Ein Herz voller Liebe und Glauben – Briefe des Propheten an seine Familie

Lehren der Präsidenten der Kirche: Joseph Smith, 2011


„Denk daran, dass ich dir und den Kindern für immer in Freundschaft treu ergeben bin. Mein Herz ist mit dem euren für immer und ewig untrennbar verbunden. O möge Gott euch alle segnen.“

Aus dem Leben von Joseph Smith

In seiner Berufung als Prophet musste Joseph Smith ausgedehnte Reisen unternehmen, um den Bedürfnissen einer rasch wachsenden Organisation gerecht zu werden. Nachdem er Missouri als den Ort bestimmt hatte, wo Zion im Sommer 1831 errichtet werden sollte, wuchs die Kirche dort schnell; dies war auch weiterhin in Kirtland in Ohio der Fall. Zwischen 1831 und 1838 besaß die Kirche zwei Zentren – eines in Missouri und das andere war in Kirtland, wo der Prophet lebte. Während dieser Zeit unternahm der Prophet die beschwerliche 1500 Kilometer lange Reise nach Missouri fünfmal, um die Entwicklung der Kirche dort in Augenschein zu nehmen.

1833 und ein weiteres Mal 1837 besuchte Joseph Smith das obere Kanada, wo er das Evangelium predigte und die Zweige dort stärkte. In den Jahren 1834 und 1835 reiste er nach Michigan, um die dortigen Mitglieder der Kirche zu besuchen. Im Laufe der Jahre predigte er das Evangelium in Springfield (Illinois), Boston und Salem (Massachusetts), Monmouth County (New Jersey), New York und Albany (New York), Cincinnati (Ohio), Philadelphia (Pennsylvania), Washington D.C. und an weiteren Orten und kümmerte sich dort um die Geschäfte der Kirche.

Die Reisen, die der Prophet unternahm, führten ihn genauso oft von seinem Zuhause und seiner Familie weg wie die Verfolgungen, denen er sich zunehmend ausgesetzt sah. Er wurde oftmals ungerechterweise festgenommen und hinter Gitter gebracht, und er war das Opfer dutzender unbegründeter Anklagen. Beispielsweise verließen der Prophet und verschiedene andere Führer der Kirche am 27. Juli 1837 Kirtland, um die Heiligen in Kanada zu besuchen. Als sie Painsville in Ohio erreichten, wurden sie „den ganzen Tag von böswilligen und lästigen Rechtsstreitigkeiten aufgehalten“. Da sie nicht weit entfernt von Kirtland waren, begaben sie sich nach Hause, um sich auszuruhen und die Reise am nächsten Tag erneut anzutreten. „Etwa bei Sonnenuntergang begab ich mich in meine Kutsche, um nach Kirtland zurückzukehren“, schrieb der Prophet. „In diesem Moment sprang der Sheriff auf meine Kutsche auf, griff mir in die Zügel und überreichte mir eine weitere Klageschrift.“1

Die häufige Abwesenheit des Propheten von zu Hause war eine schwere Prüfung für ihn und seine Familie. Die Briefe, die er Emma schrieb, belegen die Einsamkeit, die er empfand, und seine Sehnsucht nach ihr und den Kindern. Fortwährend schrieb er von seiner großen Liebe für seine Familie und seinem Glauben an Gott. Er machte seiner Familie auch herzergreifende Zusiche-rungen indem er trotz der Widrigkeiten, denen sie gegenüberstanden, seinem Optimismus für die Zukunft Ausdruck verlieh.

Am 1. April 1832 verließ der Prophet für seine zweite Reise nach Missouri sein Zuhause – nur eine Woche, nachdem er vom Pöbel geteert und gefedert worden war, und nur zwei Tage, nachdem sein Adoptivsohn gestorben war. Sicherlich war sein Herz schwer von Trauer und Sorge um seine Frau Emma und um Julia, sein einziges lebendes Kind. Als er im darauf folgenden Monat auf dem Heimweg war und sich danach sehnte, wieder mit seiner Familie zusammen zu sein, wurde er mehrere Wochen in Greenville, Indiana, aufgehalten. Ein Bein von Bischof Newel K. Whitney, einem der Reisegefährten des Propheten, wurde bei einem Unfall mit der Postkutsche schwer verletzt und musste erst wieder heilen, bevor an eine Weiterreise zu denken war. Während dieser Zeit wurde der Prophet auf irgendeine Weise vergiftet und übergab sich daraufhin so heftig, dass er sich den Kiefer ausrenkte. Er schleppte sich zu Bischof Whitney, der trotz seiner Bettlägerigkeit Joseph einen Priestertumssegen gab. Der Prophet war auf der Stelle geheilt.

