihn offenbarten Wahrheiten diejenigen sind, die vor dem Zweiten Kommen an alle Nationen ergehen sollen, ist es kaum verwunderlich, dass Moroni zu Joseph Smith gesagt hat, sein „Name werde bei allen Nationen, Geschlechtern und Sprachen für gut und böse gelten, ja, man werde unter allem Volk sowohl gut als auch böse von ihm sprechen“ [Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:33.]

Es ist auch nicht verwunderlich, dass der Herr später zum Propheten gesagt hat: „Die Enden der Erde werden sich nach deinem Namen erkundigen, und Narren werden dich verspotten, und die Hölle wird gegen dich wüten, während die im Herzen Reinen und die Weisen und die Edlen und die Tugendhaften beständig nach Rat und Vollmacht und Segnungen unter deinen Händen trachten werden.“ (LuB 122:1,2.)

Die Enden der Erde fangen nun an, sich nach dem Namen Joseph Smith zu erkundigen, und zahlreiche Menschen in vielen Ländern erfreuen sich am Evangelium, das dank ihm wiederhergestellt worden ist.

Seit Beginn dieser Evangeliumszeit wird das Zeugnis Jesu, wie es Joseph Smith offenbart worden ist, in den Vereinigten Staaten, in Kanada, Großbritannien, den meisten Ländern Europas und auf den Inseln des Pazifiks gepredigt.

In den letzten Jahren hat das Werk eine geradezu unglaubliche Ausbreitung in Mexiko, den Ländern Mittelamerikas und in Südamerika gefunden.

Und Asien ist nunmehr [im Jahr 1971] für die Botschaft des Evangeliums in einer Weise geöffnet, die alles Vergangene in den Schatten stellt. Die Kirche beginnt, sich in Japan und Korea sowie in Taiwan und Hongkong zu etablieren, und in Thailand, Singapur und Indonesien machen wir einen Anfang.

Und es kommt der Tag, da uns dank der Vorsehung und Güte des Herrn weitere Nationen, die jetzt der Botschaft der Wahrheit noch verschlossen sind, ihre Tür öffnen werden; und die Ältesten Israels werden eintreten und dort denjenigen, die aufrichtigen Herzens sind, von Christus und dem Evangelium seines Reichs erzählen, das in der heutigen Zeit durch den Propheten Joseph Smith auf die Erde gekommen ist.7

Joseph Smith ist der Offenbarer, der in der heutigen Zeit dieser Generation die Kunde von Christus und der Errettung der Welt gebracht hat.8

Zwei Aussagen stehen für mich immer ganz im Vordergrund, nämlich: Jesus Christus ist der Sohn Gottes, der für die Sünden der Welt gekreuzigt worden ist, und Joseph Smith war ein Prophet, der dazu berufen und bestimmt war, die Evangeliumszeit der Fülle einzuleiten. Dies ist meine Botschaft an die Welt.9

2

Der Herr hat Joseph Smith berufen, an der Spitze dieser herrlichen Evangeliumszeit zu stehen

Joseph Smith … kam und legte auf Weisung heiliger Boten die Grundlage für das Reich Gottes und dessen wunderbares Werk und Wunder, damit die Welt auf das Kommen des Herrn vorbereitet werden möge.10

Ich weiß, dass [Joseph Smith] berufen war – auserkoren vom Vater im Himmel; dass er Offenbarung und Anleitung vom Sohn Gottes empfing zum Nutzen und zum Segen aller Menschen, sofern sie dafür empfänglich sind.11

„Joseph Smith war ein Prophet, der dazu berufen und bestimmt war, die Evangeliumszeit der Fülle einzuleiten.“

