Gehorsam: „Wenn der Herr gebietet, dann tu es“

Lehren der Präsidenten der Kirche: Joseph Smith, 2011


„Lebe streng nach den Geboten Gottes, und wandle demütig vor ihm.“

Aus dem Leben von Joseph Smith

Von Dezember 1827 bis August 1830 wohnten Joseph und Emma Smith in Harmony, Pennsylvania. In dieser Zeit reiste der Prophet regelmäßig nach New York, um kirchliche Angelegenheiten zu regeln. Im September 1830 zogen Joseph und Emma nach Fayette, um bei den Heiligen zu sein, die im Westen des Staates New York lebten. Im Dezember dieses Jahres dann empfing der Prophet eine Offenbarung, die den Mitgliedern der Kirche in New York große Opfer abverlangen sollte. Sie sollten ihre Häuser, Farmen und Unternehmen verlassen und sich in Kirtland in, Ohio sammeln (siehe LuB 37). Dort sollten sie sich den Bekehrten, die in der Umgebung lebten, anschließen, um die Kirche aufzurichten und, wie der Herr es verheißen hatte, „mit Macht aus der Höhe ausgerüstet [zu] werden“ (LuB 38:32). Joseph und Emma Smith waren die Ersten, die dem Gebot des Herrn Folge leisteten und Ende Januar 1831 New York verließen. Zum Zeitpunkt ihrer etwa 400 Kilometer langen Reise per Schlitten, die inmitten eines besonders strengen Winters stattfand, war Emma mit Zwillingen schwanger.

Newel K. Whitney, ein Einwohner von Kirtland, war einer der Ersten, die den Propheten willkommen hießen. Sein Enkel Orson F. Whitney schrieb: „Um den 1. Februar 1831 fuhr ein Schlitten mit vier Personen darin durch die Straßen von Kirtland und hielt vor der Tür des Geschäftes von Gilbert und Whitney. … Einer der Männer, jung und robust, stieg aus, eilte die Stufen hinauf, betrat den Laden und ging dorthin, wo der Juniorpartner stand.

‚Newel K. Whitney! Sie sind es!‘, rief er aus, und reichte ihm freundlich die Hand, als wäre dieser ein alter und guter Bekannter.

‚Sie sind mir gegenüber im Vorteil‘, antwortete der [Ladenbesitzer] und schüttelte mechanisch die dargebotene Hand – wobei ein halb amüsierter, halb irritierter Ausdruck über sein Gesicht ausbreitete –, ‚Im Gegensatz zu Ihnen kann ich Sie nicht beim Namen nennen.‘

‚Ich bin Joseph, der Prophet‘, sagte der Fremde. ‚Ihre Gebete haben mich hierher geführt; was also möchten Sie von mir?‘

Joseph Smith greets Newel K. Whitney for the first time.

Im Februar 1831 kam Joseph Smith in Kirtland in Ohio an, betratden Laden von Newel K. Whitney und sagte: „Ich bin Joseph, der Prophet. ... Ihre Gebete haben mich hierher geführt; was also möchten Sie von mir?“

Mr. Whitney, der erstaunt, aber nichtsdestoweniger erfreut war, führte die Gruppe, als er sich von der Überraschung erholt hatte, über die Straße zu seinem Haus an der Ecke und stellte sie seiner Frau [Elisabeth Ann] vor. Sie war ebenso überrascht und begeistert. Joseph sagte über diesen Vorfall: ‚Wir wurden im Haus von Bruder N. K. Whitney freundlich empfangen und aufgenommen. Meine Frau und ich wohnten mehrere Wochen bei der Familie von Bruder Whitney und genossen alle Freundlichkeit und Aufmerksamkeit, die man erwarten konnte.‘ [Siehe History of the Church, 1:145f.]“1

Orson F. Whitney sagte: „Durch welche Macht konnte Joseph Smith, dieser bemerkenswerte Mann, jemanden erkennen, den er nie zuvor in natura gesehen hatte? Warum konnte Newel K. Whitney ihn nicht erkennen? Doch nur, weil Joseph Smith ein Seher war, ein auserwählter Seher; er hatte tatsächlich gesehen, wie Newel K. Whitney, hunderte von Kilometern entfernt, auf seinen Knien darum betete, dass er, Joseph, nach Kirtland kommen möge. Wunderbar – aber wahr!“2

Bis Mai waren fast 200 weitere Heilige von New York nach Kirtland gekommen – einige per Schlitten oder Wagen, doch die meisten mit Barkassen über den Erie-Kanal und dann mit Dampfschiffen oder Schonern über den Eriesee. Bei diesem Umzug nach Kirtland und ebenso in vielen anderen schwierigen Situationen in seinem Leben, führte Joseph Smith die Heiligen darin an, Gottes Gebote zu halten, ganz gleich, wie schwierig die Aufgabe war.