Kurz nach diesem Erlebnis schrieb der Prophet die folgenden Zeilen an seine Frau: „Bruder Martin [Harris] ist angekommen und hat die freudige Nachricht überbracht, dass es unseren Familien gut ging, als er aufbrach; dies hat unser Herz sehr erfreut und unseren Geist neu belebt. Wir danken unserem himmlischen Vater für seine Güte, die er uns und jedem von euch erweist. … Meine Situation ist äußerst unangenehm, obwohl ich mich mit dem Herrn an meiner Seite darum bemühe, zufrieden zu sein. … Ich würde gerne die kleine Julia sehen, sie noch einmal auf mein Knie setzen und mich mit dir unterhalten. … Ich anempfehle mich dir als dein Ehemann. Der Herr segne dich, Friede sei mit dir, so sage ich dir Lebewohl bis zu meiner Rückkehr.“2

Lehren von Joseph Smith

Familienmitglieder sollen füreinander beten, einander trösten und einander stärken

An Emma Smith am 13. Oktober 1832 aus New York City, New York: „Heute bin ich durch den prächtigsten Teil der Stadt New York gelaufen. Die Gebäude hier sind wirklich großartig und wunderbar und machen jeden Beobachter erstaunen. … Nachdem ich alles gesehen hatte, was ich mir nur wünschen konnte, kehrte ich in mein Zimmer zurück, um nachzudenken und meinen Sinn zu beruhigen, und siehe, die Gedanken an zu Hause, an Emma und Julia überfluteten mich, und ich wünschte mir einen Augenblick lang, ich wäre bei ihnen. Meine Brust ist ganz erfüllt von den zärtlichen Gefühlen eines Vaters und Ehemanns, und wäre ich bei dir, würde ich dir vieles sagen. …

Ich habe das Gefühl, als solle ich dir etwas sagen, um dich in deiner besonderen Prüfung und gegenwärtigen Bedrängnis zu trösten [Emma war zu der Zeit schwanger]. Ich hoffe, dass Gott dir die Kraft gibt, dass du nicht ermattest. Ich bete zu Gott, dass er die Herzen derjenigen, die um dich sind, erweicht, damit sie dich liebevoll behandeln und dir so gut es geht die Last von den Schultern nehmen und dich nicht bedrängen. Ich fühle mit dir, da ich ja deinen Zustand kenne und die anderen nichts davon wissen, aber du musst dich mit dem Gedanken trösten, dass Gott dein Freund im Himmel ist und du auf der Erde einen wahren und lebendigen Freund hast, nämlich deinen Ehemann.“3

An Emma Smith am 12. November 1838 aus Richmond, Missouri, wo er gefangen gehalten wurde: „Ich habe deinen Brief erhalten und ihn immer und immer wieder gelesen; er war mir eine Köstlichkeit. O Gott, gewähre es mir, dass ich meine liebe Familie wiedersehen darf, und das in Freiheit und in einem geselligen Umfeld. Es würde mein Herz mit unaussprechlicher Dankbarkeit erfüllen, wenn ich euch alle fest umarmen und eure süßen Wangen küssen könnte. Sag den Kindern, dass ich am Leben bin und darauf vertraue, dass ich in Kürze komme, um sie wiederzusehen. …

P.S. Schreib so oft du kannst, und wenn möglich komm her und besuche mich, und bring auch die Kinder nach Möglichkeit mit. Wenn du gemäß deinen Gefühlen und nach bestem Wissen handelst und dich, so es dir möglich ist, um Trost bemühst, dann vertraue ich darauf, dass sich alles zum Guten wenden wird.“4

An Emma Smith am 4. April 1839 aus dem Gefängnis zu Liberty in Missouri: „Meine liebe Emma, ich denke ständig an dich und die Kinder. … Ich möchte gerne den kleinen Frederick, Joseph, Julia und Alexander, Johanna [ein Waisenkind in der Obhut der Familie Smith] und den alten Major [den Hund der Familie] sehen. Und was dich betrifft: Wenn du wissen willst, wie sehr ich mir wünsche, dich zu sehen, dann denke daran, wie sehr du es dir wünschst, und bilde dir selbst ein Urteil. Voller Freude würde ich von hier barfuß, kahlgeschoren und halb nackt zu dir laufen, nur um dich zu sehen, und es erschiene mir als das größte Vergnügen und nicht als Last. … Ebenso wie meine Begleiter ertrage ich tapfer all meine Bedrängnis. Nicht einer von uns ist je zurückgewichen.“5