Ich hege nicht den geringsten Zweifel daran, dass der Herr den Propheten Joseph Smith erweckt und ihm Offenbarungen gegeben hat, ihm Gebote gegeben hat, ihm die Himmel aufgetan und ihn beauftragt hat, an der Spitze dieser herrlichen Evangeliumszeit zu stehen. Ich bin voll und ganz davon überzeugt, dass er in seiner Jugend, als er hinausging, um zu beten, tatsächlich Gottvater, und dessen Sohn Jesus Christus erblickt und sich in ihrer Gegenwart befunden hat. Ich hege nicht den geringsten Zweifel – ich weiß, dass es sich so zugetragen hat. Ich weiß, dass ihm später Moroni erschienen ist und er das Aaronische Priestertum aus den Händen Johannes des Täufers sowie das Melchisedekische Priestertum aus den Händen von Petrus, Jakobus und Johannes empfangen hat und dass die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage auf Geheiß Gottes am sechsten Tag im April 1830 gegründet worden ist.12

Als der Herr einen Vertreter erwählte, der an der Spitze dieses wunderbaren Werks stehen sollte, das im Begriff war, unter den Menschenkindern hervorzukommen [siehe LuB 4:1], fiel seine Wahl nicht auf jemanden, der in den Lehren und Gebräuchen der Welt bewandert war. Seine Wege sind nicht die Wege des Menschen, genauso wenig sind seine Gedanken wie die Gedanken des Menschen [siehe Jesaja 55:8]. Jemand, der in den Lehren der Welt bewandert ist, hätte zu viele Bräuche und Philosophien der Menschen ablegen müssen. In seiner großen Weisheit erwählte der Herr ein einfaches Kind – einen Jungen von 14 Jahren. Diesem Jungen offenbarte der Herr die Fülle des Evangeliums, das die Welt aufgrund ihres Unglaubens nicht empfangen wollte. Im Laufe der Jahre, in denen er Anweisung aus dem Himmel empfing – denn er wurde von Boten belehrt, die aus der Gegenwart Gottes kamen –, wurde dieser junge Mann, Joseph Smith, darauf vorbereitet, das Werk der Wiederherstellung des Evangeliums und den Aufbau des Reiches Gottes zu leiten.13

3

Der Herr hat gesagt, dass diese Generation sein Wort durch den Propheten Joseph Smith bekommen solle

In jedem Zeitalter, in dem das Evangelium auf Erden ist, muss es den Propheten des Herrn offenbart werden, und sie müssen als rechtmäßige geistliche Diener berufen werden, damit sie die erlösenden heiligen Handlungen an ihren Mitmenschen vollziehen können oder anordnen, dass diese vollzogen werden.

Joseph Smith ist der Prophet, den der Herr in der heutigen Zeit berufen hat, um die Wahrheiten der Errettung wiederherzustellen und die Schlüssel und Mächte zu empfangen, in diesen Wahrheiten zu amtieren, die zur Errettung führen.

Ihm sagte der Herr: „Diese Generation wird mein Wort durch dich bekommen.“ (LuB 5:10.) Und dann sagte der Herr – und hierbei bezog er sich auf das durch Joseph Smith wiederhergestellte Evangelium: „Dieses Evangelium vom Reich wird in der ganzen Welt gepredigt werden zum Zeugnis für alle Nationen, und dann wird das Ende kommen oder die Vernichtung der Schlechten.“ [Joseph Smith – Matthäus 1:31.]14

Ich sage nun:

- dass Joseph Smith derjenige ist, auf den in der heutigen Zeit alle Menschen blicken müssen, um die Wahrheit über Christus und sein Evangelium zu erfahren

- dass eines Tages der Name dieses Propheten in jedem Winkel dieser Erde und unter allen Völkern bekannt sein wird

- dass diejenigen, die ehrlichen Herzens sind, ihn als Propheten annehmen und den Herrn anbeten werden, der durch ihn offenbart wurde

- dass die Kirche gedeiht, die er auf Geheiß Gottes gegründet hat, und zwar, weil sie sich an die Offenbarungen hält, die durch ihn gekommen sind

- und dass alle, die den Worten Joseph Smiths Glauben schenken und den Weg einschlagen, den er vorgegeben hat, zur Erkenntnis kommen werden, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist, der für die Sünden der Welt gekreuzigt wurde