Vier Jahre später, gerade als er wegen der Leitung der wachsenden Kirche in Kirtland unter großem Druck stand, brachte der Prophet eine Überzeugung zum Ausdruck, die charakteristisch für sein Leben war: „In keinem Monat war ich je so beschäftigt wie im November; aber da mein Leben aus Tätigsein und unermüdlichen Anstrengungen besteht, habe ich mir dies zur Regel gemacht: Wenn der Herr gebietet, dann tu es.“3

Lehren von Joseph Smith

Wenn wir bestrebt sind, Gottes Willen zu erfahren und alles tun, was er uns zu tun gebietet, werden die Segnungen des Himmels auf uns ruhen

„Wenn wir erlöst werden wollen, müssen wir nicht nur einiges, sondern alles tun, was Gott geboten hat. Es mag einer predigen und praktizieren, was er will – wenn es nicht das ist, was Gott geboten hat, wird er schließlich doch verdammt sein. Wir mögen Minze und Gewürze und alle möglichen Kräuter verzehnten und doch die Gebote Gottes nicht befolgen [siehe Lukas 11:42]. Mir kommt es darauf an, Gott genau in dem, was er uns gebietet, gehorsam zu sein und andere Menschen zum gleichen Gehorsam zu bewegen. Es kommt nicht darauf an, ob ein Grundsatz populär oder unpopulär ist. Einen wahren Grundsatz werde ich immer hochhalten, auch wenn ich dabei ganz allein sein sollte.“4

Obedience brings great blessings.

„Wenn der Herr gebietet, dann tu es“, hat Joseph Smith gesagt. Das Gesetz des Zehntens bringt, wie alle Gebote, die der Herr gibt, denjenigen, die es befolgen, große Segnungen.

„Als Kirche und als Volk gebührt es uns, klug zu sein und bestrebt zu sein, den Willen Gottes zu erkennen und dann bereit zu sein, ihn zu tun; denn die heiligen Schriften besagen: ‚Selig sind die, die das Wort Gottes hören und es befolgen.‘ ‚Wacht und betet allezeit‘, sagt unser Erretter, ‚damit ihr dem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten könnt.‘ [Siehe Lukas 11:28; 21:36.] Wenn Henoch, Abraham, Mose, die Kinder Israel und alle Völker Gottes errettet wurden, weil sie die Gebote Gottes hielten, dann werden wir, wenn wir überhaupt errettet werden, aufgrund desselben Grundsatzes errettet werden. So, wie Gott Abraham, Isaak und Jakob als Familien und die Kinder Israel als Nation regiert hat, müssen auch wir als Kirche unter seiner Führung stehen, wenn wir gedeihen, behütet und unterstützt werden wollen. Unser einziges Vertrauen muss auf Gott beruhen, unsere einzige Weisheit von ihm erlangt sein, und er allein muss unser geistiger und zeitlicher Bewahrer und Schutz sein, andernfalls fallen wir.

Wir sind schon früher von der Hand Gottes gezüchtigt worden, weil wir seine Gebote nicht befolgt haben. Zwar haben wir nie ein Gesetz verletzt oder ein Gebot übertreten, das von Menschen aufgestellt wurde, doch seine Gebote haben wir leichtfertig behandelt und sind von seinen Verordnungen abgewichen; und der Herr hat uns schmerzhaft gezüchtigt, und wir haben seinen Arm verspürt und die Rute über uns ergehen lassen. Lasst uns in Zukunft klug sein und nie vergessen: ‚Gehorsam ist besser als Opfer, Hinhören besser als das Fett von Widdern.‘ [1 Samuel 15:22.]“5