An Emma Smith am 20. Januar 1840 aus Chester County in Pennsylvania: „Ich bin sehr gespannt darauf, euch alle in dieser Welt wiederzusehen. Die Zeit, in der mir deine Gesellschaft vorenthalten ist, erscheint lang, aber mit dem Herrn als meinem Helfer wird dies nicht mehr so lange der Fall sein. … Ich bin von beständiger Sorge erfüllt, und dies wird auch solange andauern, bis ich wieder zu Hause bin. Ich habe zu Gott gebetet, er möge euch alle bewahren, bis ich wieder nach Hause komme. Meine liebe Emma, mein Herz umschließt dich und unsere Kleinen ganz fest. Ich möchte, dass du mich in Erinnerung behältst. Sag allen Kindern, dass ich sie lieb habe und so bald ich kann nach Hause komme. Dein im Bund der Liebe verbundener Ehemann.“6

Die Verantwortung, unsere Kinder zu unterweisen, verbleibt immer bei uns

An Emma Smith am 12. November 1838 aus Richmond, Missouri, wo er gefangen gehalten wurde: „Sag dem kleinen Joseph, dass er ein braver Junge sein soll; Vater liebt ihn mit vollkommener Liebe. Er ist der älteste und darf den kleineren nicht wehtun, sondern soll sie trösten. Sag dem kleinen Frederick, dass Vater ihn von ganzem Herzen liebt; er ist ein wunderbarer Junge. Julia ist ein süßes kleines Mädchen. Ich liebe sie ebenso. Sie ist ein vielversprechendes Kind. Sag ihr, dass Vater möchte, dass sie ihn in Erinnerung behält und ein braves Mädchen ist. Sag allen anderen, dass ich an sie denke und für sie alle bete. … Der kleine Alexander ist ständig in meinen Gedanken. O meine herzensgute Emma, vergiss mir nur nie, dass ich dir und den Kindern stets ein treu ergebener Freund bin. Mein Herz ist mit dem euren für immer und ewig untrennbar verbunden. O möge Gott euch alle segnen. Amen. Ich bin dein Ehemann und liege in Fesseln und bin in Bedrängnis.“7

An Emma Smith am 4. April 1839 aus dem Gefängnis zu Liberty in Missouri: „Ich möchte, dass du dafür sorgst, dass mich die kleinen Racker nicht vergessen. Sag ihnen, dass ihr Vater sie mit vollkommener Liebe liebt und er alles dafür unternimmt, dem Pöbel zu entkommen, um bei ihnen zu sein. Unterweise [die Kinder] so gut du kannst, damit sich ihr Verstand gut entwickeln kann. Behandle sie zärtlich und freundlich; sei nicht gereizt, wenn du mit ihnen sprichst, sondern achte darauf, was sie brauchen. Sag ihnen, ihr Vater möchte, dass sie brave Kinder sind und ihrer Mutter gehorchen. Meine liebe Emma, dir ist eine große Verantwortung auferlegt, dir vor ihnen deine Ehre und Ernsthaftigkeit zu bewahren und sie in den rechten Dingen zu unterweisen, ihre jungen und zarten Gemüter zu formen, damit sie auf den rechten Weg geführt und nicht bereits im Kindesalter durch gottlose Vorbilder verdorben werden.“8

An Emma Smith am 9. November 1839 aus Springfield in Illinois: „Ich bin solange von beständiger Sorge um dich und die Kinder erfüllt, bis ich von dir höre, besonders aber vom kleinen Frederick. Es war so schmerzlich, ihn krank zurückzulassen. Ich hoffe, dass du unsere zarten Sprösslinge so behütest, wie es einer Mutter und einer Heiligen ansteht, und versuchst, ihren Verstand auszubilden und sie [lehrst], zu lesen und anständig zu sein. Setze sie nicht dem Wetter aus, damit sie sich nicht erkälten, und versuche, dich so gut wie möglich zu schonen. Da ich lange von dir fernbleibe, wirst du in dieser Zeit einsam sein. … Übe dich in Geduld, bis ich wieder zurück bin, und gib dein Bestes. Ich kann nicht alles schreiben, was ich möchte, aber du darfst mir glauben: Ich hege euch gegenüber nur die besten Gefühle.“9