Auf die gleiche Weise, wie ich weiß, dass Jesus der Messias ist – und zwar aufgrund von Offenbarung durch den Heiligen Geist –, weiß ich auch, dass Joseph Smith ein Prophet Gottes ist. Er ist es, war es und wird es in alle Ewigkeit sein. …

Dankbaren Herzens und aus tiefster Überzeugung verkünde ich die inspirierenden Worte aus dem Buch Lehre und Bündnisse: „Joseph Smith, der Prophet und Seher des Herrn, hat mehr für die Errettung der Menschen in dieser Welt getan als irgendein anderer Mensch, der je auf ihr gelebt hat – Jesus allein ausgenommen.“ (LuB 135:3.)15

4

Joseph Smith und sein Bruder Hyrum waren im Leben und im Tod vereint

Ich bin dankbar für die Wiederherstellung ewiger Wahrheit in dieser letzten Evangeliumszeit, für das Wirken und den geistlichen Dienst Joseph Smiths, für meinen Großvater Hyrum Smith, den Patriarchen – und für die Tatsache, dass die Schlüssel des Gottesreiches dem Menschen auf der Erde wiederum anvertraut worden sind.16

„Und weiter, wahrlich, ich sage dir: Gesegnet ist mein Knecht Hyrum Smith; denn ich, der Herr, liebe ihn wegen der Lauterkeit seines Herzens und weil er das liebt, was vor mir recht ist, spricht der Herr.“ [LuB 124:15.]

Joseph und Hyrum Smith: „Im Leben waren sie vereint, und der Tod hat sie nicht getrennt.“ (LuB 135:3.)

Wer wäre nicht glücklich, wenn ihm so viel Vertrauen, Anerkennung und Lob vom Herrn entgegengebracht würde? Hyrum Smith war unter den Ersten in dieser Evangeliumszeit, die sich taufen ließen. Sein Leben lang stand er an der Seite seines Bruders Joseph und stärkte ihn durch seinen Glauben, seine treue Liebe und indem er ihm Mut zusprach. Hyrum war ein wunderbar sanftmütiger Mann. Er war aus tiefstem Herzen demütig und liebte seinen Bruder mehr als sein eigenes Leben. Dies zeigt sich auch durch seinen Tod, durch den er zum Märtyrer wurde. Er war furchtlos, wenn es darum ging, für die Wahrheit einzutreten. Er liebte wahrhaftig das, was recht war.

Hyrum Smith wurde am neunten Tag im Februar 1800 geboren und war somit fast sechs Jahre älter als der Prophet. Joseph Smith wurde keine Ehre erwiesen, die nicht auch Hyrum betraf, denn er freute sich mit seinem Bruder über alles, was der Herr diesem an Gutem zuteilwerden ließ. Die gleiche brüderliche Liebe brachte auch der Prophet Joseph seinem Bruder Hyrum entgegen. Seite an Seite durchlebten sie alle Höhen und Tiefen des Lebens. Beide waren der gleichen Verfolgung ausgesetzt. Beide saßen um des Evangeliums willen in denselben Kerkern, und als die Zeit reif war, ihr Zeugnis zu besiegeln, starben sie gemeinsam den Märtyrertod. „Im Leben waren sie vereint, und der Tod hat sie nicht getrennt.“ [LuB 135:3] …

Hier eine verdiente Ehrung aus dem Mund des Propheten: „Bruder Hyrum, was hast du doch für ein treues Herz! O, möge der ewige Jahwe dich mit einer Krone ewiger Segnungen krönen, als Lohn für die Sorge, die du für meine Seele getragen hast! O, wie viele Sorgen haben wir doch gemeinsam getragen; und wieder stellen wir fest, dass uns die rastlose Hand der Unterdrückung gefesselt hat. Hyrum, dein Name soll im Gesetzbuch des Herrn niedergeschrieben werden, damit die, die nach dir kommen, darauf schauen und deinen Werken nacheifern.“