„Wenn wir unterwiesen werden, müssen wir der betreffenden Stimme gehorchen und die Gesetze des Gottesreiches befolgen, damit die Segnungen des Himmels auf uns ruhen können. Alle müssen einträchtig zusammenarbeiten, sonst lässt sich nichts erreichen, auch soll gemäß dem Priestertum in alter Zeit vorgegangen werden. Demnach sollen die Heiligen ein ausgesuchtes Volk sein, abgesondert von allem Bösen der Welt – auserkoren, tugendhaft und heilig. Der Herr möchte aus der Kirche Jesu Christi ein Reich von Priestern machen, ein heiliges Volk, ein erwähltes Geschlecht [siehe Exodus 19:6; 1 Petrus 2:9], wie es zu Zeiten Henochs gewesen ist: ausgestattet mit allen Gaben, die Paulus der Kirche in seinen Briefen und Belehrungen an die Gemeinden seiner Tage dargestellt hat.“6

„Jeder Mensch mag daran glauben, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist, und glücklich in diesem Glauben sein und trotzdem seine Gebote nicht befolgen und zuletzt verdammt werden, weil er die rechtschaffenen Bedingungen des Herrn nicht befolgt hat.“7

„Seid tugendhaft und rein, seid redliche und wahrheitsliebende Menschen, haltet die Gebote Gottes! Dann werdet ihr viel besser imstande sein, den Unterscheid zwischen Recht und Unrecht zu verstehen, zwischen dem, was von Gott ist, und dem, was von Menschen ist, und euer Pfad wird wie der Pfad der Gerechten sein, der wie das Licht am Morgen ist: es wird immer heller bis zum vollen Tag. [Siehe Sprichwörter 4:18.]“8

Wilford Woodruff berichtete in seiner Zeit als Mitglied des Kollegiums der Zwölf: „Präsident Joseph … las das Gleichnis vom Weinstock und den Reben [siehe Johannes 15:1-8] vor, erklärte es und sagte: ‚Wenn wir die Gebote Gottes halten, werden wir Frucht hervorbringen und Freunde Gottes sein und wissen, was unser Herr getan hat.‘“9

Gott gibt Gesetze, die uns auf die celestiale Ruhe vorbereiten, wenn wir sie befolgen

„Gott wird nichts gebieten, was nicht aus sich selbst heraus den Zustand eines jeden Menschen verbessert, unter welchen Umständen auch immer er angetroffen wird, egal, in welchem Königreich oder Land er lebt.“10

„Das Gesetz des Himmels liegt dem Menschen vor, und es garantiert allen, die es befolgen, einen Lohn, der weit über irdische Erwägung hinausgeht; gleichwohl verspricht es nicht, dass die Gläubigen in jedem Zeitalter von den Bedrängnissen und Schwierigkeiten ausgenommen werden sollen, die sich aus verschiedenen Ursachen als Folge der Handlungen schlechter Menschen auf Erden ergeben. Und doch gibt es inmitten all dessen eine Verheißung, die sich auf die Tatsache stützt, dass es das Gesetz des Himmels ist, das über das Menschengesetz ebenso weit hinausgeht wie das ewige Leben über das zeitliche und dass die Segnungen, die Gott geben kann, größer sind als diejenigen, die der Mensch zu geben vermag. Wenn also das Menschengesetz für den Menschen bindend ist, sofern er es anerkennt, um wie viel mehr muss dann das Gesetz des Himmels es sein! Und weil das Gesetz des Himmels um so viel vollkommener ist als das Menschengesetz, muss auch der Lohn, wenn es befolgt wird, um so viel größer sein. … Das Gesetz Gottes verheißt ein Leben, das ewig ist, ja ein Erbteil zur rechten Hand Gottes, gesichert vor aller Macht jenes einen, der schlecht ist. …

Gott hat sich eine Zeit vorbehalten, einen Zeitpunkt, den er in seinem Herzen bestimmt hat, wo er alle seine Untertanen, die seiner Stimme gehorcht und seine Gebote befolgt haben, in seine celestiale Ruhe führen wird. Diese Ruhe ist von solcher Vollkommenheit und Herrlichkeit, dass der Mensch sich im Einklang mit den Gesetzten dieses Reiches bereit machen muss, ehe er eintreten und seine Segnungen genießen darf. Da dies so ist, hat Gott den Menschen bestimmte Gesetze gegeben, deren Befolgung ausreicht, um sie für die Erlangung dieser Ruhe vorzubereiten. Wir folgern also, dass dies der Zweck ist, zu dem Gott uns seine Gesetze gegeben hat. … Alle Gebote, die im Gesetz des Herrn enthalten sind, sind von einer sicheren Verheißung begleitet, nämlich einer Belohnung für alle, die gehorsam sind; dies gründet sich freilich auf der Tatsache, dass es wirklich Verheißungen eines Wesens sind das nicht lügen kann, eines, das reichlich imstande ist, sein Wort in allen Einzelheiten zu erfüllen.“11