Gott ist unser Freund, und wir können ihm in den Zeiten des Ungemachs vertrauen

An Emma Smith am 6. Juni 1832 aus Greenville in Indiana: „Ich habe beinahe täglich einen gleich hinter der Stadt liegenden Hain aufgesucht, wo ich von den Augen aller Menschen unbeobachtet sein und allen Gefühlen meines Herzens beim Nachsinnen und im Gebet freien Lauf lassen kann. Ich habe mir alle früheren Momente meines Lebens ins Gedächtnis zurückgerufen und bleibe meiner Trauer überlassen und vergieße Tränen des Kummers über meine Torheit, dem Widersacher meiner Seele so viel Macht über mich einzuräumen wie in der vergangenen Zeit. Aber Gott ist barmherzig und hat mir meine Sünden vergeben, und ich bin glücklich darüber, dass er den Tröster an alle diejenigen aussendet, die da glauben und sich vor ihm demütigen. …

Ich werde versuchen, mit meinem Los zufrieden zu sein, weil ich weiß, dass Gott mein Freund ist. Er wird mich trösten. Ich habe mein Leben in seine Hände gelegt. Ich bin bereit, jedem Ruf von ihm zu folgen. Ich möchte gern bei Christus sein. Mein Leben hat für mich keinen Wert [außer den,] seinen Willen zu tun.“10

An Emma Smith am 4. Juni 1834 vom Ufer des Mississippi im westlichen Illinois; der Prophet Joseph war mit dem Zionslager unterwegs: „Von Zeit zu Zeit verweilen unsere Gedanken mit unaussprechlicher Besorgnis bei unseren Frauen und Kindern – die mit uns gemäß dem Fleisch verbunden sind und die unser Herz ganz umschließt – und ebenso bei unseren Brüdern und Freunden. … Sag Vater Smith und der ganzen Familie und ebenso Bruder Oliver [Cowdery], dass sie sich trösten und nach dem Tag Ausschau halten sollen, an dem die Prüfungen und die Drangsal dieses Lebens ein Ende haben und wir alle die Früchte unserer Arbeit genießen werden, wenn wir glaubenstreu bis ans Ende ausharren; ich bete darum, dass dies unser aller glückliches Los sein wird.“11

An Emma Smith am 4. November 1838 aus Independence in Missouri, wo er gefangen gehalten wurde: „Meine liebe und teure vertraute Gefährtin in Trübsal und Bedrängnis, ich möchte dich wissen lassen, dass es mir gut geht und wir alle guten Mutes sind, was unser eigenes Los betrifft. … Ich sorge mich sehr um dich und meine wunderbaren Kinder. Mein Herz trauert und blutet wegen der Brüder und Schwestern und derjenigen vom Volk Gottes, die getötet wurden. … Was Gott für uns tun mag, weiß ich nicht; jedoch hoffe ich unter allen Umständen immer auf das Beste. Obwohl ich auf den Tod zugehe, ruht mein Vertrauen auf Gott. Welche Schandtaten vom Pöbel noch verübt werden mögen, weiß ich nicht; aber ich erwarte nur wenig oder gar keine Zurückhaltung. O möge Gott barmherzig zu uns sein. … Gott hat einige von uns bis hierher verschont; vielleicht wird er uns gegenüber auch weiterhin zu einem gewissen Maß Barmherzigkeit erweisen. …

In der Situation, in der ich mich befinde, kann ich nichts mit Bestimmtheit vorhersehen und lediglich so lange um Befreiung beten, bis sie mir gewährt wird, und alles, wie es kommt, geduldig und tapfer ertragen. Ich hoffe, dass du dich gegenüber jeder Verantwortung als treu und gewissenhaft erweist. Ich kann in meiner Situation nicht viel schreiben. Regle alle Dinge so, wie es deine Umstände und Bedürfnisse erfordern. Möge Gott dir Weisheit, Umsicht und Ernsthaftigkeit verleihen; alles Eigenschaften, von denen ich annehmen darf, dass du sie [besitzen] wirst.