Der Prophet sagte weiter: „Ich könnte von Herzen beten, alle meine Brüder wären so wie mein geliebter Bruder Hyrum, der die Milde eines Lammes und die Redlichkeit eines Ijob besitzt und, um es kurz zu sagen, die Sanftmut und Demut Christi; und ich liebe ihn mit der Liebe, die stärker ist als der Tod, denn ich habe noch niemals Anlass gehabt, ihn zu tadeln, oder er mich.“17

5

Joseph und Hyrum Smith besiegelten ihr Zeugnis mit ihrem Blut

Mein Großvater, der Patriarch Hyrum Smith, war dazu berufen, gemeinsam mit dem Propheten Joseph Smith, seinem jüngeren Bruder, die Schlüssel dieser Evangeliumszeit innezuhaben. Der Herr hat gesagt, dass durch die Aussage zweier oder dreier Zeugen jede Sache entschieden werde [siehe 2 Korinther 13:1]. …

Joseph Smith hätte nicht ganz allein für sich dastehen können – er wäre mit seinem Werk gescheitert. In der gleichen Weise bedurfte auch das Werk des Erlösers der Bestätigung durch weitere Zeugen. Und wer hätte besser über Christus Zeugnis ablegen können als sein Vater? [Siehe Johannes 8:12-18.] Daher berief der Herr einen Mann, der an Josephs Seite stehen und als Zeuge gemeinsam mit ihm die Schlüssel der Errettung in dieser Evangeliumszeit innehaben sollte. …

[Hyrum] wurde nicht nur als Patriarch der Kirche berufen – was seinem Geburtsrecht entsprach –, sondern der Herr sagte ihm gleichzeitig auch:

„Und von dieser Zeit an bestimme ich ihn, für meine Kirche ein Prophet und ein Seher und ein Offenbarer zu sein gleichwie mein Knecht Joseph, damit er auch im Einvernehmen mit meinem Knecht Joseph handle und damit er von meinem Knecht Joseph Rat empfange, denn dieser wird ihm die Schlüssel kundtun, wodurch er erbitten und empfangen kann und mit der gleichen Segnung und Herrlichkeit und Ehre und dem gleichen Priestertum und den gleichen Gaben des Priestertums gekrönt werden kann, die vormals auf den gelegt worden waren, der mein Knecht Oliver Cowdery war; damit mein Knecht Hyrum Zeugnis geben möge von all dem, was ich ihm zeigen werde, damit sein Name von Generation zu Generation in ehrenvoller Erinnerung gehalten werde für immer und immer.“ [LuB 124:94-96.]

Gemäß dieser Berufung und diesem Gebot übertrug der Prophet Joseph Smith alle Schlüssel, die Vollmacht und die Gaben des Priestertums, die er selbst als Prophet innehatte und die ehedem Oliver Cowdery innegehabt hatte, auf Hyrum Smith. Der Herr offenbarte Hyrum Smith zudem alles, was notwendig war, um ihn mit seinem Bruder Joseph in vollstem Umfang als Prophet, Seher, Offenbarer und Präsident der Kirche zu einem Zeugen zu machen, der mit seinem Bruder Joseph für alle Zeit und in alle Ewigkeit als Zeuge für Jesus Christus an der Spitze dieser Evangeliumszeit stehen sollte.18

Zusammen mit seinem Bruder, meinem Großvater, dem Patriarchen Hyrum Smith, besiegelte [Joseph Smith] im Gefängnis zu Carthage sein Zeugnis mit seinem Blut. Was mich betrifft, so möchte ich ein Werkzeug in der Hand des Herrn sein und als solches die Enden der Erde wissen lassen, dass die Errettung wiederum zugänglich ist, weil der Herr in der heutigen Zeit einen machtvollen Seher erweckt hat, um sein Reich auf der Erde wieder aufzurichten.19

Wir sind überaus dankbar für das Leben und den geistlichen Dienst des Propheten Joseph Smith, des Patriarchen Hyrum Smith und der Propheten, Apostel und rechtschaffenen Männer und Frauen, die auf der von ihnen geschaffenen Grundlage aufgebaut haben.20

Anregungen für Studium und Unterricht

Fragen

  • Joseph und Hyrum Smith besiegelten ihr Zeugnis gemeinsam mit ihrem Blut.