Im April 1843 verkündete Joseph Smith Folgendes, was später in Lehre und Bündnisse 130:18,19 aufgenommen wurde: „Es gibt ein Gesetz, dass im Himmel vor der Grundlegung dieser Welt unwiderruflich angeordnet wurde und auf dem alle Segnungen beruhen – und wenn wir irgendeine Segnung von Gott erlangen, dann nur, indem wir das Gesetz befolgen, auf dem sie beruht.“12

„Alle Segnungen, die für den Menschen im Rat im Himmel bestimmt wurden, beruhten auf der Bedingung, dass das das entsprechende Gesetz befolgt wird.“13

Diejenigen, die bis zum Ende glaubenstreu sind, werden eine Krone der Rechtschaffenheit empfangen

„Lebe streng nach den Geboten Gottes, und wandle demütig vor ihm, so wird er dich zu seiner rechten Zeit erhöhen.“14

„Wie sorgsam sollten die Menschen doch sein, in dem, was sie in den Letzten Tagen tun, wenn sie nicht in ihren Erwartungen enttäuscht werden wollen, und diejenigen, die meinen zu bestehen, fallen werden, weil sie nicht die Gebote des Herrn halten; während ihr, die ihr den Willen des Herrn tut und seine Gebote haltet, Grund habt, in unaussprechlicher Freude zu jubeln, denn so jemand wird sehr hoch erhöht werden und im Triumph über alle Königreiche dieser Welt erhoben werden.“15

Im 22. Kapitel im Bericht des Matthäus über den Messias finden wir, dass das Himmelreich mit einem König verglichen wird, der seinem Sohn die Hochzeit bereitete [siehe Matthäus 22:2-14]. Dass dieser Sohn der Messias ist, lässt sich nicht bestreiten, denn es ist ja das Himmelreich, von dem im Gleichnis die Rede ist, und dass mit den Heiligen, nämlich denjenigen, die als dem Herrn treu befunden werden, die Menschen gemeint sind, die als würdig erachtet werden, ihren Platz beim Hochzeitsmahl einzunehmen, geht klar aus den Worten Johannes des Offenbarers hervor, der die Stimme, die er im Himmel gehört hat, mit der Stimme einer großen Schar vergleicht, ‚wie das Rollen mächtiger Donner: Halleluja! Denn König geworden ist der Herr, unser Gott, der Herrscher über die ganze Schöpfung. Wir wollen uns freuen und jubeln und ihm die Ehre erweisen. Denn gekommen ist die Hochzeit des Lammes, und seine Frau hat sich bereit gemacht. Sie durfte sich kleiden in strahlend reines Leinen. Das Leinen bedeutet die gerechten Taten der Heiligen.‘ [Offenbarung 19:6-8.]

Diejenigen, die die Gebote des Herrn halten und bis ans Ende in seinen Satzungen wandeln, sind die Einzigen, die bei diesem herrlichen Fest sitzen dürfen. Das geht aus der folgenden Stelle im letzten Brief des Paulus an Timotheus hervor, den er kurz vor seinem Tod geschrieben hat, nämlich: ‚Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, die Treue gehalten. Schon jetzt liegt für mich der Kranz der Gerechten bereit, den mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, aber nicht nur mir, sondern allen, die sehnsüchtig auf sein Erscheinen warten.‘ [2 Timotheus 4:7,8.] Niemand, der dem Bericht glaubt, wird auch nur einen Augenblick diese Aussage des Paulus bezweifeln, die er, wie er selbst gewusst hat, knapp vor seinem Abschied von dieser Welt gemacht hat. Obwohl er vormals, wie er selbst sagt, die Kirche Gottes verfolgte und sie zu vernichten suchte, richtete sich, nachdem er den Glauben angenommen hatte, sein ganzes Bemühen darauf, die herrliche Nachricht zu verbreiten; und wie ein treuer Soldat, von dem gefordert wird, dass er sein Leben lässt für die Sache, für die er kämpft, legte auch er es nieder, wobei er sich, wie er sagt, eines ewigen Kranzes gewiss war.