Ich muss ständig an unsere kleinen Kinder denken. Sag ihnen, dass Vater noch lebt. Gebe Gott, dass ich sie noch einmal wiedersehe. O Emma, … verlasse weder mich noch die Wahrheit, sondern behalte mich im Gedächtnis. Wenn ich dir in diesem Leben nicht mehr begegnen kann, gebe Gott, dass wir einander im Himmel begegnen können. Ich kann meinen Gefühlen kaum Ausdruck verleihen; mein Herz ist übervoll. Lebewohl, o meine liebe und gütige Emma. Ich gehöre für immer dir; dein Ehemann und treuer Freund.“12

The Prophet Joseph wrote often to Emma during his incarceration in Liberty Jail.

Auszug eines Briefes, den der Prophet Joseph Smith an Emma aus dem Gefängnis zu Liberty am 21. März 1839 geschrieben hat.

An Emma Smith am 21. März 1839 aus dem Gefängnis zu Liberty in Missouri: „Meine liebe Emma, ich weiß genau, womit du dich plagen musst, und ich habe Mitleid mit dir. Wenn Gott mein Leben noch einmal verschont und ich die Freude habe, für dich zu sorgen, will ich deine Last leichter machen und deinem Herzen Trost schenken. Ich möchte, dass du dich auf bestmögliche Weise um die Familie kümmerst. Ich glaube daran, dass du alles tun wirst, was du kannst. Ich war betrübt zu erfahren, dass Frederick krank war, vertraue jedoch darauf, dass es ihm wieder gut geht und dass es euch allen gut geht. Ich möchte, dass du versuchst, dir die Zeit zu nehmen, mir einen langen Brief zu schreiben, in dem du mir alles schreibst, was dich bewegt; sogar, ob der alte Major noch am Leben ist und was die kleinen Plappermäuler von sich geben, die an deiner Schürze hängen. … Sag ihnen, dass ich im Gefängnis bin, damit ihr Leben verschont werden kann. …

Gott herrscht über alles gemäß dem Rat seines eigenen Willens. Ich setze mein Vertrauen in ihn. In Anbetracht der Tatsache, dass ich mit Bestimmtheit von ewigen Dingen weiß, ist das Heil meiner Seele von größter Wichtigkeit für mich. Es macht mir nichts aus, wenn der Himmel untätig bleibt. Ich muss mein [Schiff] sicher steuern und bin auch willens, dies zu tun. Ich möchte, dass du dasselbe tust. Auf ewig dein.“13

An Emma Smith am 16. August 1842 bei Nauvoo in Illinois; der Prophet Joseph hielt sich vor seinen Feinden versteckt: „Ich bin so frei und entbiete dir meinen aufrichtigen Dank für die beiden interessanten und tröstenden Besuche, die du mir in meiner nahezu mit einem Exil zu vergleichenden Lage abgestattet hast. Die Dankbarkeit meines Herzens für die herzliche und aufrichtige Freundschaft, die du mir gegenüber dadurch bekundet hast, kann nicht in Worte gefasst werden. Seit du mich wieder verlassen hast, ist die Zeit so weit recht angenehm vergangen. Mein Gemüt hat sich mit meinem Los vollkommen abgefunden – mag kommen, was da wolle. …

Sag den Kindern, dass es ihrem Vater bislang gut geht und dass er weiterhin inständig zum allmächtigen Gott für seine eigene und für deine und ihre Sicherheit betet. Sag Mutter Smith, dass mit ihrem Sohn alles gut wird, ob im Leben oder im Tod; denn so spricht der Herr Gott. Sag ihr, dass ich ständig an sie denke, genauso wie auch an Lucy [Josephs Schwester] und alle anderen. … Dein in aller Eile, dein liebevoller Ehemann bis zum Tod, in alle Ewigkeit; auf immer und ewig.“14

Anregungen für Studium und Unterricht

Beachten Sie diese Anregungen, wenn Sie sich mit dem Kapitel befassen oder sich auf den Unterricht vorbereiten. Weitere Anregungen siehe Seite VII–XIII.

  • Gehen Sie kurz dieses Kapitel noch einmal durch und achten Sie auf Joseph Smiths Gefühle für Emma und die Kinder. Was lehrt uns dieses Beispiel darüber, wie wir in unserer Familie reden und miteinander umgehen sollen? Was können wir aus Joseph und Emma Smiths Bemühungen, einander regelmäßig zu schreiben und zu besuchen, lernen? Was haben Sie schon unternommen, um Mitgliedern Ihrer Familie zu zeigen, dass Sie sie lieben?