    Präsident Smith erzählt, wie seine Familie ihm schon als Kind geholfen hat, sein Zeugnis von der Mission Joseph Smiths zu stärken (siehe „Aus dem Leben von Joseph Fielding Smith“). Was können wir unternehmen, um unseren Kindern zu einem Zeugnis von der Mission des Propheten Joseph Smith zu verhelfen?

  • Inwieweit sind die Namen Jesu Christus und Joseph Smith miteinander verknüpft? (Siehe Abschnitt 1.) Inwiefern hat der geistliche Dienst des Propheten Joseph Smith Ihr Zeugnis vom Erlöser und seinem Evangelium beeinflusst?

  • Denken Sie über Präsident Smiths Äußerung nach, dass der Herr den Propheten Joseph Smith berufen habe und nicht „jemanden, der in den Lehren und Gebräuchen der Welt bewandert ist“ (Abschnitt 2). Inwieweit kann uns diese Einsicht helfen, wenn wir uns bei unseren Aufgaben unzulänglich fühlen?

  • In Abschnitt 3 zitiert Präsident Smith Lehre und Bündnisse 5:10 und 135:3. Überlegen Sie, wie Sie diese Verse jemand erläutern können, der mit der Mission Joseph Smiths nicht vertraut ist.

  • Was können Sie aus der Beziehung lernen, die Joseph Smith zu seinem Bruder Hyrum hatte? (Siehe Abschnitt 4.)

  • Was empfinden Sie, wenn Sie daran denken, dass Joseph und Hyrum Smith ihr Zeugnis mit ihrem Blut besiegelt haben? (Siehe Abschnitt 5.) Auf welche Weise können wir ihr Opfer in Ehren halten?

Unterrichtshilfe

Wer fleißiges Lernen fördern möchte, sollte auch aufmerksam zuhören, wenn jemand eine Frage stellt oder einen Kommentar abgibt. „Zuhören ist ein Ausdruck von Liebe. Mitunter erfordert es Opfer. Wer wirklich zuhört, verzichtet oft zugunsten eines anderen darauf, selbst etwas zu sagen.“ (Lehren, die größte Berufung, Seite 66.)

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1962

  2.   2.

    Aus: Bryant S. Hinckley, „Joseph Fielding Smith“, Improvement Era, Juni 1932, Seite 459

  3.   3.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1962

  4.   4.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1960

  5.   5.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1962

  6.   6.

    Herbst-Generalkonferenz 1949

  7.   7.

    Herbst-Generalkonferenz 1970

  8.   8.

    „The First Prophet of the Last Dispensation“, Ensign, August 1971, Seite 7

  9.   9.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1920

  10.   10.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1920

  11.   11.

    Herbst-Generalkonferenz 1949

  12.   12.

    „To Know for Ourselves“, Improvement Era, März 1970, Seite 3

  13.   13.

    Essentials in Church History, 1950, Seite 20f.

  14.   14.

    Herbst-Generalkonferenz 1970

  15.   15.

    „The First Prophet of the Last Dispensation“, Seite 7

  16.   16.

    „A Prophet’s Blessing“, Ensign, Juli 1972, Seite 130

  17.   17.

    „Hyrum Smith: A Tribute by Joseph Fielding Smith“, Improvement Era, Februar 1933, Seite 201; Hervorhebungen aus dem Original entfernt; vgl. Lehren der Präsidenten der Kirche: Joseph Smith, Seite 513

  18.   18.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1930; vgl. Joseph Fielding Smith, Doctrines of Salvation, Hg. Bruce R. McConkie, 3 Bände, 1954–1956, 1:216–219

  19.   19.

    „The First Prophet of the Last Dispensation“, Seite 7

  20.   20.

    „Ogden Temple Dedicatory Prayer“, Ensign, März 1972, Seite 9