Wenn man die Arbeit dieses Apostels von seiner Bekehrung bis zum Tod verfolgt, hat man ein schönes Beispiel für Fleiß und Geduld bei der Verkündigung des Evangeliums Christi. Verspottet, ausgepeitscht und gesteinigt – in dem Augenblick, wo er den Händen seiner Verfolger entrann, verkündigte er mit ungemindertem Eifer die Lehre vom Erretter. Und mögen es alle wissen: Er nahm den Glauben nicht um der Ehre in diesem Leben willen an, auch nicht, um irdische Güter zu gewinnen. Was konnte ihn dann veranlasst haben, sich all dieser Mühe zu unterziehen? Es geschah, wie er sagt, um den Kranz der Gerechtigkeit aus der Hand Gottes zu empfangen. Wie wir annehmen, wird wohl niemand bezweifeln, dass Paulus bis ans Ende treu gewesen ist. Niemand wird sagen, er habe nicht die Treue gehalten, habe nicht den guten Kampf gekämpft, habe nicht bis zum Letzten gepredigt und überzeugt. Und was sollte er empfangen? Einen Kranz der Gerechtigkeit. …

Denkt einen Augenblick nach, Brüder, und fragt Euch, ob Ihr Euch, falls Ihr untreu gewesen wärt, für einen Platz beim Hochzeitsmahl mit Paulus und seinesgleichen als würdig erachten würdet. Dürftet Ihr erwarten zu empfangen, wenn Ihr nicht den guten Kampf gekämpft, nicht die Treue gehalten hättet? Hättet Ihr die Verheißung, einen Kranz der Gerechtigkeit aus der Hand des Herrn zu empfangen – zusammen mit der Kirche des Erstgeborenen? Hierin also setzte Paulus seine Hoffnung auf Christus, wie wir es auffassen, denn er hatte die Treue gehalten, und wartete sehnsüchtig auf sein Erscheinen und bekam die Verheißung, aus seiner Hand einen Kranz der Gerechtigkeit zu empfangen. …

… Die Mitglieder in alter Zeit, obwohl verfolgt und durch Menschen bedrängt, [haben] von Gott Verheißungen von solcher Gewichtigkeit und Herrlichkeit erhalten …, dass unser Herz oft voller Dank ist dafür, dass wir sie betrachten dürfen, während wir uns darüber Gedanken machen, dass es in seinen Augen kein Ansehen der Person gibt und dass ihm in jedem Volk derjenige angenehm ist, der ihn fürchtet und recht tut [siehe Apostelgeschichte 10:34,35]. …

Aber aus den vorhin angeführten wenigen Stellen können wir den Schluss ziehen, dass es einen Tag geben wird, wo alle gemäß ihren Werken gerichtet und entsprechend belohnt werden; diejenigen, die die Treue gehalten haben, werden mit einem Kranz der Gerechtigkeit gekrönt, mit einem weißen Gewand bekleidet und zum Hochzeitsmahl eingelassen werden; sie werden von jeder Bedrängnis frei sein und mit Christus auf Erden regieren, wo sie, gemäß der Verheißung vor alters, mit ihm in dem herrlichen Reich von der Frucht des Weinstocks trinken werden. Immerhin können wir sehen, dass den Heiligen in alter Zeit solche Verheißungen gemacht worden sind. Wenn wir diese Verheißungen, die den Alten gemacht worden sind, auch nicht für uns beanspruchen dürfen, denn sie sind ja nur den Heiligen in alter Zeit gegeben worden, so können wir doch – wenn wir die Kinder des Allerhöchsten sind und mit derselben Berufung berufen sind, mit der sie berufen worden sind, und denselben Bund auf uns nehmen, den sie auf sich genommen haben, und dem Zeugnis von unserem Herrn treu bleiben wie sie – im Namen Christi zum Vater kommen, wie sie gekommen sind, und die gleichen Verheißungen für uns erlangen.