  • Der Prophet hat Emma geschrieben, er sei „[ihr] und den Kindern stets ein treu ergebener Freund“, und er dankte ihr für ihre „herzliche und aufrichtige Freundschaft“ (Seite 267, 271). Was kann ein Ehepaar tun, um seine Freundschaft zu nähren?

  • In seinen Briefen zeigt Joseph Smith, dass er Emma vertraut und verleiht seiner Zuversicht Ausdruck, dass sie gute Entscheidungen treffen werde und alles für sie Mögliche unternehmen werde, sich um die Familie zu kümmern (Seite 270). Wie können solche Vertrauensbeweise die Beziehung zwischen Mann und Frau positiv beeinflussen?

  • Lesen Sie im letzten Absatz auf Seite 271 die Botschaft des Propheten Joseph an seine Kinder. Inwiefern mögen diese Neuigkeiten seinen Kindern wohl geholfen haben? Was können Eltern in Zeiten der Prüfung tun, um ihren Kindern zu zeigen, dass sie Glauben an Gott besitzen?

  • Gehen Sie nochmals Joseph Smiths Aussagen über Vertrauen auf Gott durch (Seite 268ff.). Wählen Sie einige Aussagen aus, die Sie ganz besonders berührt haben. Wie können Sie diese Wahrheiten in Ihrem eigenen Leben umsetzen?

Einschlägige Schriftstellen: Genesis 2:24; 1 Korinther 11:11; Epheser 5:25; Mosia 4:14,15; LuB 25:5,9,14; 68:25-28

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    History of the Church, 2:502; aus „History of the Church“ (Manuskript), Band B-1, Seite 767 sowie Nachtrag, Seite 6, Archiv der Kirche

  2.   2.

    Brief von Joseph Smith an Emma Smith vom 6. Juni 1832, Greenville, Indiana; Chicago Historical Society, Chicago, Illinois

  3.   3.

    Brief von Joseph Smith an Emma Smith, 13. Oktober 1832, New York City, New York; Archiv der Gemeinde Christi, Independence, Missouri

  4.   4.

    Brief von Joseph Smith an Emma Smith, 12. November 1838, Richmond, Missouri; Archiv der Gemeinde Christi, Independence, Missouri

  5.   5.

    Brief von Joseph Smith an Emma Smith vom 4. April 1839 aus dem Gefängnis von Liberty in Missouri; Beinecke Library, Yale University, New Haven, Connecticut, Kopie im Archiv der Kirche. Der volle Name von Johanna lautete Johanna Carter; sie wurde von John S. und Elizabeth Kenyon Carter als Waise zurückgelassen.

  6.   6.

    Brief von Joseph Smith an Emma Smith vom 20. Januar 1840, Kreis Chester in Pennsylvania; Chicago Historical Society, Chicago, Illinois

  7.   7.

    Brief von Joseph Smith an Emma Smith, 12. November 1838, Richmond, Missouri; Archiv der Gemeinde Christi, Independence, Missouri

  8.   8.

    Brief von Joseph Smith an Emma Smith vom 4. April 1839 aus dem Gefängnis von Liberty in Missouri; Beinecke Library, Yale University, New Haven, Connecticut, Kopie im Archiv der Kirche

  9.   9.

    Brief von Joseph Smith an Emma Smith vom 9. November 1839, Springfield, Illinois; Archiv der Gemeinschaft Christi, Independence, Missouri; Kopie im Archiv der Kirche

  10.   10.

    Brief von Joseph Smith an Emma Smith vom 6. Juni 1832, Greenville, Indiana; Chicago Historical Society, Chicago, Illinois

  11.   11.

    Brief von Joseph Smith an Emma Smith vom 4. Juni 1834 vom Ufer des Mississippi im Westen von Illinois; Letter Book 2, 1837–1843, Seite 58, Joseph-Smith-Sammlung, Archiv der Kirche

  12.   12.

    Brief von Joseph Smith an Emma Smith vom 4. November 1838, Independence in Missouri; Archiv der Gemeinschaft Christi, Independence, Missouri; Kopie im Archiv der Kirche

  13.   13.

    Brief von Joseph Smith an Emma Smith vom 21. März 1839 aus dem Gefängnis von Liberty in Missouri; Joseph-Smith-Sammlung, Archiv der Kirche

  14.   14.

    History of the Church, 5:103, 105; Absatzeinteilung geändert; aus einem Brief von Joseph Smith an Emma Smith vom 16. August 1842, nahe Nauvoo, Illinois