Wenn wir diese Verheißungen jemals erlangen, so nicht deshalb, weil Petrus, Johannes und die übrigen Apostel … gottesfürchtig gewandelt sind und die Kraft und den Glauben gehabt haben, sich zu behaupten und die Verheißungen zu erlangen, sondern es wird deswegen sein, weil wir selbst Glauben haben und im Namen seines Sohnes Jesus Christus zu Gott kommen, so wie sie es getan haben. Und wenn diese Verheißungen erlangt werden, so werden es Verheißungen unmittelbar an uns sein, denn sonst werden sie uns nichts nützen. Sie werden zu unserem Nutzen gegeben und zu unserem Eigentum (durch die Gabe Gottes), indem wir sie uns durch unseren Eifer im Halten seiner Gebote und durch einen untadeligen Wandel vor ihm verdienen.“16

„Wir würden euch, Brüder, an all die Erschöpfung, die Prüfungen, Entbehrungen und Verfolgungen erinnern, die die Heiligen in alter Zeit allein zu dem Zweck auf sich nahmen, die Menschen von der Erhabenheit und Richtigkeit des Glaubens an Christus zu überzeugen, wenn dies unserer Ansicht nach notwendig wäre oder euch in irgendeiner Weise dazu anregen würde, mit mehr Eifer im Weinberg des Herrn zu arbeiten. Aber wir haben Grund zur Annahme (wenn ihr die heiligen Schriften ausreichend studiert habt), dass euch ihre Beharrlichkeit bekannt ist; auch dass sie bereit waren, die gegenwärtigen Ehren und Freuden dieser Welt zu opfern, um so die Zusicherung einer Krone des Lebens aus der Hand unseres Herrn zu erhalten; und dass ihr hervorragendes Beispiel, was die Arbeit betrifft und was uns ihren Eifer hinsichtlich der Sache, der sie sich verschrieben hatten, zeigt, von euch in eurem täglichen Bestreben nachgeahmt wird. Und wir hoffen, dass nicht nur das Beispiel der Heiligen, sondern auch die Gebote unseres Herrn beständig euer Herz beschäftigen und euch nicht nur seinen Willen in Bezug auf das Verkündigen seines Evangeliums lehren, sondern auch seine Sanftmut und sein vollkommenes Verhalten in allem, auch in Zeiten schwerer Verfolgung und Misshandlung, womit ihn eine böse und treulose Generation überhäuft hat.

Denkt daran, Brüder, dass er euch zur Heiligkeit aufgefordert hat, und müssen wir es erwähnen, ihm gleich zu sein in Reinheit? Wie klug, wie heilig, wie keusch und wie vollkommen solltet ihr euch dann in seinen Augen verhalten; und vergesst nicht, dass seine Augen ständig auf euch gerichtet sind. Wenn ihr diese Tatsachen im rechten Licht betrachtet, kann es euch nicht entgehen, dass ihr ohne die strenge Einhaltung aller seiner göttlichen Bedingungen, als mangelhaft erachtet werden. Wenn dies eintrifft, werdet ihr, dass müsst ihr zugeben, das Los mit den unnützen Knechten teilen. Wir ersuchen euch daher, Brüder, euch in allem, was mit eurer Aufgabe zusammenhängt, zu verbessern, damit ihr eurer Belohnung nicht verlustig geht.“17

Anregungen für Studium und Unterricht

Beachten Sie diese Anregungen, wenn Sie sich mit dem Kapitel befassen oder sich auf den Unterricht vorbereiten. Weitere Anregungen siehe Seite VII–XIII.

  • Lesen Sie den ersten Abschnitt auf Seite 176 und konzentrieren Sie sich auf die Regel, die Joseph Smith sich zu Eigen gemacht hat. Denken Sie über bestimmte Gebote nach, die Sie in letzter Zeit durch das Wort des lebenden Propheten oder durch Eingaben des Heiligen Geistes erhalten haben. Welche Segnungen haben Sie erhalten, wenn Sie diese Gebote ohne Zögern befolgt haben?

  • Gehen Sie den zweiten Absatz auf Seite 176 durch. Warum sind wir manchmal „ganz allein“ wenn wir einen „wahren Grundsatz … hochhalten“? In welcher Hinsicht sind wir in solchen Augenblicken nicht allein? (Beispiele finden Sie auf Seite 176ff.) Wie können wir Kindern und Jugendlichen helfen, den Grundsätzen des Evangeliums treu zu bleiben, auch wenn es nicht gerade populär ist.

  • Lesen Sie den dritten Abschnitt auf Seite 178. Aus welchem Grund gibt uns Gott Gebote? Warum müssen wir seine Gebote befolgen?

  • Gehen Sie Joseph Smiths Belehrungen zu Matthäus 22:2-14 und 2 Timotheus 4:7,8 (Seite 164-168) durch. Denken Sie darüber nach, was Sie empfinden würden, wenn Sie zu dieser Hochzeit kommen dürften. Welche Art von Mensch müssen wir sein, um würdig zu sein, eingelassen zu werden? Was bedeutet Ihrer Meinung nach, den guten Kampf zu kämpfen und die Treue zu halten? Denken Sie an jemanden, den Sie kennen, der den guten Kampf gekämpft und die Treue gehalten hat. Was können Sie von diesem Menschen lernen?

  • Der Prophet Joseph hat uns aufgefordert, daran zu denken, dass der Herr uns „zur Heiligkeit aufgefordert“ hat (Seite 184). Was bedeutet für Sie, zur Heiligkeit aufgefordert zu sein? Welche Auswirkung kann es auf unser Leben haben, wenn wir uns an diese „Berufung“ erinnern? Welche Auswirkung kann es auf das Leben unserer Angehörigen und Freunde haben?

Einschlägige Schriftstellen: Exodus 20:1-17; Johannes 7:17; 1 Nephi 3:7; LuB 58:26-29; Abraham 3:25

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    Orson F. Whitney, „Newel K. Whitney“, Contributor, Januar 1885, Seite 125

  2.   2.

    Orson F. Whitney, Frühjahrs-Generalkonferenz 1912

  3.   3.

    History of the Church, 2:170, aus „History of the Church“ (Manuskript), Band B-1, Seite 558, Archiv der Kirche

  4.   4.

    History of the Church, 6:223; aus einer Rede von Joseph Smith am 21. Februar 144 in Nauvoo, Illinois; aufgezeichnet von Wilford Woodruff und Willard Richards

  5.   5.

    History of the Church, 5:65; aus „The Government of God“, Leitartikel in Times and Seasons, 15. Juli 1842, Seite 857; Joseph Smith war der Herausgeber der Zeitschrift

  6.   6.

    History of the Church, 4:570; aus einer Rede von Joseph Smith am 30. März 1842 in Nauvoo, Illinois; aufgezeichnet von Eliza R. Snow; siehe auch Anhang, Seite 624, Punkt 3

  7.   7.

    History of the Church, 5:426; aus einer Rede von Joseph Smith am 11. Juni 1843 in Nauvoo, Illinois; aufgezeichnet von Wilford Woodruff und Willard Richards; siehe auch Anhang, Seite 624, Punkt 3

  8.   8.

    History of the Church, 5:31; aus „Gift of the Holy Ghost“, Leitartikel in Times and Seasons, 15. Juni 1842, Seite 825; Joseph Smith war der Herausgeber der Zeitschrift

  9.   9.

    History of the Church, 4:478; aus einer Rede von Joseph Smith am 19. Dezember 1841 in Nauvoo, Illinois; aufgezeichnet von Wilford Woodruff

  10.   10.

    Brief von Joseph Smith an Isaac Galland, 22. März 1839, Gefängnis von Liberty, Missouri, veröffentlicht in Times and Seasons, Februar 1840, Seite 54

  11.   11.

    History of the Church, 2:7f., 12; aus „The Elders of the Church in Kirtland, to Their Brethren Abroad“, 22. Januar 1834, veröffentlicht im Evening and Morning Star, Februar 1834, Seite 135f.

  12.   12.

    Lehre und Bündnisse 130:20,21; Unterweisungen von Joseph Smith am 2. April 1843 in Ramus, Illinois

  13.   13.

    Rede von Joseph Smith am 16. Juli 1843 in Nauvoo, Illinois; aufgezeichnet von Franklin D. Richards; aus Franklin Dewey Richards, Scriptural Items, ca. 1841–1844, Archiv der Kirche

  14.   14.

    History of the Church, 1:408; aus einem Brief von Joseph Smith an Vienna Jacques, 4. September 1833, Kirtland, Ohio; Schwester Jacques Nachname wird manchmal auch „Jaques“ geschrieben, beispielsweise in History of the Church

  15.   15.

    History of the Church, 1:299; aus einem Brief von Joseph Smith an William W. Phelps, 27. November 1832, Kirtland, Ohio

  16.   16.

    History of the Church, 2:29-22; Absatzeinteilung geändert; aus „The Elders of the Church in Kirtland, to Their Brethren Abroad“, 22. Januar 1834, veröffentlicht im Evening and Morning Star, März 1834, Seite 144

  17.   17.

    History of the Church, 2:13; Absatzeinteilung geändert; aus „The Elders of the Church in Kirtland, to Their Brethren Abroad“, 22. Januar 1834, veröffentlicht im Evening and Morning Star, März 1834, Seite 142